Ausgabe 
25.11.1931
 
Einzelbild herunterladen

Dori. Sie. der weist gewinn 9en auf LZ M M der W len ÄL

len etiva W und deutliche

ei den dvrfer

n Mn-

Mdrn in .»BW

'erung der ftänöig zu- >e btrfiör-

'gewachsen, xmte zins- NesesDer- ncr Fima Don den

ni werden

in).

evisen-

crabsehnng

ft

cpifcn* :r 31 ü d :s weiter )o'Am zu» 'Mr ein- LvrmttLtzS -edrr leicht m ging es Häufe t« gen Panr ab. gegen )imarf auf und gegen lieb weiter ber gut er- - Dar! auf end fie .sich it niedriger

er Premiere ÜlffUl' scheint falt; .Tankstelle' fit erwarten, i fcrii&mlcn sinöen. iefiuiann ranz in ine u|en 2lden- mung hrn" Urnen, Cutt' erlebt den teltatt. .>£ 'besgeKE damals der $6M; $$ Jt3 SeldSs xS te$ .'nen H-"L Ä Heym,n" iDDS? von 'ZE ergänS'-A'ly ip-elen und

Sehen:

tr «Titelt*

5 ,chricb :U,ib ustise und unter >er L,e ebtüi)' S'jS S.tz . »"'N V

stellte. Die Norddevisen blieben weiter im An­gebot und schwach.

Am Nachmittag hat sich das englische P f u n d wieder gut erholen können, es er­reichte seinen Stand vom vorgestrigen Abend. Es stellte sich gegen den Dollar auf 3,66'/i, gegen den Gulden auf 9,14, gegen Zürich auf 18,90, gegen Paris auf 935/8 und gegen die Reichs- mark auf 15,411/2. Der Dollar war leichter,

er ging in Amsterdam auf 249,35 zurück in Zürich auf 516' ,'4 und in Paris auf 25,^6''4. Die Reichsmark hat sich nach vorübergehender leichter Abschwächung wieder befestigt, sie zog in Reuhork auf 23,75 an, in Amsterdam auf 59,11'/» und in Zürich auf 122,30. Auch die Nord- devisen haben sich etwas erholen können, wäh­rend Buenos eher etwas schwächer tendierte.

Besserung des Reichsbank-Status.

B e r l i n. 25. Noo. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. No­vember hat sich in der dritten Novemberwoche die gesamte Stapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 120,8 Millionen auf 3876,9 Millionen Reichsmark v e r r i n g e r t. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 126,4 Millionen auf 3655 Millionen Reichsmark abgenommen, die Lombardbestände um 5,6 Millionen auf 119 Millionen Reichsmark zuge­nommen. Die Bestände an Reichsschatzwechseln, die am Schluß der Vorwoche 10 000 Reichsmark betragen hatten, werden mit 30 000 Reichsmark aufgewiesen.

An Reichsbanknoten und Rentenbank­scheinen zusammen sind 181,2 Millionen Reichs­mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 176,3 Millionen auf 4277,2 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 4,9 Millionen

auf 408,6 Millionen verringert. Unter Berücksichti­gung, daß in der Berichtswoche Rentenbemkscheine in Höhe von 0,1 Millionen Reichsmark getilgt wor­den sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 18,7 Millionen Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 424,4 Mil­lionen Reichsmark eine Zunahme um 17,6 Millionen Reichsmark.

Die Bestände an Gold und deckungs­fähigen Devisen haben sich um 13,7 Millionen auf 1176,1 Millionen Reichsmark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 29,4 Millionen auf 1008,6 Millionen Reichsmark abgenommem die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 15,7 Billio­nen auf 167,5 Millionen Reichsmark zugenommen.

Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 27,5 gegen 26,7 v. H. in der Vorwoche.

Die deutschen Börsen.

Ziemlich matt in Berlin.

