Wenn Menschen auseinandergehn
Vornan von 3- Gchnewer-Ioerfil.
vrheberrechtsschutz Verlag O. Meister, Werdau.
23. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Ihre Finger krallten sich in das Tuch feines Nockes. Er fühlte, wie ihre fürchterliche Erregung sich feinem Körper mitteilte und er muhte die Äugen senken, um die ihren nicht mehr zu sehen, die in glanzloser Starre an ihm hingen.
.Guido! Die Raja —“
»Hat mir das Kind geboren. Run belügt sie mich und sucht mich glauben zu machen, ich sei nicht der Rater.'
Rosmaries blonder Kopf lag hilflos gegen seine Rrust. Rrn Zucken ihrer Schultern merkte er, daß sie weinte. Er sprach kein Wort mehr und regte sich nicht. Rach einer Weile tasteten ihre Finger über ihn hin. Ihre Lippen schmeichelten über seine Hände. .Armer Guido!"
Es dauerte Minuten, bis er zu sprechen vermochte. .Wollen wir nun frühstücken?"
Sie erhob sich langsam, trat von ihm weg und begann den Tisch zu decken. So oft ihr Blick dem seinen begegnete, war es eine stumme, aber beredte Zwiesprache. Rosmarie vergast das eigene Leid und dachte nur mehr an das seine. Sie brauchte ihr Glück nur wieder an sich zu nehmen, wenn es zurückkam. Er aber streckte vergebens die Hände nach dem seinen aus. e
Die schenkte ihm aus der Güte ihres Frauen- herzens im Ueberschwang. 11 nb er nahm es wie etwas unendlich Kostbares.
Am Abend fuhr er nach Venedig zurück. »Bestehst du noch auf deinem Vorhaben, Rosmarie?" Deine Augen flehten sie an.
»Es hat sich nichts geänöert“, erwiderte sie beinahe, schroff.
»Gut! — Dann Ende 3uni in Sorrent."
,3ch danke dir."
»Gib mir dein Wort, dah du nichts unternehmen wirst, bevor wir uns nochmals gesprochen haben."
Sie legte ohne Zögern ihre Rechte in die seine. »ES tut mir leid. Guido, dah du nun noch eine Dorge mehr zu tragen hast."
Din mattes Lächeln glitt über sein Gesicht. Sie winkte ihm noch zu. bis das Boot, das ihn nach Venedig trug, nur noch als kleiner Punkt auf den Wellen tanzte.
Die junge Frau bist die Zähne in das Spihen- taschentuch und hielt mit Gewalt die Tränen
' zurück. Die ganze Rächt fand sie keinen Schlaf. Erst gegen Morgen schlummerte sie etwas ein.
Drei Wochen später fuhr sie nach Sorrent.
Am 20. 3uni meldete der Telegraph die Rückkehr des Forschers Bela Szengeryi aus den Regionen des Polareises. Die gesamten Teilnehmer der Expedition waren wohlbehalten auf norwegischem Boden eingetroffen und beschlossen, nach kurzer Rast die Reise nach der Heimat fort» zusehen.
Szengeryi. von einem Rausch der Wiedersehensfreude ergriffen, schickte sofort ein Telegramm nach Wien, nach zwei Stunden wieder eines und am Abend das dritte. Racheinander platzten sie der Aga innerhalb vierundzwanzig Stunden ins Haus.
Die kleiye Stadt in der groben Felsenwildnis dünkte Della wie ein Gefängnis. Run er am Ziel war. gab es kein Halten mehr für ihn. Török seufzte. Szengeryi fieberte vor Ungeduld und erstand eine Unmenge von Dingen, mit denen er Rosmarie eine Freude zu bereiten glaubte.
3n Kristiania hoffte er Rachricht von ihr zu finden. Ein volles 3ahr hatte er sein Blut gemeistert, aber nun schäumte es übet von sehnsüchtig-unbändigem Verlangen.
