Einzelbild herunterladen

Am 15. Aovember Landtagswahl in Hessen

Landnöten

anrüchig geworden, Minister 2)r. Stres,

St/disfj

£

TT

w

crdtc

ff 6(3)

o

Corunn

Ein gnf es Barometer ietderenverlttwelKe Wetterprophet Im Hau*. Barometer, Hy­grometer, Thermometer f drinnen u. draußen in all. Preislag. bei Optiker fllagnns, Dlarktplati 18

sssam

:ki

Diens/äg, d. ij. «September 4QUhr

S3?

nung trage. Die Minister müssen Männer sein, die kraft eigener Ueberzeugung und auf Grund des Vertrauens der bodenständigen Bevölkerung befähigt seien, in lebendiger Verbindung mit allen deutschen Wirtschaftskräften Deutschland den Weg zu führen, auf dem es allein wieder zu nationaler Kraft und Unabhängigkeit gelan­gen könne. Das Reichskabinett müsse die sicht­bare Zusammenfassung aller zur Mitarbeit auf dieser Grundlage be­reiten Kräfte der Nation sein.

Sodann werden eine Reihe von Maßnahmen als vordringlich bezeichnet, darunter straffe Zu­sammenfassung der Außenhandelspolitik, durch­greifende Senkung überhöhter Pro- duktionskosten und des Zinsfußes, Lockerung, gegebenenfalls Beseitigung überhöhter Preisbindungen der Syndikate. Kartelle und Innungen, Abbau unberechtigter Zwischenhandels­spannen, der öffentlichen Lasten, der über­spannten sozialen Ausgaben, endliche wirksame Gestaltung der Osthilfe, weitere besondere Für­sorge für die westliche Landwirtschaft auf dem Wege durchgreifenden Schutzes der bäuer­lichen Veredelungswirtschaft. Vach der Stellung der Landvolkpartei zur jetzigen Reichsregierung gefragt, antwortete v. Hauen­schild:Wir werden unsere durchaus selbständige Politik davon abhängig machen, wie weit un­seren Forderungen Rechnung getragen wird oder nicht."

W,

OerRüstungswaffenstillstand.

Eine Entschließung der Völkerbunds» Versammlung

Genf, 29. Sept. (WTD.) Die zwölfte Völker­bundsversammlung hat nach etwas mehr als drei­wöchiger Dauer ihre Arbeiten beendet. Der A b - rüstungsausschuß hatte sich nach stunden­langen vertraulichen Beratungen auf eine Ent­schließung über den Rüstungsstillstand geeinigt. Die ursprünglich von Italien mit Unterstützung Englands, Deutschlands und der Vereinigten Staaten geforderte Verpflichtung auf einen so­fortigen Rüstungswaffen st ill st and ist aufgehoben worden. In der nunmehr an­genommenen Entschließung heißt es u. a.: Die Dölkerbundsversammlung ist der Lieberzeugung, daß eine Wiederaufnahme des Wettrüstens un­vermeidlich zu einer internationalen und sozialen Katastrophe führen würde. Sie glaubt, daß eine Verpflichtung aller Staaten, ihre Rüstungen nicht weiter zu erhöhen, wesentlich zur Schaffung der Atmosphäre des Vertrauens bei­tragen, den gegenwärtigen Rüstungswettbewerb ausschalten und einen günstigen Auftakt für die Arbeiten der Abrüstungskonferenz bedeu­ten würde. Aus diesem Grunde ersucht die Voll­versammlung die Regierungen, die Abrüstungs­konferenz durch einen Stillstand der stungen vorzubereiten. Die Regie­rungen sollen ihren festen Willen, den Frieden zu organisieren, und auf der Konferenz zu prak-

