Ausgabe 
30.4.1931
 
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SJL-'Sport

To. Londorf I Tv. Garbenteich I 3:1 (1:0).

Beide Mannschaften lieferten sich ein hartes Spiel, bietungen mit einigen Chorvorträgen und trua so Während Garbenteich im Sturm seinen besten zum h°rmonttchen Verlauf der Deranstaltung wesen - Mannschaftsteil hatte, war, besonders in der zwei- lich bei. Mitglied Fr. Keßler begleitete mit kn Hälfte Londorf durch die bessere Arbeit seiner | Schallplattenmusik auf Lautsprecher übertragen, die Läuferreihe etwas im Vorteil. Bei gleichmäßig ver- I turnerischen Darbietungen.

Nachdruck verboten.

7. Fortsetzung.

teiltem Spiel gewann Londorf nicht zuletzt durch die glänzenden Leistungen seines Torwarts. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf eher ent-

Oberstufe: 12-Kampf: G. Schäfer 1. Preis; Th. Jung 2. Pr.; O. Sommer 3. Pr.; K. Weiß 4. Pr.; E. R. Möckel 5. Pr.; O. Weiß 6. Pr.; O. D«n 7. Preis.

Mittelstufe: 4-Kampf: Sy Sommer 1. Preis; K. Harnisch 2. Pr.; W. Sommer 3. Pr.; W. Sarnes, O. Sommer 4. Preis.

Damen: 9-Kampf: Karoline Ruhl 1. Preis; Hilde Gorr und Mariechen Schmandt je einen, zweiten Preis; Karoline Happel 3. Pr.; Lina Stephan 4. Preis.

In der Schüleroberstufe (6-Kamps) wurden 13 und in der Unterstufe 11 Schüler durch Preise ausgezeichnet. Bei den Sonderkämpfen blieben Sieger: Stabhochsprung Theo 3ung 2,55 Me­ter, Freiweitsprung O. Sommer 5,40 Meter.

Werbeabend des Turnvereins 1862 Wieseck.

N«s GckiMÄl WÄchtdasietzirkVoe«

Roman von 3. Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister. Werdau L Sa.

Zechten im Tumqau Hessen (OT ).

Auvscheidungsfechlen der Altmannen.

Um die Teilnehmer .ür die Metsterschaftskämpfe im Mittelrheintreis zu ermitteln, veranstalteten die Fechter der 3. Gaugruppe (Gau Hessen) am Sonntag in Bad-Rauheim unter Leitung von Gaufechtwart Kühn, Friedberg, ein Alt - mannen-2lusscheidungs-Fechten. Es wies eine stärkere Beteiligung als die gleichen Veranstaltungen der Vorjahre auf und verriet auch in den gebotenen Leistungen die gute fechte­rische Schulung des Gaues. Als ausfallend muß bezeichnet werden, daß die bekannten alten Käm­pen und Meister des Gaues entweder gar nicht mehr auf dem Fechtboden waren oder dem jün­geren Rachwuchs in zum Teil überraschenden Ergebnissen nach der positiven wie auch nach der negativen Seite die Spitzenplätze überlassen mußten. Dank der einwandfreien Tätigkeit des Kampfgerichts, dem außer bekannten Fechtern aus Frankfurt a. M., Worms und Bretzenheim auch die Gießener Hergenrother und Zieg­ler angehörten, wurden die Kämpfe reibungslos und eindrucksvoll vor einer sehr interessierten, aufmerksamen Zuschauergemeinde durchgeführt.

Die Ergebnisse:

Florett: Rach 3 Gruppen in der Vorrunde und 2 Gruppen in der Zwischenrunde traten von den 22 Bewerbern 8 in die Endrunde, in der es nach hochwertigen Gefechten folgende Pla­cierung gab: 1. Heinz Bersch, T. u. Spv. Mar­burg, 7 Siege; 2. Walter Gerhardt, Tv. 1846 Gießen, 6 Siege; 3. Ludwig Gerhardt, Tv. | 1846 Gießen, 4 Siege; 4. Karl Hahn, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 3 Siege; 5. Hans Mulch, Tv. Wetzlar, 3 Siege; 6. Hans Leonhard, Tv. 1846 Gießen, 3 Siege; 7. Robert Schautz, Tv. Wetzlar, 2 Siege; 8. Ludwig Da übel, Tv. 1846 Gießen, 0 Siege.

