Ausgabe 
31.7.1931
 
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Unkenntlichkeit verkohlt, ehe sie gebon gen werden konnten. Wahrscheinlich ist der Lost. Lastwagen in voller Fahrt gegen einen Baum gefahren, wodurch eine Explosion des Ben. z i n t a n k s eintrat. Der Anprall gegen den Baum war so stark, daß die Bretter, mit denen der Wagen beladen war, bis zu fünf Meter weit fortge schien« dert wurden. Auck die Telephon- und Telegraphen« leitungen sind zerstört worden.

50 Jahre Lübecker General-Anzeiger.

Der Lübecker G«neral-Anz«iger tonnte am 15. 3ult d. 3. aus ein SOjähriges Bestehen zu- rückblicken und hat aus diesem Anlasse eine reich- Ulustr'.erte, umfangreiche 3ubiläumsauSgabe im Zweifarbendruck herausgebracht. Die Zeitung zählt zu den größten norddeutschen Heimat- und Provinzzeitungen.

Schwere politische Zusammenstöße bei Itzehoe.

3n O e s a u bei 3tzehoe kam es in der vergan­genen Rächt zu schweren Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Rationalsozialisten, wobei es ernen Toten und 18 Verletzte, darunter mehrere Schwerverletzt«. gab. Die Aat-onalsozia- lrsten hatten in einer Oesauer Gastwirtschaft eine Zusammenkunft. Als einige von ihnen im Garten des Lokals nach verdächtigen Personen, die sich dort eingefunden hatten, Ausschau halten wollten, wur­den sie von Kommunisten überfallen. GS entspann sich darauf eine große Dchlägerel. -Hie Ztzehoer Sanitätskolonne rückte mit zwei Sanitätswagen an und schaffte die Verletzten, unter denen sich auch zurückgebliebene und von der SA. verbundene Kommunisten befanden, ins Kellinghuser Kranken­haus. Am Donnerstagnachmittag traf die Staats­anwaltschaft aus Altona ein.

Das USA.-'Rapifaf in Südamerika.

Reuhork, 30. 3uli. (WTD.) Die Regierung hat beschlossen, hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage in Südamerika eine PolitikderRicht- einmischung zu befolgen. Diese Entscheidung ist auf unformelle Anfragen von Bankiers er­folgt, di« durch einige Länder um Gewäh­rung weiterer Kredite ersucht worden waren. 3m Staatsdepartement liegen Berichte vor. daß Peru, Bolivien und Chile entweder tatsächlich in Verzug geraten sind oder Zinsen- und AmortisationS- d i e n st im Gesamtbeträge von 414 500 000 Dollar suspendiert haben. Man ist der Meinung, daß bi« Lage "in Südamerika in der Vergangen­heit n ich t immer stabil genug gewesen ist, um irgendwelche finanzielle Beteiligung ohne sorgfältig« Prüfung zu ermöglichen.

Immer noch Unruhe in Spanien.

P a r i s, 30. 3uli. (TU.) 3n M a drid haben die Streikenden am Mittwoch die Telephon­verbindungen mit Paris zerstört, so daß die Verbindung den ganzen Tag über unter­brochen war. Erst in den Abendstunden gelang es, einen provisorischen Dienst durchzuführen. 3n Cordoba kam es zu schwerenAuSschrei- tungen. Die Bevölkerung verlangt die sofortige Absetzung des Bürgermeisters, seines Sekretärs und eines 3nspektors. Der Bürgermeister hatte die Schließung des sozialistischen Hauptgebäudes angeordnet. 3n Am avvur in der Rähe von Pamplona entstand infolge einer Explosiv^ starke Panik unter der Bevölkerung. Mehrere Häu­ser wurden stark erschüttert und große Felsblöcke stürzten ab. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Ermittlungen haben ergeben, daß ein Bewoh­ner des Dorfes ein zu Ehren des letzten Vertei­digers des Königreichs Ravarra, errichtetes Denk­mal mit Dynamit zerstören wollte. 3n Sevilla herrscht völlige Ruhe. Die Behörden haben aus diesem Grunde beschlossen, den Belage­rungszustand wieder aufzuheben.

