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dem Weltmarkt höher sein. Auch das seit sechzig Jahren bei der Anfertigung von Galanteriewaren verwendete Aickelmetall hat der Nachfrage nach Silber erheblichen Abbruch getan.

Eine Entthronung des Silbers möchte ich es nennen, da es aufgehört hat, in gemünzter Form, als Geld, das Haupttauschmittel im Handelsverkehr der Welt und das allgemein angenommene Entgelt für Arbeitsleistungen zu bilden. Geld regiert die Welt, wie man mit Recht sagt, und welche Macht das Silber als solches bis weit in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts hinein ausgeübt hat, verraten manche alte deutsche Redensarten wie die, daß silberne Schlüssel alle Tore erschließen und Ku­geln aus Silber selten fehlschiehen. Schon sehr früh war Silbergeld das Hauptzah­lungsmittel, doch mutzte das Goldgelb im Handel- und Weltverkehr an seine Stelle treten, als das Silber dem Gold gegenüber auf dem Weltmarkt mehr entwertet wurde. Liegt es doch im Wesen des eigentlichen oder gemünzten Gel­des, als Wertmesser für Besitz, Güter und Ar­beitsleistungen, daß sein Metallwert auf dem Weltmarkt g l e i ch b l e i b c n d ist oder sich nur in sehr engen Grenzen bewegt. Beim Golde ist dieses noch heute der Fall: es beläuft sich sein feststehender, der ganzen Geldwirtschast der Welt als Standardpreis zugrundeliegender Wert auf 2790 Mk. für das Kilogramm. Gold ist heute das allein vollwertige Münzmetall, während das Silber in fast allen Kulturstaaten nur noch zum Prä en sogenann er Scheidemünze verwendet wird, deren Rennwert von den Staaten besonders garantiert wird. Mit wenigen Ausnahmen sind alle Kulturstaaten zur Einführung des Goldes als Zahlmittel für größere Beträge oder zur Goldwährung übergcgangen, und zwar zur so- gcnannren Goldkernwährung, welche das Gold selbst in gemünzter oder Barrenform zur Verhütung von Verlust und Verschleiß möglichst in den Staatsbanken ruhen läßt und durch Hinterlegung desselben im Werte gesichertes Papiergeld in den Verkehr bringt. Silber könnte selbst dann, wenn sein Wert auf dem Weltmärkte nicht schwankte, das Papiergeld nicht mehr er­sehen, weil es zur Begleichung der vielen hohen Geldwerte, welche heute in der Weltwirtschaft umgeschlagen werden, viel zu schwer ist.

Mit einem Umstand hat man leider bei der Verdrängung der Silberwährung durch die Gold­währung auch in den großen Landgebieten von Asien, Indien, China und Indochina nicht ge­rechnet. Ihre 800 Millionen Bewohner haben im Laufe der Zeit geradezu ungeheuere Mengen Silber a u f g e s p e i ch e r t, die sozusagen ihren ganzen Reichtum bilden. Die durch die Ein­führung der Goldwährung so sehr vermin­derte Kaufkraft des Silbers hat nun für alle diese Asiaten, welche mehr als ein Drittel der ganzen Menschheit ausmachen, geradezu katastrophale Folgen gehabt und dürfte nicht in letzter Linie die Schuld tragen an den in Ost- und Südasien vor sich gehenden ge­waltigen sozialen Umwälzungen. Hand in Hand geht damit ein Rückschritt des Handelsverkehrs in jenen weiten Gebieten, der für die Welt­wirtschaft von nicht geringer Bedeutung ist.

Oberhessischer Kunstverein.

