Ausgabe 
25.11.1931
 
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rungSmitteln für etwa 2500 Mark für ein Jahr arbeitslos. 3m Oahre 1930 aber haben die deutschen Derbraucher täglich an daS Ausland gezahlt für Butter 1 Million Mart, f ü r Sier 623 000 Mark, für Stoffe 685 000 Mark ufw. Die Wanderausstellung, die im nächsten 3ahre durch ganz Deutschland reifen soll, kann hier viele und nutzbringende Ausklä- rungSarbeit leisteir.

Der Gewerlschastsrina zu den Leitsätzen des WinschaflSbeiratS.

Berlin. 24. Rov. (TU.) Der Gefarntvorstand des Freiheitlich nationalen Gewerk- schaftSringes nahm den Bericht seines Ver­treters im Wirtschaftsbeirat über den Verlauf der Verhandlungen entgegen und gab feiner Ent­täuschung über das Ergebnis Ausdruck. Sine vom Gewerkschaftlichen Pressedienst ver­breitete Entschließung besaht: Die von der Reichsregierung formulierten Leitsätze zeigten, daß man nicht biS zu den Kernfragen der Krise vorgedrungen sei. Solange immer nur ein­seitig an Lohn und Gehalt herangegan- gen werde, müsse sich die katastrophale Schrumpfung des InlandmarkteS f o r t f e 6 e tl Wenn der deutschen Wirtschaft nur der Weg einer allgemeinen Senkung aller Gestehungskosten bleibe, dann sei eine Durch­führung Voraussetzung, die mindestens d i e jetzige Kaufkraft des Arbeit neher- einkommens erhalt« Dieses Ziel könne die Reichsregierung nur erreichen, wenn sie den stärksten Drua auf alle Selbstkosten- f a k t o r e n ausübe.

Wörtlich fährt die Entschließung fort: ..Der Gewerkschastsring erwartet, dast sich die Reichs­regierung allen entgegenstehenden Arbeitgeber­einflüssen verschließt. Er warnt vor Erlast der Rotverordnungen noch einmal eindringlich vor jeder Fortsetzung der für die gaiuc Wirtschaft verhängnisvollen Politik der einteiligen Massen» belastung "

Die Sozialdemokraten zur Lage.

Berlin, 24.Rov. (BDZ.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstags­fraktion nahm den Bericht über die Ver­handlungen feiner Vertreter mit dem Reichskanzler Dr. Brüning ent­gegen. 3n der Aussprache wurden, wie von der Fraktion mitgeteilt wird, In erster Linie die durch die Thesen der Reichsregierung über die Gestaltung des Tarifrechts und den Lohnabbau sich ergebenden Gefahren für die Lebenshaltung der Massen des Volkes erörtert. Einmütig gebilligt wurde die entschiedene War­nung des Vorsitzenden der sozialdemokratischen Retchstagssraktion Dr. Breit scheid, mit der die letzte Besprechung mit der Rcichsregierung eingeleitet wurde, eine Aushöhlung des Tarif­rechts und eine weitere Senkung des Real- lohnes verschärfe die tnnerpolitischen Spannungen, führe zu weiterer wirtschaft­licher Drosselung und Arbeitslosigkeit und rufe größte Gefahren hervor. Entsprechend dem Be- fchlust des Reichstags vom 16. Oktober seien alle Pläne auf Aushöhlung deS Tarifrechts a b Au­le & n e n und die Angriffe auf die Unabdingbar­keit deS Tarifvertrag- abzuwehren.

©er ©eutsche Beamtenbund wünscht eine Aussprache.

