Ausgabe 
28.3.1931
 
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jung zu diesen Verhandlungen hat die Tren­nung der Reichsanstalt vom Reichs- Haushalt mit Wirkung vom 1. April gegeben. Der von der Reichsbank gewährte Kredit ist als Lleberbrückungskreditsür diebeoor- stehenden saisonmästig schlechten Monate, in denen die VeitragSeingänge für die Zahlung der Unterstühungsgelder nicht ausreichen, aufzufassen und soll später aus den Eingängen Her saisonmähig besseren Monate im Gommer und Herbst z u r ü cf g c zahlt wer­den. Die Unterlagen für den Reichsbankkredit bilden die Reichsbahnvorzugsaktien von nom. 125 Millionen Mark, dir das Reichs- finanzministeriurn der Reichsbank zur Verfügung gestellt hat: diese werden zu 75 v. H. ihres Kurs­wertes mit der üblichen Verzinsung von 1 v. H. über Reichsbankdiskont in Lombard gegeben. Mit dieser Transaktion wird die Periode einer stär­keren Einschaltung der Reichsbank in den Geldverkehr der Reichsanstalt für Ar­beitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung eingeleitet. Tie Arbeitsämter sind angewiesen worden, Reichsbank-Girokonten anzu- legen, soweit solche noch nicht vorhanden sind. Auf diese Weise hofft die Reichsanstalt, schnel­ler in den Besitz der Veitragsringänge zu kommen.

Oie Opposition

in der Sozialdemokratie.

Tie Funktionäre der SPD. Grotz-BreSlaus entziehen der Parteileitung ihr Vertrauen.

Breslau, 28. März. Eine Versammlung der Funktionäre der SPD. Groß-Breslaus nahm nach einem Bericht des Reichstagsabgeordneten Ziegler (Breslau), der bekanntlich zu den neun sozialdemo­kratischen Abgeordneten zählte, die g e g e n d i e B c - willigung des Panzerkreuzers B stimm­ten, eine Entschließung an, in der das Verhalten der­jenigen sozialdemokratischen Reichstagsfraktionsmit- glieder gebilligt wird, die sich gegen die Be­willigung der Rate für den Panzerkreuzer aus­gesprochen haben. In der Entschließung heißt es weiter, die Tolerierung der Regierung Brüning habe nicht zur Rettung der Demokratie geführt, sondern nur die Ausschaltung von Verfassung und Parlament zur Folge ge­habt. Die Funktionäre der SPD. Groß-Breslaus sähen sich deshalb veranlaßt, der Partei, und Fraktionsführung das Vertrauen zu entziehen. Sie forderten vom Parteitag Richt­linien für die Reichstagsfraktion, die dert ( a f senpolitifchenZielsetzung" der Partei ent­sprächen.

Bad Berka

wird Reichsehrenmal.

Entscheidung des Reichskabinetts.

Berlin, 27.März. (ERB.) Wie wir er­fahren, hat das Reichskabinett eine Reihe laufen­der Angelegenheiten -erledigt, die vor der Öfter- pause noch zur Beratung kommen mußten. Der wesentlichste Punkt ist, daß dieEntscheidung über das Reichsehrenmal getroffen wurde. Das Kabinett beschloß als Ort des Ehrenmals Bad Berka in Thüringen auszu­wählen.

Zu diesem Beschluß nimmt vorläufig nur die DAZ" Stellung. Das Blatt begrüßt, daß mit dieser endgültigen Entscheidung des Kabinetts errdlich auch Deutschland eine Stätte der Gefal­lenenehrung erhält, wie sie alle anderen Länder schon längst besitzen, und daß durch diesen Be­schluß ein Konflikts st off aus der öf­fentlichen Diskussion verschwindet, .der seit 3ahren vorhanden war. Unter Hinweis ^darauf, daß sich schon vor längerer Zeit die sämtlichen F r o n t m p f e r v e r b ä n d e auf Bad Berka als Standort des Reichsehren- -rmals geeinigt und d ie Zustimmung des Reichspräsidenten gefunden haben, vertritt das Blatt die Ansicht, daß schon um der Würde des behandelnden Gegenstandes willen nach einmal erfolgte Entscheidung nunmehr alle Svnderwünsche zu schweigen haben.

