Ausgabe 
30.1.1931
 
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Jan Mayen.

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Absagen an Laval.

Radikale und Lozialistcn ivcrhcn gegen das neue Kabinett stimmen.

Paris, 29.Ian. (WTB.) Die radikale K a m m e r f ra k ti 0 n hat heute vormittag eine Sitzung abgehalten, in der der Vorsitzende f) er ri 0 t beauftragt wurde, morgen bei der Debatte über die allgemeine Politik der neuen Regierung das Wort zu ergreifen. Die FraktiOr hat beschlos­sen, gegen die Regierung zu stinimen und der morgigen politischen Aussprache einen a u s s ch l i e ß l i d) politischen Charakter zu geben, d. h. lediglich über Parteigrundsätze zu sprechen. Für die Abstimmung ist Fraktions­zwang auferlegt worden.

Auch die S 0 z i a l i st i s d) e Partei erteilt dein Kabinett Laval durch Leon Blum in einem Artikel desPopulaire" eine sehr energische Absage. Es heißt darin, dos Kabinett Laval fei für die So­zialisten nur eine andere Aufmachung des Kabinetts Tardieu, oicüeidjt sogar noch etwas Schlimmeres; denn wenn man die Per­sönlichkeiten des neuen Kabinetts betrachte, dann stelle man fest, daß das Kabinett Laval noch mehr nach rechts neige. Wenn man den Politiker kenne, der an der Spitze dieses Kabinetts stehe, dann sei man sich vollkommen darüber klar, daß er für die Einheit und den Zusammenhalt der republikanischen Parteien eine nod) mehr zu fürch­tende Gefahr bilde. Schon die Tatsache, daß er nach dem Versuch des Kabinetts Steeg die Regierung übernahm, verschärfe seinen reaktionären Charak­ter; denn er strebe notwendigerweise danach, die zum Teil schon zersetzte reaktionäre Mehrheit wieder z; u s a m m e n z u f a s s e n. Es wäre hundertmal besser, wenn die Rechtspar- teien offen die Regierung übernähmen, und zwar ihr Führer selbst, Louis Marin. Rod) besser wäre es ober gewesen, das Parlament aufzu­läsen, anstatt während einer Kampfperiode die Agonie einer Mehrheit zu verlängern, von der das Land nichts mehr wissen wolle.

Sin diplomatischer Zwischenfall. MatzregelungeinesamerikanischenGencrals wegen Beleidigung Mussolinis.

Washington, 29. Ian. (WTB.) General­major Smedley Butler wurde heute auf An­weisung des Präsidenten Hoover durch den Marineminister Adams vom D i e n st suspendiert, zu Stubenarrest verurteilt und wird vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Die Maßregelung des Generals erfolgte im Zusammenhang mit dem Protest des hiesigen italienischen Botschafters, weil Butler in einem am 19. Januar in Philadelphia gehaltenen Vor- tvag gesagt habe, Mussolini sei einer der tollen Hunde Europas und habe, als er einmal bei einer Automobilfahrt ein Kind totfuhr, nicht angehalten und sei mit der Be­merkung:Was kommt es auf ein Kind a n!" weitergefahren. General Butler, der auf Grund des italienischen Protestes sofort zum Bericht aufgefordert worden war, erstattete heute endlich Meldung. Hr gab zu, daß die Zitate der Presse im großen und ganzen richtig seien, erklärte jedoch, daß er seine Ausführungen für richtig halte, da sie ihm von einem guten Freund (einige Blätter bezeichnen Cornelius Bander- bilt jun. als seinen Gewährsmann) mitgeteilt seien. Mariueministcr Adams otdnete daraufhin sofort an, daß Butler vor ein Kriegs­gericht zu stellen sei. Staatssekretär Stimson hat dem italienischen Botschafter in einer Bote das tiefe Bedauern der amerikani­schen Regierung über die unverantwortliche Handlung eines aktiven Offiziers zum Ausdruck .gebracht.