Aom Vorstand des Oberhessischen Kunstvereins wird uns geschrieben:

Die Frühjahrs'- K u n st a u s ft e l l u n g, die morgen im Turmhaus am Brandplatz eröffnet wird, bringt in der Hauptsache eine Zusammenstellung der Arbeiten der Malerin Erna .Krüger (Osterode am Harz). Die Künstlerin ist 1883 geboren und ver­brachte ihre Jugendjahre in Leipzig, wo sie zu­nächst unter dem jungen Walter Tiemann arbeitete. Es folgten dann mehrere Semester Kunstschule in ^Weimar unter Hans Olde und Sascha Schneider. -Später arbeitete sie in München und 1910 lange *Zeit in Oberitalien und Florenz. Ihr Hauptgebiet ,i)t die feine Menschendarstellung. Uns liegen aus- 'gezeichnete Kritiken vor von Ausstellungen in Wei- mar, Bochum, Krefeld, und ihre Arbeiten sind ver­schiedentlich in der Berliner Sezession und der großen Berliner Kunstausstellung, sowie in Leipzig, Dresden, Bremen, Karlsruhe, Hannover und an an­deren Orten gezeigt worden, so daß wir annehmen können, daß sie auch hier in Gießen starke Be­achtung finden werden.

Weiterhin bringen wir Arbeiten eines jungen sudetendeutschen Radierers, des 1901 geborenen Harald Pickert, der jetzt in Kufstein lebt. Er hat in der Hauptsache in der Kunstgewerbeschule München unter Praetorius, Willi Geiger, Gulbrans- son gearbeitet und beschickte 1924 zum erstenmal die Ausstellungen des Salzburger Kunstvereins. Stu­dienreisen führten ihn von der Nordsee herunter bis tief nach Italien hinein, nach Dalmatien und an dis Riviera. Seine Arbeiten sind auf verschiedenen repräsentativen Ausstellungen und in Kunstvereinen wiederholt gezeigt worden und haben überall infolge ihrer liebevollen Behandlung viel Interesse gefunden.

An dritter Stelle sind einige Arbeiten des eben­falls noch jungen Malers M a x B o m b e aus End- bad) bei Gladenbach ausgestellt. Der Künstler ist Mitglied des Oberhessischen Kunstvereins Er ist ge­borener Berliner und studierte in der Hauptsache in Weimar. Studienreisen führten ihn nad) Italien und Süddeutschland.

Warum 2°/0ige Mieterhöhung?

Don ber Hessischen Amtlichen Pressestelle wird mitgeteilt:

Die vom 1. April ab eintretende Erhöhung der gesetzlichen Miete um 2 Prozent hat in allen Teilen des Landes lebhafte Pro­teste hervorgerufen. Wenn man auch zugeben muß, daß diese Erhöhung in einer Zeit der all­gemeinen Preissenkung und des Lohnabbaues nicht einleuchtend erscheint, lieh sie sich doch nicht vermeiden. Zur Erhaltung des Staats- kredits und einer gesunden Finanzwirtschaft war es notwendig, das Staatsbudget auszugleichen. Trotz starker Spar- und Abbaumahnahmen muhte zur Erreichung dieses Zieles auch auf steuerliche Mahnahmen gegriffen werden. Da die staatliche Grundsteuer in Hessen bisher nur 12 Ps. gegen beispielsweise 48 Pf. in Preußen betrug, so schien es der gegebene Weg, diese Steuer- quelle auszunutzen. Do ist dann auch durch Ge­setz vom 5. Dezember 1930 die staatliche Grund st euer um 24 Pf. erhöht worden. Auch nach der Erhöhung steht Hessen immer noch in der Höhe dieser Steuer gegen andere Länder erheblich zurück. Bei der Verteilung der entstehenden Lasten muhte die Regierung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Gruppen berücksichtigen. Es war nicht angängig, die gesamte Erhöhung auf die Schultern der Hausbesitzer oder Mieter zu legen. Eine Teilung

dieser Mehvlasten schien der Billigkeit zu ent­sprechen.

