nusgabe*? Die Hauptausgabe kommt erst beim Volksentscheid. Das Zentrum könnte sie uns ersparen. Einigen wir uns doch dahin, dc.ß wir in Preußen im November wählen. Nach dieser Wahl werden wir dann alle klarer sehen.
Hindenburg taust das Panzerschiff A.
Der Reichspräsident wohnt anschließend Ucbungen der Flotte bei.
Berlin. 28. April. (WTB.) Das Panzerschiff A, das am 19. Mai in Kiel von Stapel läuft, wird, wie vom Reichswehrministerium mitgeteilt wird, vom Reichspräsidenten getauft werden. Für den Besuch des Reichspräsidenten in Kiel ist folgendes Programm ausgestellt worden:
Am 19. Mai vormittags flaggen die Schiffe der Flotte, die mit allen Einheiten im Hafen liegt, aus, d. h. die Signalflaggen der Schiffe werden in besonderer Anordnung vom Bug über die Masten nach dem Heck gehißt. Die Gebäude der Behörden setzen Flaggen. Um 10.50 Uhr trifft der Reichspräsident auf dem Bahnhof in Kiel ein. Beim Einlaufen des Zuges wird die Standarte des Reichspräsidenten auf dem Kreuzer „Königsberg" gesetzt, der vor der Scharnhorst-Brücke liegt. Sobald die Standarte des Reichspräsidenten gesetzt ist, feuern alle Schiffe den Salut von 21 Schuh, an dem sich auch die Salutbatterie in Friedrichsort beteiligt. Um 12 Uhr findet der S t a p e l l a u f statt. Rach Beendigung des Stapellaufes nimmt der Reichspräsident einen Imbiß auf den Deutschen Werken ein und fährt abschließend auf dem Kreuzer „Königsberg" um 19.30 Uhr aus. In Begleitung des Reichspräsidenten befinden sich an Bord des Kreuzers der Reichswehrminister, der Chef der Marineleitung und der Flottenchef. Gegen 20.45 Uhr wohnt der Reichspräsident Schießübungen des. Kreuzers „Köln" bei, die aus der Höhe von Schleimünde durchgeführt werden. Im Anschluß hieran finden bis gegen 22.30 Uhr Tvrpedv- bootangriffe der Zweiten Lorpedoboot- flotille auf die Kreuzer „Königsberg" und „Köln" statt. Danach trifft der Kreuzer wieder in Kiel ein. Am 20. Mai versammelt sich die Flotte um 7.45 Uhr beim Kiel-Feuerschiff. Don 9 Uhr vormittags ab wohnt der Reichspräsident den Fahrtübungen der Flotte bei. Die Uebun- gen werden abgeschlossen mit einer Parade sämtlicher Seestreitkräfte vor dem Reichspräsidenten.
Or. Goebbels vor Gericht.
Berlin, 28. April. (TU.) Dr. Goebbels, der am Montagabend in München festgerwrnmen und nach Berlin gebracht worden war, hatte sich Dienstag gegen 14 Uhr in acht Beleidigungsfällen vor dem Landgericht III zu verantworten. Goebbels war in Begleitung von zwei Kriminalbeamten erschienen. Goebbels wies in der Erklärung darauf hin, daß vom Reichstag bei Aufhebung der Immunität zugesichert worden sei, die in Frage kommenden Abgeordneten würden weder parlamentarischnochinihrerpartei- fraktionellen Tätigkeit behindert werden. Er sei in letzter Zeit stets vor Gericht erschienen. Zu dem am Montag anstehenden Termine habe er sich rechtzeitig entschuldigt wegen der Fraktionssihung und Führer- Itagung der RSDAP. in München. Er sei Montagabend wie ein Schwerverbrecher aus der Fraktionssihung verhaftet und in eine Einzelzelle ins • Berliner Polizeipräsidium gesperrt worden. Das widerspreche der Reichsverfassung. Wegen dieses * Derfassungsbruches lehne er vor einem Gericht, , das solche Maßnahmen treffe, jede Erklärung ab. ' Er habe bereits eine Schlafwagenkarte gelöst gehabt, um zum Termin nach Berlin zu kommen.
