rüstungsfrage behandelt wurde. Das Abrüsttmgsproblem |el jedoch nur gestreift und ganz allgemein ohne Eingehen auf irgendwelche Einzelheiten erörtert worden.
Ferner behauptete der „Petit Partsien". Sttrn- son habe in der Unterhaltung mit Groener an die Demarche erinnert, die die Reichsregierung vor etwa drei Wochen in Washington unternommKl habe. Damals soll sich Deutschland, so behauptet das Blatt, bereit erklärt haben, den Bau des Panzerschiffes C, der für 1932/33 vorgesehen war, zu vertagen. Auch diese Behauptung des Pariser Blattes ist, wie wir von berufener Seite hören, völlig unzutreffend. Eine solche Demarche hat nicht statt- gesunden.
Frankreichs Vorbehalte für die Abrüstungskonferenz.
Maginot fordert neue Garantien.
Paris, 27. Juli. (WTB.) Auf der Jahres- tagung der französischen Reserveoffiziere hat Kriegsminister Maginot den bekannten Standpunkt der französischen Regierung über die Abrüstung von neuem festgelegt. Er führte aus, es sei falsch, daß man die bevorstehende Abrüstungskonferenz als „Abrüstungskonferenz" bezeichne. Mit ungenauen Formeln wie dieser, könne man gefährliche Illusionen unter den Völkern schaffen, die die Wirklichkeit alsdann zerstören würde. Es handele sich nicht um eine Abrüstungskonferenz, sondern um eine Konferenz zur Begrenzung und Herabsetzung der Rü st ungen. Die französische Regierung sei bereit, sich mit allen aufrichtigen internationalen Anstrengungen zu vereinen, die die Völker von einem Teil der Lasten befreien können, die die Verpflichtung zur nationalen Verteidigung ihnen auferlegt. Frankreich sei in der Verminderung seiner Rü st ungen schon sehr weitgegangen, 1921 habe es 52 Divisionen gehabt, heute noch 25.
Auf der bevorstehenden Konferenz werde man auch fordern, daß man die vertraglichen militärischen Klauseln der Verträge, die für diejenigen Nationen festgesetzt seien, die am letzten Kriege teilgenommen haben, nicht erörtert. Frankreich habe die Initiative zur Herabsetzung seiner militärischen Stärke nur ergreifen können mit Rücksicht auf die Rüstungsbe- schränkungen, die Deutschland durch den Versailler Vertrag auferlegt seien. Wenn Deutschland heute seine volle R ü - stungsfreiheit wieder erhalten würde, würde Frankreich sich für verpflichtet halten, seine Rüstungen zu verstärken. Es würde damit also ein neues Wettrüsten eröffnet, das es um keinen Preis wünsche. Unter diesen Vorbehalten sei Frankreich bereit, an einer allgemeinen Rüstungs- elnschränkung mitzuarbeiten. Es sei selbstverständlich, daß diese Mitarbeit nur dann Früchte tragen könne, wenn Garantien internationaler Art die Sicherheitsgarantien ersetzen, die augenblicklich durch die militärische Streitmacht gegeben seien. Wenn die Staaten, deren Vertreter sich demnächst in Gens versammeln werden, sich dahin einigen würden, diese gegenseitige Hilfe zu verwirklichen, die in einer Vereinigung ihrer Kräfte gegen jeden Angreifer bestehen müßte, so würde Frankreich mit Freuden an eine weitere Herabsetzung seiner militärischen Lasten gehen.
Franzen tritt zurück.
Die Nationalsozialisten in Braunschweig gegen die „Brüning-Diktatur".
Braunschweig, 27.Juli. (WTV.) Der nationalsozialistische Minister Dr. Franzen ist zurückgetreten. Er teilt diesen Entschluß in einem Schreiben an den Präsidenten des Braunschweigischen Landtags mit, das folgenden Wortlaut hat: Durch die fortgesetzte erweiterte und verschärfte N o t v e r o r d n un g s p o l i t i k des Reiches haben die kleineren Länder die letzten Reste ihres staatlichen Eigenleben verloren und sind zu völlig unselbständigen Reichsverwal« tungsbezirken herabgesunken. Den Ministern in diesen Ländern ist damit im Widerspruch zu den Verfassungen jede Wirkungs- Möglichkeit im Sinne einer Landesregierung genommen. Ich lehne es ab, als Vollziehungsbeamter der die schaffenden Stände in einseitiger und sozial ungerechtester Weise belastenden Brüningdiktatur tätig zu sein und trete daher von dem mir am 1. Oktober 1930 übertragenen Ministeramt zurück. Bis zur Wahl des Nachfolgers werden ich nur die laufenden Geschäfte erledigen.