Aus aller Welt.

Reichs-handwerks-Woche.

In der Zeit vom 15. bis 22. März d. 3. findet unter der Schirmherrschaft des Herrn Reichs­präsidenten erstmalig eine Reichs-Hand­werks-Woche statt. Die Beranstalter. der Reichsverband des deutschen Handwerks und der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag, haben Kammern, Reichsfachverbände, Innungen und die sonstigen Körperschaften des Handwerks mobil gemacht, um dem Unternehmen zu einer starken und nachhaltigen Wirkung zu verhelfen. Gerade zur Zeit des Tiefstandes der Wirtschaft will das Handwerk auf diese Weise an seinem Teil zur Belebung des Arbeitsmarktes kräftig beisteuern.

1650 Seiten Anklageschrift im Fall Sttarek.

In der Strafsache gegen Sllarek u. Gen. wurde die Anklage zugestellt. Gegen die Brüder Max, Leo und Willi Sklarek ist Anklage erhoben wor­den wegen Betruges und Urkunden­fälschung gegenüber der Stadt Berlin, wegen Betrugs gegenüber der Berliner Anschaffungs- geiellichaft, der Dresdner Dank und der Ostbank und wegen schwerer aktiver B.e- ftechung und Anstiftung zur Untreue vo n Bea m ten der Stadt Berlin und des Reiches sowie ' wegen Konkursverbre­chen s. In erster Linie wird den Sklareks vor­geworfen, daß sie die Stadtbank um den Betrag von 10,5 Millionen Mark da­durch geschädigt haben, daß sie g e f ä l s ch t e Rechnungen vorlegten und die Stadtbank zur Her- aabe von Krediten in der erwähnten Höhe zu be­stimmen suchten. Die Deamtenbestechung wird do rin erblickt, daß sie den Direktoren Schmidt und Hoffmann von der Stadtbank, den Bürger­meistern Schneider und Kohl, den Stadträten Gä­bel, Degener und Denecke usw. Geschenke und andere Borteile gewährt haben sollen, um sie zur Berletzung ihrer Amtspflichten zu ver­leiten. Die Angestellten der Brüder Sklarek, Buchhalter Lehmann und T u ch , sollen zu den Betrügereien gegenüber der Stadtbank und ben Konkursabsichten Beihilfe geleistet ha­ben. Die genannten Stadtbankdirektoren. Bürger­meister und Stadträte, sind der schweren passiven Bestechung angeklagt; die ge­nannten Bürgermeister und Stadträte werden auch beschuldigt^ den Sklareks zum Teil das Recht, an die städtischen Amtsstellen zu liefern, verschafft, zum Tell die Durchführung dieses Rechts in jeder Weise begünstigt zu haben.

Die Aufklärung der Strafsache erforderte eine genaue Rachprüfung von etwa 2200 Geschäfts- üchern nebst 1000 Deistücken der drei Firmen Sklarek, der Kleiderverwertungsgesellschaft und der Berliner Anschaffungsgesellschaft. Eine be­sondere Schwierigkeit entstand daraus, daß die Bücher de? Firma Skkarek teilweise unzuver­

lässig geführt waren. Die Anklageschrift umfaßt 1650 Seiten. Die Akten bestehen aus 174 Hauptoänden nebst den erwähnten 1000 Dei­stücken und 2200 Geschäftsbüchern. Die Staats­anwaltschaft hat beantragt, daß eine Reihe von Personen, gegen die die Doruntersuchung eröffnet war, außer Derfolgung gesetzt wird.

Das Rachlgespcnst vor Gericht.