Berlin, 25. Nov. (WTB. Funkspruch.) Schon in den gestrigen Abendstunden war vom AEG.-Markt ausgehend eine Abschwächung eingetreten. Im heu­tigen Freiverkehr trat hierzu keine größere Verände­rung ein, die Grundtendenz blieb weiter ziemlich matt. Es herrschte fast völlige Geschäftslosigkeit, da die Spekulation in Anbetracht der ungeklärten außen- und innerpolitischen Lage Zurückhaltung übte und das Kursgeschäft als solches kaum noch ins Ge­wicht fiel. Man wollte wissen, daß es sich bei dem herauskommenden Material der letzten Tage haupt­sächlich um Auslandware gehandelt hat, und glaubt, daß auch die Schwäche der deutschen Werte an der gestrigen Neuyorker Börse, die sonst ziemlich fest veranlagt war, hiermit zusammenhinge. Vielleicht soll durch solche Manifestationen auch ein gewisser Druck auf die bevorstehenden BIZ.-Verhandlungen ausgeübt werden. Die Regierung arbeitet an ihrem Wirtschaftsprogramm mit Hochdruck, um es noch bis Anfang Dezember unter Dach und Fach zu bringen. Die Unsicherheitsmomente, die sich aus ihm ergeben können, wirkten natürlich auf die Ten­denz der Effektenmärkte und auf festverzinsliche Werte ein. Auch von dem Reichsbankausweis für die dritte Novemberwoche konnte keine Anregung ausgehen, da er ein ziemlich normales Aussehen hat. Allerdings überraschte die Verminderung der Gold- und Devisenbestände um nur 13,7 Millionen in gün­stigem Sinne. Zur Dividendenfrage der Kaliwerte wird bekannt, daß entgegen den von anderer Seite verbreiteten Meldungen beim Salzdetfurthkonzern doch mit der Ausschüttung einiger Dividende zu rech­nen sei, über deren Höhe sich aber nach den bisher vorliegenden Meldungen noch nichts sagen lasse. Stimmungsmäßig weiter zur Schwäche neigend, war die Tendenz kursmäßig für Aktien heute also nicht wesentlich verändert; nur AEG. lagen wei­ter abgeschwächt. Pfandbriefe gaben dagegen erneut um etwa 0,5 bis 1 o. H. im Kurse nach, und das Angebot in diesen Werten schien eher im Zunehmen begriffen. Ueber die Beratungen wegen der Wieder­eröffnung der Wertpapierbörse wurde bekannt, daß im gegenwärtigen Zeitpunkt nach Ansicht der Reichs-

regierung und der Reichsbank eine solche der ge­samten wirtschaftlichen und politischen Lage Deutsch­lands nachteilig wäre und daß es daher dem Mi­nister für Handel und Gewerbe vorläufig nicht möglich ist, einer Wiederaufnahme der Börfenverfa mm l u n g e n zuzuftimmen.

Frankfurt sehr ruhig.

Frankfurt a. M., 24. Nov. Auch der heutige telephonische Freiverkehr von Bureau zu Bureau lag ohne jede Anregung, so daß das Geschäft allgemein wieder sehr ruhig war. Am Aktienmarkt neigte die Tendenz zur Schwäche, da die anhaltend schwachen Kurs­meldungen von den Auslandbörsen, besonders Neuyork, verstimmten. Auf Abgaben aus Kund­schaftskreisen und der Spekulation setzten sich ziemlich einheitlich auf allen Märkten Kurs­rückgänge bis zu 1,5 Prozent durch. Etwas mehr abgeschwächt lagen wieder AEG.-Aktien, die 2,5 Prozent und Siemens, die etwa 2 Prozent einbüßten. Bon Cßan'alt.en sind Reichsbankanteile als schwach zu bezeichnen. Die Hmsahtätigkeit bewegte sich in sehr engen Grenzen.

