Ausgabe 
28.3.1931
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 28, März 1931.

«.Kennst du mich?"

Pafsionsgedonken zur Karwoche.

Dc»n pfarraWent.lhelm Seemann, Gießen.

Stille Woche! Olun bricht sie an. Sie kommt ganz leise, so still, als wollte sie niemanden stören. Es (.e&t ja auch alle Arbeit ihren alten Gang weiter. Rur am Ausgang der Karwoche steht der Bußtag als ein herber, ernster, schmerzlicher Auftakt, und es ist gut, daß die Hessische Landeskirche als einzige in Deutschland seit altershcr den frohen Palmensonntag in einen Bußtag gewandelt hat. daß sie absieht von dem alten Evangelium, das den jubelnden Einzug 3efu in Jerusalem unter Hosiannarufcn verkündet, weil sie sagen will: Es gibt für daS Reich Gottes und Die Kirche keinen anderen Weg als den. welchen unser Herr ging, nicht den Weg über die Begeisterung und die Zustimmung der Massen, sondern den Kreuzeswcg der Einsamkeit und des Sterbens. Deshalb halten wir Buß­tag am Scheitelpunkt der Leidenswoche.

Und nun schreitet mitten durch die Tage still und groß die Gestalt des Mannes, mit der Krone aus Dornen auf dem Haupt und mit dem schweren Kreuz auf dem RÄken; er schreitet unbeirrt um verschlossene Türen, unbeirrt um Voll ausgefüllte Tage, er schreitet als Gestalt und Wort in manches Haus, in manchen Fa­milienkreis. Auf seinen Lippen liegt die tiefe Frag^: Kennst du mich? 3a, es ist Jesus Christus, der Gekreuzigte. Aber was nutzt uns der Raine dieses Mannes und daS Schicksalsbild seines letzten Tages? Die Frage bleibt ja: Kenn st du ihn?

3m Schweriner Predigerseminar lasen wir in einem Gesinnungskreis das Drama: ..Paulus unter den 3uden" von Franz Werfel. Es ist das Werk eines Mannes, der mit einer geradezu erschütternden Gewalt jenen historischen Augen­blick darstellt, wo das Christentum sich vom jüdischen Mutterboden trennt. Eine solche Los­lösung ist nicht möglich, ohne daß auf beiden Seilen tiefste Schmerzen erlitten und letzte Gegen­sätze offenbar werden. So spitzt sich in diesem Drama der Kampf um den Gekreuzigten zu einem Zwiegespräch zwischen Paulus, dem vor Damas­kus bezwungenen Gegner 3esu, und Gamaliel, dem alten jüdischen Universitätslehrer des Pau­lus, der feinsten und ehrwürdigsten Gestalt unter den Theologen jener Zeit, zu. Eine weite Weg­strecke können beide zusammengehen. Selbst dazu will sich der greise Gamaliel verstehen, vor aller Welt zu erllären. baß 3esus ungerecht verurteilt ist.3ch will mit dir vor den Richtern stehen. Ein Fehluxteil ist geschehen in 3srael. Ein un­schuldiger Tod hat die Ordnungen der Wahrheit verwirrt. Sühne ist nötig! 3ch will sie dar­bringen." Aber an diesem Punkte müssen Paulus und Gamaliel einander die Hand zum Abschied reichen. Gamaliel bleibt dabei:Ich habe einen heiligen Menschen Gottes gefunden. Und ich will zeugen für ihn... Was hat die Liebe deines Iesus verwandelt? Richts--wie sein

Zorn nichts verändert hat. Die Wcchslertische am Tempel warf tr um und am nädjftcn Tage standen sie wieder." Paulus aber hat mehr ge- funden als einen heiligen Menschen, er hat an ihm den Anbruch einer neuen Zeit und Ordnung erlebt. ..Ein Mensch? Hat jemals ein Mensch den Tod und die Verwesung gemeistert? 3st jemals ein Mensch leibljch auferstanden? Das Licht, das vor DamaSkus>nit mir sprach, war's ein Mensch? Hat ein Mensch mich von mir selbst erlöst? Kann ein M e n s ch Gottes neuzeugende Gnade spenden?! Ach nein, Rob- bum. das i st kein Mensch. Er zog an die Menschheit wie ein Kleid, wie du und ich daS Sterbegewand. Er selbst der Messias, Gottes Sohn, der war, ehe die Welt war!" So gehen ihre Wege weit auseinander. Der Alte sah nichts als einen heiligen Menschen, der 3unge hat viel mehr gesehen: Unaussprechliches hat er erlebt und erlitten. ..Wie kann ich von dem Augenblick sprechen, da dos Licht vom Himmel stürzte in mein Blut, der ich blind in eine neue Welt kam?"

