wisse Mißstim m u n g zum Ausdruck. Der „Soir" schreibt, daß man sich bereits an den Gedanken gewöhnt habe, Driand mit dem Pilgerstab für die Interessen des Friedens marschieren zu sehen. Jetzt habe er sich doch mit den verräterischen Kollegen des Kabinetts Laval geeinigt. — Der Abgeordnete Fran-klin-Bouillon hat in der Kammer eine Interpellation eingebracht, in der die Notwendigkeit betont wird, sofortdenAußen- Minister zu ersetzen, „dessen Methoden die französische Politik in Genf zu neuen Mißerfolgen geführt haben, und deren Wirkungen im Innern eine ständige Bedrohung der Mehrheit der nationalen Einigung sind".
Herabsetzung der Ministergehälier in Thüringen.
Weimar, 27. Mai. (WTB.) 3m Landtag begannen die Abstimmungen zum Haushaltsplan 1931. Auf Grund eines nativnalsozia- t'istischen Antrags wurden die Minister- gehälter von 16 000 auf 12 000 Mk. herabgesetzt. Da durch diesen Antrag die Ministerialdirektoren ein höheres 3 ah - reseinkonimen als die ihnen vorgesetzten Mini st er haben würden, erscheint es fraglich, ob der Beschluß durchführbar sein wird. Die Annahme des Antrags erfotgte-m it den Stimmen der Aativnalsozialisten, Kommunisten und Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartei. Staatspartei und Deutschnationalen bei Enthaltung der Wirtschaftspartei und der Landvolk- partei.
Deutscher Philologentag im Hamburg.
3m Llhknhvrster Fährhaus wurde der 12. Ver- bandstag des Deutschen Philologenverbandes durch den ersten Vorsitzenden, Oberstudiendirektor Dr. Vehr end, eröffnet. Für die Hamburger Philologen begrüßte der Vorsitzende des Hamburger Philologenverbandes, Studienrat Dr. Lindemann, die Versammlung. Für die Stadt Hamburg entbot Senator Krause den Will- koimnensgruh, für die Hamburger Universität der Vektor Prof. Dr. Brauer. Der Reichsminister des 3nnern wurde vertreten, durch Ministerialrat Riehen. Länder und städtische Behörden, der 3ndustrie- und Handelstag, eine ganze Reihe von befreundeten Verbänden und Einrichtungen haben Vertreter entsandt. Besonders herzlich werden die Lehrer der grenz- und auslandsdeutschen Schulen von Bukarest bis Rotterdam, von Riga bis Kattowitz begrüßt. Zum erstenmal nehmen Vertreter hollan- discherund englischerLehrerorgani- s a t i o n e n teil. Die Tagung, so führte der erste Vorsitzende aus, stehe unter dem Zeichen der Rot des Volkes, der Rot der Beamten und Lehrer und der Rot der Ausländsdeutschen. Er erklärte unter lebhafter Zustimmung, daß die Organisation weder ihre Vertreter in der Regierung habe wie die anderen Stände, noch gehört werde. Wenn di« Sachverständigen gehört würden, könnten so schwere Mißverständnisse nicht vorkommen. 3n einem modernen Staat sollte die Verwaltung nicht den Standpunkt vertreten, daß die einzigen Sachverständigen in der Regierung sähen. Für di« befreundeten Verbände sprach Geheimer Regierungsrat Dr. Strempol, für die Behörden Ministerialrat Riehen, dec mit dem Vorsitzenden Zusammenarbeit wünscht. Der Ches des deutschen Bildungswesens in Lettland, Dr. Wachtsmuth, sprach für die Ausländsdeutschen. Die kulturelle Volksgemeinschaft aller Deutschen bau« sich auf auf der Dlutsgemeinschaft, Sprachgemeinschaft und Gesinnungsgemeinschaft. Diese Volksgemeinschaft sei durchaus unpolitisch und hindere den Ausländsdeutschen nicht, loyaler Bürger seines Staates zu sein. Künstlerische Darbietungen um» rahmten die Feier.
Pitcards Klug in die Stratosphäre.
Was will Professor piccard?