Am Rentenmarkt bestand größere Zu­rückhaltung, und die Hmsähe waren daher auch hier sehr gering. Die Stimmung war eben­falls eher etwas schwächer, da man nach dem Abschluß der Arbeiten des Wirtschaftsbeirates die Befürchtung hegt, daß eine Zinssenkung in irgendeiner Form doch kommen wird. Die Rück­gänge blieben jedoch eng begrenzt, einmal weil aus den bekannten Gründen kein nennenswertes Material an die Märkte kommt, und zum andern etwas Nachfrage zu Rückzahlungszwecken besteht, was dem Markt immerhin eine gewisse Stühe bietet. Schwach lagen Rcichsschuldbuchfordcrun- gen, die infolge der Kursrückgänge in Holland etwa 1 Prozent verloren. Bon deutschen An­leihen gingen Altbesitzanleihe bei relativ leb­haftem Geschäft ebenfalls um 1 Prozent zurück. Industrie-Obligationen waren aus dem Rhein­lande gut gefragt, doch haben die Kurse keine wesentliche Veränderungen erfahren. Ausland­renten still.

Wessen Md bin ich?

Vornan von $r. Lehne.

(Urheberschutz durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.)

12. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

8.

Leise summte das Wasser in dem blankgepuhten kupfernen Teekessel. Die freundliche, weißhaarige Frau überflog den heute besonders sorgfältig ge­deckten Tisch mit prüfendem Blick es fehlte nichts. Den großen Strauß aus bunten Herbst­astern rückte sie ein wenig zur Seite, damit die Schüssel mit dem kalten Wildbraten, den der Gatte so gern, besser Platz hatte. Sie füllte die Teekanne und drehte die Spiritusflamme höher, damit das Wasser schneller koche.

Während ihrer Borbereitungen saß ihr Gatte vor dem Schreibtisch, die Abendzeitung lesend. Ein friedliches Behagen lag in dem mäßig gro- hen, ziemlich niedrigen Raum, mit den Möbeln aus Birnbaumholz und dem grünen Ripssofa.

Eine große wunderschöne Zimmerlinde bean­spruchte eines von den beiden Fenstern ganz für sich. Sie stand auf der Diele und hatte schon bei­nahe die äußerste Fensterhöhe erreicht. Schläfrig blinzelnd und vor Behagen schnurrend, lag in einer Ecke des Sofas eine weiß- und graugestreifte Katze.

Die alte Dame goß jetzt den Tee auf und bat dann den Gatten, am Tisch Platz zu nehmen. Er lächelte und drückte ihr liebevoll die Hand.

Du hast dir so viele Hmstände gemacht, Mütterchen!"

Darf ich das nicht an deinem fünfundsiebzig- sten Geburtstage?"

Ein ernster Schein flog über fein gütiges Ge­sicht.

3a, die Jahre neigen sich abwärts! 3ch habe die Zeit schon überschritten denn unser Leben währet siebzig 3ahre, und wenn es hoch kommt, sind es achtzig 3ahre"

und köstlich ist es auch gewesen, voller Mühe und Arbeit."

Die alte Dame bediente den Gatten. Sie legte ihm vom kalten Braten vor, süßte ihm den Tee, füllte seinen Teller mit Salat.

Ebba Lenz hat doch wieder so lieb geschrieben in ihrer herzigen, natürlichen Art! Als ob sie vor mir stünde und ich sie sprechen hörte"

Er nickte.

3a, sie fehlt mit recht! Jetzt merkt man richtig, wie wir doch mit dem Dorfe und dem Lehrer Lenz verwachsen waren! Selten sind mir so prächtige Menschen begegnet! Und wie gut sich der Christel Lenz als mein Nachfolger entwickelt!

Was für vernünftige und großzügige Ansichten er auch hat fein Brief war mir eine wirk­liche Herzensfreude und eine Beruhigung zu­gleich"

und sehr liebenswürdig war es auch von den Reinshagener Herrschaften, daß sie deinen Geburtstag nicht vergessen haben. Besonders Komtesse Inga hat so nett geschrieben. Aus ihren Zeilen liest man Heimweh nach Reins­hagen; in Dresden scheint sie sich trotz der vielen Zerstreuungen gar nicht so recht wohl zu fühlen"

Inga war immer ein einfach und bescheiden angelegtes Kind, dabei tief innerlich; sie sucht ihr Glück nicht draußen!"

