jung zu diesen Verhandlungen hat die Trennung der Reichsanstalt vom Reichs- Haushalt mit Wirkung vom 1. April gegeben. Der von der Reichsbank gewährte Kredit ist als Lleberbrückungskreditsür diebeoor- stehenden saisonmästig schlechten Monate, in denen die VeitragSeingänge für die Zahlung der Unterstühungsgelder nicht ausreichen, aufzufassen und soll später aus den Eingängen Her saisonmähig besseren Monate im Gommer und Herbst z u r ü cf g c zahlt werden. Die Unterlagen für den Reichsbankkredit bilden die Reichsbahnvorzugsaktien von nom. 125 Millionen Mark, dir das Reichs- finanzministeriurn der Reichsbank zur Verfügung gestellt hat: diese werden zu 75 v. H. ihres Kurswertes mit der üblichen Verzinsung von 1 v. H. über Reichsbankdiskont in Lombard gegeben. Mit dieser Transaktion wird die Periode einer stärkeren Einschaltung der Reichsbank in den Geldverkehr der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung eingeleitet. Tie Arbeitsämter sind angewiesen worden, Reichsbank-Girokonten anzu- legen, soweit solche noch nicht vorhanden sind. Auf diese Weise hofft die Reichsanstalt, schneller in den Besitz der Veitragsringänge zu kommen.
Oie Opposition
in der Sozialdemokratie.
Tie Funktionäre der SPD. Grotz-BreSlaus entziehen der Parteileitung ihr Vertrauen.
Breslau, 28. März. Eine Versammlung der Funktionäre der SPD. Groß-Breslaus nahm nach einem Bericht des Reichstagsabgeordneten Ziegler (Breslau), der bekanntlich zu den neun sozialdemokratischen Abgeordneten zählte, die g e g e n d i e B c - willigung des Panzerkreuzers B stimmten, eine Entschließung an, in der das Verhalten derjenigen sozialdemokratischen Reichstagsfraktionsmit- glieder gebilligt wird, die sich gegen die Bewilligung der Rate für den Panzerkreuzer ausgesprochen haben. In der Entschließung heißt es weiter, die Tolerierung der Regierung Brüning habe nicht zur Rettung der Demokratie geführt, sondern nur die Ausschaltung von Verfassung und Parlament zur Folge gehabt. Die Funktionäre der SPD. Groß-Breslaus sähen sich deshalb veranlaßt, der Partei, und Fraktionsführung das Vertrauen zu entziehen. Sie forderten vom Parteitag Richtlinien für die Reichstagsfraktion, die der „t ( a f • senpolitifchenZielsetzung" der Partei entsprächen.
Bad Berka
wird Reichsehrenmal.
Entscheidung des Reichskabinetts.
Berlin, 27.März. (ERB.) Wie wir erfahren, hat das Reichskabinett eine Reihe laufender Angelegenheiten -erledigt, die vor der Öfter- pause noch zur Beratung kommen mußten. Der wesentlichste Punkt ist, daß dieEntscheidung über das Reichsehrenmal getroffen wurde. Das Kabinett beschloß als Ort des Ehrenmals Bad Berka in Thüringen auszuwählen.
Zu diesem Beschluß nimmt vorläufig nur die „DAZ" Stellung. Das Blatt begrüßt, daß mit dieser endgültigen Entscheidung des Kabinetts errdlich auch Deutschland eine Stätte der Gefallenenehrung erhält, wie sie alle anderen Länder schon längst besitzen, und daß durch diesen Beschluß ein Konflikts st off aus der öffentlichen Diskussion verschwindet, .der seit 3ahren vorhanden war. Unter Hinweis ^darauf, daß sich schon vor längerer Zeit die sämtlichen F r o n t kä m p f e r v e r b ä n d e auf Bad Berka als Standort des Reichsehren- -rmals geeinigt und d ie Zustimmung des Reichspräsidenten gefunden haben, vertritt das Blatt die Ansicht, daß schon um der Würde des behandelnden Gegenstandes willen nach einmal erfolgte Entscheidung nunmehr alle Svnderwünsche zu schweigen haben.