In den Morgenstunden des 26. März 1930 wurde am Berliner Bahnhof Wedding ein Mann festge­nommen, der sich auf der Flucht vor dem Revisor Sebastian, den er bestohlen hatte, befand. Der Mann mar vom Bahnhof Wedding die Bahnböschung auf der Flucht heruntergelaufen und hatte fid) dabei ein Bein gebrochen. Er gab zunächst einen falschen Namen an, die Kriminalpolizei- aber stellte fest, daß es sich um den 39jährigcn I. Ian'oschka handelte, der Anfang des vorigen Jahres Charlot- tenburg und Wilmerdorf durch seine verwegenen Einbrücheals Nachtgespen st" in Auf­regung versetzt hatte. Er hat bereits 15% Jahre hinter Gefängnis- und Zuchthausmauern verbracht. Ianoschka hat mit außerordentlicher Gewandtheit und Rücksichtslosigkeit seine Einbrüche in rafther Auf­einanderfolge z u mitternächtlicher stunde begangen, bei denen er größtenteils reiche Beute machte. Wurde einer der Bewohner der Wohnungen munter, leuchtete er ihnen mit einer Taschenlaterne ins Gesicht und flüchtete dann durch das Fenster. Als eine resolute Frau bei einem derartigen Ein brud) ihn einmal am Mantelkragen festhielt, be­drohte er sie mit dem Revolver, so daß er aud) hier entkommen konnte. Bei seinen (iinbrüdjen schraubte er zunächst die Hauptsicherung heraus und durchschnitt die Telephonleitungen. Keine Sicher- Heitskette, kein Patentriegcl war vor ihm sicher. Eigenartigerweise ließ er die Diebstahlsabsicht in den Fällen fallen, in denen er fid) mit einer anmutig wirkenden Frau in einem Zimmer allein befand. Dann war allein der Gedanke, die Frau zu besitzen, maßgebend; wehrten sich die Frauen, drohte er ihnen mit Erschießen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Ianoschka eine Ge­samtstrafe von acht Jahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust sowie wegen seiner Gemein- gefährlichkcit die Stellung unter Polizeiaufsicht. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklaaten zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren sechs Monaten Ge­fängnis.

Die Giftmörderin Luhenberger vor dem Reichsgericht.

Der erste Strafsenat des Reichsgerichts verhan­delt die Revision der Anna Lutzenberger, die we­gen Giftmordes und verschiedener Giftmordver­suche vom Schwurgericht in Augsburg z u m Tode, zu zwölf Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebens­zeigt verurteilt worden ist.Giftmord am laufen­den Barch" nannte der Oberstaatsanwalt in seiner Anklagerede die Taten der Angeklagten vor den Augsburger Geschworenen. Rach der psychologi­schen Seite wurde die Angeklagte als sittlich min­derwertig bezeichnet, von Gemütsstumvfheit, durch starken Egoismus getragen, strafrechtlich aber voll für ihr Tun verantwortlich. Die Angeklagte selbst hat bis zum Schlüsse entschieden geleugnet. Das Schwurgericht aber hielt sie für überführt, durch Cingeben von Arsenik ihren Vater ge­tötet und ihre Mutter zu töten ver­sucht zu haben; in letzterem Fall ist die Mutter zwar auch gestorben, doch konnte die Arsenikgabe nicht als alleinige Todesursache fgftgeftellt wer­den. Sie hat ferner versucht, ihre Kinder und die Familie eines Stadtsekretärs Schrott mit Arsenik zu vergiften, weil alle diese Menschen ihr im Wege zu stehen schienen als es galt, das elterliche Erbe für sich allein zu erlangen und seinen ausschließlichen Besitz zu sichern. Mit der eingelegten Revision soll die Auf­hebung des gesamten Tlrtells und Reuverhand- lung bezweckt werden, mit dem Ziel, die Lutzen­berger freizusprechen, die sich selbst auch heute noch als vollkommen unschuldig be­zeichnet.

Schwerer Ueberfall auf der Landstraße.

