Heuchelheim 700 P. 3. Tv. Krofdorf 693 P. Hier- nach konnten Großen-Linden und Krofdorf diesmal die Punktzahlen erhöhen, während Heuchelheim in seiner Leistung etwas zurüclgcganaen ist. Heuchelheim war. was auch der Leiter des Kampfes, Textor (Marburg-, am Schluß der Deranstal- tung bemerkte, etwas vom Pech verfolgt. Der äußerst harmonisch verlausens Kampf, für dessen glatte Durchführung der Tv. Grohen-Linden alle Vorbereitungen vorsorglich getroffen hatte, wurde von dem Gaumännerturnwart Textor mit einer kurzen Siegerehrung beendet.
Oie Punktkämpfe in Hessen.
Nachdem der Neuling Kastel 06 am letzten Sonntag die Tabellenführung an Mainz 05 verloren
hatte, muhte er diesmal auch den zweiten Platz abgeben. Kastel spielte zu Hause gegen den technisch besseren SV. Wiesbaden nur 0:0, während Wormatia Worms Olympia Lorsch mit Treffern von Winkler und Dcbussi 2:0 (1:0) schlagen konnte und damit den zweiten Tabellenplatz behauptete. Mainz 05 blieb mit zwei Punkten Vorsprung Ta- bellensührcr, die Mainzer konnten in Walldorf überraschend hoch mit 6:2 (2:0) Sieger bleiben. Der Stürmer Decker schob allein vier Tore. Urberach konnte zu Hause den FE. Langen 2:0 schlagen und damit seine Position verbessern. Darmstadt 98 erzielte zu Hause gegen Alemannia WormS ein 3:3. Darmstadt 98 und Walldorf stehen nun mit je sieben Punkten am Tabellenende.
Wirtschaft.
Oaet positive in den Vordergrund.
Berlin, 27. Olt. (WTB. Funkspruch.) Die heutigen Vormittagsstunden standen unter dem Eindruck der matten Haltung des gestrigen Neu- yorker Verkehrs. Doch lagen ungünstige Nachrichten im wesentlichen nicht vor. Der Reichs- bankauSweis war im allgemeinen sogar ganz günstig kommentiert worden, die Verlängerung der Reichsbahn - Anleihe - Zeichnungsfrist war ebenfalls ein Erfolg, da die 2 0 0- M i l- l i o ne n - G r e n z e nunmehr überschrit- t e n werden konnte, und auch die allgemeinen Erörterungen über den Ausgang der amerikanischen Besprechungen waren nicht mehr so pessimistisch gehalten, wie gestern. Das Positive wurde in den Vordergrund gerückt. So soll die Stabilisierung des Sterlingknr« s e s einer der Hauptpunkte der Devisen-Erörte- rungen zwischen Hoover und Laval gewesen sein, und auch die Zusicherung, daß man am Goldstandard festhalten wolle, trug zur Beruhigung bei. Frankreich scheint übrigens schon Angst vor seiner eigenen Courage zu bekommen: denn bereits beute liegen Neuyorker Pressemeldungen vor, nach denen Laval beabsichtigt, gleich nach seiner Rückkehr aus Amerika Einladungen zu einer internationalen Reparationsund Schuldenkonferenz die Ende November oder Anfang Dezember i.t Paris stattfinden soll, abzusenden. Vor allem störte aber im heutigen Freiverkehr wieder die geringe il m - sahtätigkeit, denn sie bewirkte ein weiteres Abbröckeln der Kurse. Besonders schwach lagen Dessauer Gas-Aktien, die bereits in den letzten Tagen unter Angebot zu leiden hatten. Von Bankwerten, bestand für Berliner Handelsgesellschaft einiges Interesse. Die übrigen Märkte lagen bis zu 1 Prozent unter gestern. Es bestätigt sich immer mehr die Ansicht, daß das Geschäft von Tag zu Tag schwieriger wird, weil die Deteiliaung an dem telefonischen Freiverkehr immer gröberen Umfang annimmt. Auch heute haben wieder verschiedene vereidigte Makler Rundschreiben an die Banken versandt, in denen sie mitteilen, daß sie jetzt als Telefonmakler für die von ihnen früher amtlich vertretenen Wertet tätig find.
