Ausgabe 
25.8.1931
 
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oder 14 Millionen t weniger al» im Jahre 1 929, dessen Ziffern über dem letzten Durchschnitt lagen. Der verhältnismäßig größte Rückgang wurde in den wichtig st enExport- bezirken verzeichnet.

lischen Arbciterregierung ein wahrhaft tragisches Ereignis. Durch -bie Wirtschaftskrise sei das Kabi­nett Macdonald vor die Frage gestellt worden, die unvermeidlichen Ersparnisse auf Kosten des Sozial-

Die englische presse lobt den Ml Macdonalds.

England in seiner besten Haltung.-RücksichtSloseS Sparen das Gebot der Stunde

Berlin, 24.Aug. (ERB.) Eine Reihe Berliner I der englischen Labour-Party ist. außerstande Abendblätter beschäftigt sich in ausführlichen Kom- sei, wirtschaftlicher Schwierigkeiten Herr zu wer­den. 3n keiner Weise sei abzusehen, ob das kom­mende Kabinett die von Deutschland aus stets betonte, im Auslande aber häufig übersehene wirtschaftliche Verflechtung der Welt­wirtschaft mit Deutschland ebenso zwin-

Was sagt man in Berlin zur Krisis?

Völlige Ungewißheit der internationalen Lage. Auch England spürt die Folgen des Reparaiioriswahnsinns.

Zwecke verfolgt. Eben darum habe diese Freund­schaft auch nicht verhindert, daß das gute Ver­hältnis zum Deutschen Reiche unverän­dert aufrechterhalten bleibt, und das gute Ber- hältnis zu Frankreich sich ständig bessert. Der größte Teil der letzten Anleihen sei von der französischen Börse gezeichnet worden, und während der Anleiheverhandlungen seien über­haupt keine politischen Fragen auf­getaucht. Das Problem sei von den Mächten aus­schließlich auf wirtschaftlicher Grundlage behandelt worden. Auch mit einigen Nachbarn Ungarns sei das Verständnis in wirtschaftlicher Hinsicht im­mer tiefer, in politischer Hinsicht bestünden zwar noch Gegensätze, aber an eine andere als friedlich geartete Lösung denke niemand.

KarolyiS Programm.

Ungarns außenpolitischer Kurs zwischen Italien und Frankreich.

B u d a p e st, 24. Aug. (WTB.) Ministerpräsident Gras Karolyi sagte in einer Konferenz der Einheitspartei, daß die Regierung hoffe, ihr Pro­gramm teils durch die Opferbereitschaft des Landes, teils durch das Prinzip der internationalen Zusam­menarbeit verwirklichen zu können. Das Gleich­gewicht im Staatshaushalt solle durch Verringerung der Ausgaben und Erhöhung gewisser Steuergattungen erreicht werden. Auf dem Gebiet der auswärtigen Politik wolle die Regierung den von Bethlen und Walko eingeschlage­nen Kurs fortsetzen. Demzufolge lasse sich die Regierung die ungestörte Pflege des mit Italien geschaffenen und ständig erstarkenden Freundschafts­verhältnisses angelegen sein. Das italienisch-ungari­sche Freundschaftsverhältnis fei niemals gegen an­dere gerichtet gewesen und habe niemals kriegerisch«

ruhe ist die Nachricht, daß der für die Ersatz­wahl in Guildfort aufgestellte liberale Kandidat seine Kandidatur zurückgezogen hat, womit die Wahl des Konservativen gesichert ist. Baldwinhat gestern abend eine Erklärung ver­öffentlicht, in der es heißt: Die Krisis erfordert schnelle Maßnahmen, eine P a r l a m e n t s a u f - lösung mit daraulfolgenden Neuwahlen wurde jetzt eine Katastrophe sein. Die Konser­vativen beteiligen sich an der nationalen Regie­rung nur zu dem ausdrücklichen Zweck, das Bud­get ins Gleichgewicht zu bringen und das Ver­trauen zum britischen Kredit wieder herzustellen. Es ist keineNedevoneinerdauernden Koalition. Wenn die nationale Regierung ihre Aufgabe erfüllt hat, wird das Parlament aufgelöst werden, sobald die Umstände es gestat­ten. Dann wird es jeder Partei freistehen, der Wählerschaft ihre Politik zu unterbreiten. Somit wird keine Partei aufgefordert, einen der Grund­sätze freizugeben, an die sie glaubt.

