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8 u hören. Das Blatt erinnert dann an die von französischer Seite vorgenommenen Ver- schleierungsvcrsuche, wonach der Konsul zu­fällig an dem Spionageausflug teilgenommen habe und fordert zum Schluß:Wir erwarten, daß die Reichsregierung die Angelegenheit durch Frankreich weder verschleppen noch ba­gatellisieren läßt, wozu sie wahrhaftig nicht im geringsten angetan ist. Deutschland müßte nach unserer Ansicht die Möglichkeit haben, wenn die französische Regierung sich widerspenstig zeigt, die weitere Amtstätigkeit des Herrn Fauget als nicht genehm zu bezeichnen und seine Ab­berufung zu erzwingen. Ein Konsul, der am Ort seiner Tätigkeit jedes Vertrauen verwirkt hat und immer auf schärfste Ablehnung stoßen muß, hat das Recht der diplomatischen Gast­freundschaft verwirkt und mutz verschwin­den!»

Gir Eric Orummonds Besuch in Berlin.

Besprechung von Drganisationsfragen. Die Abrüstungskonferenz.

Berlin, 25. April. (LU.) Ueber den Besuch des Generalsekretärs des Völkerbundes Sir Eric Drummond in Berlin, wird eine amtliche Mitteilung nicht ausgegeben. Von gut unterrich­teter Seite verlautet jedoch, daß der General­sekretär mit dem Reichsauhenminister C u r t i u s über laufende Angelegenheiten, wie _ auch über Fragen des internen Dienstes des Völkerbunds­sekretariats gesprochen hat. Was die viel erörter­ten Personenfragen betrifft, so ist von deutscher Seite aus mit Rachdruck die Forderung auf paritätische Besetzung zur Sprache gebracht worden. Ueber den Posten des deutschen Untergeneralsekretärs Dufour-Feronce wird der Dölkerbundsrat im Mai eine Entschei­dung zu fällen haben. Ueber die Besetzung des Postens des deutschen Mitgliedes der Infor­mationsabteilung des Völkerbundes hat der Generalsekretär selbst Ende Mai zu ent­scheiden.

Die materiellen Fragen, die besprochen wurden, behandelten die reibungslose Abwickelung der Ratstagung im Mai. deren Präsident der deutsche Außenminister sein wird. Wie erneut mitgeteilt wird, hat man übereineAbrüstungsvor- konferenz nicht verhandelt, dagegen dürfte sich der Rat in einer späteren Tagung mit der Organisation der technischen Vorbereitung der Abrüstungslonferenz befassen. Bekanntlich hatten dahingehende Pläne bestanden, daß das Sekre­tariat des Völkerbundes eine kräftige 216 - rüstungspropaganda betreiben soll, die allerdings dann auch einseitig zu Gun st en der englisch-französischen Abrü- stungsthese ausgefallen wäre. Runmehr wird versichert, es sei in der Unterredung zwischen Drummond und dem 2leichsauhenminister klar- gestellt worden, daß sich das Genfer Sekretariat einer eigenen Abrüstungspropagandaselbstver­ständlich enthalten werde".

Oie Krisis der Ktottenverhandlungen

England lehnt die französischen Vorschläge ab.

London, 27. April. (WTD. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent des Arbeiterblattes Daily H e r a l d" schreibt zu den Flottenver­handlungen, daß sie ein neues und kri­tisches Stadium erreicht hätten. 2lm Sams- ttrg sei dem französischen Botschaften Fleuriau er­klärt worden, daß die britische Regierung nach reiflicher Erwägung die französischen Vorschläge nicht annehmen könne. Es sei angeführt worden, datz diese Vorschläge die französische Forderung nach freier Hand im Dau von Ersahschiffen während derIahre 1935/36 unverändert bestehen ließen, während Großbritannien in den gleichen Jahren de n Einschränkungendes Londoner Flot­tenvertrages unterworfen sei. Ferner fei darauf hingewiesen worden, dah bei Hender­sons Besuch in Rom die italienische Regierung sich bereit erklärt hätte, Frankreich eine Ueber- legenheit der Tonnage in alten Kriegsschiffen zuzugestehen, während der französische Plan dies in eine Ueberlegenheit der Tonnage allermodern st en Fahrzeugen verwandeln würde. Die Rote bringe «wer zum Ausdruck, daß die britische Regierung das Zu­standekommen einer Vereinbarung nach wie vor dringend wünsche. Es verlautet, datz die bri­tische Rote Gegenvorschläge enthält, die, wie man hofft, über den bei den Verhandlungen der Sachverständigen erreichten toten Punkt hinaus­helfen werden.Times" schrieb: Viel wird von der Antwort der italienischen Re­gierung auf die letzten französischen Vorschläge abhängen, die vielleicht den gleichen Gedanken- gangen folgen werden, wie die britische Rote, vielleicht auch nicht. Roch wichtiger wird mög­licherweise letzten Endes das Ergebnis der f r a n° zösischenPräsidentenwahl zum 13. Mai fein.

