Randnoten.
Das deutsche Luftschiff „Graf -Zeppelin" hat jetzt die lang vorbereitete große Fahrt i n die Arktis angetreten. Cs ist die dritte Fahrt, die ein Luftschiff in das Disgebiet ausführt, doch unterscheiden sich gerade die Vorbereitungen, die mit dem Zeppelin getroffen wurden, recht wesentlich von denen seiner Vorgänger, woran man erkennt, wie ernst es den Männern, die an dieser Fahrt teilnehmen, mit t>em Unternehmen ist. Das erste Luftschiff, das den Vorstoß zum Pol wagte, die „Rorg e". war allerdings auch gut ausgerüstet, ganz besonders, weil eben die Vorbereitungen von dem besten Kenner der Arktis, dem leider zu früh der Wissenschaft entrissenen A m u n d s e n, geleitet wurden. Dazu kam aber, daß die Vorbereitungen dieser ersten Luftschiffexpedition in den letzten Tagen in aller Eile beendet wurden, da sich das eigentlich nur wissenschaftliche Unternehmen plötzlich in ein Rennen um den Sieg umwandelte. Einen Tag vor dein Start der „Rorge" sauste Byrd urplötzlich mit seinem Flugzeug aus und überquerte als erster auf dem Luftweg den Pol. Das hat aber keinesfalls den zähen Forscher Amundsen eingeschüchtert.' Er unternahm trotzdem den Flug, und es gelang ihm gleichfalls, sein Ziel zu erreichen.
Der zweite Feldzug in die Arktis mit der „Italia", der unter Führung des Italieners R o b i l e unternommen wurde, ist noch frisch in aller Erinnerung. Cs wurde schon soviel über dieses unglückliche Unternehmen geschrieben, daß es sich gerade angesichts der neuen Polarfahrt erübrigt, darüber noch ein Wort zu verlieren.
Der wissenschaftliche Flug des „Graf Zeppelin", der von dem allseits bestens bekannten Eckener geführt wird, soll keine Rekorde aufstellen. Auch darin unterscheidet sich diese Fahrt von den -Unternehmungen seiner Vorgänger. Zum Rordpol soll es nicht gehen. Das Luftschiff soll vielmehr eine bewegliche Wetterwarte in der Arktis darstellen, von der aus die Forscher, die aus aller Herren Länder gekommen sind, ihre Messungen im Eismeer anstellen. Leider ist es nicht das Deutsche Reich, daß die Geldmittel zu dieser Forschungsfahrt bereitgestellt hat. Wir hätten es auch im Augenblick gar nicht tun können, da wir andere Sorgen haben. Aber gerade weil dieser lang besprochene Polarflug eine so ernste wissenschaftliche Arbeit darstellt, haben sich genügend kapitalkräftige Leute aus dem Ausland bereitgefunden, die letzten Schwierigkeiten durch große finanzielle Hilfe zu beseitigen. Dadurch war es auch möglich, die notwendigen Vorbereitungen, die für eine derartige Fahrt unumgänglich sind, in aller Ruhe und Gewissenhaftigkeit vorzunehmen. Die Leute, die ihr Geld der Leitung des Luftschiffbaus zur Verfügung gestellt haben, wissen auch ganz genau, daß es Früchte tragen wird. Denn dazu haben sich viel zu ernste Forscher und tatkräftige Männer in den Dienst der Wissenschaft gestellt, als daß es sich hier um ein leichtfertiges Abenteuer handeln könnte. Auch wir wissen, baß das deutsche ßuft* schiff wohlbehalten und sicher den schweren Weg über das Polareis zurücklegen wird. Wir wünschen, daß die Forscher die Ergebnisse auf dieser einzigartigen Fahrt erzielen, die sie sich von ihr erhoffen.