Berlin, 24. Rov. (VDZ.) Der Deutsche Deamtenbund hat folgendes Telegramm an die Reichsrcgicrung gerichtet: Die Bundesleitung deS Deutschen Deanitendundes hat heute au dem Ergebnis bet Verhandlungen des Wirtschafts- beirateS Stellung genommen. Da kein Vertreter der organifietten Beamtenschaft in den Beirat berufen wurde, war sie bei der Beurteilung auf den amtlichen Bericht angewiesen. Danach ist die Senkung der Löhne und Gehälter alS unvermeidlich angesehen worden, während die für die Erhaltung des Realeinkommens not­wendige Senkungder Lebenshaltungs­kosten auf den verschiedensten Gebieten Atoar als richtig erkannt worden ist, jedoch ohne dast durchgreisende Maßnahmen vorge­schlagen werden. Diese Auffassung erfüllt uns mit ernster Sorge, weil die Stärkung der Kauf­kraft durch erhebliche Preissenkung Voraussetzung für die Wiederbelebung der Wirtschast und die Gesundung der Staatssinanzen ist. Außerdem hat die Art, wie die mehrfachen Einkommensschmäle­rungen und Rechtsminderungen im Reich, Län­dern und Gemeinden vorgenommen wurden, die Beamtenschaft außerordentlich erregt. AuS alle­dem haben wir den dringenden Wunsch nach einer Aussprache mit dem Herrn Reichs­kanzler. die wir mit Rücksicht auf die bevor­stehenden Entscheidungen der Reichsregierung für die nächsten Tage erwarten.

Wie steht

es mit der Abrüstung?

Da die AbrüstungS rage vor dem Zusammentritt der groben Genfer Abrüstungskonferenz Immer mehr in den Brennpunkt des Interesses der ge­samten We t. Isentlicbkeit nickt, hat der Verlag 3. 3. Weber eine sehr zeitgemäße und au'schluß- reiche AbrüstungS-Rummer der w311 u ft r i r t c n 3 e 11 u n <r herauSnebracht. in der diese S-ace c ngc end besprohcn wird. Bo.scha tc a. D. ®ra» Bernstotff, der deutsche Vertreter bei ber Dorbc.c.tcnben Abrüstungskommission deS P lkerbundes. weist in einem einleitenden Ar- tifel auf Deutschlands Recht, auf allgemeine Ab­rüstung uno Si * ctcc t h n. während ©cncrallcut- nant a. D von ßramon den Nachweis führt, wie gründ.ich Deutschland aus Grund des Versail- ler Friedensvertrages den an.cren Mächten in der Abrüstung vorangegangen ist Rei Swehrminifter Dr. Groener gibt eine cmgeOcnbe Schilderung ber Lebrira. t ic» Deu fchen Reiches einschließ ich der S ötte und fordert den RüstungSauSgleich durch die Abrüstung der hochgerüsteten Staaten im gleichen Umfang und nach den gleichen M thoben, nach denen Deutsch and abgerüstet hat. Der be­kannte Sachverständige für 2 üstungs- und Abrü­stungsfragen Oberst a D. v. Oertzen zieht einen Vergleich zwischen dem toebr oscn Deut ch and und seinen allMiig gerüsteten ülachbam. Dr. Rudolf Hanslian weist auf Deutsch ands Bedrohung durch die Lu t- und GaSwatse hin. während Staatssekr« är z. D. Frbr v. R h e i n 5 a b e n die Fräse beantwortet warum Deuts land deu in Cent auSgearbeiteten A rüftung« o.t. tn lo s nt- Wurf ab ebnen muß. Schließlich widmet Staats-

Vor JNukden eine neue Schlacht im Gange.

Mukden, 24. Rov. (ERB.) «xne neue Schlacht zwischen den japanischen und chinesischen Truppen ist im Gange. Der Kamps findet nur 25 Meilen südwestlich von Mukden statt. Die offiziöse japanische Version betagt, daß eine Kompanie 3nfanterie und eine Kompanie Pioniere, die den japanischen Stützpunkt an der Peiping Mukden-Eisenbahn bei Chu-Liu-Ho, den äußersten Stützpunkt westlich der Linie, bar- stellt, sich heute früh auf dem Marsch befanden, als die chinesischen Truppen plötzlich von einem Hügel aus das Feuer eröffneten. Es ist nicht be­kannt, ob es sich bei den Ehinesen um reguläre Truppen oder um Banditen handelt. 3hre An­zahl wird auf 1500 Mann beziffert. Sine Kom­panie japanischer 3nfanterie wurde sofort von Mukden nach dem Kampfplatz entsandt. Das Ge­biet zwischen Hsin-Min-Tun und Ehu-Liu- Ho war bisher als .keines ManneSGe-

