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Wirtschaft.
212 Millionen RM. Heichsbahnanleihe
Berlin, 27. Okt. (DT B.) Das Ergebnis der steuerfreien Reichsbahnanleihe nach dem Stande vom Aoend des 27. Oktober beträgt 212 Millionen Mark.
^eichsbahnausiräge an die Lokomotivindustrie.
Wie WTB.-Handelsdienst erfahrt, sind von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft in vertraas- maßiger Abwickelung des mit dem Lokomotiv- verband abgefchlosfenen dreijährigen Lieferungsvertrages 1O0 Schnellzugs- und Tenderlokomotiven für das Rechnungsjahr 1 932 in Auftrag gegeben worden. Cs handelt sich dabei um die Durchführung des im April d. I. oufgestel.t n Beschaf, ungsprogramms der Reichsbahn. Das Objekt stellt einen Wert von 15.8 Mill. Mk. dar. Außer der Firma Henschel & Sohn AG., Kassel, au die 23 Lokomotiven entfallen, sind der Firma Bor ig GmbH., Berlin-Tegel, 19, der Firma Friedlich Krupp AI., Essen, 16, der Berliner Maschinenbau AI. vorm. L. Schwarh-
kopsf, Berlin, 12 Schnellzugs- und Tenderlokomotiven, der F. Schichau GmbH., Elbing, 12 Ten- dcrlokemot v^n, der Lokomotivfabr k 3u.ig GmbH., Iungenthal bei Siegen, 3 Tenderlokomotiven, der Lokomotivfabrik Krauß L Co., 3. A. Maffei AG. München, 8, und der Maschinenfabrik Eßlingen AG., Ehlingen, 2 Lokomotiven in Auftrag gegeben worden.
*
* Staatsanwaltschaft und Kahen- el len bogen. Die Staatsanwaltschaft I in Berlin hat bei dem neuen Borstand von Schultheis-Patzenhofer 3nsormationen eingeholt, um etwaige Verfehlungen, die im Zusammenhang mit der Angelegenheit Kahenellen« bogen usw. stehen, aufzuklären.
Reue Oelfunde. Die Berwaltung des Bürbach - Konzerns in Magdeburg teilt dem WTB.-Handelsdienst mit: Auf dem Kaliwerk Bolkenroda sind in letzter Zeit neue, sehr gute Oelfunde gemacht worden. Die Crdölprodukkion ist dadurch bei starker Drosselung aller Sonden auf 500 Kubikmeter täglich angestiegen.
Die deutschen Börsen.
Geschästsstille in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 27. Okt. 3m heutigen telephonischen Verkehr zwischen den Banken herrschte fast vollkommene Geschäfts- f: i l l e. Man verfolgt die weitere Entwicklung ier internationalen Finanzlage für die kommen- len Monate mit großer Zurückhaltung. Da auch sonstige Anregungen nicht Vorlagen und die gestrigen Auslandbörsen überwiegend in schwächerer Haltung schlossen, nannte man durchweg 1,5 bis 2 v. H. niedrigere Kurse. Stärkeres Angebot beobachtete man am Marktgebiet der Montanwerte, Do Harpener, Gelseniir^en und Rheinstahl ve° sonders unter Druck standen. Auch einige Bankaktien, wie DD-Bank, Danatbank und Berliner Handelsgesellschaft, waren vermehrt offeriert. Von Spitzenwerten büßten 3G.° Farben, Siemens, AEG. und Schuckert 1,5 bis 2,5 v. H. ein. Die Amsatztätigkeit bewegte sich in den denkbar eng ft en Grenzen.
Am Markt b;r fest verzins! ichenWerte herrschte ebenfalls größere Geschäfts- slille. Die Stimmung neigte auch hier weiterhin zur Schwäche, wobei achtprozentige Serien mehr ar.geboten wurden. Liquidationspfandbriese und andere festverzinsliche Papiere nannte man bis zu 1 v. H. schwächer. Bon 3ndustrieobligatio- nen schwächten sich Farbenindustrie um rund 2 v. H. ab.
