grmonl
•2T%*s?
die er 50 Jahre lang für die Stadt Gießen geleistet hat, ihm auch ohne laute Worte von vielen Einwohnern gedankt wird.
LlmzugSverbot für nichthessische Nationalsozialisten.
WSV. Auf Gründ de» Artikels 123 Abs. 8 der Reichsversassung und zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung wurden vom hessischen Minister des Innern mit sofortiger Wirkung bi- auf weiteres für daS Gebiet des Dolksstaates Helsen alle öffentlichen Kundgeoungen, Auf- und Amzüge, Durch» märfche und Versammlungen unter freiem Himmel verboten, die von Gruppen nicht in Hessen wohnender Angehöriger der VLDAP. oder deren Unter-, Hilfs- und Vebenorganisationen veranstaltet oder besucht werden. Verbotswidrig veranstaltete Kundgebungen verfallen ohne weitere Ankündigung polizeilicher Auflösung. Di« Polizeibeamten sind angewiesen, gegen Zuwiderhandlungen mit allem Vachdruck einzuschreiten. In der Begründung dieses Verbotes vom 29. Januar 1931 wird darauf hingewiesen, daß sich in letzter Zeit auherhelsische Ortsgruppen der VSDAP. immer häufiger Hessen als Aufmarschgebiet ausgewählt haben. Dabei „treten sie als Ortsfremde, die bei ungesetzlichem Verhalten oft schwer zu ermitteln unb zu überführen sind, besonders herausfordernd und rücksichtslos auf". Ihr Auftreten bedeute somit eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sich«rheit.
Winierhil e 1930 31.
Von den privaten Wohlfahrts-Organisationen wird uns geschrieben:
Die Organisationen der privaten Wohltätigkeit haben sich zusawmengeschlossen, um das durch die Städtische Nothilfe bereits ins Leben gerufene Hilfswerk zu ergänzen und zu erweitern. Mit dieser gemeinsamen Arbeit, „Winterhilfe 19 30/31", wollen wir unseren notleidenden Mitmenschen helfen. Da die jetzige Not gemeinsames Schicksal ist, müssen religiöse Bekenntnisse, politische Anschauungen und alle sonstigen Standesunterschiede in den Hintergrund treten, und es darf nur ein gemeinsamer Wille den einzelnen sowohl, wie die Allgemeinheit beherrschen, den darbenden Nächsten Helsen zu wollen. Unsere Tätigkeit auf dem Gebiete der Fürsorge hat uns erschreckend erkennen lassen, wie unendlich groß die Not in vielen Familien ist. Es muß das Herz eines jeden gesitteten Menschen rühren, wenn er auf das grenzenlose Elend gar mancher Familien hingewiesen wird, welches darin besteht, daß es bei den beschränktesten Wohnungsverhältnissen auch noch an den unbedingt notwendigen Lebensmitteln und Kleidungsstücken sowohl für Kln- der, wie für Erwachsene fehlt. Wir wissen, daß in den meisten Fällen die Not unverschuldet ist. Wir wissen, daß viele notleidende Männer und Frauen neben der materiellen Not auch noch darunter seelisch außerordentlich leiden, trog Arbeitsfähigkeit und besten Willens keine Erwerbsmöglichkeit zu finden. Wir wissen aber auch, daß der Sinn für die Nach- stenliebe, wie überhaupt das Gemeinschaftsgefühl in unserer Stadt groß ist. Deshalb rufen auch wir zur allgemeinen öffentlichen Hilfe auf. Gar mancher hat schon geholfen, viele müssen noch helfen! Unser Hilfswerk soll im wesentlichen in der Aufbringung von Geldmitteln bestehen.
Es ist zunächst in Aussicht genommen, am Donnerstag, 5. Februar, im Eafs Leib «in Wo hl- tätigkeits-Konzert zu Gunsten der Winterhilfe 1930/31 zu veranstalten. Daher ergeht zunächst der Nus an die Bevölkerung in Stadt und Land, dieses Wohltätigkeitskonzert recht zahlreich zu besuchen. Auf den Aufruf der privaten Wohlfahrts-Organisationen im heutigen Anzeigenteil sei verwiesen.
Konzert
-er Gesangsschule Krau Dr. Meyer.
