Bor einem neuen Lappo-Ansfland in Umland. |
Oie Sauern sammeln sich und drohen mit einem Marsch auf Helsingfors.
helsingfors, 29.Jebr. (I1L) Au» allen Teilen de» Lande» gehen in helsingfors Nachrichten über Unruhen ein. 3n 2Häntjä(ä (etwa 50 Silometer nördlich von helsingfors) sammelten sich während des Sonntags rund 2000 Mann aus Ta- vaftlandt und dem westlichen Teil Jinnlanb». weiterer starker Zuzug wird heute envartct. Wie verlautet. beabsichtigen die Lappo-Anhänger nach helsingfors zu marschieren, heute nacht wurden die Straßen nach Mäntsälä von Aufstän- dischen beseht. Alle Passanten wurden durchsucht. heute früh wurden alle Eisenbahnzüge von Militär und Polizei an der Station Aredriksberge. außerhalb von helsingfors, an gehalten und untersucht.
Rach einer Meldung des helsingforser Korrespondenten der Zeitung „Socialdemokraten" soll der frühere Chef des Generalstabes, w a l l e n i u v, der Führer der Bewegung sein. Auch in Sämäjoki sinden Konzentrationen statt. Der Lappo- Führer Ko so la sprach gestern abend in Vasa, begab sich aber unmittelbar nach der Versammlung nach Sämäjoki. Der Befehlshaber des Schuhkorps, General Malmberge, hat sich mit einem Flugzeug nach helsingfors begeben.
3n Tammerfors hatte der Korrespondent des „Svenska Dagbladet" mit Kosola eine Unterredung, der erklärte, die Lage werde jetzt äuherst kritisch werden. Das Programm der Lappo-Be- wegung sei eine Aenderung des Systems, das in den letzten 3ahren in Finnland geherrscht habe, hinter der Bewegung ständen große Grup
pen in den verschiedensten Teilen des Landes. Diese strebten nicht danach, das Land zu führen, da dazu geeignetere Kräfte vorhanden seien. Sie forderten aber, daß der Marxismus mit der Wurzel ausgerissen und dah an Stelle der jetzigen Regierung eine Regierung geschaffen werde, die diese Aufgabe zu lösen versteht. Die Mäntsälä- Männer hätten am Sonntag einen Aufruf an den Präsidenten der Republik gerichtet, worin sie ihre Forderungen und Ziele dargelegl haben. Line Frage, ob die Männer einen Marsch nach helsingfors planten, wurde damit beantwortet: was hätten wir da zu hin? Der Chef des Freiwilligen Schuhkorps teilte mit, alle Gerüchte über eine Alarmierung des Nordens zu einem Marsch gegen Mäntsälä seien unzutreffend.
Zensur
und drohender Belagerungszustand.
Helsingfors, 29. Febr. Die finnische Regierung hat heute die Ausgabe gedruckter Rach- richten, Mitteilungen durch Telephon, Radio und Telegramme unter Kontrolle gestellt. Der DerKhr Bewaffneter ist verboten. Die Zahl der in Mäntsälä versammelten Lappoleute wird von der Finnischen Telegraphenagentur auf etwa 30?0 geschätzt. Rach Angaben der gleichen Stelle haben oi*9her keine Kämpfe stattgefunden. Das Militär, das regierungstreu ist. hat umiangreich« Saiuhmahnahmen getroffen. Es ist mit der Verhängung des Belagerungszustandes zu rechnen.
Oer preußische Staatsvoranschlag.
Deckung des Fehlbetrags durch Ausgleichszahlung des Reichs gegen Hergabe von Anteilen der Siedlungs- und Landesrentenbant.