Dr. Franzen betonte in einer Unterhaltung über seinen Rücktritt, daß für seine Entscheidung folgende Erwägungen von ausschlaggebender Bedeutung gewesen seien: Die Rationalsozia- l i st e n hatten vor ihrem Regierungsantritt im September des letzten Jahres ausdrücklich verlangt, daß dieSelbständigkeit des Landes Br-sunschweig erhalten bleibe. Die garantierte Selbstverwaltung sei aber durch die letzten Rotverordnungen der Reichsregierung undurchführbar geworden. Dr. Franzen wurde durch die Rotverordnungen der Reichsregierung in eine unmögliche Lage hineinmanövriert, so daß er sich außerstande sah, auch nur im entferntesten im Sinne der Rationalsozialisten zu „regieren". Mit dem Wort „Regieren" sei bereits zuviel gesagt. Denn sämtliche Minister der einzelnen Länder seien heute nichts anderes als aussührende Organe der Reichsregierung. Mit aller Entschiedenheit müsse er, Dr. Franzen, das Ansinnen zurück- weisen, in Braunschweig zwangsläufig Brünings Politik zu treiben. Sein Rücktritt stelle einen Akt politischer Ehrlichkeit dar im Gegensatz zu dem Verhalten der Sozialisten und Kommunisten, die zwar auch gegen die Rotrerordnungen Protest:eren, die aber nicht in einem einzigen Falle die Konsequenzen gezogen hätten. Während alle Welt glaube, die Brüning-Politik sei gefestigt, beweise auch der jetzige Schritt des einzigen nattonalsozia- listischen Ministers in aller Deutlichkeit, daß die iw-.erpolitische Lage ein durchaus anderes Gesicht habe. Denn in Wirklichkeit stelle sein, Dr. Franzens, Rücktritt nichts anderes als einen offenen Protest gegen die Brüning-Diktatur dar.
Gegen das Steuer-Privileg der öffentlichen Hand.
Berlin, 27. Juli. (DDZ.) Im Reichstag haben die Abgeordneten Hemeter und Döbrich (Landvolk) einen Antrag eingebracht, worin die Reichsregierung ersucht wird, mit sofortiger Wirkung das Steuerprivileg der privatwirtschaftlichen Betriebe der öffent-
lichenHandaufzuheben. In der Begründung wird ausgeführt, daß dem Reichsfinanzmini- ster bereits durch die Rotverordnung vom 1. Dezember 1930 die Ermächtigung erteilt worden sei, Erhebungen über die Wirkung der Steuerpflicht der öffentlichen Betriebe anzustellen und zu diesem Zweck Auskunft über deren finanzielle und wirtschaftliche Verhältnisse zu verlangen. Man habe daher in Anbetracht der Finanznot des Reiches erwartet, daß die letzte Rotverordnung die Aufhebung dieses Privilegs bringen würde. Das sei aber nicht der Fall gewesen; es habe vielmehr den Anschein, als ob seitens der Regierung in dieser Angelegenheit Schritte überhaupt nicht unternommen würden. Aus diesem Grunde und aus der Tatsache heraus, daß die Aufhebung des Privilegs bereits seit Iahren von der gesamten Wirtschaft verlangt werde, stelle das Landvolk jetzt den Antrag auf sofortige Aufhebung des Steuerprivilegs der öffentlichen privatwirtschaftlichen Betriebe.
Oie Krisis des europäischen Kohlenbergbaues.
Ueberatt große Flaute im Export.