Die Veranstaltung, die zugunsten Gießener Schwesterstationen ging, war erfreulicherweise sehr gut besucht. Frau Meyer hatte ihre Schülerinnen im Rahmen eines reichhaltigen, geschickt zusammengestellten Programms vor die verschiedensten Aufgaben gestellt. Das rein Solistische hatte dabei den Vorzug. Ein Gesamtüberblick zeigte recht gute Schulung in bezug auf Stimmbildung, Atemtechnik und Aussprache. Das Musikalisch- Ausdrucksmähige, das in fast allen Fällen mitgebracht wird, kann durch die Weiterbildung leicht weiter gefördert werden. Jedenfalls verdient die rein pädagogische Leistung von Frau Meyer weitgehende Anerkennung.
Den Beginn machte eine Rezitation (Melodram) von Frau Walther-Lederer, deren Wiedergabe sichtlich einen tiefen und nachhaltigen Eindruck machte und als wohlgelungener, geschmackvoller Auftakt zu werten ist. Frl. Irene Walther begleitete am Flügel dezent und mit ausgezeichneter Einfühlung. Es folgte ein Duett von Mendelssohn (Frl. Haase und Frl. Zwang), das recht sauber klang. Darauf eine Arie auS Mozarts .Figaro" von Frl. R e u l i n g, natürlich vermittelt. Frl. Zwang zeigte in zwei Schumann-Liedern recht gut stimmlich« Mittel und einen sicheren Vortrag, ebenso Frl. Haase mit einer anderen Arie aus .Figaro". Frau Gretel W o e l k e gelang überzeugend und vorzüglich im Ausdruck eine Arie aus Glucks .Orpheus und Surydice". Ihre Leistung hat sich sehr zu ihrem Vorteil verändert. Frl. Leni Palm und Frl. Hilde Wohlfahrt gaben einer Mignon-Arie bzw einer Arie aus GounodS .Margarethe" warmes Leben und guten Ausdruck. Toni Otto fang Schuberts .Rastlose Liebe" und .Gretchen am Spinnrad" mit wertvollem stimmlichem Material und beachtenswert sicherem, stilvollen musikalischem Ausdruck. Hilde Wohlfahrt und Lotte Wörmann sangen ein Duett auS Humperdincks .Hänsel und Gretel" einfach und natürlich. Irene v. Recko w vermittelte recht eindrucksvoll zwei Vrahmsche Lieder, von denen das erste (.Don ewiger Liebe") am überzeugendsten wirkte.
Frau Paula Franke-Zvndervan, die sich für den Abend liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt hatte, wußte die Zuhörer mit einer Arie aus .Samson und Dalila" (im ersten Teil der Dortragsfolge) und zwei weiteren Liedern von Gretschaninow und Richard Strauß außerordentlich zu fesseln. Ihr Vortrag, der sich völlig frei von theatralischen Effekten hielt, hinterließ
einen tiefen Eindruck, der die Zuhörer zu sehr starkem Beifall veranlaßte.
Am Flügel begleitete Frau Elfriede Fischer, ebenso wie Frl. Irene Walther aus dem Programm nicht genannt, sämtliche Schülerinnen und Frau Franke-Zondervan. In vorbildlicher Weise paßte sie sich jeder einzelnen Sängerin bzw. der Stilart des betreffenden Werke- an. Die Begleitung der beiden Mozart-Arien sei befon- ders hervorgehoben.
Frau Herta Meyer durfte am Schluss« den starken, wohlverdienten Beifall der Zuhörer für die recht guten Leistungen ihrer Schülerinnen entgegennehmen, und sie kann mit Recht den Abend alS Erfolg bezeichnen. B.
Gictzenc' ^schenmarktpreise.
Ss kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von HO an, Butter 130 bis 140, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück, 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15. Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Endivien 80 bis 100, Kartoffeln 3,5 bis 4, Aepfel 30 bis 45, Birnen 20 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 bis 120, Suppenhühner 90 bis 120, Vüsfe 50 bis 60; das Stuck: Tauben 70 bis 80, Eier 13, Blumenkohl 40 bis 100, Salat 25 bis 30, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 bis 3, Weißkraut 8 bis 10, Wirsing 12 bis 15, Rotkraut 10 bi- 12 Mark.
Vornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Gesangverein „Heiterkeit": Generalversamnrlung, 20 älhr, im Vereinslokal. — VfB. 08: Monats-
berufstätige! Den« an die Äot der infolge Arbeitslosigkeit darbenden Kamilien.LleberweisteuerGcherfleinder
Städtischen Nothilfe 1930.
-L - ------1..........■!!■■' ■ . —........
Versammlung, 20.15 LIHr, im Vereinsheim. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Die singend« Stadt". — Astoria-Lichtspiele: „Razzia" unb „Unter falschem 07amen“.
— Tageskalender für Sonntag. Konzertverein: Universitäts-Aula, „Wendling- Quartett". 17 Uhr — Stadttheater Gießen: .Marius ahoi!" Geschlossene Vorstellung 14 bis 17 Uhr. 18.30 bis 21.30 Uhr: .Meine Schwester und ich". — Vortrag von Prof. Dr. Bürker: .Die Funktionen des Vervensyftems", 11.30 Uhr, im Physiologischen Instttut, Friedrichstraße 24. — Dienenzüchterverein Gießen und Umgebung: 14 Uhr Generalversammlung bei Kraft, Frankfurter Straße 81. Eisenbahn-Fahrbeamten- Derein Gießen: 15 Uhr Generalversammlung im Vereinslokal .Stadt Wetzlar". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Kulturfilm .Silberkondvr über <5euerlaub , 11.15 Uhr; nachmittags und abends: „Die singende Stadt". — Astoria-Lichtspiele: .Razzia" und .Unter falschem Vamen".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr (im Freitagsäbonne ment), Erstaufführung der erfolgreichen Komödie „Marius ahoi!" von Marcel Pagnol unter der Spielleitung von Intendant Dr. P rasch. Mitwirkende Damen: Schuber- Jüngling, Walter-Lederer, Wielander, Tipp- rnann; Herren: Hub, ßinhnann. Vieren, Ritter, Volck, Schelcher, Zingel, Heck, Philipp. — Sonntag, 1. Februar, 14 Uhr geschlossene Vorstellung: „Marius ahoi!" von Marcel Pagnol. — 18.30 Uhr zum zehntenmal als Freindenvorstellung die erfolgreiche Iazzoperette „Meine Schwester und ich". — Montag, 2. Februar, 19.45 Uhr einmaliges Gastspiel von Paul Wegener mit seinem Berliner Ensemble in Friedrich Hebbels Trauerspiel:. „Maria Magdalene". — Dienstag, 3. Februar, 20 Uhr das Shakespeare-Lustspiel „Der Widerspenstigen Zähmung" unter der Spielleitung von Peter Fassott. — Mittwoch, 4. Februar, 20 Uhr, Wiederholung der erfolgreichen Komödie .Marius ahoi!", Spielleitung Intendant Dr. Prasch. — Freitag, 6. Februar, 19.30 Uhr, die Satire: „Leinen aus Irland" von Stephan Ka- mare, Spielleitung Dr. Ritter.
— Liebig-Museum. In den Räumen deS Liebigmuseums ist eine Sammlung von Thüringer Denkwürdigkeiten aus dem Besitz von Geheimrat Sommer ausgestellt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen.
— Gesellschaft für Erd-undVölker- ku n d e. Vächsten Donnerstagabend in der Reuen Aula Vortrag mit Lichtbildern. Pröf. Dr. Kühn, Kiel, spricht über „Vatur und Kultur im nordwestlichen Argenttnien". (Siehe heutige Anzeige.)
— Die Volkshochschule bittet uns, darauf hinzuweisen, daß der Kurs .Die Mode, ein Zweig der kulturgeschichtlichen Entwicklung", am Montagabend wieder ausgenommen wird. Näheres in der heutigen Anzeige.
— Die ChristengemeinschaftGießen veranstaltet am Montag, 2. Februar, 20,15 Uhr, im Hörsaal 40 der Universität einen Vortragsabend, in dein Dr. Johannes Hemleben (Hamburg) über das Thema „Weltschöpfung und Wellende" (Kosmologie der Vaturwissenschaften und der Bibel) sprechen wird. (Siehe Anzeige.)