Die wissenschaftliche Erforschung der Stratosphäre.
Von unserem Dr. 8.-Sonderkorrespondenten.
Augsburg-München. 27. Mai. Professor P i c c a r d ist mit seinem Assistenten Dr. K i p f e r heute kurz vor 4 Uhr vom Gelände de^ Dallonfabrik Riedinger in Augsburg zu seiner Fahrt in die Stratosphäre in der von ihm konstruierten Gondel aufgcstiegen. Umfangreiche Vorbereitungen sind seit Wochen getroffen worden. Di« beiden Herren arbeiteten während des ganzen Dienstag an der 3nn«nmontierung ihrer Gondel. Unter der Aufsicht Kipfers wurde um 23 Uhr mit der Füllung des Ballons begonnen. Um 2.30 Uhr erschien Piccard auf dem Startplatz, ebenso frisch und heiter wie sein Begleiter, und traf die letzten Anordnungen. Der 16 000 Kubikmeter fassende Ballon, der mit 2200 Kubikmeter Gas gefüllt war. ragte mit seiner eigenartigen Gestalt wie ein Gespenst in den Rachthimmel. während in der Halle noch immer an der Gondel gearbeitet wurde. Um 2.45 Uhr wurde di« Gon- del an den Ballon fe st gemacht — die Arbeit von fast einer Stunde. Professor Piccard drängte. Die letzten Wetternachrichten um
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Funkbild vom Aufstieg des Stratosphärenballons in Augsburg.
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24 Uhr besagten zwar schönes Wetter, rechneten aber mit starken Dodenwinden, die sich auch gegen 3 Uhr unliebsam bemerkbar machten. Gin erster Auftriebsversuch ließ die Gondel umkippen, glücklicherweise aber Apparate und 3nstrument« in der Gondel unversehrt. Um 13.40 Uhr kletterten die beiden Herren in die Gondel, die nun luftdicht verschlossen wurde. Zehn Minuten später wurden die Haltetaue gelockert; man erkannte, daß i>et Ballon auch mit voller Belastung genügend Auftriebskraft besah. Um 3.57 Uhr erfolgte das letzte Kommando, und der Ballon stieg — mit der Schweizer Flagge und dem Zeichen CH 113 — stolz und rasch hoch, zunächst mit dem KursnachSüdwest. 1000 Meter Höhe waren bald erreicht, nach einer halben Stunde war er etwa in 4000 Meter Höhe und trieb schärfer gegen Süd-Sndwest. ein wundervoller Anblick, wie er, zur Hälfte von der aufgegangenen Sonne beschienen, erst golden, dann glühend rot und schließlich silbern hell im Aether erschimmerte. Gegen 5.30 Uhr war der Ballon nur mehr ein winzig silbernes Pünktchen in Süd-Südwest.
Piccard und Kipfer hofften noch zwei bis zweieinhalb Stunden 16 000 Meter Höhe erreicht zu haben. Sie rechneten mit einer Gesamtfahrtdauer von sechs bis acht Stunden und mit einer Landung zwischen Straßburg und Basel. An Lebensmitteln haben sie Zwieback und gezuckerte Kondenzmilch mitgenommen.
Seinem streng umgrenzten, wissenschaftlichen Ziel entsprechend, führt Piccard nur vier Apparate mit, zur Messung der Luft-3onis.a- tion, der Pontential-Differentialen, der kosmischen Wellen und» elektrischen Strömungen zwecks Studiums der kosmischen Strahlen, u. a. eine 3onisationskamera mit photographischer Registrierung. Cs kommt ihm darauf an, einen Barometerstand von 0,1 Atmosphäre zu erreichen. 3n der Gondel sind zwei Sauerstoff - Flaschen nebst einem Ver- dbmpfungsapparat, ein Luftgenerator, als Reserve zwei Liter flüssiger Sauerstoff, ein Ledergriff und eine kleine Bank. Ein großer Fallschirm dient für die Gondel, zwei kleinere dienen* für die beiden Herren, die nötigenfalls durch zwei rasch zu öffnende Gefahrlöcher abspringen können. Die Gondel hat 2,1 Meter Durchmesser und ist kugelförmig; sie besteht aus dünnem Aluminium, das bei —50 Grad fester und zäher wird und die ultravioletten Strahlen reflektiert. Sie ist halbseittg weiß und halbseitig schwarz und kann der jeweiligen Sonnenbestrahlung gemäß gedreht werden, so daß die 3nnentemperatur von —20 bis —25 Grad konstant bleibt. Die Gondel ist auf einen Druck von 7 Atmosphären und auf 2 Atmosphären Ueberdruck geprüft. Der Ballon hat einen Durchmesser von 30 Meter, eine Höhe von 50 Meter und ist der Leichtigkeit halber aus einfachem, gummiertem, sehr widerstandsfähigem Daumwollgewebe hergestellt.