Das Gespräch spann sich in allerlei Betrach­tungen zwischen Pfarrer Sturm und seiner Frau hin und her, während sie ihr Nachtessen ver­zehrten. Dann deckte sie den Tisch ab, fetzte ein Kistchen mit Zigarren; die Aschenschale und einen Teller mit ausgesucht schönen Aepfeln auf das Tischtuch. Ihre Hände beschäftigten sich mit einer Strickarbeit, indessen das Peterle, die schöne graue Katze, es sich auf ihrem Schoß bequem gemacht.

Der Herbstwind fegte durch die Straßen; fein Heulen und Grollen machte den Aufenthalt im Zimmer doppelt gemütlich. Der alte Herr las ein wenig. Heber den Rand seines Buches hin­weg blickte er öfter nach seiner Frau. Hebervoll war ihm das Herz in Liebe und Dankbarkeit gegen die treue Gefährtin so vieler Jahre! Hnd ein gerüttelt Maß voll Leid war ihnen beschieden gewesen; aber in gemeinsamem Tragen war die schwere Last wenigstens etwas erleichtert, doch vergessen nie!

Hnd wie er täglich daran denken mußte, so waren es auch die Gedanken »seiner lieben grau! Einsam und allein stand man an seinem Lebens­abend und sie hatte ihm doch drei Kinder ge­boren, und alle drei waren ihnen genommen! Hnd wären jetzt erwachsen und der Trost und die Freude ihres Alters!

Ob sie seine Gedanken erraten?

Plötzlich sagte sie, tief aufseufzendeines wünschte ich mir noch, ehe wir gehen müssen: zu wissen, ob unsere Tochter noch lebt!"

Da verdüsterte sich sein Gesichtund ich wünsche beinahe .nein'! Es ist wohl auch aus­geschlossen! Denn so verhärtet und lieblos kann ein Menschenherz nicht sein, daß es die Eltern für immer vergißt! Einfach aus ihrem Leben ausgelöscht, wie man mit einem Schwamm über eine Schiefertafel fährt! Hnd nicht einmal wieder­ein Lebenszeichen zu geben. Nein! Wie sollte man sich zu ihr stellen!"

Ach, und wenn sie jetzt käme, lieber Mann, doch noch mal käme"

Er stand auf und durchmaß das Zimmer mit erregten Schritten.

Am Goldmarkt war Tagesgeld weiterhin leicht. Der Sah wurde auf unverändert 7,5 Pro­zent belassen.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

24 November

25. November

Amiliche Noiierung

Amiliche Noiieruna

»tlb

»riel

Geld

Sriei

Helfingfort .

8,21

8,27

7,99

8,01

Wien. . .

58,94

59,06

58,94

59,06

Prag . . .

12,468

12,488

12,468

12.488

BudaveN . .

73,28

73,42

73,28

73,42

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

168,98

169,32

168,98

169,32

Oslo . . . .

81,42

81,58

81,82

81,98

Kopenhagen.

81,42

81,58

81,92

82,08

Etocldolin .

80.92

81,08

82,42

82,53

London. . . Buenos Aires

15,30

15,34

15,44

15,48

1,058

1,062

1,063

1,067

Nenvork . .

4,209

4,217

4.209

4,217

lönijfel . . .

58,49

58,61

58,49

58,61

Italien. . .

21,68

21,72

21,68

21,72

Paris . . .

16,47

16,51

16.47

16,51

Schweiz . .

81,52

81,68

81,57

81,73

Spanien . .

35,61

35,69

35,66

35,74

Danzig. . .

81,97

82,13

81,97

82,13

Japan . . .

2,068

2,072

2,068

2,072

Rw de Ian..

0.254

0,256

0,254

0,256

Jugoslawien.

Liiiaboo . .

7.443

7,457

7,433

7,447

13,89

13,91

14,09

14,11

Banknoten.

Berlin, 24.3?oPcm6cr Geld

-Amerilanilche Nölen.......