Stahlhelm und Kirche.

Magdeburg, 27. März. (ERB.) Auf einer Kundgebung für das Stahlhelmvolksbcgehren gab der Gründer und erste Bundesführer des Stahl­helms Franz Seldte eine Erklärung über die Stellung des Stahlhelms zu den christlichen Kirchen ab. Der Stahlhelm debattiere nicht über die Staats­form, und er debattiere nicht über die christlichen Konfessionen. Der Stahlhelm wünsche und wolle mit keiner Kirche Kampf. Im Ge­genteil, er wolle ein Zusammenarbeiten mit beiden christlichen Konfessionen, mit der Katholischen und mit der Evangelischen Kirche. Es handle sich um das Prinzip, und das Prinzip heiße: Der Stahlhelm will Frieden und Zusammenarbeit mit der christlichen Kirche. Die Erklärung Seldtes ist veranlaßt worden durch eine Stellungnahme des bischöflichen Stuhls von Mainz und der katholischen Geistlichkeit der Dekanate Kreuznach und Bingen zur Stahlhelmbewegung.

Kabinettssitzung in Weimar.

Thüringen protestiert gegen schlechte Behandlung durch Wirth.

Weimar, 27. März. (TU.) Das Thüringer Ka­binett hielt am Freitag eine Sitzung ob, an der auch unbeachtet der Koalitionsspannungen die na­tionalsozialistischen Regierungsmitglieder Minister Dr. Frick und Staatsrat Marschler sowie der Vertreter der DVP., Staatsrat Bauer, teilnah- men. Das Kabinett erledigte eine Reihe laufender Angelegenheiten, ohne daß der Konflikt zwischen der Volkspartei und den Nationalsozialisten Er­wähnung fand. Die Sitzung nahm, wie verlautet, einen durchaus ruhigen und sachlichen Ver­lauf. Auf Beschluß des Kabinetts wird Thüringen beim Reichskanzler Verwahrung dagegen ein- legen, daß Reichsminister Dr. Wirth den thü­ringischen Innenmini st er nicht zu der Berliner Besprechung der Innenmi­nister eingeladen hat. Das Thüringer Ge- samtministerium erblickt in der Nichteinladung Thüringens eine Verletzung der Stellung des Landes. Weiter beschloß das Kabinett auf Betreiben der Volkspartei, daß die Landes­theater künftig zu anderen als rein künstlerischen Zwecken nicht mehr zur Verfügung ge­stellt werden dürfen. 'Ausnahmen sollen künftig

nur mit besonderer Genehmigung des Etaatsmini- steriums zugelassen werden. Dieser Beschluß geht auf die Abhaltung verschiedener parteipolitischer Veranstaltungen im Weimarer Nationaltheater zu­rück.

Oie Weltagrarkrisis.

Heftige Meinungsverschiedenheiten auf der Wcizenkonfercnz in Rom.

Rom, 27.März. (WTB.) Auf der Internatio­nalen Weizenkonserenz sprachen sich die Vertreter Polens.SüdslawiensundRumäniens für das System der Präferenzzölle als eines der wesentlichsten Mittel zur Behebung der Agrar­krise in Südosteuropa aus.

Als Vertreter der Interessen des übersee­ischen Getveideexportes stellte der argen­tinische Botschafter in Paris, Perez, dagegen den Grundsatz der freien loyalen Konkurrenz in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Für die überseeischen Getreideerportlönder sei es schlechter­dings undiskutabel, daß die osteuropäischen Getreide­länder von der ganzen Welt Hilfe verlangten. Ost­europa habe seine Landwirtschaft nach dem Kriege wieder aufbauen können und verlange jetzt, daß die überseeischen Gctreideexport- lander die Zeche dafür zahlten. Die Ant­wort könne nur negativ sein. Argentinien und Au­stralien weigerten sich mit der größten Entschiedenheit, jetzt die Verantwortung für alle Nachkriegserscheinungen mit zu übernehmen. Ein zweiter wichtiger Grund sei das russische Getreidedumping. Argentinien halte unter allen Umständen an der durch die Handelsverträge geschaffenen Ordnung und an der Meistbegün- ftigungsklausel fest, die ihrerseits mit den Präferenzzöllen nicht in Einklang zu bringen sei. Der Stauf von russischem Getreide durch europäische Länder könne die Slrife in Osteuropa nur noch ver­schlimmern und das Gefüge des Weltgetreidemark- tes noch weiter in Unordnung bringen.