Fragen der Berliner Börse.
B e r I i n , 28. Okt. (WTB. Funkspruch.) Der matte Schluß der gestrigen Neuyorkcr Börse hatte im heutigen Effektenfreiverkehr nicht den ungünstigen Einfluß. den man vormittags noch befürchtete. Die & u r f e der Hauptwerte lagen überraschendwiderstandsfähig, zum Teil sogar nuf gestriger Abendbasis, die bereits Erholungen auf- weisen konnte. Mit Interesse verfolgte man den Ausgang der englischen Wa h l e n. da dieser unter Umständen auch auf die deutsche Wirtschaft nicht ohne Einfluß bleiben dürste. In den effektiven Zahlen tarn das eigentliche Kräfteverhältnis der Parteien nicht richtig zum Ausdruck. Der Sieg der Konservativen mühte aber unbedingt die Abkehr oo m Freihandel zur Folge haben. Auch die zukünftige Entwicklung des Pfundkurses resp. die Stabilisierungsbasis werde durch den Wahlausgang wieder recht ungewiß. Die andere, noch wichtigere
Z5?9e des heutigen Tages war die Stellung des
VJJd) aftsbeirates zu den beabsichtigten -Vorschlägen der Neichsregierung. Wird eine zwangsweise Senkung des Reichs- bankdiskontes und eine Zwangskonver- tierung der Zinssätze erfolgen? Wird man einen weiteren 2 0 - v. H.-A b b a u öer Preise durchdrücken? Wie werden diese Preise mit den Löhn en in Einklang gebracht werben können usw.? Auch die sonstigen Anhaltspunkte, die heute Vorlagen (AEG. und Dessauer Gas), wurden ziemlich skeptisch aufgenommen. Trotzdem waren die Aktien dieser Gesellschaften im Einklang mit der Allgemein- tendenz auf letzterer Basis eher gesucht. Am Pfand- bricfmarkt konnten sich die gestrigen Kurse gut behaupten: die Umsatztätigkeit war jedoch nicht sehr groß. Ueber die Aussichten einer baldigen Börseneröffnung (verschiedentlich rechnete man gestern schon mit Anfang November) ist auch heute nichts Neues zu sagen. Die Schwierigkeiten, die bisher für den Standpunkt der Reichsbank maßgebend waren, besonders hinsichtlich des Verhinderns von Ausland- Verkäufen in deutschen Effekten, scheinen immer noch nicht behoben zu sein, obwohl Verhandlungen diesbezüglicher Art schon seit einiger Zeit gepflogen werden.
frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 28. Okt. Es wurden notiert: Weizen 230 Mark, Roggen 217,50, Sommergerste für Brauzwecke 175 bis 180, Hafer (inländischer) 162,50 bis 170, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschware) 36,25 bis 37, Sondermahlung 34,25 35, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschware) 36,25 bis 36,75, Sondermahlung 34,25 bis 34,75, Roagenmehl 30,25 bis 31,50. Weizenkleie 8,75 bis 8,90, Roggenkleie 9 bis 9,25 Mark. — Tendenz: fester.
♦
In unserer gestrigen Ausgabe wurde die W e i - zennotierung mit 258,50 unrichtig an- ^geben. Die Ziffer mußte richtig lauten: 228,50 *
fiarfoffelpreisnoficrungen.
Der Preis für Speisekartoffeln wird zur Zeit mit 2,80 bis 3 Mark pro Zentner notiert. Die Nachfrage ist sehr rege.
Die gestrigen Auslandbörsen.
Die Tendenz der Londoner Börse war gestern im Verlaufe fest, doch wurde das Geschäft zum Schluß in Erwartung des Wahlresultates ruhig, und die Kursgestaltung uneinheitlich.