Das Arbeitsprogramm des Reichskabinetts.

Noch keine Entscheidung über dcnButterzoll

Berlin, 25.April. (WTB.) Das Reichs­kabinett setzte in seiner heutigen Sitzung unter Vorsitz des Reichskanzlers und in Anwesenheit des Reichsbankpräsidenten die Verhandlungen über das vorgesehene Arbeitsprogramm fort. Zur Er­örterung standen insbesondere die auf agrar» politischem Gebiete zu treffenden Maßnah­men. Es ergab sich dabei die Notwendigkeit, Einzel­heiten noch zunächst in Besprechungen der in Frage kommenden Ministerien zu klären. Auf Grund die- ser Ergebnisse werden die Beratungen des Kabinetts in der nächsten Woche weitergeführt werden. Im Mittelpunkt der Beratungen stand dabei naturgemäß der umstrittene Butterzoll, gegen den leb­hafte Bedenken vorgebracht wurden, die be­sonders mit unseren handelsvertraglichen Beziehun- gen, der Industrieousfuhr und Der Senkung der Löhne im Zusammenhang stehen. In gut unter- richteten Kreisen hält man es angesichts dieser Schwierigkeiten für unwahrscheinlich, daß am Dienstag eine Erhöhung des Butterzolls beschlossen wird. Zunächst ist mit einer eingehenden Prüfung des Problems zu rechnen.

Oer Kuliuseiat vom Landtag bewilligt.

Das Landesiheater.

Darmstadt, 25. April. Nach Beendigung der Debatte über die Landesuniversität wird am Freitag in die Erörterung über das Landestheater einge­treten.

Abg. Dr. Leuchtgens (Ldbd.) fordert Ent­staatlichung des Theaters. Darmstadt bleibe es überlasten, dann den Betrieb in anderer Form, etwa wie in Mainz oder Gießen, weiterzuführen. Die jetzige Regelung ist ein schreiendes Un-recht gegenüber dem Lande.

StaatspräsidentAdelung verteidigt das Landestheater als Staatseinrichtung und Kulturfak­tor. Heute stehe das Darmstädter Theater mit an vorderster Stelle der deutschen Theater dank der künstlerischen Leistungen der Theaterleitung. Falsch sei die Meinung, das Theater müsse als Lokalange-- legenheit Darmstadts angesprochen werden. Es ist wie andere Staatseinrichtungen eine Angelegen­heit des ganzen Landes. Die Regierung wird mit der Stadt Darmstadt, die sich zu einer wei­teren Erhöhung ihres Theateranteils bereit erklärt hat, weiter verhandeln.

Abg. Dr. B e ft (VRP.) stellt fest, daß Darmstadt von allen Theaterstädten den Höch st en Anteil pro Kopf der Bevölkerung für sein Theater aus­werfe. Der Staatszuschuß solle auf 350 000 Mark begrenzt und der Betrieb aufeinHausbe- sch rankt werden.

Abg. Frau H a 11 e m e r (Z.) begrüßt die Ein­sparung von 300 000 Mark im Theateretat. Trotz­dem möge die Schlüsselung zwischen Staat und Stadt mit 40 bis 60 Prozent (letzt 45 und 55 Pro­

zent) versucht werden. Bei Aufhebung der Staat­lichkeit hätte das Land eine hohe Pensionslast und auch Unterhaltungskosten zu tragen.

Abg. Sturmfels (Soz.) begrüßt es, daß in Zukunft das Landestheater in den Sommermonaten in Bad-Nauheim spielen werde. Darmstadt könnte einen höheren Zuschuß leisten.

Abg. D o n a t (Dem.) stellt fest, daß Darmstadt nicht bis zum Erträglichen beisteuere. Dah das Lan­destheater die Einführung des Tonfilms übernahm, kann man nur bedauern, wenn auch eventuelle Ueberschüste aus der Einrichtung für den Theateretat anzunehmen sein mögen.

