Ausgabe 
30.5.1931
 
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Aufgabe im Dienst der Volkswirtschaft. Die Einnahmen würden sicher nicht geringer sein, wenn die Züge bei ermäßigten Preisen voll beseht sind, als jetzt, da sie nur unvoll­kommen ausgenutzt werden. Uni) wenn dadurch der Fremdenstrvm stärker als bisher nach Deutsch­land geleitet wird, dann erfolgt wirtlich eine Befruchtung der ganzen Wirtschaft, die so drin­gend nötig ist.

Die Abwärtsbewegung an den deut­sch e n B ö r s e n hat auch nach den Pfingstseiertagen angehalten und sich sogar noch weiter verschärft, wobei vor allem die neuen Rückgänge an der Neu- yorker Börse und der Zusammenbruch einer bedeu­tenden Wiener Privatbank Anlaß zu Abgaben fast auf der ganzen Linie gaben. Auch die innerpolitische Lage ist nicht dazu angetan, die starke Nervosität einzudämmen. Die Börse scheint sich heute über die traurige Lage, in der sich die deutsche Wirtschaft be­findet, völlig im klaren zu sein. Die wenigen Hoff­nungsfunken sind wie weggeblasen. Nur so kann man cs sich erklären, daß der Aktienindex einen Tiesstand erreichen konnte, wie er kaum in der schlimmsten Baisseperiode zu verzeichnen war.

Man ist auch nicht geneigt, ein günstiges Moment auszuwerten. Die Tatsache, daß sich der Beschäf­tigungsgrad in der ersten Hälfte des Mai weiter gehoben hat, blieb völlig unbeachtet. Was bedeutet schließlich auch eine Abnahme der Zahl der Arbeitslosen um 147 000, wenn sich die Gesamt­zahl immer noch auf 4,21 Millionen beläuft. Sieht man aber die Lage mit etwas freundlicheren Augen, so ist doch immerhin festzustellen, daß seit dem Höhe­punkt der Erwerbslosigkeit Mitte März, an der nahe­zu fünf Millionen Erwerbslose vorhanden waren, bis heute 769000vomArbeitsmarktwie- der aufgenommen wurden. Es ist nur zu hoffen, daß auch im Laufe der nächsten Zeit eine weitere Entspannung eintreten und auch in anderen Industriezweigen sich eine Besserung der Beichäfti- gungslage herausbilden wird. Leider ist am Bau­markt, wo die Saisonbelebung spätestens im April zum Durchbruch zu kommen pflegt, eine merk­bare Belebung nicht fühlbar geworden und die Ar­beitslosigkeit nur geringfügig zurückaegangen. Der Beschäftigungsausfall beziffert sich in den ersten vier Monaten 1931 gegenüber dem letzten Jahr auf etwa 40 v. H., was einem Umsatzausfall von rund 840 Millionen Mark entspricht. Diesen Zahlen braucht man nichts hinzuzufügen.

Lassen wir aber weiter Zahlen sprechen. Die durchschnittliche arbeitstägliche Gewinnung der deut­schen Walzwerke war im April gegenüber dem März um 2,1 Prozent niedriger, der Kohlen- a b s a tz des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndi- kats zeigt für dieselbe Zeit eine arbeitstägliche Ab­nahme um 4,95 Prozent. Die wirtschaftliche Not und auch die starke Auslandskonkurrenz veranlassen immer neue Industriezweige zu engerer Zusam­menarbeit. So haben jetzt die drei größten kontinentalen B le i st if t h e r st e 11 e r, die A. W. Faber Castell-Bleistift AG. Stein bei Nürnberg, die Bleistiftsabrik oorm. Johann Faber und die Koh-i- noor Bleistiftfabrik L. & C. Hardtmuth in Budweis (Tschechoslowakei) eine Union geschlossen, von der man sich vor allem Ersparnisse auf dem Gebiet des Vertriebes und der Unkosten 'verspricht. Die ufer- losen Unterbietungen am Benzinmarkt haben ebenfalls wieder zu einer Konvention mit gleich­zeitiger Preiserhöhung geführt, nachdem die frühere an der Außenseiterkonkurrenz in die Brüche ge­gangen war. Für die neue Konvention dürfte aller­dings die russische Konkurrenz, die bisher noch Ge­wehr bei Fuß steht, ein nicht zu unterschätzendes Störungsmoment bilden. Die Zusammenfassung der Spreng ft offintereffen der J.-G.-Farben- Industrie ist letzten Endes auch als eine Verein- fachung der Geschäftsführung und damit Verbilli­gung des Verwaltungsapparates zu werten.