Die Pariser Börse war sehr unregelmäßig, nach vorübergehender Befestigung war die Tendenz zum Schluß wieder unsicher, und die Kurse lagen nicht einheitlich.
An der Amsterdamer Börse waren die Llmsähe gering, doch brodelten die Kurse meist ab. Deutsche Werte lagen ebenfalls überwiegend gedrückt.
Die Wiener Börse, die gestern zum ersten Male wieder eröffnet wurde, war sehr ruhig und im großen und ga. zen wenig verändert.
Die Reuyorker Börse war unregelmäßig, doch konnte man die Grundstimmung als freundlicher bezeichnen.
Reichsmark allgemein fester.
An den internationalen Devisenmärkten war das Geschäft in verschiedenen Devisen lebhafter. Das Pfund hat sich international weiter verschlechtert, wozu in der Haupt- fache die Ungewißheit über den Ausgang der Wahlen beitrug. Der Dollar lag allgemein sehr schwach, besonders in Amsterdam war er mit 246,55 angeboten; gegen Dollar ging das Pfund auf 3,871 zurück, wobei aber noch besonders die Schwäche des Dollars zu berücksichtigen ist. In Amsterdam war das Pfund stark angeboten und ging bei lebhaftem Umsatz auf 9,62 zurück, die Nieder!. Bank gab Pfundwechsel ab. In London selbst war der holl. Gulden mit 9,59 noch stärker befestigt. Gegen Zürich ging das Pfund auf 19,86$ zurück, gegen Paris auf 98,68, gegen Mailand auf 75g. Die Reichsmark, in der ebenfalls größere Umsätze zu verzeichnen waren, lag all - gemein fefter, so zog sie in Zürich auf 119,40 an, in Amsterdam auf 57.77$, in Stockholm auf 104$. in London auf 16,57$ und in Neuyork auf 23,44. Madrid hat sich international etwas erholen können, dagegen tendiert Stockholm wieder ausgesprochen schwach. Paris war etwas leichter, ebenfalls Brüssel.
Deutsche Papiere in Amsterdam.
Die deutschen Reichsschuldbuchfor- derungen und die anderen deutschen festverzinslichen Werte an der Amsterdamer Börse tendierten schwächer. Von den Reichsschuldbuchforderungen notierte die 1933er Fällig
keit gleich 701 4, die 1936er — gleich 51V4, 1940er — gleich 441/«. 1941er — gleich 417 3, 1943er — gleich 40, 1944er — gleich 391 ... 1947er — und 1948er — gleich 38’A>. 7prozentige Preußische Centralbodenkredit-Pfandbriefe notierten 63, 7prozentige Preußische Pfandbriesbank- Pfandbricfe ebenfalls 63, 7prozentige Deutsche Kalisyndi^at-Obligationen 61,25, 6prozentige 3G - Farben Obligationen 68, 7prozentige RWS- Obligationcn 63, 6prozentige Siemens & Halske 80 und 6,5prozentige Wintershall-Obligaticnen 47.
Deoiienmartl Berlin — Frankfurt a. Bl.
Banknoten.
27 .Df ober
28 eftober
Amtliche Dotierung
Amtliche Notierung
Gelb Brie'
Welt»
Briet
Hellingsorl .
8.59
8.61
8.59
8,61
«dien
58,94
59.06
58.94
59,06
Vrag . . .
12.47
12,49
12,47
12,49
Budapeü . .
73.28
73,42
73.28
73,42
(Sofia . .
3.072
3,078
3,072
3,078
yollanh . .
170,73
171,07
170,73
171,07
£ilo . . .
92.31
92,49
92.31
92.49
fiovenhageti.
92,91
93,09
92,91
93,09
Gtodbolm
96.15
96.35
95,65
95,85
London. . .
16.43
16.47
16.44
16.48
Buenos Aires
0.983
0,987
0.983
0.987
Neuvoil
4.209
4.217
4.209
4.217
örüffel .