gespielt. *

Während nach dem Kriege bis etwa 1927 eine eigentlich« West-Ost-Siedlung in Deutsch­land kaum stattgefunden hat, zeigen jetzt die Zahlen, daß ein sich langsam vergrößernder Strom von Siedlern aus dem Westen nach dem Osten strebt. Rach den Angaben der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation sind in der Zeit vom 1. Januar 1927 bis 31. Dezember 1929.' also in drei Siedlungsperioden, aus West­deutschland nahezu 700 Siedler mit schät­zungsweise 4000 Menschen im Osten angeseht woxden. Das Hauptkontingent stellt W e st - falen mit mehr als der Hälfte. Augenschein­lich haben die praktischen Hilfsmaßnahmen der zuständigen provinzialen Stellen die Siedler grade aus Westfalen besonders gut unterstützt. Cs folgt dann das Rheinland, wo die Landwirt­schaftskammer sich tätig für die Ostsiedlung ein­gesetzt hat. Bei Westfalen handelt es sich im wesentlichen um nachgeborene Bauern­söhne. die sich im Osten einen eigenen Hof schaffen wollen, während aus dem Rheinland in der Mehrzahl Pächter und Kleinbau­ern nach dem Osten ziehen, die in ihrer Hei­mat $u kleine und nicht recht lebensfähige Be­triebe führen mußten. Während in Westfalen eine große Siedlungspropaganda für die Bauern­söhne kaum noch notwendig ist, da die Aus­gewanderten durch Familienbeziehungen auto­matisch neue Siedler nach dem Osten ziehen, ist die Siedlungsfrage in den übrigen westdeutschen Gebieten keineswegs so günstig gelagert, ob­gleich für beide Hessen und für die anderen süd­deutschen Gebiete von einer deutlich fühlbaren Wanderungstendenz, vor allem nach Mecklen­burg. berichtet wird. Weiter wird von dem Versuch der hannoverischen Volkshochschule Hermansburg berichtet, deren Bemühun­gen in R i e d e r s ch l e s i e n als der Degirm einer planmäßigen Siedlung betrachtet werden. Man schätzt, daß insgesamt in der Vorkriegs­zeit von 1887, wo die eigentliche West-Ost- Siedlung eingesetzt, bis 1914 rund 8 bis 10 000 Menschen, d. h. 2500 bis 3000 Familien aus dem Süden und Westen Deutschlands sich im Osten angesiedelt haben. Allerdings ist es trotz der großen Bemühungen auch privater Kreise nicht gelungen, der starken Abwanderung aus den Ost­gebieten in den letzten Iahren eine ebenso starke Zuwanderung von Siedlern entgegenzusehen. Man kann schätzen, daß im vergangenen Iahr einer Zuwanderung von rund 3600 Personen nach Ostpreußen etwa eine fünfmal so starke Abwanderung gegenübersteht, wahrend für Pommern das Verhältnis mit einer annähernd neunmal so starken Abwanderung noch un- günstiger zu sein scheint.

Oie amtliche Mitteilung.

Auslegung der Wählerlisten vom 18. bitz 25 Oktober

Darmstadt, 29. SepL (ID 531.) Das hessische Gesamlminislerlum gibt soeben bekannt, daß auf Grund de» Artikel» 8 de» Landlagswahlgesehe» vom 10. September 1931 al» Tag der Wahl zum Landtag Sonntag, der 15. November, bestimmt wird. Zum Landeswahlteiter wird TUinl- sterialrat Bornemann (Darmstadt), zu seinem Stellvertreter Legationsrat Dr. Heinemann (Darmstadt) ernannt. Auf Grund des Artikels 15 des Landtagswahlgesehes wird bestimmt, daß die Wählerlisten und Wahlkarteien vom 18. bis 25. Ok­tober 1931 beide Tage einschließlich auszu­legen sind.

Aus dem Finanzausschuß.

