Ausgabe 
31.10.1931
 
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reo; fein, die wahrscheinlich im Dezember zusarn- menlrelen werde. Der PariserTime»"-Korre. spondenl berichtet: Da Laval von seiner Reife noch nicht »urückgekehrl ist, ist man in offiziellen Kreisen sehr zurückhaltend. L» wird angenommen, daß Deutschland die wichtige Jrage der Zahlung», fähigkeit auswerfen wird. 3n Erwartung eine» derartigen Druckes ist man allgemein für die Einberufung einer internationalen Konferenz, wenn der erforderliche Meinung», auslaüsch zwischen der deutschen und der französischen Regierung slallgesunden Hal. Selbst in den Kreisen, in denen gewöhnlich Zweifel an Deutschland» gutem willen gehegt werden, wird jetzt endlich u n e i n - geschränkt anerkannt, daß Deutsch- land dringend Hilfe braucht.

Gute Ratschläge aus Washington.

Teutjchiand soll die Initiative ergreifen.

Reu york, 30. DH. (ÖIB.) Lin Bericht der Herold Tribüne" betont auf Grund von Insorma- tionen au» höchsten Regierungefreifen den dringen- den Wunsch der Regierung, daß Deutschland ohne Säumen d i e Initiative zur Men- berung de» Reparalionsabkommen» durch den Poungplanapparat ergreife. Zugleich wird erneut versichert, die Regierung werde die R e o l - (Ion der Kriegsschulden unter Zu­grundelegung der Zahlungsfähigkeit anstreben, ungeachtet des Widerstandes aus Kongreh- treisen gegen weitere Konzessionen. Al» Beispiel diese, Widerstandes bringen die Blätter die gestrige Rede des Kongreßmitgliedes und Vorsitzenden des vankausschusses Mac J a b ö e n, der die Verab­redungen zwischen Hoover und Laval scharf tritt- fierte und die Behauptung aufstellle, Frankreich be­reite aus Grund der Washingtoner Konferenzen die Unterbringung von zwei Milliarden Boungplan-Obligatlonen vor, obwohl Amerika europäischer Anleihen über- brüffig fei.

Die deutsche Auslandverschuldung.

Zu den verschiedenen in der Presse erschie­nenen Schätzungen über die deutsche Auslands­verschuldung wird dem WTB.-Handelsdienst von maßgebender Seite mitgeteilt.- Aufgrund der An­meldung, die mit Aotverordnung vom 27. Juli 1931 angeordnet wurde, ergibt sich nach dem Stande vom 28. Juli 1931 eine deutsche Aus­landsverschuldung von 12 Milliard. Mark an kurzfristigen Schulden (weniger als 12 Monate), 11,5 Milliarden Mark an lang- fristioen Schulden (länger als 12 Monate). Diese Ziffern sind Bruttozisfern. Die deutschen Anlagen im Auslande, ebenso wie die im Wigginsbericht erwähnten Anlagen des Aus­landes in Deutschland (Aktien und andere Werte sowie Grundstücke) sind bisher statistisch nicht erfaßt worden. Seit 3uü dürfte etwa eine Milliarde Mark zurückgezahlt sein.

Einekleine" Derwaliungs- reform in Preußen.

Aufhebung von Zwcrgkreiscn.

Berlin, 30. Okt. ($H.) Die preußische Regie­rung beabsichtigt durch Zusammenlegung preußischer Landkreise einekleine" Ver­waltungsreform durchzuführen. Dieser Plan soll lediglich dem Ziele dienen, Kreise zu schaffen, die wirtschaftlich lebensfähig sind und mit Stadtkreisen konkurrieren können. Die Provinz Hannover wird besonders stark von dem Ab­bau betroffen, allein in Hannover werden etwa 25 Landratsstellen Wegfällen, denn gerade in Hannover ist die Zahl der kleinen und kleinsten Landkreise besonders groß. Es wird von der Regierung darauf hingewiesen, daß Preußen diese Kreiseinteilung aus dem hannoverschen Königreich übernommen habe. Es gebe in Han­nover eine Anzahl von Kreisen, deren Einwohner­zahl unter 20000 liege, so zähle z. D. der Landkreis Dannenberg 13 000 Einwohner, der Landkreis Hageln 16 000, Ilfeld 17 000, Keh- dingen 18 000, Bleckede 19 000. Eine große Zahl weiterer Kreise weise eine Einwohnerzahl auf, die sich in der Grenze zwischen 20 000 und 30 000 Einwohnern halte. Um Durchschnitt liege die Einwohnerzahl der hannoverschen Kreise um etwa zwei Drittel unter der für ganz Preußen an­zunehmenden Durchschnittseinwohnerzahl.

