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Stahlkreuz überragt die Gruft, die von Erinnerungs- steinen mit den Namen von 141 Todesopfern französischer Willkür in den von 1921 bis 1925 widerrechtlich besetzten Gebieten am Rhein und Ruhr umgeben ist. Eine mächtige, in Halbkreisform gestaltete Anlage bietet Raum zum Aufmarsch größerer Verbände.
Die Razzia auf „Immertreu".
Die „Rwchtaüsgabe" bringt zu der bereif» gemeldeten Razzia d er Polizei beim zehnjährigen Stiftungsfest des Sportklubs „3 m m e r t r e u“ im Saalbau Friedrichshain einige Einzelheiten. DaS Blatt weist zunächst darauf hin, daß die ganze Aktion mißglückt sei, weil die „3mmcrtreu"-Leute und ihre Freunde angeblich bereits am Montagnachmittag genau wußten, was ihnen bevorstand. Don den 300 Fe st teilnehm ern, die sich nicht auSweisen konnten und daher zum Polizeipräsidium gebracht wurden, sei schließlich nur ein einziger verhaftet worden, während die übrigen entlassen werden mußten. Ferner soll die Polizei übersehen haben, daß eS im Saalbau Friedrichshain einen Keller gebe, in dem gleichfalls gelangt worden sei und in dem ein großer Teil des Publikums sofort verschwand, als die Saaltüren abgeriegelt wurden. Auf diese Weise sei es zahlreichen Besuchern des Festes gelungen, zu entkommen. Später habe die Polizei den Keller entdeckt, doch sei es bereits zü spät gewesen. Gegen 1 illyr nachts seien die vom Polizeipräsidium entlassenen Fest teilnehme r in den Saal zurückgeströmt, wo sie mit großer Heiterkeit empfangen worden seien. Das Fest habe bis zum Morgengrauen gedauert.
Tetzners Gnadengesuch abgelehni.
Das Gnadengesuch des vorn Schwurgericht Regensburg wegen Mordes zum Tode verurteilten Versicherungsbetrügers Erich Tetzners ist vorn bayrischen Gesamtministerium abgelehnt worden. Die Todesstrafe wird in dieser Woche vollzogen werden.
Litauische Räuber zum Tode verurteilt.
Das Kriegsgericht in Schaulen fällte das Urteil in dem Raubmordprozeß gegen die Räuberbande 3oskus. 3oskus und drei Mitglieder seiner Bande wurden zum Tode und neun andere Banditen zu Zuchthausstrafen bis zu neun Jahren verurteilt. Eine Berufung an das Oberste Gericht dürfte an diesem Spruch nichts mehr ändern. 3n Litauen wird die Todesstrafe im allgemeinen vollstreckt.
Grohfeuer in Pirmasens.
3n Pirmasens brach in der Wohnung des Rechtsanwalts Müller ein Brand aus. Das Feuer griff sehr rasch um sich und zerstörte die gesamten Wohnungs» und Du- reauräume. Darauf griffen die Flammen auf eine Wohnung im zweiten Stockwerk über, die ebenfalls fast vollkommen ausbrannte. Es konnte nichts mehr gerettet werden. Eine Wohnung i m d r i t t e n S t v ck hat durch Wasser erheblichen Schaden gelitten. Dort schlief eine Mutter mit zwei Kindern, der der Weg über das mit Rauch und Flammen angefüllte Treppenhaus versperrt war. Sie kletterte mit ihrem ältesten Kind aus dem Fenster einige Meter die Dachrinne entlang, bis sie die Leiter der Feuerwehr erreichen konnte. Dort nahm man ihr das Kind ab. Sie ging denselben Weg zurück, das Jüngste zu holen, das sie ebenfalls auf schwindelndem Pfade über die Dachrinne die Leiter herab auf die Straße brachte. Alle drei stnd unversehrt geblieben.
Lin Llih setzt einen Kirchturm in Flammen.
