Allgemeine Ortskrankenkaffe Gießen-Stadt
Die Mitglieder des Ausschusses der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt tagten am Freitagabend unter der Leitung ihres Vorsitzenden Binde- w a l d im Gewerkschaftshaus. Geschäftsführer Fourier gab zunächst einen ausführlichen
Geschäftsbericht für da- Jahr 1930.
Die ungünstige wirtschaftliche Lage drücke dem Kassenbericht ihren Stempel auf, was hinsichtlich der Einnahmen durch Gegenüberstellung der Mo- nalsziffern von 1929 und 1930 besonders erläutert wurde. Im Jahre 1931 sei die Einnahme infolge der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit noch ungünstiger geworden, so daß die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr wenig rosig seien. Die Notverord- nungen vom 26. Juli 1930 und 1. Dezember 1930 wirkten sich sowohl in der Einnahme als auch in der Ausgabe in bezug auf die einzelnen Posten in weitgehendem Maße aus. Der Beitrag betrug je Mitglied bis zum 31. Oktober 1930 7 v. H. vom Grundlohn ab 1. November betrug er nur noch 6.5 o. S). Hu erwähnen sei, daß den Arbeitslosen, Rentenempfängern usw. und deren Angehörigen der Krankenschein ohne Zahlung der sonst vorgeschriebc- nen Gebühr von 50 Pf. ausgehündigt wird.
Die Tvenigerausgabe von rund 100 000 ITlarf an Krankengeld sei ein Beweis dafür, daß der Gesundheitszustand der Bevölkerung im Jahre 1930 gut war.
Die Ausgaben für Genesende und Erbolungs- bcbüPftige in Waldkatzenbach und Bad-Nauheim erfuhren eine Steigerung um rund 2000 Mark. Der Ausfall der teilweisen Rückvergütung bei der Wochenhilfe bedeute eine weitere Belastung der Stoffe. Nach einer Verordnung des Reichsarbeits- minifters wurde die Buchführung nach kaufmännischen Grundsätzen durchgeführt und erstmals eine Gewinn, und Verlustrechnung ausgestellt. Die hohe Summe der rückständigen Beiträge sei einesteils der Ausdruck der schlechten wirtschaftlichen Lage, anderseits werde die Ziffer aber auch durch den früheren Abschluß um fünf Wochen beeinflußt. Ab 18. August 1930 wurden die Arbeitslosen im Bereiche des Arbeitsamts Gießen bei der Stoffe versichert. I
Da der Vertrag aber vorerst nur auf etwa ein Jahr abgeschlossen wurde, lasse sich in dieser Frage nichts Bestimmtes Vorhersagen. Angesichts der be- sonders schwierigen Lage müsse hinsichtlich der Beitragsfestsetzung äußerst vorsichtig gehandelt werden, um die Mitglieder und ihre Angehörigen vor größerem Schaden zu bewahren.
Der Kassenbericht.
Die Einnahme setzt sich wie folgt zusammen: Beiträge für versicherungspflichtige Mitglieder 857 328,72 Mark, für versicherungsberechtigte Mitglieder 84 351,89 Mark: Krankenschein» gebühren 4962,50 Mark, Kapitalerträge (Zinsen und Mieten) 13 439,14 Mark, sonstige Einnahmen 1793,18 Mark; Vermögen s» an lagen (zurückerhaltene Darlehen, Abschreibungen am Grundeigentum und Mobiliar) 7741,63 Mark. Gesamteinnahme 969 617,06 Mark (1929 : 984 603,16 Mark.)
Die Ausgabe weist folgende Posten aus: Krankenhilfe für Mitglieder: Krankenbehandlung durch Aerzte 123 998,43 Mark, Sachleistungen durch Aerzte 8402,12 Mark, Weggebühren der Aerzte 5021,45 Mark, Zahnbehandlung 50 729,55 Mark, Krankenbehandlung durch sonstige Heilpersonen 1504,80 Mark, Arznei und kleine Heilmittel 72 379,38 Mark, größere Heilmittel 207,34 Mark, Bäder 10 497,80 Mark, Krankenhauspfleae HO 768 Mark, Krankengeld 237 958,40 Mark, Hausgeld 9973,07 Mark, Taschengeld 3480,60 Mark, Fürsorge für Genesende 29 846,20 Mark. — Krankenpflege für Familienangehörige: Krankenbehandlung durch Aerzte 52 523,31 Mark, Sachleistungen durch Aerzte 2027 Mark, Weggebühren der Aerzte 5080,18 Mark, Zahnbehandlung 4258,71 Mark, Arznei und Heilmittel 2636,60 Mark, Bäder 96,87 Mark, Kranken- hauspslege 10 441,14 Mark, sonstige Ausgaben für Krankenpflege 187,85 Mark. — Wochenhilse für Mitglieder 37 915,42 Mark, für Familienangehörige 21 799,95 Mark. — Krankheitsverhütung und Gesundheitsfürsorge 2762 Mark. — Sterbegeld für Mitglieder 4612,50 Mark, für Familienangehörige 1376,48 Mark. — ’Berroaltungsfoften: persönliche 91 929,99 Mark, sächliche 20 166,87 Mark. —
Sonstige Ausgaben 3712,39 Mark. — Vermögensanlagen 108 014,37 Mark. — Gesamtausgabe 1 034 308,77 Mark. (1929: 1 000 655,33 Mark.)
