ausgezeichneten, farbigen Lichtbildern Rcnseern- drücke aus Südwestafrika. Eingehend berichtete sie von den segensreichen Arbeitsstätten des Vereins und gab in sachlichen, sehr eindrucksvollen Ausführungen einen Heberblick über seine Leistungen in den verschiedenen Gebieten: Swakop- mund, Windhuk, Omaruru. Keine der Anwesenden konnte sich der Einsicht verschließen, wie unbedingt notwendig die Arbeit des Roten Kreuze« für Deutsche über See gerade heute ist. wo
Deutsche sich in kleinen, abgelegenen Siedlungen mühsam ein neues Leben aufbauen müssen und dort so dringend der Fürsorge und Anterstrlt- zung des Mutterlandes bedürfen. Lebhafter Verfall dankte der Vortragenden für chre lebendigen Schilderungen. Das Schülerinnenorchester der Studienanstalt trug in dankenswerter Werse durch musikalische Vorträge erfreulich zur Unterhalt hing bei.
Fußball der Gießener Mannschaften.
Auf dem Platz der Spielvereinigung war am gestrigen Sonntag die 1. Mannschaft des DfA. Butzbach zu Gast. Vach hartnäckigem Kampf endete das Treffen mit 2:1 für 1900. Die 2. Mannschaft spielte gegen Lollars 1. und mußte sich mit einem Llnentschreden von 1:1 zufriedengeben. Die 3. hatte im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft der zweiten Gaugruppe die 1. Mannschaft von Lrch zum Derbandsspielgegner. Die Dlau- weihen blieben mit 3:0 Sieger und errangen sich damit gleichzeitig die Meisterschaft.
Die Liga des VfD. absolvierte ein Freundschaftsspiel in Alsfeld und trat gegen die dortige spielstarke 1. Mannschaft des VfB. Alsfeld an. Das Spiel endete mit einem knappen 2:1-Steg der Gießener. Die 3. spielte gegen die 2. von Teutonia Watzenborn-Steinberg 6:6. Die AH.-Mannschaft verlor gegen die Mannschaft des Ruder- clubs ..Hassia" mit 6:3 Toren. Die Handballmannschaft konnte die Handball-Elf des DHV. mit 4:0 ins Hintertreffen sehen.
Fußball in Hessen-Hannover.
Der Sonntag brachte in Hessen/Hannover wiederum einige Heberraschungen. So unterlag in der Aordgruppe der Spielverein Kassel gegen Hessen HerSfeld 0:3. Dadurch ist Göttingen 05 die Meisterschaft der Aordgruppe nicht mehr zu nehmen, die Göttinger führen mit 28:2 Punkten vor Spielverein (24:10) und Germania Kassel (20:10), welche Gr.-Allmerode mit 5:3 niederrang. Göttinger Spvg. unterlag gegen Tura Kassel 1:2. 3n der Südgruppe siegte der ST. 03 Kassel gegen Hessen 09 glücklich mit 6:5 Toren, die Heberrafchung war hier der glatte 6:0-Sieg der Marburger Kurhessen über den Lokalgegner Germania Marburg. Recht knapp siegte im Fuldaer Derby der Tabellenführer Borussia über Germania mit 2:1. Die Borussen führen mit 26:2 Punkten klar die Tabelle an, vor dem vorjährigen Bezirksmeister SG. 03 mit 20:10 und Germania Marburg mit 23:12 Punkten.
On beiden Lokaltreffen der Güdgruppe.
Turfr-ffcn Marburg — Germania Marburg 6:0 (2:0).
Vor etwa 3000 Zuschauern konnten die Kurhessen einen unerwartet hohen Sieg herausholen. 3n der ersten Halbzeit leistete Germania noch einigermaßen W derstand, wurde aber nach der Pause von dem sehr gut kombinierenden S'.urm der Kurhessen überrascht, der in gleichmäßigen Abständen Lor auf Tor erhielte. Berndt, Fischer und Adorf zeichnet n sich besonders aus, lediglich der Linksaußen fiel etwas ab. Bei Germania war die Hintermannschaft gut, mußte aber, da der eigene Sturm nicht für die nötige Entlastung sorgte, schließlich kapitulieren.