Abg. Dr. Keller (D. Vp.): Solange nicht die äußerste Not dazu zwingt, wird keine Regierung sich der Verpflichtung entziehen können, ihr Landes­theater zu erhalten. Genau so gut wie für Preußen, Bayern, Württemberg oder Thüringen gilt das auch für Hessen, und zwar hier um so mehr, weil vertragliche Bindungen die Möglichkeit ausschließen, den Spielbetrieb kurzerhand abzubre- chen. Andererseits kann der Deutschen Volkspartei, der nicht der geringste Einfluß auf die finanziellen Verhältnisse wie auf die Darbietungen des Theaters eingeräumt ist, nicht zugemutet werden, daß sie in schwerster Zeit Steuermittel der gesamten Bevölkerung zur Verfügung stellt für eine Ein­richtung, die sie nur dem Wesen nach billigt, nicht aberin der Gestalt, die ihr die augenblickliche Leitung und die Wünsche der sie stützenden Kreise gegeben haben.

Die Kapitel des Kultusetats werden genehmigt. Die Anträge der Opposition werden fast sämtlich abgelehnt.

Dienstag: Etat des Landtags.

Oie Reichsreform.

Em Schritt des Reichskanzlers auf die Initiative Luthers.

München. 25.April. (TU.) Rach einer Mel- düng desBayerischen Kurier" aus Berlin, beslättgl cs sich, dah Reichskanzler Dr. Brüning in einem Brief an die Reichskanzlei von Badenweiler aus um die Ausarbeitung eines Ent­wurfes zur Reichsreform ersucht hat. Es wird angenommen, dah Reichsbankpräsident Dr. Luther die Anregung für diesen Wunsch des Reichskanzlers gegeben hat. Dr. Luther werde heute mehr denn je als führende Kraft bezeichnet, der sich mit allen Mitteln für eine Reichsresorm nach den Plänen des von ihm gegründeten Bundes zur Erneuerung des Reiches einsehe. Wie der Bayerische Kurier" hört, ist zu erwarten, dah im Herbst im Reichstag ein Reformprogramm, das auch politische Bestandteile hat, oorgelegt wird.

Kein Erfolg des Volks­entscheids in Lippe.

Berlin, 25. April. (TU.) Am 2. Dezember 1930 wurde im Lippeschen Landtag von den Ratio- nalfozialisten und den Dolkskonser- v a 11 d e n der Antrag auf Auflösung des am 6. Januar 1929 gewählten Landtages eingebracht. Der Landtag, in Dem die SPD. mit 9, die DNVP. mit 3, die DVP. mit 3, die Landoolkoartei mit 2 sowie die Demokraten, die Wirtschaftspartei, die Kommunisten und die Volksrechtpartei mit je einem Abgeordneten vertreten sind lehnte es ab, sich selb st aufzulösen. Infolgedessen kündigten die antragstellenden Parteien ein Volksbegehren an, das auch die übrigen nationalen Oppositions­parteien befürworteten mit Ausnahme der DVP. und des Evangelischen Valksdienstes, die ihren Wäh­lern die Eintragung in die Listen freistellten. Im Volksbegehren wurden die erforderlichen 35 934 Stimmen bis zum gesetzlich vorgeschriebenen Termin erreicht und um 2000 Stimmen überzeichnet. Der Zeitpunkt für den damit gesicherten Volksent­scheid wurde auf Sonntag, den 26. April, festge­setzt.

Für die Durchdringung dieses Volksentscheids war Die Hälfte Der Stimmen aller Wahlberechtigten, Das finD etwa 54000 Stimmen, erforDerlid). Die hinter Dem VolksentscheiD stehenDen Parteien hatten bei Der Reichstagswahl am 14. September 1930 rund 46 000 Stimmen aufgebracht. Bei Dem Volks- e n t s ch e i D am Sonntag rourDen insgesamt 3 6 9 9 6 Stimmen abgegeben. Davon waren 35 032 Ja-Stimmen, 1180 Nein-Stimmen unD 784 ungültige Stimmen. An Den erforDerlidjen 54 000 Stimmen fehlen rund 19000, fo Daß Der VolksentscheiD keinen Erfolg gehabt hat.

Oberbürgermeister Lautenschlager in Stuttgart wiedergewählt.