Rach der eintretenden Erhöhung werden sich die H ö ch st m i e t e n im Lande in einzelnen größeren Städten auf 126 v.H. der Fried- d e n s m i e t e stellen. Sie liegen mit dieser Zahl immer noch sehr erheblich unter den Mieten, die in dem benachbarten Preußen gezahlt werden: denn dort ist neben der allgemeinen gesetzlichen Miete noch eine Umlage mancher Betriebskosten, namentlich der staatlichen und städtischen Grund­steuern gestattet, wodurch diese Mieten beispiels­weise in Frankfurt und Wiesbaden über 137 v. H. der Friedensmiete liegen. Wenn dieser Vergleich und vor allem der Zusammenhang der Miet­erhöhung und der notwendig gewordenen Er­höhung der Grundsteuer beachtet wird, dürfte man zu einer gerechteren und ruhigeren Be­urteilung der Mieterhöhung kommen.

Oberbeffen.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 27. März Wie in den letzten drei fahren, so hatte auch dieses Jahr die Oberklasse unserer Schule mit ihrem Leiter Dr. Mi^-el zu einer Schulentlassungsfeier eingeladen, zu der sich die Eltern und Angehörigen, sowie Freunde in sehr großer Zahl einfanden. Ein Büh­nenstück mit Gesang, Gedichten und Darstellungen gab den Kindern reichlich Gelegenheit, ihr Können zu beweisen. Aber auch das Heitere kam in einer weiteren Aufführung zur Geltung. Sogar der Sport, der in der Schule eifrig gefördert wird, tarn zu seinem Recht. In einer 'Ansprache dankte eine Schü­lerin ihrem Schulleiter für die Hingabe, die er ihrer Schulklasse in den gemeinsam erlebten fünf Schul­jahren habe zuteil werden lassen. Lehrer Dr. M i - ch e l ging hierauf nochmals kurz auf die gemeinsam erlebten Schuljahre ein und ersuchte die Kinder, genau wie in der Schule, auch im späteren Leben die Kameradschaft zu halten, besonders aber den Eltern eine treue Stütze zu (ein. Zum Schluß dankte Rektor Petri dem Lehrer Dr. Michel für die Arbeit, die er sid; mit den Kindern gemacht habe, und er überreichte dann den Siegern und Siegerin­nen aus den Neichsjugendwettkämpfen die vom Reichspräsidenten und Staatspräsidenten übermittel­ten Urkunden. Auch dieser Abschiedsabend dürfte dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Schule und Elternhaus zu stärken, zum Wohl der Gemeinde und des Vaterlandes.

X Wieseck, 20. März. Unfer Evange­lischer Frauen verein beendete die all­wöchentlichen Zusammenkünfte dieses Winters mit einem Schluß abend. In seinem Verlauf gab Pfarrer Sattler einen Ueberblick über das letzte Iahr und zeigte eine neue Lichtbilderreihe Christliche Frauen".

* © r ü n i n g c n , 27. März. Heute, Freitag, feier­ten die Eheleute Adam Andreas Euler und Ehefrau Henriette geb. Leidich das Fest der goldenen Hochzeit. Beide erfreuen sid) noch einer guten Gesundheit, obwohl der Jubilar 76 und die Jubilarin 73 Jahre alt ist. Der Jubilar gehörte 22 Jahre dem Gemeinderat an.

Kreis Schotten.

Laubach, 26. März. Am Sonntagabend hielt imSchützenhof" auf Wunsch des hiesigen Krieger- und Militärvereins Ober­leutnant a. D. Bonhard aus Gießen einen in­teressanten Lichtbildervortrag über seine Kricgserlebnisse in Mazedonien. Das reiche Bild­material war von dem Redner selbst während des Krieges gesammelt worden. Die Zuhörer spen­deten dem Vortragenden reichen 'Beifall.

Der Prozeß Scherrer vor dem Reichsgericht.

Leipzig, 27. März. (TU.) Der Stadtbau­meister Scherrer, dep bei der Stadt Butzbach tätig war, wurde vom Landgericht Gießen durch Urteil vom 2. Dezember 1930 zu fünf Mona- ten Gefängnis verurteilt. Die Anklage hatte der Vorfall dürfte wohl noch allgemein in Erinnerung sein auf Unterschlagung, Untreue und Betrug gelautet.

