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stellte. Die Norddevisen blieben weiter im Angebot und schwach.
Am Nachmittag hat sich das englische P f u n d wieder gut erholen können, es erreichte seinen Stand vom vorgestrigen Abend. Es stellte sich gegen den Dollar auf 3,66'/i, gegen den Gulden auf 9,14, gegen Zürich auf 18,90, gegen Paris auf 935/8 und gegen die Reichs- mark auf 15,411/2. Der Dollar war leichter,
er ging in Amsterdam auf 249,35 zurück in Zürich auf 516' ,'4 und in Paris auf 25,^6''4. Die Reichsmark hat sich nach vorübergehender leichter Abschwächung wieder befestigt, sie zog in Reuhork auf 23,75 an, in Amsterdam auf 59,11'/» und in Zürich auf 122,30. Auch die Nord- devisen haben sich etwas erholen können, während Buenos eher etwas schwächer tendierte.
Besserung des Reichsbank-Status.
B e r l i n. 25. Noo. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. November hat sich in der dritten Novemberwoche die gesamte Stapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 120,8 Millionen auf 3876,9 Millionen Reichsmark v e r r i n g e r t. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 126,4 Millionen auf 3655 Millionen Reichsmark abgenommen, die Lombardbestände um 5,6 Millionen auf 119 Millionen Reichsmark zugenommen. Die Bestände an Reichsschatzwechseln, die am Schluß der Vorwoche 10 000 Reichsmark betragen hatten, werden mit 30 000 Reichsmark aufgewiesen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 181,2 Millionen Reichsmark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 176,3 Millionen auf 4277,2 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 4,9 Millionen
auf 408,6 Millionen verringert. Unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbemkscheine in Höhe von 0,1 Millionen Reichsmark getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 18,7 Millionen Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 424,4 Millionen Reichsmark eine Zunahme um 17,6 Millionen Reichsmark.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 13,7 Millionen auf 1176,1 Millionen Reichsmark vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 29,4 Millionen auf 1008,6 Millionen Reichsmark abgenommem die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 15,7 Billionen auf 167,5 Millionen Reichsmark zugenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 27,5 gegen 26,7 v. H. in der Vorwoche.
Die deutschen Börsen.
Ziemlich matt in Berlin.
Berlin, 25. Nov. (WTB. Funkspruch.) Schon in den gestrigen Abendstunden war vom AEG.-Markt ausgehend eine Abschwächung eingetreten. Im heutigen Freiverkehr trat hierzu keine größere Veränderung ein, die Grundtendenz blieb weiter ziemlich matt. Es herrschte fast völlige Geschäftslosigkeit, da die Spekulation in Anbetracht der ungeklärten außen- und innerpolitischen Lage Zurückhaltung übte und das Kursgeschäft als solches kaum noch ins Gewicht fiel. Man wollte wissen, daß es sich bei dem herauskommenden Material der letzten Tage hauptsächlich um Auslandware gehandelt hat, und glaubt, daß auch die Schwäche der deutschen Werte an der gestrigen Neuyorker Börse, die sonst ziemlich fest veranlagt war, hiermit zusammenhinge. Vielleicht soll durch solche Manifestationen auch ein gewisser Druck auf die bevorstehenden BIZ.-Verhandlungen ausgeübt werden. Die Regierung arbeitet an ihrem Wirtschaftsprogramm mit Hochdruck, um es noch bis Anfang Dezember unter Dach und Fach zu bringen. Die Unsicherheitsmomente, die sich aus ihm ergeben können, wirkten natürlich auf die Tendenz der Effektenmärkte und auf festverzinsliche Werte ein. Auch von dem Reichsbankausweis für die dritte Novemberwoche konnte keine Anregung ausgehen, da er ein ziemlich normales Aussehen hat. Allerdings überraschte die Verminderung der Gold- und Devisenbestände um nur 13,7 Millionen in günstigem Sinne. Zur Dividendenfrage der Kaliwerte wird bekannt, daß entgegen den von anderer Seite verbreiteten Meldungen beim Salzdetfurthkonzern doch mit der Ausschüttung einiger Dividende zu rechnen sei, über deren Höhe sich aber nach den bisher vorliegenden Meldungen noch nichts sagen lasse. Stimmungsmäßig weiter zur Schwäche neigend, war die Tendenz kursmäßig für Aktien heute also nicht wesentlich verändert; nur AEG. lagen weiter abgeschwächt. Pfandbriefe gaben dagegen erneut um etwa 0,5 bis 1 o. H. im Kurse nach, und das Angebot in diesen Werten schien eher im Zunehmen begriffen. Ueber die Beratungen wegen der Wiedereröffnung der Wertpapierbörse wurde bekannt, daß im gegenwärtigen Zeitpunkt nach Ansicht der Reichs-
regierung und der Reichsbank eine solche der gesamten wirtschaftlichen und politischen Lage Deutschlands nachteilig wäre und daß es daher dem Minister für Handel und Gewerbe vorläufig nicht möglich ist, einer Wiederaufnahme der Börfenverfa mm l u n g e n zuzuftimmen.
