fuchs ber französischen Minister in Berlin würben die Ressorts bann bie Aufgabe hoben, bie Einzelheiten zu formulieren, so bah bie zusammenfassenbe Notverordnung bann bis spätestens Mitt- woch nächster Woche erscheinen könnte.
Nie Volkspartei und das Kabinett Brüning.
Das Organ des Reichskanzlers antwortet Dingeldey.
Berlin, 24. Sept. (£U.) Zu den Ausführungen des volksparteilichen Parteiführers Sin« geldey in Hamburg schreibt die „Germania" u. a.: Die Ausführungen des Führers der Deutschen Dolkspartei sind dazu angetan, erhebliche Verwunderung zu erregen, und zwar um so mehr, als der Regierung der Vorwurf gemacht wird, sie habe nichts getan. Wenn Dingeldey etwa auf die angestrengten Mahnahmen der Reichsregierung i n d e r s ch w e- ren Iulikrise exemplifizieren sollte, dann dürfte die Meinung der Volkspartei sachlich nicht haltbar sein, eine Meinung, die uns wirklich sehr stark von parteitaktischen Gesichtspunkten diktiert zu sein scheint. Wenn wir aber die letzte Zeit im Auge haben, dann wird Herr Dingel- deh uns darin nicht Anrecht geben, dah die Reichsregierung ihre kommenden Beschlüsse für den Winter in keiner Weise überstürzen darf, sondern die Pflicht hat, diese sehr weitgehenden Mahnahmen unbedingt mit der notwendigen Sorgfalt zu überlegen. Wir dürfen Dingeldey versichern, dah es der Regierung durchaus nicht an dem entschlossenen Willen zur Führung mangelt, auf den das Volk Anspruch hat. Cs freut uns nur, dah von dieser Seite her dieser Anspruch so deutlich unterstrichen wird. Wenn aber schon jetzt Mahnahmen im Hinblick auf die englische Krise verlangt werden, so dürfen wir darauf verweisen, dah die Regierung erst handeln kann, wenn sich solche Auswirkungen auf dem deutschen Markt zeigen. Ganz unverständlich ist uns der Hinweis darauf, die Regierung habe sich durch besondere Rücksichten auf sozialdemokratische Wünsche leiten lassen. Die Dankenaufsicht war angesichts der Vorgänge vom Juli eine sachliche Rotwendigkeit und die Rotverordnung über die Aktien- r e f o r m und die Aufsichtsräte sollte doch im gesamten deutschen Volke den weitesten Widerhall finden. Wir sind der Meinung, dah es sich bei allen diesen Fragen auch um eine Angelegenheit der Sauberkeit und der öffentlichen Moral handelt. Wenn Dingeldey die Ankündigung einer Verordnung über die Einsetzung auherordentlicher Gerichte gegen Mißwirtschaft und Terrorakte besonders nennt, um Beeinflussungen zu wittern, so weisen wir darauf hin, dah noch neulich sogar die Rational- s o z i a l i st e n von der Regierung ein entschiedenes Einschreiten gegen die sich immer mehr häufenden Terrorakte verlangt haben, und dah es aus sachlichen Gründen um den inneren deutschen Frieden und um die Aeberstehung dieses schweren Winters a l l e r h ö ch st e Zeit ist, dem Terror und der Mißwirtschaft schärfsten Kampf anzusagen. Wenn Dingeldey, wie er sagt, „alle Möglichkeiten durch unmittelbare Verhandlungen" erschöpfen will, so haben wir kein Recht, ihm dabei in den Arm zu fallen.
Hitler spricht in Hamburg.
Jamburg, 25. Sept. (TU.) Die NSDAP, hielt in Hamburg drei große Wahlversammlungen ab, die sämtlich stark überfüllt waren. In allen sprach Adolf Hitler. Er führte u. a. aus: Gehe die Ent- wicklung f° weiter, so werde man bald erleben, daß die meisten Staaten sich ein eigenes Wirtschaftsleben aufbauten. Dazu würden in erster Linie Länder wie Frankreich, England und Rußland imstande sein. Dieser Aufbau werde Deutschland aber am schwersten treffen müssen, weil innerhalb seiner Grenzen 65 Millionen zusammengepfercht seien, die sich nicht selbst ernäh-
Hier werden Ziegelsteine ausgepackt...
