leitung und das rührige Streben der JungjNeger mit herzlichen Worten der Anerkennung gewürdigt.
20 Jahre Gießener Verein für Lustfahrt
oestürxt "batte. Leider bin ich arm. kann Ihnen Da blieb der andere stehen und hob abwehrend
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nicht so danken, wie ich es gern mochte.'
Nachdruck verboten.
23 Fortsetzung.
Andrew W. Mellon legt seit 10 Jahren Wert darauf, seinen Etat, bis in die kleinsten Positionen, im Kopfe zu haben. Er trägt stets zwei gespitzte Bleistifte in der Tasche, falls einer abbricht, und ein Drehbleistift wäre nach seiner Ansicht — ein unnötiger Luxus! In dem einzigen Zeitungsartikel, der je von ihm veröffentlicht wurde, stand zu lesen, daß die O r d n u n g erste, allererste Voraussetzung jedes Aufstiegs sei. Er rechnet in dem Staatshaushalt auf den Cent genau und gehört ebenso zu den Ameri-
Typisch für ihn: Als es um den Neubau des Schatzamtes ging, widersetzte er sich energisch mit der Begründung: „Amerika hat nicht aenug verdient, um sich so etwas leisten «gu können!
tönern, die ihre Milliarden ordnungsgemäß, aber auch ganz genau versteuern ...
Ich sprach Andrew W. Mellon wenige Wochen von seiner Abreise nach Europa bei einer Pressekonferenz im Weißen Hause. Europa — so hieß das Thema. Im Verlauf der Unterhaltung meinte Mellon: „Luxus treiben auf Grund eines Vermögens, das man sich erarbeitet hat, — ich habe nichts dagegen! Aber wenn man Luxus treibt, ohne selbst dieses Vermögen erarbeitet zu haben, dann ge- fährdet man — das Vermögen anderer Leute!" Und das ist in Mellons Augen das größte Verbrechen, das es auf der Welt geben kann.
So wird Europa in dem „Uncle Andy“ ein gutes Vorbild — aber wohl auch einen strengen Richter finden ...
beide Hände, als wolle er eine Gefahr von sich abwehren. Bleich bis in die Lippen war Semjonow, als er mit erlöschender Stimme sagte:
..Nie, niemals ist mir dieser Gedanke gekommen. Lisankas Augen sahen noch scharf, sie war eine durchaus glaubwürdige Person." Verzweifelt rang er die Hände. „Nein, nein, es kann nicht sein, daß sie damals nur bewußtlos gewesen sein konnte. 2lh, diesen einen Trost hatte ich doch, daß ihr Tod sie behübet hätte vor unsäglichen Leiden .... Wie nun, wenn dies alles anders wäre...? Wenn Sibirien ihr Los gewesen wäre, ihr junges Leben langsam ausgelöscht sein könnte in jahrelanger Qual uni) harter Arbeit und Sehnsucht. Furchtbar, furchtbar wäre eine solche Gewißheit. Nehmen Sie »mir nicht den einzigen Trost, den mir Lisanka gab."
(Boni ergriff beschwichtigend seinen Arm.
„Kommen Sie, die Leute werden aufmerksam auf uns, wie können Sie sich nur dermaßen aufregen. Es war doch lediglich ein Zweifel, der mir kam und den ich aussprach. Natürlich ist däs Zeugnis dieser alten Frau maßgebend, ich bitte Sie, Graf Semjonow, wie konnten Sie meinen Worten ein derartiges Gewicht beilegen."
M i dem Flugzeug auf dem Großen Feldberg gelandet.
WSN. Frankfurt a. Olt., 26. Juni. Heute nachmittag erfolgte die erste,Flugzeuglandung auf dem Großen Feldberg. Um 15.30 Uhr landete, von Frankfurt kommend, am Drunhildisfelsen der Flieger Eugen Klein direkt vor dem Feldberghaus. Die Landung ist vorzüglich gelungen. Der Abflug erfolgte um 18 Uhr.
