Ausgabe 
30.11.1931
 
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Industrie- und Handelskammer Gießen

iat die

ntocnbunfl fom- Ardeiten einem

rheinischen Unternehmer übertragen aber bald nach Beginn der maschinellen Arbeiten störte ein große-

Große Strafkammer Gießen.

Gießen, 24. Rov. Unter Ausschluß der Oeffentiichkeit verhandelte die Strafkammer au- nächst in einet Jug endfache. 6in Jugendlicher war vom Amtsgericht wegen schweren Diebstahls zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden, auherdem war b;e Schutzaufsicht über chn angeordnet. Gegen dieses Urteil wurde Be­rufung eingelegt. Der Vater des Angeklagten begehrte die Aufhebung der Schutzhaft, da er durchaus in der Lage fei, selbst die Aufsicht über seinen Sohn auSzuüben. Da- Berufungsgericht

# Krofdorf. 27. Bob. 3m Amtsbezirk Ahbach-LaunSbach finden In diesem Winter drei tzauShaltung-wanderkurse de- Krei­se- statt. Der erste Kursus ist z. Zt. in G a r b e n heim Im Dange, der -weite beginnt Mitte De­zember in D u t e n h o s c n. der dritte ist ab ' 111C f

Q Lützellinden, 24.91od. Die Dränage, arbeiten der Tuhrbach und Zech weide ein Projekt, das schon icit 3abrrn der 21 u h.

rung harrte sind nunmehr in Angriff genon worden. Für die Dränierung sollte da- neue stem der Maulwurssdränaae men. Der Gemeinderat da

Mitte Februar 1932 für Salzböden vorge­sehen. Der Unterricht wird unentgeltlich erteilt. An den Kursen können auch Mädchen au- den Rachbarorten teiinehmen, sofern die Höchstteil- nehmerzahl von 24 nicht überschritten wird.

3 Ahdach, 27. Nov. Die hiesige Gemeinde- l a g d ist neu verpachtet worden und ging für 1420 Mk. jährlich an Fabrikant R i n n zu Heuchel- ^im^über. Der bi-hcrige Pachtprei- betrug 2330

Kundsunkproqramm.

Dienstag, 1. Dezember.

7.20: Frühkonzert. 10.00 bi- 11.15: Freiburg i. Dr.. Stftalt zur Eröffnung der neuen Universi­tätskliniken. 12.05: Schalchlattentonzert. 1520 bii 15 50: HauSsrauen-Rachmittaa. 16.00: Konzert. 17.05: KurhauS Glotterbad: ÄachmittagSkonzert. 18.10: .Warum wechselt die Mode?". Gespräch zwischen W. Gollub und Han- Guth. 19.05: »Dich­tung und höhere Schulen", Dortrag von Paul Wanner 19.35: Kleiner Wegweiser durch Weih­nachtsbücher. Don Willst HaaS. 19 45: Unterhal­tungskonzert des Rundfunkorchesters. 20.45: Län­der-Querschnitt 111. Frankreich in seiner Kunst. 22.40 bis 23.30: W. 2L Mozart. Zum 140. Todes­tag am 5. Dezember 1931. Klavier-Musik.

Heber die jüngste Sitzung der 3 n 6 u ft r t e - und Handelskammer Giesten für die Kreise Giesten, AlSfeld und Lauterbach wird unS berichtet: .

Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden tfabrt- kant Ludwig Rinn, nimmt die Versammlung ein Referat des Syndikus über

rvirljchofisfragen der Gegenwart" entgegen, in welchem für die Behebung der Wirt- schaftstrise die folgenden Forderungen oufgeftellt weroen: , v ,