•
“ Das Paul-Wegener^Ga st spiel im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz ist bestrebt, dem Theaterpublikum Gastspiele wirklich führender prominenter Künstler zu vermitteln. Sie hat daher Paul Wegener mit seinem Berliner Ensemble zu einem einmaligen Gastspiel für Montag, 2. Februar, verpflichtet. Wegener wird die Rolle des „Meister Anton" in Hebbels „Maria Magdalene" spielen. Lebenswahr und stark, der Felsblock einet Weltanschauung, so spielt Wegener in seiner starken Menschen- und Künstlernatur den dämonisch gewissenhaften Alten mit einer ungeheuer überzeugenden Gewalt. Die Vorstellung beginnt 19.45 Uhr. Zehner^Karlen
YerfriebfUSJ. GlogautCO Chicago
Erhßftkh Xeken . srien
werden in Zahlung genommen; ermäßigte Ope^ rettenpreise gelten für Abonnenten.
" Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. Di« Räum« sind geheizt. ,
•• Ober hessischer Kunstv« rein. Dte derzeitige Ausstellung „Der schöne Mensch" bleibt noch bis Sonntag, 8. Februar, einschließlich geöffnet. Die neben ihr ausgelegte Kollektion graphischer Werke Felix KlipsteinS wurde noch durch einen interessanten Holzschnitt: Laubach, vermehrt. Auch der Piperdruck: Asnath, aus Rembrandts: Jakobs Segen, ist noch ausgehängt und den Mitgliedern zu sehr mäßigem Vorzugspreise, zugänglich. Das Bild stellt Asnath, die Tochter des ägyptischen Priesters Pothifera zu On unb Gattin Josefs während des Segens dar, den Josefs Vater Jakob ihren beiden Söhnen Manassa und Ephraim erteilte, wobei er sie, seine Enkel, seinen eigenen Söhnen Ruben und Simeon gleiche stellte, aber den jüngeren Ephraim dem älteren Manasse bewußt vorletzte (I.Mos. Kap. 41 D. 45 bis 50, Kap. 46 V. 20. Kap. 48 V. 5. 6, 1&-20).
" Die Städtische Kunstsammlung imVeuenSchloh, Eingang Senckenbergstraße. ist morgen. Sonntag, von 11 bi- 13 Uhr bei. freiem Eintritt geöffnet Kinder haben nut in Begleitung Erwachsener 3utritt.
** Geschäftsjubiläum. Am 1. Februar find 30 Jahre verflossen, daß Schreinermeister Karl Klingelmeyer, Ludwigstrahe 57, sein Geschäft gegründet hat. Zwar betrieb schon fein Vater, Adolf Klingelmeyer, eine Schreinerei, nach seinem Tode aber ruhte das Geschäft einige Jahre, bis sich der Sohn, nachdem er sich auswärts betätigt hatte, hier selbständig machte. In der Zeit, da der jetzige Inhaber im Felde stand, wurde das (Geschäft von seiner Ehefrau ohne Unterbrechung weitergeführt.
*• Dien ft Jubiläum bei der Reichs« bahn. Am 1. Februar kann der Lokomotivführer Friedrich Eckhardt, Ebelstraße 41 wohnhaft, auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurüci ■ blicken. Der Jubilar erfreut sich bei seinen Kollegen, und zahlreichen Mitbürgern großer Wettschätzung, auch als langjähriger Chormeifter der Gesangb- abteilung der Gießener Ortsgruppe Deutscher Lokomotivführer ist er allgemein beliebt und geschäht.
*• Glänzende Erfolg« eines Gießener Geflügelzüchters. Auf der größten Geflügelschau der Welt, der mit 18 000 Vummern beschickten IubiläumS-Vattonale iii- Leipzig, erhielt Conr. Rübsamen von hier auf Peking-Enten unb Rhodeländer Hühner bio höchste Auszeichnung „Sieger", die Rote „Vor - züglich" gleich achtmal, „Sehr gut", mehrere erste unb Ehreirpreis«, auch wurde ihm noch der „Höchst - leistungspreis" zuerkannt.
•* Städtische VuhholAver steigern ng. Es fei auf die am nächsten Montag, 2. Februar, 10,30 Uhr, in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe", hier, stattfindende Vuhholz-Ver- fteigerung der Stadt Gießen hingewiesen. Bei des Versteigerung kommen Fichtenlangholz. Kiefernlangholz, Eichenftammholz unb Fichtenderb- und Reisstangen zum Ausgebot. Das VersteigerungS- ausschreiben war im Gießener Anzeiger front 24. Januar veröffentlicht.
