Ausgabe 
27.8.1931
 
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angesetzt.

Lachen

Aührer der schlesischen LanDvolkbcwegung vor dem Richter.

Dor dem Erweiterten SchSfienvericht Oe 18 hatten sich der Führer der schlesischen Landvolk- bewegung Rittergutspächter Pauly sowie zehn weitere Landwirte und Kleingewerbetreibende, die am 23. Februar 1931 in OelS eine Der stei- flcrung mit Gewalt verhindert hatten, wegen Aufruhr- zu verantworten, Pauly außerdem wegen Aufforderung zum vtcuerstreik. Reun Angeklagte wurden frei- glprochen, da das Gericht annahm, daß sie sich

S Begehens einer strafbaren Handlung nicht bewußt waren. Pauly wurde wegen Vergehens gegen die Verordnung deS Reichspräsidenten vom 15. September 1923 (Sicherung des Steueraufkom­men-, an Stelle einer an sich verwirkten Ge- füngni-strafe von einem Monat zu 400 Mark Geldstrafe verurteilt. Sin weiterer Ange­klagter wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt.

Siner von ihnen wurde sofort getötet, wäh­rend ein zweiter schwer verletzt in- Krankenhaus gebracht werden muhte.

Reue llnwelterfchöden am Mittelrhein.

lieber dem Mittelrheingebiet, über dem Wester- malö und über dem Lahntal ging erneut wölken» bruchartiger Regen nieder, der schweren Schaden anrichtete. Die Züge auf der Strecke Koblenz Hingen erlitten zum Teil erheb­liche Öerlpähingen. Auch die Straßenbahn muhte längere Zeit den verkehr einstellen. Die Aufrau- mungsarbelten sind noch in vollem Gange. 3n Vallendar wurden an mehreren Stellen die Straßen ausgerissen. In Stromberg (Hunsrück) kam eine mächtige Schutthalde in der Nähe einer Blechsadrik ins Rutschen und druckte eine Wand des Fabrikgebäudes ein. Das Dach, der Schornstein und mehrere Mauern stürzten nach. Viele Maschinen und fertige Daren wurden ver­nichtet. Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen.

37. weinbaokongreh in Bingen.

Der 37. Deutsche Weindoukonareß findet vom 29. August bis 1. September in Bingen statt. Dio Tagung beginnt mit Sitzungen der einzelnen Aus- schusse und einem Begrüßungsabend, gegeben von der Stadt Bingen im großen Saal der Festhalle. Am 30. August folgt die öffentliche Kongreßsitzung, an die sich Geräteoorsührungen durch die DLG.- Arbeitsforschung im Weinbau und die Vorfüh­rung eines Hagelwetterschiebens an- schließen. Außerdem werden verschiedene Besichti- fiungssahrten in die rheinischen Weinbaugebiete un- ernommen, die mit einem Besuch der Weinbauschule In Oppenheim a. Rh. enden. In der Binger Fest­halle veranstaltet der Hessische Weinbauoerband eine Weinkostprobe.

Präses v.vr. Wolff (Aachen)

Der Präses der rheinischen Provin­zialsynode D. Dr. Wolff (Aachen) ist noch kur­zem Krankenlager gestorben. Mit ihm verliert die rheinische Kirche den Mann, der sie durch das Jahr­zehnt der Nachkriegszeit mit starker Hand hindurch- geführt hat. Die gesamte beut che Kirche betrauert in iym eine ihrer überragend len Persönlichkeiten, deren Verlust sie auf das schwerste trifft. Di« Trauerfeierlichkeit für Präses D. Dr. Dolsf ist für Samstag 14.15 Uhr in der Ehristus-Kirche zu

Gießen, den 27. August 1931.

Oie Oreschlampagne beginnt.

Mein Dörfchen liegt hart <m der Grenze zwi­schen Gebirge und Ebene. 3m Gebirge herrscht die Wiese vor, in der Ebene, die fruchtbarer ist und wärmer, der Getreidebau. Uralte Ueber- llcfcrung: Die Srnte der reichen Bauerndörfer der Sbene wird von den Dewohnern deS Gebirges auSgedroschen. Früher wanderten sie Jahr für Jahr, den Dreschflegel auf der Schulter, den nötigsten Bedarf im ledernen Ranzen, hinab in die Ebene. Stet- suchten sie dieselben Höfe auf. Dann dröhnte den ganzen Winter über daS Klippklapp der Drescher in festem Takte vom ersten Morgengrauen bis in den sinkenden Abend hinein auS den weit offenen Toren der Scheunen.