Man steht immer wieder ergriffen vor der Verschiedenheit der Wege Gottes? Warum blei­ben Gamaliels Augen gehalten, daß sie nicht

sahen? Es ist schwer, eine befriedigende Antwort zu geben. Rur meine ich: wenn wir wirklich in allerheiligstem und allerernstem Studieren in 3esu Leben eindringen wollten, w i r würden deshalb das Göttliche in ihm nicht sehen: denn es liegt nicht an der Menschen Laufen und Rennen, Wollen und Vollbringen. Rur so werden wir in die letzten Geheimnisse und Rätsel ein­geführt, nur so erhalten wir letzte Klarheit, daß er über uns kommt.

Aber er legt uns nun allerdings gerade in seinem Gekrcuzigtsein die Frage vor, auf die er unsere Antwort erheischt: Kennst du mich? Das Kreuz hat diese eine andringende Frage in sich. Die muß man innerlich gehört haben. ..Wer aus der Wahrheit ist, der höret seine Stimme."

Chormeister Otto Görlach t-

Einem tragischen Unglücksfall ist gestern abend der Chormeister des Bauerschen Gesangvereins, Lehrer i. R. Otto G ö r l a ch in Gießen, zum Opfer gefallen. Der Bedauernswerte befand sich, auf seinem Fahrrad sitzend, unterwegs nach Heuchelheim, wo er Singstunde zu halten hatte, gegen 19.50 Uhr auf der Heuchelheimer Chaussee vor der Gärtnerei von Kröck. Hinter ihm fuhr im Auto der Kaufmann Lotz aus Leun (Kreis Wetzlar) in Richtung Heuchelheim, in der entgegengesetzten Richtung, also nach Gießen zu, kamen ein Personenauto und ein Lastauto ange­fahren. Kaufmann Loh auS Leun, der seinen Wagen selbst steuerte, fuhr den vor ihm radeln­den Herrn Görlach von hinten an, und der Zu­sammenprall war so heftig, daß der Bedauerns- werte auf den Kühler des Autos geschleu­dert wurde, von dort wieder herabfiel und mit beiden Deinen unter den Kraftwagen zu liegen kam. Die Verletzungen des angefahrenen Mannes waren so schwer, daß der TodausderStelle e i n t r a t. Wie von dem Kaufmann Lotz bei der ersten polizeilichen Vernehmung angegeben wurde, feien die beiden in Richtung Gießen fah­renden Autos nicht abgeblendet gewesen. Durch die starke Lichtwirkung dieser Kraftwagen sei er selbst geblendet worden und habe infolgedessen den vor ihm auf der Landstraße fah­renden Radler nicht gesehen und unglück­licherweise angefahren. Wem die beiden nach Gießen zu fahrenden Kraftwagen gehören und wer sie gelenkt hat, ist bis zur Stunde noch nicht fest- gestellt, jedoch sind der Polizei die Rummern der Fahrzeuge bekannt, ebenso die behördlichen Stel­len, von denen diese Rummern ausgestellt wur­den. Hiernach dürfte es sehr schnell gelingen, die verantwortliche^ Führer dieser Wagen festzu­stellen.

Chormeister Otto Görlach erblickte am 14. März 1862 in 3nheiden (Kreis Gießen) das Licht der Welt. Als Lehrer war er in Schwal­heim, Friedberg, Ober-Eschbach, Bad-Rauheim und Gießen tätig, bis er sich in den Ruhestand zurückzog. Am 25. März 1892 übernahm er, der allezeit für Musik und Gesang begeistert war, die künstlerische Leitung des Bauerschen Gesang­vereins in Gießen, die er aber 1894 aus Gesund­heitsrücksichten wieder niederlegen mußte. Die Dauern", die ihn zum Ehrenmitglied ernannt hatten, konnten sich aber stets seiner warmen Unterstützung erfreuen, und als im 3ahre 1904 der damalige Chorleiter fein Amt niederlegen mußte, beriefen sie Otto Görlach wieder an Die Spitze des Chores. Von da ab bis zur Gegen­wart hat er den Dauerschen Gesangverein als künstlerischer Leiter glänzend aufwärtsgeführt, so daß ihm anläßlich seiner 25jährigen Chor- meistertätigkcit an der Spitze derDauern" Mitte Februar 1927 zahlreiche und wohlverdiente Ehrungen bereitet wurden. Reben seinenDauern" förderte er allezeit auch jegliche Bestrebungen, die sich in d?n Dienst des deutschen Liedes stellten, daneben galten feine Tatkraft und fein warmes 3ntereffe auch allen anderen Arbeiten, die auf die Bereicherung unseres Voltes zur Stärkung seiner seelischen Kräfte abzielen. Sein liebens­würdiges Wesen, feine hohe menschliche Gesinnung und seine unermüdliche Opscrbcreitschast im Wirken für alle Zweige einer gedeihlichen, volks- Wirken für alle Zweige einer gedeihlichen, volk­aufbauenden Arbeit sicherten ihm die Hoch- schätzung weitester Bevölkerungskreise in Stadt und Land, die diesem prächtigen Manne ein ehrendes Gedenken bewahren werden.

