Ausgabe 
27.8.1931
 
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Krüger als AuSgangSstattvn tenutzt hatte imb trofybn er alsbald zurückkehren wollte. Ietzt hat die kanadische Regierung der Technischen Hoch­schule telegraphiert, dah der Regierungsdampfer, der alljährlich einmal die Polizeistation Beach be­sucht. am 15. August von dort mitgeteilt habe, dah Krüger immer noch nicht bei dieser Ausganasstativn eingetroffen ist. Man muh dahin: mit dem Tode Krügers und seines Genossen rechnen, zumal ein Teil seiner wissenschaftlichen Ausrüstung von Eskimos gefunden wurde.

Auftakt zum

TO. Deutschen Katholikentag.

3n Nürnberg wurde der B e r tre­te r t a g der 70. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands eröffnet. F ü r st Alois zu Löwenstein 'eröffnete den vorbereitenden Abend des Dertretertages. Der Redner des Abends, Prälat Dr. Kreutz (Frei­burg i. Br.) sprach überDie Röte der Gegen­wart und ihre Heberwindung im Geiste der Heiligen Elisabeth". Die Heilige Elisa­beth lebe noch heute im deutschen Volk« und be­fruchte das deutsche Volkstum. Für uns heiße das Gebot, nichts unversucht zu lassen, um ein Abgleiten unseres Volkes zu verhindern und seine Rot von innen heraus zu überwinden. Dom Papst ist bei dem Präsidenten des Rürnberger Komitees. Matthäus Hahn, einGlückwunsch- schreiben eingegangen, in dem er der Hoff- nung Ausdruck verleiht, dah der Katholikentag für die katholischen Gemeinden, die sich über das ganze Reich erstrecken, die reichsten Früchte brin­

gen Werde. Eine Hoffnung deS Papstes auf daS Gelingen der Bestrebungen sei die Gedächtnis­feier der Heiligen Elisabeth. Der Glückwunsch schließt mit dem Apostolischen Segen für die Mit­glieder des Vorbereitenden Komitees sowie alle Teilnehmer an der Rürnberger Tagung.

In der Turnhalle des Neuen Gymnasiums weihte der Erzbischof von Bamberg, D. Jacobus von Hauck, eine großangelegte Missions-Para­menten . Ausstellung. Die herrlichen Aus­stellungsstücke stammen aus allen Teilen der Welt und bieten in ihrer Geschlossenheit einen ausgezeich­neten Ueberblick über die Gebiete der kirchlichen Kunst. Der Erzbischof wies darauf hin, daß eine neue Glanzepoche für die Missionstätigkeit ange­brochen sei, was man besonders den technischen Neuerungen verdanke, durch die die Wirksamkeit der Mission besonders erleichtert werde. Gegen 16 Uhr versammelten sich die katholischen Schulkinder Nürnbergs auf der Insel Schütt. Der japanische Missionspater P. Akira Ogihara richtete an die Kinder die Mahnung, für die Ziele der Heiden- Mission einzutreten. Darauf tagten die Missionsver­eine der katholischen Frauen.

Kleine politische Nachrichten.

Wie das Wolffbureau von gut unterrichteter Seite erfährt, wird der Führer der Deutschnatko- nalen Volkspartei Dr. Hugenberg heute vom Reichskanzler empfangen werden.

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat das gegen den bisherigen Führer der Wirtschaftspartei, den Abgeordneten Drewitz, eingeleitete Straf­verfahren eingestellt. Drewitz war beschul­

digt worben, als AuffichtSratSvorsihender der Mittelstandsbank Unterschlagungen und Dilanz- fälschungen begangen zu haben.

Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft, O st e r l o h (SPD.), der wegen Verwicklung in die Vorkommnisse bei der Beamtenbank Bremen sein Präsidentenamtbis zur endgültigen Klarstellung ruhen lassen" wollte, hat nunmehr auch sein B ü r g e r s ch a f t s m a n d a t n i e d e r a e l e g t, nachdem gegen andere Vorstands- und Aufsichts­ratsmitglieder der Beamtenbank Bremen ein Strafverfahren eingeleitet worden war und man geäußert hatte, daß die Voruntersuchung gegen Osterloh deswegen nicht eröffnet sei, weil Osterloh als Bürgerschaftsmitglied die Immu­nität genießt.

Wie dieTelegraphen-Hnion" erfährt, wird das Gutachten des Haager Schieds­gerichts Hofes über das deutsch-österreichische Zollabkommen voraussichtlich am Mittwoch, dem 2. September, veröffentlicht werden, so dah das Ergebnis noch in den Beratungen des Völker­bundsrates vor der Vollversammlung besprochen werden kann. Im Interesse einer schnellen Ver­öffentlichung dürfte man auf die sonst bei Ur­teilen vor der Veröffentlichung übliche Druck­legung verzichten.