Oie Wetterlage.

land zu retten, denke niemand daran, sich an den Völkerbund zu wenden, der bei all den Ver. Handlungen der letzten Zeit nickt einmal er. wähnt worden sei. Weiter habe man doch den Europa-Studienausschuß geschaffen, dessen eine wesentliche Aufgabe darin besteht, den Regierungen Maßnahmen vorzuschlagen, die das wirtschaftliche Gleichgewicht in Europa wiederherstellen und die Krise beheben sollen, unter der gewisse europäische Länder leiden. Angesichts der deutschen Krise hätte der Europa-Studienausschuß eingreifen müssen. Sein Versagen sei ein Eingeständnis der Ohn - macht und Schwäche. Die BIZ. trete in jeder Hinsicht hervor und reiße alles an sich, und die Regierungen begünstigten diese Tendenz.

Frankreichs Rolle in der Weliwirtschastskrisis.

Professor Cassel über die französische Valutapolitik.

Stockholm, 30. Juli. (TU.) ImSvenska Dag. bladet" stellt Professor Cassel fest, daß die fran­zösische Valutapolitik an wichtiger Stelle a u r Ver- schiech terung der Wirtschaftslage bei­ge t r a g e n habe. Seit 1928 habe Frankreich seinen Goldbesitz um nicht weniger als 28 Milliarden Franken vergrößert, nicht etwa aus Wirtschafts­gründen, sondern bewußt, um sich die jetzige macht politische Stellung zu schaffen. Alle übrigen Länder hätten erkennen müssen, daß ohne Frankreich nichts getan werden könne und dadurch habe Frankreich die Möglichkeit bekommen, von Deutschland politische Zugeständnisse zu fordern. Schon beim Falle der Oesterreichischen Kreditanstalt habe Frankreich versucht, Oesterreich zum Vasallenstaat zu machen, damals habe jedoch das Eingreifen Englands die französischen Pläne verhindert. Der französische Vorschlag, Deutsch­land eine 2-Milliarden-Anleihe zu geben, sei ein ganz natürliches Glied in der Politik Frankreichs, das wohl selbst nur einen kleinen Teil der zwei Milliarden beitragen, aber den ganzen politischen Gewinn habe einstreichen wollen. Auch England habe fühlen müssen, daß es v o n Frankreich abhängig sei. Man müsse be­fürchten, daß Frankreich auch in Zukunft mit seiner Geldmacht politische Zugeständnisse zu erzwingen versuche, die es sonst nur durch einen blutigen und teuren Krieg erhalten könne. Die Folge der fron» zösischen Machtpolitik auf Grund der riesigen Gold- Vorräte müsse in einer weiteren Zunahme des Preisfalles und einer Verschärfung der Weltwirtschaftskrise bestehen.

Ein weißer Rabe.

Ein französisches Blatt für Rückgabe der deutschen Kolonien.

Paris, 30. 3uli. (Täl.) 3n einem bemer- fen8toerten Artikel setzt sich di« rabikalfozialistisch« Republique" für die Rückgabe der Kolo­nien an Deutschland ein. Man müsse heute den Mut haben, zu erklären, daß Frankreich mit den deutschen Kolonien etwas genommen habe, wozu esnieeinRecht hatte. Ein großes 3ndustrie- volk wie Deutschland brauche unbedingt kolonial« Absatzgebiete und es fei falsch, ihm diese zu nehmen. Der Kraftüber­schuh, der sich nicht mehr nach außen absehen form«, stelle im 3nneren Europas «ine stän­dige Explosionsgefahr dar. Gerechtigkeit und Vernunft verlangten daher, Deutschland eben­sogut wie Frankreich Kolvnialmandats zu überlassen. Eine derartige Geste werde zu einer deutsch-französischen Verständigung beitra­gen und die Frage der Abrüstung werde sich dann in einer Weise regeln lassen, die nichts mit den verletzenden Lösungen zu tun hätte, bi« der .französisch« Krieosminister in seiner letzten Rede vorgeschlagen habe.

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Bevorstehende Aufhebung -er Ausreisegebühr.

Die Bevorzugung deutscher Bäder und Kurorte erreicht.