b t e P betrachtet worden. Don lapanischer Seite werd betont, daß die japanische Aktion rein örtlicher Art ist und daß eS nicht beabsichtigt ist. T s ch i n t s ch a u zu erobern. Die Japaner erklä­ren ferner, daß das Gebiet stets von Ban­diten heimgesucht würde, die sich kürzlich mit Soldaten zusammengcschlosfen hätten und da« Land raubend und plündernd durchzögen und so auch die südmandfchurifche Eisenbahn bedrohten. Die Japaner beabsichtigen, die Banditen aus dem Gebiet zu vertreiben. Tschangshueliang habe angekündigt, er ftellc eine Qlrmee auf und werde gegen die 3apaner in der Mandschurei kämpfen. Der bisherige Gegner deS chinesischen Generals Matschangtschen, General Tfchang- h a i p i n g , gab ebenfalls bekannt, daß auch er gegen die 3apaner vorgehen und Tsitstkar a n g r e i f e n werde.

Begreift man in Frankreich die Lage?

painlevS über die Grundlagen einer deutsch-französischen Verständigung.

Paris, 24. Rov. (TU.) Der frühere Minister­präsident und Kriegsminister P a i n l e t> £ unter­zieht die deutsch-französischen Beziehungen im Journal" einer eingehenden Betrachtung. Er weist auf die Schwierigkeiten hin, die ber Befrie- bung Europas unb einer deutsch-französischen An­näherung entgegenftänben, unb bie in ber Ver­schiedenartigkeit ber Gesinnungen in Frankreich unb in Deutschland begründet seien. 3n Deutschland fei es heute nicht mehr die Auffassung gewisser bester Kreise, bie sich bei ben verschiedenen deutsch-französischen Fragen burchsehe, fonbern bie Geistesverfassung ber jungen Generation. Palnleve geht bann noch einmal auf bie Rotlage, die finan­ziellen Schwierigkeiten und die Arbeitslosigkeit im Reich ein, bie zur Verstärkung ber nationali­stischen unb kommunistischen Massen geführt habe. Die Folge davon sei heute, bah bie Mehrheit des beutschen Volkes keine Reparationen mehr zahlen wolle, unb baß sie auf der anderen Seite Frankreich auffordere, einen Teil seines Goldvorrates zur Ver­fügung zu stellen, wenn es feinen guten Willen zu einer friedlichen Zusammenarbeit be­weisen wolle. Während seines letzten Berliner Besuches habe man ihn immer wieder daraus hingewiesen, daß die Opfer Frankreichs erst a uj den Druck einer anderen Macht gebracht worden seien. Französischerfcits müsse man diese Aeußerungen Im Auge behalten, wenn

man nicht des moralischen Vorteils verlustig gehen wolle, den diese Opfer nach sich ziehen mühten. Frankreich müsse entschlossen seinen Weg fortsehen und dürfe sich durch die vorhandenen Schwierigkeiten weder stören noch entmutigen lassen Vs müsse mit klarem Blick und kaltem Blut diefürden Friedennot- wendigen Zugeständnisse machen, so­weit sie sich mit den eigenen 3ntercffen verein­baren liehen.

Frankreich unter dem Druck der englischen Zollpolitik.

SarlÄ, 24. Rov. (TLI.) Der franAösische Han- minifter hat einen Ausschuß eingesetzt, der sich eingehend mit den Auswirkungen der englischen Zölle aus die französische Ausfuhr befassen soll. Der Minister erklärte: Der englische Sonderzoll komme zum Teil einer völligen Abriege­lung gleich, bie für Frankreich schwer ins Gewicht falle. Einzelne Ausfuhrartikel feien unter diesen Umständen auch bei niedrigster Preis­stellung nicht mehr auf dem englischen Markt unterAubrlngen. Es sei möglich, dah die französische Regierung ein neues Zollge- seh und eine strenge Beschränkung der englischen Einsuhr nach Frankreich vorneh­men werde. Dies seien durchaus rechtmäßige Mit­tel zum Schuhe der französischen Wirtschaft.

fefretär a. D. Dr. Lewald, der Präsident des Deutschen Reichsausschusses für ß ei bei Übungen, der militärischen Jugenderziehung im Auslande einen eingehenden Artikel. Zahlreiche Karten, Illustrationen und graphische Darstellungen des augenblicklichen Rüstungsstandes erhöhen den Wert dieser Abrüstungsnummer.