Bayern bereitet eine Vereinfachung der Staatsverwaltung vor.

München, 30. Okt. (Tel.-Un.) Die Frage der Staatsvereinfachung steht nunmehr in Bayern vor einer entscheidenden Wendung. Am Don­nerstag und Freitag hielt der Bayerische Mi­nisterrat umfangreiche Beratungen über die in allernächster Zeit erscheinende Rotverord­nung ab. die u. a. einen ft arten Berwal - tungsabbau bringen wird, darunter insbe­sondere die Aufhebung der Kreisregie­rungen von Riederbayern, Mittel­franken und Oberfranken. Die maßge­benden staatlichen Stellen werden seit mehreren Tagen geradezu bestürmt von Abordnungen, die Proteste und Vorstellungen erheben. Die Regierung wird sich aber durch solche Kund­gebungen bei dem jetzigen Stand der Dinge nicht mehr beeinflussen lassen. Die .Bayerische Staats- £^tung'' weldet dazu, daß die bevorstehenden Maßnahmen den ganzen bayerischen Behörde norgonismuS durchgrei- Tcnd vereinfachen und dabei weder vor der größten, noch vor der kleinsten Stelle des Ver- waltungSapparates Halt machen werden.

Kleine politische Rachrichten.

3n der letzten Woche vor den W a h l e n z u m Hessischen Landtag werden in Mainz per­sönlich in den Wahlkamps eingreisen: am 9 Ro» vember ReichSfinanzmtnifter Dr. D i e t r l d) für die Staatspartei und am 11. Rovernber Adolf Hitler für die Rationalsozialisten. Reichskanz­ler Dr. Brüning wird sich gleichfalls im Laufe der letzten Woche an die Wähler wenden.

Die Rachverhandlungen im Lohnkonflikt bei der Reichsbahn, unter Leitung von Ministerialdirigent Dr. Mewes, haben <u einer Verständigung zwischen den Parteien nicht ge-

Die Mrischastsvnhaiidlmgcn mit der Schweiz.

BUTTER u KÄSE

MASCHINEN

^ELEKTR. iARTIKEL

BUCHERu PAPIER

ÜBRIGES 85,11

Ausfuhr nach der Schweiz insgesamt 258,37

TEXTILWAREN 4^87

UHREN 4.35

GLASu. PORZELLAN 9,69

LEDER u. SCHUHE

11,74

KOHLE uKOKS

19,93

CHEMIKALIEN MASCHINEN

7.52 4.6Q

LEDER ELEKTR. 1.65

EISENWAREN CHEMIKALIEN n 16,43

ZAHLEN,n MILLIONEN RM.

Einfuhr aus der Schweiz Insgesamt 93,92

EE23 TEXTILWAREN 3^5$

PAPIER

Übriges 26,n

Unsere Statistik zeigt das Verhältnis des deutschen Exports nach der Schweiz zum deutschen Import aus der Schweiz im 1. Halbjahr 1931. Die Schweiz will die Verlängerung des Handelsvertrags jetzt davon abhängig machen, daß ein Teil des Erlöses deutscher Exporte zur Abgeltung privater deutscher Schulden an die Schweiz verwandt werde. Deutschland hat jedoch bisher diese Forderung, die eine Umgehung des Stillhalteabkommens darstellt, abgelehnt.

Deutschland lehnt die Gewährung von Zollkontingenlen ab.

Auf Ausfuhrüberschüsse angewiesen.

Basel, 30. Okt. (TU.) Der Schweizerische Bundesrat beschäftigte sich eingehend mit den deutsch-schweizerischen Handelsvertragsverhand­lungen. Am Schluffe der Sitzung wurde eine Mit­teilung herausgegeben, in der zunächst die gegen­seitige Ein- und AuSfuhrziffer und die daraus begründete schweizerische Forde­rung nach Zollkontingenten erwähnt wird. Man habe einen entsprechenden Entwurf eines Vorabkommens aufgestellt, den Deutsch­land jedoch a b g e l e h n t habe aus der grund­legenden Erwägung heraus, daß Deutschland zur Bezahlung seiner privaten und po­

litischen Au S l and Sve r Pfl ich t un g e n auf einen Ausfuhrüberschuß unbe­dingt angewiesen sei und daher einer all­gemein einseitigen Beschränkung der deutschen Ausfuhr nicht zustimmen könne. Die Reichs­regierung habe sich gleichzeitig bereiterklärt, die Verhandlungen über einen Ausgleich deS gegen­seitigen Warenaustausches auf einer ande­ren Grundlage fortzusehen, ohne indessen eine solche anzugeben.