WHP Darmstadt, 29. Sept. Im Sinaiu- ausschuh wurde zunächst der nationalsozialistische Antrag über die Ministerpensionen vom 25. Oktober 1930 behandelt. Der erste Teil des Antrages verlangt die Vorlage einer Zusammen­stellung der Ruhegehälter sämtlicher noch leben­der hessischen Minister. Dieser Teil des Antrages wurde einstimmig angenommen. Die drei weiteren Punkte des Antrages wurden abge- lehnt.

Die Volkspartei beantragte, die Sonderge- bäudesteuer in den Fällen, in denen die vie- , len leerstehenden großen Wohnungen in zwei oder mehrere selbständige Wohnungen durch wesent­liche Umbauarbeiten geteilt werden, auf die Dauer von drei Iahren zu erlassen oder bis aus weiteres um die Hälfte zu ermäßigen. Durch den Umbau der vielen leerstehenden Grohwoh-

an sonstigen Liebesgaben bis zur Stunde schon über 1 0000 Mark eingegangen seien. In den vier Kirchen fanden Festgottes- d i e n st e statt. Im Mittelpunkt der Hauptver­sammlung stand der Festvortrag von Direktor Schieber vom Predigerseminar Nürnberg, der das ThemaDem großen Iubiläumsjahr ent­gegen" behandelte. Anschließend erfolgte die Ab­stimmung über die Verteilung derGustav- Adolf-Liebesgaben, deren Erster Preis von 10 000 Mark den s i e b e n b ü r g i s ch e n Gemeinden, der Zweite Preis von 3000 Mark der Diasporagemeinde Kirchendemenreuth Oberpfalz) und der Dritte Preis von 2000 Mark >er Gemeinde Bamberg zufiel.

-----va

Jede ehrliche Ueberzeugung soll man achten, vor­ausgesetzt. daß sie eben ehrlich ist. Auch der Pa­zifismus kann eine Ueberzeugung sein. Menschen also, die an den ewigen Frieden glauben, an jene herrliche Zeit,wo die Fahnen still sich senken und der Kriegslärm ausaegellt, in dem Parlament der Menschheit, in dem Bruderbund der Welt", können beanspruchen, daß man sie ernst nimmt, selbst da, wo auf Grund aller Erfahrungen der Weltgeschichte die Hoffnung auf ein solches Paradies auf Erden nicht geteilt wird. Aber die Voraussetzung dabei ist eben immer, daß es sich um eine ehrliche Ueberzeugung, um ein Ideal handelt. Der deutsche Pazifismus einer gewißen Prägung steht seit langem in dem Geruch, daß in ihm Elemente die Führung haben, denen es nicht so sehr um die Ueberzeugung zu tun ist wie u m d a s Geschäft, das sich daraus machen läßt. Er ist infolgedessen und wenn der Reichsaußen-

........... ____semann vor einigen Jahren in Genf in berechtigter Entrüstung von denLumpen gesprochen hat, die neue Lügen gegen Deutschland erfinden, dann hat er mit diesem Temperaments- ousbruch Zustimmung gefunden auch bei denen, die ihn und seine Politik sonst bitter bekämpften. Nun ist es dieser Tage in Berlin zu einem Beleidigungs- prozeß gekommen, der von der Deutschen Frie­densgesellschaft gegen rechts- und links- stehende Blätter angestrengt war nur zu dem Zweck, um sich gerichtlich bescheinigen zu lassen, daß der deutsche Pazifismus eine saubere Weste hat. Dieser Zweck ist mißlungen, dabei ist das Urteil nicht das Entscheidende, sondern die Beweisaufnahme. Nur einige Einzelheiten seien berausaegriffen:

Es ist durch Zeugenaussagen festgestellt, daß die französische Liga für Menschenrechte einige zehntausend Franks nach Deutschland überwiesen hat, daß aus der Tschechoslowakei zu demselben Zweck über 80 000 Mark gekommen sind, und zwar sehr wahrscheinlich aus einem Fonds, den Herr Benesch zur Verfügung hatte. Zum mindesten bestanden zwischen ihm und den deutschen Pazifisten sehr enge Beziehungen gerade in den Zeiten, als Herr Benesch der Mittelpunkt des Kampfes gegen Deutschland war. Einer dieser tüchtigen Herren hat sich sogar vom polnischen Konsulat regelmäßig sein Monatsgehalt abgeholt, angeblich als h o n o rar für Artikel, die er auf Bestellung für polnische Zeitungen schrieb. Wie diese Artikel aussehen muß­ten, wenn der polnische Staat ihm dafür eine Rente zahlte, braucht wohl nicht weiter gesagt zu werden. Wir legen auch kein ausschlaggebendes Gewicht dar­auf, ob die Führer der Friedensgesellschaft selbst ihr Alibi nachweisen können. Uns genügt das Ergebnis der Beweisaufnahme durchaus; danach ist gerichts­notorisch, daß, vorsichtig gesagt, unter dem Deck- mantel solcher Friedensorganisationen abenteuer­liche Existenzen gedeihen konnten, die bei der Ent­gegennahme ausländischer Bestechungsgelder keiner­lei Hemmungen besaßen und dafür öffentlich An­schauungen vertreten mußten, die immer nur den Splitter im Auge des eigenen Volkes sahen, nie aber den Balken im Auge der anderen. Aber ihre Rolle als bezahlte Kronzeugen des Auslandes gegen die deutsche Politik ist jetzt wohl für immer aus-

Oie Gärung in der Sozialdemokratie.

Die Abgeordneten Scydewitz und Rosenfeld , weiden ausgeschlossen.

Berlin, 30. Sept. (VDZ.) Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat am Dienstag die Abgeordneten S e y d e w i h und Rosenfeld aus derSPD. ausgeschlos­sen, weil Seydewitz und Rosenfeld als die Ge­sellschafter der Freien Verlagsgesellschaft, die die WochenzeitungDie Fackel" herausgibt, s i ch beharrlich geweigert haben, entsprechend dem Beschluß des Parteiausschusses ihre Tä­tigkeit e i n z u st e l l e n. In dem Bestehen der Freien Verlagsgesellschaft sah der Partei­ausschuß den Anfang einer Sonder­organisation, die nach dem Beschluß des Heidelberger Parteitages unzulässig ist. Es wird betont, daß die beiden Abgeordneten nur wegen dieser sonderorganisatorischen Bestrebun­gen, nicht aber wegen ihrer kritischen Haltung zur politischen Taktik der Sozialdemokratie er­folgte. Am Sonntag soll in Berlin eine Reichs­konferenz der ausgeschlossenen und mit ihnen sympathisierenden Abgeordneten der Sozialdemo­kratischen Partei stattfinden, auf der von Dele­gierten aus dem ganzen Reich zur Frage der Gründung einer neuen Partei Stel­lung genommen werden wird.

nungen ein Blick in die Tageszeitungen be­stätige die große Zahl dieser unverwertbaren Wohnungen in Kleinwohnungen trete eine Ent­lastung des Daumarktes ein, und die jetzt ent­stehenden Steuerausfälle infolge Leerstehens der Grohwohnungen würden durch die Schaffung zu­sätzlicher Arbeitsmöglichkeiten für das vollstän­dig darniederliegende Handwerk und die Ent­lastung des Arbeitsmarktes bei weitem ausge­glichen. Der Antrag wurde jedoch a b g e l e h n t.

Ein Landbundantrag, die Regieichng möge bei den öffentlichen Sparkassen dahin wirken, daß bei Zwangsvollstreckungen auf die Notlage der Schuldner Rücksicht genom­men werde, fand einstimmige Annahme, ebenso ein Antrag der gleichen Partei, die Regierung möge bei der Landesbank dahin wirken, daß die inzwischen durch die Reichsbankdiskonterhöhung untragbar gewordenen Zinsen für Feld­bereinigungen herabgesetzt werden.

