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Oie chinesische Mauer um das englische Inselreich.

Die enOifchcn Wahlen haben eine klare Entscheidung des Volkes für den Schutzzoll gegen die Einfuhr fremder Waren gebracht.

e.V

Lleberlandverkehr mit Krastfahrzeugen. 6,r *£*£*

liegenden, unter dem Belagerungszustand nicht nach- prüfbaren Nachrichten zulreffen, auch in allen ande­ren Städten des Landes, in Limaßol in Famagusta und in Morphu zu blutigen Aufständen gegen dieFremden" kam. Ist etpas au» der modernengroßen Welt" da draußen nach diesem sonst so abgeschlossen liegenden Eiland gedrungen so sind es die Schlagworte, mit denen man ja auch sonst kleinere Völker aufgeregt und betrunken ge­macht hat, das Wort von dem Selbstbestimmungs­recht, das Wort von dem heiligen Egoismus der Nation und andere mehr. Und es ist fast wie ein Symbol, daß man hier wo noch niemand daran denkt, Landwirtschaft mit modernen Maschinen zu betreiben, doch ein so modernes Mittel des Natio­nalitätenkampfes, wie den Boykottfeldzug gegen fremde, d. h. englische Waren, und sogar die eigene Salzgewinnung nach Gandhis Beispiel in Erwägung 3 Der Aufstand ist aussichtslos. Es wird nur wenige Tage dauern, dann liegen hier vor Larnaka die grauen Niesen der englischen Mittelmeerflotte und richten ihre Geschütze auf die im Altertum und im Mittelalter so oft bestürmten Städte. Dann wird die flimmernde Sonnenluft vom Surren der englischen Flugzeuggcschwader erfüllt die von Aegypten kom- men. England kann diese östlichste Infel des Mittel- meeres nie und nimmer aufaeben. Sie ist für Bri­tannien der Schlüsfelpunkt feiner vorderasiatischen Vormachtstellung, und ihre Aufgabe würde sofort und ohne Verzug den Verlust Maltas, wo ähnliche Verhältnisse bestehen, und wo auch schon einmal ein von der Geistlichkeit geführter Aufstand inehr oder minder blutig niedergeschlagen wurde, nach sich ziehen. Das ist einfach unausdenkbar, so sehr man sich auch seit dem Fall des englischen Pfundes mit Möglichkeiten vertraut gemacht hat, die gestern noch als blutige Phantasterei erschienen.

Spricht man aber mit Zyprioten, auch mit solchen, die als Führer in der Bewegung stehen, und die ihre Ausbildung auf europäischen Hochschulen ge­nossen haben, so zucken sie die Achseln. Etwas, und zwar ein ganz guter Teil von dem Fatalismus der Orientalen ist in dieses griechische Inselvolk Über­gebungen, und dieser Fatalismus bewährt sich nun als Kraft in seiner Zähigkeit, die gar nicht nach dem unmittelbaren Erfolg fragt, sondern ihre Ziele in

Don der Industrie- und Handelskammer Sieben Wird unS geschrieben:

Im Zünften Teil Kapitel V der Notverordnung vom 6. Oktober. § 34 Abs. 2, ist bestimmt, daß Unternehmern, die bei Inkrafttreten diese- Ka­pitel- bereits Güterfernverkehr (über 50 Kilometer) betreiben, die Genehmigung erteilt werden muh, wenn sie binnen 3 Monaten nach Inkrafttreten dieses Kapitel- beantragt wird.