Der Vorsitzende stellte fest, daß seit dem 29. September vier Termine anberaumt waren, in denen stets ungenügende Entschuldigungen des Angeklagten und seines Derteidi- gers abgegeben wurden, so daß der Termin niemals zustande kam. Ermahnungen des Gerichts, die Termine einzuhalten, hatten keinen Erfolg. Auch der Forderung nach einem amtsärztlichen Zeugnis über seinen angeblichen Gesundheitszustand wurde nicht fl a 11 g e g e b en. Der Dorführungsbefehl, der schließlich
Nächtliches Zwischenspiel.
Don Frank F. Braun.
Die Luisenstraße lag menschenleer; cs war spät am Abend und regnete ein bißchen. Als Glaskarl vor der Villa anlangte, schlug eine nicht ferne Turmuhr zehnmal. Er betrachtete das Häuschen und sah das Messingschild an: Konsul Ehr. Steenkamp.
Kein Fenster war erleuchtet. Seine Berechnungen waren also richtig. Der Konsul saß im Stadttheater und hörte sich „Rigoletto" an. Die Dienstboten hattön heute Ausgang. Er trat in den Garten und ging zur Tür. Seinem Nachschlüssel würde dies Schloß kaum lange widerstehen. Das Schnappschloß sprang bald auf. Glaskarl betrat die Halle.
Behutsam, nirgends anzustoßen, und auf Zehenspitzen schlich er vorwärts. Leise, leise ... Teppiche dämpften den Schritt. — Weshalb leise? Er wußte, daß er allein im Hause war! Nun, das liegt schon so im Blut. — Er öffnete die Tür in das Herrenzimmer. Dort an der Wand hing das Bild, um das es sich handelte. Glaskarl machte kein Licht; er fand sich so zurecht, obgleich er nur ein einziges Mal hier gewesen war — als falscher Elektriker.
Zwei, drei Hammerschläge gegen den Holzrahmen, bas ließ sich nicht vermeiden. Der Goldrahmen gab nach; er nahm die Leinwand heraus, löste sie ab und rollte sie auf. Sehr behutsam, es war ja ein wertvolles Stück. Sonst noch etwas mitzunehmen? Glaskarl zögerte, aber da war ein unbehagliches Gefühl, und er drehte sich um, rasch wieder weg- zukommen.
Als er die Tür gerade erreicht hatte, geschah es. Eine klare Männerstimme rief: Halt!" Gleichzeitig flammte das Deckenlicht auf. Glaskarl schloß geblendet die Augen. Er erkannte kaum noch, daß da beim Lichtschalter ein Mensch stand und einen, Revolver vorgestreckt hielt. Aber hart vernahm er den Zuruf: „Die Hände hoch!"
Nach einer Weile konnte er sehen. Er wartete mit gereckten Armen und betrachtete den Mann. Der stand in Hemdsärmeln, war groß und schlank, und das Gesicht wies Entschlossenheit. Konsul Steenkamp.
,^aben Sie nur das Bild stehlen wollen?"
Glaskarl nickte; er legte es unaufgefordert auf den Tisch.
„Wer hätte es Ihnen abgenommen?"
im Ianuar von der Strafkammer erlassen wurde, hatte keinen Erfolg, da Goebbels unauffindbar war, so daß es endlich zu dieser Festnahme in München und der Dorführung zum heutigen Termin gekommen sei.
Rwchdem Dr. Goebbels sich geweigert hatte, sich zur Sache sslber zu äußern, beantragte Staatsanwältschastsrat Sten-ig Eintritt in die Derhandlung. Rachdom das Gericht beschlossen hatte, den Chefredakteur Dr. Lippert und den Hilssredatteur Delhis, beide vom „Angriff", als Zeugen zu laben, wurde die Verhandlung auf Mittwochvormittag vertagt. Das Gericht beschloß ferner, Dr. Goebbels auf seinen Antrag von seinem persönlichen Erscheinen in der Mittwochverhandlung zu befreien.