Stahlhelm und Kirche.
Magdeburg, 27. März. (ERB.) Auf einer Kundgebung für das Stahlhelmvolksbcgehren gab der Gründer und erste Bundesführer des Stahlhelms Franz Seldte eine Erklärung über die Stellung des Stahlhelms zu den christlichen Kirchen ab. Der Stahlhelm debattiere nicht über die Staatsform, und er debattiere nicht über die christlichen Konfessionen. Der Stahlhelm wünsche und wolle mit keiner Kirche Kampf. Im Gegenteil, er wolle ein Zusammenarbeiten mit beiden christlichen Konfessionen, mit der Katholischen und mit der Evangelischen Kirche. Es handle sich um das Prinzip, und das Prinzip heiße: Der Stahlhelm will Frieden und Zusammenarbeit mit der christlichen Kirche. — Die Erklärung Seldtes ist veranlaßt worden durch eine Stellungnahme des bischöflichen Stuhls von Mainz und der katholischen Geistlichkeit der Dekanate Kreuznach und Bingen zur Stahlhelmbewegung.
Kabinettssitzung in Weimar.
Thüringen protestiert gegen schlechte Behandlung durch Wirth.
Weimar, 27. März. (TU.) Das Thüringer Kabinett hielt am Freitag eine Sitzung ob, an der auch unbeachtet der Koalitionsspannungen die nationalsozialistischen Regierungsmitglieder Minister Dr. Frick und Staatsrat Marschler sowie der Vertreter der DVP., Staatsrat Bauer, teilnah- men. Das Kabinett erledigte eine Reihe laufender Angelegenheiten, ohne daß der Konflikt zwischen der Volkspartei und den Nationalsozialisten Erwähnung fand. Die Sitzung nahm, wie verlautet, einen durchaus ruhigen und sachlichen Verlauf. Auf Beschluß des Kabinetts wird Thüringen beim Reichskanzler Verwahrung dagegen ein- legen, daß Reichsminister Dr. Wirth den thüringischen Innenmini st er nicht zu der Berliner Besprechung der Innenminister eingeladen hat. Das Thüringer Ge- samtministerium erblickt in der Nichteinladung Thüringens eine Verletzung der Stellung des Landes. Weiter beschloß das Kabinett auf Betreiben der Volkspartei, daß die Landestheater künftig zu anderen als rein künstlerischen Zwecken nicht mehr zur Verfügung gestellt werden dürfen. 'Ausnahmen sollen künftig
nur mit besonderer Genehmigung des Etaatsmini- steriums zugelassen werden. Dieser Beschluß geht auf die Abhaltung verschiedener parteipolitischer Veranstaltungen im Weimarer Nationaltheater zurück.
Oie Weltagrarkrisis.
Heftige Meinungsverschiedenheiten auf der Wcizenkonfercnz in Rom.
Rom, 27.März. (WTB.) Auf der Internationalen Weizenkonserenz sprachen sich die Vertreter Polens.SüdslawiensundRumäniens für das System der Präferenzzölle als eines der wesentlichsten Mittel zur Behebung der Agrarkrise in Südosteuropa aus.
Als Vertreter der Interessen des überseeischen Getveideexportes stellte der argentinische Botschafter in Paris, Perez, dagegen den Grundsatz der freien loyalen Konkurrenz in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Für die überseeischen Getreideerportlönder sei es schlechterdings undiskutabel, daß die osteuropäischen Getreideländer von der ganzen Welt Hilfe verlangten. Osteuropa habe seine Landwirtschaft nach dem Kriege wieder aufbauen können und verlange jetzt, daß die überseeischen Gctreideexport- lander die Zeche dafür zahlten. Die Antwort könne nur negativ sein. Argentinien und Australien weigerten sich mit der größten Entschiedenheit, jetzt die Verantwortung für alle Nachkriegserscheinungen mit zu übernehmen. Ein zweiter wichtiger Grund sei das russische Getreidedumping. Argentinien halte unter allen Umständen an der durch die Handelsverträge geschaffenen Ordnung und an der Meistbegün- ftigungsklausel fest, die ihrerseits mit den Präferenzzöllen nicht in Einklang zu bringen sei. Der Stauf von russischem Getreide durch europäische Länder könne die Slrife in Osteuropa nur noch verschlimmern und das Gefüge des Weltgetreidemark- tes noch weiter in Unordnung bringen.