Die Aevolle auf der britischen AllaMslotte.

Mustergültige Erledigung einer peinlichen Affäre.

London, 24. Rov. (WTB.) Im Unterhaus brachte ein Mitglied der Arbeiteropposition die Frage der Entlassung von 24 Seelen» tenderAtlantlschen Flotte zur Sprache. Sie kritisierten es, daß die Leute nicht vor Gericht gestellt wurden, bah ihnen nicht mitgeteilt wurde, was ihnen zur Last gelegt wird und bah es keine Berufung gegen bie Entscheidung der Admiralität gebe. Der Erste Lord der Admiralität Sir Bolton Eyres- Monfell erwiderte: Die Leute sind entlassen worden wegen Untergrabung der D i - s z i p l i n, eines der schwersten Vergehen, daS es bei der Wehrmacht gibt. Da ohnehin Per - fonalDerminbcrungen borgeno nmen wer­den muhten, war cs besser, solche Leute zu entlassen, die mit ihrer Lage unzu­frieden waren. Ich will nicht dieemften Vorgänge in Invergordon als geringfügig hin- stellen: aber angesichts der sehr übertriebenen Gerüchte, die von interessierten Kreisen Im In­land und im Ausland darüber verbreitet worden sind, erkläre ich, dah es heute keine loya­lere Waffengattung in ber Welt gibt alS bie britische Kriegsmarine. Denn Invergor- bon eine Erschütterung für daS Lanb bedeutete, so war es für bie Marine eine wahre Tragödie, ba fie erkannt bat, bah sie heute nicht m eh r f o hoch geachtet in den Herzen des britischen VolkeS dasteht, wie jahrhundertelang. Gleichzeitig ist eS aber der ernstliche Wunsch jedes Offiziers und jedes Seemanns, diese Stellung bald wiederzugewinnen, unb bies wird um so schneller geschehen, wenn das Unterhaus und das Land eS ber Flotte überlassen, Ihre inneren Angelegenheiten in Orbnung zu bringen (Beifall auf ber Regierungsseite.)

Vor dem Abschluß der Indien-Konferenz.

Keine autonome Zentralreqterunq

ßonbon, 24. Rov. (TU.) Rach mehrtägigen Einzelverhandlungen zwischen ben Abgeordneten bet englifeb-tnbi chen Konferenz über Dersas- sungS- unb Minberheitsfragen setzte bet Verfas- sungsaus'chuß feine Beratungen über bie Frage der Behandlung englischer Waren in Indien fort. Hinduvertretet erhoben gegen die besonderen englischen Vorbehalte Sinfpruch, die von anderen Dominien nicht verlangt worden seien. England solle Vertrauen au einem neuen, freien Indien haben, daS sicherlich keine A u s - nahmemahnahmen gegen den englischen Hanbel ergreifen werbe. Es bleibt jetzt noch die Erörterung ber Frage der ..Indischen Sinan- z«nw übrig, so bah in ber nächsten Woche bie Schlußsitzung ftaitfinben kann. Das Ergebnis ber Konferenz wirb voraussichtlich sein, bah bie eng- Itfche Regierung eine Autonomie zunächst nur für die Provinzen Britlsch-In- bien» genehmigen wirb Die 3cntralregle- r u n g bürste dagegen in den Händen deS V t z e k ö n i g S und des Staatssekretärs von In­dien verbleiben. Die Vertreter ber MoHamme-

b a n e r haben erklärt, bah zunächst die Min­derheitsfrage geregelt werben müsse, ehe fie einem Verfasfungsentwurs für All-Indien zustimmen könnten.

Rußland versucht es mit her Sechstagewoche.