Japan will
China entgegenkommen.
Dolio mit der teilweisen Aushebung der Exterritorialität einverstanden
London, 28. April. (TU.) Auf einer Konferenz im japanischen Außenministerium, an der der japanische Gesandte in China teklnahm, wurde eine gänzlich neue Politik Iapans ge -
R o m, 28. April. (TU.) „Lavoro Fascista" ist der Ansicht, daß Italien nichts anderes übrig bleibe, als seinen Austritt aus dem Europa- Ausschuß zu beschließen, da durch die Art der Einladung Rußlands und der Tür° k e i und durch die beschränkte Zulassung der genannten Staaten zu der Mai-Tagung die beabsichtigte gleichberechtigte Zusammenarbeit aller europäischen Staaten durchbrochen sei. Wie könnte, fragt das Blatt, eine gesamteuropäische Solidarität erreicht werden, ohne daß z u e r ft eine Solidarität zwischen den einzelnen europäischen Staaten hergestellt würde? Rußland und die Türkei seien nicht als gleichberechtigt zugelassen und würden nach wie vor als unerwünschte und kaum geduldete Gäste angesehen. Die Idee Briands verkörpere eine antirussische und antitürkische Kombination, die ausschließlich den Interessen der von Paris politisch, finanziell und militärisch geleiteten Staatengruppe dienen. Italien könne zu einer derartigen Entwicklung nicht die Hand bieten. Am Vorabend der Gen- fer Tagung sei diese Frage ganx klar zu stellen, und zwar nicht nur in der Presse, sondern auch vor dem Ausschuß.
Im Januar habe Deutschland denselben Standpunkt eingenommen, wie Italien. Was
Darmstadt, 28. April. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die Landtagssitzung um 10.15 Uhr. Zur Beratung steht der Etat des Landtages und des Staatsministeriums.
Staatspräsident Adelung:
Als ich vor Jahresfrist zu den Kapiteln meines Ministeriums hier sprach stand die Gesamt- täumung des besetzten Gebietes bevor. Der unterdessen erfolgte Abzug der fremden Truppen muß als ein politisches Ereignis ersten Ranges und als ein großer Erfolg der zielbewußten, klug auf den gegebenen Möglichkeiten aufbauenden deutschen Außenpolitik gewertet werden. Für Hessen war die Räumung von besonderer Bedeutung, weil die Besetzung einem erheblichen und besonders wertvollen Teil des Landes auferlegt war. Unsere r e i d) ft e n Gebiete haben am ft ä r t ft e n gelitten und, weil alle Landesteile schwer geschädigt wurden, haben wir nicht genügend die Möglichkeit eines Ausgleichs innerhalb unseres Landes. Was auf diesem Gebiete möglich ist, um einen inneren Ausgleichzu schaffen, ohne andere Gebietsteile zu schädigen, geschieht, wie auch die Verlegung des Pädagogischen Instituts nach
genüb er China beschlossen. Die Regierung vertrat die Ansicht, daß man China in seinen Bemühungen zur Wiedererlangung feiner Souveränität unterstützen solle, und es wurde daher grlundsählich beschlossen, sich mit der Aufhebung der Exterritorialität einverstanden zu erklären. Japan knüpft aber daran eine Reihe von Bedingungen: Es soll gleichzeittg ein Handets- und Schiffahrtsvertrag abgeschlossen werden. Die südmandschurische Zone ist von den Erörterungen auszuschließen. Iapan ist bereit, alle Konzessionen, mit Ausnahme von Schanghai, Tientsin, Peking, Hankau und Kanton, aufzugeben. Die neuen Abmachungen sollen zunächst für die Dauer von acht Jahren gelten. Der japanische Gesandte für China, der Pofort wieder nach Ranking zurückkehren wird, hat den Auftrag, auch noch besondere Sicherheitsmaßnahmen für Iapaner im Innern Chinas bei der Rankingregie- rung durchzusehen. Die japanische Regierung be- absichttgt, sofort in direkte Verhandlungen mit Ranking über eine Reihe von noch nicht geregelten Fragen hinsichtlich der Mandschurei und der Mongolei einzutreten, die bisher zwischen der südmandschurischen Eisenbahngesellschaft und der Mukden-Regierung erörtert wurden.