Stuttgart, 26.April. (WTB.) Bei Der heu­tigen Oberbürgermeisterwahl haben von 248 702 Wahlberechtigten 165 658 gleich 63,8 v. h. abge- st i m m t. von Den 165 248 gültigen Stimmen er­hielt Der bisherige Oberbürgermeister Dr.Laulen- s ch l a g e r, Der von Den SozialDemokralen, Den Demokraten, Der Deutschen volksparlei. Dem Christlichen volksDlenst, Der wirtschastsparlei und Den Deutschnalionalen unterstützt wurde, 115 178 Stimmen, Der kanDiDat Der Rational- s o; i a l i st e n, Hauptmann a. D. StaDtamtmann Dr. S t r S l i n - Stuttgart, für Den sich auch Die volksrechtpartei eingesetzt hatte, 25 814 unD Der kommunistische KanDiDat Reichstagsabgeord- neter T o r g l e r - Berlin 24 247.

Forderungen des Landvolks.

Geldern (Rh.), 27. 2lpril. (WTD.) Hier sprach Reichstagsabgeordneter Hepp von dev Christlich- Rationalen Dauern» und Landvolkpartei über Deutsches Landvolk und Agrarpolitik". Hepp sagte u. a.: Der deutschen Landwirtschaft helfen, heiße, die Kaufkraft stärken, Kapital neu be­schaffen und ein Fünfmillionen-Heer von Arbeits­losen wieder in den Arbeitsprozeß einzureihen. Zur Sanierung der Landwirtschaft in der gegen­wärtigen Stunde sei erforderlich eine wirk­same Zollpolitik, zu der der Regierung durch das jüngst beschlossene Ermächtigungsgesetz bedeutende Möglichkeiten in die Hand gegeben seien. Ein notwendiges Erfordernis sei ferner die Angleichung der Indexziffern an die Srei sgestaltung und die richtige Dege-

ng steuerpolitischer Fragen. Hm die hohen Steuern zu verhindern, sei höchstes und

erstes Gebot der Regierung, äußerste Spar­samkeit zu üben, vor allem den V e r w a l - tungsapparat des Reiches, des Staates und drr Kommunen zu vereinfachen.

Aus aller Well.

Ueberschwemmungskalastrophe im Wilnagebiet.

Die Ueberschwemmung im Wilnaer Gebiet nimmt an Umfang zu. Besonders schwer ist die Stadt Wilna betroffen. Der Vilijn-Fluß hat einen Stand von etwa neun Meter erreicht. Den An­strengungen der aufgebotenen Truppen ist es nicht gelungen, Das Elektrizitätswerk, Das nur einige hunDert Meter vorn Ufer Des Flusses ent­fernt ist, vor Den Fluten zu schützen. Der aufgerich- tete Damm rourDe Durchbrochen unD Die Wasser­massen Drangen in Den Turbinenraum ein, so Daß Die Maschinen stillgelegt merDen muß­ten. Ganz Wilna ist ohne Licht. Nunmehr finD auch Die höhergelegenen StaDtoiertel in Gefahr. Drohend Umspülen die Fluten die alte Wilnaer Kathedrale. Bisher sind allein in Wilna mehr als 150 Häuser unter Wasser. Ungefähr 2000 Personen sind obdachlos geworden. Der greise Orthodoxe Erzbischof Theodosius von Wilna erlitt infolge starker Erregung einen Schlaganfall. Sein Leben ist in Gefahr.

Schwerer Südweslsturm im Kanal.

Im englischen Kanal herrscht ein schwerer Süd- weststurm, der von starken, fast tropen- artigen Regenfällen begleitet ist. Die Schiffahrt hat schwer zu leiden. In der Straße von Dover steht eine gewaltige See. Es gelang aber bisher noch, den Schiffsverkehr nach dem Festlande aufrechtzuerhalten. Die Ver­kehrsflugzeuge versehen ihren Dienst nur unter sehr großen Schwierigkeiten und mußten den starken Höhensturmen durch Tieffliegen aus- weichen.

Werkspionage in Den Ceunaroerfen.