Säbel: Rach einer Vorrunde in 2 Gruppen mit wenig befriedigender Technik steigerte sich in den scharfen Gefechten der Endrunde die Lei­stungshöhe erfreulich. Von den 17 Gemeldeten kam 8 in die Entscheidung, in der sie sich in fol­gender Rangfolge an ordneten: 1. Ludwig Dau­be!, Tv. 1846 Gießen, 6 Siege; 2. Konrad Plaack. T. u. Svv. Marburg, 5 Siege; 3. Lud­wig Gerhardt, Tv. 1846 Gießen, 5 Siege; 4. Hans Mulch Tv. Wetzlav, 4 Sege; 5. Walter G e r h a r d t, Tv. 1846 Gieren, 3 Siege; 6. Ro­bert Schauß, Tv. Wetzlar, 3 Siege; 7. Karl Hahn, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 2 Siege; 8. Paul Hoff­mann, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 0 Siege.

Die sechs besten jeder Waffe erwarben sich die Teijlnahmeberechiigung an den mittelrheinischen Kreismeisterschaften, die im 3uni in Bad Hom­burg ausgetragen werden.

Handball im Gau Hessen (D.T.i

Tv. Heuchelheim I Spvg. 1900 Gießen I 11:4 (7:1).

Mit obigem Ergebnis mußte sich in Heuchelheim die zwar nur mit 10 Mann spielende erste Mann­schaft der Spielvereinigung 1900 geschlagen be­kennen. Das Spiel begann mit sehr scharfem Tempo; schon in den ersten Minuten Übernahm Heuchelheim die Führung, Gießen glich aber bald darauf aus. Rachdem die Einheimischen noch em weiteres Tor ausgeholt hatten, ließ der Kampf­eifer der Gäste merklich nach. Halbzeitergebnis 7:1 für Heuchelheim. Rach Seitenwechsel kam Gie­ßen etwas mehr auf, ohne aber am Torunterschied etwas ändern zu können. ,

t Schiri Walter Loh.(Tv. 1846 Gießen) war ein gerechter Leiter.

; Tv. Slein Linden To. Lützellinden 2:2.

. Am Sonntag trug die 1. Handballmannschaft des Turnvereins Klein-Linden das Freundschaftsrückspiel

Der General ging nach dem Schrank in dec Ecke und kam mit einem Glas Goldwasser zurück. .Trink! Heber alles kann man hinwegkommen wenn mam will. 3ch hab auch einmal geliebt! Jawohl und während ich gebalzt hab' wie cm Hahn, hat sie mich mit einem anderen betrogen! Ha! Ein Weib verdirbt die beste Rasse! Stint **3n Lippstädts Fingern schwankte das Glas zum Munde. Ein Trapsen rann ölig auf den Wassenrock und ließ einen häßlichen Fleck zuruck. Er erhob sich und mühte sich zu strammer Hal­tung.Befehlen Exzellenz noch etwas?"

Richts, als daß du jetzt mit mir nach Langen­bach fährst. Seit ich dich über den Taufstein ge­halten habe, sind wir nicht mehr zusammen in einem Wagen gesessen. Daran kannst du dich natürlich nicht mehr erinnern. Damals war die Fahrt jedenfalls amüsanter, als sie heute werden dürfte. Du hast gebrüllt, was deine Lungen gaben, und deine Amme hat sich die Arme aus dem Leibe geschaukelt, weil du nicht zur Räson zu bringen warst. Heute bist du stiller. Weiß Gott, es wäre besser, wenn du poltern konntest wie dazumal. Das leert die Galle aus, und Hei^ und Lunge werden frei damit. Vorwärts, mein Sohn!"

Lippstädt ging nach dem Fenster, seinen Helm zu holen. Er fühlte sich heiß an von der Sonne, die auf das Leder gebrannt hatte. Zehn Minuten, hatte er gedacht, dann würde Ruhe sein. Lind nun mußte er Seite an Seite mit dem General nach Langenbach fahren und seinen hämmernden Kopf zum Denken zwingen.