... lmd Schwindler nach viertausend Jahren entlarvt.
Don Hans Brückner.
Der Mann im weißen Kittel nimmt Hammer, Zange und Stemmeisen und öffnet vorsichtig die Kiste. Die Ware war schon avisiert. Briefe aus Damaskus und Bagdad liegen auf dem Schreibtisch. Der Mann weiß also, was für Schätze in der Sendung verborgen sind und kann doch seine Reugierde kaum bezwingen. Er möchte die neuen Sachen schon sehen. Endlich hat er den Deckel offen, der ganze Inhalt liegt greifbar vor ihm. Er holt zwanzig und etliche Dlechkasten heraus und stellt sie auf den Tisch. Wie er sie alle herau^geholt hat, kann man sich die Seltenh.iten ansehen. „Die Schätze des Morgenlandes", sagt der Mann feierlich, und behutsam öffnet er den obersten Kasten.
Ich bin gespannt, was jetzt zum Vorschein kommen toirb.„ Vermutlich werden es Kostbarkeiten morgenländischer Fürsten sein. Schätze aus „Tausend und einer Rächt". Ganz bestimmt sind darunter Perlen, Diademe, Edelsteine, Armspangen, geschliffene und ungeschliffene Brillanten, merkwürdige sagenhafte Juwelen, die zu sehen nur wenigen vergönnt ist.
Zuerst sehe ich nur eine Menge Watte, in die die Schätze des Orients genau so eingewickelt smd wie feine Sachen im Laden eines abendländischen Juweliers. Jetzt greift der Mann in den Kasten, die weih-grauen Wattewolken verziehen sich, und der Schatz liegt da. Der Schah? Ich bin etwas ernüchtert. Es sind keine Diamanten, keine kostbaren Perlen, nicht einmal gol- dene Diademe und Armreifen. Ganz einfache Backsteinbrocken, so dreckig wie nur denkbar. Der Mann nimmt diese Brocken wie zartes chinesisches Porzellan heraus, legt sie nebeneinander auf den Tisch und sagt mit entzücktem Lächeln: „Wunderschön!". Er packt die anderen Kasten aus, einen nach dem andern, überall die gleichen schmutzigen Ziegelsteinfragmente mit Erde verschmiert. Dabei immer das Attribut „Wunderschön!". Mit geheimem Schauer nehme ich selbst einige von diesen Brocken in die Hand, sehe sie mir an, lege sie wieder zurück. „Am Gottes Willen!", sagt der Mann, „Sie haben total verkehrt zurückgelegt, wer soll denn die Fortsetzung finden wenn man die Ode an Jstar oder Marduk zu lesen begonnen hat?" Ich sehe den Mann
Amerika und der Konflikt nm die Mandschurei.
Oie Vereinigten Staaten drängen Japan für Beilegung des Konflikts.
Washington, 25. Sept. (Reuter. WTB. Funkspruch.) In einer von Staatssekretär <5 tim» s o n an China und Iapan gesandten Rote heißt es: Die Regierung und das Volk der Vereinigten Staaten haben die Ereignisse der letzten Tage in der Mandschurei mit Bedauern und groher Sorge zur Kenntnis genommen. Angesichts des aufrichtigen Wunsches des amerikanischen Volkes, dah die Prinzipien und Methoden des Friedens in internationalen Beziehungen gelten sollen, und angesichts des Vorhandenseins von Verträgen, die zum Teil von den Vereinigten Staaten von Amerika unterzeichnet sind, und deren Bestimmungen die Erledigung von Streitigkeiten ohne Gewaltanwendung regeln sollen, fühlt sich die amerikanische Regierung befugt, der chinesischen und japanischen Regierung ihre Hoffnung zum Ausdruck zu bringen, dah sie ihre Streitkräfte veranlassen werden, von weiteren Feindseligkeiten Ab st and zu nehmen, und dah sie ihre Streitkräfte so verteilen werden, dah die Erfordernisse des Völkerrechts und internationaler Vereinbarungen erfüllt werden, und dah sie Handlungen unterlassen, die das Zustandekommen einer gütlichen Beilegung gefährden könnten.