DaS Zeitalter der Maschinen verbannte den Dreschflegel an den hintersten Wcrndhaten der Geschirr?arnmer die Dreschmaschine übernahm seine Arbeit. Doch der Gebirgler, trotzig und Hari wie der Boden, auf dem er erwuchs, warf vor dem neuen Maschinenwesen di« Flinte nicht inS Korn. Er selbst kaufte die neuen Drefchsähe, erlernte ihre Bedienung und behauptete mit ihrer Hilfe seinen Platz als Drescher auf den Hofen der fruchtbaren Ebene.

Roch steht auf den Höhen ein großer Teil deS Getreides auf dem Halm, da hält eS den .Dreschmaschincr" nicht mehr zuhause. Die Ma­schinen werden instandgeseyt und bald rollen zahl­reiche Dreschsähe der Eben« zu. Tag für Tag schrillt dann in unserem Dorfe die Damps pfeife der schweren Straßenlokvmotiven, die am Lauf­brunnen neues Wasser für die Weiterfahrt fassen. Die ungefüge, fabelhafte Dorwelttiere stampfen sie, ratternd und fauchend, mit ihren breiten Eifenrädern durch unsere Gassen, Dreschwagen, Strohpresse und Gerätewaaen nach sich ziehend. Schwerfällig und langfam ist ihre Fahrt. Bedäch­tig ihr Pfeiflein schmauchend, gehen Bedienungs­leute nebenher. Bald werden sie an Ort und Stelle sein. Dann beginnen die Maschnwn ihr Lied, mächtig wie ferner Orgelton. Auf den Speichern häuft sich der goldene Segen der Ernte. Hoff­nung und Arbeit eines ganzen Jahres. Fr. S.

wicßcncr rSochenmarktpreise.

ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt daS Pfund' Butter 140 bis 150; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 8 bis 10; Rotkraut 10 bis 12; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 20 bis 25; Römifchkohl 8 bis 10; Bohnen 15 bis 25; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Erbsen 15 bis 20; Tomaten 15 bis 20; Zwiebeln 10 bis 12; Kürbis 5 bis 6; Pilze 20 biS 25, Kartoffeln 3,5 bis 4; Frühäpfel 10 bis 15; Falläpfel 4 biS 5; Dirnen 10 bis 20; Dörrobst 30 bis 35; Pflaumen 10 bis 15; Zwetschen 15 biS 20; Mirabellen 30 bis 33; Reineklauden 10 bis 15; Honig 40 bis 50; Pfirsiche 40 bis 60; Preißelbeeren 30 bis 35; Brombeeren 30 bis 35; junge Hähne 90 bis 110; Suppenhühner 90 bis 100; das Stück: Eier 9 bis 10; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 5 bis 10; Salatgurken 10 bis 20; Einmachgurken 2 bis 4; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 biS 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 biS 20; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3 bis 3,50 Start

Oie Crnieschäden in Hessen.

Ungeheuere Regenmengen haben die Getreideernte schwer beeinträchtigt und die Kartoffelernte gefährdet.

Darmstadt, 26.Aug. (DSN.) Die Hoffnung der Landwirte, aus der diesjährigen Ernte ihre Schulden teUweise abtragen zu können, ist in wei­ten Teilen des Landes durch das äu^erft un- künftige Lrntewetter der letzten Wochen zunichte gemacht worden. In den Monaten Juli und August ist nach den Aufzeichnungen des Landes­amtes für Gewässerkunde an vielen Orten

mehr als die doppelte Regenmenge gemessen worden, als dem 20jährige, Durchschnitt für diese Feit entspricht.

Cs gab nur wenige Tage ohne Niederschläge, so daß, ehe das auf dem Felde stehende Getreide wie­der abtrocknete, die Einbringung durch weitere Nie­derschlage erneut unmöglich gemacht wurde. Beson­ders stark haben Weizen und Hafer gelitten, aber auch die S o m m e r g e r st e ist namentlich in den Hauptanbaugebieten Rheinhessen und Ried größtenteils schwer gefchädigt. Der früh geerntete Roggen konnte in den meisten Fällen noch gut ein- gebracht werden Seine Anbaufläche ist aber in die- em Jahre einmal infolge starker Auswinterungs­chäden, Die ein Umpflügen und eine neue Bestellung mit Sommergetreide im Frühjahr nötig machten und zum andern durch die Wcizenpropaganda des Reichsernöhrungsminifters, geringer. Die nachträg­liche Bestellung von Sommergetreide für ausgeroin- terten Roggen hat eine Verzögerung der Reifezeit bedingt. So konnten die Landwirte trotz aller Arbeit, die sie sich mit dem Umbestellen von Getreide mach­ten, nicht verhindern, daß infolge der starken Nieder­schläge und der vielfach schwülen Witterung

Das auf Dem Felde in (Barben stehende Ge­treide avbwuchs. Selbst das noch auf Dem Halm stehen De Getreide hat gekeimt. Auch die fiack- fruchlernte, namentlich die Kartoffel, ist gefährdet.