Es heißt dann weiter: »Die Gefahr einer über­mäßigen Einfuhr ist für unser Land in der gegen­wärtigen Lage so groß, daß der DundeSrat die Verantwortlichkeit für die Fortdauer dieser Ver­hältnisse nicht übernehmen kann. Er warte noch die Antwort auf eine an Deutschland gestellte Anfrage ab, um in seiner nächsten Sitzung defi­nitiv Beschluß zu fassen."

Oie Politik der NSDAP.

Das Verhältnis zum Zentrum und zur Harzburger Opposition.

Breslau, 30. Okt. (TU.) 3n einer Unter- redung, die ein Mitglied der Schriftleitung der Schlesischen Zeitung" mit dem Führer der natio­nalsozialistischen Reichstagsfraktion, Staatsmini­ster a. D. Dr. Frick, hatte, antwortete Dr. Frick auf die Frage:Wird bei einer eventuellen Umbildung der Regierung ein Zusammen­gehen' der Rationalsozialisten mit dem Zentrum möglich sein?" mit folgenden Worten:Vor den Reichstagswahlen des 14. September 1930 hatten wir damit ge­rechnet, daß die Rationalsozialisten mit dem Zentrum zusammen in einer Regie­rung sitzen würden. Rach den letzten Be­schlüssen des Zentrums ist jedoch nicht a n z u- nehmen, daß diese Partei eine nationale Re­gierung tolerieren würde. Wie es auch immer kommen mag, die Hauptforderung der Rational­sozialisten ist die Auflösung des Reichs­tages, der in seiner gegenwärtigen Zusam­mensetzung nicht mehr dem Dolkswillen entspricht. Keineswegs werden wir uns, wie es manche Kreise wissen wollen, über den Kopf der Deutsch­nationalen hinweg mit dem Zentrum in Verbin­dung sehen." Auf die weitere Frage:Wie steht die RDDAP. zu der in Harzburg geschaffenen nationalen Front?" erwiderte Dr. Frick: Diese Front steht fester bennje, und sie ist noch viel notwendiger als vorher, da das Ziel, der Sturz der Regierung Brü­ning, tm ersten Ansturm noch nicht erreicht worden ist."

3n einer nationalsozialistischen Kundgebung in München erklärte der Reichstagsabgeordnete S t ö h r, die Stellung der RationalsvAialisten zur sozialen Frage sei klipp und klar durch die Erklärung der Reichstagsfraktion und durch die Haltung der Partei zu dem Versuche, die Sozial­versicherung durch ein ZwangSsparshstem ersetzen zu wollen, erwiesen. Die Rationalsozialisten seien bereit, mit dem Zentrum au regieren, wenn dieses sich aus den Klauen des atheistischen Marxismus befreit haben werde. Die Entschei­dung werde bei der Reichspräsidenten­wahl und bei der Wahl zum Preußischen Land­tag liegen, die nicht mehr zu umgehen seien.

Wenn dieS aber geschehe, würde baS einen Staatsstreich bedeuten, für die Rationalsozialisten hatte dann das Gelöbnis der Legalität keinen Wert mehr. Als zweiter Referent hob Reichs­tagsabgeordneter RechtSanwalt Dr. Frank her­vor, der Rationalsozialismus als Volksbewegung sei heute reif, der Staat zu werden. Der Reichs­präsident habe den Führer Hitler empfangen und damit selbst die Legalität der Par­tei anerkannt. Die nationale Oppo­sition von Harzburg könne nur dann In Tätigkeit treten, wenn ihr Führer Adolf Hitler werde.

Um die Nachfolge Hindenburgs.

Ein Wühler desvorwärts' ?