Kristiania brachte eine Enttäuschung. Kein Dries. kein Telegramm, kein Kartengruh!
Török tröstete: »Sie hat es zu spät erfahren. 3n Stockholm liegt sicher Rachricht von ihr."
Szengerhis erster Gang, als man dort ankam. war zum Hauptpostamt. Unter dem Stapel von Briefen, die ihm der Beamte reichte, rih er das Kuvert heraus, bas ihre Schriftzüge trug. Drei einzige Worte standen auf einem großen Bogen:
»Verzeih mir! — Rosmarie."
Das Blut schoh ihm so stark nach den Schläfen, daß er die Lider schließen muhte, um nicht hinauszujubeln. was er dachte: Eie hat eingesehen, wie sehr sie im Unrecht war. Darum diese Bitte. — »Oh, du geliebtes Weib! Wenn du wüßtest, wie tief ich dich im Herzen trage!"
Ohne sich und Török Ruhe zu gönnen, reifte er Tag und Rächt und nur noch ein Gedanke erfüllte ihn: Heim zu ihr!
3n Berlin zwang ihn die Einladung der deutschen Regierung, vierund^wanzig Stunden Aufenthalt zu machen. Er erledigte seine Besuche in rasendem Tempo und begriff nicht: Warum empfing man ihn überall mit so ernsten Gesichtern? Was bargen die Menschen für ein Geheimnis hinter ihren Stirnen, wenn sie mit ihm sprachen? Warum wurden seine Hände so schmerzhaft gedrückt und sein Ohr mit so behutsam gewählten Worten überschüttet? Trug er das Sehnen nach seinem Weibe so offen zur Schau.
Er kam abgehetzt und übermüdet in das Hotel, fand einen Stapel Post und Zeitungen auf dem
Tisch des Empfangs raum es und warf sich erschöpft auf das bequeme Sofa.
Der Lärm, der von der Straße heraufschallte, störte ihn. Er erhob sich und stieß die Riegel der Fenster in die Oefen. Dann streckte er sich wieder auf dem Diwan aus. Nichts als das Rascheln der Blätter unterbrach die Stille.
Dann ein Aufschrei! Sv schrill, so voll Entsetzen wie das Brüllen eines niedergemetzelten Tieres.
Török kam aus einem Rebenraume herbei- gesprungen. Er fand den Schwiegersohn über eine illustrierte Zeitung geneigt, um deren Titelblatt er die Finger gekrallt hielt.
.Bela!"
Die zitternden Hände Töröks suchten Szen- geryis Körper hochzuheben. Es mißlang. Der Professor zerrte das Blatt unter Delas Arm hervor, starrte darauf und glitt ohne einen Laut in den Stuhl hinter sich.
Rosmarie, die blonden Zöpfe über die Schulter gelegt, sah ihm auf dem Titelbilde lächelnd entgegen. Darunter die wenigen Zeilen der Erklärung:
.Aus Sorrent kommt die Rachricht, dah die junge, bildschöne Frau des bekannten Forschers Bela Szengeryi seit mehr als vier Tagen vermißt wird. Man vermutet stark, daß sie einem Unglücksfall zum Opfer fiel. Andere neigen zu der Ansicht, dah sie in einem Anfall von Schwermut selbst den Tod gesucht haben könnte. Sie litt unsagbar unter der Trennung von ihrem Gatten, der sich auf einer Polarfahrt befindet. Mit ihr ist auch der Geiger Guido Horvath, dessen Ruhm die ganze Welt erfüllt, verschwunden und man rechnet mit der Möglichkeit, dah er die Unglückliche zu retten versuchte und selbst dabei den Tod fand. Schiffer behaupten, sie hätten deren Leichen im Meere treiben sehen."
»Bela!"
Ein Wimmern aus übermenschlicher Rot und Verzweiflung war die Antwort.
