Ausgabe 
31.12.1931
 
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Prozent au- Erzeugnissen der Landwirtschaft be­steht, liegt da« industrielle Chile. da­zu vier Fünftel Dergbauprodukte e^porttert. Des­sen wirtschaftliche und politische Bedingungen find daher ganz andere als in Brasilien und in Ar­gentinien, aber auch sie sind von der Weltkrise aufs tiefste beeinflußt. Während die beiden an­deren Länder bereits 1929 eine wirtschaftliche De­pression und 1930 die politischen Umwälzungen durchmachen muhten, erlebte Chile 1929 eine Hoch­konjunktur sondergleichen und blieb noch 1933 von Unruhen verschont. Der Versuch einzelner Poli­tiker, in Concepcion zu putschen, blieb ohne Ein­fluß.

Dieses Jahr wurde jedoch der tatkräftige Prä­sident Ibanez gestürzt. Der Grund dafür liegt nicht in der Politik. Er hatte ein Parlament, das nicht vom Volke gewählt, sondern durch gegen­teilige Abreden der großen Parteien gebildet war. Heer und Gendarmerie waren ihm bis zuletzt treu ergeben. Aber er konnte bei dem völligen Zu­sammenbruch des Salpeter- und Kupfermarktes in USA. und Europa nicht weiter, da diese beiden Produkte allein 80 v. H. der Ausfuhr ausmachten. Der große 6-IahreS- plan, der den Ausbau der Straßen, Bewässe­rung«- und Hasenanlagen usw. vorsah, mußte ein­gestellt werden. Aber damit fehlten auch die De­visen, die auS den äußeren Anleihen für diese Zwecke geflossen waren. Noch im Juni bestand die größte Aussicht, Gelder von den Vereinigten Staa­ten geliehen zu bekommen. Der Zusammenbruch Deutschlands im 3uli und der englischen Währung im September vernichteten jede Hoffnung. Chile mußte den Staatsschuldendienst einstellen, und um die Währung oulrechtzuerhaltrn. eine sehr strenge Devisenkontrolle einsuhren. Gleichzeitig muhte der Staatshaushalt sehr stark gekürzt werden.

Diese Maßnahmen ließen sich ohne die Mitwir­kung der gesamten Nation nicht durchführen, Iba­nez ober als der ,Schuldige" konnte sie nicht er­halten Noch einem vergeblichen Versuch, seine Gegner in die Negierung zu lassen und selbst als Präsident im Hintergründe zu bleiben, verlieh er die Nepublik. Die Macht erhielt das Parlament, also praktisch diealteGroßgrundbesiher- a r i st o k r a t i e. 6;c hat veciucht. die notwendi- §en Sparmahregeln durchzuführen und gleichzeitig as Arbeitslosenproblem, daS sich aus der Schlie­ßung der Salpeter- und Kupferminen, gleic^eitig auch vieler Industrien ergab, zu lösen. Gegen die drakonischen Kürzungen, die ganz unvermeid­lich waren, erhob sich die Kriegsflotte und drohte, im Bunde mit den Kommunisten eine sozialeNevolutionzu entfachen. Dank dem energischen C ngreifen des Kriegsministers V e r - g a r a wurde der Aufstand mit Hilfe der Luft­streitkräfte niedergeworseo, die Arbeitslosen wur­den, wenn auch zu sehr niedrigen Sähen (l,50Mk. pro Tag), im Wegebau beschäftigt, die notwen­digen Summen durch Papiergeldausgabe beschafft. Die erste Aufgabe war jedoch, so bald wie möglich zu geregelten verfassungsmäßigen Zuständen zu kommen, damit die sozialen Schwierigkeiten wenig­stens eine gesetzliche Negierung vorfänden. In der Wohl siegte der Vertreter der Konservativen und Radikalen Montero, über den früheren Prä­sidenten A l e s s a n d r i, den die Demokraten und Sozialisten ausgestellt hatten. Die Kommu­nisten erzielten für ihren Kandidaten nur eine sehr geringe Anzahl von Stimmen, ihre Kraft er­scheint nach dem Flottenausstand gebrochen.