Germania Tu da — Dorussia Fulda 12 (0.0'.
Der Südgruppen-Tabellenführcr konnte in diesem Lokalkampf nur einen knappen Sieg erringen, der erst in der zweiten Halbzeit durch einen von Leugers verwandelten Elsmeterball sichergestellt wurde. Zuvor hatte Germania sehr hartnäckigen Widerstand geleistet und sich auch nur einmal durch Leugers überwinden lassen. Das Tor für Germania erzielte der Linksaußen Lerner. Borussia zeigte im Felde die bessere Spielweise, was jedoch Germania durch großen Eifer Weltmächte. Immerhin war der Sieg der Borussen auf Grund deS spielerischen Vorteils verdient.
Süddeutsche Fußballmeisterschaft.
Im Fuhballsport gibt es immer etwas Veues, selbst wenn an einem Sonntag einmal die Heber- raschung eintritt, daß es bei den Ergebnissen keine Heberrafchung gibt, wie es an dem Schluß- tag des Januar der Fall war. Man ist versucht, das Vemis von 3:3, das Pforzheim gegen die Sp. Vg. Fürth errang, als eine kleine Sensation zu deuten. Dabei muß man aber berücksichtigen, daß sich Pforzheim bis jetzt recht tapfer geschlagen hat. Das gab zu einem gewissen Teil auch den Ausschlag bei Dem Treffen zwischen dem 1. FC. Nürnberg und Bayern München, das mit 1: Ozu Gunsten des Clubs endete. Der Karlsruher FV. mußte sich auch in seinem vierten Endspiel mit dem 1:1 den Verlust eines Punktes gegen den VfB. Stuttgart gefallen lassen. München 1860 gewann dagegen eindeutig mit 4:0 gegen den FT. Rastatt.
In der Abteilung Vordwest feierte die Eintracht in Pirmasens einen wertvollen 2:1-Sieg gegen den Saarmeister. Neckarau konnte nach überlegenerem Spiel mit 4:3 gegen den FV. Saarbrücken bestehen und damit den zweiten Tabellenplatz behaupten. 3n Worms gab es einen fairen Kampf, wobei Wormatia Worms dem DD. Waldhof mit 5:3 das Nachsehen gab.
Die Pokalspiele.
Wie bei den Endspielen wurde man auch bei den Pokalkämpfen in den einzelnen Bezirken von besonderen Heberraschungen verschont. Hier ist ebenfalls alles beim alten geblieben, wenn man von kleineren Korrekturen der Tabellen absieht. Durchweg ist die Lage noch ziemlich ungeklärt.
Deutsch-amerikanische Olympiahilfe.
Die Pläne der deutsch-amerikanischen Sportgemeinschaft für die deutsche Olympiahilfe haben jetzt feste Gestalt angenommen. 3n seiner unter der Leitung von Prüf d?nt A. C. Weinberger kürz ich abg halt nen S jung wurde beschlossen, den ersten Betrag m Höhe von 300 Dollar an die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik abzusenden. Ferner wurde ein Olympischer Ausschuß gebildet und festgesetzt, im Laufe des Monats Februar ein großes Saal-Sportfest zu veranstalten, dessen Reinerlös dem deutschen Olympia- Fonds zufüeßen soll.
Günther Gronhoff erhält die Ad^er-pLakette.
Der Frankfurter Sogelflieger Günther Gronhoff erhielt in Anerkennung seiner Verdienste um den Segelflugsport die Adler-Plakette des Drutfchrn Reichlausschusses verliehen. Grönhoff gehört mit zu den erfolgreichsten Segelfliegern, dessen Flüge bei der letzten Segelfiugconkurrenz berechtigtes Aufsehen erregten. Er war der erste Flieger, der in den Alpen Segelflüge unternahm und dabei größere Strecken zurücklegte. Grönhoff ist auch in Verbindung mit dem neuartigen schwanzlosen Flugzeug, mit dem er einen Flug von d:r Wasserkuppe nach Berlin durchführte, als Pionier des Leichtflugzeuges in Erscheinung getreten.
Kurze Sportnotizen.