Der russische Delegationsführer K r i tz m a n n sprach sich mit aller Bestimmtheit gegen jede

Einschränkung der Getreideanbau­flächen aus, desgleichen lehnte er das System der Präferenz ab. Rußland fei zur Durchführung seines Fünfjahresplans zwecks Beschaffung von auslän­dischem Geld und Ankauf von fremden Maschinen auf seinen G e t r e i d e e x p o r t angewie- s e n. Im übrigen sei es lächerlich, zu glauben, daß das Getreideproblem ohne die Mitwirkung Ruß­lands gelöst werden könne.

Streit um den Flotteripakt.

Widerstand gegen französische Tonnagcansprüche.

Paris, 27. März. (XH.) Außenminister Henderson hat die letzten 24 Stunden seines Pariser Besuchs ausschließlich den Besprechungen über das französisch - italienische Flottenabkommen gewidmet, dessen Ein­gliederung in das Dreimächteabkommen ern­sten Schwierigkeiten begegnet. Französi- scherseits versucht man die Wahrheit zu entstellen und diese Schwierigkeiten als rein technischer Ratur darzustellen. 3n Wirklichkeit handelt es sich um Streitfragen materieller Art, wo­bei die ungewöhnlich hohe Quote für Un­terseeboote (83 000 Tonnen) ebenso wie die Tonnageziffer für große Kreuzer eine wesentliche Rolle spielt. Der italienische Be­vollmächtigte Raspoli ist nach Rom zurück­gekehrt, um sich von seiner Regierung neue An­weisungen geben zu lassen. Der französische Sach­verständige M a s s i g I i wird voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche nach London gehen, wo die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen. Ob die Besprechungen zwischen Briand und Hender­son zu einer Beseitigung der Schwierigkeiten füh­ren werden, erscheint zweifelhaft, da 3 apan sich energisch weigert, die Unterseebootstonnage Frankreichs anzuerkennen, während Amerika heftig gegen die französische Absicht protestiert, eine Reihe alter großer Kreuzer in das Flotten- | Programm aufzunehmen, um sie später durch moderne Schlachtschiffe ersetzen zu können.

Kleine politische Nachrichten.

Wie derVorwärts" wissen will, soll entsprechend einer Vereinbarung auf der Konferenz der Innen­minister eine Verschärfung der gesetz­lichen Vorschriften zur Abwehr des politischen Terrors erfolgen. Da es nicht möglich war, dem Reichstag rechtzeitig eine Vor­lage zu unterbreiten, soll auf Grund des Artikels 48 Anfang nächster.Woche eine Notverordnung erlassen werden, die Aenderungen im Vereins- und Versammlungsrecht, verschärfte Bestimmungen wegen Waffenbesitzes und Waffenhandels sowie Verschärfung der Strafbestimmungen wegen Auf­forderung zu politischen Gewalttaten enthalten soll.

Der Reichsverkehrsminister hat dem in der Öffentlichkeit bekannten Vertrage zwischen der Deutschen Reichsbahngesellschaft und der Firma Deutsche Bahnspedition Schen­ker & Co. G. m. b. H. in Berlin, über den Roll­fuhrdienst, Sammelspedition, Derkehrswerbung und Kraftwagenverkehr in der vdrgelegeten Fas­sung namens der Reichsregierung, die nach § 31 Ziffer4 des Reichsbahngesehes vorbehaltene Ge­nehmigung versagt.

Das vom deutschen Baugewerbe eingesetzte zentrale Tarisamt hat nach 47stündiger Verhandlung am Morgen des 27. März 40 Schiedssprüche gefällt, durch welche das Baugewerbe ganz Deutschlands erfaßt wird und die Löhne um acht bis elf Prozent gesenkt werden. Die Par­teien haben sich bis zum 4. April zu den gefällten Schiedssprüchen zu erklären.