Auf den Distriktsarzt Dr. Maier ist ein ver­wegener Ueberfall verübt worden. Als er in Be­gleitung seiner Gattin in seinem Kraftwagen von Marienbad nach Eger (Böhmen) heimkehrte, wurde er im Walde an einer steilen Kurve von einem Unbekannten angehallen, der dem Arzt zurief, daß der Kraftwagen einen Defekt hätte. Darauf hielt der Arzt sein Auto an, entstieg mit seiner Gattin demselben und hielt Nachschau. Als sich Dr. Maier dabei unter den Wagen beugte, zog der Unbekannte einen Revolver und" feuerte'mehrere Schüsse gegen das Ehepaar ab, durch die d i e Gattin des Arztes auf der Stelle getötet und dieser selbst schwer verletzt wurde. Als Dr. Maier sich gegen den Attentäter wandte, versetzte ihm dieser einen Hieb über den Kopf, so daß er bewußtlos zusammenbrach. Nach dem Ueberfall ist der unbekannte Täter spurlos verschwunden, ohne einen Raub versucht zu haben. Man vermutet daher einen Racheakt. Die Gendarmerie hat noch in der Nacht die Nachforschungen eingeleitet.

Die Hilfsaktion für die eingefchlössenen Alpini.

Der Rest der Kompanie italienischer Alpini aus Bargeneche, dem Vernehmen nach 63 Mann, sollen noch immer im Schnee einge­schlossen sein. Militär, Zollbeamte und Zivi­listen versuchen, den Soldaten Hilfe zu bringen, sie sollen eine, wenn auch nur unsichere Verbin­dung mit ihnen hergestellt haben. Infolge des starken Schneefalles ist es gegenwärtig für die Soldaten nicht möglich, den schwierigen Abstieg zu unternehmen, weil dann die Gefahr besteht, daß sie wieder von einerßatoine erfaßt werden. Die italienischen Militärbehörden sollen nun beabsich­tigen, den Eingefchlössenen durcheinen unter­irdischen Wasserzuführungstunnel Hilfe zu bringen, damit der Abstieg über die ge­fährlichsten Stellen vermieden werden kann. Das Wasser dieses Tunnels soll bereits abgelassen worden sein, man habe 80 Paar Schaftstiefel aus Gummi an den Ausgang des Tunnels befördert. Bei dem anhaltenden schlechten Wetter müssen die Rettungsarbeiten mit größter Vorsicht fortgeführt werden.

Gebirgsmanöver in den französischen Alpen.

Auch in den französischen Alpen haben jetzt Ge­birgsmanöver begonnen. An den Hebungen, die in 1 700 Meter Höhe bei Bria n<^ on stattfinden, nehmen auch ein Bataillon Skifahrer und Maschinengewehrabteilungen teil. Diese Abteilungen müssen den Gautaret- Paß, der bis zu zwei Meter verschneit ist und wo eine Temperatur von 20 Grad unter Rull herrscht, besehen.

Lawinensturz in einem Schweizer Kurort.

.Bei dem Kurort Elm im Kanton Glarus tfW eine Lawine von über 100 21?:ter Breit:

und 7 Meter Höhe nieder, die den Ort voll­ständig von der Außenwelt abgeschnit­ten hat. Die Bahnlinie, die Elm mit den Haupt- orten des Kantons Glarus verbindet, ist zum Teil Zerstört worden. Die Telephonleitungen sind vollständig im Schnee verschwunden. Die Schneemassen, die zum Teil in das Flußbett der Sern gestürzt sind, haben das Wasser zu einem See gestaut. Man erwartet den Llbsturz weiterer Lawinen.

Schwere Schneeslürme in Südoslfrankreich.

Schn:estürme von a.h.rg W5H..1 ch:r Stärk: wü­ten seit 24 Stunden in den südöstlichen' Provinzen Frankreichs. Besonders in der Gegend von Chambery, Annecy unb M 0 it- t i e r s wurde großer Schaden angerichtet. Meh­rere hundert Bäume wurden entwurzelt und einige Schuppen umgerissen. Zwischen Bonneval und Defsans mußte jeglicher Verkehr eingestellt werden. Auf weite Strecken sind sämtliche Telegraphenstangen umgerissen. Seit zwei Tagen ist vom Saint Jean de Maurienne kein Güterzug mehr abgegangen. Ein Personenzug, der um 10 Tlhr von St. Jean de Maurienne nach dem 28 Kilometer entfernt liegen­den Meson abgefahren war. brauchte 19 Stunden, um an dem Bestimmungsort einzutreffen.