Belgische Nölen.........

Dänische Noten

Englische Noten.........

Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten........

Schwedische Noten Schweizer Noten.........

Spanische Noten Ungarische Noten

58,38

81,24

15,26

16,46

168,61

21,66

81,24

2,48

80,74

81,34

35,43

yTieT

4,22

58,62

81,56

15,32

16,52

169,29

21,74

81,56

2,50 81,06 81,66 35,57

Reichsbankdiskont 8 v. £)., Lombardzins 10 v. h.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 25. Nov. Es wurden notiert: Weizen 230 Mark, Roggen 227,50, Sommergerste für Brauzwecke 185, Hafer (inländifcher) 160 bis 165, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austausch­ware) 36,25 bis 37,25, Sondermahlung 34,25 bis 35,25, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austausch­ware) 36,25 dis 37, Sondermahlung 34,25 bis 35, Roggenmehl 31,50 bis 33, Weizenkleie 8,90, Roggen­kleie 9,50 bis 9,75 Mark. Tendenz: ruhig.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

CO Klein-Linden, 24. Noo. In unserer Ge­meinde wurde eine Sammlung für d i e Win­ter n o t h i Ise durchgeführt. Es wurden 59,60 Mk. Bargeld, 16 Zentner Kartoffeln, 8 Zentner Gemüse, 8 Zentner Obst, 25 Pfund Mehl, 23 Pfund Hüb senfrüchte, 22 Pfund Fleisch- und Wurstwaren und 40 Pfund Fett gesammelt. Auch eine Anzahl ge­brauchte Kleidungsstücke wurden zur Verfügung ge» stellt. Eine weitere Ortssammlung zum Besten der Epileptiker-Anstalt in Nieder-Ramstadt ergab einen Betrag von 65,80 Mark.

Ir. Lollar, 24. Nov. In diesen Tagen fand hier durch Herrn Dr. Rottenbacher und Fräulein Kolb, Gießen, für Knaben und Mäd­chen je ein Vortrag über Berufsbera­tung statt. Außer der hiesigen Oberklasse waren noch die obersten Jahrgänge bon Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Ruttershausen er­schienen. Die Vortragenden verstanden ess teils in dozierender, teils in unterrichtlicher Form den etwas spröden Stoff den Schülern in anschaulicher Weise nahe zu bringen. Die Ausführungen grup­pierten sich nach den Gesichtspunkten: Berufs­wille, Berufsaussicht, Berufseignung. Am Schlüsse wurde noch Aufklärung und Anleitung über Ausstellung und Abschliehung eines Lehr­vertrags gegeben. Knaben und Mädchen folgten bis zum Ende mit gespannter Aufmerksamkeit und werden sicherlich von den Ausführungen großen

Welche Vorstellungen, Emilie! Sprechen wir nicht mehr davon! Wollen wir uns gegenseitig unnütz Kümmernis schaffen, wenn wir Dinge er­örtern, die ganz unmöglich sind? Nein, nein"

Hnmöglich, lieber Mann? Ach nein! Lasse dir gestehen: den ganzen Tag habe ich unaus­gesetzt an unsere Tochter denken müssen; wenn sie noch lebt den fünfundsiebzigsten Geburtstag des Vaters kann sie nicht vergessen haben"

Sie hat manches nein alles verges­sen!"

Mit bitterem Lächeln zog der alte Herr die Hhr.

Es ist halb acht vorüber, Emilie! In zwei Stunden gehen wir schlafen, und der Tag ist vorüber! Wenn ihr Frauen euch auf etwas versteift habt, so seid ihr nicht davon abzu­bringen!"

Ein leises Aufseufzen war die Antwort. Sie neigte den weißen Scheitel tiefer auf die Ar­beit, um um eine Träne der Enttäuschung zu ver­bergen.

Ach, wenn man so stark auf etwas gehofft hat und dann keine Erfüllung kommt, das tut weh!"

Liebevoll streichelte er ihr Gesicht.