Frankfurt sehr ruhig.
Frankfurt a. M., 24. Nov. Auch der heutige telephonische Freiverkehr von Bureau zu Bureau lag ohne jede Anregung, so daß das Geschäft allgemein wieder sehr ruhig war. Am Aktienmarkt neigte die Tendenz zur Schwäche, da die anhaltend schwachen Kursmeldungen von den Auslandbörsen, besonders Neuyork, verstimmten. Auf Abgaben aus Kundschaftskreisen und der Spekulation setzten sich ziemlich einheitlich auf allen Märkten Kursrückgänge bis zu 1,5 Prozent durch. Etwas mehr abgeschwächt lagen wieder AEG.-Aktien, die 2,5 Prozent und Siemens, die etwa 2 Prozent einbüßten. Bon Cßan'alt.en sind Reichsbankanteile als schwach zu bezeichnen. Die Hmsahtätigkeit bewegte sich in sehr engen Grenzen.
Am Rentenmarkt bestand größere Zurückhaltung, und die Hmsähe waren daher auch hier sehr gering. Die Stimmung war ebenfalls eher etwas schwächer, da man nach dem Abschluß der Arbeiten des Wirtschaftsbeirates die Befürchtung hegt, daß eine Zinssenkung in irgendeiner Form doch kommen wird. Die Rückgänge blieben jedoch eng begrenzt, einmal weil aus den bekannten Gründen kein nennenswertes Material an die Märkte kommt, und zum andern etwas Nachfrage zu Rückzahlungszwecken besteht, was dem Markt immerhin eine gewisse Stühe bietet. Schwach lagen Rcichsschuldbuchfordcrun- gen, die infolge der Kursrückgänge in Holland etwa 1 Prozent verloren. Bon deutschen Anleihen gingen Altbesitzanleihe bei relativ lebhaftem Geschäft ebenfalls um 1 Prozent zurück. Industrie-Obligationen waren aus dem Rheinlande gut gefragt, doch haben die Kurse keine wesentliche Veränderungen erfahren. Auslandrenten still.
Wessen Md bin ich?
Vornan von $r. Lehne.
(Urheberschutz durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.)
12. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
8.
Leise summte das Wasser in dem blankgepuhten kupfernen Teekessel. Die freundliche, weißhaarige Frau überflog den heute besonders sorgfältig gedeckten Tisch mit prüfendem Blick — es fehlte nichts. Den großen Strauß aus bunten Herbstastern rückte sie ein wenig zur Seite, damit die Schüssel mit dem kalten Wildbraten, den der Gatte so gern aß, besser Platz hatte. Sie füllte die Teekanne und drehte die Spiritusflamme höher, damit das Wasser schneller koche.
Während ihrer Borbereitungen saß ihr Gatte vor dem Schreibtisch, die Abendzeitung lesend. Ein friedliches Behagen lag in dem mäßig gro- hen, ziemlich niedrigen Raum, mit den Möbeln aus Birnbaumholz und dem grünen Ripssofa.
Eine große wunderschöne Zimmerlinde beanspruchte eines von den beiden Fenstern ganz für sich. Sie stand auf der Diele und hatte schon beinahe die äußerste Fensterhöhe erreicht. Schläfrig blinzelnd und vor Behagen schnurrend, lag in einer Ecke des Sofas eine weiß- und graugestreifte Katze.
Die alte Dame goß jetzt den Tee auf und bat dann den Gatten, am Tisch Platz zu nehmen. Er lächelte und drückte ihr liebevoll die Hand.
„Du hast dir so viele Hmstände gemacht, Mütterchen!"
„Darf ich das nicht an deinem fünfundsiebzig- sten Geburtstage?"
Ein ernster Schein flog über fein gütiges Gesicht.