Augsburg wurde wegen der antizyklonischen Luftverhältnisse als Startplatz gewählt. Es ist durch die Alpen vor starken Windströmungen geschützt; auch heftigste Winde pflegen sich dort zu brechen und in einer Art Spirale/zu drehen. Piccard bat schon zwei Flüge unter ähnlichen Windverhältnissen gemacht; an seinem Ballon befindet sich eine kleine Luftscheibe in der Art eines Ventilators, die eine bedingte Lenkung des Ballons ermöglicht. Dieser Apparat wurde von Piccard mit Erfolg bereits bei einem Aufstieg benutzt, der der Nachprüfung der Einsteinschen Relativitätstheorie galt. An B a l l a st wurden etwa 400 bis 500 kg Bleistaub mitgenommen.
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Links: Der Riesenballon wird mit Gas gefüllt. —Rechts: Professor Piccard in der Aluminiumgondel, die während des Fluges fest verschlossen blieb.
Wissenschaftlich interessant ist vor allem die Hoffnung Piccards auf die Erforschung der Stratosvhäre in bestimmten Einzelheiten: es Hot sich nach seinen Darlegungen ergeben, daß d i e Strahlen des Radiums noch eine andere Gattung als die Gammastrahlen enthalten konnten, die die Eigenschaft der kosmischen Strahlen hat, daß aber diese noch unbekannten Strahlen nur in sehr geringem Maße vorhanden seien. Weiter werde angenommen, daß falls die kosmische Strahlung vom Radiumgehalt der Gestirne herrühren sollte, von diesem eine so große Menge von Gammastrahlen ausgesandt würden, daß diese Strahlung in den obersten Schichten unbedingt und zuverlässig meßbar sein mußte. Falls er also in 16 000 m die normale Gammastrahlung des Radiums nicht finden würde, könne die kosmische Strahlung nicht durch einen radiumhaltigen Körper erzeugt worden sein. Praktisch ist die Forschunosfabrt insofern von hoher Bedeutung, als man mit oer Auffindung von bisher noch unbekannten Energiequellen rechnen kann und mit Ergebnissen hinsichtlich der Verbesserung der Luftfahrt durch Ausnützung dev». geringeren Luftdruck besitzenden höheren Regionen. Damit wäre ein« höhere Geschwindigkeit bei geringerem Materialverlust verbunden.
©er Klug nach Süden.
