Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 27. April 1931.
Meinung.
Wir sagen meist etwas gewichtiger „Weltanschauung", wo im Grunde nur eine Meinung vorhanden ist, die mehr oder weniger begründet werden kann und begründet ist. Begründet mehr durch Bildunas- oang, Erfahrung, durch flüchtig Gelesenes oder Gehörtes, oft auch nur durch ganz oberflächliche eigene Betrachtungsweise. Man mache sich und andern nichts vor: Im allgemeinen ist von Weltanschauung im Bollgewicht der Bedeutung dieses Wortes nicht die Rede. Und es ist noch lange nicht sicher, ob man nicht beim einfachen Mann ebenso oft tief begründete Weltanschauungen finden kann, wie beim sogenannten Intellektuellen das Gegenteil zu entdecken ist. Denn Weltanschauung im tieferen Sinn ist nicht darauf gegründet, ob er einen Anzug aus bestem englischen Stoff trägt und ein Scheckbuch in der Tasche hat, sondern darauf, ob er sich selbstdenkend mit seiner Umwelt und seiner Zeit auseinandersetzt. Da aber so viele Formungen einer Zeit, ja fast alle, aus weltanschaulichen Grundlagen kommen, ist leicht die Wichtigkeit der Gestaltung des Weltbildes in jedem Einzelnen erkennbar.
Fragt sich also, was unsere Zeit dazu tut, um das Beste zu erzielen, das in der Arbeit für diese Aufgabe erzielbar ist. Die Schule und andere Faktoren versuchen es bei den jungen Menschen. Mit mehr oder weniger Erfolg. Zu einem Teil werden doch nur Kenntnisse vermittelt, manchmal nur tote Buch- weisheit? die ein wenig stützen können, wenn es gilt, zur Schaffung einer Weltanschauung beizutragen. Soll das Höchstmaß dieses Zieles erreicht werden, so muh erst der gemeinsame Kulturwert gefunden sein, von dem aus sich für ein Volk die Schöpfung einer Weltanschauung ergeben kann. Und davon ist man heute noch weit entfernt. Denn man kann wohl das Spiel der Kräfte gelten lassen, das im Hin und Her, im Auf und Ab, den und jenen erfaßt und ihn hinführt zu einer gefestigten Weltauffassung. Aber die grundsätzliche Verschiedenheit der Grundlagen, von denen man heute ausgeht, zeigt ja, daß man zu sehr auf dieses Spiel der Kräfte achtet, aber zu wenig Gewicht leyt auf das Einigend«, unter dem sich alle irgendwie finden könnten und finden müßten. Die weiteren Wege mögen abzweigen nach Neigung, Bedürfnis, innerem Zwang, nach Stellung in der sozialen Struktur und nach dem Grade der Opferwilligkeit, die gefordert wird für die Durchsetzung der Weltanschauung. Denn eine Weltanschauung, die nur Privatsache ist und Passion für Mußestunden, ist zu nichts nütze. Aber auch eine Meinung ist nichts wert, die nicht gegründet ist auf die Ueber- zeugung von der Unoerrückbarkeit der Fundamente, auf die sie aufgebaut ist. Die Meinung soll erst dort einsetzen, wo die Weltanschauung bereits auf breiter Basis dem Dasein Halt und Festigkeit gegeben hat. Dort kann sie spielen nach eigener Lust. Aber die Weltanschauung, die wohlbegründete, die aus die Wurzeln des Seins zurückgreift, muß das Erste sein. Da man aber meist die Meinung für Weltanschauung nimmt, das schwankende Zweiglein für den starken Stamm, ist es nicht zu verwundern, daß sich so viel Unruhe, so viel unüberbrückbare Gegensätzlichkeit in unserer Zeit auswirkt. —r.
Kulturelle Erwerbslosenveranstaltung
in Gießen.