" Die Hessische Aufbauschule in Friedberg macht im Anzeigenteil unserer heutigen Vummer auf die Anmeldung und Aufnahmeprüfung für die Aufbauschule aufmerksam« Die Aufbauschule führt begabte, fleißige unb gesunde Jungen, die mindestens sieben Jahr« bto Volksschule besucht haben, in sechs Jahren zun Reifeprüfung. Das Reifezeugnis der Schule berechtigt zu allen akademischen Studien unb zu allen Berufen, für hie das Bestehen der Reifeprüfung Vorbedingung ist. Weiteres ist aus der Anzeige, ersichtlich.
•* Zur Richtigstellung. Die In unserem gestrigen Bericht über den Abbruch der Ebelschem Scheune mitgeteilt« Anfertigung eines Modells diese- alten Bauwerks ist insoweit zu berichtigen» daß daS Modell nicht von der Gewerbeschule, sondern von der Schreinerklasse der gewerblicheii Berufsschule angefertigt wird. Die Schüler diese» Klasse führen diese Arbeit zum Teil In ihren freien Zeit aus. Das Modell soll nach der Fertigstellung öffentlich ausgestellt werden.
Lpiclplan der frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 1. Februar, von 15 bis gegen 18 Ufyr: Zar und Zimmermann; von 19.30 bis 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Montag, 2., von 19.30 bis nach 22 Ufjr: Ballettabend. Dienstag, 3., von 19 bis nach 22.45 ilbr: Den Rosenkavalier. Mittwoch, 4., von 19.30 bis nach 22 Ufjr: Der Barbier von Sevilla. Donnerstag. 5., fron 19.30 bis gegen 22.30 Ahr: Simone Boccanegra. Freitag, 6., von 19 bis gegen 22.30 Ahr: Tannhäuser. Samstag, 7., Don 19 bis 22.15 Ahr: Figaros Hochzeit.
Schauspielhaus. Sonntag, 1. Februar, von 16 bis gegen 18 Hör: Die neue Sachlichkeit; von 20 bis gegen 23 Hhr: Phaea. Montag, 2., von 20 bis gegen 22 Hör: Sturm im Wasserglas. Dienstag, 3., von 20 bis gegen 23 Llhr: Phaea. Mittwoch, 4. unb Donnerstag, 5., von 20 biß nach 22.30 Hör: Diel Lärm um nichts. Freitag, 6., fron 16.30 bis nach 18 Hör: 1. Gastspiel der Max- und Moritz-Bühne: Max unb Moritz. 20 bis gegen 23 Hör: Wie werde ich reich unb glücklich? Samstag, 7., fron 16.30 bis nach 18 Uhr: 2. Gastspiel der Max- und Morih-Bühne: Max und Moritz; 20 bis gegen 23 Hör: Phaea. __________(Schluß des redaktionellen Teils.)
Das „Glück im Viehstalle" will bei manchem nicht einkehren. Geht man gewissenhaft her Ursache nach, so zeigt es sich, baß in 99 von 100 Fällen nicht an. steckende Seuchen, sondern grundfalsche, unmoderne Fütterungsweisen schuld daran sind. Kerngesunde Tiere, die ohne Knochenerkrankungen froh heran- wachsen, die gute Futteroerwerter sind und sich deshalb schnell aufmästen lassen, die hohe Milchleistungen vollbringen die durch ihr dichtes, glänzendes Haarkleid auffallen, find das „Glück im Stalle", und dieses Glück kann jeder erzwinge«, wenn er richtig füttert. Die Firma M. Brockmann in Leipzig-Eutritzsch hat seit 50 Jahren auf die richtige Zusammensetzung der Futtermittel hingewiesen, und Tausende von deutschen Viehhaltern benutzen als ständiges Beifutter M. Brockmanns „Zwerg-Marke", die kein gewöhnlicher Futterkalk, sondern ein physiologisch vollkommenes Nährsalzgemisch ift 358V
kjfem hier Ptr'
m beiden enbzttn gelnii kfhuHammtrn. Die &4t e Verschwundenen mvfy esM und weitetet en werden, bis die hrr- lomic die SergungSatto i konnte.