„Das Dollslied soll wieder unter das Volk!" Diese Losung hatte vor Jahresfrist die Leitung des Deutschen. Sängerbundes der deutschen Sängerschaft ans Herz gehegt, damit diese am gleichen Tage allüberall, in der Heimat und in der Fremde, auf dem ganzen Erdenrund das deutsche Lied erklingen, lassen sollte. Aus der Not unserer Zeit geboren, wurde nach dem Tage der Mutter, nach dem Tage des Buches der Tag des Liedes geschaffen als ein köstliches Mittel zur Verinnerlichung im rasenden „Tempo" der Gegenwart.-Dieser Versuch führte zum vollen Erfolg, zum freudigen Geben und Nehmen unentreihbarer Schätze in inniger Volksgemeinschaft.
Zum zweiten Male soll ein Lied-Sonntag, ein rechter Sonnentag, seine seelische Wärme aus- strömen über Großstadtmauern und Dörfer- srieden, über Sangesfveunde und noch Abseitsstehende, über Schwache und Kranke, durch alle deutschen Lande, bis über die Meere, wo deutscher Mutterlaut erflingt.
Der Tag des Liedes ist ein Tag für alle;
denn unser höchstes Volksgut kennt keine Parteien und Klassengegensätze, keinen Zwiespalt, keine Absonderung, es will alle Dollksgerwssen zu einem einigen Volk zusammenführen. Das deutsche Volkslied ist, wie wir alte, dem deutschen Heimatbvden entwachsen. Wie aus heimatlicher Scholle der frische Waldquell rieselt, so entquillt ihr auch ein unerschöpflicher Dorn von Liedern. Sie alle rufen uns ins Herz: „Heimat, Heimat, ewig liebe!" lind wenn uns in der Fremde das Heimweh überkommt, so finden wir im Liede Trost. „Heimat" ist kein bloßer Begriff, sondern eine Kraft, die jeden stärkt, die unserem Völle zu neuem Aufstieg verhelfen wird, die mit ihren gemütsinnigen Liedern dazw berufen ist, uns gegen das Gift fremder und undeutscher Schlagerweisen zu schützen.
Wenn wir zum vorjährigen Liedertage des Minnesängers Walter vvü der (Bogel»
Miß Galvestone war ganz unvermittelt abgereist. Ohne ihren Schwarm, welche Tatsache Lady Balymore boshaft (Renate Liskow als brühwarme Neuigkeit servierte, als sie Nenate, eigens um ihr diese Mitteilung zu machen, zu einem Spaziergang abholte. Es ging viel besser mit dem Patienten, so hatte der Arzt jetzt Renate mehr Bewegung und frische Luft verordnet.
Lady Balymore fing an, sich zu langweilen, so waren ihr jetzt diese Spaziergänge mit der stillen, vornehmen Frau, die so angenehm zu- hören konnte, wenn andere sprachen, eine .willkommene Abwechslung.
(Renate nahm diese Neuigkeit nicht mit der ihr gebührenden Aeberraschung auf, wie es sich eigentlich nach Meinung der Lady gehört hätte. Alle Damen im Hotel hatten doch zwölf gegen eins gewettet, daß Miß Galvestone nicht allein abreisen würde. Was hätte sie sich bei ihrer notorischen Großzügigkeit aus Klatsch und böser Nachrede gemacht? Also mußte doch Semjonow ihr einen Korb gegeben haben, Anglaublich bei seiner mißlichen Lage und der Primitivität seiner Stellung. Oder glaubte er vielleicht, seinen Titel noch vorteilhafter anbringen zu können? Es sähe fast so aus, aber wer sollte wohl aus diesem düsteren Gesellen klug werden?
Die beiden Damen waren nach Riva gefahren mit dem Dampfboot. Gingen jetzt auf der Ponale- straße nach der Höhe zu. Die Lady sprach eifrig, alle ihre sonstige Reserve hatte sie verlassen.
weide als eines Heroldes deutscher Heimat- und Vaterlandsliebe gedacht haben, so ist jetzt unser Sinnen auf das unsterbliche Schaffen unseres Dichterfürsten 'Wölfgang von Goethe gerichtet. Im kommenden Jahre wird nicht nur ganz Deutschland die 100. Wiederkehr seines Todestages in Andacht und Ehrfurcht begehen, sondern alle Kulturvölker werden diesem GeniuS der Wellliteratur huldigen, und
der Deutsche Sängerbund wird sein II.Vundesfest in Frankfurt a.211. 1932 dem Gedächtnis Goethe» weihen.