Die Zukunst

der Sozialversicherung.

Minister Siegerwald über die künftige Sozial- und Lohnpolitik.

Berlin, 29. Mai. (TU.) Reichsarbeitsmini­ster Stegerwald äußerte sich gegenüber dem Berliner Vertreter derKölnischen Volkszeitung" über Wirtschafts-, sozial- und lohnpolitische Fra­gen. Man verlange, so führte er u. a. aus. zur Zeit stürmisch eine grundlegende Ref orm der Sozialversicherung. Darüber brauche man sich nicht die Köpfe heiß zu reden, sie komme von selbst. 3m Jahre 1931 trete nämlich für die gesamte Sozialversicherung dieselbeEin- nahmedürre ein, die bei Reich, Ländern und Gemeinden zu beobachten sei.

Bei dem gleichen prozentualen Beitragssatz wie im Jahre 1929 dürfte die gesetzliche Sozialver- ficherung einschließlich der Arbeitslosenversiche­rung im Jahre 1931 um 1 bis 1^ Milliar­den Mark weniger Einnahmen aufwei- sen, als im vergangenen Jahre. Zur Zeit lei­steten Arbeitgeber und Arbeiter alles in allem rund 18 v. H. des Lohnes an Beiträ­gen zur Sozialversicherung. Wenn die gegenwärtigen gesetzlichen Leistungen in allen Ver­sicherungszweigen beibehalten werden soUten, dann müßten die Beiträge insgesamt um 5 bis 6 vom Hundert erhöht werden. Das sei wohl für die Arbeitnehmer wie für die Wirt­schaft eine wahre Unmöglichkeit. Bei der heutigen Kapitolverknappung vermehre in Deutschland jede wesentliche produktionsbela­stende Erhöhung der Sozialbeiträge die Ar­beitslosigkeit.

Zur Frage der Lohnpolitik erklärte der Minister u. a. folgendes: Im Jahre 1931 rechne die Arbeitslosenversicherungsanstalt je 1 Prozent Beitrag mit 212,5 Millionen Einnahmen, also mit übet 75 Millionen Jahreseinnahmen weni­ger, als im Jahre 1929. Das bedeutet, daß die Arbeitslosenverficherten im Jahre 1931 21,25 Milliarden oder u m 7,1/? Milliarden we­niger an Löhnen undGehältern bezö­gen als im Jahre 1929. Es ergebe sich dreierlei:

1. Daß die Behauptung, die deutschen Löhne seien zu unbeweglich und zu starr, im ganzen gesehen nicht richtig sei.

2. Daß die staatlichen Schlichtungs» Instanzen auf die Lohnpolitik in ihrer Gesamt­heit gar nicht den überragenden Ein­fluß hätten, der vielfach fälschlich angenommen worden fei.

3. Daß eine zweite allgemeine Lvhn- senkungswelle durch die staatlichen Schlich- tungsinstanzen in nächster Zeit nicht mehr durchgeführt werden könne.

Sechzehn Stunden in der Stratosphäre.

Professor Piccard mit seinem Assistenten Ki pfer und seiner Familie. Bei seiner Landung wurde Professor Piccard mit der Nachricht von der Geburt eines dritten Kindes überrascht.

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piccard berichtet über seinen Flug.

Die Messungen der Höhenstrahlung.

