Ausgabe 
31.1.1931
 
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rüstungskonferenz die Verhandlungsbasis abgeben sollte, Dr. Curtius ist aber schließlich doch vor einigen pathetischen Phrasen Bricmds soweit zu- r-ückgewichen, dah er zugab, man werde gewiß nicht allefragen von neuem aufzurollen brauchen, die geleistete Arbeit fei keineswegs überflüfsig, aber als rechtsverbindlich könne Deutschland den Entwurf nicht betrachten, den es ja lediglich zur Kenntnis genommen habe. Für die Aussichten der Abrüstungskonferenz wäre es Wohl besser gewe­sen, wenn Deutschland seinen strikt ablehnenden Standpunkt diesem untauglichen Entwurf gegen­über unverfälscht aufrechterhalten hätte und die­ses Machwerk, dem gegenüber eine starke Grilppe von vornherein entschiedene Vorbehalte angemel- det hatte, wäre bei den Akten verschwunden.

Das Ergebnis der deutschen Klage gegen die Behandlung der Minderheiten in Polen wurde hier bereits kurz erörtert. Wir haben vor allzu großen Erwartungen gewarnt und sind nun nicht enttäuscht, daß der Bölkerbundsrat sich zu einer moralischen Verurteilung Polens nicht aufzuschwingen vermochte. Herr Vriand hat zu unserem Bedauern darauf verzichtet, bas reiche Register seiner berauschenden Dialektik von den säuselnden Tönen sanfter Beschwörung bis zum rollenden Donner sittlicher Entrüstung, das ihm stets zur Verfügung steht, wenn ihm daran liegt, deutsche Ansprüche zurückzuweisen, nun auch ein­mal zu ziehen, um dem verhätschelten Polen die Leviten zu lesen. Man hat es sehr gnä­dig gemacht und nicht mehr getan, als man unbedingt tun muhte, um der bedenklich blind gewordenen Politur des Völkerbundes neuen Glanz zu verleihen. Ohne ein Wort der Miß­billigung oder auch nur des Bedauerns, das im Angesicht des von dem deutschen Außenminister vorgebrachten Materials doch vielleicht nicht ganz unangebracht gewesen wäre, hat der Völkerbunds- ratt lediglich die Feststellung getroffen, dah Polen die Artikel 75 und 83 der Genfer Konvention vom Sabre 1922 verletzt habe. Er hebt zwar auch den Zeigefinger und warnt vor einer all­zu engen Verbindung zwischen Behörden und Or­ganisationen mit ausgesprochen nationalistischer Tendenz wie dem Aufständischenverband. Er er­kennt auch die deutschen Forderungen auf Sühne und Entschädigung an, überläßt es jedoch den Po­len selber, die Mahnahmen zu treffen, die die War­schauer Regierung zur Abstellung der Beschwerden für geeignet halte. Polen muh dem Rat lediglich vor der nächsten Ratssitzung im Mai über die Anordnungen berichten, die es getroffen hat. Das ist ber einzige Druck, dem man Polen aus­gesetzt hat, um sich der Durchführung des Rats- befchlusses zu versichern. Ob er ausreichen wird, erscheint zweifelhaft, aber er gibt Deutschland wenigstens die Handhabe, auf der Maitagung des Völkerbundsrats die Lage der deutschen Minderheit in Polen erneut zur Sprache zu bringen, wenn die von der polnischen Regierung getroffenen Maßnahmen nicht auszureichen schei­nen, um einen grunMegenben Wechsel des Systems auch für die Zukunft äu gerantieren. Rach allem, was man bisher aus Polen hört, scheint es aller­dings notwendig zu werden, auf die Lage der Minderheiten erneut zurückzukommen. Die Polen sind schon wieder gmrz obenauf. Sie tun so, als brauchten sie sich um das, was in Genf beschlossen wurde, nicht im geringsten zu kümmern. 3n der Presse des soeben in Genf nicht gerade sanft angepackten Herrn Graczhnski wird offen zu neuen Gewaltakten gegen die deutsche Minderheit auf­gerufen. Ter tüchtige Gemeindevorsteher von Go- lassowitz, der die Auf ständischen-LIebersälle auf die deutschen Einwohner seines Ortes organisierte, ist zur Strafe und als abschreckendes Beispiel die Treppe hinaufgefallen unb zum Leiter eines Verwaltungsamtes ernannt worden. And der Außenminister Zaleski läßt in Paris Interviews veröffentlichen, die den Eindruck erwecken müssen, als yabe er in Genf einen vollständigen Sieg errungen. Soll so der vom Dölkerbundsrat ver­langte Systemwechsel in Oberschlesien aussehen? Tie Polen glauben, sich die Qlrrogaiu leisten zu können, weil sie auf die Hilfe ihrer Freunde im Genfer Völkerbundssekretariat rechnen. Aber sie könnten sich diesmal doch getäuscht haben. Deutsch­land wird jedenfalls nicht lockerlassen dürfen und den Rat erneut wachrütteln, wenn er sich wieder tot stellen sollte.