Berlin, 30. 3uIL (CRB.) Wie wir ersah» ren, wird die Rotverordnung über die 100-Mark- Gebühr bei Auslandreisen im Laufe der nächstenWvche aufgehoben werden. Das Reichsfinanzministerium ist der Auffassung, daß die Rotverordnung bis dahin ihren Zweck er­füllt hat, den großen Strom der Auslandreisen während der sommerlichen Hochsaison auf in­ländische Reiseziele umzuieiten und so den Abfluß erheblicher Geldmengen ins Aus­land zu verhindern, inzwischen haben nämlich auch weite Kreis«, die für den Rest des Som­mers Auslandreisen beabsichtigten, ihre Pläne ge­ändert und Plätze in deutschen Bädern und Kurorten belegt. Rachdem somit der Hauptzweck der Rotverordnung erreicht ist, wür­den für die Zukunft die Rachteile überwiegen.

Als besonderer Erfolg der Verordnung ist noch zu verzeichnen, daß zahlreich« Grenzkur- vrte und namentlich solche Spezialbäder Deutschlands, die dieselben Wirkungen haben wie berühmte ausländische Kurorte, gerade gegenwär­tig besonders wünschenswerte wirt­schaftliche Vorteile aus der Verordnung gezogen haben. Es ist zu hoffen, daß die Er­kenntnis von der Wirksamkeit solcher deutschen Spezialkurorte sich auch für die weitere Zukunft günstig bemerkbar machen wird.

Siillhatteakiion für die ostdeutsche Landwirtschaft.

Berlin, 30. 3uli. (CRB.) Zu den ver­schiedentlich aufgetauchten Forderungen nach einem Moratorium für die Landwirtschaft erfahren wir von berufener Seite, daß es sich bei den bisher bei den zuständigen Stellen ein- gegangenen Vorschlägen entgegen anderslauten­den Behauptungen nichtumeinallgemei- nes Moratorium handelt. Es ist vielmehr gedacht an eine S ti llh a lt ea ktiv n für die seit längerer Zeit eingefrorenen Perso- " a V r % yt e,- Der Zinsen- und Amortisations- dlenst soll in keiner Weise berührt werden, ferner soll sich diese Stillhalteaktion im Rah­men der O st Hilfe bewegen und auch a u f das O st Hilfegebiet beschränkt bleiben.

Oie diesjährige Versaffungsseier.

Berlin, 30.Juli. (ERB.) Die V e r f a s su n g s- l.E >er des Reichs findet in diesem Jahre am 11. August, 12 Uhr, im Reichstagsgebäude statt. Die Festrede wird Vizekanzler und Reichsfinanzminister

GrafZeppelins"Mckkehr aus der Arktis

Eckener und Samojlowitsch über das Ergebnis der Fahrt hochbefriedigi.

Friedrichshafen, 31.Juli. (WTB. Funk- spruch.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist nach seiner Arktisfahrt um 4.52 Uhr morgens unter den jubelnden Hochrufen einer großen Menschen­menge glatt gelandet. Rach der Landung wurde das Luftschiff vor die Halle gebracht. Um 5.20 Uhr erfolgte dann die Einfahrt unter den Klängen des Deutschlandliedes und wehender Flagge. Als Dr. Eckener erschien, wurde er. von dem zahlreich erschienenen Publikum mit stürmi­schen Hochrufen empfangen. Auch Kapitän Lehmann wurde von den Zuschauern mit Hoch- rufen begrüßt.

Im Verwaltungsgebäude erklärte Dr. Eckener dann den zahlreichen Zuhörern, daß er v o l l k o m - men befriedigt von der guten und ergebnis­reichen Fahrt sei; die Flugstrecke betrage insgesamt 13 000 Kilometer. Eine Aenderung der Reisetour, wie sie in den letzten Tagen in den Blättern zu lesen gewesen wäre, sei nicht erfolgt. Eckener erklärte ferner: Wir sind in keinem Augenblick darüber im Zweifel gewesen, daß die Fahrt in die Arktis eine verhältnismäßig leichte sein würde, und ich darf wohl sagen, ich habe in den letzten acht Tagen vor Antritt der Fahrt eigentlich niemals darüber nach­gedacht, daß so etwas wie eine Arktisfahrt uns bevorstehe.