Gegen das Urteil des Landgerichts Gießen legte der Angeklagte Revision ein, ander­seits aber auch bezüglich derjenigen Punkte, in denen der Angeklagte freigesprochen war die Staatsanwaltschaft. In der Revi­sionsverhandlung vor dein Reichsgericht be­antragte der Reichsanwalt die Verwerfung der Revision des Angeklagten, ferner die Aufhebung und Zurückverweisung insoweit, als der Angeklagte im Punkte der Richtvorlegung der Rechnungen aus den Kohlenlieferungen freigesprochen war. Der Reichsanwalt führte aus: Rechtsirrtümer zu Ungunsten des Angeklagten sind in dem Urteil der Vorinstanz nicht zu finden. Wohl aber liegt ein Rechtsirrtum zugunsten des An­geklagten insoweit vor, als die Strafkammer bezüglich der Unterlassung der Rechnungsvor- lcgung im Zusammenhang mit den Kohlenliefe­rungen eine Straftat verneint hat. Unterschlagung und Untreue sind allerdings nicht als vorhanden zu erachten. Hingegen gibt es zu rech tlich en Bedenken Anlaß, daß die Strafkammer auch den Tatbestand des Betrugesverneint hat. Der Angeklagte hat die Stadtverwaltung ge­täuscht, indem er die ihm zugegangenen Rech­nungen für den Koks nicht vorgelegt hat, und er hat dadurch erreicht, daß die Stadtverwaltung es unterließ, den entsprechenden Betrag durch Abzug am Gehalt zu verrechnen. In diesem Punkte also ist die Revision der Staats­anwaltschaft begründet. Hiervon abge­sehen muß auch die Revision der Staatsanwalt­schaft verworfen werden. Insbesondere hat die Vorinstanz bcdenkenfrei angenommen, daß der Angeklagte bei Vornahme der Urkundenfälschung nicht in gewinnsüchtiger Absicht gehandelt hat, so daß nicht schwere, sondern lediglich einfache Urkundenfälschung zutreffend festgestellt worden sei.

Das Urteil.

Der Senat erkannte, entsprechend dem Anträge des Reichsanwalts, auf Aufhebung und Zu­rückverweisung insoweit, als es sich um die Anschuldigung der Unterschlagung durch die Richtvorlegung der Rechnungen han­delt, und im übrigen auf Verwerfung der Re­visionen des Angeklagten, wie der Staatsanwalt­schaft.

Zur Begründung wurde ausgeführt: Der Senat stimmt im we'entlichen der Auffassung des R ichs- anwalts zu und weicht nur insofern von ihr ab, als anzunehmen ist, daß der Angeklagte möglicherweise auch gegen die Paragraphen 348 (falsche Beurkundung im Amt) und 349 des StGB, verstoßen habe.

S.jt.-ifpori

Hessenkampf der Kunstturner.

Di Riege des Gaues Hessen (DI.).

Der hessische Prov nzialkamps um den Wander­preis des hessischen Staatspräsidenten wird am 29. März in der Mainzer Stadthalle zum zweitenmal ausgelragen. Es steht ein erstklassiger Gerätewettkampf bevor. Deutsche Kampsspiel-. Deutsche Turnfest- und Kreis estäcger werden teil- nehmen. Die Pausen werden mit Sondervorfüh- rungen der Turner und Turnerinnen von Groß- Mainz ausgefüllt. Die Leitung liegt in Händen von Kreisoberturnwart Frey, Mainz.