werde Deutschland jetzt tun? Die Haltung Deutschlands in den großen aktuellen europäischen Fraaen sei, so schreibt „Lavoro Fascista", seit einiger Zeit nicht immer klar und nicht immer verständlich. In der Frage der Teilnahme Rußlands und der Türkei am Europa-Ausschuß sei die Haltung Deutschlands in Genf zuerst zögernd, dann aber durchaus aktiv gewesen. Denselben Standpunkt habe Deutschland auch im Zwölfer-Ausschuß in Paris eingenommen. Wenn also im Mai die ganze Frage von neuem aufgerollt werden sollte, so müßte die deutsche Haltung logischerweise im voraus feft» stehen. Wenn aber Italien den Ausschuß verlassen sollte, würde die deutsche Regierung bann das gleiche tun?
Diese redaktionelle Stellungnahme des „Lavoro Fascista* ist sicher nicht nur als eine private Tieinung seines Chefredakteurs aufzufassen. Man ist versucht, in dieser Frage sowohl eine Warnung an Frankreich als überhaupt einen Versuchsballon zu sehen, der nicht nur in der Redaktion des „Lavoro Fascista" entstanden fein dürfte. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit gewinnt die breite und außerordentlich positive Behandlung des neuen italienisch-russischen Wirtschaftsabkommens durch die italienische Presse eine besondere Bedeutung.
Mainz bekundet. Hessen ist auf d i e nachhaltigste Hilfe des Reichs angewiesen und fordert diese Hilfe als sein gutes Recht. Das Reich hat die Notwendigkeit, dem besetzt gewesenen Gebiet auch über die Räumung hinaus helfend beizustehen, anerkannt. Im vergangenen Jahr wurde ein erster Teilbetrag bewilligt. Im Rechnungsjahr 1931 kann mit einem Betrag gerechnet werden, der die Fortsetzung der Hilfsmaßnahmen für die Westgebiete einigermaßen ermöglicht. Bei der Verteilung der Reichsmittel für den Westen darf nicht vergessen werden, daß das Reich über eine Milliarde für den Osten bereitgestellt hat. Nicht, daß wir die Berechtigung dieser groß- zügiaen Hilfsaktion für den Osten irgendwie an- zweifeln, sondern wir fordern Berücksichtigung der Tatsache, daß die an der Osthilfe teilnehmenden Länder durch die Verwendung solcher gewaltiger Mittel in ihren Ostgebieten ganz ohne Zweifel eine wesentliche finanzielle En11astung erfahren. Wenn neben dieser Entlastung, zu der auch die hessischen Steuerzahler beigetragen haben, außerdem noch eine volle Beteiligung der in Frage kommenden Länder an den Mitteln der Reichswe st Hilfe erfolgen sollte, so mähte
dies von Hessen als ein großes Unrecht empfunden werden.
Oie Aussprache.
Abg. Dr. Werner (Rais.) bedauert, daß der Staatspräsident kein Wort zur Reparation und zur Kriegsschuldlüge gesprochen habe. Die Reichsregierung hat ihre Versprechungen zugunsten des befreiten Gebietes bisher nicht erfüllt. Auch in der Eisenbahnschuld an Hessen hat das Reich versagt. Trotz wiederholter Ersuchen hat die Regierung die Aufstellung über die gezahlten Ministerpensionen in Hessen nicht gegeben.