Augsburg, 29. Mai. (WTD.) Dem Sonder­berichterstatter derReuen Augsburger Zeitung" gab Professor Piccard in Obergurgl folgende Er­klärungen :Sie werden es kaum glauben, daß wir in 25 Minuten bereits 15 000 Me­ter hoch geflogen sind. Dieser rasche Auf­stieg wat natürlich insofern sehr unangenehm, als der Ballon sehr heftigen Erschütterungen ausge­setzt war, hauptsächlich aber deshalb, weil wir keine Zeit hatten, unsere Messungen in verschiedenen Höhen vorzunehmen. Diese Messun-

16 000 Meter erreichte Piccard auf seiner Re­kordfahrt, das in fast 4000 Meter höher als die Grenze zwischen Tropo- und Stratosphäre, die zwischen 12 000 und 13 000 Meter Höhe verläuft. Die bisher höchste Höhe erreichte der Amerikaner Grey, dessen Ballon jedoch platzte, so daß Grey getötet wurde. Der offizielle Ballonweltrekord ver­blieb darum bis zu Piccards Fahrt den Deutschen Berson und Süring. Die höchste Höhe, die ein Flug­zeug erreichte (Leutnant Soucek) liegt noch immer fast 3000 Meter unter der von Piccard erzielten Höhe.

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?%%% Pr°fhrson ltSout* 12945 m. Prof Sunng 13157m.

10800m.

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2225m. ,

Krieqsluftschiff1.55 tu. 7300m.

Prof. Piccard 16000m.

gen betreffen die f»genannte Höhenstrah­lung. Diese Messungen lassen sich in der Strato­sphäre deshalb besser durchführen, weil es hier keine Luft mehr gibt, die die Höhenstrahlung ab­sorbiert. Reben diesem eigentlichen Zweck des Fluges wollten wir aber noch den Rachweis er­bringen, daß es grundsätzlich möglich ist, in einer Verschlof senen Kabine in die Stratosphäre vorzudringen. Dieser

Rachweis ist vor allem wichtig für die Luft­schiff a h r t, weil ihre Maschinen im der Strato­sphäre größere Strecken in kürzerer Zeit zurück­legen können als in der Atmosphäre."

Die größte Aeberraschung bereitete Professor Piccard, daß er so lange auf einer Höhe von 15 000 Meter sich gehalten hat. Freilich wurde diese Flughöhe nicht freiwillig gehalten. Das Gasventil funktionierte nicht, und die beiden Piloten waren nicht in der Lage, Gas abzulassen, wodurch ein Fallen des Ballons eingetreten wäre. Wir waren also rund 16 Stunden in der Stratosphäre. Unser Sauerstoff ging zur Reige, als wir es war inzwischen 20 Uhr ge­worden plötzlich zu finken begannen, wohin war uns gleichgültig. Es war ein großes Glück, daß wir in den Alpen niedergingen, weil das Rieder­gehen im Flachlande sturzartige Folgen, hätte an­nehmen können."

Die Landung Piccards erfolgte zwischen zwei Eisabrissen des Obergurgler Ferners auf einer Schneefläche von etwa 2500 Meter Länge und war so hart, daß die Gondel sehr erschüttert wurde. Instrumente wurden zerschlagen und die Kleider der beiden Ballon­fahrer zerrissen. Die Hose Dr. K i p f e r s hat sehr gelitten und ist als historisches Stuck photo­graphiert worden. Der erste Wunsch Professor Piccards, als er im Hotel Edelweiß ankam, war ein Bad. Der Assistent Dr. Kipfer äußerte sich, als man ihn nach seinen nächsten Plänen fragte: Mein erster Plan ist, zunächst einmal gründlich a u s z u s ch 1 a f e n."

Die Bergungsarbeiten.