Die Unruhe, die sich in der letzten Zeit im Landvolk bemerkbar gemacht hatte, war verständlich. Alle Entscheidungen über die Erntefinanzierung, die sonst spätestens Mitte Iuli abgeschlossen zu sein pflegen, waren wegen der allgemeinen Sorgen um den Zahlungsmittel- . umlauf hinausgeschvben worden. Hatte auch die feuchte Witterung seit Anfang Iuli > das Hereinkommen der Ernte und das Drängen des Getreides auf dem Markt etwas verzögert, 7 so hatte doch die Besserung des Wetters in der vergangenen Woche alsbald einen Preissturz auf dem Getreidemarkt zur Folge. Für die Landwirtschaft stand damit der Ertrag der Arbeit eines ganzen Jahres auf dem Spiel, zumal die Erhöhung des Diskonts, die Kreditrestriktionen und die scharfen Steuereintreibungen der Landwirtschaft mtr die beiden Möglichkeiten lassen, entweder alsbald in die Zwangsversteigerung zu gehen oder den Zusammenbruch durch Verkauf der Ernte um jeden Preis noch für einige Wochen hinauszuschieben. So sind die Entscheidungen über den Anfang der Erntefinanzierung gerade noch im letzten Augenblick gekommen. Doch man darf sich nicht darüber täuschen, daß die Gefahren auch von der landwirtschaftlichen Seite noch nicht völlig abgewendet sind. Mit der Crntefinanziie- rung ist vorläufig nur ein Anfang gemacht, der unter normalen Verhältnissen ausreichen sollte, um für die ersten Wochen die Erntebewegung in normale Bahnen zu lenken. Cs rächt sich die Zurückhaltung, die gegenüber den seit langem vom Reichsernährungsminister vorbereiteken wei« teren Maßnahmen zur Erreichung einer bescheidenen landwirtschaftlichen Rentabilität geübt worden ist. Man wird jetzt unter Umständen unter sehr viel härteren Bedingungen manches nachholen müssen, um auch über den Anfang der Erntebewegung hinaus den ruhigen Gang der Volksernährung unter Ausschaltung einer spekulativen Ausnutzung der Rot sicherMtellen und um zugleich heute schon die Grundlage für eine geordnete Deckung des Lebensmittelbedarfs aus der heimischen Landwirtschaft im nächsten Wirtschaftsjahr zu legen.
Hochzeit in Rumänien.
Verbindung der Häuser Habsburg und Hohenzollern.
Budapest, 27. Iuli. (TU.) In Sina ja fand am Sonntag die Hochzeit der Prinzessin Ile ana von Rumänien mit dem Erzherzog Anton von Habsburg statt. An der Ziviltrauung, am Vormittag im Rathaus nahmen neben der königlichen Familie nur verhältnismäßig wenig Leute teil. Der König erschien in Marineuniform. Als Standesbeamter amtierte der Iu- stizminister Hamangiu. Das Paar und die Gäste kehrten dann ins Schloß zurück und begaben sich anschließend in die Kathedrale von Sinaia Sur kirchlichen Trauung, die der Bukarester römisch-katholische Erzbischof Zis ar vollzog. Rach der Trauung wurde das junge Paar von sämtlichen in Bukarest beglaubigten ausländischen Diplomaten beglückwünscht. Rach der Trauung begab sich das junge Paar zum Militärfriedhof, ivo es Kränze an den Gräbern der Kriegsgefallenen niederlegte. Am Rachmittag folgte die Abfahrt nach dem Dorfe Bran, wo Die Reuvermählten einige Tage verbleiben werden.
Am 5. August werden die Reuvermählten über Budapest und München nach Sigmaringen reisen, wo sie Gäste der Hohenzollern-Familie sein werden. Don dort fahren sie nach London.