Dieser unerreichte Meister des Wortes und fast übermenschlicher Weisheit, der einen Faust geschaffen, hat seinem Volke auch viele innige Lieder geschenkt, die hundertfach vertont worden fmb. „Sah ein Knab' ein Röslein stehn.. so klingt seine volkstümlichste Weise aus unserer Kinderzeit herauf und -grüßt alle, die sich in seliger Sommerstunde zur Liedgemeinschaft verbunden haben. Vor 160 Jahren hat Goethe als Straßburger Student auf seiner Wanderung' durch das schöne Elsaß im Volke den Kehrreim gefunden: „Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden".
Das Dewuhtfein, daß dieses Elsaß mit seiner .Wunderschönen Stadt" Straßburg für uns jetzt -politisch verloren ist, führt uns zum zweiten Leitgedanken, der unfern Deutschen 'Liedertag durchdringen soll. Er heißt, um mit dem Dichter zu reden: „Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat liebt wie du!" Aus der Heimalliebe wird die Treue zum deutschen Dollstum geboren. Nicht das allein ist der Zweck unseres Tuns, daß wir beglückt unsere deutschen Lieder singen und hören und lieben lernen, nein, wir alle wollen uns auch im Liede zum deutschen Volkstum bekennen! Diese starke Bekenntnistreue lehren uns in herrlicher Weise alle die, welche im Grenzland, in abgerissenen Gebieten ober in weitester Ferne auf deutscher Wacht stehen. Ihnen
Daten für Samstag. 27. Juni.
Sonnenaufgang 4.11 Uhr. Sonnenuntergang 20.44 Uhr. — Mondaufgang 18.54 Uhr, Monduntergang 1.25 Uhr.
1848: der Schriftsteller Heinrich Zschokke auf 93lu» menhalde (Schweiz) gestorben; — 1856: Joseph Meyer, Gründer des Bioliographischen Instituts in Hildburghausen, gestorben.
Taren für Sonntag 28. Juni.
Sonnenaufgang 4.11 Uhr, Sonnenuntergang 20.44 Uhr. — Mondaufgang 20.09 Uhr, Monduntergang 1.55 Uhr. ~
1865: der Dichter Otto Julius Bierbaum zu Grün» berg in Schlesien geboren; — 1914: Erzherzog» Thronfolger Franz Ferdinand von Oesterreich-Este und seine Gemahlin in Serajewo ermordet. — 1919: Unterzeichnung des Vertrages von Versailles.
Deutscher Volksliedertag am 28. Juni
Vom Wesen des Volksliedes.
Signore Boni drückte warm seine Hand. Ein fast väterliches Gefühl zog ihn zu diesem vom Leid gezeichneten Menschen hinüber. Er war ein viel zu guter Menschenkenner, um nicht ein tiefes Mitleid mit diesem zerbrochenen Leben zu fühlen, das ein widriges Geschick aus der Ba'hn geschleudert hatte. Anfähig, sich mit den gegebenen Verhältnissen abzufinden, ein, neues Leben aufzubauen. And auch er sagte jetzt in den Gedanken- gang des anderen hinein, unvermittelt und impulsiv:
„Es wurde mir gesagt, daß Miß Galvestone sich stark für Sie interessiert, Herr Graf. Ergreifen Hie die Hand, die sich Ihnen entgegenstreckt, retten Sie sich aus der Brandung des Lebens an ein sonniges, friedliches älfer; Miß Galvestone liebt Sie, den Menschen Semjonow, nicht den Grafen/
„Eben deshalb kann ich dieses Geschenk nicht annehmen, Signore Boni. Was könnte ich ihr als Gegengabe geben? Mein zerbrochenes Leben, meinen Titel, der nur noch ein leerer Schall ist? Ich bin nicht fähig, einer anderen Frau meine Liebe zu geben, diese Fähigkeit hat Tatiana mit ins Grab genommen."
„War es Ihre Geliebte oder Ihre Frau, diese Dame auf dem Bilde?" fragte Boni vorsichtig. „Soviel Jugend und Schönheit hat so früh schon ein Grab gefunden?"