Der russische Delegationsführer K r i tz m a n n sprach sich mit aller Bestimmtheit gegen jede
Einschränkung der Getreideanbauflächen aus, desgleichen lehnte er das System der Präferenz ab. Rußland fei zur Durchführung seines Fünfjahresplans zwecks Beschaffung von ausländischem Geld und Ankauf von fremden Maschinen auf seinen G e t r e i d e e x p o r t angewie- s e n. Im übrigen sei es lächerlich, zu glauben, daß das Getreideproblem ohne die Mitwirkung Rußlands gelöst werden könne.
Streit um den Flotteripakt.
Widerstand gegen französische Tonnagcansprüche.
Paris, 27. März. (XH.) Außenminister Henderson hat die letzten 24 Stunden seines Pariser Besuchs ausschließlich den Besprechungen über das französisch - italienische Flottenabkommen gewidmet, dessen Eingliederung in das Dreimächteabkommen ernsten Schwierigkeiten begegnet. Französi- scherseits versucht man die Wahrheit zu entstellen und diese Schwierigkeiten als rein technischer Ratur darzustellen. 3n Wirklichkeit handelt es sich um Streitfragen materieller Art, wobei die ungewöhnlich hohe Quote für Unterseeboote (83 000 Tonnen) ebenso wie die Tonnageziffer für große Kreuzer eine wesentliche Rolle spielt. Der italienische Bevollmächtigte Raspoli ist nach Rom zurückgekehrt, um sich von seiner Regierung neue Anweisungen geben zu lassen. Der französische Sachverständige M a s s i g I i wird voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche nach London gehen, wo die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen. Ob die Besprechungen zwischen Briand und Henderson zu einer Beseitigung der Schwierigkeiten führen werden, erscheint zweifelhaft, da 3 apan sich energisch weigert, die Unterseebootstonnage Frankreichs anzuerkennen, während Amerika heftig gegen die französische Absicht protestiert, eine Reihe alter großer Kreuzer in das Flotten- | Programm aufzunehmen, um sie später durch moderne Schlachtschiffe ersetzen zu können.
Kleine politische Nachrichten.
Wie der „Vorwärts" wissen will, soll entsprechend einer Vereinbarung auf der Konferenz der Innenminister eine Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften zur Abwehr des politischen Terrors erfolgen. Da es nicht möglich war, dem Reichstag rechtzeitig eine Vorlage zu unterbreiten, soll auf Grund des Artikels 48 Anfang nächster.Woche eine Notverordnung erlassen werden, die Aenderungen im Vereins- und Versammlungsrecht, verschärfte Bestimmungen wegen Waffenbesitzes und Waffenhandels sowie Verschärfung der Strafbestimmungen wegen Aufforderung zu politischen Gewalttaten enthalten soll.
Der Reichsverkehrsminister hat dem in der Öffentlichkeit bekannten Vertrage zwischen der Deutschen Reichsbahngesellschaft und der Firma Deutsche Bahnspedition Schenker & Co. G. m. b. H. in Berlin, über den Rollfuhrdienst, Sammelspedition, Derkehrswerbung und Kraftwagenverkehr in der vdrgelegeten Fassung namens der Reichsregierung, die nach § 31 Ziffer4 des Reichsbahngesehes vorbehaltene Genehmigung versagt.
Das vom deutschen Baugewerbe eingesetzte zentrale Tarisamt hat nach 47stündiger Verhandlung am Morgen des 27. März 40 Schiedssprüche gefällt, durch welche das Baugewerbe ganz Deutschlands erfaßt wird und die Löhne um acht bis elf Prozent gesenkt werden. Die Parteien haben sich bis zum 4. April zu den gefällten Schiedssprüchen zu erklären.