Die Bedeutung des deutschen Schrittes in Gens und des von Dr. Curttus in dieser Sache Er­reichten, geht jedoch über den aktuellen Anlaß wie über den konkreten Fall hinaus. Man erinnere sich, daß die deutsche Politik seinerzeit den Eintritt in den Völkerbund und die Erlangung eines ständigen Ratssitzes nicht zu allerletzt des­halb betrieb, um vom Genfer Forum auS die Rechte der deutschen Minderheiten besser wahr­nehmen zu können und dah auf der anderen Seite die im letzten Akt des Weltkriegsdramas neu entstandenen oder in den Pariser Vorortsver­trägen stark vergrößerten Staaten des Ostens und Südostens, denen man in besonderen Ver­trägen bestimmte Verpflichtungen zum Schuh der fremden Minderheiten auferlegt hatte, also in erster Linie Polen, die Tschechoslowakei, Groß- Rumänien und Südslawien feit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund dem Tage mit Bangen entgegen sahen, wo Deutschland alsKläger für die Rechte feiner Minderheit auftrat und damit den Rationalisierungsbestrebungen aller dieser Staaten, die mehr oder minder alle einen frischfröhlichen Krieg gegen die nationale Kultur ihrer Minderheitenvölker führen, einen harten Schlag versetzte. Deshalb auch die emsigen Be- müßungen, durch allerlei juristische Spitzfindig­keiten die Minderheitenschutzbestimmungen so auS» zulegen, als ob kein Staat Kläger in Sachen der eigenen Minderheit fein dürfe. Damit ist es nun, nachdem Deutschland als Anwalt der deutschen Minderheit in Polen deren Klage in Gens durch­geführt hat, endgültig vorbei. And in diesem Zusammenhang ist auch die Bemerkung des Rats- vorsihenden Henderson von Bedeutung, dah es sich hier keineswegs um einen deutsch-pol­nischen Konflikt gehandelt habe, in dem der Rat gleichsam vermittelt habe, sondern um eine eigenste Angelegenheit des Völkerbundes, der es sich in seiner Satzung zur Pflicht gemacht habe, über den Schutz dec Minderheiten zu wachen.

2lber auch für das deutich-polnifche Verhältnis an sich ist der Erfolg der deutschen Klage in Genf auch in seiner Bedingtheit, die wir wohl sehen, ein markanter Einschnitt. Die Genfer Konvention, die Ostoberschlesien noch über die Minderheiten­verträge hinaus besonderen Schutz gewährt, er­lischt im Jahre 1937, Polens Bemühungen gehen nun offenkundig dahin, bis zu diesem Zeitpunkt, wenn nicht das Deutschtum mit Stumpf und Stiel auszurotten, so doch die deutsche Minderheit in Ostoberschlesien durch ein satanisches Einschüchte­rungssystem zum Verschwinden zu bringen. Diesem Zweck biente der. U^ahlterroc mit all seinen