Im Staatsdepartement wurde heute erklärt, man betrachte die Sage nicht schlimmer als in den letzten Jahren und hoffe, baß es ben Bemühungen bes Völkerbundes gelingen werde, daß Japan und China das Kriegsbeil begraben. Selbst von einem Kriegsbeil könne man eigentlich nicht sprechen, und insofern unterscheide sich die Situation von dem chinesisch-russischen Konflikt im Sommer 1929. Damals marschierten chinesische und russische Truppen in Gebiete, in die sie nicht einmarschieren durften, und deswegen sah sich Amerika zu einem direkten Eingreifen veranlaßt. Diesmal handele es sich, soweit es sich angesichts der einander widersprechenden Darstellungen übersehen lasse, um Zusammenstöße von Truppen in einem Gebiet, wo beide Regierungen berechtigt seien, bewaffnete Kräfte zu unterhalten. Eine endgültige Stellungnahme sei daher unmöglich. Inzwischen hoffe man auf eine baldige Beilegung des Konflikts durch direkte Verständigung.
In einer an das japanische Ministerium des Aeuheren gerichtete Denkschrift erklärt Stim- son, die Vereinigten Staaten wünschten keinesfalls, sich in die Angelegenheiten Japans einzumischen, aber die gegenwärtige Lage rufe bei den anderen Mächten schwere Besorgnisse rechtlicher und anderer Ratur hervor. Er rate daher Japan, die Angelegenheit rasch bei-
8 ule g en und nicht weiter Gewalt anzuwenden. „Baltimore Sun" erfährt hierzu, dah der japanische Botschafter Stimson erklärt habe, e i n Eingreifen anderer Mächte würde die Beilegung des Konflikts nur erschweren, da die öffentliche Meinung Japans darin einen Prestigeverlust befürchten könnte. Das japanische Kabinett bitte daher, daß die fremden Mächte ihre Intervention auf freundliches Drängen zur Beendigung des Vormarsches beschränken möchten. Im Staatsdepartement lehnte man auch eine Aeuherung über russische Schritte in dieser Angelegenheit ab: jedoch wird aus Schanghai gemeldet, dah die Sowjetregierung als erste fremdeMacht Iapan zur Einstellung des Vormarsches aufgefordert habe.
Wie stellt sich Japan?
T o k i.o, 24. Sept. (TA.) Das japanische Kabinett befaßte sich am Mittwoch in mehrstündiger Sitzung mit der Frage, wie lange die japanischen Truppen in der Mandschurei verbleiben sollen. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Die gut unterrichtete Zeitung „Tokio nitschi-nitschi" schreibt, der „Geheime Rat" habe sich gegen die Abberufung der japanischen Truppen ausgesprochen und erklärt, daß China er st die japanischen Forderungen erfüllen mühte. Der „Geheime Rat" besteht aus 26 Staatsmännern, die vom Kaiser berufen werden. Er hat nur beratende Stimme, wird aber bei allen wichtigen Entscheidungen befragt. Der Korrespondent des Petit Parisien in Shanghai berichtet, dah die vier einflußreichsten japanischen Minister gestern beschlossen hätten: Erstens, daß Iapan seine Stellungnahme im mandschurischen Konflikt in einem Manifest auseinandersehen werde: zweitens, wenn die Lage in Charbin sich verschärfen würde, würden die japanischen Einwohner nach Tschangtschun geschafft werden, jedoch werde Iapan d i e ost chinesische Eisenbahn nicht besetzen: drittens die Japaner würden, sobald die Ordnung wiederhergestellt werde, Kirin räumen. Mit dieser Räumung soll bereits begonnen worden sein. Der japanische Armeerat teilt mit, daß der Operationsplan in der Mandschurei durchgeführt sei. Es sei beabsichtigt, den status quo aufrechtzuerhalten. Die diplomatischen Verhandlungen und die Benachrichtigung der Mächte werden dem Außenminister überlassen. Rach Charbin sind keine japanischen Truppen entsandt worden.