Ein furchtbares Gewitter, das in der letzten Nacht über den westlichen Grenzgebieten niederging, hat besonders die Gegend um Monschau (Rhein- piovinz) heimgesucht. In dem Ort Strauch schlug der Blitz in den Kirchturm, zündete und setzte innerhalb kurzer Zeit den Turm in Flammen. Die Löscharbeiten der Feuerwehren waren vergeblich und nach kurzer Zeit stürzte der etwa 30 Meter hohe Turm mit donnerndem Getöse zusammen. Sehr schwierig gestalteten sich die Schutzmaßnahmen für die umliegenden Anwesenden, da die Funken vom Winde weit abgetrieben wurden. Auch das Kirchenschiff hat sehr große Beschädigungen erlitten. Die Holzteile sind vollständig vernichtet worden. Große Ueberschwemmungen am Oberlauf der Düna.
Dom Oberlauf der Düna wird katastrophales Hochwasser gemeldet, das noch immer im Steigen begriffen ist. Bei dem schwer gefährdeten Düna- b u r g arbeiten Truppen fieberhaft an der S i - che»ung der Dämme. 3n Griwa, gegenüber Dünäburg, sind bereits 600 Häuser durch das Hochwasser überschwemmt. Der Schaden beträgt viele Millionen Mark. Bisher sind etwa 150 Brücken zerstört oder davon getragen worden. Die Eisenbahnlinie Riga —Moskau ist stellenweise unterspült, so daß der Verkehr unterbrochen und umgeleitet werden mußte. Mehrere Personen haben in den Fluten den Tod gefunden. Auch Riga ist durch das Hochwasser bedroht. Die Ursache des gewaltigen Ansteigens der Düna ist in der warmen Witterung und der ungewöhnlich starken Schneeschmelze zu suchen. Die Heber» Ischwemmungskatastrophe hat auch die Bezirke Grodno und Suwalki schwer heim- gesucht. Zahlreiche Dörfer stehen unter Wasser. Etwa 10 000 Personen sollen von der Heber» schwemmung betroffen worden fein; die Zahl der Obdachlosen geht in die Tausende. 3m Dünabe z i r k ist die Ruhr ausgebrochen.
Aus der provinzialhaupistadt.
Gieße n. den 29.April 1931.
Oer elektrische Schlag.
Von Or. (5 Thomala
Wer hätte nicht schon gelegentlich einen bekommen? Solch' ein kleiner elektrischer Schlag ist ja „harmlos", nicht wahr? 3m Augenblick etwas unangenehm, aber der Schreck ist größer, als die ganze Sache wert ist. Erst schimpft man einen Moment, dann lacht man und in ein paar Minuten ist die Lappalie vergessen! So geht's doch in der Regel?
Aber da hört oder liest man plötzlich von einer Frau, die wurde in der Badewanne tot aufgefunden; eine elektrische Tischlampe in der Hand, eine andere hat aus dem Bad steigend die elektrische Heizsonne berührt und war sofort tot. Ein Monteur hat, mit den Knien gegen die Röhren der Zentralheizung gestemmt, an der Lichtleitung gearbeitet und einen lebensgefährlichen Schlag erhalten; ein Dienstmädchen verunglückte tödlich, als sie den Staubsauger bedienend die Gasleitung anfahte! Alles Hnglücks- fälle mit Todesfolge, verursacht durch den „harmlosen" Strom unserer Lichtleitung, wie sie in Hunderttausenden von Wohnungen, Wirtschaf ts- und Detriebsräumen liegt! 3ft der gebräuchliche elektrische Strom denn so gefährlich?
Dazu fei prinzipiell bemerkt: Der elektrifche Strom in unferen gebräuchlichen Hausleitungen ist absolut ungefährlich, wenn — und das ist der springende Punkt! — wenn die 3n- stallation vorschriftsmäßig erfolgt ist und alle Leitungen, Steckdosen, Lampen und Haushaltsgeräte in tadelloser Ordnung sind. Vorbedingung für jeden elektrischen Unfall ist die Berührung nicht isolierter, stromführender Drähte oder Me- tallteile. Das ist im Haushalt, im Bureau, in der üblichen Werkstatt oder Arbeitsstelle aber nur möglich, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Daher erste Warnung: Laß jede elektrische Anlage vom Fachmann anbringen! Zweite Warnung: Behandle jedes elektrische Gerät mit peinlicher Sorgfalt! Denn jeder wacklige Kontakt, jede ausgefaserte Leitungsschnur, jede nicht fest in der Fassung sitzende Glühbirne, vor allem jede Beschädigung auch an den Handgriffen von elektrischen IBügeleifen, Staubsaugern, Heizlampen usw. kann dir gefährlich werden, unter Umständen den Tod bringen! Dritte Warnung: Bastele also nicht selbst an defekten elektrischen Leitungen und Geräten!