Scheußlichkeiten. Man kennt den Erfolg. Von rund 190 000 Stimmen deutscher Wähler im Mai vergangenen Jahres blieben bei den Rovernber- wahlen noch 90 000 Stimmen. Man denke sich dieies System bis 1937 ungestört fortgesetzt, und Ostoberschlesien kann der ftaunenben Mitwelt als rein nationalpolnische Provinz präsentiert werden. Hier hat die deutsche Klage in Genf einen Riegel vorzuschieben versucht. Deutschland hat sich in diesen von der polnischen Regierung mit Brutalität und Zähigkeit betriebenen Ent- deutschungsprozeß eingefädelt. Wenn es auch diesmal noch nicht gelang, Polen einer inter­nationalen Kontrolle zu unterwerfen, die sich übrigens unter Umständen als ein zweischneidiges Schwert hätte Herausstellen können, so erhält Deutschland doch durch die Polen auferlegte Ver­pflichtung, dem Rat Bericht zu erstatten, Gelegen­heit, wieder einzuhaken und erneut Garantien für eine Durchführung des Minderhei tenschutzes zu verlangen. And dann vielleicht mit besserem Erfolg, da int Mai auch die Beschwerden der ukrainischen Minderheit, zu deren Wortführer sich England macht, zur Verhandlung kommen wer­den. Rur konzentrischer, nie nachlassender Druck kann Polen zwingen, seinen Verpflichtungen nach­zukommen, oder, wenn es dazu nicht in der Lage ist, auf ein Gebiet zu verzichten, das es nur nach schlimmster, allem Völkerrecht hohnsprechen- der Vergewaltigung hatte an sich reihen können.

Die Ratstagung hat diesmal eine neue Gruppierung der Mächte gezeigt, die sich zwar schon in den vorhergegangenen Ab­rüstungsverhandlungen der Genfer Kommission angebahnt hatte, nun aber erst deutlich in Er­scheinung getreten ist. Frankreich hat sich diesmal trotz der wohl ziemlich bedingungslosen Assistenz Englands in einer Reihe wesentlicher Punkte nicht durchsetzen können, wie es das seither in dem von ihm und seinen Verbündeten beherrschten Völkerbund gewohnt war. Die enge Zusammenarbeit Den tsch lands und Italiens erzwang im Europakomitee die Frankreich und gewiß auch England unsympa­thische Einladung an Sowjetruhland zur Teil­nahme an den Verhandlungen über die Be­kämpfung der Weltwirtschaftskrisis. Das deutsch­italienische Zusammenwirken verhinderte auch die Wahl Beneschs zum Präsidenten der Abrüstungs- konfcrenz, wie überhaupt in der Abrüstungsfrage