Veim Frankfurter Sechstagerennen lag nach 43 Stunden, Sonntag, 17 Hhr, die belgische Mannschaft Charlier-Deneef, mit einer Runde Vorsprung vor Rausch-Hürtgen, van Kempcn-Braspcnning, Schön-Tietz, Göbel-Dinale,
Kroll-Maidorn und Wambst-Broccardo in Führung. Die übrigen Mannschaften haben bis zu zehn Runden verloren.
Die südwestdeutschen Eissport- Meisterschaften in Frankfurt a. M. mußten wegen des Tauwetters erneut abgesagt werden.
Die deutschen Eishockeyspieler für die Olympischen Winterspiele in Lake Placid sind nach schwerer Heberfahrt erst am Sonntaovormit- tag in Reuyork eingetroffen. Sie müssen nun bereits am Donnerstag in Lake Placid das erste Spiel austragen.
BeimHallensporifeftinAltonagab es im Sprinterkampf ein totes Rennen zwischen 3onath und Körnig.
Disqualifiziert wurde Weltmeister Clas Thunberg (Finnland) bis zum Ende der Saison, weil er infolge des für Lake Placid beschlossenen Massenstarts nicht an den Olympischen Winterspielen teilnimmt.
Amicitia Mannheim wird die deutschen 3ntcreffcn im Rudersport allein bei den Olympischen Spielen in Los Angeles vertreten, wenn der Achter bei Saisonbeginn noch die Großform des Vorjahres hat.
Schweizer Skimeister im Langlauf wurde am Samstag in Zermatt der Einheimische Elias 3ulen in 1:03:21 Stunden vor Tavernaro (Italien).
Oberbeffen.
Landkreis Gießen.
J Lollar, 28.Jan. Am Dienstagabend fand die Hauptversammlung des Turn- und Gesangvereins statt. Der Vorsitzende, Reichsbahnsekretär Philipp Harbusch, gedachte zunächst der int verflossenen Jahre verstorbenen Mitglieder, des Ehrenvorsitzenden Franz Laudert, der über 50 Jahre dem Vorstand angehört hatte, des Ehrenmitglieds Heinrich Arnold, der ebenfalls über 50 Jahre Vorstandsmitglied war, und des passiven Mitglieds Robert Ewald. Sodann erstattete er Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. Der Verein hat in diesem 3ahr eine febr rege Tätigkeit entfaltet und kann mit Befriedigung darauf zurückblicken. Besonders Lew im Februar angegliederte F r a u e n ch o r hat sich gut entwickelt, er zählt bereits über 30 Mitglieder. Der Männerchor des Vereins beteiligte sich u. a. mit gutem Erfolg an dem Wertungssingen des „Gaues Gießen- Stadt und -Land" in Gießen, ferner an dem Bundesfest des „Lumdatal-Sängerbundes" in Odenhausen an der Lahn. 3m abgelaufenen 3ahre konnte der Verein auf sein 70jahriges Bestehen zurückblicken. Anläßlich des Jubiläums wurde ein Festkonzert veranstaltet, das dem Verein einen vollen Erfolg brachte. Die Zahl der Gesangstunden belief sich auf 70, wovon auf den Männerchor 35, den Frauenchor 23 und den gemischten Chor 12 entfallen. Der Besuch der Gesangstunden kann als durchaus befriedigend bezeichnet werden. Für den Besuch aller Singstunden wurden ausgezeichnet: K. Seih, L. Forst a ch und PH. Harbusch. Das langjährige Mitglied Emil 2 r o k o p f wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Die Rechnungsablage gab ein verhältnismäßig günstiges Bild von der finanziellen Lage des Vereins. Bei der Vorstands- wahl wurden sämtliche Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt. Dem Vorstand gehören an: Philipp Harbusch, 1. Vorsitzender: Ludwig Zorbachsen., 2.Vorsitzender: Otto Wagner, 1. Schriftführer: Otto Schneider, 2. Schriftführer: Ernst Weinrich, 1.Rechner: Robert Ruhl, 2. Rechner; Hans Kapfenberger, Turnwart; Heinrich Ferber, Zeugwart: Albert Drescher und Ludw g H e 11 ch e, Fahnenträger. Beisitzer sind: Tauber t, Frank, Schäfer, Frl. Müller, Frl. Schneider und Frau Ferber. Zum Derelnsdiener wurde L. For - b a ch jun. bestimmt. 3m Verlauf des Abends kam auch noch das Deutsche Sängerfest in Frank
Goethe-Bund.