Ss sind nun Zweifel darüber entstanden, ob diese Bestimmung so aufzufassen ist, dah bereit- bestehende Güterfernverkehre die in der Notver- ordnung vorgefchriebene Genehmigung innerhalb dreier Monate nach dem l. November nur nach­holen. oder ob sie ausdrücklich einen neuen Antrag auf Genehmigung stellen müssen, vor dessen Entscheidung sie keinen genehmigungs­pflichtigen Kraftverkehr betreiben dürfen. Dom ReichsverkehrSministerium ist eine eindeutige und abschließende Entscheidung au dieser Frage noch nicht ergangen. Feststehen Dürfte, dah jedenfalls ab 1. November genehmigungspflichtige Güter­fernverkehre nur noch im Nahmen der Bestim­mungen der Notverordnung, d. h. insbesondere unter Bindung an den neuen Reichskraftwagen­tarif (§ 22) ausgeführt werden dürfen. Zweifel­haft ist, ob bereits bestehende Betriebe ihren Ver­kehr über den 1. November hinaus weiter betrei­ben dürfen, auch wenn von ihnen noch kein An­trag auf Neugenehmigung gestellt oder wenn auf einen von ihnen gestellten Antrag noch keine Ent­scheidung ergangen ist. Bei dieser Sachlage er­scheint es auf alle Fälle zweckmäßig, daß derartige Betriebe noch vor dem l.November ihren Antrag auf Geneh­migung bei der zuständigen Behörde

(KreiSamt) einreichen, um damit gege­benenfalls nachweisen zu können, daß ihrerseits alles geschehen ist, um ihren Betrieb auch for­mell der neuen Regelung rechtzeitig unterzu­ordnen.

Unter den genehmigungspflichtigen Ueberland- verkehr mit Kraftfahrzeugen fällt nicht der soge­nannte Werkverkehr. 3m Sinne der Verord­nung gilt als Werkverkehr nur die Beförderung von Gütern für eigene Zwecke des Unternehmer», wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

1. Tie beförderten Güter müssen zum Verbrauch oder zur Verarbeitung oder zur Wiederveräuhe- rung erworben oder von dem Werke gefördert oder hergestellt fein;

2. die Beförderung muß der Heranschaffung der Güter zum Werke, ihrer lieber,ührung innerhalb deS Werke- oder dem Absatz der Güter bei den Abnehmern der Ware dienen. AIS Uebersührung innerhalb des Werke- gilt nicht der Verkehr zwi­schen Betriebsstätten oder Zweigniederlassungen verschiedener Rechtspersönlichkeit;

3. die Kraftfahrzeuge müssen bei der Beförde­rung von dem Werlsunternehmer oder seinen Leu­ten. die nicht Angestellte anderer Unternehmen oder selbständige Unternehmer sein dürfen, bedient werden;

4. die Kraftfahrzeuge müssen dem We.ke ge­hören, oder von ihm auf Abzahlung gekauft oder derart gemietet sein, daß da- Werk während der Tauer der Miete die ausschließliche Verfügung über die Kraftfahrzeuge hat und den gesamten De- triebsaufwand einschließlich eines angemeffenen, der Zeitdauer der Miete entsprechenden Anteils der Instandsetzung--, Verzinsung-- und Til- gungskosten trägt.

eine blaue Ferne steckt.Unser Bischof", so erwidern sie unbewegten Gesichts,hat schon an dem Tage, da er d i e Ablösung der Türkenherr­schaft durch die Engländer begrüßte, der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß diese Veränderung nichts als eine Brücke zwischen uns uwd Griechenland fein werde. Wir wollen zum Mutterland, und man wird uns durch nichts davon abhalten können, uns dort wieder politisch einzu­gliedern, wohin wir unserem Gefühl und unserer Geschichte nach hingehören. England mag mit uns verhandeln und in einem Abkommen das an Kon- Zessionen erhalten, was es braucht. Aber die Zeit der Kolonialherrschaft ist vorbei und kann auch mit Schiffsgeschützen nicht aufrechterhalten werden. Schlägt man uns heute nieder, stehen wir morgen wieder auf." Mit dieser Geistesverfassung muß man in London rechnen, einer Geistesverfassung, der man allzuviel Spielraum ließ, als daß sie heute noch durch irgendwelches Machtmittel gänzlich auszurotten wäre. Kein Mensch kennt oder anerkennt die schöne Fahne, den roten Kreis im blauen Feld, die die eng­lische Krone der Insel Zypern verlieh, alles schwört zu dem blauweißen Banner Griechenlands, das über dieser Revolte wehte, und das weiter in den Herzen der Zyprioten und auch von ihren Häusern wehen wird, bis zum min- besten eine Irland ähnliche Selbständigkeit er- kämpft ist.