Dies trifft vor allem in denjenigen Landesteilen zu, in denen schwere Wolkenbrüche und Hagelschauer nicbergcgangen sind und in denen Ueberschwemmun- gen ftattgefunbcn Haden.

Die Landwirtschaftskammer für Hessen hat mit den zuständigen Behörden eine Besichtigungsfahrt Durth die hauptsächlich geschädigten Gebiete der drei hessischen Provinzen vorgenommen. Am Dienstag fand eine Scfpred/ung in der Landwirtschaftskam- mer statt, zu der das hessische Ministerium für Ar­beit und Wirtschaft, das Finanzministerium, das Landessinanzamt Darmstadt, sowie der Landwirt- fdjaft nahestehende Banken, der hessische Genossen­schaftsverband, die Landwirtschaftliche Zentralgenos- senschast in Darmstadt und Frankfurt a. TI. und die freien landwirtschaftlichen Organisationen eingeladen waren. Don allen Seiten wurden die schweren Schäden und ihre verhängnisvollen Folgen geschil­dert. Die zuständigen Behörden zeigten volles Ver­ständnis für die vorhandene Totlage. Allgemein wurde Reichshilfe für die besonders stark ge- schädigte hessische Landwirtschaft für nötig gehalten. Es wurden dann die vorläufigen Maß- nahmen des Finanzministeriums auf Steuer ft undung bekanntgegeben. (Siehe nach­stehende Meldung.) Wegen der Gemeinde­steuern ist eine Regelung alsbald zu erwarten. Bezüglich der Reichssteuern wurde vom Landesfinanzamt wohlwollende Behandlung von Einzelanträgen durch die Finanzämter zugefagt.

Die Landwirtschaftskammer empfiehlt den Land­wirten, möglichst das (Betreibe vorn Jelbe weg­zudreschen und dann aus dem Speicher durch Behandlung mit der IDlnbfege oder täglich zweimaliges Umschaufeln zu trocknen.

Die Landwirtschaftskammer führt zur Zeit Ver­handlungen, um die künstliche Trocknung des Ge­treides zu ermöglichen, worüber demnächst die be­treffenden Gemeinden besondere Mitteilungen er­halten.

Gieuerstunbung für die hessische Landwirtschaft.

DSU. Darmstadt, 26. Aug. Das anhaltende Regenwetter hat in großen Teilen Hessens erheb­liche Ernteschäden verursacht. Da die genaue Abgrenzung der Hauptschabensgebiete einige Zeit beansprucht, hat Finanzminister Kirnberger sich zu nachstehenden vorläufigen Maßnahmen entschlossen, die für das ganze Gebiet Des CanDes Hessen Geltung haben sollen:

1- Die Schonfrist für Die Entrichtung Der Dritten Rate Der LanDessteueroorauszahlun- gen für 1931 rolrD für solche Steuerpflichtige, Die im Hauptberuf Die Landwirtschaft betreiben, von Amts wegen erstreckt bis zum 30. September 1931.

2. Rückstände der Vorauszahlungen auf Die LanDessteuern Der ersten und zweiten

Rate gellen für Den gleichen ft reis Der Steuer­pflichtigen als von Amts wegen zinslos geftunDet für Die Zeit vom 1. August bis 30. September.

3. lieber StunDung und Erlaß Der aus früheren Rechnungsjahren noch rückständigen Canbesftcuern haben die Finanzämter wie bisher im Ein- $elfall und nur auf Antrag zu entscheiden, nötigenfalls Die Entscheidung Des Finanzministers einzuholen. Sei Der Durchführung Der Beitreibung ist auf Die schwierigen Verhältnisse, Die Durch die Verzögerung Der Ernte unD Die erschwerten Ab­satzmöglichkeiten Des minDerroertig geroorDenen Ge­treides entstanden sind, Rücksicht zu nehmen.