Kölner Hänncschen-Tkuater.
Auf Einladung des Gießener Goethe-Bundes war gestern das Kölner Hänneschen ° Theater mit drei Vorstellungen in der Neuen Aula bei uns zu Gast. Das Hänneschen-Theater, vor 130 Jahren, im Januar 1802 gegründet, „will Wiederbelebung einer alten, angestammten volkstümlichen Kleinkunst fein; das aus dem Heimatboden Gewachsene in seiner herzhaften Schlichtheit rein zu erhalten, ist sein Ehrgeiz. Und es will nur so verstanden werden, als Lebensäußerung echt rheinischen, lölnischen Humors."
Ehe der Vorhang der Puppenbühne aufging, gab der Hänneschen-Vater, Dr. Niessen, eine kurze Einführung in das Spiel und erzählte aus der Geschichte diefes bodenständigen Puppentheaters, das zu Anfana des vorigen Jahrhunderts von einem armen Kölner Handwerker namens Winters erdacht und begründet wurde; er hat die alte deutsche Kunst des Puppenspiels nach seiner Weise zu neuem Leben erweckt. Dr. Niessen erläuterte die Be- schafsenheit der dreiteiligen Bühne, die traditionell festgelegten verschiedenen Schauplätze und die Personen des Spiels, die zum großen teil volkstümlich geworden sind und für das Hänneschen-Theater als typisch gelten können. Im Gegensatz zu den Handpuppen und den Drahtpuppen der Marionettenbühne sind die Kölner Figuren als Stockpuppen konstruiert, und ihre Aktionsfähigkeit beruht allein auf der Handfertigkeit der unsichtbaren Spieler. Die Hauptperson ist das Hänneschen, Johann Knoll aus Knollendorf bei Köln; der Tünnes, das Bärbelchen, der Befteva und die Mariezenbell find neben ihm stehende Figuren, die aus dem rheinischen Volksleben auf die Puppenbühne übernommen wurden.
Dr. Niessen, der die Zuschauern mit humorvollen Worten in das Wesen und die Eigenart seines Puppentheaters einführte, erzählte ferner, daß das Hänneschen nicht nur auf eine ehrwürdige Vergangenheit zurückblicke, sondern auch weitgereift fei und in sechs Jahren etwa 4000 Vorstellungen vor fast zwei Millionen Besuchern gegeben habe; der Hänneschen-Vater gab seiner Freude darüber Aus- druck, auch einmal in Gießen spielen zu können; hoffentlich sei diese Gastrolle beim Goethe-Bund nicht die letzte in Gießen gewesen.
In der Nachmittagsvorstellung, die Überwiegend von Kindern besucht war, gab es zu sehen: „Der große Zauberer Tartüffel. Oder: Hänneschen auf der Schlangeninsel", großes Zauberdrama in drei Akten mit Gesang, Tanz und Schlägerei. (Kein Hännes-
chen-Stück ohne Schlägerei!) Es spielt am Hose des Königs, auf der Schlangeninsel und in Knollendorf bei Köln. Zeit: Es war einmal. Das ist ein halb komisches, halb grausliges Theaterstück, in dem das mutterwitzige und handfest-schlagfertige Hänneschen erstaunliche Abenteuer besteht und die von den Hol- Icngeiftern Perücke und Perlacke für den Zauberer auf die Schlangeninsel entführt und in einen Drachen verwandelte Königstochter befreit und glücklich heimbringt; dafür wird das Hänneschen reich belohnt, und das Spektakel endet vrogrammäßig mit Gesang, Tanz und Schlägerei. Die jugendlichen Zuschauer spielten kräftig mit, lachten und amüsierten sich aufs beste und klatschten begeistert Beifall.