»Belo, es ist -ja nicht möglichI" Török glitten die silbrigen Haarsträhnen in die Stirne. Das konnte sie ihrem Vater antun! Das!
Szengeryi drückte die Fäuste gegen die Brust und hielt sie dann vor den Mund gepreßt, dah ihm kein Ton mehr entschlüpfen konnte.
Die Arme über den Tisch geworfen, bohrten sich seine Finger in das gefühllose Holz. — Tot.' — Ausgelöscht das Leben, das ihm mehr als das seine galt! Stumm der Mund, auf dessen Flüster- Worte er in seinen Träumen gelauscht hatte! Mochten die Blätter sie auch als vermißt gelten lassen, er, nur er wußte, daß sie, in Schwermut verfallen, freiwillig gegangen war! Freiwillig, aus Sehnsucht, weil sie die Trennung von ihm nicht mehr zu ertragen vermochte. So hatte sie ihn geliebt! So über alle Maßen! Rosmarie!
Und der andere hatte mit ihr gehen dürfens Der andere! An dessen Brust sie sich vielleicht ausgeweint hatte, an dessen Herz sie in ihre» Verlassenheit Heimat und Zuflucht fand.
Török fand kein Wort des Trostes für den Schwiegersohn. Seine Seele wurde zwischen dem Schmer., um die Tochter und dem Mitleid mit dem verzweifelten Gatten hin und her gerissen.
Als Szengeryi nach zwei Stunden noch immer ohne Regung sah. zwang er mit ernsten Worten dessen Gesicht empor. ..Wir wollen noch Sorrent fahren, Dela. und selbst Rachforschungen anstel- len. Vielleicht hat man sie auch schon gefunden. Dann nehmen wir sie beim nach Wien. Oder in die Puhta! Dah sie bei mir ist — und bei dir, Dela!"
Es kam keine Antwort.
Török blieb es überlassen, zu packen, die Zug- Verbindungen herauszuschreiben und die kürzeste Route zu suchen, auf der sie nach Sorrent gelangen konnten.
Darüber gingen Wochen hin. Trotz aller De- mühung war nichts über die beiden zu erkunden gewesen. Dar allen Trostes war Szengeryi mit seinem Schwiegervater nach Wien zurückgekehrt.
Aga muhte sich erst besinnen, ob er es war. 3toet tiefe Rinnen standen von der Rase nach den Mundwinkeln zu eingegraben, und die Augen lagen in tiefbeschatteten Höhlen. Die Stimme klang barsch und schwieg oft Stunden, nicht selten auch tagelang. Ss war eine Seltenheit, wenn ew das Wort an sie richtete.
Oesterreich überhäufte den Forscher mit Ehren. Die Akademie trug ihm einen Lehrstuhl an. Ss regnete Einladungen und Aufforderungen zu Vorträgen. Es schien, als wolle man ihn au» diese Weise das tragische (beschick seiner jungen Gattin vergessen machen.
Zuweilen kam Török von der Steppe herein und sah noch ihm, rih ihn für Stunden aus »einem 'Brüten, um bann, wenn er wieder abreifte, das Dild eines vollkommen niedergeschmetterten Menschen mit sich zu nehmen.
Wenn Szengeryi vor seinen Hörem sprach, war es die alte flammende Degeisterung, die ihn erfüllte und die die andern mit sich riß. Sobald er aber über die Schwelle seine- Heimes trat, fiel die Trostlosigkeit wie mit Keulenhieben übet ihn herein.
Um all den Flitter seiner Würden. Titel, Ehre, hatte er das Leben seines Weibes hingeworfen.
Rosmarie?
3hr Dild, das Dild, das die Zeitungen damals gebracht hatten, stand jetzt auf seinem Arbeitstisch Alle anderen Photos hatten gefehlt, und Aga konnte nicht umhin und muhte gestehen, was die junge Frau damit gemacht hatte.
(Fortsetzung folgt.)
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