Obergurgl, 29. Mai. (WTB.) Während Pro­fessor Piccard heute in Gurgl ausruht, bereiten Dr. Kipfer und Universitätsprofessor Dr. Wag­ner aus Innsbruck als Ballonsachverständiger mit Hilfe der durch die Tiroler Landesregierung zur Verfügung gehaltenen Militärabteilung den Ab­transport des Ballons vor. der nm Samstag durch die Firma Riedinger in Augsburg, der Herstellerin des Ballons, erfolgen wird. Heute früh 5.30 Uhr ging eine aus 19 Mann eines Alpenjägerregimentes aus Innsbruck bestehende Bergungsexpeditian unter Führung 'des Leutnants Statiner nach der Landungsstelle des Ballons ab. Voy der Tiroler Landesregierung hatte sich Regierungskommissär Dr. M a n g u t s ch sowie etwa ein Dutzend Pressever­treter angeschlossen. Der schwierige Anstieg zum (Burglferner führt auf ungebahnten Steigen über Firnschnee und Fclsen bis zur Höhe von etwa 2600 Meter. Nach dreistündigem Marsch wurde der Ballon erreicht. Er lag mit der Hülle nach unten unter dem mächtigen Bruch des Gurglferners. Die Spuren im Schnee lassen deutlich erkennen, daß die Gondel etwa 50 Meter weit geschleift wurde. Es zeigte sich, daß die beiden Forscher auch bei der Landung von außerordentlichem Glück b e g ü nft i g t waren.

Die Gondel des Ballons wurde von Piccard nach der Landung sorgfältig verschlossen und bot einen grotesken Anblick. Neben einer Anzahl ge­heimnisvoller Instrumente waren primitive Papp­schachteln an ihr mit Schnüren befestigt. In einer Flasche, die jedenfalls an der Aluminiumgondel an- gebunden war, lag ein Zettel mit folgendem Inhalt:

Am 27. Mai 1931 gegen 21 Uhr landete ich mit Ballon F. N. R. S. Die Kabine enthält die Instrumente und persönliche Effekten. Ich bitte jeden, sie nicht zu öffnen. Wir sind, Herr Kipfer und ich, am 28., morgens, talwärts, linke Seite vom Ballon aus gesehen, abgestiegen.

Prof. Piccard."

Rings um die Gondel liegt eine Menge ver­brauchter Trockenbatterien, leere Sauerstoffflaschen, Decken, Säcke mit Bleistaub, der nach Piccards An- aaben sich außerordentlich gut bewährte, leere Kon­servenbüchsen, Gasmaskeneinsätze, Kalipatronen, Butterbrote, alte Zeitungen, Stricke und Taue im Schnee verstreut.

Dte Bergungsarbeiten wurden sofort in An­griff genommen und schritten rasch vorwärts. Die GondÄ bleibt vorläufig oben, da der Abtrans­port zu viel Schwierigkeiten bereitet. Man will Piccard veranlassen, sie zur Erinnerung an seine denkwürdige Landung in Gurgl zu belas­sen. Gegen 11 Uhr kam auch Ingenieur Kipfer zur Landungsstelle, um die Bergung der Instru­mente zu leiten. In Gurgl trafen im Laufe des heuttgen Vormittags auch der bekannte Schwei­zer Flieger Mittelholzer ein. Piccard, der am Sonntag nach Augsburg zurückzukehren ge­denkt, hat sich dem Ansturm der Pressevertreter entzogen, indem er mit feinem Spirituskocher aus rückte, um sein Mittagessen fett ft zu bereiten. Sämtliche Apparate Piccards sind bereits geborgen, während zum vollständigen Abtransport des Ballons selbst die vorhandenen Kräfte nicht ausreichen.

Eine Flugzeugaufnahme von Piccards Ballon auf dem Großen Gurgler-Ferner. Der Ballon selbst ist nur klein zu sehen, da das Flugzeug sich nicht tiefer herunterwagen durfte. Der Pfeil bezeichnet den Ballon.

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Der Broipreis.

Maßnahmen der preußischen Regierung.