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Prinzessin Jleana ist die 1908 geborene jüngste Tochter des verstorbenen König Ferdinand von Rumänien aus dem Hause Hohenzollern-Sig- maringen und die Schwester des regierenden Königs Carol II. Der Bräutigam, Erzherzog An ton, ist der nach sechs Töchtern 1897 geborene einzige Sohn des Erzherzogs Friedrich
(als Oberbefehlshaber der österreichisch-ungarischen Armee im Weltkrieg bekannt geworden). Erzherzog A n t o n, den seine ehrgeizige Mutter, die Prinzessin Isabella von Croy, als Anwärter auf die ungarische Königskrone in den Vordergrund des politischen Interesses schob, hat kürzlich nach der Mündigkeitserklärung des Erzherzogs Otto (Sohn Kaiser Karls und Zitas), zu dessen Gunsten auf seine Ansprüche verzichtet. Im Hinblick auf gelegentlich ventilierte Gedanken einer ungarisch-rumänischen Personal-Union verdient diese eheliche Verbindung zwischen den Häusern Habsburg und Hohenzollern Interesse.
Das Reichskabineti vor neuen Aufgaben.
Was wird die Woche bringen? — Oie Ankunst der ersten internattonalen Banksachverständigen in Berlin.
Berlin, 26. Juli. (ERB.) Die Besprechung gen, die nach der Rückkehr des Reichskanzlers begonnen haben, wurden natürlich auch am Sonntag fortgesetzt. Allerdings läßt sich noch nichts Positives darüber berichten, da sie mehr einen informatorischen und vorbereitenden Charakter haben. Der Kanzler muh seine Zeit in den nächsten Tagen nach zwei Rotwendigkeiten einteilen: Er muh dafür sorgen, dah die ausländischen Gäste einen möglichst genauen und unmittelbaren Eindruck von der deutschen Rotlage bekommen. Daneben ist jetzt allerdings aber wichtig, daß die Reichsregierung, nachdem durch die Maßnahmen der letzten beiden Wochen nun doch immerhin eine gewisse Beruhigung eingetreten ist, wieder zu Dispositionen auf längere Sicht Eommt. Das ist auch der Sinn der Akzept- und Garantiebank, die dazu beitragen soll, Wirtschaftsleben und Zahlungsverkehr wieder zu normalen Verhältnissen zurück- zusühren. Weiter wird diese Umstellung auch in anderen Mahnahmen zum Ausdruck kommen, die die Reichsregierung vorbereitet. Sicher ist jedenfalls, daß die neue Woche in diesen Zeiten nicht minder ereignisreich sein wird, als die vergangene. Der Unterschied liegt nur darin — und er wird in politischen und wirtschaftlichen Kreisen natürlich allgemein begrüßt —, dah der wirtschaftliche und finanzielle Grund, auf dem wir stehen, wieder fester zu werden beginnt, so dah die Reichsregierung zu Planungen zurückkehren kann, die über den Tag hinausreichen.
Von den internationalen Danksachverständigen, die zur Prüfung der deutschen Finanzlage nach Berlin kommen sollen, sind bereits am Sonntag der schwedische Bankier Wallenberg und der amerikanische Berater der Bank von England, Sprague in Berlin eingetroffen. Ferner ist der Londoner Vertreter der Chase Rational Dank vf Rew Pork, der größten Privatbank der Vereinigten Staaten, James H. Gannvn . zu wichtigen Finanzberatungen in Berlin angekommen.
Was das ausländische Stillhaltekonsortium anbelangt, so sind zunächst in London und inReuhork auf Grund von Besprechungen der Rotenbankpräsidenten mit den maßgebenden Banken Komitees der Banken gebildet worden, die an der Frage interessiert sind. Durch die Komitees werden von Markt zu Markt Still Halteverhandlungen mit den ausländischen Dankgläubigem Deutschlands zustande- kommen, wobei selbstverständlich auchdieDan- ken der neutralen Staaten einbezogen werden sollen. Bezüglich des Beitritts der kleinen und mittleren Danken des Auslandes zu der Stillhaltung ist man an maßgebender Stelle Der Auffassung, dah die Stillhalteerklärung der großen Danken auf die kleinen von Einfluß sein wird. Man verspricht sich ferner von der Einwirkung der Rotenbankpräsidenten auf die kleineren und mittleren Banker^ die von den Roteninstituten in besonderem Maße abhängig sind, viel, um die Bereitschaft auch dieser Banken zu der Stillhalteerklärung zu erhöhen. Im übrigen kommt es natürlich in erster Linie darauf an, wie sich die Verhältnisse in den nächsten Wochen in Deutschland selbst gestalten werden.