„3a, die Jahre neigen sich abwärts! 3ch habe die Zeit schon überschritten — denn unser Leben währet siebzig 3ahre, und wenn es hoch kommt, sind es achtzig 3ahre —"
und köstlich ist es auch gewesen, voller Mühe und Arbeit."
Die alte Dame bediente den Gatten. Sie legte ihm vom kalten Braten vor, süßte ihm den Tee, füllte seinen Teller mit Salat.
„Ebba Lenz hat doch wieder so lieb geschrieben in ihrer herzigen, natürlichen Art! Als ob sie vor mir stünde und ich sie sprechen hörte —"
Er nickte.
„3a, sie fehlt mit recht! Jetzt merkt man richtig, wie wir doch mit dem Dorfe und dem Lehrer Lenz verwachsen waren —! Selten sind mir so prächtige Menschen begegnet! Und wie gut sich der Christel Lenz als mein Nachfolger entwickelt!
Was für vernünftige und großzügige Ansichten er auch hat — fein Brief war mir eine wirkliche Herzensfreude und eine Beruhigung zugleich —"
„— und sehr liebenswürdig war es auch von den Reinshagener Herrschaften, daß sie deinen Geburtstag nicht vergessen haben. Besonders Komtesse Inga hat so nett geschrieben. Aus ihren Zeilen liest man Heimweh nach Reinshagen; in Dresden scheint sie sich trotz der vielen Zerstreuungen gar nicht so recht wohl zu fühlen —"
„Inga war immer ein einfach und bescheiden angelegtes Kind, dabei tief innerlich; sie sucht ihr Glück nicht draußen!"
Das Gespräch spann sich in allerlei Betrachtungen zwischen Pfarrer Sturm und seiner Frau hin und her, während sie ihr Nachtessen verzehrten. Dann deckte sie den Tisch ab, fetzte ein Kistchen mit Zigarren; die Aschenschale und einen Teller mit ausgesucht schönen Aepfeln auf das Tischtuch. Ihre Hände beschäftigten sich mit einer Strickarbeit, indessen das Peterle, die schöne graue Katze, es sich auf ihrem Schoß bequem gemacht.
Der Herbstwind fegte durch die Straßen; fein Heulen und Grollen machte den Aufenthalt im Zimmer doppelt gemütlich. Der alte Herr las ein wenig. Heber den Rand seines Buches hinweg blickte er öfter nach seiner Frau. Hebervoll war ihm das Herz in Liebe und Dankbarkeit gegen die treue Gefährtin so vieler Jahre! Hnd ein gerüttelt Maß voll Leid war ihnen beschieden gewesen; aber in gemeinsamem Tragen war die schwere Last wenigstens etwas erleichtert, doch vergessen nie!
Hnd wie er täglich daran denken mußte, so waren es auch die Gedanken »seiner lieben grau! Einsam und allein stand man an seinem Lebensabend — und sie hatte ihm doch drei Kinder geboren, und alle drei waren ihnen genommen! Hnd wären jetzt erwachsen und der Trost und die Freude ihres Alters!
Ob sie seine Gedanken erraten?
Plötzlich sagte sie, tief aufseufzend — „eines wünschte ich mir noch, ehe wir gehen müssen: zu wissen, ob unsere Tochter noch lebt!"
Da verdüsterte sich sein Gesicht — „und ich wünsche beinahe .nein'! Es ist wohl auch ausgeschlossen! Denn so verhärtet und lieblos kann ein Menschenherz nicht sein, daß es die Eltern für immer vergißt! Einfach aus ihrem Leben ausgelöscht, wie man mit einem Schwamm über eine Schiefertafel fährt! Hnd nicht einmal wiederein Lebenszeichen zu geben. Nein! Wie sollte man sich zu ihr stellen!"
„Ach, und wenn sie jetzt käme, lieber Mann, doch noch mal käme —"
Er stand auf und durchmaß das Zimmer mit erregten Schritten.
Am Goldmarkt war Tagesgeld weiterhin leicht. Der Sah wurde auf unverändert 7,5 Prozent belassen.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H.
24 November
25. November
Amiliche Noiierung
Amiliche Noiieruna
»tlb
»riel
Geld
Sriei
Helfingfort .
8,21
8,27
7,99
8,01
Wien. . .
58,94
59,06
58,94
59,06
Prag . . .
12,468
12,488
12,468
12.488
BudaveN . .