Aufmerksam hörte er nun die Schilderung jener Vorgänge von Semjonow, die ihm die Gewißheit gebracht, daß Tatiana gestorben sei. Aber als Semjonow geendet und von seinem Vorsatz gesprochen hatte, sobald die Verhältnisse gestatte len, wieder nach Rußland zurückzukehren, schüttelte er abwehrend den Kopf.
„Dies wäre Wahnsinn. Don Ihren vom Staat konfiszierten Gütern würden Sie nichts mehr zu erwarten haben, nur in neue Gefahren würden Sie sich stürzen. Ich finde diesen Gedanken wahnsinnig, nehmen Sie mir das nicht übel."
Der andere zuckte schweigend die Achseln.
„Ich weih, aber ich spiele oft mit diesem Gedanken. Seit Tattana gestorben ist, hänge ich nicht mehr am Leben. Was also liegt an mir ? Nur der Gedanke an eine Verbannung nach Sibirien wäre mir furchtbar, nicht der Gedanke an den Tod."
Da fragte der Detektiv mit einem scharfen Blick in Semjonows Gesicht:
„Waren diese Zettel der Amme, die sie Ihnen damals in das Gefängnis einschmuggelte, das einzige Zeugnis vom Tode Ihrer Frau Gemahlin? Ich bitte Sie, Graf, auf dieses Zeugnis einer aus der Ferne zusehenden alten Frau hin wäre es doch noch durchaus ungewiß, ob die Gräfin Semjonow wirklich gestorben wäre. Ich wenigstens würde Zweifel darüber hegen."
Es war eine sehr stark besuchte Versammlung von Mitgliedern und Freunden des Vereins für Luftfahrt in Gießen, die sich am Donerstag abend im Saale des Flughafengebäudes eingefunden hatte, um in schlichter, der Not der Zeit entsprechender Weise des20jährigenBestehensdesDer- einsfürLuftfahrtinGießenzu gedenken. Der Vereinsoorstand hatte als Inhalt dieser Gedenkstunde einen Lichtbilder- und Filmvor - tragausderGeschichtedesVereins bestimmt und damit eine Entscheidung getroffen, die volle Zustimmung verdiente und auch fand.
Der Vereinsvorsitzende, Bankdirektor Grieß- bauer, gab in gut einstündigem, außerordentlich fesselndem Vortrag, den eine große Anzahl Licht- bilder belebte, ein anschauliches Bild von dem Werden und Wirkest des Vereins, das namentlich dem Fliegernachwuchs im Verein lehrhaftes und mahnendes Beispiel für gleiches Zielstreben wie bei den alten Mitgliedern gab. Den älteren Mitgliedern wurden bei diesem Vortrage zahlreiche Erinnerungen an glückliche und erhebende Stunden in den Zeiten vor dem Kriege wachgerufen, auf die Jugend wurde die Begeisterung übertragen, die von Anbeginn der Dereinstätigkeit bei allen Mitgliedern vorhanden war. Mit Genugtuung stellte der Vortragende fest, daß
die heutige Fliegerjugend im verein von einem Geiste beseelt fei, der mit Stolz und Freude erfülle.
In dem Verein für Luftfahrt, wie im Flugwesen überhaupt, sei die Stelle vorhanden, an der sich die Jugend ohne Ansehen von Stand, Schulbildung und politischer Anschauung in gemeinsamer Tätigkeit in vaterländischem Sinne zusammenfinden könne. Der Vereinsvorstand werde auch für die Folge streng darauf sehen, daß dieser Geist der Kameradschaft bestehen bleibe, der unserem Volke und na- mentlich der Jugend heute notwendiger denn je zuvor sei. Es werde von der Fliegerjugend eiserne Disziplin, freiwillige Unterordnung, restlose Pflichterfüllung und vaterländische Gesinnung gefordert. Nur durch die Erfüllung dieser Forderungen könne unser Volk wieder genesen, Eigenschaften, rote sie uns in Männern wie Lilienthal, Zeppelin, Jmmel» mann Boelke, Richthofen und vielen anderen ent» gcgenleud)ten, die am Fortschritt unseres Flugwesens im Frieden und Krieg mitgearbeitet und den ehrenvollen Tod für das Vaterland gefunden haben.