Am Abend gab es dann für die Erwachsenen: „Die Goldgräber. Ober: Die kölsche Afrika-Expedi- tion", e lästig Spill in drei Akten mit Gesang, Tanz und Schlägerei, spielend in fremden Ländern, in Köln und in Knollendorf; Zeit: neulich. In diesem Stück, das ebenfalls von Dr. Niessen mit einem humorvollen Prolog eingeleitet wurde und eine ansehnliche Menge erwachsener Zuschauer zwei Stunden lang In heiterer Spannung hielt, gelangte die vielseitige, drollige Beweglichkeit der Puppen, die naive, aber wirksame Technik des Spektakelschau- spiels und der rheinische Mundartwitz zu voller Entfaltung. Diese „Afrika-Expedition" ist eine Moritat ersten Ranges, und der kölsche Dialekt war dem Der- ständnis des einheimischen Publikums immerhin so weit angenähert, daß kaum eine der derbfröhlichen Pointen unter den Tisch fiel. Vor allem die Entführung der Königstochter Elisabeth, die Ueberfahrt und der Schiffbruch mit Donner und Blitz auf hoher See, die Krokodilsjagd in Afrika, die unterirdische Goldgräberei und die wahrhaft dramatische Errettung der Prinzessin aus dem Kerker waren Höhe- punkte des Spiels, das mit dem traditionellen Volks- tanz im Königsfchloß seinen allseits befriedigenden Abschluß fand.
Die großen Leute hatten nicht minder ihren Spaß als die Kinder am Nachmittag; sie unterhielten sich höchst angeregt und dankten mit herzlichem Beifall, als das Hänneschen zum Schluß an die Rampe trat und gute Nacht und guten Heimweg wünschte.
Rote Wolke, der Sioux-Häuptling.
„Dies find unsere Jagdgründe, wenn 3hr sie nicht schleunigst räumt, werde ich Euch den Weg weisen." Diese stolzen Worte wagte ein Vertreter der Rothäute, der Sioux-Häuptling Rote Wolke, an die weißen Söhne Onkel Sams zu richten, als sie Im großen Goldrausch deS 3ahreS 1860 daran
gingen, durch Wegbauten das Goldgebiet mit dem Fort Laramie zu verbinden und dabei das Hoheitsgebiet der Indianer zu verletzen. An die Sattn dieses ebenso furchtlosen wie schlauen Gegners, der den Weißen seinen Willen aufzwang, erinnert Franc B. Linderman in der American Legion Monthly. Nachdem er das Heer der Feinde völlig eingeschlossen und sie während dreier Wochen hier als Gefangene gehalten hatte, lieh er, ein großmütiger Gegner, i>cn feindlichen Befehlshaber frei, aus Furcht, den Blutdurst feiner Leute nicht länger zurückhalten zu können. Der Straßenbau wurde nunmehr vertagt, und es wurden mehrere Palaver auf Fort Laramie abgehalten. Mächtigere Indianerhäuptlinge als Rote Wolke zeigten sich den Plänen der Weißen geneigt; er aber hielt feine Meinung aufrecht, daß der Wegbau die Vernichtung der Jagdgründe und die Vertreibung des Düffels zur Folge haben würde. Als General Carrington mit großen H:crcsmassen im Fort erschien, brach Rote Wolke alle F.iedensverhandlun- gen mit den flohen Worten ab: „Also 3hr seid der Häuptling, der sich eine Straße stehlen will, ohne zu fragen, ob wir ja oder nein dazu sagen! 3ch will nicht länger diesen Stammeshäuptlingen zuhören, die unseren Grund und Boden fortgeben. 3ch mache Schluß. 3ch werde Such bekämpfen. Hugh!" und feine Flinte erfassend, verließ er die Versammlung.