Sehr still in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 23. Olt. Wie zu Beginn einer neuen Woche war auch am heutigen Montag der Geschäftsverkehr im telefonischen Freiverkehr zwischen den Bureaus sehr st i l l. Die Tendenz neigte zur Schwäche. Man war sehr enttäuscht über die Nichtverständigung Amerikas mit Frankreich, ferner verstimmt durch den Ausgang der Kommunalwahlen in Anhalt, die eine weitere Radikalisierung brachten. Die kommenden Monate betrachtet man mit großer Skepsis. Es herrschte daher in den Bureaus allgemein starke Passivität. Gegen die Kurse vom Samstag ergaben sich überwiegend Abschwächun
gen um 1—2 Prozent. Mehr offeriert waren dabei einige Epezialpapiere. wie Siemens, AEG. und I.-G.-Farben. Der Umsatz war jedoch äußerst minimal.
Auch am Rentenmarlt herrschte eher schwächere Stimmung vor. Gold- und Liquidationspfandbriefe sowie Reichsschuldbuchsor- berungen nannte man bis zu 1 Prozent niedriger.
Devisenmarkt Berlin — Jranffurl a. M.
Bantnoten.
26 Of ober
27 Oftober
Amtliche Dotierung
Amtlich» <Mb
Kotierung Erle'
»elf
25rie!
deliingfotl .
8.59
58,94
8,61
59.06
8.59
58.94
8.61
59.06
Brafl . .
12.44
12.49
12.47
12,49
BuvapeO . .
73.28
73.42
73,28
73.42
Sofia . .
3,072
3,078
3.072
3.078
Holland . .
170.78
171,12
170,73
171,07
Colo . .
92.61
92.79
92.31
92.49
»tipenhagee.
93,01
93.19
92.91
93.09
Stodbolm
97,15
97.35
96.15
96.35
fionoon
16.49
16.53
16.43
16.47
äufiio« •aitrt
0.978
0.982
0.983
0.987
Nennort
4.209
4.217
4.209
4.217
Äröliel
58.94
59.06
58.84
58.96
Italien . . .
21.83
21,87
21.83
21,87
Pari- . . .
16.61
16.65
16.60
16.64
Schweiz . .
82.52
82.68
82.52
82.68
Spanien
37.66
37,74
37.36
37,44
Tanzig . .
83.22
83.38
83,22
83.38
Japan . .
2.058
2.062
2,058
2.062
»Rio nr 3an..
0.255
0.257
0.259
0.261
guaoflarotCTU öillabon . .
7.473
7.487
7.473
7,487
14.99
15.0
14.99
15,01
Berlin, 26 0‘ ober
Meld
•linterttanridie Violen.......
4,20
Begliche Noten.........
58.78
Xäniidie Noten .........
92,81
Üngliidie Nat.-n.........
16.45
„ranzofifche Noten........
16.60
öollänDlidte Noten........
170,41
Malienilche Noten .......
21.81
Norwegtlche Noten .......
92.41
Teutfch-Oesterreich, i 100 Schilling
58.68
Rnmdnllche Noten.....
2.52
SdtroeHfdte Noten........
96.95
Schweizer Noten.........
82.34
Spanische Noten.........
37.52
Ungarifdte Noten........
72.75
gritT
4.22
59.02
93.19
16.51
16.66
171.09
21.89
92.79
58,92
2.54
97.35
82.66
37,68
73.15
'DieIndexziffer derGrohhandelS- Preise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 21. Oktober berechnete Indexziffer der Großhandelspreise lag mit 107,3 um 0,6 Prozent höher, als in der Vorwoche. Die Steigerung ist auf Preise.Höhungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse und für industrielle Rohstoffe und Halbwaren — vor allem für Textilien — zurückzu- fuyren. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 93,7 (plus 1,3 Prozent) Kolonialwaren 94,9 (minus 0,2 Prozent), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 99,7 (plus 0,3 Prozent) und industrielle Fertigwaren 133,3 (minus 0,2 Prozent).