Oie zehn Hauptgewinne bet Gießener Pserdemarlt-Lotterie.

Bei der Ziehung der Gießener Pferde­marktlotterie am Donnerstag kamen die zehn ersten Gewinne wie folgt heraus: 1. Preis auf Nr. 11879 (2 Pferde im Werte von 2000 Mark): 2. Preis auf Nr. 14 376 (1 Pferd im Werte von 1000 Mark): 3. Preis auf Nr. 3886 (ein Pferd im Werte von 500 Mark): 4. Preis auf Nr. 17 435 (eine Zimmereinrichtung im Werte von 500 Mark): 5. Preis auf Nr. 83 (ein Fohlen im Werte von 300 Mark): 6. Preis auf Nr. 7464 (eine Kücheneinrichtung im Wert^ von 300 Mark): 7. Preis auf Nr. 10 387 (einen Schrankgrammophon im Werte von 100 Mark); 8. Preis auf Nr. 3587 (eine Standuhr im Werte von 100 Mark), 9. Preis auf Nr. 7821 (einen Lederkoffer im Werte von 100 Mk); 10 Preis auf Nr. 13 058 (einen Rauchtisch mit Gar­nitur im Werte von 100 Mark).

(Siebener -solgenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt daS Pfund: Kochbutter von 1 Mark an: Butter 120 bis 130; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück» 60 bis 140; Wirsing 20 bis 40; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 40 bis 45; Unter- Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 150 bis 200; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 12; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Kartoffeln 4 bis 5; Aepfel 40 bis 50; Dirnen 30 bis 40, Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 110; Supperchühner 90 bis 110; Rüsse 60 bis 70; das Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 9 bis 10; Blumenkohl 30 bis 60; Salat 35 bis 40; Endivien 15 bis 35; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; das Bund: Radieschen 20 biS 25 Pfennig; der Zcmtner: Kartoffeln 3 bis 4; Weißkraut 10 biS 12; Wirsing 20 bis 25; Rotkraut 12 bis 15 Mark.

Daten für Sonntag. 29. März.

Sonnenaufgang 6.11 Uhr, Sonnenuntergang 18.50 Uhr. Mondaufgang 12.44 Uhr, Monduntergang 4.37 Uhr.

1826: der Sozialist Wilhelm Liebknecht in Gießen geboren: 1840: der Afrikareisende Emin Pascha (Eduard Schnitzer) geboren.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag: Gie­ßener Hochschulgesellschaft: Vortrag von Pros. Dr. M o m b e r t überArbeitslosigkeit und Wirt­schaftskrise", 20.30 Ahr, Reues Studentenhaus. Fahrbeamten-Verein: Versammlung, 20 Ahr, Stadt Wetzlar. Lichtspielhaus Bahnhosstraße: Einbrecher". Astoria-Lichlspiele:Der Klub der Besessenen" undRivalen der Berge".

Tageskalender f ü r Sonntag: Stadttheater:Rose Bernd", 14 bis 17 Ahr, von 18.30 bis 21 Ahr,Volpone". Oberhessischer Kunstverein:Frühjahrs-Kunstausstellung" vom 29. März bis 19. April, im Turmhaus am Brand. Spieloereinigung 1900 c. V.: Sportfilm-Dor­führung, 11 Ahr, im Lichtspielhaus, Bahnhof­straße. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Ein­brecher". Astoria-Lichtspiele:Der Klub der Besessenen" undRivalen der Berge".

' Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag, 14 Ahr, geschlossene Vorstellung für die Gewerkschaften: Rose Bernd" von Gerhart Hauptmann unter der Spielleitung von Peter Fassott: 18.30 Ahr unter ter Spielleitung von Peter Fassott Den Lstmsons lieblose Komödie:Volpone" in der Bearbeitung von Stefan Zweig, als Fremtenvorstellung bei kleinen Preisen; die Hauptrollen liegen in Hän­den von Walter Bäuerle und Karl Bruck. Beide Werke werden zum letztenmal aufgesührt. Dienstag, 31. März, 19.30 Ahr. Gastspiel der Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, in Oscar Wildes DramaLady Windermeres Fächer"; Spiellei­tung Walter Bäuerle; die Rolle der Herzogin liegt in Händen von Frau Prasch-Grevenberg. - - Mittwoch, 1. April, 20 Ahr. KlabundsX Y Z unter der Spielleitung von Dr. Karl Ritter. Karfreitag bleibt das Theater geschlossen. Samstag findet die Uraufführung von Arthur Schnitzlers.3m Spiel der Sommerlüfte" statt unter der Spielleitung von Walter Bäuerle; die