Auf Einladung der Volkshochschule fand am Mittwochabend — wie man uns berichtet — «ine Besprechung verschiedener an den kulturellen Erwerbs losenveran st altun- gen interessierter Stellen und Vereine statt. Der Leiter der Volkshochschule wies einleitend auf den Sinn solcher Veranstaltungen hin. Man müsse von Dildungsabsichten absehen und lediglich Darbietungen bringen, die der Aufheiterung dienen. Daher sei auch trotz geltend gemachter und wohl zu würdigender Bedenken für die Erwerbslosen- Vorstellung im Gießener Stadttheater ein Lustspiel, und zwar Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung", ausgewählt worden. Sn der Aussprache unterstrich insbesondere Dr. T e - mesvary diese Ausführungen. Bezüglich der Finanzierung der geplanten Veranstaltungen wurde mitgeteilt, daß ein erheblicher Teil der Kosten durch einen kleinen Beitrag der Besucher aufzubringen sei; dadurch würde auch vermieden, daß die Erwerbslosen diese Veranstaltungen als bloße Wohltätigkeit empfinden. Doch wird ganz ohne Zuschüsse nicht auszukommen sein; so wurde die Aufführung von „Der Widerspenstigen Zähmung" nur dadurch ermöglicht, daß von auswärtiger privater Seite eine Spende von hundert Mark für diese Aufführung gegeben wurde. Sn eingehender Besprechung wurde das Programm der Veranstaltungen für das laufende Arbeits-
Steuerfragen und Handwerksnot.
Oer Vorstand der Hessischen Handwerkskammer zu den neuen Steuergesehen.
Der Vorstand der Hessischen Handwerkskammer nahm in seiner jüngsten Sitzung in Anwesenheit von Vertretern der hessischen Finanzbehörden eingehend Stellung zu den durch die Äotverordnung geregelten bzw. in Aussicht gestellten Steuergesehen und den letzten steuerlichen Maßnahmen im Lande Hessen. Ausgehend von dem Grundsatz einer gerechten Lastenverteilung kam er zu folgenden Ergebnissen:
Grundsteuerrahmengeseh.
Durch die vorgesehene Heranziehung des Einheitswertes als Besteuerungsgrundlage ist eine ungerechte Verschiebung des seitherigen Delastungsverhältnisses unter den verschiedenen Gruppen von Grundeigentümern in den Bereich der Möglichkeit gerückt. Hm dies zu vermeiden, muß die Veube- wertung des Grundvermögens derart erfolgen, daß 'wesentliche Verschiebungen auch der Grundsteuerlasten nicht eintreten.
Gewerbesteuerrahmengeseh.
Die Heranziehung des Gewerbeertrages als einzige und vorwiegende Desteuerungsgrundlage führt — wie an praktischen Beispielen übe z uzend nachgewiesen wurde — zu einer unerhörten Höherbelastung der Klein- und Mittelbetriebe. Vach Ansicht des Kammervorstandes so." bei der Gewerbesteuer vorwiegende Besteuerungsgrundlage das Gewerbekapital sein, da die Gewerbesteuer, wenn überhaupt, so nur den einen Sinn haben kann, daß sie eine Ersatzleistung für die den Gemeinden und Ländern durch die Betriebe erwachsenden Kosten darstellt. Regierung und Abgeordnete sind deshalb zu bitten, sich für die möglichst obligatorisch zu gestaltende Heranziehung des jeweiligen Betriebsvermögens und der Lohnsumme als Desteuerungsgrundlagen neben dem Gewerbeertrag einzusetzen, wie es auch in dem Entwurf eines Steuervereinheitlichungs- gesehes aus dem Sahre 1928 vorgesehen war. Ferner ist aus eine stärkere Degression des Tarifs, aus die Abzugsfähigkeit des persönlichen Arbeitsverdienstes vom steuerpflichtigen Ertrag und auf die Einführung eines Anhörungsrechtes der Derufsvertretunaen, wie sie in Preußen seit langem besteht, hinzuwirken.
Realsteuersenkung.