73,28
73,42
73,28
73,42
Sofia . . .
3,057
3,063
3,057
3,063
Holland . .
168,98
169,32
168,98
169,32
Oslo . . . .
81,42
81,58
81,82
81,98
Kopenhagen.
81,42
81,58
81,92
82,08
Etocldolin .
80.92
81,08
82,42
82,53
London. . . Buenos Aires
15,30
15,34
15,44
15,48
1,058
1,062
1,063
1,067
Nenvork . .
4,209
4,217
4.209
4,217
lönijfel . . .
58,49
58,61
58,49
58,61
Italien. . .
21,68
21,72
21,68
21,72
Paris . . .
16,47
16,51
16.47
16,51
Schweiz . .
81,52
81,68
81,57
81,73
Spanien . .
35,61
35,69
35,66
35,74
Danzig. . .
81,97
82,13
81,97
82,13
Japan . . .
2,068
2,072
2,068
2,072
Rw de Ian..
0.254
0,256
0,254
0,256
Jugoslawien.
Liiiaboo . .
7.443
7,457
7,433
7,447
13,89
13,91
14,09
14,11
Banknoten.
Berlin, 24.3?oPcm6cr Geld
-Amerilanilche Nölen.......
Belgische Nölen.........
Dänische Noten
Englische Noten.........
Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten........
Schwedische Noten Schweizer Noten.........
Spanische Noten Ungarische Noten
58,38
81,24
15,26
16,46
168,61
21,66
81,24
2,48
80,74
81,34
35,43
yTieT
4,22
58,62
81,56
15,32
16,52
169,29
21,74
81,56
2,50 81,06 81,66 35,57
Reichsbankdiskont 8 v. £)., Lombardzins uß 10 v. h.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 25. Nov. Es wurden notiert: Weizen 230 Mark, Roggen 227,50, Sommergerste für Brauzwecke 185, Hafer (inländifcher) 160 bis 165, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschware) 36,25 bis 37,25, Sondermahlung 34,25 bis 35,25, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschware) 36,25 dis 37, Sondermahlung 34,25 bis 35, Roggenmehl 31,50 bis 33, Weizenkleie 8,90, Roggenkleie 9,50 bis 9,75 Mark. — Tendenz: ruhig.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
CO Klein-Linden, 24. Noo. In unserer Gemeinde wurde eine Sammlung für d i e Winter n o t h i Ise durchgeführt. Es wurden 59,60 Mk. Bargeld, 16 Zentner Kartoffeln, 8 Zentner Gemüse, 8 Zentner Obst, 25 Pfund Mehl, 23 Pfund Hüb senfrüchte, 22 Pfund Fleisch- und Wurstwaren und 40 Pfund Fett gesammelt. Auch eine Anzahl gebrauchte Kleidungsstücke wurden zur Verfügung ge» stellt. — Eine weitere Ortssammlung zum Besten der Epileptiker-Anstalt in Nieder-Ramstadt ergab einen Betrag von 65,80 Mark.
Ir. Lollar, 24. Nov. In diesen Tagen fand hier durch Herrn Dr. Rottenbacher und Fräulein Kolb, Gießen, für Knaben und Mädchen je ein Vortrag über Berufsberatung statt. Außer der hiesigen Oberklasse waren noch die obersten Jahrgänge bon Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Ruttershausen erschienen. Die Vortragenden verstanden ess teils in dozierender, teils in unterrichtlicher Form den etwas spröden Stoff den Schülern in anschaulicher Weise nahe zu bringen. Die Ausführungen gruppierten sich nach den Gesichtspunkten: Berufswille, Berufsaussicht, Berufseignung. Am Schlüsse wurde noch Aufklärung und Anleitung über Ausstellung und Abschliehung eines Lehrvertrags gegeben. Knaben und Mädchen folgten bis zum Ende mit gespannter Aufmerksamkeit und werden sicherlich von den Ausführungen großen
„Welche Vorstellungen, Emilie! Sprechen wir nicht mehr davon! Wollen wir uns gegenseitig unnütz Kümmernis schaffen, wenn wir Dinge erörtern, die ganz unmöglich sind? Nein, nein —"
„Hnmöglich, lieber Mann? Ach nein! Lasse dir gestehen: den ganzen Tag habe ich unausgesetzt an unsere Tochter denken müssen; wenn sie noch lebt — den fünfundsiebzigsten Geburtstag des Vaters kann sie nicht vergessen haben —"
„Sie hat manches — nein — alles vergessen —!"