„Graf Zeppelin" auf dem Wege zur Arktis
Der Klug nach Leningrad.
Das Luftschiff Graf Zeppelin hat Samstag um 15.25 Uhr (Ortszeit) Reval passiert und überflog unerwartet um 16.20 Uhr Helsingfvrs und erschien bei glänzenden atmosphärischen Verhältnissen um 20 Uhr örtlicher Zeit über Leningrad. Das Luftschiff landete glatt um 20.45 Uhr auf dem Flugplatz Rowaja Derewnja. Rach der
fc.rsckungsinstrument von hervorragender Qualität, sozusagen ein Fluglaboratorium, wo man mit einem für solche Forschungen ungewöhnlichen Komfort arbeiten könne. Die Marschroute des Luftschiffes werde nicht geändert werden. Auf dem Rückwege werde man wieder Leningrad besuchen. Die enge freundschaftliche Zusammenarbeit von ausländischen und Sowjetgelehrten biete eine Gewähr für den Erfolg der Expedition.
Karte der Arktis mit den letzten offiziellen Fahrtrouten des „Graf Zeppelin" und des russischen Eisbrechers „Malygin".
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Route »Graf Zeppelin« ■■■ Route »Malygin« M Voraussichtlicher Treffpunkt B Unerforschtes Gebiet
Landung begrüßten Vertreter der Leningrader Behörden und Organisationen Dr. Eckener und seine Mitfahrer. Der deutsche DoFchafter Dr. von D i r k s e n und Generalkonsul Zechlin wohnten der Landung bei. Akademiepräsident Karpinski Vertreter der Organisationen für Flugwesen sowie der deutsche Botschafter hielten Ansprachen, in denen sie die Verdienste der Leiter der Expedition würdigten. Dr. Eckener dankte und verband damit die aufrichtige Anerkennung für die sachkundige Unterstützung durch in der Arktisforschung erfahrene Sowjetgelehrte.
Start zum Klug in die Arktis.
Nachdem die Leitung des „Graf Zeppelin" die Meldung erhalten hat, daß sich das Wetter in den zu überfliegenden Gegenden bessert, ist das Luftschiff Sonntag um 11,30 Uhr örtlicher Zeit zum Weiterfluge in die Arktis aufgestie- gen. Es hat nordöstlichen Kurs genommen. Der Leiter der russischen Funkstation und des Observatoriums aus Franz-Joseph-Land, Nipifo- row, trat mit dem Luftschiff in funktelegraphische Verbindung und sprach ihm sein Willkommen für den Besuch auf Franz-Joseph-Land aus. Auch die Funkverbindung zwischen „Graf Zeppelin" und dem Eisbrecher „M a l y g i n" ist ausgenommen worden. Dr. Eckener hofft, in 20 Stunden den Franz- Joseph-Archipel zu erreichen, wenn das Wetter ihm nicht einen Strich durch die Rechnung macht. In der Nähe von Franz-Joseph-Land wird man versuchen, mit dem Eisbrecher „M a l y g i n" die Verbindung herzustellen. Eckener drückte die Zuversicht aus, daß Rußland bald eigene Luftschiffe haben werde und erklärte, daß die Luftschlffwerft Friedrichshafen Rußland beim Luftschiffbau gerne Beistand leisten werde. Unterhandlungen darüber seien bereits im Gange. Zum Start des Luftschiffes hatten sich am frühen Morgen auf dem Flugplatz Tausende von Menschen an- gesammelt. Professor Samojlowitsch erklärte, das Luftschiff „Graf Zeppelin" sei ein Arktis-
Oen Polarkreis passiert.