Damit befand er sich auf dem Kriegspfad gegen die Weißen, die bald erfahren sollten, was der gering geachtete Indianer gegen sie vermochte. Wohl wurden Fort Phil Kearney und Fort C. F. Smith auf dem Biahorn in Montana gebaut; aber das nötige Brennholz und den Proviant an frischem Fleisch herbeizuschaffen, erwies sich a'ä unmöglich. Holzfäller und Jäger fielen der Roten Wolke anheim. Als der Winter kam, hofften die Soldaten im Fort, er würde den Feindseligkeiten ihres Gegners ein Ziel sehen; aber seine tätige Wachsamkeit erhöhte sich nur noch. Schließlich gab General Carrington dem Drängen des Hauptmanns Fetterman nach, mit 80 bewaffneten Männern die Holzfäller schützen zu dürfen; er kehrte niemals wieder zurück. Run rüstete Rote Wolke zum Hauptschlag, indem er einen Angriff auf die beiden Forts beschloß. Zunächst schloß.er 32 Soldaten unter Hauptmann Powell in einem aus Wagen und andern Dehelssmitteln der Hv'zfäller improvisierten Lager ein. Mit 500 Rothäuten näherte er sich den Eingeschlossenen. d e d e Frauen und Kinder der Holzfäller in ihre Mitte genommen hatten. Hauptmann Powell, der wußte, daß es ein Kampf auf Leben und Tod fein würde.
furt zur Sprache. Cs wurde allgemein der Ansicht Ausdruck gegeben, daß bei der heutigen Wirtschaftslage ein Besuch dieses Festes wegen des außerordentlich hohen Festbeitrags wohl für die wenigsten Sänger in Frage käme.
4 Reiskirchen 28. 3an. Nachdem di« Solzhauerarbeiten in den Gemeindewäldern zum bschlutz gekommen sind, fand gestern die erste Holzversteigerung statt. Vs kosteten: Du- chenscheit 16 bis 20 Mark, Duchenknüppel 11 bis 13, Eichenknüppel 8 bis 10, Tannenknüppel 8 bis 10, Buchenstöcke 5 bis 7 Mark und 4 Raummeter Buchenreifer 3,50 bis 4,50 Mark.
// Saasen, 29. 3an. Am Mittwoch ereignete sich hier ein schwerer Hnglücksf all. Der Gastwirt Karl Schepp kam, als er eine Leiter herab st eigen wollte, zu Fall und stürzte so unglücklich, daß et noch in der Nacht zum Donnerstag nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht werden muhte. Die Unter* suchung hat ergeben, daß der Verunglückte einen Schenkelhalsbruch erlitten bat. Sein Befinden ist den Hmständen entsprechend gut.
ch Hausen, 30.3an. Hier starb der älteste Mann unseres Dorfes, der. Landwirt Konrad Schäfer I., im Alter von.83 3obren. Schäfer war Veteran aus dem Kriege 1870/71. Er gehörte 52 3ahre lang dem hiesigM-Kriegerverein an, zu dessen Gründern er zählte.
O Holzheim, 28.3an. Der Kaninchen- und Geflügelzuchtverein hält am 30. und 31. 3anuar seine diesjährige Lokalschau ab. — Auf Anregung des Kirchenvorstandes wurde hier anläßlich des 3ubiläums des Gustav- Adolf -Vereins eine Haussammlung durchgeführt. Sie ergab den Betrag von 48.15 Mark. 3m Vorjahre konnten dem Gustav-Adolf- Verein von Holzheim 83 Mark und von Dors- Gill 55 Mark zugeführt werden.
-/- Lich, 30. 3an. 3n großer geistiger und körperlicher Frische konnte dieser Tage Frau Marie Weber, geb. Krauher, Witwe des Apothekers Arnold Wilhelm Weber, ihren 80. Geburtstag feiern. Stiftsdechant Kahn überreichte im Auftrag des Landeskirchenamtes ein Gedenkblatt. Der Posaunenchor brachte der 3ubilarin ein Ständchen.
s. Hungen, 28. 3anuar. Der BezirkS- lehrerverein Hungen hielt dieser Tags im „Solmser Hof" seine erste Versammlung im neuen 3ahre ab. Der Obmann, Lehrer Schmidt (Hungen), erstattete den 3ahresberichL Lehrer Meier (Hungen) legte die Rechnung des Vereins vor, nach deren Prüfung ihm Entlastung erteilt wurde. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Lehrer Schmidt (Hungen), 2. Vorsitzender Lehrer Silß (Inheiden), Rechner Lehrer Meier (Hungen), Schriftführer Lehrer Mühl (Inheiden) und Lehrer Dietrich (Rodheim). Der Obmann hielt sodann einen Vortrag über „Haftpflichtschuh des Deutschen Sebrer* Vereins".