München, 27. Mai. Rach Berich'en des zur Verfolgung des Piccardfchen Ballons entsandten Korrespondenten des Wolff-Bureaus hat der Ballon am Mittwoch nach seinem Aufstteg in Augs
burg, soweit man ihn verfolgen konnte, folgenden Weg eingeschlagen: 7 Uhr Kaufbeuren, zwischen 8 und 8.30 Uhr Kempten im Allgäu. Dann wurde er in einer Reihe oberbayrischer Orte bis gegen mittag als kleine weihe Kugel gut beobachtet. Die zunehmende Bewölkung im Alpenvorland« erschwerte indessen später b.« Sicht außerordentlich Gegen 14.30 Ühr wurde der Ballon Piccard in der Gegend von Partenkirchen in außerorderttlich großer Höhe als winziger Heller Punkt, zuweilen von Zirruswolken verdeckt, in westlicher Richtung treibend, deutlich beobachtet. Hm 15.10 älhr wurde seine Stellung bei Ober- ammergaüauf 4000 Meter Höhr geschätzt. 16.4) 11 br konnte er mit dem Fernrohr in großer Höhe über dem Herzogs st and südlich des Kochelsees gesichtet werden. Kurz nach 17 Uhr trieb der Ballon genau über Partenkirchen in südlicher Richtung der Wettersteinwand zu. 18.45 Uhr war er mit seiner hell in der Sonne glänzenden Hülle deutlich über dem Wettersteinmassiv zu sehen. Er hatte indessen gewaltig an Höhe verloren, so, daß er deutlich mit freiem Auge wahrzunehmen war. 19.30 Uhr wurde Piccard im Oberinntal mit der Flugrichtung gegen das Pitztal oder das Oehtal in etwa 5000 Meter Höhe gesichtet. Seit Einbruch der Dunkelheit, gegen 21 Uhr, war der Ballon nicht mehr sichtbar. Er befand sich bereits südlich des 3nntales bei Landeck-Telfs mit vermutlicher Flugrichtunss nach Süden. Die letzten Angaben über die Höhe schwanken zwischen 3000 und 5000 Meter.
Wo ist piccard abgeblieben?
Mittwoch gegen 22 Llhr südlich von Meran gesichtet.
Innsbruck, 28.Mai. (MTV. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „MTV." teilt mit: Zur Stunde, um 7 Uhr früh, ist das Schicksal Piccards und feines Begleiters noch vollkommen in Dunkel gehüllt. Rach der letzten Sichtmeldung um 2220 Uhr über Bozen, die aber noch von keiner Seite bestätigt worden ist, fehlt jetzt jede R a ch r l ch t. Ls ist daher nicht einmal mit Sicherheit zu sagen, ob der Ballon tatsächlich diesen Weg eingeschlagen hat, oder ob er im h i ntersten Siubbaital niedergegangen ist. von der Flughafenleitung in 3nnsjyucf, die gestern abend auf Abschüsse von Raketen Verbindung mit dem Ballon aufzunehmen versuchte, wurde uns mitgeteilt, daß diese Signale von der Ballonbesahung nicht beantwortet wurden. Die Flugwetterwarte von Innsbruck nimmt entgegen der letzten Wettermeldungen an, daß der Ballon, wenn er in der zuletzt gemeldeten Sichthöhe von etwa 3000 m geblieben ist, noch weiter südlich bzw. südöstlich, also in die Gegend von Trient, abgetrieben worden ist.
Der zur Verfolgung des Fluges von Piccard entsandte Vertreter des Süddeutschen Korrespondenzbüros meldet, daß es endlich u m 8.36 Uhr möglich war, die direkte Verbindung mit Bozen und Meran zu erhalten. 3n Bozen ist die Erkundigung negativ verlaufen. Piccards Ballon ist dort nicht gesichtet worden, weiter ging das Gerücht, daß das Luftfahrzeug über Meran gefehen worden fei. Die Wetterstation Meran bestätigt auch auf Angabe, daß der Ballon gestern um 22 Uhr in fehr geringer höhe über Lana (10 km südlich von Meran) im Oehtal gesehen worden sei.
3m Gleischergebiet der Oehtaleralpen.
Die letzte Nachricht von Piccard.
Innsbruck, 28. Mai. (WTB. Funkspruch.) Unserem Sonderberichterstatter meldet die Gendarmeriestation von Sölden, dem höchstgelegenen Posten des Oehtales, um 9 Uhr, Piccards Ballon sei um 21 Uhr, also genau vor 12 Stunden, in etwa 5000 m höhe von Sölden aus beobachtet worden, er stand um 21.15 Uhr über Bent, so daß er bann die österreichische Grenze nach Italien über dem Röderkogel und dem Storkogel überflogen habe, die beide etwa 3000 m hoch sind. Der Ballon hat demnach also gestern abend zweifellos die Stubaieralpen überquert und ist auf italienischem Gebiet, aber In das weit gefährlichere Gletschergebiel der Oehtaler Alpen mit ihren fast 4000 m hohen Gipfeln und ihre viele Quabrau‘>2tcr umfassenden Gletscherfeldern gelangt. Seit dieser Zelt fehlt nach wie vor jede Rachrlcht.