Der Redner schilderte sodann das rege Interesse, das zu Beginn unseres Jahrhunderts auch in Gießen für die Fliegerei bestand, das namentlich durch die erste große Zeppelinfayrt am 4. und 5. August 1908 von Friedrichshafen bis Echterdingen, wo das Luftschiff durch einen tragischen Unfall zugrunde qirg, mächtig belebt wurde und feinen Ausdruck auch darin fand, daß unsere Stadt eine sehr ansehn- liehe Summe als Beitrag zu der Zeppelin-National» spende leistete. Ende 1910 fand dann auf Anregung des Kurhessischen Vereins für Luftfahrt Marburg in Gießen eine Versammlung statt, in der man sich mit der Gründung eines Luftfahrtvereins in Gießen
ZrandungdesLebens
Vornan von Käte Lindner.
(Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.)
„Dort liegt es", sagte Mamonow gleichmütig und deutete mit dem Kopf nach einem Bündel hinüber, das in einem Winkel lag. „Alles nahm man mir in F ? :enz ab. Aber der Kerl, der mich auszog, mein e wohl, daß dieses Medaillon« ein Amulett sei, und beachtete es nicht tociter
Mit einem Sah war Semjonow auf das Bündel zugestürzt. Da lag obenauf das kleine Schmuckstück, abgegriffen und glänzend lag es in seiner Hand. Tattana hatte es ihm einst im Scherz' um den Hals gelegt und gesagt: „Trage es als Amulett, Saschenka... bei meiner Liebe, es wird dich schützen in Not und Gefahr, denn meine Gebete werden immer um dich fein.“
Boni war an feine Seite getreten.
„Zeigen Sie", sagte er, und drückte auf die kleine Feder, die das Schmuckstück zusammenhielt. Ein süßes Frauengesicht lächelte ihnen entgegen, ein Kind an Jahren fast noch muhte die Frau gewesen sein, als das Bildnis gemacht wurde.
Ein Stöhnen kam aus Semjonows Brust. Er riß Boni das Medaillon aus der Hand, er druckte seine Lippen auf das Bild, drückte es an seine Brust.
„Lassen Sie mir dieses Medaillon", sagte er bann zu Mamonow gewendet. „Ich will Ihnen geben, was ich habe, für dieses Bild."
Ein höhnisches Lachen war die Antwort.
„Es ist wohl alles, was Ihnen von Ihren einstigen Gütern übriggeblieben ist, Herr Graf", sagte er zynisch. „Großmütig bin ich sonst gerade nicht, aber Sie können es behalten, da es mir doch sowieso von diesem Herrn", er deutete mit dem Kopf nach Boni hinüber, „abgenommen werden wird. And nun bitte ich, dieses Dephör endlich abbrechen zu toollen. Ich bin am Ende meiner Kraft und möchte allein sein."
„Das Verhör ist beendet, viel Hoffnung auf eine milde Strafe kann ich Ihnen nicht machen, Signore Mamonow", sagte Boni, „Ihr Sündenregister ist xu reichhaltig. Also kommen Sie, Graf Semjonow.
Draußen umfing sie wieder Sonnenschein und die flutende Menschenmenge, die um diese Zeit promenierte.