Die von Gauoberturnwart W. Will geführte Riege unseres Heimatgaues Hessen hat diesmal folgende Anstellung. Otto Textor, T.u. Spv. Marburg (41 Iahre alt); Heinrich Dechert, Tgm. Frie b:rg (21 Iahre): Karl Sch ck Tv. 1846 Gießen (20 Iahre): Walter Fink, T. u. Spv. Marburg (19 Iahre): Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen (28 Iahre): Peter Voß, T.u. Spv. Marburg (28 Iahre): Willi Sinnwell, Tv. 1860 Bad-Rauheim (33 Iahre): Richard Seth, v G r o ß e n - L i n d e n (23 Jahre). Er ahmann ist Walter Siegmann, Tv. Alsfeld (23 Iahre). Ob der Riege unseres Heimatgaues Hessen in dieser Aufstellung die Verteidigung des im Herbst in Darmstadt gewonnenen Wanderpreises ge­lingen wird, ist schwer zu sagen. Es fehlen in der Riege diesmal die leistungsfähigen Mar­burger Adolf Fink, A. Cbersbächer, A. Ahnas und Paul Götsch, so daß sie alle Kräfte einsehen muß, um giegen die gute rheinische Mannschaft diesmal Sieger zu werden. Auch die Starken­burger Mannschaft soll in besserer Form sein als beim ersten Kampf in Darmstadt.

Hallensportfest der Berliner Polizei.

Fredy Müller schlägt Pelher.

Lammers wieder hinter körnig.

Im Mittelpunkt des ausgezeichnet besuchten Poli- zei-Hallensportfestes am Donnerstag stand der 1000- | Meter-Lauf, den ganz überraschenderweise der deut- I

sche ü00-Meter-Exrneister Fredy Müller- Zehlen­dorf in 2:35 vor Dr. Peltzer gewann, der damit seine erste diesjährige Hallen-Niederlage erlitt. Im Sprinterdreikampf konnte Körnig zum xten Male beweisen, daß ihm in diesem Jahre niemand ge­wachsen ist. Sein ewiger Gegner Lammers mußte diesmal sogar mit dem dritten Platze hinter Liersch-SCC. vorliebnehmen. Eine weitere Ueberraschung gab es in den Rahmenwettbewerben, wo der achtfache DSB.-Meister Polizei Berlin im Handballspiel vom Berliner Turnverband mit 0:2 eine Niederlage hinnehmen mußte.

Handball im Gau Hessen (O. T.»

Während die erste Mannschaft des Männerturn- vereins am kommenden Sonntag spielfrei ist, unter­nimmt die zweite Els eine Reise nach Großen- Buseck. Die Männerturner werden gegen eine om- binierte erste und zweite Mannschaft des dortigen Turnvereins ein Handball-Freundschaftsspiel aus­tragen und werden wohl um eine Niederlage nickst herumkommen, wenn sie ihren Gegner zumal noch auf dem gefährlichen Busecker Phztz unter­schätzen. Die erste Jugendmannschaft Iritl-Ifach lan­ger Pause wieder auf den Plan. Als Gegner ist die gleiche Mannschaft des Turnvereins Lang-Göns nach hier verpflichtet. Das Spiel kommt auf dem Mtv.-Sportplatz am Schiffenberger Weg zum Aus­trag.

Tv. Großen-Vufeck I Mio. Gießen I.

Die 1. Mannschaft des Turnvereins Großen-Buseck hat am kommenden Sonntag die 1. Mannschaft des Mtv. Gießen zu Gast. Die Gastmannschaft, die zur Zeit in verjüngter Aufstellung auf den Plan tritt, stellt einen sehr beachtlichen Gegner dar, und Gro- ßcn-Buseck wird alle Kräfte anfpannen müssen, wenn eine ausgeglichene Partie zustande kommen soll. Der Ausgang des Kampfes ist offen, obwohl man den Gästen zweifellos ein kleines Plus wird einräumen müssen, das fein Gegengewicht bestenfalls im Platz­vorteil des Gegners findet. Die 2. Mannschaft er­wartet die 1. Mannschaft des Tv. Allcndorf. Der Aus» gang dieses Spieles ist sehr ungewiß.

Lugendheim-Werbeiag im WGB.

Am kommenden Sonntag, 29. März, sinden tm Verbandsgebiet des WSV. keinerlei Derbauds- spiele statt. Vielmehr ist der Tag freigehalten für die Wettkämpfe von Auswahlmannschaften, Stadt gegen Stadt, Land gegen Stadt, Land gegen Land. Die Erträgnisse der Spiele, die an den WSV. abgehen, sollen der Schaffung eines Der- bands-Iugendheimes dienen. In Anbetracht des verfolgten guten Zweckes ist den Deranstaltrmgen ein guter Erfolg zu wünschen. Den Wettspielen, die für den kommenden Sonntag festgesetzt worden sind, dürften in ihrer Aufmachung auch wohl geeignet sein, die Fußballanhänger auf die Sport­plätze zu rufen.