Oer Reichskanzler in Giuiigari

Oie Reichsreform und die süddeutschen Länder.

tionalc Regierung Macdonalds zu kämpfen haben dürfte, betrachtet man eine aus wohlinformierten Kreisen stammende Schätzung, nach der die Arbeiter­opposition, die von Henderson und Clynes geführt wird, in einem Unterhaus, das aus insgesamt 615 Mitgliedern besteht, etwa 200 Vertreter stark sein würde. Macdonald dürfte Schwierigkeiten haben, auch nur 40 Parlaments­mitglieder der Arbeiterpartei dazu zu bewegen, ihn im neuen Kabinett zu unterstützen. Rach den letzten vorliegenden Schätzungen dürfte die neue Regierung im Unterhaus eine Majorität von kaum mehr als 50 bis 60 haben.

Lm Zeichen des Burgfriedens Baldwin über den Charakter des neuen Kabinetts

London, 25. Aug. (WTB. Funlspruch.) DaS erste Zeichen für die zwischen den Konser­vativen und Liberalen abgeschlossene W assen-

kine Reihe Berliner I ausführlichen Kom- dcntaren mit der englischen Regierungskrise. Der | Aden d" (sozialdem.) nennt den Sturz der eng-

London, 25. Aug. (WTB.) Die Abendpresse findet in ihren Leitartikeln zum Regierungswechsel warme Worte des Lobes für Macdonald. Evening Standard^ schreibt: Er hat eine Wahl getrojj<fl, die wir bereits als mutig bezeichnet haben, die aber ein noch nachdrücklicheres Wort verdient: Er hat sein politisches Leben aufs Spiel gefetzt und es zur Verfügung des Landes gestellt. Ein beträchtlicher Teil seiner eige­nen Anhänger wird ihm niemals vergessen, was er getan hat. Wir aber sind überzeugt, daß ihn die guten Wünsche der Ration für einen Erfolg beglei­ten und daß weder Obstruktion noch irgendeine Vendetta sein Opfer nutzlos machen können. Star" betont, daß Macdonald und Snowden viel gewagt hätten, indem sie ihre Partei zu dem größten L)pfer auttorderten, daß man von ihr verlangen konnte. Die Strifc habe, wie alle anderen nationalen Krisen, England in seiner besten Haltung gesunden. Die ganze Ration habe in einem Augenblick größten Ernstes ihre Pflicht erkannt, der Krise in einem Geiste na­tionaler Einheit zu begegnen.E v e - n i n g News" bezeichnet die Bildung einer na­tionalen Regierung als ersten Schritt in der richtigen Richtung. Nach einer scharfen Kri­tik des bisherigen Kabinetts, das sich als unfähig zur Regierung erwiesen habe, bemerkt das Blatt, daß das Kabinett, welches auf die sozialistische Re­gierung folge, Mut, Entschlossenheit und Energie benötige. Es müsse der Tatsache ins Gesicht gesehen werden, daß die Nation seit dem Kriege über ihre Mittel gelebt habe und nichts anderes als rücksichtslose und sehr weitgehende Sparmaßnahmen der Lage gerecht werden könnten. Die neue nationale Regie­rung werde nach ähnlichen Richtlinien zu arbeiten haben, wie Lloyd Georges Ministerium während der Kriegszeit. Wenn die neue Regierung mit dem nötigen Mut, der nötigen Entschlossenheit und Ener­gie arbeite, dann werde sie die loyale Unterstützung eines jeden Engländers finden.

DieTime s" sagt, daß ein Zusammen- bruch des engl i sch en Kredites niemanden ärger als die arme Bevölkerung treffen werde und der englische Kredit befinde sich tatsächlich in ernster Gefahr. Der erst vor einigen Wochen aufgenom­mene französisch-amerikanische Kredit in Höhe von einer Milliarde Mark nähere sich seinem Ende. Innerhalb weniger Tage mühten neue Kre- ' dite ausgenommen werden. Diese würden jedoch nicht zu erlangen sein, ohne daß ein Spar- ' Programm vorgewiesen werde, das die Geld­geber vollauf überzeugen könne, daß sie durch die Stützung des Pfundes einer erstklassigen Währung ihre Unterstützung liehen. Solch ein Sparprogramm sei bereits zulange aufgeschoben worden und das

Kabinett wisse selber sehr genau, daß ihm, wenn es wirklich das englische Pfund retten wolle, nur noch wenige Stunden zur Verfügung stän­den. DerDaily Expreß" zollt dem König für sein diplomatisches Eingreifen besonderes Lob. Durch die Neutralität seiner Stellung sei er in der Lage, Gesichtspunkte für eine Einigung anzuregen mit einer Autorität und einer Überzeugungskraft, zu der kein Minister fähig wäre. Während dieser alles nur durch die Parteibrille ansähe, sei der König das lebendige Symbol der Tatsache, daß die Nation unendlich viel wichtiger als irgendeine Partei sei.