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Der österreichische Bundesminister für Justiz Dr. Schürff hat sich zu Besprechungen über Fragen i vor allem des Urheberrechtes nach Berlin begeben. I

Zur Begrüßung hatten sich der mit der Wahrneh­mung der Geschäfte des Reichsjustizministers beauf­tragte Staatssekretär Dr. Joel und der österreichi­sche Gesandte in Berlin Dr. Frank auf dem Bahnhof eingefunden.

3m Braunschweigischen Landtag wurde die Vorlage auf Uebertragung von Geschäs- t e,n der Landessteuerverwaltung auf bie Reichsfinanzbehörde angenommen. Somit gehen Veranlagung, Erhebung und Bei­treibung der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und der Hauszinssteuer auf das Reich über.

Der nationalsozialistische Reichstagsabaeordnete Dr. Ley, der Gauleiter der rheinischen National­sozialisten wurde am Freitag auf dem Wege zu einer nationalsozialistischen Versammlung in Köln- Deutz von der Kölner Kriminalpolizei verhaftet. Dr. Ley wurde nach einer Meldung der Telegraphen- Union ins Gefängnis übergeführt zur Verbüßung einer vierwöchigen Gefängnisstrafe, die er wegen Beleidigung durch die Presse erhalten hatte.

Der Großmeister des souveränen Malteser- Ritterordens, Fürst Galeazzo von Thun u n d H -o h e n st e i n , ist im Alter von 81 3ahren gestorben. 1875 wurde er von dem Grohpriorat von Böhmen in den Orden aufgenommen. Schon nach zehn 3ahren wurde er dann als Vertreter des Großvriorats von Böhmen und Oesterreich in den Ordensrat nach Rom entsandt, wo er sich in hervorragender Weise als Reorganisator des Ordens betätigte. 1905 wurde er zum Groß­meister gewählt. Dem Fürsten gelang eS, neue Verbände des Malteser-Ordens in Holland, Po­len, Ungarn und Amerika zu gründen.

Aus aller Welt.

Ein Landfriedensbruchprozeh in Kassel.

Vor dem Erweiterten Schöffengericht in Kassel standen zehn Rationalsozialisten, die angeklagt sind, am 28. Januar in Großalmerode schweren Landfriedensbruch und eine Reihe von Körperverletzungen begangen zu haben. Die Rationalsozialisten hatten an jenem Tage eine Versammlung in Großalmerode, die von Reichsbannerleuten unb Kom­munisten sehr stark besucht war. Es ist in der Versammlung zu schweren Z u s a m m e n - stöhen gekommen. Auf der Heimfahrt wur­den die Kraftwagen der Rationalsozialisten bei der Einfahrt in Kassel angehalten, wobei zahl­reiche Waffen vorgefunden wurden. Zu Beginn der Verhandlung gab der Verteidiger, Rechtsan­walt Dr. Freisler, eine Erklärung ab, daß die drei in Haft befindlichen Angeklagten nur Aussagen machen würden, wenn vorher der Haftbefehl aufgehoben würde. Für die übrigen fieben Angeklagten erklärte Dr. Freisler, daß sie sich mit den anderen drei Angeklagten solidarisch erklärten und ebenfalls keine Aus­sagen machen würden, weil sie jedes Vertrauen zur 3ustiz verloren hätten. Das Gericht lehnt die Aufhebung der Haftbefehle ab und tritt, da die Angeklagten jede Aussage ver­weigern, sofort in die Zeugenverneh mung ein. Das Schöffengericht verurteilte wegen schwe­ren Landfriedensbruches den Angeklagten Schweinfurt als Rädelsführer zu sechs Monaten Gefängnis: wegen aktiver Beteiligung an einem Landfriedensbruch die Angeklagten Ochs und Wilhelm zu sechs Monaten Gefängnis: wegen einfachen Landfriedensbruches die Angeklagten Verne, Zimmermann, Goos, Gräser, Breitsprecher und Bönnicke zu je drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte Eckhardt wird freigesprochen.

Frau Dr. Kienle im Hungerstreik.