London, 27. Iuli. (WTB.) Im Unterhaus beschäftigte sich Dergbauminister Sh i n we l leingehend mit der Lage des internationalen Kohlenbergbaues. Der Cxportvon England zeige einen dauernden Rückgang. In anderen Ländern sei die Lage nicht besser. In allen koh- ^enproduzierenden Ländern Europas sammelten sich große Vorräte. Auch der Ausfuhrhandel von Deutschland und Polen nehme ab, obwohl es Polen durch verschiedene Mittel und durch Subsidien gelungen sei, England einen Teil des Handels in Skandinavien abzuringen. Dennoch gebe es in diesem Iahre Arbeitslose unter den Bergarbeitern in Polen und weniger Beschäftigte als im vergangenen Iahre. Shinwell betonte die Rotwendigkeit eines internationalen Hebereintom- mens, das keineswegs leicht erreichbar sein werde. Verhandlungen mit den ausländischen Grubenbesitzern müßten stattfinden, um Mittel zur Erhaltung eines angemessenen Preisniveaus für europäische Kohle zu finden.
Auf eine Anfrage über die Haltung Frankreichs erklärte Shinwell, die französische Regierung habe zusammen mit der belgischen, polnischen, deutschen und englischen Regierung lange Zeit die Ansicht vertreten, daß ein internationales Abkommen wünschenswert sei, aber nachdem die internationalen Verhandlungen zwischen den Grubenbesitzern zu nichts geführt hätten, sei die französische Regierung zu dem Beschluß gekommen, daß in Ermangelung eines internationalen Abkommens etwas geschehen müsse, um die Einfuhr von Kohle nach Frankreich zu regeln und die heimische Industrie zu schützen. Für England würde dies einen Verlust von 600 000 Tonnen, für Belgien einen solchen von 2 000 000 Tonnen bedeuten.
Betriebsstillegungen im oberschlesischen Kohlenrevier.
Kattowitz, 27. Juli. (WTB.) Die der Gräflich Vallestremschen Verwaltung gehörende Wolfgang- Grube bei Ruda, bart an der Grenze von Hin- dcnburg, soll demnächst st i l l g e I e g t werden. Die Belegschaft hat gegen diese Absicht schärfsten Einspruch erhoben und fick an die Behörden gewandt, da bei einer Stillegung rund 5 0 0 0 Ar-
Oie Siillhalte-Bereinbarnng tritt in Kraft
Französischer Rediskontkredit für die Bank von England. — Oie englischen und amerikanischen Banken halten den Deutschland gewährten Kredit aufrecht.
B e r (i n , 26.3ulL (121.) Rach einer Meldung der „Dossischen Zeitung" aus Paris wird bestätigt, daß im Laufe von Besprechungen am Montagabend e i n Kredit der Bank von Frankreich an die Bank von England in höhe von 20 Millionen Pfund zustandegekommen ist. Ls handelt sich um einen Rediskontkredit, der die englischen Banken in den Stand sehen soll, gegenüber den deutschen Banken stillzuhallen und weitere Kreditabzlehungen aus England zu vermeiden. An den Verhandlungen war besonders das Bankhaus Lazare Brothers in London beteiligt, dem auch Sir Robert Kindersley angehörl, und die Pariser Schwesterbank Lazare Frdres und der Bankier David Weill.
3m Finanziell der „Times" heißt es, die führenden Banken in London haben bereits die Anempfehlungen der Londoner Konferenz befolgt, „die Deutschland gewahrten Kredite im bisherigen Umfangeaufrechlzuerhalten". Sie hätten ihre deutschen Kunden verständigt, daß die bereits bewilligten Kredite nicht zurückgezogen oder vermindert werden sollen. Ls verlautet, daß die Banken in Reuyork dieselbe Politik verfolgen. Es sei notwendig, daß Bankiers der anderen kreditgewährenden Zentren ihren deutschen Kunden die gleiche Erklärung gäben, bis derartige Zusagen von allen ausländischen Gläubigern vorliegen und die deutschen Banken imstande seien, ihre normale Tätigkeit wieder aufzunehmen. Dies sollte so bald wie möglich geschehen. 3n Bankkreisen wird die Einsetzung eine» internationalen Ausschusses als zweckmäßig angesehen, damit die verschiedenen kreditgebenden Zentren bei der Kreditgewährung in Deutschland in eng st er Zusammenarbeit eine einheitliche Politik befolgten.
Oie Auflockerung des Zahlungsverkehrs.
Immer noch ein neues Zwischenstadium?