Die Gießener Mannschaften, vielmehr die Gie­ßener Vereine, wie auch die 'Vereine der Um­gebung werden auf den Plan treten. Cs wurde eine Reihe von Spielen festgesetzt, auf deren Ausgang man gespannt sein darf.

So findet in erster Linie ein

Städtewettkampf zwischen Stadtmannschaft A Gießen und Borussia Fulda

statt, der aber (leider darf man wohl sagen), in Fulda stattsinUt. Die Borussen wären in Gießen sicherlich gern gesehene Gäste gewesen. Die Mannschast, die von Gießen aus auf die Reise geschickt wird, seht sich aus Spielern der Liga der beiden hiesigen Vereine, VfB. und 1900, zusammen und tritt voraussichtlich in folgender Aufstellung an:

Brambach (1900);

Schneider (VfB.), Dingel (VfB.): Leutheuser (VfB.), Haupt (Vftz.), Glitsch (1900); Zeiler Arnold Balser Lehrmund Ritter

(1900), (1900), (1900), (VfB.), (VfB.).

Diese Aufstellung stellt zweifellos nicht das

Beste dar, was man aus den Gießener Marrn- schaften nominieren könnte, wenn die aktiven

Spieler alle zur Verfügung stehen würden. So muh man leider auf Adelberger wieder verzichten, Heilmann ist durch eine Verletzung außerstande, mitzuwirken, Langsdorf, der als Mittelläufer der geeignetste Mann wäre, kann nicht mit dabei sein. Immerhin fährt die Mannschaft mit einigen Aussichten nach Fulda. Wenn Brambach nicht einen seiner schwarzen Sage hat, so hat die Gie­ßener Vertretung in ihm einen zuverlässigen Rückhalt, die Verteidigung wird ihrer Aufgabe sicherlich gerecht: wie sich Haupt als Mittelläufer bewähren wird, bleibt abzuwarten, immerhin hat er in Leutheuser und besonders in Glitsch fähige Sekundanten. Im Sturm wird man allerdings das Fehlen von Heilmann und Adelberger sehr vermissen.

Cs ist unter diesen Umständen zweifelhaft, ob sich die Hiesigen gegen das konstante Gefüge der Borussen, die in geschlossener Mannschaft un­tre ten, behaupten können. Jedenfalls werden die Gießener zur Hergabe allen Könnens herausge­fordert werden und es bedarf aller Energie, und außerdem der Hintanstellung jeglicher Eigen- brödeleicn, wenn die Mannschaft den Fuldaern eine gleichwertige Partie liefern will. Cs bedarf schließlich noch eines hohen Maßes an Entschlos­senheit von feiten des Gießener Sturmes, wenn es möglich fein soll, die standfeste Verteidigung der Plahbesiher zu überwinden. Die Gießener Stadtmannschaft sollte diese Treffen grundsätzlich als eine Prestigeangelegenheit betrach­ten, dementsprechend ihr Handeln einstellen, und um ein ehrenvolles Ergebnis bemüht sein. Ein Sieg würde eine sehr angenehme Heberraschung bedeuten.