Gautag des Bundes reisender Kaufleute im OHB.

Am vorigen Sonntag fand in Gießen wie man uns berichtet im Verbandsheim des DHV. der Gautag des Bundes reisender Kauf­leute im Deutschnationalen Hand­ln n g s g e h i l s e n - V e r b a n d , Gau Main- Weser, statt. Gaubundesvorsitzender Schnei­der, Frankfurt, eröffnete den Gautag. Vertrauens- mann Schwarz entbot den Gruß der Ortsgruppe Gießen. Sodann gab Kreisgeschäftsführer Klaue,

Frankfurt, einen Ueberblirf über die Entwicklung des Bundesgaues und die geleistete Arbeit, lieber 1300 Mitglieder zählt der Gau, 13 Bundesgruppen bestehen in ihm. Wiederholt konnte die Gauleitung zum Wohle der Mitglieder auf dem Gebiete des Eisenbahn- und Postwesens, in Krastfahr- und Ho­telangelegenheiten mit Erfolg tätig fein, in zahl­reichen Fällen wurde Rechtsschutz gewahrt. Die an diese Ausführungen anschließende Berichterstattung der Vertreter der Bundesgruppen zeigte, daß in den Bundesgruppen ein reges Leben herrscht. Bundes­geschäftsführer Menzel gab einen Ueberblirf über die Entwickluna des Bundes im allgemei­nen und erstattete seinerseits Bericht über die Ar­beiten der Bundesleitung, um bann auf die kom­menden Aufgaben einzugehen. In der anfchtießen- den lebhaften Aussprache wurden wichtige Standes fragen erörtert und viele Anregung zu ihrer Lösung gegeben. Zum Gauvorsitzenden wurde Schneider, Frankfurt, einstimmig wie- bergewählt, ferner treten zum engeren Gauvorstand die Gruppenoorsitzenden der Bundesgruppen Gießen und Darmstadt. Gauvorsteher Auerbach faßte In einem Schlußwort das Ergebnis der Tagung zu­sammen. Der DHV. sehe in den reifenden Kollegen wichtige Standesmitglieder. Dem reifenden Kauf­mann fallen aerobe heute in der Krisenzeit wichtige Wirtschaftsaufgaben zu. Er könne viel dazu bei­tragen, daß bas Vertrauen in b i e deutsche Wirtschaft gestärkt werde. Die Aufgabe des Bundes der reisenden Kaufleute im DHV. sei es, den reisenden Kaufmann für die Erfüllung feiner Aufgabe im Wirtschafts, und Volksleben zu schulen.

Daten für Freitag 30. Oktober

Sonnenaufgang 7.13 Uhr, Sonnenuntergang 17.03 Uhr. Mondaufgang 18.37 Uhr, Monduntergang 11.46 Uhr.

1910: Henri Dunant, der Begründer des Roten Kreuzes, zu Heiden in der Schweiz geftorben; 1923: die Türket wird Republik, Mustapha Kemal Pascha ihr Präsident.

Oie Flur- und Treppenbeleuchtung.

Sie auch für den Haushalt bestehende Notwendig­keit, soweit wie möglich die Ausgaben einzuschränken, wird im kommenden Winter wahrscheinlich vielfach zur Folge haben, daß die Flur - undTreppen. b e 1 e u ch t u n g auf da» unbedingt notwendige Maß beschränkt bleibt Das darf aber nicht dazu führen, die Beleuchtung etwa ganz zu unterlaßen, denn nach der Rechtsprechung gehön eine ausreichende Trep­penbeleuchtung zu den öffentlich-rechtlichen Verpflich­tungen des Hauswirt», sein Grundstück in einem für die Allgemeinheit einwandfreien Zustande zu hallen, und zwar von dem Gesichtspunkt au», dah eben durch Mängel der Beleuchtung Leben und Gesundheit der- jenigen Personen, die da» Grundstück betreten müßen, gefährdet werden.