58.84
58,96
58,84
58.96
Italien. . .
21,83
21,87
21,78
21,82
'Laris . . .
16.60
16,64
16,59
16,63
Sckweiz . .
82,52
82,68
82,50
82,56
Spanien
37.36
37,44
37,36
37,44
Danzig . .
83.22
83,38
83,27
83.43
Japan . .
2.058
2,062
2,058
2,062
Rio Oe jmt.. Iugoflawieu.
0.259
0.261
0,259
0.261
7,473
7,487
7,473
7,487
ÖifiaboD
14.99
15,01
14,99
15,01
Berlin, 27.0'ober
fflelb
Bries
jlmeritanndie Noten.......
4,20
4,22
Belgifche Noten ........
58,68
58.92
Dänifche Noten ........
92,71
93,09
Engiijche Noten.........
16,39
16,45
^ranzöfifche Noten........
16.59
16.65
Holländische Noten........
170.36
171.04
Italieniicke Noten........
21,81
21,89
Norwegifche Noten .......
92.11
42.49
Seutid),Leiteneid), 1 lOO Schilling
58.68
58,92
Numänijche Noten........
2.52
2.54
Echwedifche Noten........
95.96
96.34
Schweizer Noten.........
82.34
82,66
Spanische Sloten.........
37,22
37.38
Ungarische Noten........
72,75
73,15
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
h. 3- in Bl. Wir empfehlen Ihnen, sich mit einem Facharzt in Verbindung zu setzen.
Große Strafkammer Gießen.
* Gießen. 27. Okt. Eine Makler aus Friedberg und seine Frau verfolgten Berufung gegen ein Urteil des Bezirksschöffengerichts Gießen, durch das der Ehemann wegen Betrugs Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung zu einer Gesamtgefängnisstrafe von einem 3ahr vier Monaten, die Frau wegen Betrugs und Unterschlagung zu acht Monaten und zwei Wochen Gefängn's verurteilt worden waren. Die Berufung des Mannes wurde zurückgewiesen, die Frau wurde unter Aufhebung des ersten Urteils freigesprochen. Auch heute wurde wieder festgestellt, daß der Angeklagte wie seinerzeit berichtet, sein Gastwirtsanwesen unter der Vorspiegelung, die Wirtschaft bestehe schon seit 1920 und das mitverkaufte Wirtschaftsinventar einschließlich eines Klaviers sei sein Eigentum, verkauft und den Käufer um die beträchtliche Anzahlung betrogen hatte: dieses Verfahren hatte er bann mit Erfolg wiederholt. Ferner hat er, wie auch heute erwiesen wurde, einen der Betrogenen durch eine von ihm gefälschte Ur
kunde getäuscht. Bei der Höhe des Schadens bestand trotz der unbedeutenden Vorstrafe kein Anlaß, die Strafe zu ermäßigen. Dagegen wurde die Frau freigesprochen, da sich ihre Behauptung, sie sei an den betrügerischen Handlungen ihres Mannes nicht beteiligt gewesen, nicht widerlegen ließ.
Kirche und Schule.
)( Lich, 27. Okt. 3n der schön geschmückten Kirche feierte am Sonntag unsere Gemeinde das Erntedankfest. Das Gotteshaus war in beiden Gottesdiensten voll besetzt. Außer dem Posaunen- chor, der in dankbarer Weise mitwirkte, fang zum erstenmal unter Leitung von Lehrer Stein der Kirchengesangverein und fand die volle Anerkennung der Gemeinde. 3m Vormittagsgottesdienst predigte Stiftsdechant Kahn, im Rach- mittagsgottesdienst Pfarrer i. R. Henkel- mann (früher Breitenbach). Die Kinder feierten im besonderen Gottesdienst und brachten ein schönes Ernte-Festspiel zur Ausführung. Die Festkollekte ergab 85 Mark.
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