Die Gewinn- und verluslrechnung
verzeichnet in Einnahmen: Beiträge zur Krankenversicherung 911515 Mark, Kapitalerträge 13 439,14 Mark, Gewinne an Kapitalanlagen 414,02 Mark, sonstige unerledigte Reste 69 536,77 Mark, sonstige Einnahmen 1793,18 Mark. Die Summe der Einnahmen beträgt 996 698,11 Mark.
An Ausgaben sind gebucht: Krankenhilfe 742 018,80 Mark, Wochenhilfe 63 167,23 Mark, Krankheitsverhütung 2762 Mark, Sterbegeld 5988,98 Mark, Verwaltunaskoften 112 096,86 uRarf, Vor- schösse 45 343,22 Mark, sonstige Ausgaben 3712,39 Mark, Zuweisung zur Rücklage 9466,43 Mark, Zuweisung zum sonstigen Vermögen 12142,20 Mark. Summe der Ausgabe 996 698,11 Mark.
Die vermögensnachwelsung
weist in A k t i v a aus: Betriebsmittel 22639,67 Mark, Bankguthaben 146 102,37 Mark, Wertpapiere 4600 Mark, Hypotheken 75 472,42 Mark, Darlehen 36 000 Mark, Grundbesitz 56 713,60 Mark, Geräte 12 038,96 Mark, rückständige Beiträge 60 227,67 Mark, sonstige Ersatzforderungen 9309,10 Mark, Bestandswert der Selbstabgabe 5075,84 Mark. Summe der Aktiva 428 179,63 Mark.
In Passiva: Vorschüsse 45 343,22 Mark, Hypotheken 7474 Mark, zusammen 52 817,22 Mark.
Ueberschuß der Aktiva 1929: 353 753,78 Mark, Ueberschuß der Aktiva 1930: 375 362,41 Mark. Zunahme des Vermögens 21 608,63 Mark.
Der Mitgliederbestand betrug im Durch- schnitt 6613 männliche, 4800 weibliche, zusammen 11 413 Personen. Davon waren erwerbsunfähig er- krankt 2827 männlich, 2508 weiblich, zusammen 5335 (3,5 v. H.) mit 104 855 Krankengeldtagen (für männliche Mitglieder 51513, für weibliche Mitglieder 53 342). Wochenh: lse wurde gewährt an 323 Mitglieder und an 292 Familienangehörige-, zusammen an 615 Personen. Sterbegeld wurde gezahlt für 35 männliche, 16 weibliche Mitglieder und 40 Familienangehörige, zusammen an 101 Personen. —
Nachdem Herr F o u r i e r in der Aussprache einige Anfragen beantwortet hatte, gab Herr Fische r den
Bericht der Rechnungsprüfer, wonach alle Belege Vorlagen, und die Kasie in bester Ordnung befunden wurde Dem Antrag auf Enilastung der Kassen- Verwaltung wurde einstimmig ftaUgcgebcn, und der Geschäftsbericht genehmigt.
Die vom Vorstand oorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden zum Teil bedingt durch die Notverordnung vom 1. Dezember 1930 anderseits sollen durch dieselben für die Mitglieder in Erscheinung getretene Härten beseitigt werden. Dadurch wird der Zustand, wie er vor der Notverordnung vom 26. Juli 1930 bestand, im allgemeinen wiederhergestellt. In Frage kommen hier Zuschläge zum Krankengeld, bedingte Befreiung von der Gebühr von 50 Pf. für den Krankenschein und Arzneikosten, Hausgeld bei Krankenhauspflege eines Versicherten mit Familienangehörigen, Familienkrankenpflege bis zur Dauer von 26 Wochen.
Die Kassenbeiträge wurden auf 6,25 v.H. des jeweiligen Grundlohnes festgesetzt (weniger 0,25 v. H ). Für Versicherte, die während der Fortzahlung von Arbeitsentgelt auf weniger als 26 Wochen kein Krankengeld erhalten, werden die Beiträge auf 5,25 v. H. festgesetzt. Der Beitrag für unregelmäßig Beschäftigte betragt 6,25 v. H. — Die Satzungsänderungen wurden einstimmig genehmigt; sie treten am 1. April 1931 in Kraft,
Nachdem noch einige Anregungen vorgebracht und deren Prüfung zugesagt war, fand die Ausschuß- sitzung ihren Abschluß.
(Schluß des rcbaflioneüen Teils.)
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Darmstadt, März 1931. 22580
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Bekanntmachung.
Nachstehende Verordnung des Hessischen Gesamtministeriums bringe ich hiermit zur allgemeinen Kenntnis.
Gießen, den 27. März 1931.