Reben diesem Spiel wird auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe ein zweiter Kampf statt- finden, in dem sich die S t a d t m a n n s ch a f t B, die sich ebenfalls aus Spielern der Spielvereini­gung 1900 und des VfB. zusammensehen wird, und eine kombinierte Mannschaft des Turn- und Sportvereins Butzbach und des FC. Großen- Busecks gegenüberstehen werden. Wenn man auch in diesem Tressen die Gießener als sicheren Sie­ger ansehen darf, so steht doch auch hier ein spannender Kampf bevor, denn gerade der DsR. Butzbach hat einige fähige und vor allen Dingen junge Kräfte in seinen Reihen, die durch ihren Eifer zu einem gefürchteten Gegner ge­worden sind. Die -Großen-Busecker dürfen ebensowenig unterschätzt werden. Zu diesem Kampf treten die Gießener in folgender Aufstellung an:

Völkler (VfB.);

Schneider (1900), Jäckel (1900);

Post (VfB.), Schlarb (1900), Michel (1900); Fehling, Mattern, A. Kreß, W. Schneider, Best (VfB.), (VfB.), (VfB.), (VfB.), (1900).

Im Gebiet des Gaues Giehen-Wehlar sind eine Reihe weiterer Spiele angesetzt. So spielt eine Stadtmannschaft von 'Wetzlar gegen eine kom­binierte von Ehringshausen und Aßlar. In Lich spielen Steinberg-Steinbach gegen Garbenteich- Oeihgestern, in Lollar treffen ebenfalls zwei kombinierte Mannschaften aufeinander. Aus den Ligareserven des VfB. und der Spielvereinigung 1900 tritt eine Mannschaft der kombinierten von Daubringen und Lollar gegenüber. Diesem Kampf wohnt ein besonderer Reiz deshalb inne, weil hier die in den Derbandsspielen punktgleichen Bewerber (1900, Daubringen und VfB.) ihre Kräfte messen. Mit diesen! Spiel verbindet sich der besondere Wunsch, daß es in fairer, durchaus ritterlicher Form durchgeführt werden möchte.

*

Spork-Film-Borstellung der Spvgg. 1900 Gießen.

In Verbindung mit dem Jugendheim-Werbetag findet, veranstaltet von der Spielvereinigung 1900, eine Filmveranstaltung im Lichtspielhaus Bahnhof­straße statt, in der einige Sportfilme gezeigt wer­den. Das Programm für diese Veranstaltung sieht die Vorführung von vier verschiedenen Filmen vor. Darin wird den Besuchern ein Ausschnitt aus der Tätigkeit der Sportverbände gezeigt, die in der körperlichen Ertüchtigung der Jugend ein hohes ethisches Ziel sehen. Dr. 'M ö ck e I m a n n wird vor­her einen kurzen Vortrag über das ThemaSchule und Sport" halten. Näheres in der heutigen An­zeige. __________

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 29. März. Palmarum. Landes-Buß- und Bettag.

Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr; 18: Pfr. Becker. Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfr. Bech­tolsheimer: 18: Pfr. Ausfeld: Beichte und hl. Abend­mahl für Lukas- und Johannesgemeinde: 20: Bibcl- befpredjung im Iohannesfaal: Pfr. Bechtolsheimer. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45; Pfr. Inc. Waas.# Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinder­gottesdienst. Wieseck. 14.15; Kollekte; 15: Äinder- kirche. Alten-Buseck. 9.30: Beichte; 10: Gottes­dienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls: Kol­lekte. Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Lollar: 13.30: Kirchberg; Kollekte. Haufen-Garben- teich. 10: Haufen; 13: Garbenteich. Watzenborn. Steinberg. 13.30: Hauptgottesdienst; Kollekte: 14.30: Kinderkirche. Lich. 10: Stiftsdechant Kahn: 12.45: Kindergottesdienst: 14: Stistspfarrer Draudt; 20; Kirchenmusikalische Passionsfeier.

Katholische Gemeinden.

Samstag, den 28. März.

Gießen. Von 16 bis 21 Uhr werden fremde Priester Beichte hören.

Sonntag, den 29. März. Palmsonntag.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kom­munion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt: 17.30: Christenlehre und Andacht. Grün- berg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen 8: Hoch­amt mit Predigt. Lich. 10: Hochamt mit Predigt: 20: Vortrag und Andacht. Nidda 8.30- Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

Montag, den 30. März.

Laubach. 7.30 Uhr: Messe.________________________

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A.-N. Dr Schlievbake. Dr. Bloch. Hirschnvorbeke.

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