Rachdem im Verlauf einer Besprechung zwi­schen dem Vizekönig und Gandhi alle Schwie­rigkeiten. die einer Teilnahme Gandhis an der Londoner Konferenz am runden Tische entgegengestanden, aus dem Wege geräumt worden sind, wird Gandhi am 29. August nach England abreisen.

entsprechen. Ne seinerzeit von der Sowjet unlon abgelehnt worden sind. Die neue« polnischen Vorschläge, die am 23. August von dem polnischen Gesandten palet übermittelt wurden, enthalten nicht nur die alten Vorschläge, die für die Sowjetregierung unannehmbar waren, sondern darüber hinaus einen neuen Vorschlag, den man nicht als Fortschritt betrachten kann. Aus diesem Grunde kann vor- läufig von dem Abschluß eines russisch-polnischen Nichtangriffspaktes keine Rede fein. Es wird erklärt, die Sowjetregierung sehe in der Art der Ueberreichung eher ein politische» Manö­ver der polnischen Diplomatie als den ernsten Ab­schluß eines Vertrages mit Rußland. Der russische Botschafter in Paris wird die französische Regierung über die Stellungnahme seiner Regierung zur Frage des Nichtangriffspaktes unterrichten.

Litwinow kommt nach Berlin.

Berlin, 26. August. (ERB.) Wie wir er­fahren. wird außer dem deutschen Botschafter in Moskau von Dircksen, der morgen in Ber­lin eintrifft, für Freitag der russische Volkskom­missar Litwinow erwartet. Er eracht aus der Fahrt zu der Tagung des EuropaaüZschusses in Genf in Berlin Station und'wird selbstverständlich Gelegenheit nahmen, mitdemReichsaußen- Minister über die Probleme zu sprechen, di« Deutschland und Rußland augenblicklich besonder« interessieren. Es liegt nahe, daß dazu auch di« Verhandlungen gehören, die augenblicklich zwi­schen Rußland und anderen Mächten schweben.

verbunden werden

LETTLD.

Moskau o

Warschau

SÜd

vertrauen» für notwendig gehalten wird, durch eine gewisse Beruhigung der Sowjets gekrönt werden zu müssen. Man darf Rußland gegenüber nicht den Anschein erwecken, al» wolle man es isolieren, wenn man es wirklich sür eine bessere wirtschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen der Europaunion gewinnen will.

Oer Einschluß Rumäniens und der baltischen Randstaaten geplant Vorläufig noch Zurückhaltung in Moskau.

Karte Europas. Die Mächte des neuen Paktes sind voll schwarz gezeichnet, die Staaten, die sich In Zukunft dem Pakt anschliehen sollen, sind schraffiert.

Moskau lehnt vorläufig ab.

Die polnischen Vorschläge genügen der Sowjetunion nicht.

Moskau (über fiorono), 26. Aug. (TU.) von amtlicher russischer Seile wird zu den polnisch-rusii- schen Verhandlungen über den Abschluß eines rus­sisch-polnischen Nichtangriffspaktes milgeteilt, dah die übermittelten Vorschläge denen au» dem Jahre 1926

Das Sparprogramm des neuen Kabinetts Macdonald

Oer polnische plan.

Ein großes Bertragosystem von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer.

Pari», 26.Aug. (WTB.) Ein offizielle» Eom- munique de» Quai d"Orsoy zeigt, daß gegen­seitige Verhandlungen zwischen pa­ri». Warschau und Moskau geführt werden zu dem Zweck, eine Wirtschaftsentente mit den Sowjets durch eine Frieden »- entente mit ihnen zu stützen. Uebrigen» scheint die französische Annäherungs­politik an Deutschland, die in der ganzen Welt zur Wiederherstellung des internationalen

Eine ungeheure Menge wartet vor dem Buckinghompalast. der Londoner Residenz de» Königs auf dach Kommen nnd Gehen bet politischen Führet»