deutsche und italienische Interessen parallel laufen, da das finanziell schwache Italien genau weih, dah ihm bei dem Wettrüsten mit Frankreich am ersten der Atem ausgehen muh, und daher rechtzeittg bremsen möchte, bevor es in hoffnungs­lose Anterlegenheit geraten ist. Das deutsch- italienische tetc-ä-tete gefällt natürlich vielen Leuten nicht, diesseits, wie jenseits der deutschen Grenzpfähle. In Frankreich unkt man von Kriegs­gefahr durch die Aufspaltung Europas in zwei feindliche Lager, wobei man gerne vergessen lassen möchte, daß schon vor zehn Jahren von Paris aus die ersten Fäden geknotet wurden, die nun über den ganzen Kontinent ein dichtes Retz von Militärbündnissen spannen. And in Deutsch­land hat es stets Leute gegeben,. die sich ihre außenpolitischen Bundesgenossen nach ihren inner- politischen Sympathien aussuchten. Wenn sich die französische Republik nie gescheut hat, mit dem zaristischen Rußland eine Allianz zu schließen und man sich jetzt in Paris wenig darum küm­mert, ob in dem verbündeten Polen oder in Südslawien eine Militärdiktatur regiert, so wider­streben bei uns die Sozialdemokraten einer An­näherung an Rußland aus Haß gegen die Kom­munisten, während die radikale Rechte aus den gegenteiligen Gefühlen für den Faschismus einem Bündnis mit Italien das Wort redet, für das indessen die Sozialdemokraten wieder nicht zu haben sind, weil ihnen das innenpolitische System des Herrn Mussolini nicht gefällt. Hier ist mehr­fach ausgeführt worden, welche weltpolittschen ileberlegungcn vor einem zu hohen Einsatz auf die italienische Karte dringend warnen. Aber Deutschland ist vorläufig nicht in der beneidens­werten Lage, um Anterstühungen zurückweisen zu können, die sich ad hoc aus gleichlaufenden Interessen ergeben. Es wird Hilfe annehmen, wo sie sich ihm bietet, wenn es den Preis zahlen kann, der dafür gefordert wird und nicht Bin­dungen einzugehen braucht, die in unheilvolle Verstrickungen führen müssen. Gestattet uns die labiler gewordene politische Mächtegruppierung in Europa im Augenblick etwas mehr Bewe­gungsfreiheit, wie es nach der Genfer Tagung fast den Anschein haben könnte, so wollen wir dankbar die Gelegenheit ergreifen und auch mit Mächten, deren innerpolitische Rase vielleicht dem einen oder dem anderen von uns mißfällt, eine Strecke Weges zusammengehen, wenn dabei nur die deutscher Lebensinteressen nicht zu kurz kommen.

Schuldebatle im Hessischen Finanzausschuß

WHP. Darmstadt, 30. Jan. In der De­batte über die von der Regierung geplante R e u- gruppierung des Dvlkssch ulwesens wurde vom Landbund eine Erhöhung der Meß­zahl von 45 Schülern pro Rormallehrerstelle ge­fordert. Don volksparteilicher Seite wurde Zu­stimmung zu der Amänderung ausgesprochen. In­folge be-r Reuregelung dürften nicht einklassige Schulen, die unter der Grenzzahl von 22 Schu­lern liegen, auf gehoben oder der Gemeinde auf­gebürdet werden. Eine Zusammenlegung solle nur erfolgen, wenn zwei Gemeinden sehr eng zusam- menliegen, sonst müsse die einklassige Schule er­halten bleiben, wofür die Miller aus dem 120 000- Mark-Fonds zu entnehmen wären. Die Dolkspar- tei stimme dem Zentrumsantrag, drei Schul­räte abzubauen, zu. Die Regierung lehnte diesen Antrag ab, da er technisch undurch­führbar fei.

Der demokratische Vertreter polemisierte ge­gen die Einführung der Meßzahl 45, was den Abbau von 170 Schulstellen zur Folge haben würde. Die Regierung wolle ledoch die Verantwortung hierfür nicht übernehmen und schiebe sie den Gemeinden zu. Die Reuregelung bedeute eine Rivellierung des Gesamtschulwesens nach unten. Von sozialdemokratischer Seile wurden Befürchtungen geäußert. Die Reu rege-

Der Einzelhandel beim Reichskanzler.

Berlin, 30.Jan. (WTB.) Der Reichskanz- l e r empfing heule vormittag im Beisein von Staatssekretär Dr. Trendelenburg Vertreter der Hauptgemein schäft des deutschen Einzelhandels. Heinrich G r ü n f e l d erklärte, der Preisabbau sei durch die teils unvermin­derten, teils steigenden Unkosten im Handel erschwert worden, die durch die sinkenden Umsätze doppelt fühlbar würden. Die Senkung der Steuern, besonders der Realsteuern, sei weit hinter den Wün­schen der Wirtschaft zurückgeblieben und habe auch den von der Reichsregierung erwar­teten Umfang nicht erreicht. In der Aussprache wurde von den Vertretern des Einzelhandels ein­gehend geschildert, daß infolge der Kauf- Zurückhaltung, die durch übertriebene Vorstellungen über die Möglichkeiten eines Preisrückganges entstanden sei, die Umsätze plötzlich und außerordentlich zurückgegangen seien. Gerade dadurch seien weitere Preis­senkungsmaßnahmen erheblich er­schwert. Dem Reichskanzler wurde besonders dafür gedankt, daß er durch feine Erklärungen vor dem Reichsrat wesentlich zur Aufklärung des Publi­kums über diese Frage beigetragen habe. Der Reichs­kanzler gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Haupt- gemeinschaft des Deutschen Einzelhandels auch wei­terhin sich aktiv für die Durchführung der Preis­abbauaktion einsetzen möge. Dies konnte von den Vertretern der Hauptgemeinschaft um so eher zu­gesagt werden, als auch der Reichskanzler eine Senkung "der Unkosten als dringend erforderlich bezeichnete.