Die Reparationsfrage ist endgültig im Sinne einer völligen Beseitigung der Kriegsentschä­digungen 3U lösen. Eine vernünftige Kreditpo­litik muß auf die Versorgung aller kreditwürdigen Betriebe bedacht sein: dabei darf eine Zinssenkung von Gesetzes wegen nicht eintreten. In der Steuer- Politik muß der schon seit Jahren verlassene Grundgedanke wieder zur Geltung kommen, daß die Leistungsfähigkeit den Maßstab für die Höhe der Steuerlast zu bilden hat. Die Steuergesetzgebung muß Halt machen vor der Substanz und darf nicht länger ein Instrument der kalten Sozialisierung (ein. Reben einer Minderung der Produktionskosten durch Senkung der steuerlichen Lasten und der sozia­len Abgaben wie auch durch Herabsetzung der Zins- jäije im freien Spiel der Kräfte muß die deutsche Wirtschaft in den Stand gesetzt werden, eine Sen- rung der Arbeitskosten durchfuhren zu können. Dies kann mit Erfolg nur gestehen durch Lockerung des starren Lohntarifssystems. Es ist irr- wegig, wenn man der Forderung nach Lohnsenkung die Behauptung entgegenstellt, daß die Lohnminde- rung eine Schwächung der Kaufkraft und dadurch eine weitere Verschlimmerung der Wirtschaftskrise notwendiger Weise zur Folge haben müsse. Der schwere Konkurrenzkampf wie überhaupt die ge­lernte wirtschaftliche Lage werden von selbst zu einer Herabsetzung der Preise bis auf das äußerst erträgliche Maß beitragen. Jede mechanische und schematische Senkung der Waren­preise ist unbedingt abzulehnen. Ein staatlicher Eingriff in die natürliche Preisentwicklung darf sich nur auf die Beseitigung von Hemmungen beschrän­ken, welche der freien Auswirkung der natürlichen Marltgesetze im Wege stehen.

Bezüglich der Tarife für Gas, Wasser und Elektrizität muß gesagt werden, daß die öffentliche Hand nicht zurückstehen darf, wenn die Wirtschaft mit der Preissenkung vorangeht. Zur Belebung der Wirtschaft gehört auch eine weitaus­schauende Derkehrspolitik; die beiden großen öffent- lichen Verkehrsinstitute müssen daher ebenfalls den gegenwärtigen Nöten der Wirtschaft durch Senkung ihrer Gebühren und Tarife Rechnung tragen. Die an das Referat sich anschließende ausgedehnte Aus­sprache ergibt die völlige Uebereinftimmung mit den aufgestellten Forderungen.

Handwerkerforderungen an die Handwerkskammer.

* Mainz, 28.Rov. Der Landesverband Hessen und angrenzende Gebiete für Handel, Handwerk und Gewerbe, Sitz Mainz, hatte seine Dertreter aus Oberhessen, Starkenburg und Rheinhessen, sowie geladene In­teressenten aus Handwer.s- und Gewerdelreisen zu einer Besprechung in Mainz eingeladen, um zu den Vorgängen beim Hessischen Handwerks- und Gewerbe-Verband, sowie der Handwerks­kammer in bezug auf die Person deZ Handwerks­kammer-Dorsitzenden Rohl im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Darmstädter Volks- bank und sonstigen in der Oessentlichkeit gegen Herrn Rohl erhobenen Vorwürfen Stellung au nehmen. Rach stundenlanger Aussprache wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, wo­nach die Vertreter der in Darmstadt am 1. De­zember tagenden Vollversammlung der Hand­werkskammer ersucht werden, den Kammer- Vorsitzenden zu veranlassen, sein A m t n i c- d e r zu legen, nachdem er bereits fein Amt als Vorsitzender des Hessischen Handwerks- und Gewerbe-Verbandes auf Grund eines Mist- trauensantrageS niederlegcn mußte; ferner dem Vorstand der Handwerkskammer, der, wenn es richtig ist, das Verhalten des Vorsitzenden, ohne das Ergebnis der im Gang befindlichen Unter­suchungen abzuwarten, gebilligt hat, gleichfalls das Vertrauen zu entziehen und eine Reuwahl vor zu nehmen; schließlich zur Klarstellung des Falles Rohl eine Untersu­chungskommission einzusetzen, die auS unbefange­nen, der Handwerkskammer nicht nahestehenden Personen zusammengesetzt werden soll. Diese Un- tersuchungSkommission soll auch, gegebenenfalls unter Zuziehung von Bücherrevisoren, beauftragt werden, genaue Rachprüfungen über bestimmte Vorgänge bei der Hessischen Handwerkskammer und Hessischen Handwerker-Zentral-Genossenschaft üofAuncbmcn, worüber der Handwerkskammer noch eingehende präzisere Fragen vorgelegt werden.