Berlin, 29. Mai. (WTB. Amtlich.) Rachdem auf dem Wege verbilligter Abgabe von Roggen aus den Beständen der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft es gelungen ist, den Brotpreis in Berlin herabzufetzen, und auch i n Leipzig auf die Gestaltung des Brotpreises Einfluß zu nehmen, sind von der preußischen. Staatsregierung im Zusammenwirken mit dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirt­schaft mit den lokalen Stellen Verhandlungen über eine Ausdehnung der Aktion auf indu­strielle Gebiete mit einer starken ar­beitslosen Bevölkerung eingeleitet wor­den. In Köln wird in allernächster Zeit von den Brotfabriken und von den Konsumgenoffen- schäften der Preis für Graubrot von 50 auf 47 Pf., für Schrotbrot von 36 auf 34 Pf. herab­gesetzt werden. Eine gleiche Herabsetzung der Preise durch die Kölner Bäcker ist zu erwarten. In weiteren industriellen Städten des Rhein­landes, Westfalens, der Provinz Sachsen und in Frankfurt a. M. erfolgten entspre­chende Einwirkungen auf die Gestaltung des Drvt- preifes. Heber das Ergebnis der Bemühungen wird in allernächster Zeit die Oeffentlichkeit unterrichtot werden.

Wie demBörsen-Courler" gemeldet wird, finden zur Zeit Verhandlungen statt, die darauf hinzielen, auch den rbeinischen und mitteldeutschen Mühlen

verbilligten Roggen zur Beeinflussung des Brot- vreises zu überlassen. In Frage kommen aus­schließlich größere Provinz st ädte, in denen infolge Mehlknappheit eine Brot- preiserhöhung eingetreten ist. Verhandlungen mit rheinischen Mühlen wegen Abgabe van 15 000 t Roggen stehen vor demAbschluß. Ferner werden mit einigen mitteldeutschen Städten, u. a. mit Magde­burg und Halle gleichartige Verhandlungen geführt. Die Bedingungen, zu denen der Roggen den Mühlen überlassen werden wird, werden sich an die Bedingungen bei der Abgabe von Roggen an die Berliner und Leipziger Mühlen anlehnen und vor allem vorsehen, daß die Mühlen das aus diesem Roggen gewonnene Mehl zu einem zu ver­einbarenden Preis nur an solche Bäcker abgeben, die sich verpflichten, das Mehl ausschließlich zur Herstellung verbilligten Brotes zu verwenden. Die Roggenbestände der DGH. gingen bis Ende April auf rund 140 000 t zurück, sind aber inzwischen durch Abwicklung und Uebernahme eines Engagements von weiteren 60 000 t auf rund 200 000 t erhöht worden.

Deutschland protestiert in Paris gegen die Grenzverletzung.

Berlin, 29. Mal. (121.) Die Reichsregie­rung hat am Freitag den deutschen Bof- schafterinParis beauftragt, bei der fran­zösischen Regierung wegen der wiederhol­

ten llebersliegung deutschen Gebietes durch französische Militärflugzeuge ernste Vorstellungen zu erheben.

Aus aller Wett.

Schwere Ausschreitungen in Berlin.

In Berlin wurden Stahlhelmange­hörige, die sich am Senefelder-Plah angesam­melt hatten, um sich dann zum Görliher Bahn­hof zu begeben, von Kommunisten be­schossen. Durch die Schüsse wurden zwei Po­lizeibeamte sowie ein unbeteiligter Passant er­heblich verletzt. Die Täter entkamen. Der Zustand des einen schwerverletzten Hauptwacht- meisters ist sehr ernst. Zu schweren Ausschreitun­gen kam es in der Skalitzer Straße. Gegen 22.45 Uhr wurden zwei Polizeibeamte bei Auflösung ernerkommunistischen Ansammlung angegriffen. Hierbei wurde ein Hauptwachtmeister durch Messerstiche am Kopfe erheblich verletzt. Der 62 Jahre albe Maurer August Hahn, Mitglied des Stahl­helms, wurde von bisher unbekannten Tätern durch einen Kopfschuß getötet. An der gleichen Stelle wurde auch ein Maschinenbauer durch Messerstiche in den Rücken und durch einen Schuß in die rechte Hand verletzt. Insgesamt nahm die Polizei fünf Personen fest. Unter der Hochbahn in der Skalitzer Straße sammelten sich gegen 23 Ahr mehrere Trupps von Kommunisten, etwa 200 Personen, an, die Steine auf d i«