Moskau (über Kowno), 24. Rov. (TU.) Wie bie Sowjetamtliche TelegrapHen-Agentur mit- tctlt, hat ber Rat ber Volkskommissare beschlossen, bah mit Beginn bes 6. Dezember probeweise b i e Sechstagewoche In solchen Unternehmungen und Behörden eingeführt werden .soll, die nicht unmittelbar mit dem ununterbrochen arbeitenden Teil der wirtschaftlichen Unternehmungen ver­bunden sind. Die Entscheidung liegt jeweils bei ben Vollzugsausschüssen ber Bezirke. Für ben liebergang zur Sechstagearbeitswoche sind be­stimmte Ausgangstage nach ber Derorbnung feft- gelegt unb zwar jeweilig der 6., 12., 18., 24. und 30. Tag des Monats. Der 6. Tag der Woche wird in diesen Unternehmungen generell al« der Ruhetag gefeiert Zu gleicher Zeit wird die tägliche Arbeitszeit von 67i auf 6 Stunden herabgesetzt

Aus afier Welt

Revisionsdebatte an der Universität Cambrlbge.

Aus einem öffentlichen unb in der Form englischer P a r l a m e n t s v e r h a n d l u n- gen abgehaltenen Diskussionsabend der Studentenschaft ber Universität Cambridge sprach gestern der Staatssekretär von Rheinbaben gegen die vorliegende Tagesordnung, wonach eine sofortige Revision des Versailler Ver­trages eine schwere Ge'ahr für den europäischen Frieden bedeuten sollte. Sein Gegenreferent war der bekannte Abgeordnete General S p e a r s. Die These Rheinbabens war, daß nicht nur als Min­destforderung Deutschlands für ferne nationale Un­abhängigkeit unb Freiheit, sondern auch gerade im Interesse des allgemeinen Frie­dens eine Revision des Versailler F.iede..-Ver­trages im Zuge der kommenden internationalen Verhandlungen erfolgen istüßte: völliges Ende der Reparationen, gleiches Recht als Grundsatz des Rüstungsstandes und der nationalen Sicherheit, Revision der Ostgrenzen. Rach eingehender Dis­kussion wurde auf Rheinbabens Antrag, der u. a. auch von einem deutschen Studenten in seinem Reserat formvollendet un erstützt worden war, die Resolution mit gegen 3o Stimmen abgelebnt, d h. die überwiegende Mehrheit der Cambridger Studenten erklärt sich mit der von dem deutschen Po itiler wirkungsvoll vorgetrage­nen The'e einverstanden.

Tom Mix in Hollywood operiert

Der bekannte Filmschauspteler Tom Mix hat sich einer Blinddarmoperation unter­ziehen müssen. Rach den vorliegenden Meldungen ist fein Zustand ernst.

Schiffertragödie im Jehmarnsuad.

Bei Dulten i m Fehmarnsund strandete daS dänische Motorschiss .Helene". DaS Schiff wurde leck und wurde durch daS in den Motor- raum eingedrungene Walser manövrierunfähig. Der Schiffer Bech und fein 18jähriger SchiftS- iungc Frode standen b i S zu den Knien im Wasser Alle Versuche des Schiffers, sich durch Rebelhomsignale bemerkbar zu machen, waren vergeblich. Während der ganzen Rächt waren die Wellen über daS Drack g e schlagen. Als man am anderen Morgen von Land auS da- gestrandete Schiff bemedte und bet an ruber le. fand man den Schiffsjungen er­froren auf. während der Schiffer in halb- erstarrtem Zustande geborgen wurde.

Raubmord an einem Priester.

Im österreichischen Stift Melk wurde der eme­ritierte Psarrverweser Kathrein In dem außer­halb der Klausur gelegenen Krankenzimmer, aus dem sich die ihn pflegend« Schwester lür kurze Zeit entfernt hatte, tot aufgefunden. Der kranke, fast zur Beweglosigkcit verurteilte Priester war miteinemHanbtucherdrof- feit und feiner Barschaft, die er stet« bet sich zu tragen pflegte, beraubt worden. Unter dem Verdacht der Täterschaft wurde der leit ünf Jahren tm Stift al« Diener angestellte Silvester Pvtzmader verhaftet. Sr war der letzte, der vor der Auffindung de« Toten im 3immer weilte

verwegener Bankraub.

Auf bas Bankhaus Fuhrmann in Ob lau (Schle­sien) wurde ein verwegener Raubüberfall verübt. Zwei junge Leute drangen in das Gebäude ein. Däh. renb der erste von der allein anwesenden Kassiererin Auskunft über hvpothekensachen haben wollte, schloß der zweite die Tur hinter sich zu Dann überfiel der eine die Kassiererin, würgte sie, warf sie zu Boden und drohte ihr mit ff r« schießen. Er raubte bann ben Inhalt ber Kaste In höhe von 2300 Mark. Darauf flüchteten beide Täter.