Eine Ordonnanz stand an der Türe und er­stattete eine Meldung. Trotzdem Viktor seit dem Morgen nichts mehr genossen hatte, verursachte ihm der Geruch von Braten und Kompott, der durch den Korridor zog, Brechreiz.

Der Säbel der Exzellenz flirrte Stufe um Stufe auf und schlug im Souterrain hart auf den Dflasterboden. Lippstädt hatte den seinen etwas hochgehalten. Jeder Laut verursachte ihm Schmerzen.

Der Bediente hielt den Schlag der Limousine offen. Grobe stieg als Erster hinein und lieh sich in der rechten Ecke nieder. Geneigten Hauptes, die Schultern etwas borgebogen, folgte Lippstädt. Heim, dachte er, nur heim! Lind eine Stunde den

Hedwig Dloem lag schlaflos. Mit dem Abend­zug war Thom weggefahren. Lutz gab ihm bis Hamburg das Geleit. Thomson war schweigend mit in das Abteil gestiegen. Thom würde einen fürsorglichen treuen Begleiter an ihm haben. Sie wußte ihrem Aeltesten nicht genug zu bauten dafür, daß er Thom in solchen Schuh gegeben hatte. Es war doch eine gewisse Beruhigung. Richt auszudenken, wie das wäre, wenn sie ihren Jüngsten auf dieser Reise allein wüßte.

Dloemsche Art war nicht die der Setterholms. ßut> war schon mit vierzehn Jahren eine selb­ständige Persönlichkeit gewesen. Thom aber blieb trotz seiner neunzehn immer noch das Kind, um das man sich sorgen muhte. Ach, und sie tat es so gern, sich um ihre Kinder sorgen.

Sie hörte ein Geräusch und richtete sich auf. An der Türe stand ein heller Schatten:Schläfst du, Mama?"

Evelins fliederblauer Pyjama leuchtete auf. Es hatte den Anschein, als wage sie es nicht, näher an das Bett der Mutter zu kommen.

Es ist lieb von dir, daß du noch nach mir siehst", sagte Hedwig erfreut.3ch kann ohnedies nicht schlafen. Immer bin ich bei Thom. 3n zwei Stunden ist er schon in Hamburg."

Evelin regte sich nicht. Ihre nackten Füße, die in weihen Pantöffelchen steckten, machten keinen Schritt von der Türe weg. Rur ihre Stimme fragte von dorther:Warum hast du Viktor Lipp- städt abgetoiefen?

Hedwig Dloem vergah Thom, vergaß Lutz und setzte sich nun vollends in den Kissen auf.Ich verstehe nicht, mein Kind. Ich kann einen Mann, der gar nidft zu mir gekommen ist, nicht abweisen."

Er war bei dir!"

Rein!" Frau Hedwig lieh das Licht auf flam­men. Der langbefranste Seidenschirm warf einen goldenen Reflex über den luxuriösen Raum und tauchte die Gegenstände in ein irisierendes Flim­mern. Die Dosen und DöSchen, bas Silber ber Bürsten und Kämme auf bem spiegelumsäumten Toilettentisch schillerten opalen auf.Wann soll er denn bei mir gewesen sein, Kind?"

Heute mittag!"

Du weiht, Eve, dah ich erst gegen drei llbr nach Hause kam. Das allein muh dir Beweis

Der Turnverein 1862 Wieseck hatte zu einem Werbeabend eingeladen, der im Braunfchen Saale stattfand und {ehr gut besucht war. Die Ver­anstaltung hatte den Zweck, besonders der Jugend den Wert des Turnens erkennen zu lassen. Dem- entsprechend stand auch das Jugendturnen im Mittelpunkt des Abends. Die Jugendlichen zeigten an Barren, Pferd und Reck exakte Hebungen, wäh­rend die Turnerinnen Freiübungen und Volkstänze boten. Bei den Kleinsten, bei den Turnerinnen und bei den aktiven Turnern, an den Geräten, bei den Freiübungen und bei den Tänzen klappte alles vor- züglich. Die Eltern konnten sich überzeugen, daß die turnerische Erziehung an ihren Kindern in der rich­tigen, planvollen Weise geschieht. Die Veranstaltung dürste ihren Zweck kaum verfehlen. Der Abend darf als gelungen und für den Verein als ein großer Er­folg bezeichnet werden. Die Gesangsabtei­lung des Vereins umrahmte die turnerischen Dar-

Gport der Soldaten.