Die Realsteuersenkung ist in ihrer Höhe, Sicherung, Finanzierung und Dauer unbefriedigend im Gesetz gelöst. Eine dauerhafte Senkung ist nur möglich mittels Aufgabenentlastung und richtigen Finanz- und Lastenausg^iches zwischen Gemeinden, Ländern und Reich. Die Finanzierung der Senkung durch die Sondersteuereingänge lähmt die Dauwirtschaft weiterhin und bringt die Gefahr einer Verewigung der ruinösen Sonder- gebäudesteuer mit sich. Eine Entlastung des Grundbesitzes und der Gewerbetreibenden wird in Hessen effektiv durch die Senkung deshalb nicht eintreten, weil die Grundsteuer zuvor um ein Mehrfaches erhöht, die Sondergebäudesteuer in vielen Fällen hinaufgeschraubt und die Gewerbesteuer nach Einführung des Rahmengesetzes insbesondere für die sehr große Zahl der Klein- und Mittelbetriebe sich ebenfalls über den Detrag der Senkung hinaus erhöhen wird. Vielmehr wird für die Handwerksbetriebe durch die vorgesehene Art der Steuervereinheitlichung eine effektive Erhöhung der Realsteuern zum mindesten vom Sahre 1932 ab per Saldo zu verzeichnen sein, der mit allen Mitteln entgegenzutreten ist.
Steuervereinfachung.
Unter den Dereinsachungsmaßnahmen befinden sich solche, die eine echte Vereinfachung für die Steuerpflichtigen nicht nach sich führen werden. Zu begrüßen sind die Erhöhung der Vermögenssteuerfreigrenze und die Einführung einer Hrnsah- steuerfreigrenze als echte Vereinsachungsmah- nahmen. Die Offenlegung der Cinhritswerte an Stelle der Zustellung von Bescheiden belastet unverhältnismäßig die zur Einsichtnahme gezwungenen Pflichtigem
Vollkommen abzulehnen ist die in Aussicht gestellte gewerbliche Einheitssteuer und die Gemeindezuschläge hierzu, durch die die Cin- kommensteuerkraft des gewerblichen Mittelstandes übermäßig angespannt wird im Gegensatz zu den Leistungen der großwirtschaftlichen Kreise. Regierung und Abgeordnete sind zu bitten, sich der Einführung der gewerblichen Einheitssteuer in der vorhergesehenen Form zu widersehen und dafür Sorge zu tragen, daß ihr die Zustimmung im Reichsrat versagt bleibt.
Sondergebäudesteuer.
Die Erhöhung der hessischen Sondergebäudesteuer für Objekte, bei denen die Friedensmiete höher als 5 v. H. ist, hat sich weit stärker als erwartet ausgewirkt. Betroffen ist insbesondere der Geschäftshausbesih in guter Lage. Ungewöhnliche Härten entstehen durch die Einziehung insofern, als die ungenügenden Geschäftserträgnisse in der heutigen wirtschaftlichen Krisenzeit die Deckung erhöhter Sondersteuern nicht zulassen und eine Abwälzung auf die Mieten meistenteils unmöglich ist. Die Geschäftsmieten müssen im Gegenteil heutzutage fast Überall gesenkt werden. Zu verlangen ist eine sofortige Feststellung der Gesamtsumme der Mehrveranlagun- gen in Hessen, Streichung des über den voranschlagsmäßigen Betrag in Höhe von 500 000 Mark hinausgehenden Teils und Unterverteilung des Restbetrags auf die tatsächlich tragfähigen Objekte.