DaS chilenische Problem 1932 liegt in der Frage, ob eS gelingen wird, auch ohne nennens- werteGinfuhr eine nationale Wirtschaft auf» Aiib m. Denn es wird noch lange an den nötigen Der en fehlen um auch nur die allernotwendig- sten Erzeugnisse aus dem Auslande zu beziehen. Von einer Aufnahme des Schuldendienstes und einer Lockerung der Devisenzwangswirtschaft wird noch lange nicht die Rede sein können. Ob die neue Negierung die Kraft haben wird, diese Lösung zu finden, muß die Zukunft zeigen. Sie übernimmt von ihren Vorgängern eine schwere Erbschaft. Nur in einer Frage hat sie dank der Negierung von Ibanez die Hönde frei. Sie braucht nicht auf krie­gerische Verwicklungen mit dem nördlichen Nach­bar Rücksicht zu nehmen. Die Tacna - Arica- frage ist endgültig b c i g c l c g t. Auch wäh­rend der Flottenmeuterei bestand keinen Augen­blick die Gefahr, daß Peru diesen alten Streit wieder aufrollen konnte.

Auch Peru hat bereits 1930 Revolutionen durchmachen müssen, die sich dann im Iahre 1931 weiter fortsehten. Der hohe Lebens- st a n d a r d , der dank der großen nordamerika­nischen Anleihen zum Zweck des inneren Aus­baues von Straßen, Bewässerungsanlagen und Industriewerken möglich geworden war, muh rücksichtslos abgebaut werden. Ohne eigene Industrie von nennenswerter Bedeutung und bei einem Abschluß gegenüber dem Welt­märkte muß der Peruaner sich mit den Erzeug­nissen deS primitiven einheimischen Handwerkes begnügen. DaS bedeutet, daß er auf vieles ver­zichten muh, waS ihm bereits unentbehrlich ge­worden war. Zunächst richtete sich die Empörung gegen die ausländischen, vor allem nordamerika­nischen Desellschasten, die ihre Anlagen fti'Iegten und ihre Arbeiter entließen, sodann gegen die Regierung, die keine Schritte dagegen unternahm. Aber langsam kommt eine Resignation über die geprüften Nachfahren der Inkas. Die Lage ^kon­solidiert" sich aus dem wenigen, waS geblieben ist. Die Wahlen ergaben eine starke Mehrheit für den Führer der Revolution, den neuen Präsiden­ten Sanchez Getto, so daß die Hoffnung besteht, daß die politische Unruhezeit beendet ist.

Auch in Bolivien scheint politisch eine Kon­solidation eingetreten au sein, wenigstens hat die Regierung das ganze Iahr 1931 hindurch im In­neren keine größeren Schwierigkeiten zu über­winden gehabt. Dafür scheint die alte Streit­frage mit Paraguay wegen des Chaco-Ge- biete« wieder akut werden zu wollen. 2m Oktober sanden wieder Unruhen statt, die wegen der Men­schenleere diese« riesigen Gebietes daS künftige Schicksal von Hunderttausenden von Ouadratkilo- Meter entscheiden können Aber sowohl Bolivien durch den Zusammenbruch feiner Zinnerzeugung wie Paraguay durch den Tiefstand seiner Land­wirtschaft sind derart in finanziellen Nöten, daß eS kaum zu einem Kriege kommen wird Para­guay hat ebenfalls feint Revolution gehabt, wo­bei die Außenpolitik mit Bolivien stark mitge­spielt hat. Uruguay hat ein Moratorium er­klären müssen und sucht, feine lebensnotwendige Ausfuhr vor allem von Erzeugnissen der Vich- wirtschaft nach Kräften zu fördern. Ss ist daher bei allen südamerikanischen Wirtichaftskongrelsen mit führend gewesen.

Die Staaten deS Nordwestens. Kolumbien und Venezuela, stehen infofern recht günstig da, als sie sowohl in ihrer F.nanzpo> i! cro greich waren, ihren Zinsendienst aufrechterhalten konn­ten a!S auch ihre Währung noch intakt halten.