Weiter muh man wissen, daß nicht der Strom als solcher gefährlich ist, sondern die Intensität, mit der er durch den Körper hindurchgeht. Din ich gut „isoliert", so merke ich gar nicht oder kaum, daß der Strom in mich hineinfährt. Denn aus meinem „isolierten" Körper kann er ja nicht heraus. Solche „3fotierung" wird erzielt, indem man z. D. Gummischuhe anzieht. Aber auch schon, wenn man auf Teppichen oder auf trockenem Holzfußboden steht, ist man ganz gut isoliert. Daher laufen die meisten „elektrischen Schläge" in Wohnungen noch ganz glimpflich ab. Schon gefährlicher ist es, wenn der Untergrund feucht ist. Selbst starkes Schwitzen an Händen und Füßen macht die Haut und den Körper schon leitungsfähiger, daher jeden Schlag auch aus der gewöhnlichen Lichtleitung viel intensiver und gefährlicher. Die hauptsächlichste Gefahr ist aber die gleichzeitige Berührung einer metallischen Leitung, die bis zum Erdboden herabreicht. Man weiß heutzutage vom Radio, was es bedeutet, eine Leitung zu „erben“. Wer ein Wasserleitungsrohr oder den Hahn, die Badewanne berührt, wer mit der Zentralheizung, dem Gasrohrnetz unter Umständen auch mit dem Radioapparat in direkter Berührung steht und dabei gleichzeitig.durch eine nicht genügend isolierte elektrische Leitung Strom erhält, der ist eben „geerdet" und ber Strom rast mit ungeschwächter Gewalt burch ihn hinburch zur Erbe hinab. Dabei kann durch das oft auf tretende sogenannte „Herzflimmem" der Tod herbeigeführt werben.
Darum vierte Warnung: Stets trockene Hände, trockener Untergrund, wenn man mit elektrischem Gerät hantiert! Fünfte Warnung: Rie gleichzeitig metallische Gegenstände berühren! Bei Berücksichtigung dieser fünf Winke kann man völlig beruhigt fein, denn dann ist der elektrische Strom der üblichen Hausleitungen ungefährlich!
Oas Maienblasen.
Auch in diesem Jahre soll wieder das vor mehreren 3ahren von Amtsgerichtsrat Gros nach dem Alsfelder Vorbild ins Leben gerufene Maienblafen vom Turm der 3ohanneskirche aus stattfinden, da die Wiederbelebung dieser alten Sitte hier vielen Anllang gefunden hat. Der Verein für christliche Musik, dessen Vorsitzender Heinrich Bartholomäus und dessen musikalischer Leiter Ludwig Riebergall ist. hat die Ausführung übernommen. Cs ist dem Verein geglückt, ein altes Choralbuch, das einst in dem Besitz eines Gießener Turmwächters und Stadtmusikanten war, ausfindig zu machen, und nach diesem Buche sollen die Choräle dargeboten werden.
Das Maienblasen beginnt am 1. Mai und wird bann an jedem Mittwoch und Samstag, jedesmal von 19 bis 20 Hhr, ausgeführt.
Freitag, 1. Mai, kommt zum Vortrag: 1. „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren", Stralsund 1645; 2. Schäfers Sonntagslied („Das ist der Tag des Herrn") von Konradin
Kreutzer; 3. „Der Mai ist gekommen", Volkslied von 3. Lyra, 1843.
Samstag, 2. Mai, werden gespiell: 1. „Gin feste Burg ist unser Gott" >2. Abendchor aus „Das Rachtlager von Granada" von Konradin Kreutzer; 3. Mailied „Drauh ist alles so prächtig" von A. Jürgens.
Bornotize«.