Abg. Kunkel, Worms (DVP.): Bei der Bevölkerung am Rhein sind große Hoffnungen erweckt worden, doch ist bisher nichts geschehen als „vorbereitende Maßnahmen". Im angrenzenden Baden sind aus dem Grenzfonds bereits Arbeiten in Angriff genommen worden. Wir wünschen, daß der Staatspräsident mit allen Mitteln beim Reich darauf drückt, daß die Städte des befreiten Gebiets mit Aufträgen viel besser versehen werden als dies bisher geschah.
Abg. S ch r e i b er (Staatsp.): Wir stehen einer Verringerung der Abgeordnetenzahl zu stimmend gegenüber. (Zuruf: „Darm kommt ihr ja überhaupt nicht mehr fcgrein.") Wir wünschen zur Wahlreform eine engere Verbindung zwischen Abgeordneten und Wählern, sowie eine gewisse Erhöhung des Wahlalters.
Abg. Kaul (Soz.) will die Diätenfrage dem kommenden Landtag überlassen wissen. Die Land- tagswahlresorm wird in Verbindung gebracht werden müssen mit der Reichswahlreform irrcö der Reichsreform.
Abg. Böhm (Dntl.) lehnt die Heraufsetzung des Wahlalters und das Sttchwahlsystem ab.
Abg. R i e p o t h (D. Dp.): Solange die Lander- Parlamente bestehen, darf die Abgeordnetenzahl nicht so herabgesetzt werden, daß die Parlamente nur Berufspolitikern Vorbehalten sind. Die Volkspartei hält an dem Verhältniswahlsystem und einer Heraufsetzung des Wahlalters fest. In der Diätenfrage werden wir jede Kürzung mitmachen.
Abg. Dr. Leuchtgens (Lbd.) betont die Bereitschaft des Landbundes, die Zahl der Abgeordneten herabzusehen bei gleichzeitiger Aenderung des Wahlgesetzes und Beseitigung des Listenwahlsystems. Es ist beinahe ein Kennzeichen konservativer Auffassung, ob man für eine Heraufsetzung des Wahlalters eintritt.
Staatspräsident Adelung erklärt, er wolle auch in der Frage der Reichsreform mit dem Parlament in engster Fühlung bleiben. In der Kriegsschuldfrage seien alle Staatsmänner einig und nur die RationalsSzialisten möchten daraus eine Parteisache machen. Infolge des staatsgerichtlichen Urteils stelle er eine Rvvelle zum Wahlgesetz in Aussicht, bei der zahlreiche Wünsche berücksichtigt werden können.
Mittwoch Etat des Innenministeriums.
*
WSN. Darmstadt, 28. April. Infolge der Haltung seiner Fraktion bei der ßanbtagsabftimmung über die pädagogischen Institute hatte der Abgeordnete Reiber den Vorsitz niedergelegt und sich von den Arbeiten der Ausschüsse zurückgezogen. Eine heute stattgefundene v i e l st ü n d i g e A u s s p rache führte zur Aufklärung einer Reihe von Mißverständnissen über die Vorgänge bei der entscheidenden Sitzung. Nach dieser Aufklärung ließ sich Abg. Reiber bewegen, den Vorsitz der Fraktion wieder zu übernehmen.
Aus aller Wett.
Das Schlageler-Rational-Denkmal.
Die Einweihung des auf der Golzheimerheide bei Düsseldorf errichteten Schlageter-National-Denkmals erfolgt am Pfingstsamstag, 23. Mai, durch eine Ansprache von Dr. Max Schlenker, dem Vorsitzenden des Denkmalsausschusses. Das Denkmal wird- dann von dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Lehr übernommen. Die Weiherede hält der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, der ehemalige Reichsminister Dr. Jarres. Die Feier, die von musikalischen Vorführungen umrahmt wird, schließt mit einer Ansprache eines Mitgliedes der Freiburger Studentenverbindung, der Schlageter ange- hört hat. Das Gedächtnismai ist von Professor Holzmeister entworfen. Ein 27 Meter hohes
Oie unerwünschten Gäste.