Aus aller Welt.

Mordprozeß Ulbrich.

Bereits um 2 Ahr nachts hatten sich die ersten Menschen vor dem Berliner Kriminalgericht ein- gefunden, um als erste Zutritt zum Zuhörer­raum des Schwurgerichtssaales zu erhalten. Wie am ersten Tage sind der Zuhörerraum und die beiden Logen überfüllt und auf der Straße hat ein starkes Polizeiaufgebot alle Mühe, die ver­geblich Einlaß suchenden Leute zu zerstreuen. Rechtsanwalt Dr. Mendel, der Verteidiger Stolpes sagte, daß die wichtigste Frage des Prozesses die fei, wer derjenige ist, der die Bereitschaft zu dem Mord angeregt hat. Die Vernehmung des Angeklagten Stollpe geht nut schleppend vorwärts. Minutenlang ist kein Wort aus ihm herauszubringen. Er be­lastet auch heute wieder die Reumcum außer­

lung bedeute eine Beeinträchtigung des Staatsschulgedankens.dadie Gemeinden für die Erhaltung der Mehrstellen wenig übrig hätten. Der Referent der Regierung erklärte, ent­sprechende Härten würden durch den Aus­gleichs stock beseitigt. Ein Abbau von 170 Stellen sei nicht beabsichtigt und nicht zu be­fürchten. Die Regelung schaffe jedoch dolle Ge­rechtigkeit und beende jahrelange Streitigkeiten auf dem Gebiete der Volksschule. Die Rechtstellung: der Lehrkräfte bleibe unberührt.

Staatspräsident Dr. Adelung betonte, daß bei der Reuregelung neben den finanziellen In­teressen die pädagogischen Belange sehr wohl gewahrt blieben. Aus der Einschaltung der Ge­meinen könne in vielen Fällen nur Gutes für die Schulen und ihre Entwickelung erwartet wer­den. Die angeregte Bildung von Schulverbändsn halte er für beachtlich. Die Vergebung der Bei­hilfen an leistungsschwache Gemeinden für 1930 erfolge in allernächster Zeit.

Bezüglich der Streichung von Schulratsstellen wies d^r Regierungsvertreter noch darauf hin, daß bereits v o r der Schaffung des Volksschul- gesetzes 24 Personen im Schulaufsichtsdienst tätig waren. Die Städte bezahlten vier Schulräte selbst. Dieser Stellenabbau forme erst bei der K reisres orm geregelt werden.

ordentlich, indem er behauptet, daß sie zu ihm und Benzinger gesagt habe:W enn 2 hr Euch nicht traut, dann gehe i ch- hin und bringe ihn um." Anläßlich der Mord­szene behauptet Stolpe nach wie Dor, daß Luise Reumann das Beil gepackt und ge­sagt habe:Wenn er brüllt, haue ich ihm auf den Kops." Stolpe behauptet, er habe ihr ge­sagt, sie solle das Beil stehen lassen, sonst haue er sie nieder, da er Albiüch nicht toten, sondern nur bestehlen wollte. Die Angeklagte Reu­mann bestreitet aber, den Mordplan ausgeheckt zu haben unb bezeichnet ihrerseits Stolpe als den Anstifter. Kriminalkommissar Thomas schilderte, wie man Albrich tot aufgefunden habe. Lieschen Reumann habe nach ihrer Festnahme ein um­fassendes Geständnis abgelegt. Auch Stolpe habe gleich bei seiner Vernehmung gestan­den. Ebenso habe Benzinger alles zugegeben. Die Tat habe sich als ein gemeinsam geplan­te r M o r d dargestellt. Eine ähnliche Darstellung gab der Kriminalsekretär Smetton, der auch den Eindruck hatte, daß die drei Angeklagten von vornherein auf einen Mord durch Erwürgen aus- gegangen seien.