SCHWARZE: BMEtR

DerTemps" läßt sich aus Warschau be­richten, daß man dort die mit Moskau geführten Verhandlungen bisher streng geheimge­halten habe. Roch am Tage vor der Heber« reichung des polnischen Vorschlages auf Abschluß des Richtangriffspaktes habe das Außenministe­rium alle Verhandlungen abgestritten. Doch habe es den Anschein, als ob in den polnisch-sowjet­russischen Beziehungen in letzter Zeit eine Wendung eingetreten sei. Rach Ansicht po­litischer Äreife habe Polen offenbar den Wunsch, den Paktvorschlag zum Ausgangpunkt weitgehen­der politischer Schritte zu machen. Der Wortlaut des Paktvorschlages fei so abgefaht, daß d i e baltischen Staaten und Rumänien in nächster Zukunft an dem Abkom­men teilnehmen könnten. Die Sowjetregie­rung scheine nunmehr bereit zu sein, den an­fangs abgelehnten polnischen Vorschlag zu er­örtern. Immerhin mache Rußland den Vor­behalt, mit jedem Staat einzeln zu verhandeln und keinen gemeinsamen Nichtangriffspakt mit seinen Rach- barn abzuschließen. Polen, dem es bereits im Iahre 1929 gelungen sei, Sowjetrußland zum Abschluß eines auf die baltischen Staaten aus­zudehnenden gemeinsamen Vertrages zu bewe­gen, hoffe, wie in amtlichen Kreisen verlaute, den Widerstand der Räteregierung zu brechen. Wenn es jetzt gelinge, einen gemeinsamen Richt- angriffspakt abzuschließen. so werde dos ein außerordentlicher Erfolg für die volnische Diplomatie sein. Polen könne Damit beweisen, daß es die geeignete Macht sei. um die Befriedung Osteuropas zu verwirklichen. Die polnische Regierung habe den Wunsch ge­habt, noch vor bejc Genfer Ratstagung

und vor dem endgültigen Abschluß der fran­zösisch-sowjetrussischen Verhandlungen in Paris au handeln. Der polnische Vorschlag werde auf zeden Fall sehr bald auf dem Verhandlungswege beraten werden. Außenminister Z a l e s k i, der eine lange Unterredung mit dem Moskauer Ge­sandten P a t e k gehabt habe, reise am Donners­tag nach Paris ab, um mit der französischen Regierung eine wichtige Aussprache herbeizu­führen. In Genf werde Zaleski dann persönlich mit Litwinow zusammentreffen.

Das3ournal" hebt hervor, dah der Sowjet­regierung die polnische Dertragsformel offenbar nicht genüge. Bisher habe Polen den sowjet­russischen Vorschlägen gegenüber stets eine starke Zurückhaltung beobachtet, da

Aus aller Wett.

Heberfall auf einen Geldbriefträger. 1

In Breslau wurde ein Heberfall auf einen Geldbriefträger verübt. Die Täter schlugen dem Postbeamten mit einem Hammer auf den Kopf; doch wurde durch die Mütze der Schlag so abge­schwächt. daß er nur eine geringfügige Verletzung herbeiführte. Der Geldbriefträger setzte sich energisch Aur Wehr. Auf feine Hilferufs flohen die beiden Täter unter Zurücklassung ihre« Mäntel und Hüte. Sie wurden auf der Straß« von einem Strahenpassanten verfolgt. Es gelang ihnen jedoch, im Straßenverkehr zu verschwinden.

Schwerer Unfall beim Brückenbau.

In Berlin ereignete sich ein schwerer Hnfall beim Dau einer neuen Spreebrücke, derIanno - wih-Brücke. Aus bisher unbekannter Ursach» löste sich von einem Brückenpfeiler in 12 Meter Höhe eine Stahlpla11e. sauste in die Tiefs und traf zwei beim Bau beschäftigte Arbeiter«

Oas Echo in Warschau.

Warschau , 26. Aug. (TU.) Zu den schwebenden polnisch-sowjetrussischen Paktveryandlungen äußert sich bisher nur Die Oppositionspresse, die geschlossen für den baldigen Abschluß der Ver- Handlungen eintritt. Die nationaldemokratische Gazetta Warszawska" betont, daß die Warschauer amtlichen Kreise bisher nichts darüber verlauten ließen, welche Gesichtspunkte den polni­schen Vorschlag bestimmten. Bekannt sei aber, daß er fick der Verhandlungsgrundlage der letzten Jahre anpasse. Die polnische Diplomatie habe in den Be­sprechungen mit den Sowjets stets den Grundsatz der gemeinsamen Front mit den balti­schen Staaten, sowie mit Rumänien betont. DieR z e c zv o s p o l i t a", das Blatt der Klerikalen, hält den Zeitpunkt des polnischen Dor- schlages für ungünstig, weil es den Sowjets im Augenblick darauf ankomme, den Handelsver­trag und den Nichtangriffspakt mit Frankreich abzuschließen. Der sozialistische R o b o t n i t" ist der Ansicht, daß ein polnisch, russischer Nichtangriffspakt mit Einschluß der bal­tischen Staaten und Rumänien an sich zwar sehr erwünscht sei, daß sich aber die Sowjets kaum dazu verstehen würden. Das ändere jedoch nichts an der Absicht der polnischen Diplomatie, die Verhandlungen im Fluß zu halten. Immerhin wäre ein kleiner Pakt besser als gar keiner. Einem Abkommen zwischen Polen und Sowjetruh- land würden sich die baltischen Staaten und Ru­mänien bald anschliehen können. Es käme nur dar­auf an, daß Polen jetzt rasch handele.