Oie hessischen Zentrumskandidaten.

D a r m st a d t, 29. Sept. (WSN.) In einer Lan­desausschußsitzung der hessischen Zentrumspartei wurden die Kandidaten für den neuen hessischen Landtag bestimmt. Die Liste weist folgende Namen auf: 1. Hoffmann Ministerialrat, Darmstadt; 2. Blank, Landwirt, Gaulsheim; 3. Schül, Amts­gerichtsrat, Offenbach; 4. Wesp, Gewerkschafts, sekretär, Darmstadt; 5. Winter, Rektor, Mainz; 6. Frau h a t t e m e r , Hausfrau, Darmstadt; 7. Weckler, Landwirt, Rockenberg; 8. Dr. ntohr, Professor, Mainz; 9. Hainstadt, Studienrat, Bensheim; 10. Noll, Lederarbeiter, Horchheim bei Worms; 11. Dr. Schmidt, Rechtsanwalt, Mainz; 12. Altmann, Schuhmachermeister und Beigeord- neter, Seligenstadt; 13. Keller, Amtsgerichtsrat, Gießen. Außer den Kandidaten Dr. Stohr, Noll, Dr. Schmidt und Altmann haben alle dem bisherigen Landtag angehört, in dem das Zentrum mit 13 Ab­geordneten vertreten war.

tischen Ergebnissen zu gelangen, dadurch bewegen, daß sie sich nunmehr ieglicher Maßnahmen ent­halten, die zu einer Erhöhung ihrer Rüstun­gen führen könnten. Der Dölkerbundsrat wird daher aufgefordert, die Regierungen zu einer Erklärung bis zum 1.November 1931 zu veranlassen, dahingehend, ob sie bereit sind, von diesem Zeitpunkt für die Dauer eine- I a h r e s einen derartigen Waffenstillstand der Rüstungen anzunehmen.

Tagung des Gustav-Adolf-Vereins in Würzburg.

Würzburg, 28. Sept. (WTD.) Die Tagung des Gustav-Adolf-Vereins begann am Samstag mit einer Degrühungsversammlung. Im Namen des Zentralvorstandes der Gustav-Adolf-Stiftung überbrachte Oberkirchenrat O. H i l b e 11 (Leip­zig) die herzlichsten Wünsche. Pfarrer G e r st - er g e r (Eger) hielt einen Vortrag über das deutsch-evangelische Leben In der Tschechoslowakei. Dekan Lindner gab bekannt, daß Gemeinde und Kirchenbezirk^burg zum Landesfest eine Liebesgabe von 2400 Mark gesammelt haben. Im Namen des bayerischen Hauptvereins nahm Ober­kirchenrat v. R ü d e l freudig bewegt die Gabe mit Dankesworten entgegen und teilte mit, daß

Oas Programm des Deutschen Landvolks.

Schutz der bäuerlichen Beredlungswirtichaft

Berlin, 29. Sept. (TU.) Der Vorsitzende der Christlichnationalen Dauern- und Landvolkpartei, v. H a u e n s ch i l d , hat am Dienstag dem Kanz­ler die Forderungen seiner Partei überreicht. Vor Pressevertretern führte v. Hauenschild über seinen Schritt beim Kanzler u. a. aus: Nur Ein­griffe tief st er Art könnten heute noch zum Ziele führen. Zölle usw. mühten so gehandhabt werden, daß sie eine Inflation ausländischer Lebensmittel auf3 schärfste einschränken. Die deutsche Politik müsse nach außen der Erkenntnis zur Auswirkung verhelfen, daß die Kriegs­tribute nicht nur unberechtigt, sondern auch ein entscheidendes Hindernis für die Gesundung der Weltwirtschaft seien. Im Innern müsse sie durch strengste Sparsamkeit und durchgreifenden Schuh der heimischen Produktion dem deut­schen Wirtschaftskörper neue Kraft entgegen- führen. Die Reichsregierung in ihrer gegenwär­tigen Zusammensetzung biete keine Gewähr für eine Politik, die diesen Notwendigkeiten Rech»