3m Stuttgarter Frauengefängnis, wo die wegen Vergehens gegen den § 218 verhaftete Frau Dr. Kienle untergebracht ist, kam es am Freitagabend zu dramatischen Szenen. Dec Gerichtsarzt, der auf Antrag der Verteidiger vormittags die seit einer Woche hun­gernde Frau Dr. Kienle untersucht und dem Untersuchungsrichter gegenüber erklärt habe, es bestehe zur Zeit keine Gefahr für ihr Leben, muhte nachmittags nochmals herbeigerufen wer­den, da sich Frau Kienle in einem Zustand

größter Erschöpfung befand. Aach der zweiten Untersuchung ordnete der Gerichtsarzt die so­fortige lleberführung in ein Kranken­haus an, der sich jedoch Frau Dr. Kienle aufs entschiedenste widersetzte. Rach der Drohung des Gerichtsarztes, dann werde sie nun mit Ge­walt fortgeschafft, erlitt Frau Dr. Kienle einen neuen Erschöpfungsanfall. Sie verlangte dringend nach einem Rotar, um ihr Testament zu machen. Dieser Bitte wurde entsprächen. Da auch die Verteidiger Frau Kienle zum frei­willigen Verlassen des Gefängnisses nicht be­wegen konnten, ordnete der Oberstaatsanwalt eine neue ärztliche Untersuchung an, bei der der Ge­richtsarzt feststellte, daß Frau Dr. Kienle nicht mehr transportfähig sei.

Koblenzer Ehrengeschenke für Hindenburg.

3m vorigen Sommer veranstalteten die rhei­nischen Maler in Koblenz eine Ausstel­lung von Bilder: der rheinischen Landschaft. Eine Anregung aus der Bürgerschaft, das beste Koblenzer Bild durch Veranstaltung einer Sammlung anzukaufen und dem Ehrenbür­ger von Koblenz, dem Reichspräsidenten von Hindenburg, in Erinnerung an seinen vorjährigen Besuch zu schenken, fand in allen Kreisen lebhaften Anklang. Die Sammlung er­brachte über 1200 Mark. Damit wurden daS Bild Ehrenbreitstein" von Dornbach und eine Reihe von Zeichnungen erworben und jetzt durch Oberbürgermeister Dr. Russell in Berlin dem Reichspräsidenten überreicht. Der Reichspräsident bekundete lebhaftes 3ntevesse für die Bilder und erinnerte sich deutlich des Vaters des Malers Dörnbach, des damaligen 3nten- danten des 8. Armeekorps.

Das kreuz der Ehrenlegion für Eharlie Chaplin.

Charlie Chaplin wurde vom Generalsekretär des Quai d'Orsay empfangen, der ihm das Kreuz der Chren-Legion überreichte.

Glücklich verlaufener Absturz einer Fliegerin.

Die amerikanische Fliegerin Ellinor Smith stürzte in Aeuyork bei dem Versuch, den Höhen- r e k v r d zu brechen, aus8000 Meter Höhe ab. da der Motor aussehte. Der Schlauch des Sauerstoffapparates fiel ihr aus dem Mund und die Pilotin wurde sofort bewußtlos. Sie er­wachte erst wieder in ungefähr 3000 Meter Höhe, als ihr Flugzeug bereits weit über das

Meer abgetrieben war, konnte aber doch noch im langsamen Gleitflug nach Long 3sland zurückkehren,wo sie eine Rotlandung vornahm. Dabei wurde ihr Apparat zerstört, sie selbst aber erlitt nur verhältnismäßig geringe Verletzungen.

Schweres Verkehrsunglück.

Zwischen Lohbrügge und Boberg bei Hamburg ereignete sich ein schweres Motorradunglück, das drei Todesopfer forderte. Der Beiwagen des Motorrades sauste in rasend schneller Fahrt gegen einen in der Kurve vor Boberg stehenden Möbelwagen. Bei dem Zusammenstoß wurde das Motorrad vollständig zertrümmert. Der Motorradfahrer und seine Mitfahrerin aus Bo- berg waren sofort tot. Ein Autoschlosserlehrling erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Wege in ein Hamburger Krankenhaus starb.

Erschütternde Folgen eines gefährlichen Spieles.