4. Alle übrigen JäQe können nur auf Antrag und nach Lage Des Einzetsalles behandelt werden.

Der Finanzminister betont, daß seine Anord­nungen in der Absicht getroffen worden sind, Zeit für Die genaue SchaDensseststellungen zu gewinnen, weitere Entfchliehunden für Die Zeit nach Dem 30. September unD wegen etwaigen Erlasses von LanDesfteuern bleiben deshalb Vorbe­halten.

Schadenfeuer durch Blitzschlag.

s. Berstadt, 26. Aug. Gestern nachmittag ging über die ganze nördliche Wetterau ein außer- vrdentlich heftiges Gewitter nieder, von dem unser Dors ganz besonder- stark mitgenom­men wurde. Der Blitz schlug nahe dem Dorf­ende in die Scheune deS Landwirts Friedrich Emmel zündend ein. Rach­barn beobachteten, daß es em Kugelblitz war. Außer dieser Scheune fielen auch die anetnan- dergebauten Scheunen der Landwirte Karl S ch ö h r und Johannes D i e f f e n b a ch mit sämtlichen Dorräten den Flammen zum Opfer, älnglücklichcrweise hatten alle drei Land­wirte noch nicht auSgedrvschen, so daß der ge­samte Kornertrag verloren ist. In­folge Windstille und deS Eingreifens benachbar­ter Feuerwehren konnte da- älmfichgveifen deS Brandes verhindert werden. An einer anderen Stelle schlug der Blitz in die Radivleitung deS Landwirts Ludwig A l t e r ein und zerstörte diese, ohne jedoch zu zünden. Mit dem Gewitter gingen wolkenbruchartige Regengüsse nieder.

Schweres Llnweiier über dem Taunus.

WSR. Idstein (TaunuS), 26. Aug. Dienstag­nachmittag ging über dem TaunuS, sowie üoer dem ganzen Maintal wie gestern schon kurz berichtet ein starkes Gewitter nieder, das von einem heftigen, wolkenbrucharti­gen Regen begleitet war. Im TaunuS, namentlich über dem LorSbachtal, dem Fischbach­tal pnd im Talkessel von Eppenhain hat das älnwetter schwere Spuren hinterlassen. Die Eisenbahn st recke im LorSbachtal von Frankfurt nach ßimburg war zwischen Lorsbach und Hofheim durch die anhaltend starken Regen- sälle stark überflutet und verschlammt worden, da die Geleise hier teilweise direkt neben den stark ansteigenden Derben herführen. Der Fährbetrieb mußte einige Zeit unterbrochen wer­den, bis die von den Bergen herabstürzenden Wcrsfermafsen nachließen. Rach einigen Stundm war größtenteils wieder volle Ordnung geschaffen. Die Züge erlitten nur geringe Verspätungen. In den Ortschaften um den Rosiert und den Staufen- Berg herum scheint daS Wasser dagegen stärkeren Schaden angerichtet zu haben. In Ehlhalten, Rie- derjosbach, Eppenhain, Dockcnhausen und auch in dem auf der anderen Seite des LorSbachtales liegenden Dremtal wurde Schaden durch die Wassermassen angerichtet. In LorSbach war der Riederschlag der Wossermassen derart stark, daß die Feuerwehr alarmiert werden mußte. In einigen Heineren Orten haben die Wasser­massen das Getreide weggeführt und die Dick - wurz- und K ar tos f e l f ch t e fortge­schwemmt. Der Schwarzbach trat an einigen Stellen über die Ufer. In Dremtal stand daS Dieh in den Ställen im Wasser. Auch die Gisen- bahnstrecke RassauDausenau im Lahntal ist durch niedergehende Wassermassen über­schwemmt worden. Der Betrieb konnte jedoch bereits nach wenigen Stunden wieder aufgenom­men werden, nachdem die Wassermassen abge­flossen waren. Allgemein herrscht die Ansicht vor, daß größere Schäden gar nicht mehr an­gerichtet werden können, da der größte Teil der Srnte durch die feU Wochen anhaltenden Regenfälle sowieso vernichtet ist.

Bornotizcn.

Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die blonde Nachti­gall'.

Aus Dem Stodttheaterbureau wird uns geschrieben: Die für Die Sommerspielzeit 1931 vorgesehenen Gastspiele auswärtiger Büh­nenkünstler finD beenDet. Die IntenDanz wird für Den Rest Der Sommerspielzeit noch zwei Werke mit eigenem Ensemble herausbringen. Zur Aufführung kommen von Wllhelm Meyer-Förster Alt-Heidelberg" und Die KomödieDer Garten Eden" von Dernauer und Oesterreichcr.Alt-Heidel- berg gelangt unter Der Spielleitung von Karl Dolck am Sonntag, 6. September, 19 Uhr, erstmalig im Sommerabonnement zur Aufführung. Einer Reihe von Mitgliedern des neuen Ensembles wird hier bereits Gelegenheit geboten fein, sich dem Gießener Publikum oorzustellcn. Gewöhnliche Preise.