Berlin, 27. Iuli. (ERB.) Wie wir erfahren, wird das Reichskabinett die Bestimmungen über den Zahlungsverkehr morgen neu regeln. Das Kabinett muh schon deshalb seine Entscheidung morgen treffen, weil die jetzt geltenden Bestimmungen nur ausschließlich bis morgigen Dienstag Gültigkeit haben. Daß heute abend noch kein entscheidender Beschluß gefaßt wurde, liegt an der Schwierigkeit der Materie: es muß unter allen Umständen ver
mieden werden, daß irgendwelche Rückschläge eintreten. Deshalb ist natürlich eine besonders genaue Vorberatung notwendig, und es ist sogar wahrscheinlich, daß das Kabinett sich entschließt, doch erst noch ein neues Zwischen st adium vor die vollkommene Aufhebung der Beschränkungen zu legen. Für die weitere Zukunft sucht die Reichsregierung nun einen genaueren Ueberblid über die kurzfristigen Anleihen, wie überhaupt über öie' Auslandverschuldung, zu gewinnen. Das ist der Sinn einer neuen im Handels teil bekanntgegebenen Rotverordnung, deren Ergebnisse dazu beitragen werden, die Stellung bet Reichsbank im Kampfe gegen die Zurückziehung von Auslandkrediten zu erleichtern.
Scharfe Kritik amerikanischer Bankkreise.
R e u t) o r f, 27. Iuli. (TU.) Der Monatsbericht der G u r a n t y Stuft C o. beschäftigt sich fast ausschließlich mit der deutschen Krise. Die außerordentlich schwierige Lage Deutschlands in der Rachkriegszeit, so heißt es in dem Bericht, sei auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. So seien derVerlust derKolonien undwert- voller Landstriche des Mutterlandes, die Tributzahlungen, die politische Unsicherheit, die Inflation und die Verarmung des Mittelstandes zum großen Teil für die gegenwärtigen Schwierigkeiten des Reiches verantwortlich Andererseits habe das anfechtbare System der Verteilung der Steuereinnahmen zu kostspieligen sozialen Wagnissen (Arbeitslosen- versicheruna und übergroße öffentliche Arbeiten) geführt und die Krise verschärft. Große Beträge des ausländischen Leihkapitals seien zu den gleichen Zwecken benutzt worden, woran allerdings weniger die Regierung, als parteipolitische Rücksichten schuld seien. Den letzten Anstoß aber zu der Krise habe das Ausbleiben des erforderlichen Auslandkapitals und die Abberufung der kurzfristigen Kredite gegeben. Ermutigend sei die wachsende Einsicht in Deutschland, daß es letzten Endes die Schwierigkeiten selbst überwinden müsse. Die kürzlich getroffenen innerpolitischen Maßnahmen seien wohl dazu angetan, jedoch könne kein Land fortgesetzt mit Verlust arbeiten und den Fehlbetrag mit geliehenem Gelbe decken. — Der Bericht der Bank of America beurteilt die Lage in Deutschland mit vorsichtigem Optimismus: Die Delbsthilfemaßnahmen und die Aussicht auf angemessene ausländische Finanzhilfe liehen die Lage in günstigerem Lichte erleb einen.
beiter und Angestellte brotlos werden. Die Wolfgang-Grube, deren Maschinenanlage in den letzten Jahren auf den modernsten Stand gebracht worden ist, hat zur Zeit noch Aufträge, da eine Reihe von Gasanstalten mit Kohle versorgt werden muß. Die Behörden haben eine Prüfung der Verhältnisse auf der Grube Wolfgang angeordnet. — Die Direktion der Laura-Hütte hat den Beamten mitgeteilt, daß sie gezwungen sei, die Gehälter ab 1. August um zehn Prozent zu kürzen. Der Einspruch des Angestelltenrates war vergeblich, da die Direktion beim Demobilmachungskommissar einen Antrag auf Entlassung von 402 Beamten gestellt hat, die am 1. Oktober zur Entlassung kommen sollen.
Aus aller Welt.
,/<3raf Zeppelin" über Franz-Zoseph Land gesichtet.