Italien über die beschränkte Einladung Rußlands und der Türkei zum Europaausschuß verstimmt.
Hessen und die Westhilfe.
„Ich verrate meine Kollegen nicht", knurrte er trotzig.
„Ich will Ihren Hehler wissen!" rief der Konsul scharf. „Nennen Sie mir den Hehler, und ich ver. spreche Ihnen, mich bei der Polizei für Sie zu ver- wenden. Nicht Sie sind der eigentliche Schuldige, sondern jener Kerl, der feige im Hintergrund bleibt und der Anstifter ist. Denn Sie kannten doch den Wert des Bildes gar nicht!"
Glaskarl überlegte. Dann legte er entschlossen einen Zettel auf den Tisch neben das Bild. „Die Adresse; ich kann den Zettel verloren haben", meinte er blinzelnd.
Der Konsul sah das Papier an und steckte cs ein. „Man muß diesen Leuten das Handwerk legen", knirschte er. Er nahm das Telephon auf. „UeberfaU!" rief er; und bann: „Hallo? Zwei Leute genügen. Ich halte hier einen Einbrecher in Schach. Beeilen Sie sich bitte, Konsul Steenkamp, Luisenstraße 17."
Man wartete. Die Minuten wurden lang. Keiner der Männer sprach ein Wort. Der Konsul spielte mit dem Revolver, wenn Glaskarl eine Bewegung machte, nahm er die Waffe fester zur Hand. — Dann waren die Polizisten da. Sie sprangen von den Rädern und kamen ins Haus.
„Das ist der Bursche", sagte der Konsul. „Sie nehmen ihn wohl mit auf die nächste Polizeiwache, nicht wahr?" Die Beamten bestätigten das. „Gut, meine Herren, ich mache mich fertig und bin in zwei Minuten ebenfalls dort." Die Polizisten grüßten höflich, nahmen Glaskarl in die Mitte und zogen mit iym ab.
Der Konsul wartete eine Weile. Dann ging er in das Nebenzimmer. Da lag über dem Stuhl seine Jacke. Er zog sie an und ging wieder in das Herrenzimmer zurück. „Ich hätte mir wirklich viel Mühe gemacht, hatte schon die Jacke ausgezogen und wollte anfangen zu knacken, da —" und er lachte vor sich hin, „da kommt der Junge wie vom Himmel geschickt und zeigt mir, was hier des Mitnehmens wert ist." Hieraus rieb sich der Konsul erfreut die Hände, nahm das gerollte Bild und warf einen letzten Blick in die Runde. Dann verließ er das Haus.
An der Straßenecke nahm er ein Auto und fuhr zu dem felgen Anstifter und Hehler, der ausgerottet werden mußte. „Hier ist das gewünschte Bild , sagte er schlicht. „Der Kollege war verhindert und hat mir den Auftrag überlassen."
„Ist gut", antwortete der Mann; er prüfte das Gemälde und griff dann in die Tasche. „Ich zahle Ihnen dasselbe, was mit Glaskarl abgemacht war", sagte er und zählte die Scheine auf den Tisch. Dann ließ er den Kollegen und Vertreter des Glaskarls hinaus. Die dunkle Straße schluckte sofort diesen Mann und gab ihn nicht wieder heraus.
Genau um diese Zeit wurden die Beamten auf der Revierwache 23 unruhig und riefen im Hause des Konsuls an. Genau um diese Zeit horte der Konsul Steenkamp im Stadttheater den vierten Akt. Des Herzogs berühmte Canzone von den trüaerischcn Weiberherzen ergriff ihn tief. Er hatte keine Ahnung, daß ihn noch eine stärkere Erschütterung an diesem Abend erwartete.
Tonfilm: „HokuSpokuS".