Die Beleuchtung hat so lange anzuhatten, wie ein regelmäßiger Verkehr im House ftnttfinbet Die Po­lizei darf aber nach allgemein anerkannter Recht- fprechung eine Beleuchtungspflicht dem Hauswirt nicht über den Zeitounkt des dauernden Türschlußes hinaus auferlegen, d h. also von dem Augenblick an, von dem Treppen und Flure in der Regel nur durch die mit einem Hausschlüssel versehenen Hausbewoh­ner benutzt werden. Ist das Haus geschloßen, so liegen polizeilich zu schützende ösfentliche Interessen nicht mehr vor, da der Schutz der Mieter allein, die mit den Oertlichkeiien des Hauses vertraut sind und die den Zeitpunkt des Turschluße» kennen, kein öffentliches Interesse mehr darstellt.

Unberührt von diesen für die Polizei gellenden Grundsätzen bleiben naturgemäß private Abmachun­gen, die durch den Inhalt der Mietverträge feftgelegt sind. Sind in dem Mietvertrag besondere Zeiten der ständigen Treppenbeleuchtung angegeben, so bat der Hauswirt diese einzuhatten, da sonst die Mieter gegen ihn auf Einhaltung und Erfüllung der über­nommenen Pflichten klagen können Auf der anderen Seite kann allerdings der Hauswirt nicht etwa durch Aufnahme entsprechender Bestimmungen in dem Mietvertrag sich von der Verpflichtung befreien, das Haus während der Zeit de» regelmäßigen Verkehr», also insbesondere in der Zeit, bevor es endgültig geschloßen wird, zu beleuchten. Von besonderer Be- beutung ist daß bei Nichtbeachtung der genannten Rechtsgrundsätze für den Hauwirt eine Schadens- ersayverpslichlung entsteht, fall» Besuchern be# Hauses, seien sie Mieter ober auch andere Personen, die aus sonstigen Gründen bas Haus betreten, ein Unfall zuftogt.

Alles hat zwei Seiten.

Nur kurze Zeit trennt un- noch von dem Be­ginn der Wintersaison, wie man'in glücklichen Tagen jene Zeit nannte, in der die großen Vor­bereitungen getroffen wurden für den Winter mit seinen Festlichkeiten. Es bat sich hierin vieles grunblegend geändert. Tic Not schreitet durch daS Land und von allen Türmen wird die Parole geblasen: Sparen I Wenn man allenthalben zu größerer Sparsamkeit rät und für alle Ge­pflogenheiten weitgehendste Einfachheit empfiehlt, unter Vermeidung aller unnötigen Ausgaben, so ist das in jeder Weise zu billigen, nur muß man sich davor hüten, den Bogen zu Über­spannen, damit solche Maßnahmen in ihrer ganzen Tragweite sich nicht in das Gegenteil au-wirken. Wenn man hort, daß eine Menge Vereine ihre Wintersestlichkeiten. ja sogar ihre traditionellen Weihnachtsseiern von ihrem Pro­gramm gestrichen haben, so muß man sich doch einmal überlegen, ob hier nicht gerade das Ge­genteil erreicht wird, wa- eigentlich bezweckt ist. Abgesehen von der Pflege der Geselligkeit, deren Wert man gerade in einer mittleren Stadt nicht unterschätzen darf, bedeutet der A u - f a l l der Winterveranstaltungen eine schwere Schädigung der Geschäftswelt der Gastwirte, sowie der dabei Interessierten. Man denke nut

Wenn Menschen anSeinandergebn

Nomat. von 3. Schneider.Joerstl.

llrheberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau.

25. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Warum haben Sie nicht der Presse ein De­menti gegeben?