Kreis Alsfeld.
Oe* Alsfeld, 28. Jan. Dieser Tage fanb eine staatsbürgerliche Bildung s tagung der Reichszentrale für Heimatdienst im großen Saale des „Deutschen Hauses" statt. Als erster Redner sprach Erziehungsdirektor Beckmann (Frankfurt a. M.) über „Die Arbeitslosigkeit als Weltproblem". Don den Hrsachen der Arbeitslosigkeit ausgehend, bezeichnete der Redner das planmäßige Zusammenarbeiten aller Völker als einen Weg jur Heberwindung dieses furchtbaren Zustandes. Der zweite Referent, Prof. Dr. Berg st räßer (<5ranffurt a. M.), behandelte das Thema: „Das Sicherheitsproblem in der europäischen Politik". Der Vortragende führte aus, daß dieses Problem nicht eher gelöst fei, bis die allgemeine Abrüstung verwirklicht fei; die einzig mögliche Methode sei dabei die, die man Deutschland gegenüber im Versailler Vertrag angewandt habe.
-er. Homberg, 31. 3an. Rach einer vom Reichsfincmzministerium h er eingegangenen Mitteilung wird das Finanzamt Homberg mit Ablauf des Rechnungsjahres 1931/32 auf» gehoben. Der Finanzminister versprach, als Entschädigung hier eine Sprech- oder Annahmestelle einzurichten.
verbot seinen Leuten zu feuern, bevor er den Befehl dazu erteilen würde. Auf ihren Pferden näherten sich die Rothäute, zuerst langsam wie zu einer Lustbarkeit reitend, dann trabend und schließlich unter wilden Who o-o o!-Dusen heran- stürmend. „Jetzt"! kommandierte der Haup.mann, und eine Salve empfing die Nahenden. Mehr als die Hälfte der Pferde jagte reiterloS umher, nachdem der Rauch sich verwogen. Dennoch wiederholte sich sechsmal der Angriff, ehe sich Rote Wolke hurückzog. Würde er sich nun dem Willen des weißen Vaters in Washington unterwerfen? — 3a, er wollte es tun, wenn der Straßenbau aufgegeben, die Forts verlassen und die Jagdgründe den Roten Männern wieder zurückgegeben würden. Wahnwitzige Forderungen iür e'.nen geschlagenen Gegner! Dennoch: Rote Wolke stellte sie und hat den Krieg gewonnen. W. M.
Wettschwimmen von Tieren.
Die Fortbewegung von Seelöwe und Seehund ist genau so verschieden wie die eines Raddampfers und eines Schraubendampfers: der Seelöwe schwimmt mit den starken und sehr großen, zu Flossen umgebildeten Vordere tremitäten, während die Robben, zu denen auch der Seehund gehört, sich mit den fischschwanzartigen, am Körperende angebrachten Hinterflossen vorwärts bewegen, die wie eine Fischflosse auseinanderspreizbar find. Welche Fortbewegungsart ist nun die schnellere? Direktor Heck vom Münchener Tierpark Hellabrunn hat darüber interessante Beobachtungen gemacht, über die er in der Zeitschrift „Das Tier und wir" berichtet. Heck ließ Seehund und Seelöwen nach einem geworfenen Fisch um die Wette schwimmen. Dabei war fest- zustellen, daß der Seelöwe durch den kräftigen Schlag seiner großen Vorderflossen viel schneller die Höchstgeschwindigkeit erreicht, daß aber der Seehund, wenn er auch anfänglich hinter dem Seelöwen in seiner Schnelligkeit zurückbleibt, verhältnismäßig schnell ihn einholt und auf längere Strecken ihn auch b^b überholt. Eine Robbe mit ihren tunen Vorderflossen und dem Antrieb am Hinterteil des Körpers braucht länger, bis sie in Schwung kommt, wenn aber ihr torpedo- förmiger Körper den etwas langsamen Anfangsstart überwunden hat, dann erreicht diese- anscheinend so plumpe Tier eine ungeahnte Geschwindigkeit. Die Robbe geht also bei größeren Strecken als Siegerin hervor.