Diktat her internationalen Finanz."

Daily Herald eröffnet den Kampf gegen das nene Kabinett.

£ o n b o n, 25. Aug. (LRv. Funkspruch.) Dav Ar­beiterblattDaily herald" führt bereit» den Kampf gegen da»Kabinett der per- f ö n 1 i ch k e i t e n, von dem Macdonald gestern ge­sprochen hat. Auf seiner ersten Seite bringt da» Blatt in großer Aufmachung eine Meldung seine» politischen Korrespondent«,, der behauptet, ameri­kanische Bankier» hätten bei der Innerpoli­tischen Krise England» eine Rolle gespielt. Die zu- rückgetretene Regierung sei von der Bundesreseroe- bank in Reuyork dahin verständigt worden, daß diese nur bereit sei, der Bank von England weitere große Kredite zu gewähren, wenn erhebliche Abstriche an der Arbeitslosenunterstützung vorgenommen würden. Diese» ReuyorkerUltimatum" habe wesentlich dazu beigelragen, da» Kabinett in der Frage der lO-o. h.- Berminderung der Arbeitslosenunterstützung zu ent­zweien, und die Kluft sei noch erweitert worden durch da» Drängen der Bank von Eng­land, die aus der Notwendigkeit der Kredite sogar unter den genannten Bedingungen beharrt hätte, hinter der Forderung der amerikanischen Bankier» stecke die Besorgnis, daß in den vereinigten Staaten die Einführung eine» ähnlichen Ar­beitslosenversicherungsetats gefordert werde.Daily herald" bestreitet der neuen Regierung da« Recht, sich eine nationale Regierung zu nennen. E» sei keine Vaterlandsliebe, das Diktat nicht einmal einer britischen Bank, sondern der internatio­nalen Finanz anzunehmen. Dieses dem briti­schen Ansehen Abbruch tuende Diktat sei nur mit den Bedingungen de» Versailler ver­trage» vergleichbar.

Stuttgart, 24. Aug. (ENB.) Reichskanz­ler Dr. Brüning traf von Berlin kommerck) kurz vor 19 Llhr i n Stuttgart ein. wo er ür die Dauer der Sitzung der Reichstagsfrak- tivn des Zentrums Gast des Staatspräsidenten Dr. Bolz sein wird. Berliner Mvrgenblätter be­richten, daß der Reichskanzler seine Reise nach Stuttgart zu der Fraktionssihung des Zentrums gleichzeitig dazu benutzen wird, mitdemwürt- tembergischenund dem badischen Mi­nisterpräsidenten sowie mit Vertretern des Zentrums aus den übrigen deutschen Ländern über eine Reihe aktueller Themen zu verhandeln, darunter auch über die verschiedenen Bestrebun­gen zur Verwirklichung der Reichs- resvrm. Wie die Deutsche Allgemeine Zei­tung" wissen will, soll zwischen dem Reichskanz­ler und den beiden genannten Ministerpräsiden­ten über die Frage des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern grundsätzliche Aeberein- t i m m u n g bestehen. Die Frage der Reichs­reform soll auch auf der Zentrumstagung selbst erörtert werden.

Zu der Rede des bayerischen Ministerpräsi­denten Held in Tuntenhausen, in der er in ehr scharfer Form gegen die Reichsreformpläne Stellung nahm, stellt die »Germani a" u. a. fest, dcch auch die bescheiden -st en An­klänge an irgendwelche Veränderungen in dem Verhältnis zwischen Reich und Ländern in Mün­

chen unbedingt auf radikale Ableh­nung zu stoßen schienen. Die Nervosität, die die Diskussion um Höpker-Aschoff in München her­vorgerufen habe, finde in den Tatsachen keinerlei Rechtfertigung. Das Blatt weist darauf hin, daß cs seine Bedenken zu den Dorschläaen Hödker- Aschoffs bereits zum Ausdruck gebracht habe, da in dieser Regelung nicht eine Beseiti­gung des Dualismus, sondern die Gefahr neuer Kompetenz st re itigkei- ten zwischen dem Reich und Preußen zu sehen seien. 3n München sollte man nicht vergessen, daß es auchaußerhalbDahernS noch Leute gebe, die die 3nteressen Preußens sehr genau von den 3nteressen des Reiches zu scheiden wüßten und die eineAushöhlung der Reichs­macht" zugunsten Preußens nicht unbesehen mit­machen würden. Mit dem Hinweis auf eine Auf­reihung der Mainlinie und der Ablehnung einer Volksbefragung könne man sich gegebenenfalls ganz unnötigerweise ins Anrecht setzen. Es sei ganz selbstverständlich, daß auf diesem schwie­rigen Gebiet keine halben und unausgegoreneni Experimente gemacht würden und daß die Oeffent- lichkeit noch Gelegenheit haben müsse, zu Worte zu kommen, ehe etwas Grundsätzliches geschehe. Aber diese Diskussion, daS müßten die baye­rischen Freunde zugestehen, sollte nicht im Tuntenhausener Dialekt geführt werden.