die Räteunion die Absicht verfolge, das pol­nisch-rumänische Bündnis zu spren­gen und das zwischen Deutschland und Svwjet- rußland errichtete Bollwerk au beseitigen. Es sei interessant festzustellen. daß Polen nicht abseits stehe, wobei man unterstreichen müsse, daß Frankreich durch sein Bündnis mit Polen verbunden sei und sich niemals verpflichten könne, Polen im Angriffsfall nicht zu Hilfe zu kommen. Unter diesen Bedingungen sei es klar, dah der Weg zwischen Paris und Moskau über Warschau führe.

lichen Verwaltung sind Abstriche an tert Ausgaben vorgesehen.

Die Steuervorlage bringt eine zusätzlich« Einkommensteuer. Luxus steuern und eine Erhöhung der Steuern auf Bier, Spirituosen und Tabak. Die neuen Ge­setzentwürfe werden sicher auf den Widerstand ter Extremisten in allen Parteien stohen. Wie man annimmt, wird die Regierung frühestens zu Weihnachten zurücktreten. Ein groher Teil ter öffentlichen Meinung glaubt allerdings, dah Dia Regierung bis zur Verabschiedung des nächsten Budgets im April im Amte bleiben wepte.

Oie Opposition der Arbeiter­partei.

Die Gewerkschaften fordern Kampf gegen die Regierung.

London, 26. Aug. (TU.) Von ter gemein­samen Sitzung des Generalrates der Ge­werkschaften mit dem Vollzugsaus­schuß der Arbeiterpartei und dem stän­digen beratenden Ausschuß ter Unterhaus- f r a k t i o n der Arbeiterpartei, die über Die« Stunden lang tagte, wurde eine offizielle Erklä­rung herausgegeben, die besagt, dah die drei Organisationen einstimmig der An­sicht seien, dah die Rationalregierung sowohl im Parlament wie durch die Arbeiterbewegung im ganzen Lande auf das entschiedenste zu bekämpfen sei. Die Organisationen drückten denjenigen arbeiterparteilichen Ministern, di« sich geweigert hätten, ihre Unterstützung tee neuen Regierung zu geben, ihre volle Zu­stimmung aus und empfehlen ter Unterhaus- fraktion ter Arbeiterpartei, sich alsoffiziells parlamentarische Opposition zu kon­stituieren.

Um einen Nichtangriffspakt für Osteuropa.

Emsige Tätigkeit Der polnischen Diplomatie -Frankreich und Rußland sollen über Warschau

London, 26. Aug. (TU.) Arn Mittwochvor­mittag wurden die ausscheidenden Mitglieder des Kabinetts vom König in Abschieds­audienz empfangen. Unmittelbar daraus trat der Kronrat zusammen. Die neuen Kabi­nettsmitglieder wurden vereidigt, worauf ihnen der König ihre Amtssiegel überreichte. Obwohl sich vor dem Königspalast wie vor der Amtswohnung des Ministerpräsidenten eine grohe Menschenmenge eingefunden hatte, kam es zu keinerlei gröberen Demonstrationen. Rur als Macdonald seine Wohnung verlieh und langsam Downing Street entlang fuhr, rief ihm eine laute Stimme nach:Judas!". Bei seiner Ankunft vor dem Duckinghampal'ast wurde Mac­donald von einem Berichterstatter gefragt, ob das Barometer noch immer aufGutwetter" zeige, worauf er lächelnd erwiderte:Auf sehr gutes Wetter.

Das Sparprogramm der neuen Re­gierung, das gegenwärtig vom Kabinett aus­gearbeitet wird, ähnelt in feinen wesentlichen Grundzügen demjenigen, das zum Sturz des Labour-Kabinetts führte. Der größte Teil ter Summe, die zum Ausgleich des Budgets nöttg ist, soll durch Einsparungen und nicht durch neue Steuern aufgebracht werten. Die Hauptabstriche werten bei der Arbeits­losenversicherung vorgenommen werden. Die Bezüge ter Arbeitslosen werten gekürzt und außerdem die Beiträge zur Arbeitslosen­versicherung von 7 Pence auf einen. Schilling erhöht werten. Eine andere wesentliche Ein­sparung wird durch Kürzung der Gehäl­ter der Staatsbeamten, darunter auch ter Minister, erfolgen. Die Kürzung wird im Höchstfälle 20 v. H. betragen. Ferner sollen die Abgeordnetendiäten und die Lehrer- gehä 11 e r gekürzt werden. Auch in der ör t-

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