Kulturfilmvorftellung im Licht­spielhaus Bahnhofstraße. Am kommen­den Sonntag, 30. August, 11.15 Ahr findet im Lichtspielhaus Bahnhofstraße die erste Kulturfilm­vorstellung dieser Saison statt. Der Film, der den Auftakt für die diesjährige Kultursilmreihe bildet, betitelt sich .Am großen Strom". Ss frmbelt sich um einen Expeditionsfilm der Terra, der die Tier­welt im Sttomgebiet deS Amazonas festhält, den ge­heimsten Regungen der Ratur in diesem von üppi­ger Fruch.darkeit beherrschten älferland deS gro­ßen Stromes nachgeht, die Tiere in chren ele­mentarsten Lebensaußerungen belauscht und den beherrschenden Menschen in dieser Fülle des Le­bens und der Lebendigkeit zum Mittelpunkt und zum geistigen Ausgangspunkt deS Filmes macht. Der Besucher wirb Gelegenheit haben, den Silber­

reiher au belauschen, die vielen verschiedenen Arten von Affen In ihrer Geschwätzigkeit kennenzulernen, Enten. Kvrmorane, Schlangenhalsvögel, Schild­kröten und Riesenschlangen, den Tapir und das seltsame Faultier, und schließlich d.« riesigen Kro­kodile und Alligatoren im Kampfe mit den Menschen zu sehen. Dem Freund der Tierwelt, und des Kul­turfilms überhaupt dürfte ein hoher Genuß be­vorstehen. Der Alm ist unter der Leitung deS von vielen Kulturfilmen her bekannten Freiherrn von Düngern hergesteltt worden. Räheves in der heu­tigen Anzeige.

Straßensperrung, mitaeteilt vom Ober- hessischen Automobil-Elub (21. v. D.) Gießen. Im Zuge Der Fernverkehrsstraße Frankfurt a. TL GießenKassel wirk) am 3. September von 6.30 bis 15 Uhr Der Abschnitt von Vilbel bis Kloppenheim gesperrt. Die Umleitung erfolgt über NieDer-, Ober- Erlenbach ober GronauRenDel; für Den Fernoer. kehr von Frankfurt a. TL über Bad Homburg FrieDberg.

Bon der Kraftpvstlinie Dießen- Hochelheim. Rach dem vorliegenden ErttagS- ergebnis der Kraftpostlinie DießenHochelheim für das abgelaufene Vierteljahr AprilMai- Juni ist für diese Zeit ein wesentlicher Fehlbetrag zu verzeichnen, der zur Hälfte von der Stadt Gießen und mit dem restlichen Betrage von den übrigen beteiligten Gemeinden anteilig auszubringen ist. Wie wir hören, beab- n die Postverwaltung, vom Inkrafttreten interfahrplanes ab Veränderungen an der bisherigen Linienführung au treffen, um auf diese Weife die Linie wirtschaft­licher zu gehalten. Außerdem soll mit ziemlicher

Sicherheit die Einführung von Hin - unB Rückfahriarten mit verbilligtem Fahrpreis« zu verwerten sein, waS zweifellos zu einer Stei­gerung der Frequenz, besonders in den Herbste und Wintermonaten, beitragen Dürfte.

" älnredlichkeiten bei der Stadt­verwaltung. Vor einigen Tagen berichteten wir über älnredlichkeiten eines städtischen Ange­stellten, die er (ich bei der Verrichtung feines Dienstgeschäfte zuschulden kommen ließ. Die ein­gehende Untersuchung deS Vorfalles durch di« Stadtverwaltung bat ergeben, daß an den un­lauteren Machenschaften auch eine Anzahl Ge­schäftsleute sich beteiligt haben, wobei es sich um fingierte Lieferungen handelte, die der Stadt in Rechnung gestellt wurden, aber nur zum Teil oder gar nicht xur Durchführung gekommen waren, während man Die Stadtkasse mit der vollen Zah­lung der Summen in Anspruch nahm. Zur gleichen Zeit wurde der Stadtverwaltung ein weiterer Fall von Untreue bekannt, über den vor einigen Tagen noch nicht berichtet werden konnte, da er sich da­mals noch im ersten Stadium der Unter*uebung befand. Mittlerweile bat sich ergeben, daß in diesem Falle ein DoNstreckungSbeamler Geld­beträge veruntreut hat. deren Umfang sich auf annähernd 4000 Mark beläuft Während in diesem Falle daS Ausmaß deS Schadens im großen und ganzen feststeht, ist im erstgenannten Fall der Schadensumfang biS jetzt noch nicht genau zu er­mitteln gewesen, eS soll sich hier jedoch auch um einen Schaden von mehreren tausend Mark han­deln. Die Stadtverwaltung hat beide Vorkomm­nisse dem Aeltestenrat des SladttatS unterbreitet, der den Beschluß faßte, beide Fälle der Staats­anwaltschaft zur weiteren Verfolgung zu über­geben.