Der Oberbürgermeister.
I. D.: Dr. Ham m.
Verordnung
über die NUetzinsbildung im Lande hesien.
Vom 16. März 1931.
Auf Grund des § 11 des Reichsmietengesetzes und der Paragraphen 2 und 8 des Gesetzes über den Goldentwertungsausgleich bei bebauten Grundstücken in der Fassung der Bekanntmachung vom I.Iuni 1926 — RGBl I S. 251 — wird hiermit folgendes bestimmt:
Einziger Artikel.
Die gesetzliche Miete wird in allen Städten und Landgemeinden mit Wirkung vom 1. April 1931 ab um 2 v. H. der Friedensmiete erhöht. 2135C
Darmstadt, den 16. März 1931.
Hessisches (Bejamtminifterium:
Dr. Adelung. Stirnberger.
Leuschner. Karell.
Holzsubmission.
Aus den Waldungen der Gemeinde
Allertshausen soll nachgenanntes Holz verkauft werden: v 22820
Fichtenstämme.
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„ 5. 2a. „ 34 „ 24,85 „
„ 6. 2b, „ 17 „ 20,17 „
„ 7. 2b. „ 24 „ 29,70 „
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t(astig) Kiesernstämme.
Los 11. 2a-Klasse 1 Stück 0,25 fm „ 12. 2b- „ 1 „ 0,66 „
Angebote sind bis zum Donnerstag, dem 2. April 1931, nachmittags 3.30 Uhr, bei unterzeichneter Stelle abzugeben. Die Bedingungen können bei uns eingesehen werden und werden vor Eröffnung bekanntgegeben. Sehr günstige Zahlungsbedin
gungen.
Bürgermeisterei Allertshausen. Reinhardt.
Bekanntmachung.
Dienstag, den 7. April d. 3., abends 8 Uhr, findet im allen Schulsaal, dahier, die diesjährige ordentliche Generalver- sammlung des Spar- und vorschußoer- eins Beuern II statt, wozu wir alle Mit- glieder hiermit einlaben. 2278D
Tagesordnung:
1. Vorlage der Rechnung pro 1930 und deren Genehmigung.
2. Beschlußfassung über Verwendung des Reingewinns.
3. Eraänzungswahl des Vorstandes.
4. Beschlußfassung über Rückzahlung der aufgewerteten Spareinlagen.
5. Verschiedenes.
Die Rechnung liegt acht Tage, vom 30. d. M. bis 7. April d. 3., im Lokale des Rechners zur Einsicht der Mitglieder offen.
Beuern, den 27. März 1931.
Der Aufsichlsrat des Spar- und vorfchuß- verelns Beuern ü e. G. m. b. h.
Philipp Sommerlai) VI., _________________Präsident._________________
Berichtigung.
In der am Samstag, dem 28. d. M., erschienenen Anzeige des Landwirtschaftlichen Consumvereins Grohen-Buseck, betr.
Aufklärung muß es richtig heißen: 2224D
Landw. Lonfunwerein e. G. m. u. b. h. Grohen-Buseck
nicht Landw. Consumverein e. G. m. b.H. _____________Großen-Buseck._____________
Dienstag, den 31. INärz 1931, nachmittags 2 Uhr, fallen im „Löwen-, Tleuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 1. Bücherschränke, Schreibtische, Klaviere, Büfetts, Schreibmaschinen, zwei Ausziehtische mit sechs Stühlen, Spiegel, Vitrinen, Figuren, ein Nähtisch, ein Klavierspielappa- rat, vollständige Fremdenzimmer, ein Vertiko, eine Rechenmaschine, Chaiselongues, Kredenzen, Diwane, eine Schärfmaschine, ein Heimkino mit elektrischem Motor, ein Märk- lin-Modell, eine Dampfmaschine, eine Registrierkasse, ein Puppenhaus, ein Kochherd, zwei Experimentierkasten, Standuhren, Nähmaschinen, eine Krause-Schneid- maschine, eine Ladencheke, Teppiche, Schränke, ein Kastenschrank, ein Glasaufsatz, 34 Flaschen verschiedene Liköre, Makohemden, ein Sofa, eine Bohnermaschine, ein Kleiderschrank.
2. Voraussichtlich bestimmt: 2277D ein Klavier, ein Schreibtisch.
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„ 3a 23 „ - 42,64 „
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„ 4a 1 „ = 2,26 „
Die Angebote sind, getrennt nach Klassen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Donnerstag, 2. April, nachmik- tags 230 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter er»
Geilshausen, 26. März 1931.
Hessische Bürgermeisterei Geilshausen.
Wagner«
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Die Gemeinde Odenhausen verkauft auf schriftliches Angebot: 2271D»
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Angebote find bis zum Mittwoch, dem 1 April 1931, nachmittags 4 Uhr, bei der Bürgermeisterei, dahier, einzureichen. Die Verkaufsbedingungen fünften bei uns ein» gesehen werden.
Odenhaufcn, den 27. März 1931, Bürgermeisterei: Nachtigall.