r c n können. Für Deutschland gibt es nach Ansicht Hitlers zwei Möglichkeiten: Entweder wir brechen die Tore im Osten und schaffen uns einen neuen Binnenmarkt, ober wir versuchen, unserem Handel im Export nach Westen hin Freiheit zu geben. Das sei aber nur zu erreichen durch bie nationalen Kräfte der ganzen Nation. Setze ber Reichskanzler aber stattdessen Sozialbemo- kratie, Zentrum, Demokratie und Pazifismus ein, so sei bamit nichts mehr zu retten. Wenn Deutschland heute unterliege, so verliere ein König von Preußen nicht seine Krone, sonbern Millionen von Menschen ihr tägliches Br et Die Anhänger bes heutigen Systems kennten nur einen Gebanken: Schutz der Republik. Aber heute fei nicht ein System, sondern ein ganzes Volk in G e - fahr. Wenn heute auch andere Staaten zusammen- brechen, so werde Deutschland einen Vorteil davon nicht haben, denn die ausländischen Staaten würden Zollschutzmauern errichten, wozu Deutschland aber nicht in der Lage sei. Hitler erklärte sodann, daß es für Deutschland nur zwei Möglichkeiten gebe, entweder es werde kommunistisch, dann werde eine Katastrophe hereinbrechen, die Deutschland nicht so überstehen dürfte wie Rußland, oder aber ber Na
groß an: „Wie bitte? Eine Fortsetzung? Die Fortsetzung einer Ode?" „Gewiß", nickt er beschäftigt, „Sie können mir hier die schönsten Hymnen unlesbar machen." Jetzt fange ich an, gar nichts mehr zu verstehen. „Ratürlich, natürlich!", sage ich, „die schönste Hymne". Dann schweige ich eine Weile. Der Mann packt ruhig der Reihe nach weiter aus. Der große Tisch ist schon fast ganz bedeckt. Anter den vielen Brocken gibt es auch ganze Ziegelchen, handgroß. Wie ich sie mir näher betrachte, sehen sie fast aus, wie Dominosteinchen aus gebranntem Lehm.
„Ist das vielleicht etwas zum Spielen, Herr Professor?" Der Mann guckt über die Dritten- gläser und nickt. „Ja, ja, ein Geduldspiel. Es dauert manchmal jahrelang, mein Lieber, bis ich sie alle zusammen habe. Aber dann macht es viel Spaß. Stellen Sie sich vor, das letztemal habe ich nach einer Arbeit von vier Monaten die Quittung und Gegenquittung des Herrn Risar-radan gefunden. Die Gegenquittung war genau um 630 Schekel höher. Was der Kerl für ein Schwindler war. Ich könnte ihm heute noch einen Prozeß wegen gemeinen Betrugs auf den Hals hetzen."
Jetzt leuchtete es mir endlich ein: „Ah, das sind ja die berühmten Keilschrifttäselchen!" „Was denn sonst?" sagt der Gelehrte und ordnet geschäftig weiter. Er nimmt die Lupe, beugt sich über den Tisch und brummt etwas,, was ich nicht verstehen kann. Ich habe das Gefühl, daß er jetzt sumerisch gebrummt hat oder im schlimmsten Fall sanskritisch. Er schüttelt den Kopf und meint: „Schade, dah die noch so dreckig sind. Ich bin gespannt, was dieser Text hier sagt." „Könnte man den Dreck nicht abkrahen?" frage ich. Er schlägt die Hände zusammen: „Anglücksmensch! Das müßte mir noch passieren!" Er ruft seinen Assistenten herein. „Herr Doktor, lassen Sie das Bad ansetzen!" Ich betrachte seine Hände und kann seinen Beschluß eigentlich verstehen. Der Doktor kommt bald mit einem anderen zurück. Vorsichtig nimmt man die Brocken vom Tisch und legt sie in eine Glaswanne. Ein merkwürdiger Geruch liegt in der Lust. „Was ist das für eine Flüssigkeit, die so merkwürdig riecht?" „Gar nichts", winkt der Professor ab, „diese fünftausend Jahre riechen so." Ich fühle die Weihe des historischen Augenblicks. Dor meinen Augen werden Quittungen, Wechsel, Gedichte... und Schwindeleien der assyrischen und babylonischen Dichter, Kaufleute und Betrüger gebadet. Allmählich löst sich der Schmutz von den Steinbrocken. Wie sie aus dem Bade kommen, sehen sie so richtig jugendfrisch aus. Niemand würde ihnen ihr Alter ansehen. „Run", sagt der Gelehrte, — der eigentlich Professor Dr. Brittner, Leiter des Laboratoriums der S t a a tlich en M use e n
tionalsozialismus setze sich durch und verschaffe Deutschland wieder Weltgeltung.