Aber ich muß jetzt als Ergebnis dessen, was wir unterwegs erlebten, die Feststellung mitbringen, daß eine Fahrt in die Arktis das Ange- nehm sie, Schön sie und am wenig­sten Gefährliche ist, was man sich vor stellen kann, wir sind dauernd unter einem Himmel von italienischer Bläue herumgekutscht bei guter Verpflegung

und manchem guten Tropfen wein, wir haben die bösen Rebel immer unter uns gelassen, und es hat keine große Mühe gemacht, die großen Insel- und Küstengebiete, die noch einer ge­wissen Erforschung bedurften, zu erreichen und auf bequemste weise von oben aus zu be­stimmen und bildlich aufzunehmen.

Ich hoffe deshalb, daß der Erfolg dieser Fahrt ein zweifacher sein wird: Zunächst wird meiner festen Ueberzeugung nach dos Luftschiff sehr häusi noch für ähnliche Fahrten eingesetz werden, sobald wir das nötige Kleingeld dafür zusammenbringen können. Zweitens aber, glaube ich, wird das Luftschiff für Vergnü- aungs. und Touri ft enfahrten in die Arktis vom Publikum, das sich für die Schönheiten, die reichen und überwältigenden Eindrücke der Arktis interessiert, auch in Zukunft sehr häufig be­nutzt werden.

Professor Samoilowitsch erklärte, daß er zwar mit dem Luftschiff das erstemal in der Arktis gewesen sei, daß diese Fahrt aber im übrigen seine achtzehnte oder neun- zehnte in d i e Polargebiete war. Er sei erstaunt gewesen, was für ein ausgezeichnetes Mittel das Luftschiff für die Erforschung der Arktis sei. Er glaube, man müsse zwei oder drei Jahre brauchen, um diejenigen topographischen Arbeiten zu machen, die vom Luftschiff aus in wenigen Tagen gemacht worden seien. Meteorologische, ärologische und geophysikalische Arbeiten hätten ausgezeichnete Resultate er­geben.

Sozialismus und Weltkrisis.

Oer Internationale Sozialistenkongreß in Wien.

Wien, 30.3uli. (Täl.) Der hier tagend« Internationale Sozialistenkongreh nahm eine Ent­schließung zur Abrüstungsfrage an, die sich auf die Feststellung beschränkt, daß alle Parteien der sozialistischen 3nternationale einig sind in dem geschlosienen Willen, alle Mittel, die im Bereiche ihrer Macht liegen, gegen Friedensstörer anzuwenden. Ferner wird auf den Beschluß des Brüsseler Kongresses hingewiesen, nach dem dar­unter auch revolutionäre Mittel zu ver­stehen seien. Die Unabhängige Englische Ar­beiterpartei und die Tlnabhängige Sozialistische Partei Polens hatten einen Minderheitsentwurs eingebracht, der u. a. besagt, die konstante Kriegs­gefahr werde vergrößert durch die Lage in Deutschland, wo die durch die Finanzkrise und die propagandistische Ausnutzung des durch die Friedensverträge aufgezwungenen Anrechts bedingte Stärkung der nationalisti­schen Parteien den Frieden Europas be­drohe. Weiter sollten nach der Entschließung der Kongreß die sozialistischen Parteien ver­pflichten, in einem Kriegsfälle die Massen unter der LosungBeendigung des Krieges durch Sturz der kapitalistischen Ge­sellschaftsordnung" zu organisieren.

Heber den zweiten Punkt der Tagung, die Lage in Deutschland und Zentral- e u r o p a und der Kampf der Arbeiterklassen um die Demokratie, referierte der geistige Führer der österreichischen Sozialdemokratie, Otto Dauer. Zu diesem Bericht hat der Ausschuß eine umfang­