* Ziegenm arkt in Gießen. Der Zte- genzuchtverein Dießen veranstaltet mtt Unter­stützung der Stadt am 9. September in Dießen wieder einen Ziegenmarkt mit Prämiierung, der auf dem Viehmarktplatz beim Güterbahnhos flott» finden soll. Wenn sich diese Markteinrichtung bi unserer Stadt wie früher wieder bewährt, soll sie für die Folgezeit zu einem alljährlich wieder- kehvenden Marit ausgebaut werden.

Ka thvlische Veranstaltungen im Rundfunk. Am Sonntag, 30. August, bringt der Südwestdeutsche Rundfunk zwei Veranstaltungen katholischer Art, von denen die eine, ein Fest- gottesdienst, an dem der Erzbischof von Bamberg und Der päpstliche RuntiuS teilnehmen, im Zeichen deS 70. Deutschen Katholikentages steht. Am Abend gibt der Palästina-KreiS der Universität Münster eine geistliche Abendmusik vorklassischer Werte.

*e Iustizpersonalien. Der geschäft»- leitende Iustizinspektor bei dem Amtsgericht Ulrichstein IuliuS D a h m e r wurde zum ge­schäftsleitenden Iustizinspektor bei dem Amts­gericht Vilbel ernannt. Die Ernennung des Oberamtsrichters Heinrich Engel in Alsfeld zum OberomtSrichter bei dem Amtsgericht in Zwingenberg wurde zurückgenommen.

* Unfall. Gestern nachmittag ereignete sich in einem hiesigen Gefchäftshaus ein beDauerlicher Un­fall. Eine Frau aus Staufenberg glitt auf einer Treppe innerhalb Des Verkaufsraumes aus unD fiel Dabei so unglücklich, Daß sie einen Knöchelbruch er­litt. Von Der Freiwilligen Sanitätskolonne rourDe Die Verunglückte nach Der Chirurgischen Klinik ge- brachL

Sonderzug nach Garmisch-Par­tenkirchen. Wie auS der Anzeige deS Hapag- Reiseburcaus Gießen hervorgeht, fährt am 1. Sep­tember ein Eonderzug von Frankfurt a. M. nach Garmisch-Partenkirchen, der die Teilnehmer am 7. September wieder zurückbringt. SS hat eine rege Rachfrage nach Fahrkarten für diesen Sonderzug eingesetzt, und die Durchführung der Reife ist bereit- gesichert. Karten sind noch im Hapag-Reisebureau, Gießen, SelterSweg 89, zu haben.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet hat sich weiter aefräftigt und verlagett sich immer mehr nach Dem Kontinent. In feinem Bereich ist für Die nächsten Tage schönes Wetter zu erwarten. Die zufammensinkenden Luft­massen lösen Die Bewölkung auf, so Daß abgesehen von vereinzelten Frühnebel- oder DunftbÜbungen hei­terer Himmel vorherrscht. Die Temperaturen steigen tagsüber infolge Der ungehinDerten Sonnenstrah­lung kräftig an, währenD nachts wieder Abkühlung eintritt.

Vorhersage für Freitag: Meist heiles tagsüber wärmer unD trocken.

'Vorhersage für Samstag: Noch Fort- Dauer Der Schönwetterlage.

Lufttemperaturen am 26. August: mittags 16,7 Grad Eelsius, abends 11,7 Grad; am 27. August: morgens 12 Grad. Maximum 17,7 Grad, Mini­mum 10,4 Grad. Srdtemperaturen in 10 an Tief« am 26. August: abends 17,6 Grad, am 27. August: morgens 13,6 Grad EelsiuS. SonnenscheindaueL 61/i Stunden.