Tv. Monsheim 1. Mannschaft 2. Kompanie 6:9 (0:5).

Im Anschluß an ben Achtungserfolg gegen Rot-Weih Frankfurt a. M (9:6), konnte die Kompaniemannschaft weitere Siege feiern. Die 1. Mannschaft ber 2. Kompanie war Gast beim Turnverein Monsheim. Monsheim, in eigenem Bezirk an zweiter Stelle, lieferte schon im Vor­spiel (4:3 für bie Kompagnie) ben Soldaten einen gleichwertigen Kampf. Darauf eingestellt, spielte bie Militärmannschaft von Anfang bis Schluhpfiff mit besonderem Schwung. Der Sieg ber Kompaniemannschaft, die zur Halbzeit bereits mit 5:0 führte, war nie in Frage gestellt.

Tv. Kirchen (Sieg) 1. Ätannschaft 2. Kompanie 4:12 (0:8).

Am Sonntag spielte die 1. Handballmannschaft in Kirchen a. b. Sieg. Erneut wurde bie Spiel­stärke der Militärmannschaft unter Beweis ge­stellt. Kurz nach bem Anstoß erzielte Krämer bas erste Tor für bie Soldaten. Durch diesen Erfolg ermutigt, ging die Mannschaft nun voll­kommen aus sich heraus und bei Halbzeit stand das Spiel 8:0 für bie Soldaten. Rach bem Wechsel wurden auf jeder Seite noch vier Tore erzielt. Die Militärmannschaft verlieh als sicherer Sieger den Platz.

Leichtathletik.

Zum ersten Male trat in diesem Jahre die 1. Rennmannschaft, bestehend aus vier Mann, zu einem volkstümlichen Fünfkampf auf den Plan. Der Fünfkampf setzte sich zusammen aus: Hoch­sprung, Weitsprung, Kugelstoßen, 75-Meter-Em- zellauf und einer 4x75-Me ter-Staffel. Auch hier erkämpfte die Militärmannschaft mit 80 Punkten Vorsprung einen einwandfreien Sieg. Hierbei ist hervorzuheben der Hochsprung 1,65 Meter und der Weitsprung 6,25 Meter von Obergrena- bier Jakob.

genug sein, dah ich den Grafen weder empfangen, noch abweisen konnte."

Dann war es Lutz!" Hell wie ein Schrei klangen diese Worte Evelins.

Hedwig erschrak bis in die innerste Seele. Kreise dichten sich um sie und begannen sie immer mehr einzufangen, dah sie zuletzt von deren Wirbel völlig umstrickt war. Lutz! Darum seine Reserviertheit, als er Abschied vor dem Abteil genommen hatte. Sie hatte förmlich gefroren dabei. Lind als die Wagen sich bereits in Fahrt fetzten, hatte er noch rasch gebeten:Sorge dich um Eve. Sie wird sich sehr vereinsamt fühlen.' Ader fürchterlicher als die Erkenntnis, dah ihr Aeltester über sie hinweg gehandelt hatte, war die Angst, daß dessen Tun nun einen Keil zwischen ihn und Eve trieb. Hie SetterholmI Hie Dloem! Lind es waren doch beides ihre Kinder, die sich nun allenfalls befeindeten. Das muhte verhindert werben um jeden Preis. War es nicht schon des Bitteren genug, das sie gekostet hatte?

Lind so brachte sie nun um des Friedens ihrer Kinder willen das Opfer der Selbstanklage. Ihre Stimme vibrierte als sie jetzt sprach:Lutz hat mir wohl einmal gesagt, dah der Graf dir zu­getan ist und möglicherweise eines Tages kommen wird, um dich anzuhalten. Ich habe ihm sofort zu verstehen gegeben, dah ich ihm mein Jawort verweigern mühte. Ich habe Gründe, Evelin, die mich zu diesem Handeln zwingen. Lind Lutz hat sich nun wohl beauftragt gefühlt, ihm eine Absage zu geben."

Lind welches sind diese Gründe, Mama?