Moskau (über Kowno), 28. Juli. (TU. Funk- spruch.) Von Franz-Joseph-Land wurde an die Wetterwarte in Archangelsk mitgeteilt, daß a m Montag in den späten Nacht st unden mitteleuropäischer Zeit „Graf Zeppelin" über Franz-Joseph-Land gesichtet wurde. Die Wetterwarte bat die Funkstation auf Franz-Joseph- Land um Mitteilung, wie die Fahrt des „Graf Zeppelin" in den letzten zehn Stunden verlausen ist, weil der Versuch russischer Funkstationen, mit „Graf Zeppelin" im Laufe der letzten acht Stunden in Der- binbuna zu treten, vollkommen ergebnislos blieb. Der Eisbrecher „M alygin" der Montag um 21 Uhr vor der Hooker-Jnsel Anker geworfen hat, nahm die Verbindung mit der Geophysischen Station auf. Alle Vorbereitungen für die Begegnung mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" sind getroffen.
Die „Walküre" in Bayreuth.
Auch bet der Aufführung der „Walküre" herrschte die Geschlossenheit, zu der das glänzend spielende Orchester und das Wucht und Größe aufweisende szenische Bild den Grundton gaben. Die Besetzung war erstrangig, vor allem Fritz Scharr (Wotan) und Larsen-Todsen (Brünhilde), die große und ausgereifte Leistungen boten. Einen stimmlich vollendeten, wenn auch in der Darstellung nicht immer ganz überzeugenden Siegmund stellte Lauritz Melchior auf die Bühne. Neben ihm war Maria Müllers Sieglinde fast zu zart, was jedoch nicht als Abschwächung ihrer rührenden echt fraulich gegebenen Zwillingsschwester zu deuten ist. Ivar Andresen (Hunding) und Karin Branzell (Frigga) und das tonschöne „Walküre"-Ensemble waren an dem vorzüglichen Gesamteindruck noch besonders beteiligt. Szenische Neuerungen weist der „Ring" in diesem Jahre nur eine auf und zwar ist im „Siegfried" Mimes Höhle neu ausgestaltet war- den, die nach Aussagen von Unterrichteten eine große Ueberraschung werden soll.
Drei Todesopfer bei einem Boolsunglück auf der Oder.
Auf der Oder ereignete sich ein schweres Bootsunglück. Ein Berliner Kegelklub weilte zu einem Wochenendausflug in Zäckerick bei Frankfurt a. b. O. Gegen 15.45 Uhr unternahm eine Gruppe von sieben Personen eine Spazierfahrt auf dem Strom mit einem Außenbordmotorboot. Durch den starken Wellenschlag des Dampfers „Merkur" wurde das Doot um geworfen, und alle Insassen fielen ins Wasser. Der Bücherrevisor Schmerbauch aus Berlin-Kaulsdorf, der Bankbeamte Schüler aus Derlin-Hoppegarten, und die 31jährige Frau Heinzmann, gleichfalls aus Berlin, e r tränte n. Während die Leiche der Frau sofort ge
borgen werden konnte, trieben die beiden an- deren ab. Eine der beiden Leichen konnte heute mittag bei Alt-Küstrinchen geländet werden.
Tragischer Abschluß eines Sonntagsausfluges.
Ein ttagisches Ende nahm ein Bootsausslug, den der Osnabrücker Notburga-Verein ver. anftaltet hatte. Als die 18 Teilnehmer mit einem Fahrzeug unweit von Damme die Mitte des Dümmer Sees erreicht hatten, kenterte das Boot plötzlich infolge des hohen Wellenganges. Die Insassen stürzten ins Wasser und trieben hilferufend in den Wellen. Da der See infolge des schlechten Wetters wenig besucht war, dauerte es anderthalb Stunden, bis man auf den Unglücksfall aufmerksam wurde. Ein 25jähriges Mädchen aus Düsseldorf e r - trank, während es unter großen Anstrengungen gelang, die übrigen 17 Personen zu retten.
Die Feuerspritze als Friedensstifter.