Vorstellung findet tm Freitagabonnement statt und beginnt 19.30 Ahr. Ostersonntag. 5. April, 18.30 Ahr. Gastspiel von Frau Auguste Prasch- Grevenberg. Ehrenmitglied des Meininger Lan» deStheaters. in der Rolle der Herzogin in OSear Wildes Drama:Lady Windermeres Fächer"' Spielleitung Walter Bäuerle. Ostermontag. 6. April, 15 Ahr, Wiederholung von KlabundO Spiel zu Dreien:X Y Z" unter der Spielleitung von Dr. Karl Ritter.

gor ft per f onalie. Amtsoorstand Forst­meister Karl Süfsert von Groß-Steinheim wird wegen Aufhebung des Forstamts Steinheim ab 1. April in gleicher Eigenschaft an das Forstamt Friedberg versetzt.

Oess entliehe Sitzung deS KreiS- auSschusses. Am Samstag. 11. April. 9.30 Ahr. findet im Regierungsgebäude in Gießen eine öffentliche Sitzung des KroiSausschusses statt. Zur Verhandlung steht die Beanstandung der Bürgermeisterwahl in Holzheim.

** Die Museen und der Heidcnturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei ge­wöhnlichen Preisen geöffnet.

* Beobachtungen über einen Vo­gelzug erbeten! Aus eigenen Beobachtun­gen und zufälligen Mitteilungen anderer Beob­achter scheint sich zu ergeben, daß in der Rächt vom 21. auf den 22. März (Samstag/Soimtag) ein sehr starker -Vogelzug über Gießen hinweg­gegangen ist. Es wäre erwünscht, weitere Beob­achtungen darüber zu haben. Wer in der Lage ist. irgendwelche Mitteilungen dazu zu machen, wird gebeten, diese an Studienrat Holzel, Ost­anlage 29 zu richten. Besonderer Wert wäre auf die Zeit zu legen, wann die Beobachtungen ge­macht wurden, ferner auf die Laute, die gehört wurden, und schließlich auch auf die mutmaß­liche Zugrichtung, wie sie sich vielleicht auS den Rusen der Tiers fcststellcn ließ.

** Der neue Wasserpreis wird in einer Bekanntmachung des Städtischen Gas- und Wasser­werkes in unserem heutigen Blatte bekanntgegcben. Die Neuregelung tritt am 1. April in Kraft.

* Veränderte Wochenmarktzeiten. Der Wochenmarkt beginnt ab Donnerstag, 2. April, um 7 Ahr und endet um 13 Ahr.

* Anfall in der Hamm st raße. Gestern nachmittag glitt der 45jährige Postausbelfer Willy Hardt, wohnhaft in der Hammstraße, auf den Schienen der Biebertalbahn au8 und stürzte so unglücklich, daß er schwere Kopsverletzungen er­litt. Der bedauernswerte Mann touri von der Sanitätskolonne der Feuerwache mit bem Kran­kenauto sofort nach der Chirurgischen Klinik ge­bracht.

** Private Fachschule Wick-Wunder- lich. 3m Krausmüllcr-Saale des Ortsgewerbever- eins veranstaltete die Privot-Fachfchille für das Dainenfchnciderinnengewerbe Wick.Wunderlich eine 2lusftcdung non Schiilerinncnarbeiten, die alle Be­achtung verdient. Die Schülerinnen, die diese Schule besuchen, kommen zum großen Teil aus der Volks­schule und werden in systematisch aufbauender Ar­beit an die verschiedensten Aufgaben und Arbeits- gebiete herangeführt und so ausgebildet, daß sie im- stände sind, ÄÜäschestücke, einfachere Kleider und son­stigen Bedarf herzustellcn. In den späteren Se- mestern werden den Schülerinnen die Kenntnisse für die Bcrufsschneiderin vermittelt. Zugleich wird die kunstgewerbliche Arbeit gepflegt, die sich aber in ein­facher Form, entsprechend den Vorbcdingunaen der Schülerinnen, bewegt. Die ausgestellten Arbeiten beweisen eine sehr sorgfältige Schulung nicht nur in geschmacklicher, sonoern vor allem in technischer Hinsicht und stellten den Schülerinnen, wie auch der Lehrerin, Frau Wick-Wunderlich, das beste Zeugnis aus. Die Ausstellung ist heute Samstag und morgen Sonntag in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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