Ich hatte Rücksicht zu nehmen, Mylord."

Aus eine Frau?

3a!

Also deshalb! Nun verstehe ich. Lind diese SrauT'

Mylord, ich kann Ihnen in dieser Hinsicht keine einzige Frage beantworten.

Die welken Hände, auf denen sich blaues Ge­äder in scharf umrisfenen Linien abzeichnete, la­gen ohne Bewegung. Die schlaffe Haut der Lider fiel über die Augen und verbarg die Pläne, die hinter der mattgelben Stirne keimten.

Warum kommen Sie gerade zu mir, Mister Horvath?"

Auch jetzt ging kein Blick zu dem Künstler empor.

Ich habe gelesen, daß Eure Lordschast ein fa­natischer Sammler wertvoller Geigen sind. Ich erkundigte mich und hörte ferner, Sie seien Junggeselle Ein Junggeselle, dachte ich mir, hat keinerlei Rücksicht aus Frau und Kind zu nehmen, wenn er gewillt ist, einem anderen seinen Namen zu geben" Horvath stockte.

Ist da- alle#?1' Nun gingen die Augen Tal» deronS mit einem Lächeln über ihn hin.

.Außerdem bin ich der ileberjeugung, daß Mylord ein durchaus vornehmer Lharakter sind. Ich möchte nicht der Adoptivsohn eines ManneS sein, der niedrige. Instinkte in sich trägt.

Der GreiS drückte auf die Klingel, die am Fahrstuhl befestigt war und beauftragte den ein­tretenden Diener, ihn nach den .Dartenräumen" hinüberzu bringen.

.Kommen Sie, Mister HorvathI" Er nickte dem Äünftlcr zu und hielt die Geige auf dem Schoß, während sie eine Flucht von Zimmern durch­querten. .Hier atmet es sich besser', erklärte er. als der Fahrstuhl zwischen breiten Fächerpalmen und blühenden Lianen stand, die sich von den Baumkronen nach dem Buschwerk berunlcrfdran­gen, unter einem stahlblauen Himmel. .Sehen Sie, alles ist bei mir Täuschung. Der Fuß hier, den ich bei einem Reitturnier verlor, desgleichen ist auch mein linker Arm nicht- al- eine lehr ge­schickte Prothese. Ich habe dies einem Duell zu verdanken, bei dem der andere rot blieb, und nach dessen AuSgang die Frau, um derentwillen es ausgefochten wurde, einen anderen nahm " Er

lächelte. Gr war mehr Ironie als Schmerz.DaS eine meiner Augen ist vollkommen erblindet.

Gr sah, wie Horvath sich etwas zu ihm herab« neigte.

.Sie finden nicht, welches? febmte Ealderon. .Ich weiß es aut zu unterscheiden. Wenn eS offen­steht. ist die Welt genau so schwarz, als wenn ich es schließe." Heber dem rechten Auge fiel das schwarzbewimperte Lid weit herab.Was macht es da, wenn ich noch ein paar Fälschungen dazu gebe? Ist dieser Himmel über unS nicht ebenso blau, wie ein echter?

Horvath riß eS den Kops nach oben. Die Wöl­bung der Riesenkuppel, die in einen kühn ge­schwungenen Scheitel zusammenlies, war Malerei. DaS Ganze war so taufchend, daß man sich ver­sucht fühlte, auf den Wipfel einer der hohen Fächerpalmen zu klettern und die Fingerspitzen an die Wandung zu ballen, um zu prüfen, ob sie auch wirklich vorhanden sei.

.ES ist von einer Vollendung ohnegleichen! lobte Horvath in ehrlichster Ueberzeugung.

,Gs freut mich, wenn es Ihren Beifall findet", sagte Ealderon. .Wir wollen jetzt ein GlaS Wein zusammen trinken. Vielleicht erzählen Sie mir Dabei etwas auS Ihren Leben. Aber es soll kein Zwang sein.