* Arbeitszei tverkürzung in den Opelwerken. Die Direktion d.r Opelw:rke in Rüsselsheim gibt durch Anschlag bekannt: Die ^Arbeitszeit der Detriebsangestellten wird für den Monat November auf 33 Stunden wöchentlich festgesetzt, so daß im Monat eine Gesamtarbeitszeit
Wenn Menschen auseinandevgehn
Homan von J. Schneider-Foerfil
Urhebcrrcchlsfchutz Verlag 0. Meister, Werdau.
22 Fortsetzung Nachdruck verboten.
Sie nahm das Kindcrbild zur Hand, das er an eine Vase gelehnt hatte und spielte nebenbei mit dem Brieföffner aus getriebenem Silber.
Da stand er schon hinter ihr. „Signora erlauben —"
Ein Erstarren seinerseits! Ein Lachen zu ihm auf. „Guido, sei nicht böse, daß ich dich überfiel."
Er riß die schmale Hand an sich und küßte sie, küßte sie immer wieder, bi« sie ihm entzogen wurde. „RoSmarie, ist es ein Zufall, oder wußtest du, daß ich hier bin?"
„Beides, mein Lieber! Ich wohne seit Wochen am Lido. Gestern bin ich herübergefahren, dein Konzert zu hören."
„Und du gabst mir kein Zeichen?"
»Doch! Ich habe dir weiße Rosen geschickt."
„Weihe Rosen mit roten Deckblättern?"
„Ja."
„Zch danke dir, du Süße!"
„Ich wollte nach dem Konzert mit dir zufam- menfein, aber ich konnte nicht mehr. Dein Spiel hat alles in mir aufgerissen, wa« am Vernarben toar. Nun blutet es wieder. Ich brauche einen Freund. Guido, hast du eine Stunde Zeit für mich?"
„Soüiclc Stunden al« der Tag zählt,Ro«marie.'
„Dann komm mit mir hinüber zu in Lido. Ich möchte so gerne noch einmal mit dir zusammen fein.
„Du willst abreifen?"
„Ja."
„Bald?"
„Heute noch."
„Dann komm!"
Die großen goldgerahmten Spiegel der Halle warfen das Bild der beiden zurück, die Arm in Qlrm nach dem Ausgang schritten. Horvath winkte dem Boy und drückte ihm einen Schein in die Hand.
„Zwei Minuten, Signor."
Pünktlich auf die Sekunde schoß ein Motorboot vom Meer herein in die Lagune
-Wie gut du bist!" RosmaneS Augen schimmerten in Tränen.
-Wir wollen doch allein fein?“ wehrte er und sorgte, daß sie bequem zu fitzen tarn. Der Plan war enge. Ihr helle« Kleid bauschte (ich immer wieder um seine Knie Sr fühlte ihr Zusammen- f(Dauern und rückte etwas weiter von chr ab
.Meid. Guido! Ich bin ja von alledem so weit."
„Ich verstehe dich nicht, Rosmarie."
„Ich denke an gar nichts mehr, nur noch an das eine, das hernach kommen wird. — Glaubst du, daß etwas kommen wird, Guido?"
„Rosmarie!" Gr setzte ab und umfaßte mit hartem Griff ihr rechtes Handgelenk. „Jetzt keine Halbheit. Sage zu Ende, was gesagt sein muß."
„Ich wollte eigentlich niemand darum wissen lassen. Wer nun, wo du so nahe bist und wo ich dich doch meinen Freund nenne seit damals — du weißt e« doch — will ich mit dir darüber sprechen: Ich will mich von ihm trennen."
„Rein!"