Sie danken daS ihrer Zurückhaltung in denIahren vor der Krise. So hat Vene­zuela die Summen, die es aus den Petroleum­konzessionen erh eit, dazu benutzt, seine Staats­schulden abzudecken. Der frühere Präsident Go­mez, der auch nach seinem Rücktritt noch der maßgebende Mann geblieben war, hat es dennoch für nötig gehalten, selbst wieder die Macht au er­greifen und feine Feinde wie früher rücksichtslos niederzuhalten. Die schweren Verluste der Pe­troleumgesellschaften treffen das Land selbst nur zu einem geringen Teil, dieses ist sehr weit­gehend autark, allerdings bei einem sehr niedrigen Lebensstandard seiner Bevöl­kerung. Schwerer hat die Kasse ekrise Ko­lumbien getroffen, ähnlich wie Ecuador, wo auch der Kakaoanbau sehr leidet. Ecuador hat deswegen eine Revolution gehabt, die neue Männer an die Regierung brachte.

Wenn man Südamerika al« Ganzes

überblickt, so ist es schwer, auf die Frage zu ant­worten. ob das Iahr 1931 den Tiefpunkt der Änfc gebracht hat, oder ob dieser noch bevorsteht. So schwer die Verluste jeder Art gewesen sein mögen, e« zeigen sich noch au wenig Anzeichen einer Teuerung. Dor allem wird _ man sich in Europa und insbesondere in USA. damit ab­finden müssen, daß ohne einen sehr weitgehenden Schuldennachlaß keine Besserung möglich sein wird. Die Moratorien, die fast alle Länder erklärt haben, sind erst der Auftakt für die Schul­denrevision. die ganz unvermeidlich erscheint. Dann hängt der wirtschaftliche Aufschwung von einer Neuregelung der Ausfuhrmöglichkeiten ab, für die 1931 erst schüchterne Anfänge gemacht wor­den find. Endlich muß die nationale Wirtschaft durch gegenseitiges Zusammenarbeiten der Staa­ten untereinander neu aufgebaut werden, wozu die Konferenz im Dezember in Buenos Aires die Grundlagen schaffen soll.

Wirtschaft.

Sin befriebigenber Reichsbank-Ausweis.

Berlin, 28. Dez. IWTB.) Nach dem Aus­weis der Reichsbank vom 23. Dezember hat sich in der dritten Dezemberwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 42,8 Mil­lionen auf 4074,5 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handels­wechseln und -schecks um 28,8 Millionen auf 3740,2 Millionen Mark und die Lombardbestände um 45,9 Millionen auf 176,3 Millionen Mark ab­genommen, die Bestände an Reichsschahwechfeln um 31.9 Millionen auf 55,1 Millionen Mark Angenommen. An Reichsbanknoten und Renten- oankfcheinen zusammen sind 26,7 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 26,0 Millionen auf 4512,1 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankfcheinen um 0,7 Millio­nen auf 413,5 Millionen Mark verringert. Dem­entsprechend haben sich die Bestände der Reichs­bank an Rentenbankscheinen auf 13,9 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 406,6 Millionen Mark eine Abnahme um 27,5 Millionen Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 5,8 Millio­nen auf 1154,7 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 17,3 Mil» lionen auf 984,9 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 11,5 Millionen auf 196,8 Millionen Mark zu­genommen.

Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 25,6 Prozent tote in der Vorwoche.

Zeitweise Stillegung des Him­mel s b a ch - Werkes in Nidda. Aus Nidda wird uns berichtet: Das Himmelsbachsche Sägewerk beabsichtigt, seinen Betrieb Anfang Ia- nuar auf zwei Monate gänzlich stillzulegen. Den Beamten und Arbeitern wurde zu diesem Zeit­punkt gekündigt. Das Werk, das seither schon mit verminderter Belegschaft arbeitete, ist, wie die übrige Holzindustrie, zur Zeit schlecht beschäf­tigt. Dazu kommt der saisonmäßige Geschäftsrück­gang, der sich um die Iahreswende am stärksten auswirkt.

Sronffurf freundlich.

Frankfurt a. M., 28. Dez. Rach der mehr­tägigen Unterbrechung durch die Feiertage kam das Geschäft im heutigen telephonischen Freiver­kehr nur sehr schwer in Gang, zumal keine be­sonderen Anregungen vorlagen. Die Tendenz war im Anschluß an die Befestigung vor den Feier­tagen weiter recht freundlich. Es lagen ver­einzelt kleine Kauforders vor, zu denen sich einige Deckungen und Rückkäufe dec Spekulation gefeil­ten. Die Kursbesserungen betrugen im allgemei­nen zirka 1 Prozent. Sehr fest lagen Reichsbank­anteile, die etwa 2 Prozent gewannen. Durch überwiegend schwächere Haltung fielen am Mon­tanmarkt Gelsenkirchen, Mannesmann und Har- tzener auf, wobei sich Kursrückgänge bis zu 1,5 Prozent ergaben. Gegen Mittag setzten sich auch für die übrigen Aktienwerte leichte Abschwächun­gen durch, da verschiedentlich etwas Material her­auskam und zum Teil kleine Realisationen er­folgten. Die freundliche Grundstimmung blieb je­doch erhalten.