Die Funkstation des Moskauer Zentralen Geophysischen Observatoriums erhielt einen Funkspruch von Bord des „Graf Zeppelin", daß das Luftschiff Sonntag um 19 Uhr Archangelsk Überflogen hat. Rach einem Sonntag um 23.45 Uhr (MEZ.) beim Luftschiffbau eingegangenen Funk- spruch von Bord des „Graf Zeppelin" befand sich das Luftschiff um diese Zeit auf 68 Grad Rord und 43 Grad Ost (über der Halbinsel Kanin). Damit hat das Luftschiff den Polarkreis passiert.
Aus aller Wett.
Brand bei der Ufa. — Eine Schauspielerin schwer verletzt.
In dem Tonfilmatelier der Ufa in Neubabelsberg finden seit einigen Tagen Aufnahmen zu dem Charell.Film f,2er Kongreß tanzt" statt. Als am Sonntag in den Nachmittagsstunden viele Hunderte von Schauspielern und Statisten im großen Atelier versammelt waren, fiel aus noch nicht gegärter Ursache plötzlich aus einer Bogen- lampe von der Decke ein glühendes Stück Kohle auf das Kleid der 22jährigen Tänzerin Ernesto. Die Tänzerin stand im Nu in Flammen. Der anwesenden Schauspieler bemächtigte sich eine Panik. Die junge Tänzerin wurde in schwer verletztem Zustande in das Krankenhaus gebracht, wo sie nach Auskunft der behandelnden Aerzte in Lebensgefahr darniederliegt.
Furchtbare Drandkatastrophe in einem Allersheim.
In Pittsburgh (Pennsylvanien) ist das Al- tersbeim des Minoritenklofters durch einen furchtbaren Brand vollständig zerstört wor- den. 30 Personen fielen den Flammen zum Opfer, 200 wurden verletzt. Die Ordensmitglieder haben Uebermenschliches geleistet, um im Verein mit der Polizei und der Feuerwehr ihre Pfleglinge aus
dem bereits lichterloh brennenden Gebäude zu retten. Das Altersheim war mit 600 Personen belegt. Die hohe Zahl der Verletzten erklärt sich daraus, daß viele bereits die Fluchtwege ab» geschnitten fanden und aus den Fenstern springen mußten. Durch die riesige Rauchentwicklung wurden die Rettungsarbeiten ungemein erschwert. 20 Personen werden vermißt. Der Brand brach aus, während die Insassen des Heimes schliefen. Während des Brandes konnte man viele Greise sehen, von denen einige blind waren, flehend und betend, bis ihre Kleider von den Flammen ergriffen wurden. Ein Flügel des Gebäudes war bei Ankunft der Feuerwehr bereits niedergebrannt.
Die deutschen Pfadfinder gehen nicht nach Kandersteg.
Der deutsche Pfadfinderoerband teilt Mit: Die führenden deutschen Pfadfinderbunde waren Anfang Juni vom Internationalen Pfandfinderbüro in London zum ersten internationalen Rover- (Jungmann- schäft-) Lager eingeladen worden, das in Kandersteg (Schweiz) Ende dieses Monats stattfindet. Nach den Erfolgen auf den vorhergehenden Treffen mit Pfadfindern anderer Nationen beschlossen die Bünde, gemeinsam eineausgewählteMannschaft nach Kandersteg zu entsenden. Sie durften erwarten, durch Darstellung der Lebensform, die Jungmannschaftsgruppen der deutschen Jugend seit Jahren erprobt haben, die Arbeiten der Äofifemg wesentlich bereichern und vertiefen zu können. Bei der gegenwärtigen Lage Deutschlands haben die Bünde selbstverständlich ihre Zusage zurückgezogen. Sie halten es für unverantwortlich, In dieser Notzeit unseres Volkes außerbalb der deutschen Grenzen zu weilen, und wollen sich nicht einer Aufgabe zuwenden, die vor den Forderungen des Staates zurücktreten muß.