etats selber vorzunehmen und sie dadurch vielleicht milder zu gestatten, ober sich zu weigern, eine solcke Aufgabe zu übernehmen, unb bannt bie politische Krise herbeizuführen. Bei einer Wirtschaftskrise sei jebc regierende oder mitregierenbe Arbeiterpartei in eine Abwehrstellung gedrängt und $ur Preisgabe nicht mehr zu haltender Positionen genötigt. Schließ­lich komme zwangsläufig der Augenblick, in dem die Belastung zu groß und die Krise unver­meidlich wird. Was darüber hinaus der Rück- tritt der Arbeiterregierung für die ganze Welt be­deute, dessen werde man gewahr, wenn man nur an die Abrüstungskonferenz erinnere, als deren Vorsitzender Henderson in Aussicht ge­nommen sei. Nicht nur das Schicksal dieser welt- wichtigen Konferenz erscheine jetzt noch dunkler als zuvor. Es sei vielmehr zu besorgen, daß alle reat- tionären und nationalistischen Kräfte in der ganzen Welt aus dem Sturz der Arbeiterregierung neue Ermutigung ziehen würden.

DieG e r m a n i a" (Zentr.) verweilt darauf, daß das Kabinett Macdonald nicht durch feine politischen Gegner zu Fall gebracht worden sei. Im Gegenteil sei das Zusammenarbeiten mit der Op­position gerade in den letzten Tagen in London vorbildlich gewesen. Der Kampf in London gehe augenblicklich schlechthin um die Ausrechterhaltung des englischen Kredits und um die Stabilität der Wäh­rung. In diesem Kampf sei die Regierung Mac- bonalb auf der Strecke geblieben. DieDAZ." (Dolksp.) verweist aus die Parallelität der englischen Krise und der deutschen. Das Erdbeben habe auf England übergegriffen. Das nämliche Pro­blem wie in Deutschland: Uederhöhung der Staatsausgaben, Riesendefizit im Haushalt, durch Jahre hindurch verschleiert, indem die Steuerkraft bis zum äußersten angespannt worden sei. Man müsse fcftftellen, daß Macdonald und mit ihm Snowden Den Mut gehabt hätten, das Vaterland über b i c Partei zu stellen.

DerLvkalanzeiger" (Hugenberg) sieht ht der englischen Krise einen Beweis dafür, daß selbst ein so gemäßigter Sozialismus, wie eS der

gend sehen werde, wie das die Labourregierung getan habe. Wenn auch, wie geplant, Macdonald die kommendenationale Regierung" in England führen soll, so werde der Kurs von der Konservativen Partei bestimmt wer­den. An die Stelle einer leidlichen Gewißheit für Deutschland sei zunächst eine völligeAnge- w i h h e i t getreten. Daß dies keine Erleichterung unserer Lage bedeutet, bedürfe keiner Ausfüh­rung. DieB ö r senze i t un g" (konserv.) sagt, wenn auch die wachsende Selbständigkeit der englischen Dominions eine Rolle spiele, so könne man doch sagen, daß die durch den Re­darati vnswahnsinn erzeugte Blutstockung im Körper der Welt die englische Krise mah- febend beeinflußt habe. England ernte eht die Folgen seiner eigenen Po­litik. Abermals und in besonders drastischer Weise werde offenkundig, daß es unmöglich sei, den jetzigen Zustand der Welt noch länger auf­rechtzuerhalten. Auch eine neue Regierung in England könne nur in verzweifelter Defensive gegen weitere Erschütterungen wirtschaftlicher Na­tur Herr bleiben, solange nicht der Entschluß zu einer gemeinsamen O f fc n f i 6 e ber Vernunf t gefaßt werde deren Kraft den fran­zösischen Widerstand zu Fall bringen müsse.

Katastrophale Lage des englischen Kohlenbergbaus.