Berlin, 30. Okt. (TU.) Der sozialdemokratische Vorwärts" gibt eine angeblich von best­unterrichteter Seite stammende Mitteilung einer Korrespondenz wieder, in der es u. a. heißt: Bei der Tagung derNationalen Opposition" in Bad Harz- dura wurde u. a. auch öle Frage der bevor- stehenden Präsidentschaftswahlen er­örtert. Von deutschnationaler Seite wurden als ge­eignete Kandidaten die Herren Reichswehrminister a. D. Gehler und Generaloberst a. D. 0. S e e ck t genannt. Von einer etwaigen Kandidatur Schachts wurde nicht gesprochen. 2(llgemelne Verwunderung erregte der Umstand, daß der bei dieser Sitzung anwesende Adolf Hitler in gerade­zu ostentativer Form sichausschwieg. Anläßlich der Führerbesprechung der NSDAP, in Braun- schweig am 18. Oktober gab er hierüber im engsten Streife die Erklärung ab, er sei auf das tiefste em­pört, daß weder von den Deutschnationalen noch vom Stahlhelm auch nur davon gesprochen worden sei, ihm, Hitler, die Kandidatur anzubieten: wenn die Herren Hugenberg und Seihte sich heute unge­straft auf der Straße zeigen dürften, dann hätten sie dies lediglich ihm zu verdanken. Da» deutsche Volk verlange in seiner Überwältigenden Mehrheit als Präsidenten einen Mann, der ganze Ar­beit leiste. Die NSDAP, werde zu dem geeigneten Zeitpunkt mit dieser Kandidatur hervortreten.

führt. Die Entscheidung deS ReichsarbeitS- minifterS, ob er den strittigen ZwischenschiedS- spruch vom 27. Oktober, der die vorläufige Verlängerung des bisherigen Lohntarif- verhältnisscs vorsieht, für verbindlich er­klären will, wird heute fallen.

3m Lohnstreit der Derneindearbei- t e r haben die Verhandlungen zwischen den Par­teien wiederum zu keiner Einigung geführt. Er­neute Verhandlungen unter dem Vorsitz des Son- derschlichterS Reglerungsdirektor Friedländer brachten ebenfalls kein Ergebnis, so daß zur Bildung einer Schlichterkammer geschritten wer­den mußte. Vor Sonntag ist nicht mit einem Er­gebnis zu rechnen.

Der Geschäftsführende Vorstand deS Deutschen BearntenbundcS beschloß, da die Rotverord- n u n gen deS Reiches und der Länder eine große Reihe von RechtSsragen von grundsätzlicher und allgemeiner Bedeutung aufgeworfen haben, im Rechtswege eine Entscheidung herbei- zusührcn.

Reichswehrminister Groener hat gegen den Vorwärts" wegen der von dem sozioldemokra- tisthen Zentralorgan veröffentlichten Karikatur Braunschweiger Ordnung", in der der braunschwei- gische Reichswehroberst G e y e r mit zwei mit Haken, kreuzen gezierten Scheuklappen obgebildet wurde, während im Hintergründe eine auf der Straße (ic- flenöe Leiche, eingeschlagene Lensterscheiben und zer­störte Haustüren sichtbar sind^S t r a f a n t r a g gc- stellt.

Dem Vorschlag eines Rüstungsfeier- j a b r S haben bislang folgende Staaten zuge- ftimmt: Italien, Luremburg, Albanien, Schweiz, Dänemark, Schweden, Aegypten. Chile, 3apan. Siam, Lettland, die Tschechoslowakei, Belgien, Holland. Ungarn und Reuseeland. Die Schweiz und Lettland haben die Annahme von der Zu­stimmung der Rachbarstaaten abhängig gemacht. Die Vereinigten Staaten wer­den die Entschließung unter dem Vorbehalt an­nehmen, daß die in Bau befindlichen Schiffe fer­tiggestellt werden Knnen.

Aus aller Wett.

Oer Ealmette'prozeß in Lübeck.