— Tageskalender für Mittwoch: Verein Volkshochschule Gießen e. D : Mitgliederversammlung, 20 Hhr, im Raturgeschichtssaal der Oberrealschule, Eingang Bismarckstrahe. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Prozeß der Kitty Sei- lermann (Hokuspokus)".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 3nfolge plötzlicher Erkrankung der Hauptdarstellerin muh das für heute angesehte Gastspiel Al,red Abels mit feinem Ensemble ausfallen. Das Ensemble des Gießener Stadttheaters gastiert gleichzeitig in Warburg, so daß ein Ersah durch Spielplanänderung nicht erfolgen kann. Das Theater bleibt daher heute geschlossen. — Freitag, 1. Mai, nächste Wiederholung der mit großem Erfolg unter der Spielleitung von 3ntenbant Dr. Prasch neu inszenierten Tragödie „Die 3ungfrau von Orleans" von Schiller mit Beatrice Döring in der Titelrolle. — Sonntag, 3. Mai, 18.30 Hhr, auf vielseitigen Wunsch eine nochmalige und letzte Wiederholung des erfolgreichen Schlagerlustspiels „Meine Schwester und ich" von Derr und Vemeuil, Musik
Wenn Ihre
Empfehlungsanzeige
in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung
werben soll
dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf
von Ralph Benatzky. Spielleitung 3ntendant Dr. Prasch. Die Vorstellung findet als Fremdenvorstellung bei gewöhnlichen Preisen statt.
— Die Freiwillige Gailsche Feuerwehr beruft in unserem heutigen Anzeigenteil ihre. Jahreshauptversammlung am Samstag, 9. Mai, 20.30 Uhr, in den Schipkapaß ein. Näheres in der Anzeige.
— Vorträge im Blauen Kreuz finden am Donnerstag- und Freitagabend im Markussaal bzw. im Johannessaal statt. Der Eintritt ist für jedermann frei. (Siehe heutige Anzeige.)
*
Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am nächsten Samstag, 2. Mai, 8.30 Hhr beginnend, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp- Plah 3, eine öffenlliche Sitzung des Provinzial- ausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Verkündung des Hr- teils in Sachen: Vergütung des Bürgermeisters der Gemeinde Klein-Linden; hier: Berufung des Bürgermeisters 3ung gegen das Mrteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 1. November 1930. 2. Dienststrafverfahren gegen den Stadtbaumeister Aloys Scherrer in Butzbach. 3. Das Haus Debusmann in Bad-Rauheim; hier: Klage der Rosa Maria Debusmann in Frankfurt a. M. gegen den Polizeibefehl des Kreisamts Friedberg vom 6. September 1930 in Sachen ihres Anwesens in Bad-Rauheim. 4. Disziplinarverfahren gegen den städtischen Straßenmeister 3ohannes Ewald in Bad-Rauheim. 5. Klage der Freien 3nnung der Gastwirte von Gießen und Hmgegend gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 6.3anuar 1931 betr.: Gesuch der Gießener Stubentenhilse e. V. um Erteilung der beschränkten Wirtfchaftskonzession im neu errichteten Sludentenhaus, Leihgesterner Weg 16.
** For st Personalien. Versetzt wurden die Forstamtssekretäre Heinrich Pflüger zu Bingenheim wegen Aufhebung des Forstamts Bingenheim in gleicher Diensteigenschaft an das Forstamt Nidda, Philipp Stork zu Bad-Nauheim an das Forstamt Friedberg, die Kanzleiassistenten Heinrich Peter, Forstamt Eichelsdorf, an das Forstamt Eudorf, Ludwig S ch n e u <f e r wegen Aufhebung des Forst- amts Wahlen in gleicher Diensteigenschaft an das Forstamt Ulrichstein, sämtlich vom 1. Mai an.
Ernannt und verpflichtet wurden: der Crsahgerichtsrnann Landwirt Adolf K e l - ler 11. in Ober-Bessingen zum Gerichtsmann; der Landwirt 3ustus 3vx von Ober-Bessingen zum Ersatzgerichtsmann bei dem Ortsgericht Obet- Bessingen.
Der Bund hessischer Heimatschul- freunde veranstaltet am morgigen Donnerstagnachmittag im Großen Hörsaal der Universität einen Vortrag des Professors Dr. Günther (Freiburg) über das Thema „Die Heimatnatur, ihr Leben, ihr Widerklang im deutschen Lied und deutscher Kultur, ihre Wirkung auf das Kind". Zu dem mit Lichtbildern ausgeftatteten Vortrag haben auch Nichtmitglieder Zuttitt. (Stehe heutige Anzeige.)