Berlin, 29. Febr. (WTB.) Die preußische Staatsregierung hat heute den Haushaltsplan für 19 32 veröffentlicht. Die Haushaltspläne und -berechnungen Preußens waren bis zum Beginn des Rechnungsjahres 1930 im Endergebnis ausgeglichen. Das Rechnungsjahr 1930 hat mit einem Fe hlbetrag von 204 Millionen Mark abgeschlossen. Das Rechnungsjahr 1931 schließt voraussichtlich mit einem Fehlbetrag von 245 Millionen. Die Ursache liegt darin, daß die Deckungsmittel sich in größerem Umfange verschlecht tert haben, als es gelang, den Zuschußbedarf der Hoheitsoerwaltungen zu vermindern. 1932 müssen sich diese Schwierigkeiten infolge des beschleunigten Rückganges der Deckungsmittel verstärken. Der Ausfall des reinen Staatsanteils an Ueberweisungs-Steuern gegenüber dem haushalt 1930 wird 258,4 Millionen Mark betragen. Die Betriebe werden mit 31,9 Millionen hinter dem Vorjahre zurückbl ' n. Die preußische Steuern und Abgabei rden einen Ausfall von 60,8 Millionen Mark ..^fweisen. Die übrigen Einnahmen der allgemeinen Finanzverwaltung sind um 27,6 Millionen Mark geringer zu schätzen, hinzu tritt der Rückgang der Einnahmen bei den hoheitsverwaltungen mit 26,3 Millionen Mark. Die Einnahmeseite verschlechtert sich daher um 402,7 Millionen Mark.
Die Ausgabeieite verschlechtert sich zwangsläufig um 75,9 Mill. Mk. Die Verschlechterung setzt sich wie folgt zusammen: Erhöhung um 42 Mill. Mk. durch die Aufnahme der bisher auS Anleihemitteln bestrittenen Ausgaben in den Haushalt; 10,3 Mill. Erhöhung bei den persönlichen Ausgaben, 23,6 Mill. Erhöhung der sachlichen Mehrausgaben. Die Gesamtverschlechterung des Haushalts 1932 gegenüber 1931 beträgt mithin 478,6 Mill. Mk.
Auf feiten der bisher zur Verfügung stehenden Einnahmen hat sich dieser Ausfall nur in ganz geringfügigem Maße ausgleichen lassen,
die Deckung des Restes von 476,6 Mill, mußte daher auf der Ausgabeseite versucht werden. Die durch die preußischen Rotverord- nungen bei den persönlichen Ausgaben erzielten Ersparnisse erbringen 207,2 Mill. Mk., die bei den sächlichen Ausgaben 74,7 Mill. Mk., insgesamt ergibt sich hiernach eine Ersparnis von 2 81,9 Mill. Mk. Weiter sind die Dau- Unterhaltungsfonds weiter ermäßigt worden. Hieraus ergibt sich eine weitere Ersparnis von 15 Mill. Mk. Darüber hinaus sind schließlich noch weitere sehr starke S a ch a b- st r i ch e vorgenommen worden, die eine Rettoverbesserung von 92,1 Mill. Mk. gebracht haben. Insgesamt betragen daher die Gefamter- sparnisse 389 Mill. Mk. Hiervon sind bereits 10,4 Mill, bei den Heberschüssen der Betriebsverwaltungen und 2 Mill. Mk. bei der Senkung der Einnahmen berücksichtigt, es verbleiben mithin für die Deckung 389 minus 12,4 gleich 376,6 Mill. Mk.
Die Deckung des noch bleibenden Fehlbetrages von 100 Millionen Mark muh durch Erhöhung der Einnahmen erfolgen. Da die Befürchtung geäußert wurde, die Einführung einer neuen Steuer werde die Preissenkungsbestrebungen der Reichsregierung stören, wurden zwischen der Reichsregierung und der Staatsregie^ung Verhandlungen über eine Ausgleichszahlung aus Reichsmitteln ein^eleitet. Diese Verhandlungen stehen vor dem Abschluß. Preußen gibt für die Ausgleichszahlung Anteile der Siedlungsbank und der Landesrentenbank her. Die Desihverhältnisse der Preußenkasse bleiben unberührt. Rach der grundsätzlichen Seite der Finanzpolitik hin betonte Minister Klepper, dah auf die Dauer ein Zustand praktisch nicht durchführbar sei, bei dem zwar die Selbstverwaltung aufrechterhalten, die Selbstverantwortung aber aufgehoben oder doch außerordentlich stark eingeschränkt werde.
Bor Sinfleflimg der FeiudsrliMeu in Schanghai.
Erfolgreiche Waffenstillstandsverhandlungen. — Eine Friedenskonferenz in Schanghai unter Teilnahme der interessierten Mächte geplant.