Mit bitterem Lächeln zog der alte Herr die Hhr.
„Es ist halb acht vorüber, Emilie! In zwei Stunden gehen wir schlafen, und der Tag ist vorüber —! Wenn ihr Frauen euch auf etwas versteift habt, so seid ihr nicht davon abzubringen!"
Ein leises Aufseufzen war die Antwort. Sie neigte den weißen Scheitel tiefer auf die Arbeit, um um eine Träne der Enttäuschung zu verbergen.
„Ach, wenn man so stark auf etwas gehofft hat und dann keine Erfüllung kommt, das tut weh!"
Liebevoll streichelte er ihr Gesicht.
„Wer nur von Hoffnungen lebt, muß sich auch auf Enttäuschungen gefaßt machen, Liebe! — Hnd mit dem Kapitel unsere Tochter habe ich längst abgeschlossen! Ich habe nur einen Wunsch noch: daß wir beide in Gesundheit unsere letzten Lebenslage beschließen mögen! Ich habe dir viel zu danken, Emilie! Du bist mir ein wahrer Lebenskamerad gewesen, und das hat mich das Schwere, das Gott über uns verhängt hat, überwinden lassen!" sagte er innig.
Sie errötete so wie ein junges Mädchen — wie feine Worte ihr doch wohl taten! Ihr einziger Gedanke, ihre einzige Sorge war ja nur immer dieser verehrte und geliebte Mann gewesen!
Er griff wieder nach feinem Buch; in Schweigen verging die nächste Viertelstunde.
Der Regulator über dem grünen Ripsfofa hatte acht geschlagen. Der letzte Schlag hallte nach, als es klingelte. Erschrocken fuhren beide zusammen. Wer konnte zu so später Stunde noch kommen? Die Bekannten waren doch alle zum Gratulieren am Vormittag und Nachmittag da- gewesen.
Die alte Dame war unfähig, aufzustehen; mit allen ihren Sinnen lauschte sie auf die Stimme ihres Gatten, der geöffnet.
Er kam allein zurück.
Irgendwie war sie enttäuscht. Da bemerkte sie in seiner Hand einen Brief.
„Ein Eilbrief —? Der Briefträger kommt doch jetzt nicht mehr?" Mit zitternder Stimme fragte fie es.
„Der Hoteldiener vom .Grünen Baum' brachte
Nutzen haben. Cs waren auch einige Eltern als Hörer erschienen.
t Treis (Lda.), 24. Nov. Frau Ehr. Zecher, geb. Berghofer, feiert heute Mittwoch, ihren 8 5. Geburtstag. Die Jubilarin ist zwar nicht mehr sehr rüstig, geistig aber noch fehr regsam.
— / — Lich, 24. Nov. Mit dem Beginn dieses Monats wurde die kirchliche Vereinstätigkeit in erhöhtem Maß ausgenommen. Die beiden Frauenkränze halten ihre regelmäßigen Zusammenkünfte ab und haben starken Mitgliederzuwachs erfahren. Der Mädchenkranz versammelt sich im Gemeindesaal. Die Dibelstunden werden regelmäßig am Mittwochabend gehalten. Der Kirchengesangverein hat eine erfreuliche Zunahme an Mitgliedern zu verzeichnen. Die männliche Iugendvereinigung und der Posaunenchor treffen sich regelmäßig im eigenen Heim.
Kreis Schotten.
ßaubad), 24. Nov. Bei der in diesen Tagen von dem hiesigen Iagdpächter Fabrikant Schunk- Gießen abgehaltenen Treibjagd wurden 58 Hasen, 9 Fasanen, 2 Füchse und 1 Schnepfe zur Strecke gebracht. Auffallend ist im Verhältnis zu
werden durch sorgfältige,
wirksame Satzausstattung
wenn Sie sie frühzeitig genug aufgeben
den Vorjahren der geringe Bestand an Hafen. — Der in Jägerkreisen weithin bekannte und geschätzte Privatförster Albert Kruschke konnte in diesen Tagen auf eine 2 5jährige Amtstätigkeit in Laubach zurückblicken. — Am Sonntagnachmittag fand im „Solmser Hof" eine gut besuchte Versammlung des hiesigen Ob st- und Gartenbauvereins statt. Der Vorsitzende Beigeordneter Pitz gab einen Rückblick auf die letztjährige Vereinsarbeit. Für das kommende Frühjahr ist ein Gemarkungsrundgang unter der Führung von Obstbauinfpektor E n k l e r - Gießen vorgesehen.