Der Landesverband hat einen Juristen beauf­tragt, ein Gutachten darüber abzugeben, ob der bisherige Handwerkskammer-Vorsitzende dafür persönlich haftbar gemacht werden kann, daß er über einen Betrag von 85 000 Mark, der vom Reich aus der Westhilfe zu Gunsten des Mainzer Handwerks an die Mainzer Volksbank überwiesen worden war, von sich auS in der Weise verfügte, daß die Beträge von der Mainzer Dolksbank kurz vor dem Zusammenbruch der Darmstädter Volksbank an diese Bank überwiesen wurden. Es soll ferner geprüft werden, ob sich auch der Vorstand bzw. Vorsitzende deS Mainzer Hand­werks, Ludwig S ch ö n t a g, persönlich haftbar gemacht hat.

Zum Schluß beschloß die Versammlung einstim­mig. daß, falls die Handwerkskammer diesen For­derungen nicht stattgeben sollte, in allen Bezirken Hessens Protestversammlungen abgehalten wer­den, um das hessische Handwerk und Gewerbe auszuklären und auf den Plan zu rufen.

gdb der Berufung statt, da der Vater nach seiner Persönlichkeit die Gewähr dafür bot, daß er seinem bestraften Lohne eine nachdrücklich« Überwachung angedeihen lasse.

Ein Obergefre ter hatte sich wegen verschiedener Dergehen zu veranrworten. Das frühere Urteil war rechtskräftig bi- auf die Anklage wegen Rötigung. Wegen dieses Delikts sprach die Straf­kammer eine Strafe von fünf Tagen Ge­fängnis aus: eine Geldstrafe war nach § 29 des MilitärstrasgesetzeS nicht zulässig.

Ein oberhe s.scher Auszügler wurde tn einer früheren Verhandlung der _Scrufung»lammer we­gen verschiedener Detrugssälle zu zusammen sechs Monatcn Gefängnis vc.urteilt: wegen eine- »ei­teren Falles wurde die Verhandlung ausgesetzt und die Ladung weiterer Zeugen angeordnet. Dieser.Fall wurde heute verhandelt- Die 'Beweis­aufnahme gestaltete sich für den Angellagten derart günstig, daß der Staatsanwalt selbst von einem Strafantrag absah Da- Urteil lautete nach kurzer Beratung auf Freisprechung.

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 27. Rov. Ein Postschaffner au- AlSseld hatte im Sommer über 600 Mark anver­traute Gelder unterfchlagen und insoweit unrich­tige Einträge in seinen Büchern vvrgenornmen. Eine Postanweisung hatte er verbrannt und einige Zeit daraus eine neue mit einem späteren Ein- liefcrungStag selbst angefertigt; auf zwei Zahl­karten patte er auch Fälschungen vorgenommen. Alle Gelder hatte er später erseht. Strafe e i Jahr zwei Monate Zuchthaus wegen schwerer Amtsunterschlagung und Urkundenfäl­schung bzw. -beseitigung.

Ein Gärtner von auswärts war geständig, sechs Wechsel gefälscht und in Verkehr aebracht zu haben Wegen schwerer Urkundenfälschung und Betrugs erhielt er zwei Monate Gefäng- n i s.

Wegen Rückfallbetruges hatten sich zwei 2tr- beiter zu vetzantworten Der eine hatte in der Gegend von Kassel eine Kiste Zigarillo- ge­lte!) kn. der andere seiner Dienstherrschaft eine Uhr und mittels Erbrechen- eines Schreibtisches 140 Mark. Strafen: fünf Monate Gefäng- n i s bzw. ein Jahr drei Monate Ge­fängnis.

Ein auswärtiger Steinrichter hatte auf einet Arbeitsbescheinigung seines Arbeitgebers die Ar­beitszeitangaben geändert und die Bescheinigung dann zwecks Erlangung der Arbeit-lofenversiche- rung eingereicht. Da sich in der Verhandlung ergab, daß er nur die falschen Angaben de- Arbeitgebcrs richtiggestellt hatte, wurde er f r egesprochen, da er nach der Sachlage sich hierzu berechtigt halten konnte.

Amtsgericht Gießen.