reiche Entschließung vorgelegt, di« vor allem fest­stellt, wenn es nicht gelinge, durch «ine schnelle und großzügige Aktion internationaler Solidari­tät die Kreditkris« Deutschlands zu überwinden, so werde sie unabwendbar eine un­geheuere Steigerung der Arbeits­losigkeit in Deutschland, einen furchtbaren Druck auf die Lohne der deutschen Arbeiter und eine maßlose Verelendung der deutschen Dolks- massen herbeiführen. Durch eine solche Verschär­fung würde auch die Arbeitslosigkeit und dep Lohndruck in der Welt vergrößert werden. Das würde Europa einem neuen Krieg« ent­gegenführen. Aus diesem Grunde werd« eine großzügige internationale Kredit aktivn für die deutsche Volkswirtschaft gefordert. Diese Kre­dithilfe müsse ohne Aufschub erfolgen und dürfe nicht an politische Bedingun­gen geknüpft sein. Von deutscher Seite müsse die Hilfsaktion dadurch erleichtert werden, daß die deutsche Regierung aus eigenem Antrieb den Rationen, die Deutschland helfen sollen, das Minimum an möglichen Garantien dafür gibt, daß die Hilfsmittel einer Politik der Demokratie und des Friedens dienen sollen. Gleichzeitig müsse das Moratoriumsjahr zur end­lichen Reuregelung der Frage der Kriegs­schulden und der Reparationen auf der Basis der Streichung der aus dem Krieg hervor- gegangenen Schulden ausgenutzt werden. Diese Frage sei nur in Zusammenhang mit der Frage

der internationalen Abrüstung lösbar.

Dietrich halten. Wenn auch das genaue Thema feiner Rede noch nicht feststeht, so verlautet daß der Reichsfinanzminister sich mit der Bedeutung des Freiherrn vom Stein in Vergangenheit und Gegen­wart beschäftigen wird. Auch Reichskanzler Dr. Brü­ning wird auf der Verfassungsfeier eine Ansprache halten. Weitere amtliche Feiern, sei es von Preußen ober von ber Stadt Berlin, werden aus Sparsam- keitsgründen nicht abgehalten werden.

Aus aller Wett.

Line BiermilHonenftiftung an die Sladt Berlin für die Errichtung einer Kinder-Zahnklinik.

Durch Vermittlung des amerikanischen Botschaf­ters Sackett hat der in Deutschland bereits durch eine große Stiftung bekannte 3ulius Rosen- w a l d aus Chicago dem Oberbürgermeister Dr. Sahm seine Absicht kundgetan, der Stadt Berlin eine Stiftung in Höhe von «inerMil- l i o n Dollar zu machen. Die Stiftung ist f ü r die Errichtung einer Zahnklinik für Kinder im Alter von 3 bis 6 3ahren bestimmt. Der Magistrat hat sich grundsätzlich mit der An­nahme der Stiftung einverstanden erklärt.

Goldene» Priesierjubiläum des Kardinals Bertram.

2km Freitag begeht Fürst-Erzbischof Kardinal Dr. Bertram von Breslau, dem noch das neue Bistum Berlin und die Prälatur Ermland unter­stehen, sein 50jähriges Priester- und 25jähriges Dischofsjubiläum. Papst Pius XI. hat dem 72jäh- rigen 3ubilar ein herzliches Glückwunschschreiben zugehen lassen. An Stell« jeder äußeren Feierlich­keit wird eine besondere 3ubiläumssp«nde zurLinderung der R v t verwandt werden,

Abschluß desRing"-Zyklus in Bayreuth.

Mit berGötterdämmerung" am Donnerstag wurde das Rina-Drama in eindrucksvoller Weife zu Ende geführt. Den musikalischen Ansprüchen in der Götterdämmerung wurde Karl Elmendorfs mit dem glänzend disziplinierten Orchester in vollem Umfang gerecht. Seine musikalische Leitung war nicht ohne versöbnliche Rote. Er bevorzugte eine raschere Tempinahme und war demnach in der Par­titurauslegung nicht immertraditionstreu". Richt zu unterschätzen ist die Sicherheit und Ueberlegen- heit seiner Stabführung. An dem im ganzen gesehe- nen sehr großen Erfolg des ersten Ring-Zyklus kommt Elmendorfs ein gewichtiger Teil zu. Durch ihre überragend geistige Erfassung und Durchführung der Brunhilde-Partie machte Ranny Larsen- To d s e n starken Eindruck. Gotthelf P i st o r hielt als Siegfried vortrefflich durch. Wilhelm Patsche war ein vorzüglicher Hagen. Die übrige Besetzung war durchaus zufriedenstellend. Einem brausenden Gewittersturm glich der Männerchor. Das Publi- kum wurde zu stürmischen Beifallskundgebungen hingerissen. Mögen an manchen Einzelheiten der nunmehr verflossenen sieben Aufführungstage Be­

anstandungen nicht zu unterdrücken sein, so ist doch eines gewiß, daß man in Bayreuth mit heiligem Eifer am Werke ist. In der Folge des Wagner- Gesamtkunstwerkes ging Bayreuth auch in diesem Sommer den richtigen Weg und damit ist auch seine Zukunft gesichert.