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Der österreichische Bundesminister für Justiz Dr. Schürff hat sich zu Besprechungen über Fragen i vor allem des Urheberrechtes nach Berlin begeben. I
Zur Begrüßung hatten sich der mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsjustizministers beauftragte Staatssekretär Dr. Joel und der österreichische Gesandte in Berlin Dr. Frank auf dem Bahnhof eingefunden.
3m Braunschweigischen Landtag wurde die Vorlage auf Uebertragung von Geschäs- t e,n der Landessteuerverwaltung auf bie Reichsfinanzbehörde angenommen. Somit gehen Veranlagung, Erhebung und Beitreibung der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und der Hauszinssteuer auf das Reich über.
Der nationalsozialistische Reichstagsabaeordnete Dr. Ley, der Gauleiter der rheinischen Nationalsozialisten wurde am Freitag auf dem Wege zu einer nationalsozialistischen Versammlung in Köln- Deutz von der Kölner Kriminalpolizei verhaftet. Dr. Ley wurde nach einer Meldung der Telegraphen- Union ins Gefängnis übergeführt zur Verbüßung einer vierwöchigen Gefängnisstrafe, die er wegen Beleidigung durch die Presse erhalten hatte.
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Der Großmeister des souveränen Malteser- Ritterordens, Fürst Galeazzo von Thun u n d H -o h e n st e i n , ist im Alter von 81 3ahren gestorben. 1875 wurde er von dem Grohpriorat von Böhmen in den Orden aufgenommen. Schon nach zehn 3ahren wurde er dann als Vertreter des Großvriorats von Böhmen und Oesterreich in den Ordensrat nach Rom entsandt, wo er sich in hervorragender Weise als Reorganisator des Ordens betätigte. 1905 wurde er zum Großmeister gewählt. Dem Fürsten gelang eS, neue Verbände des Malteser-Ordens in Holland, Polen, Ungarn und Amerika zu gründen.
Aus aller Welt.
Ein Landfriedensbruchprozeh in Kassel.
Vor dem Erweiterten Schöffengericht in Kassel standen zehn Rationalsozialisten, die angeklagt sind, am 28. Januar in Großalmerode schweren Landfriedensbruch und eine Reihe von Körperverletzungen begangen zu haben. Die Rationalsozialisten hatten an jenem Tage eine Versammlung in Großalmerode, die von Reichsbannerleuten unb Kommunisten sehr stark besucht war. Es ist in der Versammlung zu schweren Z u s a m m e n - stöhen gekommen. Auf der Heimfahrt wurden die Kraftwagen der Rationalsozialisten bei der Einfahrt in Kassel angehalten, wobei zahlreiche Waffen vorgefunden wurden. Zu Beginn der Verhandlung gab der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Freisler, eine Erklärung ab, daß die drei in Haft befindlichen Angeklagten nur Aussagen machen würden, wenn vorher der Haftbefehl aufgehoben würde. Für die übrigen fieben Angeklagten erklärte Dr. Freisler, daß sie sich mit den anderen drei Angeklagten solidarisch erklärten und ebenfalls keine Aussagen machen würden, weil sie jedes Vertrauen zur 3ustiz verloren hätten. Das Gericht lehnt die Aufhebung der Haftbefehle ab und tritt, da die Angeklagten jede Aussage verweigern, sofort in die Zeugenverneh mung ein. Das Schöffengericht verurteilte wegen schweren Landfriedensbruches den Angeklagten Schweinfurt als Rädelsführer zu sechs Monaten Gefängnis: wegen aktiver Beteiligung an einem Landfriedensbruch die Angeklagten Ochs und Wilhelm zu sechs Monaten Gefängnis: wegen einfachen Landfriedensbruches die Angeklagten Verne, Zimmermann, Goos, Gräser, Breitsprecher und Bönnicke zu je drei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte Eckhardt wird freigesprochen.
Frau Dr. Kienle im Hungerstreik.