Schweres Erdbeben in Osialbanien.

In der Stadt Gortscha (Koritza) trat ein heftiges Erdbeben auf. 600 Häuser wurden unbewohnbar. Das Internat des Seminars für Mädchen sowie das Lyzeum wurden ernstlich beschädigt. Die neue rumänische Pfarrkirche wurde vollständig zerstört. Bis jetzt wurden drei Tote und drei Verletzte gemeldet. Die Telephonverbindungen sind unter­brochen. Die elektrische Beleuchtung funktioniert nicht. Am Nachmittag traten neue Erdstöße auf. Unter der Bevölkerung herrscht ein panischer Schrecken.

Flugzeugunfall in Marnemunde. Der Pilot getötet.

Bei einem Flug mit einem Seeflugzeug ver­schätzte s i ch der Pilot der Ernst-Heinkel-Flug­zeugwerke G. m. b. H. Warnemünde, Dr. King, infolge des diesigen Wetters und infolge des glatten Wasserspiegels beim Riedergehen auf den Breitling in der Höhe und stieß in voller Fahrt auf der Wasserfläche auf. Das Flugzeug überschlug sich und Dr. King erlitt einen Schädelb r u ch, dem er kurz da­nach erlag.

Schweres Bergwerksunglück in England.

In einem Kohlenbergwerk von Whitehaven (Cumberland) ereignete sich heute abend eine Schlagwetter-Explosion. Die der Tlnglücksgrube benachbarte Wellington-Grube wurde nach der Explosion von Gasen überflutet. 32 werktätige Bergleute erlitten teils schwere, teils leichte Gas­vergiftungen. Dis 0.30 Tlhr wurden 8 Berg­leute als Leichen geborgen. Es ist an­zunehmen, daß sich noch 20 Bergleute in bet Grube befinden.

Aus 6er provmzialbouptstadt.

Gießen, den 30. Januar 1931.

Winierlrankheiien.

Von Medizinalrai Dr. Richard Weber.

Das mit den Jahreszeiten wechselnde Klima unserer Breitengrade zwingt und zu besonderen Maßnahmen, um beij jeweiligen Witterungsver­hältnissen gewachsen zu sein. Durch starke und plötzliche Wärmeentziehung wird ein Reiz aus­geübt, entweder auf den ganzen Körper, oder auf einzelne wenig geschützte Teile desselben. Zu diesen gehören gewöhnlich die oberen Luftwege, Rase, Mund, Rachen, Kehlkopf und Luftröhre. Der Reiz wird mit Anschwellung und erhöhter Absonderung der Schleimhäute beantwortet; trä­nende Augen, laufende Rase, Hustenreiz und Heiserkeit sind jedem schon im Winter bekannt - geworden. Das brauchen aber noch keine Krank­heiten zu sein, nach kurzer Zeit kann Gewöhnung an die Temperaturveränderung ein treten und die Rcizwirkung aufhören. Besonders bei gut abgehärteten Menschen wird dies der Fall sein. Auf alle Fäl'le wird es gut lein, wenn wir diesen Kältereiz möglichst abzuschwächen suchen, ihn allmählich auf uns einwirken lassen. Das Atmen durch die Rase sorgt für Vorwärmung der Luft, bevor sie in die Lunge kommt, das wchließen. des Mundes und Richtsprechen beim Uebergang aus warmer in faltet Luft schützt Kehlkopf und Luftröhre, ein Taschentuch vor Mund und Rase gehalten sorgt für ein allmähliches Eindringen der falten Luft, so daß die warmen Schleimhäute sich besser anpaffen können. Wenn aber der Reiz ungeschwächt und längere Zeit einwirkt, kann eine Erktanllmg die Folge fein, die sich zu­nächst meist auf die Atmungswege erstreckt. Leich­tere und schwerere Katarrhe und Entzündungen sind die Folge der Schleimhautschädigung durch die Kälte. Es braucht nicht nur die eingeatmete kalte Luft zu fein, die dies verursacht, auch, äußerliche Kälteeinwirkung, die z. B. den Hals oder die Brust, oder gar weit entfernt die Füße trifft, kann zu solcher Erkältung der Atem- organc führen.