„Doch!" unterbrach sie ihn. „Seit ich hier bin, habe ich immer nur über dieses eine nachgedacht und bin zu der Lieberzeugung gekommen, daß es das einzig richtige ist. Wa« bin ich ihm im Grund genommen? Nichts! Was gilt ihm mein Dasein? Ich war nur eine Episode für ihn. Wenn er zurückkommt, wird er mich auf« neue an sich reißen, und ich werde ihm wieder verfallen sein wie früher, um eines Tages, wenn er wieder ein Angebot erkält, das seiner Ehre schmeichelt, beiseite geschoben und übergangen zu werden, ob ich darüber zugrunde gehe oder nicht."
„Du bedenkst nicht, welches Leid du über ihn bringst."
„Leid? Ich habe auch gelitten! Man erträgt so viel!"
„Er liebt dich, Rosmarie, du weißt nicht, wie sehr er dich liebt."
„Wenn das Liebe ist! Dann kann ich darauf verzichten. Ich habe mich dir anvertraut, Guido! Willst du mir helfen, oder kann ich nur auf mich allein zählen?"
Er führte noch tausenderlei Gründe in- Feld, um sie umzustimmen. Wer er sah ein, daß es vergeblich war. So erbot er sich, ihr in jeder Weise dienlich zu fein.
Als sie ihm aber den Plan entwickelte, der in den letzten Nächten in ihr gereift war. hob er erschrocken die Hände. „So nicht, Rosmarie! So nicht! Gs wäre eine Grausamkeit ohnegleichen."
„Du hast dich erboten, mir behilflich zu sein!" ..Rosmarie". bettelte seine Stimme. , du machst es mir unmöglich. Ich kann daS mit meinem Gewissen nicht verantworten! Ich kann c« nicht!" -3hr Blick streifte ihn mitleidig. „Wie rasch Freunde doch versagen! Wie rasch! Lind du bist mein einziger Freund!"
Wiederum fing feine Stimme zu bitten an: „Rosmarie, wenn dir an Belas Schmerz nichts gelegen ist — denk an deinen Vater!"
.x-'d) habe an ihn gedacht. Gr hat schon so viele- ubertounben.' Ihre Hand glitt über den Äanb be« Bootes und ließ sich von den Wellen umschmeicheln „Ich weiß, daß er auch über das hinwegkomml Eine Wassergarbe spritzte auf. nefcte Horvaths Aermel und saß al« häßlicher (jled am Kleid der jungen "Frau.
von 144 Stunden zu leisten ist. Lieberstunden bür- fen nur mit Genehmigung der Direktion gemacht werden. Die Arbeitszeit der kaufmännischen Angestellten wurde für den Monat November mit 42 Stunden wöchentlich (1öS monatlich) festgesetzt. Für Lieberstunden gilt dasselbe wie bet den Detriebsangestellten. Entsprechend der abgekürzten Arbeitszeit verringern sich die monatlichen Bezüge der Betriebsangestellten um 20 Prozent, bei Den kaufmännischen Angestellten um 10 Prozent.
• D i e Stillegung der Motoren- fabelt Oberursel. Wg. W i ck (Oberursel) batte im Preußischen Landtag eine kleine An- frage an die Regierung gerichtet, die sich mit der drohenden Schließung der Motorenfabrik Oberursel beschäftigte. Handelsminister Schreiber erklärte in feiner Antwort, daß der Regierungspräsident in Wiesbaden wiederholt mit der Generaldirektion der Humboldt-Deutz-Mo o.en-AD. verhandelt habe, um die Schließung der Motoren- fabrik Oberursel abzuwenden. Die Firma fei jedoch zur Stillegung und zum Abbruch des Betriebs
unter vorläufiger Wetterführung der Lehrlings- tDcdftüt.Cix und unicr Liebernahme von ct^a KO Arbeitnehmern in ihr Werk in Köln-Deutz entschlossen. Da die Firma die vorgeschriebenen Sperrfristen einhalte, sei gesetzlich f:inc Möglichkeit gegeben, die Schließung der Motorenfabrik Oberursel zu verhindern.