Bernarb Shaw bei Stalin.

Zn Moskau wurde Bernarb Shaw von Sta - l i n empfangen. Dem Empfang wohnten auch Lorb Astor und Gattin, Lord Lothian und der Volks­kommissar des Aeußeren Litwinoff bei. Die Unter­haltung zwischen Stalin und seinen Gästen dauerte zweieinhalb Stunden.

Gefängnisstrafe für einen englischen ivirlfchaftführer.

Der Präsident der bekannten Royal Mail Dampsschisfahrts-Gesellschaft, Lord Khlsant, wurde am Donnerstag von dem Geschworenen­gericht zu einem 3ahr Gefängnis ver­urteilt. Unmittelbar nach DerlÄndung des Hrteils wurde er verhaftet und abgeführt. Lord Khlsant war angeklagt, als Leiter b«r Ge­sellschaft in den 3ahren 1926 und 1927 falsche Dilanzen ausgegeben zu haben mit der Ab- sicht, die Aktienbesitzer über den wahren Stand der Gesellschaft zu täuschen. Don dieser Anklage ist er jedoch freigesprochen worden. Er wurde vielmehr wegen des zweiten Punktes der Anklage verurteilt, der ihm vorwarf, «ine Zeich­nung s a u f fv r d e r u n g mit wissentlich falschen Angaben im 3ahre 1929 verbreitet zu haben, um auf diese Weise Personen zu 3n- vestierungen in die Gesellschaft zu verleiten.

Lebenslänglich Zuchthaus für einen Raubmörder.

Das Schwurgericht Offenburg verurteilte den 21 3ahre alten Steinhauer Panther aus Waldulm zu lebenslänglichem Zuchthaus, und den 23 3ahre alten Gelegenheitsarbeiter Bogel aus Straßburg zu 15 3ayren Zuchthaus. Die bei­den waren in Gengenbach in das Anwesen der 73jährigen Witwe Schilli eingedrungen und hat­ten sie berauben wollen; dabei war die alte Frau erwacht, worauf sie von Panther und Vogel erdrosselt wurde.

Opfer ber Berge.

Am Etan?on-Gletscher in den französischen Alpen wurde die Leich« deS aus München ge­bürtigen 32 3ahre alten Bergführers S o l l e d e r aufgefunden, der vor einigen Tagen bei der Besteigung des Meija, wohin er zwei holländische Touristen begleitet hatte, von einem niederstürzenden Felsstück in bi« Tiefe ge­rissen worden war.

Bel einem Lastwagenunglück verbrannt.

Auf ber Chaussee RostockStralsund in ber Nähe von Damaarten wurde Heller Flammen­schein gesichtet. Hinzueilende Personen fanden dort einen Lastkraftwagen in Hellen Flammen vor. Der Fahrer und Beifahrer waren bereits bis zur

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Wettervoraussage.

Die Wetterlage steht unter dem Einfluß ozeanischer Luft, welche durch die nördliche Tiefdruckstörung nach dem Festlande gebracht wird. Infolgedessen kommt es zu Wolkenbildungen, wobei vereinzelt auch Nieder- chläge oder Gewitterstörungen auftreten.

Vorhersage für Samstag: Bewölkt, zeit­weise aufheiternd, warm, strichweise Gewitterstörun- gen oder Niederschläge.

Lufttemperaturen am 30. Juli: mittags 21,4 Grad Celsius, abends 16,1 Grad; am 31. Juli: morgens' 17 Grad. Maximum 21,5 Grad, Minimum 8,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Juli: abends 22,4 Grad; am 31. Juli: morgens 17,6 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 4 Stunden.

Reisewetlerbienst

bet amtlichen Wetterdienststelle Gießen.

Westerland: 16 Grad, Westwind, heiter; Wit- terungsverlauf seit gestern veränderlich mit Schauern.

Swinemünde: 17 Grad, Südostwind, Witte- rung heute morgen halb bis ganz bedeckt. Witte­rungsverlauf seit gestern teils heiter, teils wolkig.