Der in der letzten Zeit häufig propagierte Vorschlag auf Freilassung desjenigen Teils von der Sondergebäudesteuer, für den Reparaturen im Hause ausgeführt worden sind, verdient größtes Snteresse im Hinblick auf die Ankurbelung des Wirtschaftslebens. Es ist zu versuchen, die finanzpolitischen Hindernisse zu überwinden. Ferner muh Vorsorge dagegen getroffen werden, daß die enorme Steuerverschuldung der Geschäftsh au seigentümer ausgeglichen wird, die mangels genügender Geschäftserträgnisse in den letzten Sahren nicht in der Lage waren, die überaus hohen Sondersteuern zu entrichten. Der endgültigen Beseitigung der Sondergebäudesteuer muß größte Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Die neue Ben) er hing des zwangsbewirtschafteten Grundbesitzes
muh sich möglichst anlehnen an die heutigen Werte. Ob dies allein durch ein Vielfaches der Rohmieten bzw. Friedensmieten möglich ist, ist nicht sichergestcllt. Eine Kombination der Rohmiete mit dem früheren Wehrbeitragswert, beide in ein Verhältnis gesetzt zu den tatsächlich in der letzten Zeit erzielten Verkaufspreisen ist im Sinne der Vorschläge der Hausbesiherorganisation zu erwägen. Die Wertfestsehung mutz durch Sachverständigenkommissionen erfolgen.
jahr im wesentlichen festgestellt. GS sind vorgesehen Chor- und Snstrumentalkonzerte, sportliche Vorführungen, sowie Filmvorführungen und Theatervorstellungen. Was die Organisation der Veranstaltungen betrifft, so wies der Leiter der Volkshochschule darauf hin, datz infolge der Haltung von Staat und Stadt gegenüber der Volkshochschule die Zukunft dieser Einrichtung gefährdet sei. Um daher die Weiterführung der Veranstaltungen sicherzustellen, schlug er die Bildung eines von der Volkshochschule unabhängigen Ausschusses vor. Dieser Vorschlag fand Annahme, ebenso der weitere, ebenfalls von dem Vertreter der Volkshochschule ausgehende, die Geschäftsführung der kulturellen Erwerbslosenveranstaltungen dem Arbeitsamt Gietzen zu übertragen. W. H.
Bornotizen.
— Tagcskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sonntag des Lebens".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Dienstag, 28. April, 19.30 Uhr, erste Wiederholung von Schillers Tragödie „Die Sungsrau von Orleans"; neue Snszenierung, Spielleitung Sntendant Dr. Prasch, Titelrolle: Beatrice Doering. — Snfolge Erkrankung der Hauptdarstellerin mutz das Gastspiel Alfred Abel am Mittwoch, 29. April ausfallen. Da das Ensemble des Stadttheaters Gietzen am selben Tage in Marburg ein Gastspiel gibt, ist es nicht möglich, eine Ersatzvorstellung im Rahmen des Spielplans anzusehen. Das Theater bleibt daher Mittwoch geschlossen. — Freitag, 1. Mai, 19.30 Uhr, in neuer Snszenierung unter der Spielleitung von Sntendant Dr. Rolf Prasch Schillers romantische Tragödie „Die Sungsrau von Orleans" mit Beatrice Doering in der Hauptrolle. — Sonntag. 3. Mai, 18.30 Uhr, auf vielseitigen Wunsch nochmalige und letzte Wiederholung des Schlagerstückes der diesjährigen Spielzeit „Meine Schwester und ich", musikalisches
Lustspiel von Berr und Derneuil, Musik Ralptz Benatzky, Spielleitung Sntendant Dr. Prasch.
*
** Oesfentliche Sitzung des Kreis, a u s f ch u s s e s. Am Samstag, 9. Mai, 8.30 Uhr beginnend, findet im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusies des Kreises Gießen statt. Tagesordnung: 1. Klage des Ludwig Schneider und Genossen in Dillingen wegen Aufwertung von Einkaufsgeld. 2. Entziehung des Führerscheins des Otto Bender in Gießen.
♦* Eine wichtige Tagung des Hessischen Landeskirchentags. Der Hejsische Landeskirchentag wird am kommenden Dienstag für drei bis vier Tage zusammentreten. Er wird u. a. ein für das Leben der Landeskirche sehr wichtiges Gesetz, das sog. „Kirchenzuchtgesetz", zu beschließen haben. Es handelt sich dabei um das Verhalten der kirchlichen Organe bei Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Konfirmationen gegenüber Andersgläubigen und Ausgetretenen.