Am Rentenmarkt spielte sich das Geschäft ebenfalls nur sehr langsam ein, doch war auch hier die Stimmung freundlich. Besonders Li- guidationspfandbriefe begegneten stärkerem In­teresse bei Besserungen bi« zu 1 Prozent. 8pro- zentige Goldpfandbriefe zogen um bis zu 1 Pro­zent an. Don Staatsanleihen waren Altbesih leb­haft gefragt und bis zu 1,5 Prozent fester. Reichs- schuldbuchiorderungen, Neubcslhanleihe. Farbcn- bond« und Reichsoahnnorzugsaltien blieben un­verändert. Der übrige festverzinsliche Markt lag geschäftslos. Tagesgeid blieb mit 6,5 Prozent un­verändert.

Berlin abgeschwächt.

Berlin. 29. Dez. (WTB. Funkspruch.- Schon in den gestrigen Nachmitlagstundcn hatten sich die höch­sten Tageskurse nicht behaupten können, und auch im heutigen Freioerkehr waren eher Kursrück gange fest zustellen. Wieder fehlte es an Anregun­gen, die Zeitungen brachten nur wenig Interessantes, und auch die gestrige Reuyorker Börse hatte zu­mindest recht unsichere Tendenz. Nachdem einige Tage lang so gut wie keine Derkaussauftröge bei den Banken Vorgelegen hatten, scheint jetzt nach den Feiertagen doch wieder hier und da Ware da zu sein. Aber auch schon das gestrige Geschäft allein genügte, um die Tendenz nach unten zu beeinflussen, zumal durch die Deckungen der letzten Tage die markttech­nische Situation noch ungünstiger geworden ist. Außerdem trat auch heute die Tatsache wieder in Erscheinung, daß der Markt immer mehr eine Seite hat. Der Ultimo der evtl. Exekutionen dürfte dagegen kaum Schuld an der heutigen Abschwä­chung haben, da die Vorbereitungen für ihn recht­zeitig getroffen worden sind und auch die Vilanzkurse auf Grund der Notverordnung bereit» feststehen. Im -allgemeinen war das herauskommende Material auch gar nicht so umfangreich, es fehlte eben nur an ent- sprechender Aufnahmefähigkeit. Dagegen gingen die Kursrückgänge auch nur in einzelnen Fallen über 1 o. j), hinaus Bemerkenswert schwach lagen wieder Schiffahrtsaktien, von denen jetzt Norddeutscher Lloyd bereit» 2 o. f). unter Paket gehandelt werden, und Aku. die gegen gestern auf einen wahrscheinlichen Dividendenausfall zirka 2 v. j). verloren Ferner gaben Salzdetfurth einen Teil ihres gestrigen Ge­

winnes wieder her, während Schultheis ziemlich feste Veranlagung hatten und Reichsbankanteile und die übrigen Bankaktien relativ widerstandsfähig lagen. Auch am Elektromarkt hielten sich die Veränderungen in engen Grenzen. Siemens und AEG. verloren etwa 1 v. f). Farbenaktien waren ebenfalls etwa 1 v. j). schwächer. Montanpapiere lagen dagegen gut behauptet. Ausgesprochen freundliche Stimmung herrschte weiter am Anlagemarkt. Goldpfandbriefe zogen abermals um etwa 1 v. f). an, wobei sicherlich von dem bevorstehenden Kupontermin eine Anregung ausging. Aber auch fiiquibationspfanbbriefe und An­leihen blieben gefragt, Altbesitzanleihe setzten ihre Aufwärtsbewegung um 1,75 v. H. fort. Reichsbahn- Vorzugsaktien lagen unverändert.

Deal

enmartl Berlin Frankfurt a. M.