Hinöermorft in (Stehen.
Aus dem heutigen Rinder-Nutzvieh- markt inGiehen standen 876 Stück Großvieh. 173 Fresser und 172 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe (1. Qualität) 300 bis 400 Mk. \2. Qualität) 225 bi« 300 Mk . (3- Qualität) 120 bis 180 Mk, Schlachtkühe 50 bis 250 Mk. (schwer verkäuflich Rinder (halb- bi« dreivierteljährig) 60 bis 120 Mark, (dreiviertel- bis zweijährig) 80 bis 180 Mark, (tragend) ISO bis 300 Mk.. Kälber 25 bis 30 Pf. das Pfund Lebendgewicht- — Marktverkauf : sehr schleppend, Lleberstand.
Schwächere Auslandbörsen.
Oie Reichsmark zog allgemein weiter an.
An der Londoner Börse war die Tendenz gestern, besonders für britische Staat«- papiere, f c st. auch Industrieaktien zogen bei lebhaftem Geschäft kräftig an. Gegen Schluß war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, Deutsche Bonds waren weiter höher.
Die Pariser Börse war auf einen schwächeren Ton gestimmt, da angesichts der Lll- timoliquidation umfangreiche Glattsteilungen erfolgten, doch befriedigte die Tatsache, daß Frankreich und Amerika am Goldstandard festhalten werden.
An der Neuyorker Börse herrschte ebenfalls Enttäuschung über die amerikanisch-französischen Verhandlungen und die Tendenz war infolgedessen schwach.
Die Oevisenlage.
An den internationalen Devisenmärkten war das Geschäft in Dollar und Pfunden etwas lebhafter. DaS Pfund konnte sich wieder etwas befestigen und ging auf 3,93'/? gegen den Dollar herauf, in Amsterdam schloß es mit 9,71, in Zürich mit 20,05 und Paris mit 99,81 •/,. Der D o l l a r zog weiter an. so schloß er in Amsterdam mit 247, an den anderen Plätzen war er leicht befestigt, nur in Wien ging er etwas stärker zurück.
Die Reichsmark konnte allgemein weiter a n z i e h e n , der Reichsbankausweis machte im
Auslande einen günstigen Eindruck. In Amsterdam schloß die Mark mit 57,64, in Oslo mit 107, in London mit 16.84 und in Zürich mit 118,90 sehr fest. Die Nord-Devisen neigten eher etwas zur Schwäche, der sranzösische Franken war gut behauptet, der holländische Dulden und Buenos-Aires tendierten etwas leichter. In Neu- York war die Reichsmark mit 23,37 gleich den anderen Plätzen fester, die anderen 'Devisen waren in Neuhork kaum verändert.
Deutsche Werte in Amsterdam.
An der Amsterdamer Börse waren dieReichs- schuldbuchforderungen des Deutschen Reiches weiter fester. Es notierte Die 1933er Fälligkeit - 72, 1936er - 51, 1941er =» 44, 1944er = 41.50 und 1947—1948er - 41. Deutsche festverzinsliche Werte lagen uneinheitlich« so gingen die 7proz. Frankfurter Hypoiheken- Pfandbriefe auf 64 zurück, die 7prozentigen Preu- ven-Psandbriefbank-P'andbriefe auf 63, die 7pro- zentigen Rhein.-Westf.-Bodenpfandbriefe auf 64, und 7prozentigen Deutsche-Kalishndikat-Obliga- tionen auf 64. Die 6prozentigen Harpener Obligationen mit Option tagen dagegen mit 49 fester. 6prvzentige 3.-®.-5arben-Obligationen notierten 68, 7prozentige R. W. E. 64,75, 6proz. Siemens- Obligationen 83, und 6,5prozentige WinterShall- Obltgaiionen 49.
Beschränktes LlmzugSverbot im Kreise Darmstadt.