Hedwig drückte die beringten Hände in die Seide der Steppdecke und wagte es nicht, zu der Tochter hinübewzusehen. Rur der helleSchcin, der von der Türe kam, sagte ihr, dah die Tochter noch immer dort stand.

Man konnte einem Rennwagen ausweichen, der in voller Fahrt dahingeschossen kam, selbst einer Kugel, wenn man deren Lauf verfolgte, aber dieser Frage ihres Kindes, von der sie wußte, dah sie entschied, konnte sie nicht entgehen.Erlaß mir die Antwort", bat sie dessenungeachtet. Cs war zuviel der Selbstverleugnung.

Wie du willst, Mama!"

Run schnellte Hedwig hoch. Erst war es Feuer gewesen, das sie verzehrt hatte, nun schüttelte sie der Frost. Die Angst, die sie empfand, lieh ihr die Lippen aufeinanderbeben. Ihr war, als bräche alles über ihr zusammen. Thom war fort! Lutz hatte ihr nie ganz gehört! Lind nun würde auch die Tochter gehen!

Sie sah sich plötzlich allein! Richt nur gatten-, sondern auch kinderlos. Lebendigen Leibes zu den Toten geworfen. Jetzt, in dec Schweigsamkeit und Ruhe der Rächt, wurde die Furcht, ihr jüngstes Kind könnte sich von ihr lossagen, so groß, dah sie wie eine Sünderin ihr Bekenntnis sprach:

Ich war einmal Egon Lippstädts Braut! Dicht in der Oeffentlichkeit! Rur im Geheimen! Ich habe ihn geliebt, wie du den Sohn liebst! Cs kam zu einem Duell zwischen ihm und Lutz' Vater. Lippstädt muhte den blanken Rock ausziehen und seinen Abschied einreichen. Hast du mich gehört, Eve?"

3a, Mama!"

O Gott! Warum sagst du nichts?" ängstigte ^OBaS soll ich dazu sagen? Wenn es so ist, wie du mir berichtet hast..

Du glaubst mir nicht?" weinte Frau Hedwig auf.

Die Tochter kam einige Schritte näher und hielt die Hände ineinanderverschränkt, als wolle sie ihre Gefühle gewaltsam meistern.Warum soll ich dir nicht glauben, Mama? Aber was hat das mit Viktor zu tun? Warum sollen wir für etwas gestraft werden, an dem wir keine Schuld tragen? Lutz' Vater war doch nicht der meine?

"Anders wäre es, wenn Graf Lippstädt eine Tochter hätte und Lutz wollte sie zu seiner Frau machen. Aber so! Viktor und ich! Warum soll das nicht gehen?"

Eve, begreifst du denn nicht?"

Rein! Wir werden warten, bis ich voll­jährig bin, dann kann ich über mich selbst be­stimmen!"

Seide raschelte. Der helle Schein an ber Sure jerftatterte in nichts. Den Rückm gegen die Wand gedrückt, hielt Hedwig Die Schläfen mit den Spitzen der Finger zusammen. Sie zersprangen sonst. Die Gedanken jagten in Sprüngen:Ich habe Lutz entlastet! Ich habe ihn reingewaschen! Ich habe alle Schuld"auf mich genommen! Lutz, was kann ich noch für dich tun?

Das Haus lag ganz still. Rur zuweilen kam aus der Richtung, in der die großen Derkehrs- strahen lagen, der schrille Ton einer Huve, das Rattern eines Motors oder irgendein Si­gnalpfiff. Die Fenster standen weit offen, und die schweren Cichenjalousien waren darüber herab­gelassen.

Hedwig war grenzenlos müde und verspürte zugleich eine solch unerklärliche Angst in sich: um Lutz, um Thom: am meisten aber um Evelin.

Man betrügt sich immer selbst, glaubt, dah es eine Lust sein müsse, dem Leben Kinder zu schenken und sich in deren Liebe zu sonnen. Lind sie schieben einen bei den ersten Versuchen zum Flüggewerden zur Seite und geben zu erkennen, dah sie nun fähig sind, ihre eigenen Wege zu gehen. Sie wollen nicht immer umsorgt und be­hütet sein. Die Freiheit lockt, wie sonst nichts zu locken versteht."

(Fortsetzung folgt.)

sprachen.

Tv. wieseck I Tv. Aichach I 5:2 (3:0).