Auf dem Heimweg von einer in einem Rach­barort abgehaltenen Versammlung hatte ein rad­fahrender Rattonalsozialist mit seinem SoriuS auf der Landstraße eine Anzahl Kommunisten, die aus demselben Orte kamen überholt. Sie wurden beim Vorüberfahren von letzteren ohne jede Veranlassung angehallen, zu Fall gebracht und niedergeschlagen. Der eine von den Ange­griffenen erhielt erhebliche Verletzungen. Al- Täter konnten nur die beiden Angeklagten fest- gestellt werden. Vorgänge, wie der oben ge­schilderte, wiederholen sich bedenllich. ES war daher geboten, von Geldstrafen abzusehen und wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung auf Gefängnis st rafcnvonje zwei Wochen zu crlennen.

Unter dem 24. Februar 1931 wurde eine Poli­zeiverordnung erlassen betreffend die Einrichtung und den Betrieb des Rutzviehmarktes in Gießen. Darnach darf kein Vieh durch die Sperre auf den Markt eingetrieben werden, daS nicht zuvor amtlich untersucht worden ist. Hiergegen hat der Angeklagte, ein Viehhändler aus der Umgegend, verstoßen Er bat um Freisprechung, denn er sei schuldlos in einen Viehschud geraten und gegen seinen Willen durch die Sperre geradezu gedrängt worden, bevor er das Vieh vor dem Markte habe untersuchen lassen können. Ein be­eidigter Augenzeuge hat aber gegenteilige Wahr­nehmungen gemacht. Der Angeklagte erhielt eine angemessene Geldstrafe wegen Verletzung der Paragraphen 15 und 22 der eingangs ange­zogenen Verordnung.

Im Verlause eine- ZivilprozesseS hatte der eine Gegner, der sich schon vor dem Zivilrichter ungehörig benommen hatte, dem anderen au- <2Dcrgcr über den Prozeß ein paar Fenster­scheiben feiner Werkflätte vorsätzlich eingeworfen und sollte sich deshalb vor dem Slrafrichter wegen Sachbeschädigung verantworten. Er leugnete, wurde aber überführt. Bei Begehung der Tat befand er sich in stark angetrunkenem Zustand. Strafe: 20 Mark Geldstrafe.

Kirche und Schule.

wg. Schotten 26. Rov. In Gegenwart bei Superintendenten der Provinz Oberhessen- Ober­kirchenrats D. Wagner (Gießen), fand hier die letzte diesjährige Pfarrkonferenz statt. Der Leiter der vom Hessischen Landesverein sür Innere Mission errichteten Beratung-steile für evange­lische- Siedlungswesen, Dekan L 2t Dernbeck (Darmstadt), sprach über da- Thema: .Evange­lische- Siedlungswesen". An den beifällig auf­genommenen Vortrag schloß sich eine rege Aus­sprache und eine Lichtbildvorführung von Sied­lungen in Schlesien an. Rach einigen dienstlichen Mittellungen de- Vorsitzenden, Dekan Wid­mann (Gcdern). hielt Pfr. Kornmann (ßau- badj) unter Bezugnahme auf da- Kirchengesetz vom 1. Mai 1931 ein Re'erat über eine demnächst für die Dekanatsgemeinden heraus kommende .Kon­firmandenordnung'. Die Konferenz stimmte dem vorgetragenen Entwurf zu und be- schloß. auf einer späteren Konferenz über die Sache erneut zu verhandeln.

Die Dolloersammlung erhebt weiter Einspruch ge­gen die geplante Erhöhung der Umsatzsteuer um mehr als 100 o.f). Sie spricht sich ferner für ein gesetzliches Zugabeoerbot aus, kann aber den oorgelegten Gesetzentwurf nicht als eine genü­gende Grundlage für Erreichung dieses Zieles an­erkennen. Im Interesse einer Stärkung des Bin- nenmarktes hält es die Kammer für dringend not- wendig, daß in immer weitere Kreise der Gedanke

Sauft deutsche Ware!" bineingetragen werden muß; sie wird daher in ble­iern Sinne die erforderlichen Schritte unternehmen.

Die Dolloersammlung nimmt einen Bericht des Bankdirektors Grießbauer über seine Tätigkeit als Mitglied der Zulassungcstelle für Wirtschafts­prüfer entgegen. Als erster Wirtschaftsprüfer im kammerbeprt wird der beeidigte Bücherrevisor und Steuersyndikus Hermann Will in Gießen öffent­lich angestellt und in Pflicht genommen werden.