Der Oberreichsanwalt hat gegen Den Spengler Becker, Den Oekonomieverwalter 21man, Die Frau Beckers und Den Gefreiten im 6. Reiterregiment Bollrath in Demmin sowie gegen fünf anDere Personen Anklage wegen Werkspionage und Verrats militärischer Geheimnisse erhoben. Der HauptangeschulDigte Becker, Der in Weißenfels in unmittelbarer Nähe Der Leuna» werke wohnte, hat Der französischen Spio­nagezentrale in Straßburg Betriebs­geheimnisse Der Leunawerke verschafft, und zwar mit Hilfe feiner Frau, Die als Aufwärterin bei Den Leunawerken tätig war. Der Oeko» nomieverwalter Aman, Der sich gleichfalls zum Zweck Der Spionage bei Den Leunawerken in Weißenfels angefieDelt hatte, nutzte feine verwanDt- fchaftlichen Beziehungen zu Dem ReichswehrfolDaten Vollrath Dazu aus, Diesen zur Preisgabe von Dingen zu bewegen. Die im Interesse Der ßanDes- oerteiDigung geheimgehalten merDen mußten.

3m Kraftwagen auf Der LanDstrahe ermordel.

Auf einem einsamen Landwege in der Rahe des Dorfes Schloin bei Glogau wurde abends in einem Kraftwagen, der schon um die Mittags­zeit an dieser Stelle bemerkt worden war, ein Mann aufgefunden, dem zwei Schüsse in die Schläfe beigebracht worden waren. Es stellte sich heraus, daß erdasOpfereinesRaub- mörders geworden war. Dei dem Ermordeten, dem Brieftasche und Geldbörse fehlten, während die goldene Ahr allerdings noch vorhanden war, handelt es sich um einen gewissen Walter, der bei dem Druckereibesiher Roesch in Oels ange­stellt war. Alles spricht dafür, daß Walter unter­wegs einen Mitfahrer ausgenommen hat, der ihn erschossen hat.

Mißglückter Ausbruchsversuch Des Fassadenkletterers kaßner.

Der in Der Gollnower Strafanstalt feine mehr­jährige Zuchthausstrafe verbüßenDe berüchtigte FassaDenkletterer Willy Kaßner machte in Der Nacht zum Freitag einen raffinierten, zum Glück aber mißlungenen Ausbruchsversuch. Kaßner hatte in seiner Zelle unbeobachtet einen Vorrat von Lebensmitteln aufgespart und sich auch Werkzeug verschafft. In Der Nacht brach er ein Loch in Die Wand zum KorriDor und schob mit einem Eisenstab Den Riegel vor Der Tür beiseite. Schließ­lich entfernte er Dis Blechoerschalung vor Dem Schloß und öffnete es mit einem Dietrich. NachDern er so auf Den KorriDor gelangt war, schloß er auch Die Tür zur Zelle seines Nachbarn, Des schon oftmals ausgebrochenen Zuchthäuslers ADolf Knack, Der noch acht Jahre Strafe abzu- büßen hat, auf. In Diesem Augenblick näherten sich Beamte. Katzner schloß seinen Komplicen roieDer ein unD ließ sich von Den beiDen Beamten sestneh- men. In feinem Besitz fand man u. a. zwei- t«'n mit gemahlenem Pfeffer, ein Beweis Dafür, Daß es Den beiDen mit Dem Ausbruch ernst war und sie vor nichts zurückgeschreckt wären. Auch Farbentuben und Stiefelwichse hatte er bei sich, wo­mit er sich unkenntlich machen und Die Spuren für

einen Spürhund verwischen wollte. Kaßner ist be­kanntlich schon einmal vor nicht langer Zeit aus Dem Zuchthaus Tegel bei Berlin ausgebrochen.

Eine Hochstaplerin freigesprochen.

Vor dem Schöffengericht Derlin-Mitte hatte sich Die Hochstaplerin IDa Michaelis wegen De- truges und ilrkundenfälschung zu verantworten. Sie ist verschiedentlich schon wegen einer Anzahl Hochstapeleien vorbestraft. Einmal gab sie sich als eine Verwandte Krupps von Dohlen-Halbach aus, ein anderes Mal gab sie an, eine Tochter des Reichskanz­lers Michaelis zu fein, stets fuhr sie in D* Zügen erster Klasse und trat unter allerlei feu­dalen Ramen auf. In dem Fall, der diesmal zur Anklage stand, handelte es sich um eine Stra­tz e n b e k a n n t s ch a f t, die sie in München m i t einem Grafen Heimingen geknüpft hatte. Diesem Grafen gab sie sich als Tochter des Kammerherrn Freiherrn v.Malhahn aus. Auch hier kam es zu einer Verlobung, da Fräulein Michaelis dem Grafen Heimingen erzählt hatte, dah sie ein Vermögen von 6 0 0 0 0 0 Mark besäße. Sie selbst versuchte, dieses Verlöbnis wieder zu lösen, aber der Graf lietz nicht locker. Graf Heimingen wollte dann auch seinen zukünftigen Schwiegervater kennen lernen. Sie stellte daher einen Vries wechsel her, in dem sie Driefe an Heimingen unter dem Ramen des Schwiegervaters Malhahn schrieb und abtippte. Ms die Situation schließlich immer schwieriger wurde, verlieh Fräulein Michaelis den Grafen Heimingen. Das Schöffengericht sprach die Angeklagte aus rechtlichen Gründen frei, da hier keine betrügerischen Absichten zu finden seien, weil Graf Heimingen selb st grotzes Interesse gehabt hätte, sie zu heiraten. Dei den von ihr angefertigten Driesen ihres angeb­lichen Vaters an den Verlobten handele es sich um keine Hrkundenfälschung im Sinne des Ge­setzes, sondern um eine schriftliche Lüge in Fa­milienangelegenheiten. Der Staatsanwalt hatte gegen die Hochstaplerin ein Jahr Zuchthaus be­antragt.