Abenteuerliche Flucht von 200 Strafgefangene» von Französisch-Guyana.

AuS Port of Spain (Trinidad) liegt ein Be­richt über ein unter ungeheuren Strapazen durch- gcsührteS Fluchtuntcrnchmen von 200 Straf­gefangenen gu« einem Waldlager in Franzöfisch- Guyana vor Den Gefangenen war aus Cayenne da« Gerücht zu Ohren gekommen, daß eine ameri­kanische Gesellschaft mit dem Bau einer Eisenbahn im Inneren von Holländisch- Guyana begonnen habe. In der Hoffnung, von den Amerikanern verwendet zu werden, beschlos­sen sie, der Hölle von Guyana den Rücken zu kehren. Sie fertigten sich aus Bastgeslecht und Stämmen provisorische Flöße an, auf denen sie dann den Maroni, dem Fluß, der bie natürliche Grenze zwischen Französisch- und Riederlänbisch-Guyana bildet, überquerten Aber erst auf der anderen Leite bes Flusses, auf hollänbischem Gebiet, begannen bie eigentlichen Schwierigkeiten. In tagclangcn Märschen kämpf­ten sich die Flüchtlinge durch bie fieber- schwangeren Sumpf gebiete DaS Was­ser ging ihnen oft bis zu ben Hüften. Große Strecken mußten auf bjefe Weise zurückgelegt werben. Dann toicber kamen große Urwald­gebiete, die den jeder Ausrüstung baren Flüchtlingen daS Leben sauer machten. Manch einer blieb hierbei auf der Strecke. Als sie endlich nach Tagen ungewöhnlicher Stra­pazen das erste Dorf erreichten, mußten sie feststellen, daß bie Geschichte von bem amerikani­schen Dch:ibau eine Legenbe war. Dec größte Teil der Flüchtlinge übergab sich den holländischen Behörden, während die übrigen eS vorzogen, zu ihrem Gesangenenlager zurückzukehren, wo bie Anstifter deS Unternehmens zu Einzel­haft auf ber TeuselSinsel verurteilt wurden.

Ein Hirsch lötet einen Treiber.

Sin eigenartiger 3agbunfall ereignete sich bet einer Treibjagd auf einem dem Herzog von R a t i b o r gehörenden 3agbgelänbe auf pol­nischem Gebiet. Als die Treiber einen Kessel ae- schlossen hatten, wurde darin ein kräftiger Hirsch festgestellt, der plötzlich hvchging unb gegen bie Treiberkette ftürmte. Das Tier wandte sich gegen einen Treiber, nahm ihn an unb stieß ihm da« Geweih burch baS rechte Auge in den Kopf, so daß bie Spitze be« Geweihes am Hinterkops herauStrat Der Treiber war auf der Stelle tot. Rur mit Mühe konnte bie Leiche von bem Geweih befreit werben.

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Der Vorschub ber Warmluft machte sich heute mor- Sen über Wcft-, Süd. unb Mitteldeutschland bis zur der bemerkbar, so daß hier die Temperaturen bis zu 7 Grad über Null lagen, während im Osten noch Frost herrscht. Die Atlantikstörung läßt an ihrer Sud. (eite da» Vordringen weiterer Warmluft erkennen, so daß das milde Wetter noch sortbesteht. Zeitweise dürfte stärkere Bewölkung zum Dorübcrzug kommen, jedoch »st in unserem Gebiet mit wesentlichen Nieder­schlägen nicht zu rcchnen.

Aussichten für Donnerstag: Mildes, teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, nur ver­einzelt geringe Niederschlage.

Aussichten f ü r Freitag: Wechselnd be» wölkt mit Aufheiterung, Temperaturen mehr schwan­kend, noch einzelne Niederschläge wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 24 November: mittags 4,0 Grad Celsius, abends 5,4 Brad, am 25. November: morgens 5,5 Grad. Maximum 5,7 Grad, Minimum 2,5 Grad. (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24 November: abends 2,6 ®rab; am 25. November: morgens 3,6 Grad Celsius. Niederschläge 3,8 nun.