Es besteht Anlaß, erneut darauf hinzuweisen, daß Wechsel, die vom Aussteller, sowie Blankoakzepte, die vom Akzeptanten aus der Hand gegeben werden, vorher versteuert werden mühen. Bei Der- [enbung oder Präsentation von Wechseln durch den Aussteller zur Annahme muß der Akzeptant die Wechselsteuer vor Rückgabe oder Weitergabe ent­richten. Zuwiderhandlungen unterliegen hohen Steuerstrafen.

Don den deutschen Konsulaten im Auslande ist wiederholt darüber geklagt worden, daß sich deutsche Firmen unmittelbar an sie mit Anfragen wenden, über die erschöpfende Auskunft im Inlands zu er­halten ist. Außerdem wenden sich Firmen häufig wegen einer und derselben Sache gleichzeitig an mehrere Stellen im Inland und im Ausland und verursachen hierdurch den sämtlichen um Auskunft angegangenen Behörden die gleiche Arbeit, die ohne weiteres von einer geleistet werden könnte. Reben den Industrie- und Handelskammern und den Fach­oerbänden sind insbesondere die von den Industrie- und Handelskammern seit dem 1. April 1930 er­richteten

örtlichen Auhenhandelsskellen

in der Lage, alle gewünschten Auskünfte über Außenhandelsfragen zu geben. Können die oor­gelegten Fragen im Inland nicht beantwortet wer­den, so werden sie von der betreffenden Außen- handelsstelle unverzüglich an das zuständige Kon­sulat im Ausland weitergeleitet. Dabei besteht der große Vorteil, daß die Außenhandelsstelle die An- frage sofort daraufhin prüft, ob sie klar und um- fassend gestellt ist, so daß das deutsche Konsulat im Ausland die Frage auch ohne technische usw. Kennt­nisse verstehen und die richtige Antwort erteilen kann. Auf diese Weise werden Rückfragen der deut­schen Konsulate vermieden, die leicht zu unliebsamen Verzögerungen Deranlasiung geben.

rer Maschinendefekt die Fortführung des Werkes. Gleichzeitig stellte sich heraus, daß der Boden für maschinelle Bearbeitung der Maulwurssdränage nicht geeignet sei. Die Arbeit wurde deshalb ab­gebrochen und die Maschinen abtransportiert. Der Gemeinderat hat nun in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die übliche Dränage durch Handarbeit ausführen zu lassen und hat die Arbeit an den Unternehmer Allendörfer übertragen. Zur Ausfüh­rung der Meliorationsarbeiten hat die Gemeinde eine Staatsbeihilfe erhalten sowie ein verbilligtes Darlehen in Höhe von 12 000 Mark.

CO Lützellinden, 26. Roo. Die diesjährigen Holzfällungsarbeiten wurden in der jüngsten Sl ,unz des Gemeinderats v?rg b.m: im Oberwald an den Akkoroanten L. Krom­bach, im Markwald an den Akkordanten Wilhelm Bonn. Da sich eine große Anzahl Holz­hauer gemeldet hat, sollen mehrere Rotten ge­bildet werden. Die Beschäftigung b:r Holzhauer soll abwechse.nd ersolgech damit alle gerne.beten Personen beschäftigt werden können.

I Hörnsheim, 26. Roo. Die diesjährigen Holzfällungsarbeiten im Eemeindewa.d wurden in der längsten G e m e i n d e r a t s s i t - zung dem Holzakkordanten Hch. Volk I. über­tragen. Ferner beschloß der Gemeinderat, daß alle Arbeiter, die sich als Holzhauer melden, sowie alle Arbeitslosen und Wohl fahr ts- erwerbslosen bei der Holzfällung einge­stellt werden sollen. Es haben sich insgesamt 30 Personen dazu gemeldet.

00 Hochelheim. 25. Roo. Die diesjährigen Holzfällungsarbeiten im Gemeindewald wurden vom Gemeinderat dem Holzhaucrmeistcr Anton Schiefer st ein 111. zu folgenden Lohn­sätzen übertragen: Stangen 4. dis 8. Klasse 6 Mark ju 100 Stück, Stämme und Stangen 1. bis 3. Klasse 2,70 Mark je Festmeter. Derbholz 2,90 Mark je Raummeter, Reiser in Wellen 1,10 Mark je Raum­meter, unaufgearbeitete Fichtenreiser 0,20 Mark je Raummeter Rückerlohn 0,50 bis 1,00 Mark je Fest­meter. Geeignete Wohlfahrtserwerbslose sollen bei den Holzfällungen eingestellt werden. Der Holzfäller- lohn gelangt nur in Höhe von 50 o. H. in bar zur Auszahlung: die restlichen 50 v. H. werden auf Steuern und Gemeinoegefälle verrechnet. Insgesamt haben sich 56 Personen als Holzhauer gemeldet.