Genf, 29.Febr. (WTB.) Angesichts der neuen Lage in Schanghai trat der Völkerbundsrat heute irachmittag zu einer überraschend einberufenen Vollsitzung zusammen. Der englische Außenminister Sir 3ohn Simon machte dem Rat Mitteilung von den Verhandlungen, die gestern auf einem englischen Kriegsschiff in Anwesenheit des britischen Kommandanten zwischen Vertretern der chinesischen und japanischen Streitkräfte slattgefun- den haben. Die Verhandlungen hätten zu einem Ergebnis geführt und beide Parteien hätten s i ch grundsätzlich über ein Abkommen zur (Einteilung der Feindseligkeiten geeinigt Die diesbezüglichen Vorschläge seien den Regierungen in Nanking und Tokio unterbreitet worden.
Der Vorsitzende erklärte, es sei nunmehr Ausgabe des Rates, seinerseits dazu beizutragen, daß den imgange befindlichen Besprechungen zur Wiederherstellung des Friedens ein Enderfolg gesichert werde. Der Völkerbundsrat schlage deshalb vor, dah in Schanghai sofort eine Konferenz einberufen werde, an der China und 3apan sowie die Vertreter der anderen interessierten Mächte teilzunehmen hätten. Das Ziel dieser Konferenz sollte die Einstellung der Feindseligkeiten und die Wiederherstellung des Friedens in Schanghai fein.
Der Vorschlag des völkerbundsrales besagt im einzelnen: Die nach Schanghai einzuberusende Kon- ferenz hat die endgültige Einstellung der Feindseligkeiten und die Wiederherstellung des Friedens in der Gegend von Schanghai zum Ziele. Verhandlungsgrundlage der Konferenz wäre:
1. 3apan hat nicht beabsichtigt, noch beabsichtigt es in Zukunft, politisch oder territorial eine japanische Konzession in Schanghai zu errichten oder auf irgendeine andere Weise
die ausschließlichen japanischen 3nlcressen zu begünstigen.
2. Ehinanimmlan der Konferenz teil unter der Annahme, dah die Sicherheit und Anversehrtheit der internationalen Konzession und der französischen Konzession aufrechterhalten bleiben in Anbetracht der Abmachungen, die diese Konzessionen und ihre Bewohner gegen jede Gefährdung sichern.
Die Einberufung dieser Konferenz geschieht unter der Voraussetzung, dah an Ort und Stelle Abmachungen über die Einstellung der Feindseligkellen getroffen werden. Dec Völkerbundsrat rechnet daraus, dah diese Bedingungen sehr schnell erfüllt werden. Der Völkerbundsrat fchlägt vor, dah die militärischen und zivilen Behörden der anderen in Schanghai vertretenen Mächte diesen Abmachungen ihren Beistand verleihen.
Der japanische Delegierte Sato erklärte: Er nehme den Plan an, vorbehaltlich der Zu - slimmung seiner Regierung. Der chinesische Delegierte Pen gab ein Telegramm seiner Regierung bekannt, wonach diese den vom englischen Admiral Kelly gemachten Vorschlag zur gegenseitigen Zurückziehung der Truppen zweckmäßig und annehmbar findet. Ein Schreiben des amerikanischen Gesandten Wilson an den Generalsekretär des Völkerbundes teilt mit, dah die Regierung der vereinigten Staaten gern die Gelegenheit ergreife, sich den Bemühungen der Mächte Zur Wiederherstellung des Friedens anzu- s ch l i e h e n.
Erneute Angriffe der Japaner.
Schanghai, 1. März. 10.45 Ahr. (WTB. Funkspruch.) Am 8.30 Ahr gingen öle japanischen Streitkräfte an der ganzen Tschapeifronl zum Angriff über. Sie dringen allmählich im Bezirk des Hongkew-Parkes
in südlicher und westlicher Richtung vor. Die Chinesen leisteten erbittert Wider st and. Auch an der Kiang wanfront ist ein Angriff im Gange. 3apanische Flugzeuge und Artillerie werfen unaufhörlich Bomben auf Tschapei. Die japanische 11. Division in Stärke von 12 000 Mann ist an der Panglse-Mündung gelandet worden.
Amerikanische Flottenkonzentration im Pazifik.