Wer nur von Hoffnungen lebt, muß sich auch auf Enttäuschungen gefaßt machen, Liebe! Hnd mit dem Kapitel unsere Tochter habe ich längst abgeschlossen! Ich habe nur einen Wunsch noch: daß wir beide in Gesundheit unsere letzten Le­benslage beschließen mögen! Ich habe dir viel zu danken, Emilie! Du bist mir ein wahrer Lebens­kamerad gewesen, und das hat mich das Schwere, das Gott über uns verhängt hat, überwinden lassen!" sagte er innig.

Sie errötete so wie ein junges Mädchen wie feine Worte ihr doch wohl taten! Ihr einziger Gedanke, ihre einzige Sorge war ja nur immer dieser verehrte und geliebte Mann gewesen!

Er griff wieder nach feinem Buch; in Schwei­gen verging die nächste Viertelstunde.

Der Regulator über dem grünen Ripsfofa hatte acht geschlagen. Der letzte Schlag hallte nach, als es klingelte. Erschrocken fuhren beide zusammen. Wer konnte zu so später Stunde noch kommen? Die Bekannten waren doch alle zum Gratulieren am Vormittag und Nachmittag da- gewesen.

Die alte Dame war unfähig, aufzustehen; mit allen ihren Sinnen lauschte sie auf die Stimme ihres Gatten, der geöffnet.

Er kam allein zurück.

Irgendwie war sie enttäuscht. Da bemerkte sie in seiner Hand einen Brief.

Ein Eilbrief? Der Briefträger kommt doch jetzt nicht mehr?" Mit zitternder Stimme fragte fie es.

Der Hoteldiener vom .Grünen Baum' brachte

Nutzen haben. Cs waren auch einige Eltern als Hörer erschienen.

t Treis (Lda.), 24. Nov. Frau Ehr. Zecher, geb. Berghofer, feiert heute Mittwoch, ihren 8 5. Geburtstag. Die Jubilarin ist zwar nicht mehr sehr rüstig, geistig aber noch fehr regsam.

/ Lich, 24. Nov. Mit dem Beginn dieses Monats wurde die kirchliche Vereinstä­tigkeit in erhöhtem Maß ausgenommen. Die beiden Frauenkränze halten ihre regelmäßigen Zusammenkünfte ab und haben starken Mitglie­derzuwachs erfahren. Der Mädchenkranz versam­melt sich im Gemeindesaal. Die Dibelstunden wer­den regelmäßig am Mittwochabend gehalten. Der Kirchengesangverein hat eine erfreuliche Zu­nahme an Mitgliedern zu verzeichnen. Die männ­liche Iugendvereinigung und der Posaunenchor treffen sich regelmäßig im eigenen Heim.

Kreis Schotten.

ßaubad), 24. Nov. Bei der in diesen Tagen von dem hiesigen Iagdpächter Fabrikant Schunk- Gießen abgehaltenen Treibjagd wurden 58 Hasen, 9 Fasanen, 2 Füchse und 1 Schnepfe zur Strecke gebracht. Auffallend ist im Verhältnis zu

werden durch sorgfältige,

wirksame Satzausstattung

wenn Sie sie frühzeitig genug aufgeben

den Vorjahren der geringe Bestand an Hafen. Der in Jägerkreisen weithin bekannte und geschätzte Privatförster Albert Kruschke konnte in diesen Tagen auf eine 2 5jährige Amtstätigkeit in Laubach zurückblicken. Am Sonntagnachmit­tag fand imSolmser Hof" eine gut besuchte Ver­sammlung des hiesigen Ob st- und Garten­bauvereins statt. Der Vorsitzende Beigeordne­ter Pitz gab einen Rückblick auf die letztjährige Vereinsarbeit. Für das kommende Frühjahr ist ein Gemarkungsrundgang unter der Führung von Obstbauinfpektor E n k l e r - Gießen vorgesehen.

Bücheriisch.