28. Dezember

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Amtliche Rotiernnq

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tzellingforS . Men. . . . Prag . . . Budavetz . . Sofia . . . Holland . . Ü4lo .... flopenbagc«. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuvort . . «rüffel . . . Italien. . . Pari! . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Vtiiabon . .

5.894 49,95 12.17 84.93 3,052

169,23 78,52 79,62 79,97 14,37 1,073 4,209 58,69 21,40 16.53 82,12 35,76 82,22 1.648 0,255 7,393

13,14

5.906 50,05

12,49

65,07

3.063

169,57

78,68

79,78

80,13

14,41

1,077

4.217

58,81

21,44 16.57

82.28

35.84

82.38

1,652 0,257

7,407

13,16

Bantnoten

5.894 49.95

12,47 64.93 3,057

169,23 78,92 79,72 80,32

14,44 1,068

4.209 58,66 21,42 16,52 82,10 35,76 82.22

1,546 0,255

7,393 13,14

5.906 50.05 12,49 65.07 3.063

169,57 79.08 79,88 80,44 14,48

1,072 4,217 58,78 21,46 16,56

82,26 35,84 82,38 1,552 0,257

7,407 13,16

Serlin, 28 N ei rinder

Meld

Brief

Ainerilanilche Noten..... .

Belgische Roten.........

Tänftche Roten ......... Englische Rot.-n.........

fitanjoUtot Roten........ Hollänvtzche Roten........ Italienische Roten ........ Norwegische Roien........

Teulsch-Österreich, * 100 Schilling Rumänische Roten........

Schwedische Roten........

Schweizer Roten.........

Spanische Roten. ........ Ungarische Role» ...... Reichsbankdlvkonk 7 v. h.»

4,20 58,53 79,44 14,33 16.49

168,86 21.33

78,34

2,48 79,79 81,94 35,63

Combarbjln

4,22 58,77 79,76 14,39 16,55

169,54 21,41

78.66

2,50 80,11

82.26 35,77

»fuß 8 v. h.

Devisenmärkte unverändert.

An den internationalen Devisen­märkten waren gestern, genau wie an den Effek- tenplähen. kaum Veränderungen festzustellen. Das Gefchäst hielt sich allgemein in sehr engem Rah­men. Das englische Pfund eröffnete fast un­verändert mit 3,4350 gegen den Dollar, um sich dann gegen Mittag leicht, nämlich auf 3,42 ge­gen den Dollar, abzuschwächen. Gegen den Gul­den ging es auf 8,5250 Aurüd, gegen Paris auf 87,06, gegen Zürich auf 17,50 und gegen die Reichsmark auf 14 40. Der Dollar war eher etwas leichter, während sich die Reichsmark gut behauptete. In Amsterdam stellte sich die Reichsmark auf 59,15, in Zürich auf 121,70, später 121,50, und in Paris auf 603,75. Die Nord­devisen, sowie die Südamerikancr und die an­deren Devisen waren unverändert.

Auch am Nachmittag war daS Geschäft sehr ruhig bei kaum veränderten Äurfcn. Das eng­lische Pfund behauptete sich auf 3,42 gegen den Dollar, 8,5150 gegen den Gulden. 87,13 ge­gen Paris, 17,52 gegen Zürich und 14,40 gegen die Reichsmark. Der Dollar war gut ge­halten, die RcichSmart wies kaum eine Ver­änderung auf, in Amsterdam stellte sie sich auf 59.1150, in Zürich auf 121,45 und in Neuyork auf 23.75. Der französische Franken tendierte etwas leichter, ebenfalls Oslo, während sich die ande­ren Nord-Devisen, sowie die Südamerikaner gut behaupteten.

Schöffengericht Gießen.

G iehen, 23.De^ Zunächst gelangten zwei Urkundenfälschungen zur Aburteilung. Ein wegen Unterschlagung vorbestrafter Weiß­binder hatte sich auf einen gefälschten Bestellschein eine Armbanduhr verschafft. DaS Gericht erblickte darin eine qualifizierte Fälschung einer bewei«- erhcdlichen Privaturkunde. Cs billigte ihm mit Rücksicht auf den nicht erheblichen Betrag und das Geständnis mildernde Umstände zu. erkannte aber wegen der Vorstrafe auf zwei Monate Ge­fängnis. Da er auch gröblich gegen Treu und Glauben im Verkehr verstoßen, wurde von Be­willigung bedingten StrafauIfchubS abgesehen.