Religionskrieg In Mexiko.
Im Staate Vera Cruz ist infolge des Versuches der Behörden,, das SlaatSgesetz durchzufuhren,, durch das die Zahl der Priester außerordentlich vermindert wird, ein religiöser Krieg aus- gebrochen. Die Ustruhen begannen damit, bah ein junger Mann gestern ein Revolveratten- tat auf den Gvuverneu r von Vera Cruz unternahm, als dieser den Palast verlieh. Der Gouverneur wurde leicht verletzt. Gr zog ebenfalls den Revolver und es kam zwischen beiden zu einem längeren Feuergefecht, bis ein Regierungsbeamter den Angreifer niederschvh. ■ Obwohl tödlich verwundet, verweigerte der junge Mann jede Auskunft. Doch fand man bei ihm mehrere religiöse Medaillen, aus denen geschlossen wird, daß es sich um einen religiösen Fanatiker handelt. Die Rachricht von 6em Attentat verbreitete sich mit Windeseile und bald hatten sich grohe Menschenmaflen versammelt, die nacheinander 4 Kirchen anariffep und mit Benzin in Brand steckten. Die Kirche von Sanjvs wurde völlig eingeäschert, während die drei anderen Kirchen schweren Schaden erlitten. Bisher ist es Truppen und Feuerwehrleuten gelungen, den Brand zu löschen. In einer Kirche erschienen während des Kindergottesdienstes plötzlich vier Mann und feuerten mit Revolvern auf die beiden amtierenden Priester, von denen einer getötet und der andere schwer verletzt wurde. Einer der Angreifer und ein junges Mädchen wurden ebenfalls durch Schüsse getroffen. Cs brach eine Panik auS, bei der viele Kinder zu Schaden kamen. 'Wegen dieser Vorfälle haben die Behörden den Belagerungszustand erllärt.
Brückeneinsturz in Baden bei Wien.
Anläßlich des 6. Internationalen Pfadfindertages in Baden bei Wien wurde einFeuerwerkver- a n ft a 11 e t. Ungefähr 20 Personen hatten a u f einer über einen Teich führenden ch olzbrücke Ausstellung genommen, um das Feuerwerk zu beobachten. Die Brücke brach plötzlich mit großem Getöse zusammen, und die 20 Personen stürzten ins Wasser. Sie konnten glücklicherweise rasch geborgen werden. Ein Mann wurde schwer verletzt, fünf Kinder erlitten leichte Nerven- choks.
Oie Wetterlage.
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* Schnee a Graupeln ■ NeDei "R 0ewitter,(§)wind$tiHe.O-y sehr leichter Oh y massiger Südsüdwest q stürmischer «ordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Die oeioen Stationen stehenden zahlen gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichen* auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Die Wetterlage steht noch unter dem Einfluß der Nordseestörung, welche seit gestern ihren Ort wenig verändert hat. Im Bereich ozeanischer Luft dauert das wechselhafte Wetter fort, wobei Regenschauer und Gewitterstörungen auftreten.
Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, Regenschauer, zum Teil mit Gewittern.
Aussichten für Mittwoch: Etwas beständigeres Wetter und aufheiternd.
Lufttemperaturen am 26. Juli: mittags 21,6 Grad- Celsius, abends 16,8 Grad: am 27. Juli: morgens 19,2 Grad. Maximum 21,6 Grad, Minimum 13,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Juli: abends 18,8 Grad: am 27. Juli: morgens 17,2 Grad Celsius. — Niederschläge 1,9 mm. — Son», nenscheindauer 41/» Stunden.