Die Giftmörderin Cußenbergcr rechtskräftig zum Tode verurteilt.

Der Erste Strafsenat des Reichsgerichts bestätigte durch Verwerfung der Revision das Urteil des Schwurgerichts Augsbura, durch das die geschiedene Sägewerksbesitzersfrau Lutzenberger aus Schwab­münchen wegen Giftmordes an ihrem Stiefvater, dem Pferdehändler Zerrte, zum Tode und wegen weiterer fünf Verbrechen des versuchten Giftmor'oes an ihrer Stiefmutter und der Familie des Ober­sekretärs Schrott zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Die Verteidigung versuchte ver­geblich das auf Indizien aufgebaute Urteil damit zu erschüttern, daß sie behauptete das Schwurgericht sei von Anfang an gegen die Angeklagte eingestellt gewesen und habe deshalb einige Zeugen zu Unrecht wegen Verdachtes der Begünstigung nicht vereidigt.

Ein Revyorker Atelierhaus in Flammen.

In einem Reuyorker Atelierhaus am oberen Broadway brach Donnerstagnacht Feuer aus und griff auf einleer stehendes Thea ter über. Die meisten Hausbewohner konnten sich über die Dächer in Sicherheit bringen. Die gesamte Reuhorker Feuerwehr wurde ein­gesetzt und konnte noch 24 Personen retten, die vom Feuer und Rauch abgeschnitten waren. Bis­her wurden sechs tote Hausbewohner geborgen. Da noch mehrere Personen vermißt werden, befürchtet man, daß sich die Zahl der Opfer noch erhöhen wird. Reunzehn Feuerwehr­leute wurden verletzt, ebenso drei Pressephoto­graphen, die sich zu weit vorgewagt hatten.

DerZlieger von Tsingtau"' tödlich abgestürzt.

Günther Plüschow, der «Flieger von Tsmg- tau, ist bei einem Flug über dem Feuerland mit dem Flugzeug abgestürzt und getötet worden. Mit ihm soll auch sein Begleiter, dessen Rame noch nicht bekannt ist, ums Leben ge­kommen sein.

Der Absturz erfolgte bei dem See Rico, der auf dem Argentinien gehörenden Teil oou Jener- land liegt. Das Flugzeug wurde völlig zerstört. Die beiden Flieger waren auf einer Forschungs­reise im bisher unerforschten argentinisch-chilenischem Grenzgebiet begriffen. Sie hatten letzten Dezember über Flüge in S ü d - P a t a g o n i e n berichte, wo sie namentlich die Gegend zwischen dem Lag» Mrgentino und dem Veied-Ma-See erforschten, de seiner Schilderung nach ein von allen Selten vor zahlreichen Gletschern eingeschlossenes Hochge­birge darstellt.

Günther Plüschow, der in wenigen Tagen feinst 45. Geburtstag gefeiert hätte, ist in der ganzen Weit als derFlieger von Tsingtau be­kannt. Bei Ausbruch des Krieges war er d.r einzige Flieger in der von Japanern belagerten Festung von Tsingtau. Er leistete dem Heldenmuts' gen Widerstand der kleinen^dSVtschen Schar weit­vollste Aufklärungsdienste. Kurz vor dem Fall btr Festung verließ er auf Befehl des Gouverneurs aif dem Luftwege Tsingtau und landete planmäßig in Hai-Dfchou in der Provinz Kiangsu. lieber Ameritn und England und nach einer abenteuer^ lichen Flucht aus einem englischen Gefangen lager gelangte er schließlich nach Deutschland, wo er Kommandeur einer Marineflugstation in Osten wurde. Nach dem Krieg unternahm Plüschoa» mehrere Forschungsfahrten nach Südamerika. 'Qnt Feuerland drehte er den bekannten FilmSil- berkondorüberFeuerland. Erst im Vor­jahr trat er eine neue Expedition nach Patagonien, demLand seiner Sehnsucht", an.