Durch die also geschädigten Schleimhäute können auch leicht Krankheitskeime (Bakterien) in die Gewebe einbringen, wie wir sie in gesunden Tagen immer bei uns beherbergen. Sie tun uns aber gewöhnlich nichts zu leide, weil die un­versehrten Schleimhäute sie nicht durchlassen. So können Infektionskrankheiten häufig die Folge von Erkältung werden, die wir durch Verhütung der Erkältung hätten vermeiden können. Die Lungenentzündung ist ja eine bekannte Erkäl­tungskrankheit, aber durch die Kälte allein kann sie nie erzeugt werden, nur durch das gleichzeitige Eindringen der Bakterien, denen der Weg durch die Kältereizung gebahnt ist. Ebenso die Mandel­entzündung (Angina), die oft der Ausgangspunkt des atuten Gelenkrheumatismus ist oder einer Rierenentzündung. Im Gegensatz zum akuten Gelenkrheumatismus ist der Muskelrheumatis- mus und der chronische Gelenkrheumatismus eine reine Erkältungskrankheit ohne Bakterienwirkung, wir sinden sie am häufigsten bei gleichzeitiger Einwirkung von Kälte und Feuchtigkeit. Durch die Feuchtigkeit wird die Kälteempfindlichkeit des Körpers bedeutend gesteigert. Ganz kurz, aber stark einwirkende Kälte, wie z. B. durch Zugluft im Eisenbahnabteil bei geöffnetem Fenster, ober im Qluto, ober bei starkem Rord-Ostwind auf der Straße, kann die oberflächlich gelegenen Rerven lähmen, besonders in dem meist nicht geschützten Gesicht, so daß eine Verzerrung des Gesichtes die Folge ist, manchmal auch recht schmerzhafte Neuralgien folgen können. Aber auch ganz schwere Zustände können durch Erkältung des ganzen Körpers heraufbeschworen werden, z. B. wenn man sich bei starker Kälte und Wind in

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Schweiß gearbeitet hat, wobei durch die Wasser- verbunstung auf der Haut die Kältewirkung ge­steigert wird. Schwere Erkrankungen des Rücken­marks mit unheilbarer Lähmung der ganzen unteren Körperhälfte sind schon auf diese Weise entstanden.

Richt nur im Freien, sondern auch in der Wohnung bestehen im Winter Erkäl tun ^gefah­ren. Letztere sind vielleicht noch wichttger; man verläßt sich leicht auf ö%n Schuh des Hauses, ohne zu ahnen, daß es auch Gefahren in sich bergen kann, während man im Freien von selbst auf alles mögliche gefaßt ist, auch durch die Körperbewegung der Kältewirkung Trotz bietet. Ein kaltes und feuchtes Schlafzimmer, eine zugige Werkstatt mit kaltem Fußboden ist schon oft die Ursache zu den verschiedensten rheumatischen Leiden ober langwierigen Katarrhen gewesen. Besonders nachteilig wirkt im Zimmer die Feuchtigkeit, die in den Wänden stecken kann und die weniger im warmen Sommer, aber um so stärker im Winter zur Geltung kommt, wenn sie sich in der kalten Luft niederschlägt. In solchen Räumen ganz ohrre Heilung zu schlafen, ist ge­fährlich. Ein toarm geheiztes Schlafzimmer ist freilich auch nicht aut, wo es aber möglich ist, die Heizung eines Rebenzimmers für das Schlaf­zimmer nutzbar zu machen, soll man es tun. Auch das Schlafen bei offenem Fenster hat im Winter seine Schattenseiten, es darf ujir in wirklich trockenen Zimmern geschehen und nu?, wenn das Fenster sich nicht zu nahe am Bett befindet. Sonst genügt es im Winter vollkommen, wenn das Schlafzimmer tagsüber möglichst bei Sonnen­schein tüchtig gelüftet wird, abends aber die Fenster geschlossen werden und die Türe nach dem geheizten Rebenzimmer geöffnet wird.