Sorge um das Schicksal piccards.
Sind die Stratosphärenflieger noch am Leben?
3nnsbruck 28. Mai. (WTB. Funkspruch.) Rachdem um 8.45 Uhr früh keinerlei neue Sichtmeldungen Vorlagen, muß man Wohl annehmen, daß der Ballon entweder in den Stubaier- oder Oetztaler Alpen gelandet ist, ohne daß die Fahrer bisher die Möglichkeit hatten, ihre Landung bekanntzugeben. Oder aber, daß die Fahrer den ihnen vollkommen unbekannten Verhältnissen der Stratosphäre erlegen sind und der Ballon irgendwo treibt oder unsichtbar gelandet liegt, so daß seine Auffindung Tage beanspruchen könnte. Die Flugwetterwarte 3nnsbruck hat ebenfalls keinerlei Rachricht. Man ist hier der Meinung, daß der Ballon noch frei treibt oder in den AlpeiE verloren ist. Rach Auskunft der Flugwetterwarte herrscht am Boden Ostwind, in den verschiedenen Höhenlagen Ost- und Rordwind.
Briand bleibt.
DerAutzenminister fordert ein neues Votum der Kammer.
Paris, 27. Mai. (WTB.) lieber den heute unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Dou- m e r g u e abgehaltenen Ministerrat wird folgendes Communiqus ausgegeben: Außenminister Briand erstattete Bericht über die Verhandlungen der europäischen Studienkommission und des Völkerbundsrats in Genf. Der Ministerrat billigte einmütig die Haltung der französischen Delegierten. Ministerpräsident Laval ersuchte alsdann^ ' im Namen der gesamten Regierung den Außenminister, auf seinem Posten die Friedens- und Sicherheitspolitik, wie sie bisher mit mehrfach erneuter Billigung des Parlaments betrieben ©orten fei, fortzusetzen. Briand dankte seinen Kol! legen für diesen Solidaritätsbeweis und erklärte sich damit e i n v e r st a n d e n, vor das Parlament zu treten, um die in Genf getroffenen Beschlüsse darzulegen und zu vertreten.
Während die oppositionelle Rechtsvresse über das Verbleiben Briands am Qual d'Orsay empört ist, kann in einigen gemäßigten Blättern eine ausgesprochene Befriedigung und Entspannung festgestellt werden. Der „Temps" erklärt u. a., daß man die Entscheidung des Ministers billigen könne. Seine Kandidatur für die Staatspräsidentschaft fei selbstverständlich ein Irrtum gewesen, da ein Staatsmann, der mitten im politischen Kampf stehe, für den überparteilichen Posten des Präsidenten der Republik ungeeignet fei. Gerade in feinem Interesse und im Interesse seiner Politik habe das Blatt Briand stets vor einem derartigen Schritt gewarnt. Erklärlicherweise kommt in der ausgesprochenen Linkspresse eine g e-
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Wettervoraussage.
Infolge der großen Hitze auf dem Festlande fällt das Barometer immer weiter, so daß die flachen Störungen von Westen her an Raum gewinnen. Da mit ihnen auch ozeanische Luft zu uns gelangt, so dürften beim Zusammentreffen der verschieden temperierten Luftwaffen Gewitterstörungen zur Aus- lösung kommen. Eine wesentliche Umgestaltung der Wetterlage findet dadurch weiter nicht statt.
Aussichten für Freitag: Vorübergehende Gewitterstörungen mit leichter Abkühlung, sonst sehr wenig Aendrung der Wetterlage.
Aussichten für Samstag: Teils heiter, teils bewölkt, noch einzelne Gewitterstörungen.
Lufttemperaturen am 27. Mai: mittags 28,6 Grad Celsius, abends 20,1 Grad: am 28. Mai: morgens 21,1 Grad. Maximum 28,6 Grad, Minimum 14,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 27. Mai: abends 25,6 Grad; am 28. Mai: morgens 19,6 Grad. — Sonnenscheindauer 4% Stunden.