** Schulpersonalien. Durch Entschließung des Ministers für Kultus und DildungS- wesen wurden die Studienreferendare Dr. Heinrich Fuchs, Hans Guth, Fritz Hornef. August Mayer, Dr. Georg Mayer, Dr. Kack Moritz Ohr, Sohann Karl Rees, Dr. Erwin S ch w e n d er, Dr. Hermann Otto V a u b e l zu Gietzen zu Studienassessoren ernannt
** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Grünberg—Hungen, Ortsdurchfahrt Hungen, ist jetzt wieder aufgehoben. .
•• Straßenneubauten im Eich - gärtengebiet. Vachdem im vergangenen Sahre östlich der Eisbahn, als Verlängerung der Roonstratze, ein Stuck Straße von etwa 30 Meter Länge angelegt wurde, ist man zur Zeit dabei, diese Straße in der Richtung nach dem Philosophenwald weiterzusühren. Vorläufig soll sie nur bis zum Reubau der Pestalozzischule aus- gebaut und dort mit der von der Kaiseralle«! herführenden Wolsstratze vereinigt werden.
" Ehrung von Hausangestellten« Dieser Tage fand — wie man uns heute berichtet — im kleinen Saale des Cafä Astoria diie vom Roten Kreuz in Gießen veranstaltete alljährliche Ehrung von Hausangestellten, die 20 und mehr Sahre in einem Hause gedient hatten, im Kreise ihrer Dienstherrschasten und des Vorstandes des Roten Kreuzes statt. Geehrt wurden Fräulein Elisabethe Maurer, 45 Sahre in der Familie Wetter, Südanlage 23; Fräulein Auguste Michaelis, 21 Sahre in der Familie des Fabrikanten Fritz Hein, Bismarckstrahe 46; Fräulein Elisabethe Abmann, 20 Sahre bei Fräulein Amalie Holzapfel, Frankfurter Str. 12. Den Subilarinnen wurden seitens des Hauptvereins vom Roten Kreuz silberne Droschen mit Widmung und Diplome gespendet. Bei deren Heberreichung wurden die Subilarinnen durch warme Ansprachen des Vorsitzenden des Zweigvereins vom Roten Kreuz, Oberstudiendirektor Dr. Baur, und der Vorsitzenden des Alice- frauenvereins vom Roten Kreuz, Frau Wilhelmine Cramer, ausgezeichnet und als Ehrengäste gewürdigt.
** E i n heftiges Gewitter mit starken Regengüssen und kräftigem Hagelschlag ging gestern gegen 15 Uhr über unsere Stadt nieder. Das Gewitter war das erste in diesem Jahre und führte zu einer Wendung in der Wetterlage, als deren Folge heute früh ein anhaltender Landregen niedergeht. Bei den elektrischen Entladungen schlug der Blitz in einen Pappelbaum bei der Schillerschule ein, von dem ein ganzes Stück herausgerissen wurde. Zum Glück wurde weiteres Malheur nicht angerichtet, ebenso ist uns bis zur Stunde aus der Umgegend keinerlei Schaden gemeldet worden. Der ausgetrockneten Erde mit den jungen Anpflanzungen kam der Regen sehr zustatten.
** Gin Einbruch wurde in der Nacht zum Sonntag in Rockenberg in der Gastwirtschaft von Landvogt verübt. Die Täter zertrümmerten, wie wir von der Landeskriminalpolizeistelle Gießen hören, eine Fensterscheibe und drangen dann mit Hilfe einer Leiter in die im Hochparterre gelegenen Wirtsräume ein. Sie machten es sich in dem Lokal sehr gemütlich, stärkten sich durch Speise und Trank auf Kosten des Wirts und verschwanden dann unter Mitnahme von 600 bis 800 Zigarren und 200 dis 300 Zigaretten. Die polizeilichen Nachforschungen sind im Gange.
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