Die Klingel rief wiederum den Diener herbei, der dann in einem Hain blühender Rhododendren den Tisch deckt. Horvath saß schweigend und war sich bewußt, daß eS die Pflicht der Stunde gebot, den Mann, dessen Namen er sich erbeten hatte, einen Blick In sein Leben tun zu lassen.

Er sprach erst stockend, atmete schwer, um bann unter dem Blick der graublauen Augen, die so wissend und weltersahren zu ihm herübersahen, die letzte Zurückhaltung auszugeben und da- ver­worrene Schicksal seine- Leben- hüNenlo- dar­zulegen

Ealderon unterbrach ihn mit keinem Wort. Sein Blick ruhte ohne abzuschweifen in dem Horvath-, verlor allmählich da- Stolze, Starre und wurde väterlich gütig und mitleidsvoll. .Und darum kbt man. junger Freund", sagte er mit einem matten Lächeln, als der Künstler geendet hatte.

Guido nickte.

Da- lähmende Schweigen, daS sich nun zwischen den beiden Männern breit machte, wurde durch den Eintritt eine- Herrn unterbrochen, den Eal- heran al- seinen Wundertäter und Tröster vor­stellte: Dr. Alwin Ley.

Der Arzt erwies sich im Laufe der Unterhal­tung als eine jener Naturen, die unter dröhnen­dem Hagelwetter ebenso sicher ihres Weges gehen wie bei heiterstem Himmel. .Das Leben ist nur ein» Episode", sagte er gleichmütig. .WaS sind sünszig Jahre? WaS siebzig? Was hundert? Man muß sie nur ertragen können. Lind wenn einer aus diesem Dasein zu gehen hat. dann fällt es sicher dem am leichtesten, dem e- am

wenigsten gelacht hat. So gleicht sich alles aus unter der Sonne."

Horvath nahm Ealderon- Ginladung, sein Gast für die Nacht zu sein, mit Dank an. Gr schlies längst in dem luxuriös auSgestatteten Zimmer, das nach dem großen Park zu ging, al- der Lord mit feinem Freunde noch bei einer Partie Poker sah.

Als der Lord zum drittenmal verlor, legte ihm der Doktor die Hand auf den Arm.Nicht bei Stimmung?

.Nein! GS geht heute nicht! Ich habe Wich­tigeres zu denken."

.Quälst du dich wieder mit unnützen Grübe­leien?"

.Diesmal sind es sehr schwerwiegende Dinge, die mir Skrupel machen."

.Laß hörenI" Ley drückte den Rücken gegen die gepolsterte Lehne des StubleS und sah erwar­tungsvoll zu Ealderon hinüber.

.Ich werde mit zweiundsiebzig Jahren noch einen Sohn bekommen.

.Wie?

.Ich sehe nicht gut und du scheinst schlecht zu hören", scherzte der Lord.

Ley wiegte die Achseln. .Deine Rede hat gan- biblisch geklungen.

.Möglich. Also, ich gedenke jemand zu adop­tieren."

Ley verzog den Mund. .Da» wievielte Mal erwägst du da- schon? SS wird eine Niete fein, wie die andern."

.Ich hoffe nicht. Was sagst du zu meinem jungen Gast?"

Soll der eS fein?"

.Ja."

Leh griff nach einer der Zigarren, die in dem offenen Kasten ihre goldenen Leibbinden zur Schau trugen. .Ich werde dir morgen Bescheid geben, ob er eS wert ist, dir den Sohn zu ersehen."

Ealderon unterdrückte ein Lächeln. .Mach ihn mir nicht kopfscheu! Es würde mir leid tun."

.Da» heißt, du bist schon verrannt in den jungen Mann Wir wollen sehen"

Die beiden Herren rauchten schweigend ihre Zigarren zu Ende. Dann fuhr der Doktor den Freund eigenhändig nach dessen Schlafzimmer und war ihm beim AuSlleiden behilflich. Er schüttete ein weißes Pulver auf einen Silber löffel, der neben dem Dlafe Waffer auf dem Nachttisch lag und reichte es ihm. .Sonst kannst du ^eute nicht einschlasen!" mahnte er, alS der Lord die Medizin zu schlucken zögerte.