3m Stuttgarter Frauengefängnis, wo die wegen Vergehens gegen den § 218 verhaftete Frau Dr. Kienle untergebracht ist, kam es am Freitagabend zu dramatischen Szenen. Dec Gerichtsarzt, der auf Antrag der Verteidiger vormittags die seit einer Woche hungernde Frau Dr. Kienle untersucht und dem Untersuchungsrichter gegenüber erklärt habe, es bestehe zur Zeit keine Gefahr für ihr Leben, muhte nachmittags nochmals herbeigerufen werden, da sich Frau Kienle in einem Zustand
größter Erschöpfung befand. Aach der zweiten Untersuchung ordnete der Gerichtsarzt die sofortige lleberführung in ein Krankenhaus an, der sich jedoch Frau Dr. Kienle aufs entschiedenste widersetzte. Rach der Drohung des Gerichtsarztes, dann werde sie nun mit Gewalt fortgeschafft, erlitt Frau Dr. Kienle einen neuen Erschöpfungsanfall. Sie verlangte dringend nach einem Rotar, um ihr Testament zu machen. Dieser Bitte wurde entsprächen. Da auch die Verteidiger Frau Kienle zum freiwilligen Verlassen des Gefängnisses nicht bewegen konnten, ordnete der Oberstaatsanwalt eine neue ärztliche Untersuchung an, bei der der Gerichtsarzt feststellte, daß Frau Dr. Kienle nicht mehr transportfähig sei.
Koblenzer Ehrengeschenke für Hindenburg.
3m vorigen Sommer veranstalteten die rheinischen Maler in Koblenz eine Ausstellung von Bilder: der rheinischen Landschaft. Eine Anregung aus der Bürgerschaft, das beste Koblenzer Bild durch Veranstaltung einer Sammlung anzukaufen und dem Ehrenbürger von Koblenz, dem Reichspräsidenten von Hindenburg, in Erinnerung an seinen vorjährigen Besuch zu schenken, fand in allen Kreisen lebhaften Anklang. Die Sammlung erbrachte über 1200 Mark. Damit wurden daS Bild „Ehrenbreitstein" von Dornbach und eine Reihe von Zeichnungen erworben und jetzt durch Oberbürgermeister Dr. Russell in Berlin dem Reichspräsidenten überreicht. Der Reichspräsident bekundete lebhaftes 3ntevesse für die Bilder und erinnerte sich deutlich des Vaters des Malers Dörnbach, des damaligen 3nten- danten des 8. Armeekorps.
Das kreuz der Ehrenlegion für Eharlie Chaplin.
Charlie Chaplin wurde vom Generalsekretär des Quai d'Orsay empfangen, der ihm das Kreuz der Chren-Legion überreichte.
Glücklich verlaufener Absturz einer Fliegerin.
Die amerikanische Fliegerin Ellinor Smith stürzte in Aeuyork bei dem Versuch, den Höhen- r e k v r d zu brechen, aus8000 Meter Höhe ab. da der Motor aussehte. Der Schlauch des Sauerstoffapparates fiel ihr aus dem Mund und die Pilotin wurde sofort bewußtlos. Sie erwachte erst wieder in ungefähr 3000 Meter Höhe, als ihr Flugzeug bereits weit über das
Meer abgetrieben war, konnte aber doch noch im langsamen Gleitflug nach Long 3sland zurückkehren,wo sie eine Rotlandung vornahm. Dabei wurde ihr Apparat zerstört, sie selbst aber erlitt nur verhältnismäßig geringe Verletzungen.
Schweres Verkehrsunglück.
Zwischen Lohbrügge und Boberg bei Hamburg ereignete sich ein schweres Motorradunglück, das drei Todesopfer forderte. Der Beiwagen des Motorrades sauste in rasend schneller Fahrt gegen einen in der Kurve vor Boberg stehenden Möbelwagen. Bei dem Zusammenstoß wurde das Motorrad vollständig zertrümmert. Der Motorradfahrer und seine Mitfahrerin aus Bo- berg waren sofort tot. Ein Autoschlosserlehrling erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Wege in ein Hamburger Krankenhaus starb.
Erschütternde Folgen eines gefährlichen Spieles.