' OWOlKtnios. 0 neuer. 0 nafD oedetM. 0 woikiq, oeuttKl »Reoea Schnee & Graupeln, e neoel K Grwater.(§)WindSUlle.-O^ sehr «enter Ost nassiger Südsüdwest 15 stürmischer »<ordwe$B Oie Piene fliegen mit dem Winde. Die oeiden Stationen stehenden Za» «en geben die Temperatur an. Die Linien veromdeo Orte mit gieichcM uf neeresniveau umoereehnet#» Luftdruck

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat nunmehr ganz auf dem Fest­lande Platz ergriffen und nach verbreiteten Früh­nebel. und Dunstbtldungen Aufheiterung gebracht. Indessen hat sich auch die Jslandstörung weiter süd­östlich ausgebreitet und ihre Vorläufer bereits bis zur Normandie vorgeschickt. Von den britischen In­seln werden schon verbreitete Regenfälle gemeldet. Bei südlichen bis südwestlichen Winden wird die Warmluft weiter auf das Festland vordringen und Temperaturanstieg sowie Barometerfall verursachen, was zum Abbau des hohen Druckes führen dürfte. Mit dem Vordringen des Tiefs kommt es zum Auf- zug von Bewölkung und beim weiteren Ausbreiten der Ozeanluft auch zu Niederschlägen.

Vorhersage für Donnerstag: Weitere Erwärmung, dabei aufkommende Bewölkung, später auch Niederschläge.

Vorhersage für Freitag: Wechselhaftes und mildes Wetter, vereinzelte Niederschläge.

Lufttemperaturen am 29. September: mittags 13,1 Grad Celsius, abends 7,8 Grad; am 30. September: morgens 4,3 Grad. Maximum 13,5 Grad, Minimum 2,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. September: abends 12,4 Grad; am 30. Septem­ber: morgens 9,4 Grad. Sonnenscheindauer eint halbe Stunde.

Schiedsspruch für den Ruhrbergbau.

Lohnsenkung um 7 Prozent.Beide Parteien lehnen ab

Essen, 29. Sept. (WTB.) In den heute auf Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten neu ausgenommenen Schlichtungsverhandlungen im Ruhrbergbau unter Vorsitz von Professor B r a h n und der beiden Unparteiischen Regie­rungspräsident Dergemann und Beigeord­neter Dr. Bragard fällte der Vorsitzende mit den Stimmen der unparteiischen Beisitzer einen Schiedsspruch, der eine sibenprozen- tige Herabsetzung der Löhne bis zum 31.Ianuar 1932 bestimmt. Das Arbeitszeit­abkommen wurde unverändert bis zum 31. März 1932 verlängert.

Die drei Dergarbeiterverbände haben den heute gefällten Schiedsspruch in der Lohn- und in der Arbeitszeitfrage sofort abgelehnt und folgendes Telegramm an das Reichsarbeits­ministerium gesandt:Bergarbeiterverbände leh­nen mit größter Entrüstung Schiedsspruch für Ruhrbergbau ab. Ersuchen dringend, Verbind­lichkeitserklärung nicht auszufprechen." Wie ver­lautet, wird auch der Zechenverband den Schiedsspruch in der Lohnfrage ableh­nen, da er, wie behauptet wird, eine nicht ge­nügende Senkung der Löhne herbeiführe, zum anderen, weil sich nicht übersehen lasse, wie sjch die Pfundbaifse im Laufe der vorgesehenen Zeitdauer des Spruches weiter auswirken werde. Das Arbeitszeitabkommen wird von dem Zechenverband angenommen.