Wtrlaflt
IwMtSl pic oo6,n
,, inlldru«
' e*nes tawsnenvnzikss imJBemerObetimbto ^eres LawineV-
ss-
* '^'eflet h*
'■«Ä y.
bem see v। ** ° ll?
‘;Ä
m D°n aUen *
**•* hJ,'
>on Iiinr 9Qti)enH,, on ÄSL*? et let Weie bem tafe* ZM
"äS
en Freitag von Adel- M sich über der nvch dem Dalli, eit Mittwoch v<r.
elwald ausgesandte Lt- wegen des turchtbarn: i
Die »weite foW Ueberlebende ars vor. Sie waren in kt - von einer Lawiiu ' wrch die Mih SurniwaL . MH Tallvwah unb k W aus Adelbvden
Hasses finstere Wogen das Leben bestürmen. Die Sterne Baduzens sind fron der ewigen Art, unb seine Sonne ist Gottes schönstes Lächeln.
Rur ein Herz, ein ttchtiges Herz müssen wir haben, das sich nicht fron der Nüchternheit der Welt gefangennehmen läßt, bas taghin sein tapfer Werk tut, aber im übrigen ein Herz bleibt mit einem Kinderwinkel darinnen. DaS klingt närttsch, ist aber ein Stücklein bester Weisheit unb führt ins Glück, in baS echte, liebe Menschsein unb die unvergängliche Iugenb.
50 Jahre im Dienst der Stadt Gießen
Am 31. Januar sind 50 Jahre verflossen, seit der städtische Gartenmeister Müller bei der Stadtgärtnerei eintrat, nachdem er bei Dalmer in der Wilhelmstrahe seine Lehrjahre beendet hatte. Don seinem 18. Lebensjahre ab hat er mitgeholfen, die Grünanlagen der Stadt Gießen zu pflegen unb auszubauen. Vachdem er von 1888 ab bis 1893 noch als Vorarbeiter im Tage- lohn beschäfttgt war, wurde er am 1. Oktober 1893 von der Stadtverwaltung in feste Besoldung genommen. In den folgenden Jahren ist er dann in stiller, unauffälliger Arbeit tätig gewesen, bis er am 2. Juni 1920 zum Stadtgärtner ernannt wurde. Schon drei Jahre später, am l.Mai * 1923, erhielt er den Titel „Obergärtner" und am 7. Oktober 1927 den eines „Gartenmeisters".
Nun steht Herr Müller am Ende einer 50jährigen Tätigkeit. Mancher Baum, mit Sorgfalt und Liebe im Pflanzgatten aus dem Samenkorn gezogen, steht jetzt, von seiner Hand gepflanzt, an den Straßen oder in den Grünflächen. Jeder Bewohner Gießens, der im Sommer durch die Anlagen des alten Stadtwalles wandert, wird stets feine Freude haben an den schönen Baumgruppen und farbigen Blumenbeeten. Noch int vorigen Jahre hat Gartenmeister Müller die Neuanlage der Grünflächen an der Westanlage und am Schiffenberger Weg durchge- fühtt, grüne Schmuckplätze, die erst in den kommenden Jahren zur vollen Wirkung und Wertung kommen werden. Manches Mal hat der reiche Blumenschmuck städtischer Häuser viele Worte der Anerkennung gefunden, und erst im letzten Jahre bat der Verkehrs- und Verschönerungsverein die Arbeit Müllers bei der Ausschmückung dieser Bauten durch eine besondere Auszeichnung anerkannt.
So hätte jetzt Herr Müller Anspruch darauf, aus den Diensten der Stadtverwaltung auszuscheiden und die weiteren Lebensjahre in beschaulicher Ruhe )u verbringen. Die augenblicklichen Verhältnisse haben es aber noch nicht zugelassen, seinen Nachfol- «er schon zu wählen, und deshalb hat sich Herr niller bereit gefunden, seinen Dienst noch für einige Zeit weiter zu versehen. Wenn dann der ■tag seines endgültigen Ausscheidens aus dem ftäbti» !chen Dienst gekommen fein wird, kann er den Ruhestand antreten in dem Bewußtsein, daß die Arbeit,
Aus Oer Provinzialbouplstadr
Gießen, den 31. Januar 1930.