2) a r m ft a b t, 24. Oft. (WSN.) Dom Kreieamt Darmstadt wurden für den Kreis Dar m st a d t mit Ausnahme der Stadt und Gemarkung Darmstadt bis auf weiteres alle Versammlungen undKundgebungen unter freiem Himmel, Umzüge, Durchmärsche und jedes Marschieren und Fahren in geschlossenen Gruppen in der Zeit von 18 bis 8 Uhr wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit mit Wirkung vom 26. Oktober ab verboten. Rückmärsche von angemeldeten politischen Versammlungen in ge- schlossenen Gruppen bleiben, soweit sie angemeldet und im Einzelfall nicht verboten sind, gestattet.
Dor der Einstellung
der MainkanalisierungSarbeiten.
WSN. Frankfurt a. M Das Staatliche Neubauamt für die Kanalisierung deS LlntermainS sieht sich vor die Notwendigkeit gestellt, die Dau. arbeiten stillzulegen. Das hat seine Llrsache darin,
Nun fing er wieder zu reden an. Er riß den Mantel auf, um nicht ersticken zu müssen und nahm den Hut vom Kopfe, um die kühle Brise au fühlen, die vom Meer herüberkam. „Ich kann das nicht machen, Rosmarie. Du mußt einen andern Weg fiaöen. ihn davon in Kenntnis zu setzen. Ich könnte seine Verzweiflung nicht mit ansehen."
Sie hatte kein Wort mehr für ihn.
Als er beim Landen die Rechte ausstreckte, um ihr beim Aussteigen behilflich zu sein, fühlte er, wie kalt ihre Hände waren. Er entlohnte den Führer und ging mit ihr den breiten Promenadenweg entlang, der palmenbeschattet nach dem See- Restaurant führte.
„Wohin wollen wir eigentlich?" fragte er und suchte vergeblich Klarheit in das Wirrsal feiner Gedanken au bringen. Sie bog In einen laubenartigen Seitenweg ab und öffnete eine glhzinien- überranlte Tür, die den Garten eines Landhauses abschloh.
Rosenstämme flankierten die Wege. Lorbeer wucherte alS tiefschwarze Kulisse im Hintergrund. Eine Marmorstatue strebte in nacktem Weih in das Geflimmer des duftschweren Vormittags.
Horvath liebte Ruhe und Schweigen über alles. Die unheimliche Stille aber, die über diesem dämmernden Erdenwinkcl lag, schuf eine Stimmung, die TodeSgedanken in ihm zeitigte. „Wohnst du hier?" Er kannte seine eigene Stimme nicht mehr. ‘
„Seit vier Wochen."
„Allein?"
„Ganz allein. Die Mahlzeiten nehme ich im .Excelsior'."
„Lind die Nächte?"
„Warum fragst du nach meinen Nächten?"
„RoSmarie! Ich begreife jetzt. Dieses Milieu biet ist die reinste Brutstätte für Selbstmordgedanken. Ich bin auch schon davon ergriffen."
„Du auch? Dann bist du rasch zu beeinflussen, denn dein Leben und das meine —"
Ein kurzes, gequälte« Auf lachen unterbrach sie. „Du hast recht, wenn du sagen willst, daß es nicht miteinander zu vergleichen ist. Du bist für den Moment enttäuscht von allem, was du erwartet hast. Ich haoe Schiffbruch gelitten, so gründlich, Rosmarie, daß mir von allen Trümmern nur noch meine Geige geblieben ist."
„Du übertreibst."
..Weiht du da« so sicher. RoSmarie?" Cr Halle den Fuß bereits auf die Stufen gesetzt, die zu einer kleinen Erhöhung führten, von der da« Meer feine Dogen zur Schau bot
„Du haft noch nicht gefrühstückt. Guido", mahnte die junge Frau.