Bücheriisch.
— M. Schneider-Weckerling: Philippa Riedeselin. Ein Roman aus dem sechzehnten Jahrhundert. 304 Seiten 8°. Kart. 3,80 Mk., Leinen 4,80 Mark. Müller & I. Kiepenheuer G. m. b.H., Verlag, Potsdam (499.) — Philippa Riedeselin — krankend an einer gleichgültigen Ehe, betreut melancholisch ein kränkelndes und zurückgebliebenes Kind. Bon einer großen Liebe erfaßt, hin und her gerissen von Gewifsensqualen, ringt sie sich immer mehr zu einem klaren Bekenntnis durch, aber weder die Kraft ihrer Leidenschaft noch ihres Zaubertrunks können ihr die endgültige Verbindung mit dem Geliebten bringen. — Schon eine tragische Frauengestalt schilderte die Autorin in Cornelia Goethe. Auch Philippas Leben ist nach verstreuten, in Archiven gefundenen Aufzeichnungen gestaltet und in die fesselnden Schilderungen des Jahrhunderts hineingebaut. Diese Gestalt wird vielen Frauen zum Erlebnis werden. — Durch feinen niedrigen Preis bei schöner Ausstattung erscheint der Roman, der „Friedberg, der Stadt meiner Väter, und der goldenen Wetterau, meiner Heimat" gewidmet ist, als Geschenk für reifere junge Mädchen und Frauen besonders geeignet.
den Dries und will in einer halben Stunde die Antwort holen!"
„Wer mag uns zu solcher Stunde schreiben?" Sie sahen sich beide an.
Dann öffnete er den Briefumschlag; wie umständlich dies geschah — vielleicht, weil seine ginget so bebten — und dann fiel ihnen ein Briefblatt entgegen.
Nur wenige Zeilen waren es--
„— — im Auftrage Ihrer Tochter Angela habe ich Ihnen vorläufig die innigsten Glückwünsche zum fünfundsiebzigsten Geburtstage zu übermitteln.
Wenn Sie noch Interesse haben an einer, die Ihnen gegenüber schwerste, nie wieder gutzumachende Schuld auf sich geladen hat, so werde ich Ihnen von ihr berichten zu jeder Zeit und Stunde, wie Sie wünschen! Ich bin auf der Durchreise hier, bin vor einer Stunde angekommen und wohne im Hotel .Grüner Baum'."
Darf ich bitten, in einer halben Stunde durch den Boten, der nochmals vorsprechen wird, Bescheid zu geben, wann ich Sie sehen darf? Ihre ergebene grau A. Graf."
Nochmals und nochmals las die grau den Brief — dann schrie sie auf — „das ist sie selbst! Sieh 'doch ihre Schrift — o meine Ahnung —“ und fassungslos sank sie in leisem Weinen zurück.
Erschüttert stand der alte Pfarrer da, die Hand auf die Stirn gepreßt, mit seltsamem Blick in die Weite schauend. 3a,- seine grau hatte recht — fie war es selbst, die längst verloren geglaubte Tochter; — stand sie als Bettlerin vor der Tür?
Aus ihren Zeilen, die so merkwürdig abgefaßt waren, konnte man nichts entnehmen.
Hnsagbares ging in ihm vor. Er hob die Augen —
„O — du mein Himmel!"
Er fühlte den fordernden Blick der grau, die beinahe stammelnd sagte — „was — wirst — du — antworten? Darf fie kommen? Hnd wann?"
„Willst du die Antwort geben, Liebe?"
„Wird fie auch in deinem Sinne ausfallen? Zwar du bist ein Diener des Herrn, der dessen Worte nicht bloß auf den Lippen trägt, sondern auch danach handelt! Lasse sie kommen — noch heute — nachher —“
»So spät noch? Haben wir fünfundzwanzig 3ahre gewartet, kann es da nicht noch eine Vacht fein? 3ch fürchte die Aufregungen für dich, meine Liebe! Der Tag hat dir davon genug gebracht! Morgen früh dann —I"
„Morgen früh? Glaubst du, daß ich nur eine Minute schlafen kann in dieser Nacht —? Du doch ebenfalls nicht! Schreibe, daß wir fie heute abend noch erwarten —“
(Fortsetzung folgt.)