** Gin scheugewordenes Pferd, das einem Metzgermeister in Heuchelheim gehört, raste gestern nachmittag, mit einem Wagen hinter sich, von Heuchelheim bis noch Gießen. Unterwegs wurde der auf feinem Fahrrad radelnde Dachdeckermeister Karl Seim von Krofdorf von dem hefttg hin. und herschleudernden Wagen erfaßt und zur Seite ge- worsen, wodurch der Bedauernswerte Prellungen und Hautabschürfungen an beiden Beinen erlitt, die derart heftig waren, daß er an der UnfaUfteUe liegen blieb und von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom. Roten Kreuz in Gießen nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden mußte. Das scheue Pferd stürmte mit dem arg beschädigten Wagen weiter nach Gießen, wo es an der Ecke Neustadt-Westanlage auf dem glatten Asphalt, dicht an der Eisenbahnüberführung, stürzte, zum Glück aber feine ernstlichen Verletzungen dcwontrug, während der Wagen vollständig in Trümmer ging. Als ein besonderes Glück ist es anzusehen, daß durch das scheu gewordene Tier auf der Jtart belebten Straße von Heuchelheim nach Gießen nicht noch schlimmeres Unheil angerichtet wurde.
•• Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft Gelnhausen. Man berichtet unS: Am Sonntag fand im Katholischen VereinshauS eine Versammlung der Bau- und Wirtschaftsgemeinschaft Gelnhausen statt. Den Mittelpunkt bildete ein Vortrag von Vollswirt B. W i 1 - helmi über die „zinslose Bewegung". 3m ersten Teile seiner Ausführungen gab der Redner einen Heberblick über deren Wesen, die bisherige Entwicklung und die Auswirkungen. 3m zweiten Teile erläuterte er die Organisation der „Bauwirt" Gelnhausen, der zur Zeit annähernd 1200 Mitglieder angehören. Mitglieder seien nicht nur Daulustige und Hypothekenablöser, sondern auch Geschäftsleute, die kein Darlehen beanspruchten. Sie unterstützten aber die Daulustigen durch ihre Mitgliedschaft, und als Ausgleich werde ihnen Arbeit und somit Verdienst auf dem Wege der gegenseitigen Hilfe vermittelt. Weiter referierte ber Vortragende über den Aufbau der Verwaltung und wies darauf hin, daß der gesamte Vorstand und der Aufsichtsrat sahungs- gemäh ehrenamtlich arbeiteten. Der 2. Vorsitzende des „Bauwirts" Gelnhausen ergänzte in Einzelheiten die Ausführungen des Hauptredners. Gleiche Versammlungen fanden am 24. April in Klein-Linden und am 25. April in Wieseck statt.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Die Auffüllung und Verlagerung der seitherigen Störung geht nur langsam vonftatten. 2(ji ihrer Rückseite gelangten mit der ozeanischen Lust erneute Niederschläge zum Vordringen, welche in unserem Bezirk und in Süddeutschland in den heutigen Morgenstunden in verbreiteter Form ouftrateu. Mit der weiteren Abflachung des tiefen Druckes wbrd allmäh- lich die Niederfchlagstätigkeit Nachlassen, obwohl in Begleitung der kühlen Luft noch mit vereinzelten Niederschlägen zu rechnen ist. Die Wolkendecke wird zum Aufbruch kommen, so daß vorübergehend Aufheiterung eintritt. Die Temperaturen behalten noch ihre niederen Werte bei. Anzeichen auf wesentliche Besserung der Wetterlage sind zur Zeit noch nicht vorhanden.
Aussichten für Donnerstag: Bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, kühl, noch vereinzelte Niederschläge.
Lufttemperaturen am 28. April: mittags 8 Grad Celsius, abends 5,9 Grad; am N. April: morgens 5,9 Grad, Maximum 8,5 Grad, Minimum 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. April: abends 8,2 Grad: am 29. April: morgens 6 Grad. — Niederschläge 1,2 mm. — Scmnenscheindauer eine Achtelstunde.
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