< Dornholzhausen, 25. Rov. 3n der jüngsten Sitzung be$ GemeinderatS wurden die diesjährigen Holzfällungsarbeiten dem Holzhauermeistcr Anton Spieß zu folgenden Lohnsätzen übertragen: Stangen 4. bis 8. ÄL je 100 Stück 6 Mk.. unaufgearbeitete Fichtenreiser je Raummeter 0,20 Mk., Stämme und Stangen 1. bis 3. Kl. je Festmeter 2,10 Mk., Derbholz je Raummeter 2,30 Mk., Stockholz je Raummeter 4 Mk., Reiser in Wellen je Raummeter 0.90 Mk., Rückerlohn je Festmeter 0,50 bis 1 Mk. Zum Bindedraht bezahlt die Gemeinde 20 Mk. Auch die in der Gemeinde vorhandenen Wohlfahrts­erwerbslosen, sofern sie sich für die Holzfällungs­arbeiten eignen, sollen beschäftigt werden. Ins­gesamt haben sich 49 Personen al- Holzhauer gemeldet.

Krcis Biedenkopf.

± AuS dem südlichen Kreis Bieden­kopf. 27. Rov. Die Reichsbahnverwaltung hat bereits seit einiger Zeit für die Strecke Gieße n Wetzlar Sonntagsrückfahrkarten für Sonntag und Mittwoch eingefübrt Für die Strecke Wetzlar -Dießen werden solche Karten b ? jetzt aber nicht au-gegeben Die Ein­wohnerschaft von Dorlar, Acre ic.nnftein, Tlaun- öeim fährt sehr häufig nach Gießen, und zwar hauptsächlich Mntwoch-. da an diesem Tage in der Kttrnk -Besuchzeit ist. Diese Fahrgäste der Reich-- bahn wären sicherlich sehr dankbar, wenn die per» billigten Karten auf der Strecke Wetzlar -Gießen eingeführt würden.

uännlichen Kaufmannslehrlmge im Cin^lbanbeL Eine große Anzahl Gießener Emzelhandelssirmen stellten ihren Lehrl.naen die Schaufenster zur Ler- Ügung. Lin Preisgericht, bestehend aus dem Leiter der Berufsschule, Herrn Dr. Wendel, Herrn F a l k e n st e i n (Inhaber der Firma Robert Haas Rochs), vom Einzelhandelsverein, und den Herren Zöller, Zimmermann und Krombach aus den Reihen der Angestelltenschaft, ermittelte d,e Preisträger. Je einen 1. Preis wurde dem Lehr- ling Jullmann in F»rma E. D. Reuter, Sel­tersweg. und dcm Lehrling Naumann in der Firma Richard Grünewald Bahnhofstraße, zu- gesprochen. Einen 2. Preis erhielten der Lehrling Ernst Noll in der Firma Kaiser.Drogerie Ernst Noll, Lindenplatz, und der Lehrling Karl Enz, in der Firma Drogerie August Noll, Bahnhof­straße. Mit dem 3. Preis wurde der Lehrling Brückmann in der Firma W. & G. Schu­ch o r d, Hutgeschaft, Seltersweg, und dem 4. Preis der Lehrling K e h r in der Firma Käs Nachf., Inh. Wilhelm Horn, Kreuzplatz, bedacht. Anerkennun- gen erhielten die Lehrlinge Webe r, in Firma schadeLFüllgrabe, Bahnhofstr., « ch w o n, in F.rma C Fröhling, Bahnhofstraße Dra- ding, in Firma L .wendrogerie, Inh. W. B r a t herig, Seltersweg, und Jung, in Firma Kas Nach Inh. Wilhelm Horn, Kreuzplatz. Der Wettbewerb hat bei den Geschäftsinhabern und den Lehrlingen großen Anklang gefunden. Er soll im nächsten Jahre in größerem Rahmen wiederholt werden. Die von den Lehrlingen gezeigten Leistun­gen Im Dekorieren waren zum Teil recht beachtlich. Als Preise sind berufsbildende Bücher, sowie Diplome vorgesehen.