M. Schneider-Weckerling: Phi­lippa Riedeselin. Ein Roman aus dem sech­zehnten Jahrhundert. 304 Seiten 8°. Kart. 3,80 Mk., Leinen 4,80 Mark. Müller & I. Kiepenheuer G. m. b.H., Verlag, Potsdam (499.) Philippa Riede­selin krankend an einer gleichgültigen Ehe, be­treut melancholisch ein kränkelndes und zurückgeblie­benes Kind. Bon einer großen Liebe erfaßt, hin und her gerissen von Gewifsensqualen, ringt sie sich im­mer mehr zu einem klaren Bekenntnis durch, aber weder die Kraft ihrer Leidenschaft noch ihres Zau­bertrunks können ihr die endgültige Verbindung mit dem Geliebten bringen. Schon eine tragische Frauengestalt schilderte die Autorin in Cornelia Goethe. Auch Philippas Leben ist nach verstreuten, in Archiven gefundenen Aufzeichnungen gestaltet und in die fesselnden Schilderungen des Jahrhunderts hineingebaut. Diese Gestalt wird vielen Frauen zum Erlebnis werden. Durch feinen niedrigen Preis bei schöner Ausstattung erscheint der Roman, der Friedberg, der Stadt meiner Väter, und der gol­denen Wetterau, meiner Heimat" gewidmet ist, als Geschenk für reifere junge Mädchen und Frauen besonders geeignet.

den Dries und will in einer halben Stunde die Antwort holen!"

Wer mag uns zu solcher Stunde schreiben?" Sie sahen sich beide an.

Dann öffnete er den Briefumschlag; wie um­ständlich dies geschah vielleicht, weil seine ginget so bebten und dann fiel ihnen ein Briefblatt entgegen.

Nur wenige Zeilen waren es--

im Auftrage Ihrer Tochter Angela habe ich Ihnen vorläufig die innigsten Glück­wünsche zum fünfundsiebzigsten Geburtstage zu übermitteln.

Wenn Sie noch Interesse haben an einer, die Ihnen gegenüber schwerste, nie wieder gutzu­machende Schuld auf sich geladen hat, so werde ich Ihnen von ihr berichten zu jeder Zeit und Stunde, wie Sie wünschen! Ich bin auf der Durchreise hier, bin vor einer Stunde angekom­men und wohne im Hotel .Grüner Baum'."

Darf ich bitten, in einer halben Stunde durch den Boten, der nochmals vorsprechen wird, Be­scheid zu geben, wann ich Sie sehen darf? Ihre ergebene grau A. Graf."

Nochmals und nochmals las die grau den Brief dann schrie sie aufdas ist sie selbst! Sieh 'doch ihre Schrift o meine Ah­nung und fassungslos sank sie in leisem Weinen zurück.

Erschüttert stand der alte Pfarrer da, die Hand auf die Stirn gepreßt, mit seltsamem Blick in die Weite schauend. 3a,- seine grau hatte recht fie war es selbst, die längst ver­loren geglaubte Tochter; stand sie als Bett­lerin vor der Tür?

Aus ihren Zeilen, die so merkwürdig abgefaßt waren, konnte man nichts entnehmen.

Hnsagbares ging in ihm vor. Er hob die Augen

O du mein Himmel!"

Er fühlte den fordernden Blick der grau, die beinahe stammelnd sagtewas wirst du antworten? Darf fie kommen? Hnd wann?"

Willst du die Antwort geben, Liebe?"

Wird fie auch in deinem Sinne ausfallen? Zwar du bist ein Diener des Herrn, der dessen Worte nicht bloß auf den Lippen trägt, sondern auch danach handelt! Lasse sie kommen noch heute nachher

»So spät noch? Haben wir fünfundzwanzig 3ahre gewartet, kann es da nicht noch eine Vacht fein? 3ch fürchte die Aufregungen für dich, meine Liebe! Der Tag hat dir davon genug ge­bracht! Morgen früh dannI"

Morgen früh? Glaubst du, daß ich nur eine Minute schlafen kann in dieser Nacht? Du doch ebenfalls nicht! Schreibe, daß wir fie heute abend noch erwarten

(Fortsetzung folgt.)