Nach dem — auch in Gießen — rühmlich bekannten Trickstück von Curt Goetz. Es fängt ganz grauslich und scheinbar blutigernst an: mit einem Mordanschlag und mit einer Attacke gegen das System des Indizienbeweises. Die Fabel liefert eine Strafsache, was seit undenklichen Zeiten auf dem Theater (und natürlich auch für den Film) die dankbarsten Spannungsmomente ergibt, zumal wenn der Zuschauer, wie hier, gewissermaßen persönlich an der großaufgemachten und ausgesponnenen Schwurgerichtsverhandlung samt Lokaltermin teilnehmen und sogar nach Ausschluß der Oefsentlichkeit (mit den Vertretern der Presse) im Saal bleiben und zuhören darf. Die Fabel — Manuskript von Karl Hartl und Walter Reisch — schließt sich in den Grundzügen, obwohl mit einigen Abweichungen, auch etlichen Unwahrscheinlichkeiten, dem Originaltext an, von dem einige besonders gut sitzende Kern- spräche wörtlich herauszuhören sind. (Man entsinnt sich wohl noch mit Vergnügen des Berliner Ensemble-Gastspiels.) Die Regie von Ucicky hat die tonfilmischen Möglichkeiten der geistreich und witzig aufgebauten Vorlage sehr geschickt ausgenutzt und — mit wirksamer Kontrastierung der Hauptpersonen — präzis photographiert. Don der Handlung, vom Verlauf des Prozesses, vom Uxteil und von der Losung des Rätsels kann man natürlich genau so wenig aussagen wie seinerzeit vom Original; das läßt sich jeder am besten selber im Licht
spielhaus auseinandersetzen: er wird sein Vergnügen daran haben, wie spannend und amüsant das gemacht wird. Außerdem sieht und hört er seine erklärten Lieblinge ... und übrigens noch eine Reihe weniger populärer, aber nicht minder vortrefflicher Schauspieler dazu. Willy Fritsch (Peter Bille) ist zwar gewissermaßen die Hauptperson, aber die Rolle gibt doch filmisch weniger her als im Stück. Lilian Harvey: die charmante und mitleiberregenbe Angeklagte (wie Valerie von Mar- tens bei Goetz). Wallburg macht mit einem prachtvollen Wortschwall ben Verteidiger; schabe, baß man nicht alles versteht. Des ferneren sind Präsident und Staatsanwalt mit H v m o l k a und Gründgens sehr pointiert besetzt. Aus dem großen Ensemble wären noch zu nennen: Harry Halm, Kurt Lilien, WUhelm Dendow, Ferdinand von Alten, Paul B i e n s f e I b t, Julius E. Hermann. — Der einzige Tangoschlager wird, leider, von der Harvey weder getanzt noch gesungen, sondern nur gesprochen. —r—
Hochschulnachrichien.
Professor Dr. Aurel von Szily, Direktor der Augenklinik an der Universität Münster, hat den an ihn vor einiger Zeit ergangenen Ruf an die Universität Freiburg i. D. als Rachfolger seines Lehrers Th. Axenfeld abgelehnt.
Der Privatdozent an der Berliner Universität Dr. Hans-Friedrich Rosenfeld hat einen Ruf als ordentlicher Professor der germanischen Philologie an die schwedische Universität in 21 b o (Finnland) erhalten. Diese Stelle wurde bis jetzt von Professor E. T. Karsten in Helsingfors verwaltet.
Der Bergdirektor Professor Dr. phil. Oskar Niemczyk in Beuthen (Oberschlesien) hat einen Ruf an die Technische Hochschule in Berlin angenommen und bereits seine Ernennung zum Ordinarius erhalten. Niemczyks Spezialgebiet ist Geologie, Markscheide- und Bergschädenkunde.
Die Ernennung des o. Professors Dr. Heinrich Freiherrn Rausch von Traubenberg von der deutschen Universität in P r a g zum ordentlichen Professor der Physik an der Universität Kiel als Nachfolger von Professor H. Geiger ist erfolgt.