Das Entscheidungsspiel um den Ersten in der Runde der Zweiten sah in Lollar erwartungsgemäß die Mannschaft des Tv. Wieseck in Front. Bereits bei Halbzeit mar die Mannschaft klar in Führung und behauptete sich auch nach dem Wechsel, trotz­dem Atzbach etwas auskam und zwei Erfolge er­zielte.

To. Londorf 3gb. Tv. Staufenberg 3gb. 6:1 (2:0).

Londorf konnte bereits bis zur Pause mit zwei Toren führen und stellt nach Seitenwechsel durch weitere vier Erfolge, denen der Gast nur das ver­diente Ehrentor entgegensetzen konnte, den Sieg sicher.

To. Lollar Jgd. To. Mendorf Jgd. 9:1 (3:1).

*Eine überraschend hohe Niederlage mußte die spielstarke Jugend Allendorfs in Lollar hinnehmen. Während sich die Gäste noch bis zur Pause recht annehmbar hielten, war in der zweiten Hälfte die Widerstandskraft gebrochen.

*

Im Geräte-Mannschaftskampf der beb den Turngaue Lahn-Dünsberg und Main-Rod-Gau am Samstag in Lollar blieb der Lahn-Dünsberg- (Bau überraschend mit einem klaren Vorsprung Sieger. Die Mannschaft der Gäste war etwas vorn Pech verfolgt und erreichte nicht ihre sonstigen Leistungen.

Tv. Watzenborn-Steinberg (AOT.)

Der TurnvereinGut-Heil" Watzenborn-Stein­berg veranstaltete am Sonntag in ber Form eines Anturnens eine Werbeveranstaltung, deren Verlauf allerdings durch die schlechten Wit­terungsverhältnisse beeinträchtigt wurde.

Das Wctturnen hatte folgende Ergebnisse:

Kops auf irgend etwas legen dürfen und wär's mir Heu! Das Gehirn versagte sonst.

Mißbilligend sah ihn der General an.Denk, es wär Krieg! Da ist auch manch ein« ausgezogen, der das Weib nicht mehr gesehrn hat, das er liebte. Lind überhaupt: Wenn du ein Mann von Ehre und Charakt« bist, dann pfeifst du diesen Dloems auf ihre Tochter. Die Welt hat mehr der schönen Frauen als nur eine!"

Mit hastigen Fingern griff Lippstädt in das Zigarettenetui, das die Exzellenz ihm bot.

$. ©p. D. 1926 Steinbach.

Am Sonntag hatte die 1. Mannschaft des FSpv. 1926 Steinbach die gleiche von Ettingshausen zu Gast und verlor nach verteiltem Spiel mit 6:2 Toren. Ettingshausen war während des ganzen Spiels leicht überlegen und gewann verdient, allerdings war zu berücksichtigen, daß Steinbach mit drei Mann Ersatz antrat. Schiri Jung (Lollar) leitete korrekt

Vorher lieferten sich die beiden 2. Mannschaften einen stets flotten Kampf, den Ettingshausen verdient, aber auch mit viel Glück gewann. Schiri W e i n a n d (Leihgestern) leitete zufriedenstellend.

Spv. Klein-Linden Schüler vfv. Gießen Schüler 2:0.

Das Fußballspiel der Schülermannschaft des Sportvereins Klein-Linden gegen die Schülermann, schäft des DfB. Gießen endigte mit einem 2:0-Siege der flinkeren Klein-Lindener.

Radrennen des Gaues Oberheffen.

Dem Radfahverv«einLieb« Berg und Tal" Göbelnrod war die Durchführung des Rennens des Radfahr«bundes, Gau Oberhessen, übec- tragen.

An diesem Rennen beteiligten sich 28 Fahr«, die In drei Klassen starteten und ihre Aufgube ohne nennensw«ten Zwischenfall erledigte. Die 61 Kilometer lange Rennstrecke der Klasses führte über Grünberg, Münster, Lich, Gießen, Reis­kirchen, und unt« sechs Fahrern trug Jäger (Lllfa) den ersten Sieg davon. In d« Klasse 6. die die 50 Kilometer lange Strecke Göbelnrod, Grünberg, Münster, Ettingshausen, Harbach, Göbelnrod zu bewältigen hatte, fuhr unter zwölf Teilnehmern 2llb. Mebus (Göbelnrod) als «ster Sieg« durchs Ziel. Die Jugendklasse fuhr über Grünb«g, Münster, Ettingshausen, Queck- born, (30 Kilomet«). Hier wurde Otto Schulz (Göbelnrod) unter zehn Fahrern «ster Sieger. Wertvolle Preise konnten unter die Sieg« ver­teilt werden.