Wieder vier Todesopfer eines Lawinenunglück«.

Im Geriet der Furka im Berner Oberland hat sich am Mittwoch ein schweres Lawinen­unglück zugettagen, bei dem vier Per­sonen den Tod fanden. Sechs Engländer, zwei Herren und vier Damen sowie drei Führer waren am letzten Freitag von Adel­boden aufgebrochen, um sich über beit Aletsch-Gletscher nvch dem Wallis zu begeben. Sie wurden seit Mittwoch ver­mißt. Eine von Grindelwald ausgesandte Ret­tungsmannschaft konnte wegen des furchtbaren Wetters nichts ausrichten. Die zweite Kolonne fanb am Freitag fünf Aeberlebende auf der Riedern-Alp vor. Sie waren in dec Rähe der Rieder-Furka von einer Lawine überrasch t worden, durch die Miß Surniwast und ihre Tochter sowie Miß Gallowah und der Führer Christian Därtschi aus Adelboden mit fortgerissen wurden. Den beiden anderen gelang es, sich an Tannenästen festzuklammem. Die Suche nach den in der Tiefe Verschwundenen muffte wegen erneuten Schneefalls und weiterer La­winengefahr unterbrochen werden, bis die her­beigerufene Rettungskolonne die Bergungsarbei­ten energisch aufneßmen konnte.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Nachdem in den gestrigen Nachmtttagsstundm das Regengebiet der zweiten Störung unseren Ar» zirk überquert hat, brachte die nachfolgende Kclt- luft sowie das teilweise Aufklaren wieder lempt- raturrückgang bis zum Gefrierpunkt und etwas darunter. Dabei hat sich durch den onfteigentm Luftdruck eine Hochdruckrinne hergestellt, welch« con dem Biskayahoch nach dem skandinavischen und filfr mschen hinzieht. Sie wird unsere Wetterlage var- übergehend beherrschen, so daß in der kommenden Nacht vielfach Frost auftritt; jedoch stellt das uem Tief zwischen Irland und Island einen abermaligen Witterungswechsel in Aussicht. Heber Irland, Er§- land und der Nordwestküste Frankreichs zeigt bis Barometer stark fallende Tendenz, die Winde drehem nach Süden zu und verbreitete Niederschläge treten dort schon wieder auf.

Aussichten für Sonntag: Rachtsnst, bimftig und bewölkt mit Aufklaren, später erneute Eintrübung mit Riederschlägen.

Aussichten für Montag: Milder, bt- deckt mit Riederschlägen, dann wieder wechselnd wolkig.

Amtliche Wintersporknachclchken.

Vogelsberg, Hoherodskopf: 6d)ö«h dunstig, 3 Grad, 40 cm Schnee, gekörnt; Ski tffliD Rodeln sehr gut. Herchenhainer fjSfit Klar,2 Grad, 25 cm Pulverschnee; Ski und 91^ dein sehr gut.

Schw arzw ald, Feldberg: BewÄd. 6 Grad, 175 Zentimeter Pulverschnee vst und Rvdciu sehr gut.

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50 Jahre im Sienj 2jn 31. Januar sind ^.^scheTartem ^Wartnerec eintrat,

seinem 18. S ? bfr* Srünan M und Mlszub U 5^ 1893 noch al Aaftigt toar, tour "r StadldevEm PS?* 311 folget 'Äs unauffällig^ elßnU,L1920 au

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