Den Bruder beim Spiel erschossen.

Der 14jährige Sohn Des Obermelkers Bednaz, Der auf seinem Gute in 9ägernDorf, Kreis Brieg (Schlesien), beschäftigt ist, erschoß beim Spiel mit einem kleinen Tesching seinen 11jährigen BruDer. Der Schuß traf mitten ins Herz, so daß Der ToD sofort eintrat. Der Täter rourDe, nachDern man ihn überall gesucht hatte, schließlich auf Dem Kirchhof entDedt, wohin er sich in feiner Ängst geflüchtet hatte.

Elly Beinhorn hat Europa erreicht.

Die Fliegerin Elly Deinhorn hat endlich Europa erreicht. Sie startete am Sonntag von Tunis, um über das Mittelmeer nach Catania auf Si­zilien zu fliegen. Rach zweistündigem Fluge er­reichte sie die Küste Siziliens und landete auf dem Flughafen von Catania. Elly Deinhorn wird voraussichtlich am Montagfrüh nach Rom wei­terfliegen. Mit ihrem Eintreffen in D e r l i n ist im Laufe der Woche zu rechnen.

Alte deutsche Musik in Washington.

Im Rahmen des diesjährigen Kammermusik­festes wurde in der Fe st Halle der Kon­greßbibliothek zum ersten Male in den Vereinigten Staaten eine Symphonie Friedrich des Großen aufgeführt. Das Reuhorker Philharmonische Orchester spielte unter Leitung von Gabrilowitsch, der vom Cembalo aus dirigierte. Das Orchester trug ferner das DrandenburgischeKonzert R r. 6" von Dach vor. Heute wird der Stuttgarter Madrigalchor unter Leitung von Professor Holle alte deutsche und italienische sowie moderne deutsche Madrigale zum Vortrag bringen.

Oie Wetterlage.

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(«Ichter Osi _p massiger Sudsudwesi Q, stürmischer nordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeicen Stationen stenenden Zah­len gehen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mH gleichen! auf neeresnirfeau umgerechneten Luitdruck

Wettervoraussage.

Die atlantische Störung hat sich in zwei kleine geteilt, von Denen Die eine in südöstlicher Richtung bis nach WestDeutschland ihren Weg genommen hat. Dabei hat auch in unserem Bezirk rege NieDer- schlagstätigkeit eingesetzt. Die an Der Rückseite Des Wirbels nunmehr zusließende kühlere Ozeanluft wird einen veränDerlichen Witterungscharakter mit sich bringen. Die Temperaturen erfahren im allgemeinen einen Rückgang, unD bei wechselnDer Bewölkung roerben weiterhin einzelne Niederschläge auftreten, Die teilweise von Gewittererscheinungen begleitet finD.

Aussichten für Dienstag: VeränDerliches Wetter, wechselnDe Bewölkung mit vorübergehender Aufheiterung, kühler, noch einzelne Niederschläge.

Aussichten für Mittwoch: Weiterhin un­beständig, teils bewölkt, teils aufheiternd, vereinzelte Schauer.

ßufttemperaturen am 26. April: mittags 13,5 Grad Celsius, abends 7,6 Grad; am 27. April: morgens 9 Grad. Maximum 14,6 Grad, Minimum 6,7 Grad. GrDtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. April: abends 10,4 Grad; am 27. April: morgens 7,8 Grad Celsius. Niederschläge 5 mm.- Sonnenschein- Dauer y/i Stunden.