Dann laS er ihm noch eine blau angestrichene Stelle auS einer Zeitung vor und ging leise auS dem Raum, nachdem er zuvor noch Die Nacht­ampel eingeschaltet hatte.

Ley war, was man wirklich einen Freund nen­nen kann Seine jahrzehntelang erprobte Treue, die sich in allen Lebenslagen bewährt hatte, ent­schädigte Lord Ealderon für da-, wa- ihm das

Geschick Schwere- auserlegte und sie machte ihm daS Dasein erträglich.

Als Horvath am anderen Morgen sehr pünkt­lich beim ersten Frühstück erschien, erwartete ihn nur der Arzt. Ealderon hatte trotz de- Pulver» eine schlechte Nacht gehabt. Das Gespräch war erst sehr nichtssagend, dann belebte eS sich Der toeltbcrcifte Künstler wußte da- Interesse d»S ArzteS zu wecken

Eine halbe Stunde später schritten die beiden durch den märchenhaften Park, dessen Umfriedung noch zwei Landhäuser umfaßte. Ley zog den Geiger auf eine der weihen Bänke, sah mit einem raschen Blick um sich und begann Dann zu sprechen .Lord Ealderon hat mir gestern nacht davon ge­sagt, daß Sie wünschen, er möchte Sie adop­tieren. "Dieder sah er aufmerksam nach allen Seiten, ob sie nicht belauscht würden Er dämpst» seine Stimme um ein Merkliche- nnd legte eine gewisse Haft in seine Rede

.Ich kann Ihnen nur raten, Port-Rush zu ver­lassen. ehe er Ihnen seine Zusage gibt. Ealderon ist nämlich wenn man so sagen darf un­zurechnungsfähig und von den Erben so gut wie entmündigt'

Nicht möglich!" entfuhr es Horvath.

.In der Tat, es ist fchrecklich!" stimmte der Doktor zu. .Seine Sammlerleidenschaft verfchlingt Unsummen und unter uns gcfprochen et ist nicht mehr als ein Bettler, den man nur eben duldet, bi- er die Augen zutut, weil man hofft, daß es nicht mehr allzulange bauert Port-Ruf- ist überschuldet lieber kurz oder lang muß es unter den Hammer kommen Die von Ealderon aufgeftapelten Werte wiegen die Außenständ« nicht zu einem Drittel auf. Sie, als Adoptivsohn würden natürlich alS erster zur Schuldentilgung herangezogen werden, wenn Sie sich nicht durch eine Klausel schon tm vornherein sichern und die Adoption nur annehmen wenn der Lord keinen Anspruch auf Ihre finanzielle Hilfe macht."

Horvaths beide Hände fuhren auf. .Sie scheinen mich ja sehr hoch einzuschätzen Dr. Lev! Wie hoch beiaufen sich wohl die Verbindlichkeiten Lord EalderonS?"

Der Arzt wurde unsicher und nannte dann eine schwindelnd hohe Summe Er zog seinen Bleistift und begann auf einen Fetzen Papier, den er au* feinem Notizblick riß, Zahlen zu kritzeln Wieder­holt schüttelte er den Kops. .Ich werde es nicht vor zwei bis drei Jahren schaffen können Port- Rush schuldenfrei zu machen Ich kann mich aber schon jetzt mit den Gläubigern inS Benehmen setzen daß ich für alleS aufkomme. Der Lord soll mit nichts mehr behelligt werden Wollen Sie mir behilflich sein?"

.Gern!" versprach Leh. .Erwähnen Sie nichts von unserer Unterredung", flüsterte er, denn Ealderon wurde eben von dem Diener durch einen der Laubengänge herbei gefahren

(Fvrtfetzung folgt.)