Wegen Wechselfälfchung wurde ein un­bestrafter Tapezierer zu drei Monaten Ge­fängnis verurteilt. Für die Höhe der Strafe war der Hobe Betrag etwa 1500 Mark maß­gebend: auch müsse der Wechselverkehr geschützt werden.

Ein auswärtiger Gärtner hatte in einem Gieße­ner Geschäft aus der Ladenkasse 6 Mark herauS- genommen. Er wurde erwischt und ihm daS Geld wieder abgenommen. Er war erst im Iahre 19-0 wegen Diebstahls im Rückfall mit drei Monaten Gefängnis bestraft worden. Strafe, fünf Monate Gefängnis, mit Rücksicht auf die Vorstrafen müsse dre Minimalstrafe von drei Monaten überschritten toerben.

Sin Spengler au« Posen hatte mit einem Ge­nossen zwecks Begehung eines MünzdeliktS Formen hergeftellt. Der Angeklagte war gestän­dig und wurde wegen der Gemeingefährlichkeit der

Tat zu drei Monaten Gefängnis ab- züglicy sechs Wochen Un'.erfuLungShalt verurteilt. Da der Angeklagte noch unbestraft war, wurde ihm bezüg'ich de« Strafrecht« bcd nztcr 6:rafauf- fchub bewilligt und die Probezeit auf fünf Iahre festgefetzt.

Amtsgericht Wetzlar.

Weglar, 28. Dez. Freche Diebstähle führte ein Einwohner au? Gießen zusammen mit einem Jugendlichen von hier in den Ortschaften der näheren Umgebung aus Der Gießener wurde für seine Vergehen bereits vom Jugendgericht abgeurteilt, während der Haupttater sich jetzt wegen eine« schweren und eines einfachen D'.eb- stahlS zu verantworten hatte Im letzteren Falle öffnete der Angeklagte in Nauborn in Ab­wesenheit der Bewohner die Tür eines Wohn- haute« und stahl au« der Wohnung nach Durch- wühlung sämtlicher Behälter Geld­beträge von 5 Mk. und 2,75 Mk. Der 3üngerc stand Schmiere. Nach dem Verlassen des Haukes wurden beide ertappt und feftgenommen und nach der Vernehmung wieder entlassen Zwei Tage später beehrten sie Mudersbach mit ihrem Besuch. Hier flieg der Angeklagte auf einer Leiter am hellen Tage, während die Bewohner im Felde waren, in die Wohnung ein Bei der Durchsuchung sämtlicher Schränke erbeutete er etwa 80 bi« 85 Mk Während der Tätigkeit des Angeklagten in der Wohnung stand der andere wiederum Schmiere. Beide teilten sich den Raub und verjubelten das Geld. Bei der Festnahme der Angeklagten fand man nur noch 2 Mk vor Da« Gericht billigte dem schon mehrfach Vorbestraften nochmal« mildernde Umstände zu und erkannte auf 6 Monate Gefängnis an Stelle einer verwirkten einjährigen Zuchthausstrafe.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Line Anregung an die Gießener Maschinenbaofchule.

An der Darmstädter städtischen Maschinenbau­schute wird zur Zeit ein vorbildlicher Versuch zur Linderung der Not unternommen, in die die jungen Ingenieure und Techniker, die in täglich wachsender Zahl aus dem Wirtschastsprozeh ausscheiden müssen, oder für absehbare Zeit nicht in ihn ausgenommen werden, geraten sind. Sie haben Zeit und Geld auf- gewendet, sich auf ihren Beruf oorzubereiten. und teilen nun nicht nur die seelische Rot derer, deren wertvolle Kraft auf dem Arbeitsmarkt brachliegen muh, sondern sie laufen darüber hinaus Gefahr, bei dem schnellen Fortschreiten der technischen Entwick­lung in kurzer Zeit den Anschluß in ihrem Beruf zu verlieren. Hier hat sich die Fachschule, aus der dieser Technikernachwuchs hervoraing. eingeschaltet und wird durch Beschäftigungskurie auf allen wich tigen Gebieten dem Maschinenbauer Gelegenheit zur Hebung und Vertiefung der Kenntnisie geben. In uneigennütziger Weise führt der gesamte Lehrkörper der Anstalt fionftruftionsübungen, Versuche und Dortragsveranstaltungen durch, durch die den jungen Maschinenbauern an allen Tagen der Woche vor- und nachmittags auf ihrem eigensten Fachgebiet kostenlose Anregung zu weiteren Arbeiten und zu Hebungen in ihrem Beruf gegeben wird Ware e» nicht möglich, auch an der Gießener Maschinenbau- schule diesen vorbildlichen Versuch einzuführen 9 fl.