3m Tuberkuloseprozeh sagte ein Elternvertreter, der Oberingenieur PangelS, als Zeuge u a. folgendes auS Rach der Entbindung feiner Frau fei er kurz von der Schwester Gertrud Hoslmann über baS Ealmette-Mittel unter­richtet worden, und eS sei ihm gesagt worden, daß daS Kind dadurch vor Tuberkulose geschützt sei. Heber baS Wesen deS dal« metlc-Präparates habe die Schwester nicht ein einziges Wort gesagt. An einen 3mpsstosf, an ein Serum, an lebend« Bazillen habe er nicht gedacht. Er habe angenommen, daß cS sich vielleicht um eine Art von Vitaminen handele. Hätte die Schwester in jener Unterredung mit ihm auch nur ein Wort von 3mpfstoff oder Ver­such gebraucht, so hätte er die Fütterung unter keinen Umftänbcn durchführen lassen. Die Schwester habe gestern erklärt, sie hätte ihm ge­sagt, eS handele sich um unschädlich ge­machte Bazillen. Wenn baS der Fall ge­wesen sei, so wolle er die Verantwortung für den Tod seines Kindes übernehmen. DaS sei aber nie und nimmer geschehen Der Zeuge be­kundet weiter, daß er die Aufklärung über daS Ealmette-Mittel nur durch daS Merkblatt erhalten habe. Erst später, als daS Unglück ein­getreten sei, habe er sich mit einem Arzt in Verbindung gesetzt und Professor Dr. Klotz habe eine schwere 3nf cf tion festgestellt. DaS Kind sei g e st 0 r b e n. Er habe der Schwe­ster Gertrud Hoffmann bittere Vorwürfe gemacht, weshalb sie ihn nicht hinreichend über daS Wesen des 3mpfstoffeS aufgeklärt habe. Die Schwe­ster habe ihm geantwortet, sie habe nur ihre Pflicht getan. Sie hätte nichts mehr zu tun ge­habt, als daS Merkblatt abzugeben und seine Zustimmung einzuholen. Dabei habe sie erwähnt, daß sie in einem Falle einmal unbedachterweise das Wort 3rnpfstoff einer Mutter gegen­über gebraucht habe. Die Mutter habe darauf­hin die Fütterung abgclebnt, und DaS Kind fei dadurch gerettet worden.

Das Schicksal

der Flüchtlinge von der Icufel»lnfeL

Reun französische Sträflinge, die in einem kleinen Doot von der Teufelsinsel ent­nommen waren und nach einer Reise von bei­nahe 1000 Kilometern an der Rordküste der 3nsel Trinidad gelandet waren, wurden nun auf Befehl des Gouverneurs freigelassen, wahr­scheinlich well die Auslieferungsgesetze für einen solchen Fall nicht anwendbar sind. Sie wurden von der Heilsarmee übernommen und werden wahrscheinlich künftig in der kleinen An­siedlung von Flüchtlingen leben, die früher unter ähnlichen Umftänbcn entkommen sind und jetzt als friedliche und arbeitsame Bürger leben.

Banditen überfallen ein japanische» Dorf.

Etwa 1000 Banditen haben eine japanische Sied­lung in der Nähe der Station Shanshan ander südmandschurischen Eisenbahn überfal­len. Die Banditen schossen die japanischen Bewohner nieder und setzten ein Warenhaus in Brand Die japanische Garnison hat Truppen zur Unterdrückung Der Unruhen entsandt. Sine offizielle Statistik über dieAusschreitungengegenKoreanerin der Mandschurei sagt, daß 323 Personen er­mordet, 300 Häuser niedergebrannt und 2000 gc- plündert wurden. Viele Falle sind noch nicht unter- sucht worden, und der offizielle Bericht schätzt, daß weitere 180 Koreaner ermordet, 500 Hauser ver­brannt und 1000 geplündert wurden.

Oie Mettet-lage.

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Wettervoraussage.

Der Einfluß der Kaltluft hat zum Abbau de» hohen Drucke» geführt. Dabei erfolgte eine Verlage­rung de» Hochdruckkern» über Spanien und der Biskaya nach Frankreich, Süddeutschland und der Schweiz hin. Unter der Vorherrschaft de» Hochdrucke» wird in der kommenden Nacht Aucstrahlung leichten Frost verursachen. Aber im Laufe de» Tage» dürfte sich wohl Bewölkung einstellen, welche auf da» Herannahen der Ausläufer de» Ozeanitef» hindcutet. lieber den britischen Vnseln und dem Kanal wechseln die Winde ihre Richtung auf Süden zu, und der Warmluftvorschub bewirkt dort außer Temperatur- anftieg stellenweise schon Niederschläge.

Aussichten für Sonntag: Rach kalt« Rächt mit leichtem Rachtfrost stellenweise neblig, sonst meist aufheiternd, dann wolkig, trocken.

Aussichten fürMontag: RachtS unb am Tage Milderung, meist wolkig, später auch Rie- derlchläge.

Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittag» 7,1 Grad Celsius, abends 2,5 Grad: am 31. Oktober: morgen» 1,5 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum 6,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 an liefe am 30 Oktober: abends 4,8 Grad: am 31. Oktober: mor­sens 3 Grad Celsius Niederschlage 2,9 mm. Sonnenscheindauer 2,4 Stunden.