Reitsporifest in Hungen.

In Hungen wurde In diesen Tagen mit den «sten Vorb«eitungen zu einem großen Reit­sportfest begonnen. Für den 27. und 28. Juni ist eine reitersportliche Veranstaltung vorgesehen, an d« voraussichtlich alle ob«hessischen Reiterver­eine teilnehmen werden. Man rechnet weiter mit d« Teilnahme d« Reichswehr aus Gießen und aus Hanau. Das Militär wird die ausge­schriebenen Konkurrenzen unter sich aus tragen. Man nimmt schon heute an, daß in jenen Tagen üb« zweihundert Pferde und Reit« In Hungen weilen und an den Wettbewerben teilnehmen werden. Lieb« die Gestaltung d« Konkurrenten b«ät eine Turnierleitung unt« dem Vorsitz deS Freiherrn Röder von Diersberg. Cs ist vor­gesehen, das Fest in der Hauptsache als ein Sportfest zu gestalten und von gesellschaftlichen Veranstaltungen nach Möglichkeit abzusehen. DaS Fest soll vielmehr für Pferd und Reiter eine Gelegenheit sein, die Kräfte im Wettkampf zu messen und der Jugend neuen Impuls zu ge >?n. Der Hungen« Reiterverein wird am Samstag­abend eine Begrühungsfei« mit Standarten­weihe veranstalten. Für den Sonntag ist ein Festzug vorgesehen. Die Tageszeiten vom Sams­tag und Sonntag sollen von den Wettkämpfen ausgefüllt fein.

<Dr. Mayer-Offenbach gestorben

3m Alter von 55 Jahren ist In Offenbach plötz- lich Dr. Ludwig Mayer einem Herzschlag erlegen. Der Verstorbene war Vorsitzender der Offenbarer Ortsgruppe des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen und erfreute sich in allen Sport- kreisen durch sein offenes und herzliches Wesen all- gemeiner Beliebtheit. Für feine Tochter, Olympia- fiegerin Helene Mayer und deren Bruder, den deutschen Hochschul-Fechtmeister Eugen Mayer, be­deutet der plötzliche Tod des Vaters einen schweren Verlust. ______________________

gegen die gleiche Mannschaft des Tv. Lützellinden In Klein-Linden aus. Es standen sich zwei ziemlich gleich starke Mannschaften gegenüber. Das Spiel wurde von beiden Seiten fair durchgesührt und endete 2:2. Schiedsrichter Mohr (Gießen) leitete korrekt.

Tv. Heuchelheim Jugend

gegen Tv. Großen-Buseck Jugend 6:1.

Vorher standen sich die Iugendmannschasten von Großen-Buseck und Heuchelheim gegenüber.

Das Vorspiel in Großen-Buseck endete seiner­zeit 2:2 unentschieden. Durch den jüngsten 6:1- Sieg konnten die Einheimischen erneut beweisen, daß iie ein nicht zu unterschätzender GegneE sind.

Polizei Buhbach II To. Grohen-Linden I 5:6 (2:2).

Auch in Butzbach gelang es den Großen-Linde- nern, die Polizisten knapp zu schlagen. Bis zur Halb- zeit gelang es beiden Parteien, je zwei Treffer zu erzielen. Nach der Pause übernahmen die Gastgeber zunächst die Führung. Großen-Linden glich aber bald aus und erzielte in kurzer Zeit zwei weitere Treffer, aber auch die Polizisten können den Aus- gleich wieder Herstellen. Erst in der letzten Minute konnte der Großen-Lindener Mittelläufer zum 6. und Siegestreffer einsenden.

Die Jugend Großen-Lindens konnte in Hochelheim mit 8:3 einen hohen Sieg erringen.

SandbaN im Lahn-Dünsbcrq Gau.