Washington, 29. Febr. (WTB.) Das Ma- rinedeparlemenl hat angeordnet, daß die Hauptmacht der amerikanischen Kriegsslotte im Stillen Ozean stationiert wird. Die Stärke der amerikanischen Flottenftreilkräfte, die sich nach lleber- führung des Gros der amerikanischen Kriegsflotte noch dem Stillen Ozean dann insgesamt dort befinden werden, beträgt 199 Kriegsschiffe, nämlich 12 Panzerkreuzer, 17 Kreuzer, 33 Unterseeboote, 81 Zerstörer, 3 Flugzeugmutterschiffe und 53 Hilfsdampfer. Offiziell wird diese Maßnahme damit begründet, daß die Kriegsschiffe der Atlantikflotte an den Manövern im Stillen Ozean t e i l n e h m e n sollen, bei denen eine „blaue Flotte" versuchen wird, einige Punkte an der Küste des Pazifik zu besehen, was die „schwarze Flotte" vereiteln soll.
Rußland sammelt Truppen an derGrenze derMandschnrei
London, 29. Febr. (ERB.) Wie Reuter aus Tokio meldet, hat der japanische Konsul in Wladiwostok seinen vorgesetzten Behörden über angebliche militärische Vorbereitungen Rußlands in der China angrenzenden Provinz Hssuri berichtet. Danach sollen in der Rähe von Wladiwostok beträchtliche Truppenmengen zusammengezogen worden sein und in Sedanka an der Amurbay sowie an der Olgabay technische Verteidigungsvorbereitungen im- gange sein. Die Eisenbahnstrecke im Hssuridistrikt werbe von Freiwilligen bewacht. Der Konsul meint in seinem Bericht, Rußland rechne mit Konflikten, sei es wegen des Mandschureiproblems oder wegen der Frage der Fischereigerechtsame.
Der Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet aus Charbin. daß die russischen Vorbereitungen zur Besetzung der mandschurischen Grenze bereits weit vorgeschritten seien. Die Russen hätten ausgedehnte Schützengraben ft ellungen geschaffen. Die Hauptsammlungspunkte der russischen Streitkräfte seien Wladiwostok, Charbarowsk, Irkutsk und Tschita. Große Tranportzüge mit Munition und Flugzeugen seien ebenfalls eingetroffen. Der russische Kriegskommissar Woroschilow und General Blücher hätten bereits eine Besichtigung der russischen Linien unternommen. Es sei beinahe unmöglich, Pahvisen nach Wladiwostok oder Charbarowsk zu erhalten.
Befriedigung in England.
London, 1. März. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter äußern sich befriedigend über den Fortschritt in den Bemühungen um die Wiederherstellung des Friedens im Fernen Osten. „Times" chtet aus Genf, Gerüchte, daß Großbritannien um einen Aufschub der für übermorgen ein- b< ufenen Völkerbundsversammlung bemühe, würden von der dortigen britischen Delegation energisch dementiert, doch deutet das Blatt in einem Leitartikel an, daß ein solcher Aufschub vielleicht wünschenswert sein würde, damit sich herausstelle, ob eine vorläufige Vereinbarung zustandekomme oder, wenn nicht, wer für den Fehlschlag verantwortlich sei. Die Nachrichten von der Zusammenziehung einer amerikanischen Armada von 200 Kriegsschiffen im Stillen Ozean wird von beni Blättern ohne Kommentar gebracht. Nur der liberale „News C h r o n i c I e" weist mißbilligend darauf hin, daß diese „überraschende Nachricht" unmittelbar auf die Meldung von aussichtsvollen Friedensverhandlungen folge und fürchtet, daß die in der Welt herrschende Erregung dadurch nicht gerade verringert werden würde.
Kleine politische Nachrichten.
Der Prasidentder Vereinigten Staa- t c n hat auf die Glückwünsche des Herrn Reichspräsidenten zur Feier von Washingtons 2 0 0. Geburtstage mit nachstehendem Telegramm geantwortet: Euer Exzellenz gütigen Beweis der Verehrung von Washingtons Andenken zum 200. Geburtstage des Gründers seines Landes habe ich dankbarst erhalten. Gern benutze ich diese Gelegenheit, um Euer Exzellenz und durch Sie der Reichsregierung und dem deutschen Volk namens der Regierung und des Volkes der Vereinigten Staaten sowie in meinem eigenen Namen Gegengrüße und gute Wünsche zu senden.