Don unterrichteter Seite erfahren wir, daß über die Frage der Verbindlichkeitserklärung oes Schiedsspruchs Mittwoch in Dortmund die gesetz­lich vorgesehenen Nachverhandlungen vor einem Vertreter des Reichsarbeitsministers statt­finden. Falls es dabei nicht zu einer Einigung der Parteien kommen sollte, tiyrb sich der Reichsarbeitsmini st er mit der Frage der Verbindlichkeitserklärung befassen müssen. Dabei wird insbesondere zu prüfen sein, ob die im Schiedsspruch vorgesehene Laufdauer von vier Monaten unter den gegenwärtigen Ver­hältnissen tragbar erscheint und ob die vorge- fchlagene Lohnänderung nicht eine anderwei­tige Entlastung beider Parteien, vielleicht auf dem Gebiete der Beiträge zur Ar­beitslosenversicherung notwendig macht.

Das Sparsamkeitsgesetz vom Unterhaus angenommen.

Das Kabinett wird weitgehende Vollmachten verlangen.

London, 29. Sept. (TU.) DaS Unterhaus nahm in dritter Lesung das Sparsamkeits­gesetz mit 297 gegen 242 Stimmen an. Daran schloß sich sofort die erste Lesung des Oberhauses, so daß das Gesetz am Mittwoch vorn König unterzeichnet werden kann.

Die Kabinettssihung am Montag hat noch zu keinen abschließenden Entscheidungen Über die weitere Entwicklung der Innenpolitik geführt, so daß das Kabinett die Beratungen afft Diens­tag fortsehen wird. Die Gesamtlage hat sich durch eine liberale Denkschrift wesent­lich geändert, die von Sir Herbert Samuel im Einverständnis mit Lloyd George, Lord Rea­ding und anderen Mitgliedern der liberalen Partei ausgearbeitet und dem Ministerpräsiden­ten bereits vor seiner Abreise nach ChequerS übergeben worden ist. In dem Schriftstück wird eine baldige Neuwahl nicht für wün­schenswert erklärt. Es werden eine Reihe von Vorschlägen gemacht, wie insbesondere die Handelsbilanz verbessert werden kann und ein dementsprechendes Wiederaufbauprogramm vorgelegt. Es wird ferner betont, daß die Libe­ralen an sich bereit feien, Zollvorfchlägen näher zu treten, und falls von dem wirtschaftlichen Be- ratungsausschuh konstruktive Vorschläge über den Goldstandard, die Währung, die Danken, die Entwicklung der Industrie usw. gutgeheihen wür­den, die Regierung bei Durchführung dieser Maß­nahmen zu unterstützen.

Die Denkschrift soll auf Macdonald starken Ein­druck gemacht und die Grundlage der Kabinetts­besprechungen am Montag gebildet haben. Sie soll mit einigen Abänderungen angenommen wor­den sein. Das Kabinett wird nun voraussichtlich mit einem neuen Programm vor das Parlament treten. Das Programm soll vom Volk ein Mandat verlangen, das der Regierung die Mittel an die Hand gibt, der gegenwärtigen Schwierigkeiten Herr zu werden und eine neue Wiederaufbaupolitik einzuleiten. Es soll der Re­gierung überlassenb eiben, von den Zolltari­fen nach den Erfordernissen Gebrauch zu machen. Dadurch würde sich die Einheit Im Kabinett wieder Herstellen lassen, das jetzt infolge der Zollfragen in sich gespalten ist. Die Regierung, so sagt dieTimes", verlangt also das Mandat eines Arztes, der den Kranken heilen kann, weil ihm alle Medikamente zur Verfügung stehen, und weil er das Vertrauen des Patienten besitzt. Die Kur muß teils national, teils international fein. Die gegenwärtige Krise ist nicht eine Angelegenheit von nur einigen Wochen Dauer, sondern sie bedeutet den Wendepunkt des Jahrhunderts.

Oie Wetterlage

£0!

1V

lertfront Genf, *