In Werder (Havel) waren die Brüder Fritz und Rudolf Milsprei wegen ihrer Trunkenheit aus einem Lokal am Markt ausgewiesen, toor&en. Als von Polizeibeamten an dem Wiederbetreten des Lokals gehindert wurden, • griffen die beiden Brüder die Beamten tätlich an. Dater, Mutter und zwei weitere Brüder Milspei eilten hinzu und die ganze Familie fiel über die Polizeibeamten her. Der Markt war gebrä-ugt voll Menschen, die aber meist gegen die Beamten Partei - \ nahmen. In höchster Rot gab einer der am Boden liegenden Beamten Schüsse ab, durch die Fritz Milsprei zwei Bauchschüsse und Rudolf Milsprei einen Oberschenkelschuh erhielt. Trotz seiner Bauchschüsse holte Fritz Misprei aus dem Lokal noch einen Stuhl herbei und schlug auf den am Boden liegenden Polizeibeamten los. Schließlich wurde die Feuerwehr alarmiert, die mit der Motorspritze den Markt von den Kämpfenden und den Zuschauern säuberte.
Fünf Arbeiter durch Gase getötet.
Vier Arbeiter und ein Dormann haben durch Bildung von Gasen in einem Senkkasten, der bei dem Reu bau der Fordschen Werke in Dagenham bei London verwendet wurde, ihr Leben verloren. Der etwa 13 Meter tiefe Zylinder war in den Schlamm am Themseufer eingelassen worden und sollte die Grundlage für die neue Kraftstatton abgeben. Der Dormann verlor fein Leben, als er in den Senkkasten hineinstieg, um nachzusehen, was mit den Arbeitern geschehen war, von denen man kein Lebenszeichen mehr hörte. Mit Hilfe der Feuerwehr und von Tauchern gelang es, die Leichen zu bergen.
Amy 3ohnson in Tempelhof.
Die englische Fliegerin Amy Iohnson ist auf ihrem Fluge nach Tokio Dienstag früh um 6 Uhr auf dem Tempelhofer Flugfeld ge- 1 landet, um 7.0 Uhr aber bereits zum Weiterfluge gestartet. Der Flug soll zunächst bis , Königsberg führen.
Vierter Reichsjugendtag des ZdA.
Der Zentraloerband der Angestellten hat seinen 4. Reichsjugendtag für den 9. bis 11. August nach Lübeck einberufen. Das Programm des Jugendtages sieht neben einer großen Kundgebung für Jugendschutz und Jugendrecht vor allem Berufswettkämpfe und auch sportliche Wettkämpfe vor. Erstmalig wird auch eine Messe der llebungsfirmen des ZdA. neben anderen berufs» I kundlichen Arbeiten veranstaltet werden. In diesen llebungsfirmen wird der praktische Geschäftsverkehr 1 nachgebildet, um so eine gute Berufsausbildung der j Jugendlichen zu erreichen. Für eine besondere Kundgebung sind Redner zu der Frage: Beruf und Arbeit vorgesehen. Im Anschluß an die Tagung werden Ferien, und Studienfahrten unternommen.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Allmählich bewegt sich die Nordseestörung nach Skandinavien weiter. Durch ihre Rückseite gelangt kühle maritime Luft nach Deutschland, meld)e den Wltterungscharakter immer noch wechselhaft gestaltet und zu Schauern, jedoch mehr vereinzelt und leichterer Art, führen wird. Da gleichzeitig mit der kühlen Luft die Ausbreitung des hohen Druckes über der Biscaija nach dem Festland begünstigt wird, steht durch ihn Beruhigung und Besserung der Wetterlage in Aussicht.
Vorhersage für Mittwoch: Noch vereinzelt ge.ringe Schauer, bewölkt mit Aufheiterung, kühl.
Vorhersage für Donnerstag: Tagsüber wärmer, nur leicht wolkig und mehr aufheiternd, trocken.
Lufttemperaturen am 27. Juli: mittags 25- Grad Celsius, abends 16,9 Grad; am 28. Juli: morgens 14,7 Grad. Maximum 25,2 Grad, Minimum 10,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Juli: abends 22 Grad; am 28. Juli: morgens 18 Grad Celsius. — Niederschläge 1 mm. — Sonnen, scheindauer 8% Stunden.
Die Teilni pog - es , Sonntag eine •Das ®efter i Jcn Regenjch dm Slusjlua । Qm frühen M ner Bahnhof, 5un9 entwirf, di« ? vm Dan C d'e Aste jonben mflr , fctylW. Boi den vi
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