3n einer Ortschaft bei Budapest krochen drei Kinder in Abwesenheit der Eltern beim Spieler in eine große Truhe. Plötzlich klappte der mit einem Schnappschloß versehene Deckel der Truhe zu, und die Kinder waren gefangen. Die Eltern, die erst nach einigen Stunden heimkehrten, entdeckten zu ihrem Entsetzen die entseelten Körper der Kleinen, die elend erstickt waren. ■—
Die Stadt des Grauens.
Nach einer amtlichen Statistik sind in Schang - h a i im Verlaufe eines Jahres nicht weniger als 3 6 0 0 0 Leichen in den Straßen Schanghais aufgefunden worden, darunter 3 4 000 Kinder. Die Toten find in weitaus größter Zahl an Nahrungsmangel gestorben.
Das eigene Kind zu Tode gemartert.
Ein erschütterndes Bild von unmenschlicher Grausamkeit enthüllte eine Verhandlung vor dem Schwurgericht Aschaffenburg gegen den Schuhmacher Sixel und grau, die wegen Mißhandlung ihres Kindes angeklagt waren. Das Ehepaar hatte sein dreijähriges Kind in der grausamsten Weise mißhandelt. Wollten die Eltern ausgehen, bann wurde das Kind mit Händen und Füßen an einen Stuhl gebunden, oftmals mußte es stundenlang in solcher Lage aushalten. 3m Dezember vor. 3ahres zog sich das Kind einmal den Aerger des Vaters zu, so daß dieser einen Eimer heißes Wasser über das Kind ausschüttete und dem wehrlos am Boden liegenden Kleinen einen heftigen Tritt gegen den Leib versetzte. Das Kind erkrankte schwer und wurde sogar während seiner Krankheit mißhandelt. Einmal nachts wurde es von der heimkehrenden Mutter, weil es das Bett naß gemacht hatte, aus dem Bett gezerrt und auf den Fußboden geworfen. Auch der Vater, der nachdem nach Hause kam, schlug das Kind mit einem Riemen, wobei es einen Schlag auf den Kopf erhielt, daß ein Schädelbruch eintrat. Am anderen Tage starb das Kleine infolge eines Blutergusses ins Gehirn. Das Gericht erkannte gegen Adam Sixel auf sechs 3ahre Zuchthaus und gegen seine Frau auf vier 3ahre Zuchthaus wegen Körperverletzung mit Todeserfolg.
Eröffnung des V. Deutschen Zahnärztetages.
Der unter dem Ehrenpräsidium der Reichsminister Dr. Wirth und Dr. Stegerwald stehende deutsche Zahnärztetag wurde im Schöneberger Rathaus durch den Vorsitzenden des Ortsausschusses, Prof. Dr. ch. Schröder, eröffnet.
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Wettervoraussage.
Die über Finnland gelegene Störung hat sich südwestlich bis über Deutschland ausgebreitet und durch den damit verbundenen Luftdruckfall das Hochdruckgebiet zum Abbau gebracht. Auch haben die Winde bereits nach Westen umgedreht, so daß ozeanische Luft nach dem Festlande gelangt. Eine neue Störung rückt außerdem von Irland heran, wodurch eine Rinne tiefen Druckes entsteht. Die Schönwet- terlage wird dadurch beeinflußt und mehr wolkiges Wetter dürfte vorherrschen. Dabei wird durch den Wolkenschirm Ein- und Ausstrahlung unterbunden und allmählicher Temperaturausgleich zwischen Tag und Nacht geschaffen. Mit dem Auftreten von Niederschlägen ist ebenfalls später zu rechnen.
Aussichten für Sonntag: Wolkiges Wetter, nachts milder, noch meist trocken.
Aussichten für Montag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, vereinzelte Niederschläge, Temperaturen zwischen Tag und Nacht sich mehr ausgleichend.
Lufttemperaturen am 27. März: mittags 10,7 Grad Celsius, abends —0,2 Grad: am 28. März: morgens —1,9 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum — 3,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 27. März: abends 10,4 Grad: am 28. März: morgens 2,4 Grad — Sonnenscheindauer 9% Stunden,