Overheffen.

Landkreis Giesten.

4 Rödgen, 30. Nov. Bei der gestrigen Bür­germeisterwahl erhielten Hrch. Wagner IV. 118 Stimmen, Philipp Becker II. 185 Stimmen, Ferdinand Schmidt 141 Stimmen und Ernst Becker 34 Stimmen. Es findet somit Stich- wähl zwischen Philipp Becker II. und Ferdinand Schmidt statt.

q Lollar, 30. Rov. Am morgigen 1. Dezem­ber kann der Förster i.R. (ehemaliger langjäh­riger Gemcindeforstwart) Christoph Fuchs in guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 8 0.Geburtstag begehen.

ttrcis Büvingcn

s. D e r st a d t, 27. Rov. Rach uraltem Brauche wurde gestern hierM a r k t a b e n d" gehalten. Am 26. Rovember fand früher, als Berstadt vor dem Ausbau der Bahnlinien noch von größerer Bedeutung für die Umgcgenö war. ein großer Krämer- un6 Diehmarkt, ähnlich dem Ortenbergcr Kalten Markt" statt. Der Markt '.st längst ge­schwunden. aber der Tag wird bis heute gefeiert. Die Bäcker baden die sog.Kuloppe", (leine Form- kuchen, die auch in die Rachbarorte gefahren wer­den. Die Spinnstubengesellschaften halten den Marktabend im Hause eines Mädchens, wobei die Burschen ganze Körbe voll Kuloppe stellen müs­sen. Dafür werden sie beimReujahr", das wie­der im Hause eines anderen Mädchens gefeiert: wird, reichlich mit Tabak und Zigarren beschenkt. Wer aus diesen Tag geboren wird, heißt im VolksmundMaatsteck" (Marktstück) und behält diesen Spottnamen sein Leben lang.

Atrcie SLottcn.

d Laubach, 29. Rov. In diesen Tagen hielt Landwirtschaftsdirektor Trautmann, Grün­berg, vor vielen Zuhörern imSchühenhos" einen Vortrag über das Thema:Winke für den Weizen- und Roggenanbau". Die Ausführungen des Redners wurden von den aufmerksamen Zu­hörern mit großem Beifall aufgenommen. Bürger­meister Högy dankte dem Redner. In der ver­gangenen Woche feierte eine der ältesten Einwoh­nerinnen unserer Stadt, Frau Margarete Jochem, geb. Jager Wwe., in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 3.Geburtstag.

Atrciä AlSfeld

~cr. Homberg, 28. Rov. In dem der Mitteldeutschen Hartstein-Jndustrie gehörenden D a s a 11 w e r k im benachbarten Rieder- Os lei den wurde eine Anzahl Arbeiter entlassen. Da die Firma beabsichtigt, das Werk über den Winter stlllzulegen. soll einer großen Zahl Arbeitern gekündigt worden sein. Die Durchführung dieser Maßnahmen dürfte in der ganzen Umgebung sehr fühlbar sein.

(Sfarfenburg.

Verhaftung eines Mainzer Notars.

WSR. Mainz. 28. Rov. Gestern ist der 58jährige Rotar Friedrich Karl Bohn wegen Veruntreuung amtlicher Gelder 1 ejt ge­nommen worden. Bohn hatte vor mehreren Tagen einen Urlaub beantragt mit der Begrün­dung. daß er sich einer Operation unterziehen wolle. Der Urlaub wurde ihm gewährt. Als er jedoch im Anschluß daran ein Gesuch um Ver­setzung in den Ruhestand einreichte, erschien er verdächtig, und die Bücher wurden einer ein­gehenden Revision unterzogen. Dabei stellte sich heraus, daß der Rotar etwa 30 000 Mark amtliche Gelder veruntreut hatte, in­dem er von Klienten empfangene Gelder nicht in die Bücher ernt rüg. Die Gelder bat Bohn weiter­verliehen. So hat er einem Kartosselhändler in Mainz-Kostheim 45COO Mark geliehen.

Preußen.

HrciS Wetzlar.