Hugenberg wird interviewt.
Deutschnationa e Kritik an Brüning.
Hamburg, 24. Sept. (TA.) Ein Mitarbeiter der „Hamburger Rachrichten" hatte eine Unterredung mit Dr. Hugenberg, der folgende Fragen und Antworten entnommen seien:
Frage: „Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit der nationalen Opposition beim Wiederzusammentritt des Reichstages?"
Antwort: „Wir haben Ende August mit den Rationalsozialisten vereinbart, daß wir gemeinsam wieder im Reichstage erscheinen werden, natürlich unter dem Vorbehalt, ihn wieder zu verlassen, wenn es uns richtig erscheint. Ans ist an einer Cinzelverän- derung im Kabinett nichts gelegen, da wir das ganze Kabinett für r ü ck t r i 11 s r e i f halten. Gegenüber Bedenken, ob nicht Spannungen in der nationalen Opposition zu erwarten seien, habe ich die Auffassung, dah ein einheit-
zu Berlin ist — „müssen die Täfelchen entsalzt werden." Man legt sie in numerierte Gläser, wo sie auf Zinkplatten lustig herumschwimmen. Da liegen sie einige Zeit, bis sie neutral werden. Die Ziegel verlieren den zersetzenden Salzgehalt, nur die Tenien der Spottdichter bleiben gesalzen genug. Aber dieses Salz ist auch mit den radikalsten chemischen Mitteln nicht zu entfernen. Da die Entsalzung einige Wochen dauert, muh ich mir die weitere Arbeit an den schon entsalzten Stücken an» sehen. Die Bruchstücke werden in mühevoller Arbeit aneinandergciügt und dann mit einem besonderen Klebstoff zusammengeleimt. Man zeigt mir einige fertige Ta lein. „Die können Sie schon lesen, die sind fast vollständig", sagt Professor Dcittner. Ich finde sie unvollständig, ich kann sie nämlich nicht lesen. Angeblich sollen sie sehr interessant fein. „Herr Raouch-nasipal, (wenn ich mich gut erinnere) der Sohn des Dagan-banipal, hat laut diesem Schriftstück sein Haus und seinen Weinberg seinem geehrten Rachbarn Siva-nirari, dem Sohn des Mertisch-uth, für 460 SiBerschekel verkauft. Den Kauf haben die schriftkundigen Priester des großmäch testen Königs Aschur-nasirapal, gepriesen sei sein Rame, aufgesetzt und öaiür den gerichtlichen Betrag von 24 Schekel entrichtet erhalten."
And so weiter. Wechsel, Quittungen, Verträge, Gebete, Hymnen, Gedichte, Gesichtssraginente, und noch einmal Kontrakte und Wechsel. Quittungen von Kausleuien und großen Herren, bi: Anno 1003 oder 2000 vor Christus ihre Geschäfte machten und vor Richtern und Priestern beeideten. Bisher sind schon einige Tausend solcher Tafeln zusammengestellt, entziffert und in der Fachpresse sogar veröffentlicht worden. Reue werden weiter ausgegraben und hier im Sanatorium der antiken Dokumente gesunden sie nach einer Reihe von Wiederbelebungsversuchen soweit, dah sie zum Erzählen gebracht werden können. Eine gewaltige Zeit der menschlichen Kultur erwacht in diesen chemischen Bädern, in den Gläsern, unter dem Klebstoff und durch die Geduldsarbeit der Gelehrten.