„Das hat Zeit, RoSmarie" Er griff nach ihrer Hand und hielt sie mit leichtem Druck in der seinen. Ihr blondes Haar bauschte sich im Winde, der von der Brandung her kam, und lieh eine
daß die Stadt Frankfurt erklärt hat, sie könne die von ihr zu leistenden fälligen Zahlungen nicht mehr leisten. Die Stadt hat gleichzeitig erklärt, sie lege auch keinen Wert mehr auf den Bau de« Kraftwerk«. Wie wir dazu erfahren, werden die Staustufe und das Kraftwerk Griesheim, die nahezu vollendet sind, fertig au«gcbaut, während die Arbeiten an der Staustufe Eddersheim stillgelegt werden.
Gtarke Erhöhung der Bürgersteuer in Marburg.
WSN. Marburg, 26. Olt. Wie der Magistrat mitteilt, kann infolge starken Rückgänge« dcr Steuereinnahmen und Erhöhung der WohUahriS« lasten der Etat für 1931 nicht eingehalten werden und dürfte voraussichtlich um 107 000 Mk. überschritten werden. Der Magistrat hat deshalb die Bürger st euer auf das Dreifache des LandeSsatze- erhöht. Außer der bereits ein. geführten erhöhten Biersteuer tritt noch ab 1. Dezember die Gemeindegetränke st euer in xraft.
seidene Strähne in sein Gesicht spielen. „Weißt du noch damals, als der Sturm uns in der Steppe überfiel?"
Ihre Augen bejahten. „An jenem Tag bist du mein Freund geworden."
„Mit einem Geheimnis im Herzen, das dir bis heute verschwiegen blieb."
„Wie schlecht von dir, Guido! Lind ich trug all mein Leid in deine Seele!"
„Du warst noch ein Kind."
„Seit fünfzehn Monaten bin ich verheiratet."
Er wandte dem Meer den Rücken und schritt die Stufen hinab. Rosmarie folgte ihm. Der fchmale Weg, der zum Hause führte, war knapp für zwei Menschen berechnet. Horvath« Profil wirkte hart und verschlossen und sie sand nicht den Mut zu bitten, daß er sprechen möge.
Lieber dem schmalen Flur, in den sie traten, lag die Morgensonne wie ein breiter Strom slässigen Goldes. Da« rote Pflaster schwamm in Kupfertönen und warf matte Lichter gegen die Decke.
„Wir wollen frühstücken." Rosmarie öffnete eine Tür und ließ ihn eintreten.
Gr setzte sich in den Korbstuhl, der an das offene Fenster gerückt stand, nahm sein Zigarettenetui heraus und legte es auf die Brüstung. Sic kam mit einem Streichholz und steckte ihm eine der Papyros in Brand. Gr hielt ihre Hand fest, neigte sich darüber und ließ sie dann an seinen Wangen ruhen.
„Drau uns einen Mokka, Rosmarie, so stark du kannst. Du wirft ihn nötig haben, wenn ich mit Erzählen zu Ende bin."
Sie hantierte mit fliegenden Fing.'m. Ein Decke! klappte, eine Tasse klirrte. „Guido!"
Er stieß blaue Wolken vor sich hin und hielt den 031 ia nach dem Garten gerichtet, wo die Schatten der Pinien wie Reisröcke über dem Gelände lauerten.
„Meine Mutter war einst Gunnar Bolanyis Braut. Das mußt du zuvor wissen, um alles zu verstehen. Mein Vater hat sie ihm genommen und die Schuld mit dem Tode gebüßt. Bosanyi hat ihn niedergefchosserr."
„Quito!"
Der Dampf der Maschine schrie ein grelles Signal in die Stille, die nun folgte.
„Guido!" Zischend fuhr ein Wasserstrahl aus dem Silberkessel.
Der Künstler sprang herzu imb verbrühte sich statt ihrer die Hände. Sie weinte auf. lief in den Garten und holte Erde, die sie ihm über die schmerzenden Stellen band. Ihre Stirne ruhte auf feine Knie gebeugt und das Gesicht, da« fi» zu ihm hob, stand in weißem, farblosem Starren. „Sprich weiter, Liebster!"
„Das Kind, daS Iaiws in Pflege hat, ist mein Sohn."
(Fortsetzung folgt)