„Vaduz."
Don Neinnold Braun.
Wer da weise träumen kann, träumt sich vieles bald heran, träumt sich viel in sich hinein, was so göttlich, schön und rein. Edler Traum ist ein Magnet und auch Andacht und Gebet ...
Der junge Brentano hatte mit der geliebten Schwester in Frankfurter Elternhause sich ein altes Kaffeefaß zu einer Ritterburg umgestaltet und dieses köstlich duftende Idyll in feiner träumerischen Äna- benweise „Vaduz" genannt. Vaduz lag für ihn irgendwo im Märchenland, rofenoerfponnen, mit aller Farbigkeit glückvoller Phantasie gesegnet. Im Drentanoschen Hause ging es etwas kaufmäimisch- niichtern zu, und der Knabe hatte mancherlei Spott auszuhalten. Keiner konnte recht verstehen, welch' einen inneren, stärkenden Reichtum ihm fein Vaduz schenkte. In seiner Unverstandenheit und mit betrübtem Herzen ging er eines Tages zur ewig freundlichen und verständnisvollen Mutter Goethes, um ihr fein Leid zu klagen. Wie fein sagte da die herrliche Frau: „Jeder hat sein Vaduz, laß dich nicht Irre machen, dein Vaduz ist dein und liegt auf keiner Landkarte und alle Frankfurter Stadtsoldaten und selbst die Geleitsreiter mit dem Antichrist an der Spitze können dir es nicht wegnehmen; es liegt, wo dein Geist, dein Herz auf die Weide geht!"
„Jeder hat sein Vaduz ...", oder sollte es haben, das köstlich Gegenvolige dieser allzw wirbligen, oft bösartigen Wirklichkeitswelt!
Wacht nicht ein ganzes Idyll auf bei den Worten. „Wo dein Geist, dein Herz auf die Weide geht." Das schmeckt nach holdem Behagen und seliger Ioch- losigkeit, nach Weite und Sonne, ist wie Bachge- riesel und Lenzblütenwiese, als wäre alle" Gottes- Güte auf diesen einen Fleck niedergesunken, und jeder Baum ist ein Baum des Friedens, und jedwede Krone ist eine einzige Blütenopferflamme, und der Hoffnung gefiederte lieblichste Sänger fingen ihr Herz in den gnadenden Tag.
Ja, jeber muß «twas haben, da das Schönst«, Tiefst«, das Heilige feiner Seele sich betten kann in Zeitlosigkeit, da es heimfindet zu den ewigen ®ültigfeiten, es ihn grüßt wie einer uni irdischen Küste wunderbar klingender Saum, da Güte ihn heimholt, fei es die Gottes oder eines Mensck^n oder die des Schönen, sich offenbarend in Kunst ynd Vatur, oder daß Erinnerung zauberifch die goldenen Fäden webt.
Jeder muh fein Vaduz haben, da er anderem begegnet als den Bildern des AlltaJs, da das Höhere, Reinere ihn grüßt und neu ihm Herz und Geist beschwingt, da er der urhaft Erschlossene ift, zum Wunder tieferen Schauens. Erkennens und Fühlens, da daS Reich der Mütter ihn umfängt mit tausend singenden Bronnen, da das Götllich« schöpfettfch die Seele berührt unb mit neuer Kraft füllt für den Kamps in der tosenden Erdenwelt.
lind das ist das Schöne deines und meines Vaduz: Man kann es betreten zu jeder Stunde und immer ist wie ein Muttergruß fein liebliches Willkomm, und immer ift’6 von neuem Schmelz und neuem Wunder. Ein wirkliches Vaduz läßt sich nicht ausschöpsen; man kommt nie an feine Grenze; denn es bleibt Unendlichkeit mitten im winzigsten Raume. Reichtum mitten in Armut, Himmel mitten in der irdischen Brandung, Eiland der Liebe und ihres Friedens, ob auch des
S *
± welch« ? ■ rinnt ' •:*en unb ’ irb unlere (oninitiW so daß in ri.rtf T®1 tritt; ' aderns
it Audren-
>rschiagen< J
gf(orT1; fic'1
Rullrich Salr - Sodbrennen y zsoflno.eo. Tableften‘0,25 u.i,5o