3n einer Ortschaft bei Budapest krochen drei Kinder in Abwesenheit der Eltern beim Spie­ler in eine große Truhe. Plötzlich klappte der mit einem Schnappschloß versehene Deckel der Truhe zu, und die Kinder waren gefan­gen. Die Eltern, die erst nach einigen Stunden heimkehrten, entdeckten zu ihrem Entsetzen die entseelten Körper der Kleinen, die elend er­stickt waren.

Die Stadt des Grauens.

Nach einer amtlichen Statistik sind in Schang - h a i im Verlaufe eines Jahres nicht weniger als 3 6 0 0 0 Leichen in den Straßen Schang­hais aufgefunden worden, darunter 3 4 000 Kinder. Die Toten find in weitaus größter Zahl an Nahrungsmangel gestorben.

Das eigene Kind zu Tode gemartert.

Ein erschütterndes Bild von unmenschlicher Grausamkeit enthüllte eine Verhandlung vor dem Schwurgericht Aschaffenburg gegen den Schuh­macher Sixel und grau, die wegen Mißhandlung ihres Kindes angeklagt waren. Das Ehepaar hatte sein dreijähriges Kind in der grau­samsten Weise mißhandelt. Wollten die Eltern ausgehen, bann wurde das Kind mit Händen und Füßen an einen Stuhl ge­bunden, oftmals mußte es stundenlang in sol­cher Lage aushalten. 3m Dezember vor. 3ahres zog sich das Kind einmal den Aerger des Vaters zu, so daß dieser einen Eimer heißes Wasser über das Kind ausschüttete und dem wehrlos am Boden liegenden Kleinen einen hef­tigen Tritt gegen den Leib versetzte. Das Kind erkrankte schwer und wurde sogar während seiner Krankheit mißhandelt. Einmal nachts wurde es von der heimkehrenden Mutter, weil es das Bett naß gemacht hatte, aus dem Bett gezerrt und auf den Fußboden geworfen. Auch der Vater, der nachdem nach Hause kam, schlug das Kind mit einem Riemen, wobei es einen Schlag auf den Kopf erhielt, daß ein Schädelbruch ein­trat. Am anderen Tage starb das Kleine infolge eines Blutergusses ins Gehirn. Das Gericht er­kannte gegen Adam Sixel auf sechs 3ahre Zuchthaus und gegen seine Frau auf vier 3ahre Zuchthaus wegen Körperverletzung mit Todeserfolg.

Eröffnung des V. Deutschen Zahnärztetages.

Der unter dem Ehrenpräsidium der Reichsminister Dr. Wirth und Dr. Stegerwald stehende deutsche Zahnärztetag wurde im Schöneberger Rat­haus durch den Vorsitzenden des Ortsausschusses, Prof. Dr. ch. Schröder, eröffnet.

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Wettervoraussage.

Die über Finnland gelegene Störung hat sich süd­westlich bis über Deutschland ausgebreitet und durch den damit verbundenen Luftdruckfall das Hochdruck­gebiet zum Abbau gebracht. Auch haben die Winde bereits nach Westen umgedreht, so daß ozeanische Luft nach dem Festlande gelangt. Eine neue Stö­rung rückt außerdem von Irland heran, wodurch eine Rinne tiefen Druckes entsteht. Die Schönwet- terlage wird dadurch beeinflußt und mehr wolkiges Wetter dürfte vorherrschen. Dabei wird durch den Wolkenschirm Ein- und Ausstrahlung unterbunden und allmählicher Temperaturausgleich zwischen Tag und Nacht geschaffen. Mit dem Auftreten von Nie­derschlägen ist ebenfalls später zu rechnen.

Aussichten für Sonntag: Wolkiges Wet­ter, nachts milder, noch meist trocken.

Aussichten für Montag: Wechselnd wol­kig mit Aufheiterung, vereinzelte Niederschläge, Temperaturen zwischen Tag und Nacht sich mehr ausgleichend.

Lufttemperaturen am 27. März: mittags 10,7 Grad Celsius, abends0,2 Grad: am 28. März: morgens 1,9 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum 3,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 27. März: abends 10,4 Grad: am 28. März: morgens 2,4 Grad Sonnenscheindauer 9% Stunden,