Durch solche Maßnahmen und durch eine ver­nünftige Winterkleidung, die der jeweiligen Witte­rungslage angepaßt ist, müssen wir uns vor Erkältung zu schützen suchen. Die Abhärtungs­maßnahmen, die wir den Sommer über in reichem Maße getrieben haben, müssen wir im Winter einschränken, sie dienen ja vielmehr zur Ver­hütung der Verweichlichung durch das warme Sommerklima, der Winter selbst birgt Abhärtungs­gelegenheit genug in sich, so daß wir diese nicht künstlich noch äu ersetzen brauchen. TI ebermäßige Angst vor Kälte und übertriebener Wärmeschutz ist natürlich auch nicht gut, aber auch heute selten mehr zu finden; vielmehr muh man vor Tieber- treibung der künstlichen Abhärtung im Winter warnen, wenn man damit nicht mehr Schaden als Ruhen stiften will.

Daten für Gamstag, 31. Januar.

Sonnenaufgang 7.41 Uhr, Sonnenuntergang 16 46 Uhr. Mondaufgang 13.03 Uhr, Monduntcrgang 6.22 Uhr.

1797: der Komponist Franz Schubert in Wien geboren; 1866: der Dichter Friedrich Rückert gestorben.

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Wettervoraussage.

Das ausgedehnte Tiefdruckgebiet hat seinen zweiten Kem südöstlich verlagert, so daß er heute morgen über Holland und der Rordfee lag. Da­durch wird uns zunächst eine Staffel milderer Luft überqueren, unter deren Einfluß Trübung und Riederschläge auftreten. Jedoch ist die Be­einflussung nur vorübergehend, denn Kallluft und Barometeranstieg folgen nach. Bereits im Laufe des morgigen Tages wird der Kaltluft­einbruch die Wolkendecke wieder durchbrechen und nur noch einzelne schauerartige Riederschläge in Form von Schnee verursachen. Die Tempera­turen gehen zurück, und das nächlliche Aufklaren stellt für später leichten Frost in Aussicht.

Aussichten für Samstag: Rach vor­übergehender Trübung mit Riederschlägen wech­selnd bewölkt, einzelne Schneefchauer, Temperatur­rückgang.

Aussichten für Sonntag: Kälteres Wetter mit vielfach leichtern Rachtfrost, dunstig mit Aufklaren, meist trocken.

Lufttemperaturen am 29. Januar: mittags 3,6 Grad Celsius, abends 2,2 Grad; am 30. Januar: morgens 1,6 Grad. Maximum 4 Grad, Minimum 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Januar: abends 1,8 Grad; am 30. Januar: mor­gens 0,4 Grad Celsius.- Niederschläge 3,3 mm.

Amtliche Wintersporlnachrichten.

Vogelsberg, Hoherodskopf, bedeckt. 2 Grad, 40 cm Schnee, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut Herchenhainer Höhe: Klar, 1 Grad, 25 cm Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut.

Sauer land, Winterberg: Rebel, minus 2 Grad, 52 Zentimeter Pulverschnee, ©fi und Rodel sehr gut.

Schwarzwald, Feldberg: Schneefall, minus 5 Grad, 180 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Luftmaniei,

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