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Der britische Botschafter Sir Horace Rum- bold hat dem Reichskanzler die Absicht der australischen Regierung mitgeteilt, das Ramensschild des im Kriege untergegangenen Kreuzers „E m d e n“ als Anerkennung der ritterlichen Haltung der Emdenbesahung zurückzugeben. Reichskanzler Dr. Brüning hat dem britischen Botschafter für das hochherzige Anerbieten den Dank der deutschen Regierung ausgesprochen.
Aus der Deutschen V o l k s p a r t e i sind ausgetreten der Vorsitzende des Wahlkreisverbandes Berlin, Stadtverordneter Dr. F a l tz , und einige andere Vorstandsmitglieder, ausgeschlossen wurde der frühere Reichstagsabgeordnete Bergwerksdirektor Hueck (Gelsenkirchen) in Zusammenhang mit Bemühungen, den Wahlkreisoerband Westfalen-Süd ohne Wissen der Parteileitung den Deutschnationalen zuzuführen. Die Genannten sind der Deutsch- nationalen Volkspartei beigetreten.
Der Präsident der amerikanischen Labour Party, William Green, veranschlagt die Zahl der Arbeitslosen in be n Dereini gten Staaten am 1. Februar auf 8,3 Miktionen.
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Rachdem die englische Einsuhrzollvorlage vom Oberhaus endgültig angenommen worden war, erhielt sie di? Unterschrift des Königs und ist damit offiziell in Kraft getreten.
Der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet, hatte fein Abgeordueten-
einzuholen und der Polizei zu
ermordet aufgefunden. Da die Möbel erbrochen und durchwühlt waren, wird angenommen, daß die Mörder es lediglich auf einen Einbruch abgesehen hatten.
ermorden zwei Kinder.
wurden in der Wohnung einer
In Warschau
Arbeiterin deren beide Kinder von 4 und 11 Jahren
einen der Räuber übergeben.
Einbrecher
mandat immer noch beibehalten und sich für feinen Berliner Posten nur mit einer sechsmonatigen Mission betrauen lassen. Diese läuft demnächst ab. Francois Poncet hat sich nunmehr entschlossen, sein Abgeordnetenmandat endgültig n i e b e r gute g e n und sich der diplomatischen Berufslaufbahn zu widmen.
Aus aller Welt.
Don einem Schneebrett in die Tiefe geriffem
In Spindlermühle im Riesengebirge ereignete sich ein außergewöhnliches Unglück. Eine Gesellschaft von 7 Skifahrern, 6 Herren und 1 Dame, hatte einen Ausflug von Spindlermühle über den Ziegenrücken auf die Rennerbaude unternommen und stieg in zwei Gruppen über den Langen Grund ab. Äabei bracht die obere Gruppe bei der Hollmannbaude ein Schneebrett ab, das auch die untere Gruppe erfaßte und in den Klausengrund etwa 500 Meter tief mitriß. Alle 7 Personen wurden verschüttet. Obwohl sofort Hilfe zur Stelle war, konnten die Verschütteten erst nach langer Zeit befreit werden. Ein Teilnehmer, der 24- jährige Kaufmann Kleinteller aus Prag hatte das Genick gebrochen. Der Beamte der Böhmischen Unionbank, Dr. Moller, Sekretär des Ministers a. D. Schuster erlitt einen Beinbruch. Die anderen Skifahrer wurden nur leicht verletzt. Den ganzen Tag über herrschten im Riesengebirge heftige Schnee st ür m e bei einer Temperatur von 14 bis 18 Grad Kälte. Viele Personen haben Erfrierungen baoongetragen.
Tod in den Alpen.
Etwa eine halbe Stunde oberhalb der Hochalm im Alpspitzgebiet stürzten zwei Reichswehrsoldaten, die ein Schneebrett losgetreten hatten, in die Tiefe und wurden getötet. Rcttungsi- kolonnen der Bergwacht aus Partenkirchen sowie Angehörige der Landespolizei fanden die beiden Leichen nach längerer Suche.
Sklarek-Prozeß.