Reben den Dokumenten des Alltags finden sich hier oft auch Schriftstücke von großem historischem Wert. Verordnungen und Rotverordnungen des antiken Morgenlandes werden hier entziffert. Wenn man so die Geschäftsunterlagen des kleinen Mannes und die rekonstruierten Dokumente der Herrscher nebeneinander ft eil t, ist damit gleichzeitig auch ein Stück Vergangenheit rekonstruiert worden, und die Menschen von heute können erfahren, wie anders und wie ähnlich ihr Los von dem Los jener ist, von denen die Jahrtausende nur diese zum Sprechen gebrachten Ziegelsteine übriggelassen haben.
liches Vorgehen der nationalen Opposition gegen die Regierung gewährleistet ist.
Frage: „Worin liegen Ihrer Meinung nach die Irrtümer der jetzigen Politik?"
Antwort: „Viele Deutsche waren, als Brüning die Regierung übernahm, der Meinung, er fei der Anfang einer neuen politischen Entwicklung. Brüning war aber nicht der Anfang einer neuen, sondern das Ende der alten Entwicklung, der Schluß- Punkt jener Linie nämlich, die immer wieder die Verständigung mit Frankreich suchte und im Innern nicht den Mut fand, einen Trennungsstrich zum Marxismus zu ziehen. Erfüllungspolitik und Zusammenarbeiten mit" dem Marxismus sind auch für die Aera Brüning das entscheidende Moment. Ich bin der Aeberzeugung, daß die Zukunft anderen Ideen gehören wird."
Frage: „Was halten Sie von dem Gedanken der Zollunion?"
Antwort: „Ich erkläre heute noch, daß eine Zollunion zwischen Deutschland und Oesterreich eine alte deutschnationale Forderung ist, die wir begrüßen, auch wenn sie von unseren innerpolitischen Gegnern aufgegtifTerrtoitb. Ich bin der Meinung, daß sich der große völkerverschlingende Schlund in Genf nicht verschlossen hätte, wenn Herr Curtius allein in den Abgrund gesprungen wäre. Ich bin vielmehr der Ansicht, daß Herr Curtius nur der Exponent eines Systems war, und daß das ganze System versagt hat. Mit anderen Worten: Das ganze Kabinett Brüning hätte mitspringen müssen, möglicherweise hätte dann die Welt aufgehorcht. Denn Herr Brüning hat immer wieder betont, daß er sich ganz persönlich dem Gedanken der Zollunion verpflichtet fühle."
Frage: „Was halten Sie von einer autar- kischen Politik für Deutschland?"
Antwort: „Ich möchte diese Frage zunächst einmal mit Bezug auf die Landwirtschaft 'beantworten. Deutschland kann seinen Osten und weite Teile seines Westens nicht veröden lassen. Die übrige Welt muß darauf verzichten, mit ihrer Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte die deutsche Landwirtschaft zu beherrschen. Es liegt im Interesse der Welt, daß Deutschland auf dem Gebiete der Landwirtschaft eine autarkische Politik führt. Ich halte sie zudem für vollkommen möglich und durchführbar."
Absplitterung bei der SPD.
Radikale Abgeordnete gründen eine „Sozialistische Arbeiterpartei".
Berlin, 24. Sept. (TU.) Der Sozialdemokratische Parteiausschuß hat in einem Beschluß fest» gestellt, daß die Mitarbeit an der „Freien Verlags gesellschaft" unvereinbar sei mit der Parteizugehörigkeit. In dieser Verlagsgesellschaft erscheint „Die Fackel", bie bisher das Organ ber neun sich abfonbernben Abgeordneten war. Wie bas „Berliner Tageblatt", bas bekanntlich zur SPD. gute Beziehungen unterhält, aus guter Quelle erfährt, werben von diesen neun Ab- aeorbneten acht erklären, daß sie sich dem Parteibeschluß nicht unterwerfen, sondern weiter an der „Facke 1" mitarbei- t e n werben. Das sind die Abg. Seydewitz, Rosenfeld, Ströbel, Ziegler, Portune, Oettinghaus und Siemssen.