„Wie soll ich Ihnen danken, Signore Boni", sagte Semjonow mit einem tiefen Aufatmen. „Wie ein Traum liegen all' diese Ereignisse der letzten Tage hinter mir. Sie tarnen und retteten mich aus dieser Not, in die mich diese Entdeckung
beschäfttgte. Es gelang bann, eine Anzahl Freunde der Luftfahrt in dem Verein für Luftfahrt in Gießen zusammenzuschließen, der sich, wie alle diese Vereine, noch auf dem Gebiete des Ballonsports betätigte, da alle anderen Zweige der Fliegerei damals noch in den Kinderschuhen steckten. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhänge, unter Vorführung von interessanten Lichtbildern, an die Freiballonfahrten, die der Verein veranstaltete, erwähnt dann den Austritt des Gießener Vereins aus dem Verband des Marburger Vereins und den Anschluß an die Großherzoglich Hessische Vereinigung und die Südwestgruppe des DLD. Er rief weiterhin die Erinnerung wach an die verschiedenen flugsportlichen Veranstaltungen, u. a. besonders an den Prinz-Heinrich-Flug im Mai 1913, erwähnte die Anschaffung eines eigenen Freiballons, der bann halb nach Kriegsausbruch an bie Militärverwaltung abgegeben wurde. Sodann gab er ein Bild von den Sorgen und Mühen der Dere»sleitung in der ersten Nachkriegszeit, wo es um die Entscheidung über das fernere Schicksal des Vereins ging. Trotz der zahlreichen Schwierigkeiten jener Zeit entschloß man sich zur Fortführung des Vereins, der sich dann auch für
die Aufwärtsentwicklung der Fliegerei in unserer Stadt
bei zahlreichen Gelegenheiten sehr wesentlich zum Besten ber Sache betätigen konnte. Der Rebner erinnerte u. a. an bie in Gemeinschaft mit bem 23er» kehrsoerein burchgefährte große Flugveranstaltung im Oktober 1924 auf ben Wiesen hinter bem Gericht an bie Mitarbeit bei ber Lösung ber Flug- Hase nfra ge unb an bie auf reichsten Erfahrungen aufgebaute Mitarbeit bei ber 21 u s g e ft a l» tu n g bes Flughafens, ber Entwicklung bes Segelflugs im Bereiche bes Gießener Luftfahrtvereins unb an bie allgemeine Werbung um das Interesse ber Bevölkerung von Stabt unb Lanb für bie Fliegerei. Die Zahlreichen Lichtbilder, bie ber Rebner zu feinem Vortrage zeigte, waren eine gute Ergänzung zu den interessanten Darlegungen des Vortrags.
Anschließend berichtete stuck, med. H. Schmidt, Gießen, in fesselnder Weise über die
Segelfliegerei ber 3ugenbfllegergruppe des Vereins.
die unter tatkräftiger Führung sich in verhältnismäßig kurzer Zeit sehr gedeihlich entwickelt hat. Er gab einen Ueberblick über die Arbeit von ben be- scheibensten Anfängen bis zu bem heutigen Staube, unb entrollte mit dieser bescheidenen Tatsachenschil- berung ein einbrucksoolles Bild von ber rastlosen, hingebungsvollen unb stets von hohem Jbealismus getragenen Tätigkeit der Gießener Jungflieger. Auch diesen kurzen Vortrag bereicherten eine Anzahl Lichtbilder, bie instruktiv über die Entwicklung des Scgelflugs im allgemeinen unb über die Segelfliegertätigkeit der Gießener Jungflieger im bejon» deren unterrichteten.
Bankdirektor Grießbauer bemerkte abschließend, daß das Leben des Vereins für Luftfahrt in
„Er brachte Miß Galvestone art das Dampf - boot bei der Abreise, Mademoiselle de Lebrun sah zufällig, wie Graf Semjonow ganz gegen seine sonstige Gewohnheit sehr eindringlich und mit augenscheinlicher Herzlichkeit auf Miß Galvestone einsprach und ihr die Hand mehrmals küßte. Nun werden allerlei Vermutungen an diesen Abschied geknüpft, vielleicht wird doch noch etwas aus der Mariage, und sie wollten nur der Klatschsucht ihrer lieben Mitmenschen ein Ende bereitem Der Direktor erwartete eigentlich eine sofortige Lösung seines Kontraktes, den Semjonow mit dem Savoh- hotel abgeschlossen hat. Nichts ist geschehen. Er kommt seinen Pflichten nach Wie vor nach, ist sehr höflich, aber verschlossener denn je, und wir sind so ftug wie zuvor...“
„Dieser arme Mann..." Renate lächelte mitleidig in das gerötete Gesicht der Engländerin hinein. „Wie sehr bedauere ich ihn, es muh durchaus nicht schön sein, so die Zielscheibe der Neugier und der allgemeinen Krittk zu sein und dem allen nicht aus dem Wege gehen zu können. Ich nehme seiner ganzen Persönlichkeit nach an, daß er absolut nicht in unsere Welt von heute paßt, durchaus unpraktisch wohl Vergangenem nachhängt und so diese vorteilhafte Chance, die sich ihm bot, aus lauter Weltfremdheit und Gleichgültigkeit gegen fein Schicksal vorüber gehen ließ Oder, wie Sie schon vorhin sagten, diese beiden sind sich doch einig, und er folgt Miß Galvestone doch früher oder später über den großen Teich. Nur schade, daß seine Verehrerinnen also nicht hier noch das Endergebnis abwarten durften."