Im Sklarek-Prozeß schilderte Stadtamtmann Bandczus, wie Direktor Schröder nach der Aufdeckung der Unregelmäßigkeiten bei zwei Bezirksämtern zu den Sklareks hingeschickt wurde, um zu revidieren und mit dem Ergebnis zurückkam, daß alles in Ordnung sei. Die Sklareks Ratten ihm nämlich die extra für diese Revision gefälschten Bücher vorgelegt. Direktor Schmitt soll in einer Besprechung mit Schröder und Hoffmann gesagt haben: „Wenn alles in Ordnung ist, dann geht es nicht an, daß Sie in so scharfer Form gegen unsere besten Kunden vorgehen." Rechnungsdirektor Reumann habe die Vorlegung der Originalrechnungen verlangt und auch Bandczus war für eine weitere Aufklärung. Hoffmann habe aber zu ihm gesagt: „Sie greifen ja nach Schlangen." Vorsitzender: „Schmitt stellte also einfach fest, die Sache ist in Ordnung, und man schlief weiter. Das ist doch haarsträubend. Als Sie weiter nachforschen wollten, fuhr Ihnen Hoffmann in die Parade." Man er- • örterte dann noch sehr eingehend die buchtechnische Erledigung der Bevorschussungen und Hereinnahme der vordatierten Schecks, ohne klären zu können, nach welchem System diese Eintragungen eigentlich gemacht worden waren.
Raubüberfall.
Ein Kolonialwarenhändler in Berlin- Rosenthal und seine Frau wurden in ihrer Wohnung von drei jungen Burschen überfallen. Zwei der Burschen klopften an die Flurtür, die zur Wohnung des Kolonialwarenhändlers fi'chrt. Sie baten um etwas Warmes, da sie wohnungslos seien und Hunger hätten. Der Kaufmann lieh sie eintreten. Während die Frau ihnen Kaffee zu trinken gab, stand der Ehemann in der Tür, die zum Laden führt. Einer der Burschen ging dann in die Küche, um der Frau die Tasse zurückzugeben. Gleichzeitig zog er aber eine Pistole und rief der Frau zu: Hände hoch! Geld her! — Ehe die Frau noch der Aufforderung nachkommen konnte, fiel bereits ein Schuß, der aber glücklicherweise fehlging. Während des Vorfalles in der Küche wurde auch der Ehemann von den anderen Burschen mit der Waffe bedroht. Gleichzeitig kam vom Flur aus ein dritter Bursche herein- gelaufen und stürzte sich auf den Mann. Der Kaufmann aber ergriff einen Ochsenziemer und drang damit auf die Räuber ein. Die Frau war unterdessen zum Fenster hinaus auf den Hos gesprungen. Auf ihre Hilferufe tarnen Hausbewohner herbei, und die Räuber flüchteten, ohne irgendwelche Beute gemacht zu haben. Es gelang,
Wettervoraussage.
Irn deutschen Ostseeküstengebiet liegt eine flache Störung, welche dort vereinzelt etwas Schnee und wesentliche Milderung gebracht hat, die aber bei uns keinen Einfluß gewinnen dürfte. Vielmehr wirkt sich noch der hohe Druck aus, unter dessen Einfluß es zu nächtlichen Strahlungsfrösten kommt, die aber langsam ab nehmen.
Aussichten für Mittwoch: Nächtlicher Strahlungsfrost, tagsüber weitere Milderung, stellenweise dunstig, sonst meist aufheiternd, trocken.
Aussichten für Donnerstag: Noch leichter Nachtfrost, sonst teils neblig-wolkiges, teils aufheiterndes Wetter.
Lufttemperaturen am 29. Februar mittags 2,0 Grad Celsius, abends minus 1,3 Grad; am 1. März morgens minus 4,5 Grad. Maximum 2,5 Grad, Minimum minus 5,2 Grad. Erdtempera turen in 10 Zentimeter Tiefe am 29. Februar abends minus 0,7 Grad; am 1. März morgens minus 1,0 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 9Vi Stunden.
Amtliche Wintersportnachrichten.
Vogelsberg, Hoherodskops: Klar, minus 10 Grad, 20 cm Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit im Walde gut.
Rhön, Wafserkuppe: Klar, minus 8 Grad, 12 cm Schnee, verweht, Svortmöglichkeit gut
Schwarzwald, Feloberg: Klar, minus 6 Grad, 35 cm Pulverschnee, Sportmöglichk?it gut.
A l p e n, G a r in i s ch - P a r t e n k i r ch e n: Klar, minus 12 Grad, 23 cm Pulverschnee, Sportmöglich' feit sehr gut.