Die Oppositionsgruppe der SPD. Seydewitz- Rosenfeld hat eine Erklärung abgegeben, in der gesagt wird, daß die Behauptungen, mit denen der Parteiausschuß den Beschluß gegen sonderagitatorische Bestrebungen der Opposition begründet, in keiner Weise zutreffen. Nicht um die Partei zu spalten, seien die „Roten Bücher" und „Die Fackel" ins Leben gerufen, sondern mit dem Recht der Meinungsfreiheit. Wenn schon die Gründung und die Mitarbeit an einer kritischen Wochenschrift genüge, mit dem Ausschluß bedroht zu werden, so deute das auf den beginn eines Gesinnungsterrors und einer Meinungsdiktatur hin, dem entgegetgutreten parteigenössische Pflicht sei. An alle, die mit uns einig sind, so heißt es in der Erklärung weiter, daß
Schulen auf Bädern im hohen Norden.
Der Gedanke, Schulen auf Rädern nach dem hohen Rorden zu senden, ist zuerst vor einigen Iahren von den kanadischen Behörden aufgegriffen worden und hat sich überall da als segensreich erwiesen, wo der nur vorübergehende Aufenthalt von einzelnen Trapper-, Eisenbahnarbeiter, und Holzfällerfamilien, oder die geringe Anzahl der bildungsbedürftigen Kinder die Gründung einer ständigen Schule nicht lohnend erscheinen laßt. Die Cisenbahnverwaltung, die sich zuerst diesen Plänen der Regierung gegenüber zweifelnd verhielt, ließ sich überzeugen, und dann baute sowohl die Kanadische Rational- wie die Kanadische Pa.ific- Dahn einen Schulzug, dessen Ausstattung die Schulbehörden übernahmen, die auch den Lehrer besolden. Der Erfolg übertraf aller Erwartungen. Aus den zwei Schulzügen sind inzwischen sechs geworden, die im Sommer und Winter in Tätigkeit sind. Am den Schulbesuch braucht man sich keine Sorge zu machen. Aus der ganzen Umgebung strömen die Kinder des hohen RordenS herbei, wenn ein Schulzug in ihrer Räche auftaucht, und kein Anwetter kann sie vom täglichen Besuch abhalten. Mit brennendem Eifer sind sie bei der Arbeit und lernen oft in wenigen Wochen, was andere Schuler sich in ebenso vielen Iahren aneignen. Meist bleibt die Schule nur einige Tage an einem Platz: der Lehrer läßt den Kindern Aufgaben zurück, und kehrt bann, nachdem er an anderen Stellen Anterricht erteilt hat, wieder zurück. Der Tag der Ankunft des Zuges wird freudig begrüßt, fein Scheiden ist ein Trauertag. Auch für die Erwachsenen sorgt die Schule, indem sie ausländischen Einwanderern die Grundbegriffe des Lesens. Schreibens und Rechnens beibringt. Für alt und jung bedeutet der Schulzug in dieser Einsamkeit die Berührung mit der Welt da draußen, eine Befreiung vom dumpfen Dahinleben in An- wissenheit. Durch die Erweckung der gebundenen Kräfte wächst in ihnen das Bewußtsein, daß sie als Pioniere der Kultur auf weit vorgeschobenen Posten stehen.
Sochschulnachncbten.
Amtlich wird die Ernennung Ms o. Professors Dr. Walther Löhlein in Jena nut Wirkung vom 1. April 1932 zum o. Professor ber Augenheilkunde und Direktor ber Augenklinik an ber Universität Freiburg i. B. als Nachfolger bes verstorbenen Geh. Hofrats Professor Axenfelb bestätigt. Löhlein war seinerzeit Schüler und Assistent von A. Do siu» in Gießen.
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