„Sie haben eine gute Beobachtungsgabe, gnädige Frau." Die Engländerin blieb stehen und schnappte nach Luft. Der Weg fing an, steiler zu werden. „Aebrigens eine Kateridee von uns, diesen Weg heute zu Fuß machen zu wollen. Aber Sie wollen ja durchaus laufen, um den Ausgleich zu schaffen für die lange Stubenhaft der letzten Wochen, und ich teile Ihre Leidenschaft für Spaziergänge aus anderen Gründen. Finden Sie nicht auch, daß ich während meines Aufenthaltes hier schon Fett angeseht habe? Shoking... eine unliebsame Entdeckung."
„Am so besser bekömmlich also dieser Weg", sagte Renate lachend und schritt rascher vorwärts, „bis zum Höhenweg hinauf schleife ich Sie durchaus nicht, Miladh, nur die Wasserfälle wollten wir uns doch ansehen, das ist gar nicht mehr weit. And Sie erzählten eben so interessant, der Weg wird uns durchaus nicht lang werden. Ich erlebte ja leider in den letzten Wochen durchaus nichts Erfreuliches außer der fortschreitenden Genesung meines Mannes. So muh ich Sie also allein die Kosten der Anterhaltung tragen lassen. Kommen Sie, wir wollen Hier ein wenig diese herrliche Aussicht genießen."
(Fortsetzung folgt.)
Gießen ein Spiegelbild der Entwicklung der beut- .schen Luftfahrt sei.
Der Verein habe nie ben Glauben an bie deutsche Luftfahrt unb an die Zukunft unseres Vaterlandes verloren.
Ruhig unb systematisch, ohne Ueberftürgung, werbe der Verein im Rahmen ber ihm zur Verfügung stehenben Mittel im Sinne ber Männer weiter arbeiten, bie ihr Wissen unb Können unb ihr Leben für bie Luftfahrt eingesetzt haben. Nur wenn alle lernen, einig zu fein, kleinliche Gebauten zurückzuste11en, alle sich verpflichten, am Aufstieg unseres niebergetretenen Volkes mitzuwirken, nur bann werben wir nicht nur in ber Fliegerei, säubern auch in unserem Vaterlanbe einer befjeren Zukunft entgegeugeheu.
Selben Vorträgen würbe verbientermaßeu reicher Beifall gezollt, insbefonbere auch ber in ben Schlußworten bes Vorsitzenbeu zum Ausbruck gekommenen einbringlichen Ermahnung.
Erwähnenswert ist noch, baß bem Verein bei seiner ©rünbung 59 Mitglieber beitraten, von benen 7 im Weltkriege gefallen finb. Seit ber ©rünbung bis heute gehören 14 Mitglieber ununterbrochen dem Verein an. Heute zählt ber Verein 80, ferner in ber Jugeubgruppe (Juugflieger) 30 Mitglieber unb in ber Akabemischeu Fliegergruppe 20, insgesamt also 130 Mitglieber.
Im weiteren Verlaufe bes Abends wurden noch mehrere Filme aus ber Tätigkeit bes Vereins vorgeführt, ferner durch einige Ansprachen von Vereius- mitgliebern die ausgezeichnete Tätigkeit ber Vereins»
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Dennoch siegt ! Liedertages in i in gemeinsamer ! über die ganze
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Am kommend I und dem Telän I brücke) ein < I Um 10 Uf)t I ausgetragen. Si I Zweier-Faltboot .• aufbaut Ab 14 I Meisterschaft im r terzweier für ; Same und Her v etafettenwettsah ter von jedem 1 ! und zwei Lchw große Auffahr F Lahnbrücke gepl gen mit dem ; Weiter wird ba i, bie 2hifrid)hmg& fr Übung im Einer | gast gezeigt. Ac , findet eine Lam ; Lahnbrücke statt, ter Mösemühle s lngilde. Aon d ' auch alle ander ■ dem Gelände bei L Zeltstadt mit ben | ist auch eine klein E ken-Faltboote neb ■ Die Aeranstoltr I brücke als auch v I Mgen. Die Pera 8 ter Werbung st I Kanusport bienen
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