BriefToftcn der Redaktion

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der SchrifUeitung)

D. 100. Di« in der Notverordnung vom 8. 12. 31 enthaltene Bestimmung über das Ruhen von Invalidenrente findet auf Beamte keine An­wendung. Die Vorschrift gilt nur für versichc- rungsfreie Beschäftigte nach § 1234 RVO. alte solche Personen, die an sich der Versicherunzs­pflicht unterliegen und nur auf Grund besonderen Ausspruchs der zuständigen Stell« (Reichsminister bzw. oberste Landesbehörde > versicherungSsrei er­klärt sind. Zu beachten ist § 9 der gleichen Not­verordnung. der hinsichtlich der Wartezeit fol­gendes bestimmt: In der Invalidenrente dauert die Wartezeit 250 Beitragswochen. Sind weniger al« 250 Beiträge auf Grund der Versicherungs­pflicht geleistet. Io dauert die Wartezeit 500 Dei- tragswochen. Bei der Altersinvalidenrente dauert die Wartezeit 750 Beitragswochen.

M. Hg. Wir empfehlen Ihnen, sich an den Vor­sitzenden des Arbeitsgerichts Gießen lAmtsgerichts- »zu wenden, der Ihnen auch Auskunft über gebenden Tarif geben wird. In persönlicher Beziehung besteht für die Behörde die Derpflich- tung zur Dienstverschwiegenheit

W. B. F. Durch die letzte (lV.)Nvtverordnung sind die Laden freigegeben worden. Mieter wie Vermieter steht hiernach auch bei einem schriftlichen, für eine längere Mietzeit abgeschlossenen Vertrag ein Kündi­gungsrecht mit dem 1. April 1932 zu, das umgehend auszuüben wäre Ab 1. Januar ist der Mietpreis um 10 o. ch der F r i e d e n s miete, nach der Sie sich auf öcm Wohnungsamt erkundigen, ober die Sie jetzt noch festsetzen lassen können, zu senken.

Fr. FL, Gießen. Für Genossenschaften |eber Art. also gleichgültig, ob es sich um eine Genossenschaft mit beschrankter ober mit unbeschrankter Ftoftpflicht handelt, ober um eine Ärebit- ober sonstige Genossen, schäft, ist weder hinsichtlich ihrer Geschäftsanteile, noch ihrer (Einlagen eine gesetzliche Auswertungs- pslicht begründe.' worden, nachdem bas Vermögen durch die Inflation verloren gegangen war Sine trotzdem erfolgte Auswertung beruhte auf Beschlüssen der Mitgliederversammlungen und geschah auf Grund freiwilligen Entgegenkommens nach Maßgabe später wieder erworbener und zur Ver­fügung stehender Mittel.

G. A. Wenden Sie sich unter Schilderung der Verhältnisse an den Reichsfinanzminister In Berlin mit der Bitte, die säumige Stelle anzuweisen. Ihnen Bescheid zukommen zu lasten. ,

L W Hteflanlage. Gießen gebärt auf Drteflahe A. Die Vorschriften des Reichsmietengeleftes über Mie­terschutz und Mieteinigungsämter gelten hier nach Art 1 der IV. Notverordnung nicht mehr für Miet- Verhältnisse über Wohnungen, deren Iahresfrieden»- miete 1200 RM. ober mehr betragt.

Grenzzaun. Heber die Frage, ob und unter welchen Bedingungen die Errichtung von Grenzzäunen_ober lebenden Grenzhccken im freien Felde ober in (Bärten möglich ist, werben wir zur Beantwortung von immer wieberkehrenden Anfragen über dieses Thema in einer der nächsten Nummern derScholle" einen Artikel veröffentlichen,__________________________

Lprechstundcn vcr Ncvaktiorr.

11.30 bi» 12.30 Uur. 16 bl» 17 Uhr Samstag i nachmittag geschlossen.