London, 24.Aug. (WTB.) Der heute von den Bergwerksbesitzern veröffentlichte Bericht über bie Kohlenförberung im Jahre 1930 ergibt ein alles andere als freunbliches Bild, obwohl, wie betont wirb, bie Lage in einigen ber Hauptprobuktions- länber schlimmer war als in England. Die Depression ber Jnbustrie wirkte sich in gleichem Maße auf bie Ausfuhr und den heimischen Ver­brauch aus. Die Zusammenlegung von Bergwerksunternehmen wurde weiter fortgeletzt unb erstreckte sich im vergangenen Jahre auf 88 Bergwerke mit einer normalen Belegschaft von 46 500 Arbeitern. Die Kohlenförderung Großbritanniens betrug nahezu 244 Millionen t

Argentinien schränkt den Getreidebau ein.

Buenos Aires, 24. Aug. (TU.) Wie bie Prensa" melbet, ist bie Anbaufläche der kommenden Ernte in Argentinien gegenüber dem Vorjahr für sämtliche Getreibearten zusammen um 1030 000 Hektar oerminbert worben. Davon entfallen allein auf Weizen mehr als eine halbe Million Hektar. Bei Annahme eines burchschnittlichen Ernterträgnisfes läßt sich voraus­sagen, baß bie argentinische Weizenerzeugung u m 35 bis 40 v.H. geringer sein wirb, als im Vorjahre. Die Herabsetzung ber Anbaufläche ent­spricht den Empfehlungen des argentinischen Acker­bauministers wegen ber Welt-Uebererzeugung. Die Maiserzeugung im laufenden Jahr wird fast auf 9,5 Millionen Tonnen geschätzt, die keinesfalls auf den Weltmärkten untergebracht werben könnten. Es muß baher auch eine beträchtliche Herabsetzung ber Maisanbaufläche vorgenommen werben.

AeuregelungderSteueramnestie.

Berlin, 24. Aug. (TU. Amtlich.) Durch eine neue Steueramnestieverorbnung ist bie frühere Verord­nung gegen bie Kapital- unb Steuerflucht In mehr­facher Hinsicht abgeänbert worben.

1. Die Frist für b i e Abgabe der Ver­mögenserklärung 1931 sowie bie Frist für bie Steueramnestie ist bis zum 16. September 1931 verlängert worben.

2. Die Steueramnestie ist in ber neuen Verord­nung auf bie Umsatzsteuer unb Erdschafts- steuer (einschließlich Schenkungssteuer) ausge­dehnt worden.

Nach der neuen Verordnung erlangt Steuer­amnestie, wer fein Vermögen nach dem Stande vom 1. Januar 1931 sowie fein Einkommen 1930 rich - tig angegeben hat ober in einer Nachtrags- ertlärung feine früheren Angaben berichtigt. War bie Vermögenserklärung 1931 schon abgegeben, fo kann s i e nachträglich ergänzt werben. Auch kann bie Vermögenserklärung 1931, sofern sie bereits abgegeben ist, wieder zurückgefor- bert und innerhalb ber Amnestiefrist neu einge­reicht werben.

Wer bas Einkommen, ben Umsatz unb ben Ge­werbeertrag von 1930 zu niedrig angegeben hat unb biese Erklärungen berichtigt, muß hierfür Nach­zahlungen leisten. Im übrigen braucht er Nach­zahlungen für frühere Jahre nicht zu leisten, wenn er bie für 1928 und 1929 verschwiegenen steuer- pflichtigen Werte (Einkommen, Umsatz, Gewerbe- ertrag usw.) ber Steuerbehörbe nachträglich a n 3 e i g t. Wenn ber Steuerpflichtige hierüber nicht mehr genaue Angaben machen kann, so ge­nügt eine schätzungsweise Angabe.

Oie Gparnotverordnung für Länder und Gemeinden.

Berlin, 24. Aug. (TU.) Die geplante neue Notverordnung, die Länder und Gemeinden er­mächtigen fort, <mf dem Derordnungswege (also zunächst ohne Befragung der Parlamente) Er- sparnisrnahnahmen zu treffen, wird, wie ver­lautet, vor allem vorsehen, daß die Länder und Gemeinden die Kürzung der Gehälter vornehmen tonnen, die sie bisher ohne Befra­gung der parlamentarischen Instanzen nicht vor­nehmen konnten. Durch die Verordnung werden u. a. auch alle Privatdien st Verträge (z. B. von Oberbürgermeister. Direktoren kommu­naler Betriebe usw.) erfaßt, so daß ein genereller Abbau der Gehälter und Vergütungen in den Ländern und Gemeinden auf Grund der Notver­ordnung möglich sein wird. Der Zweck der Not­verordnung besteht vor allen Dingen darin, d i e Hemmnisse zu beseitigen, die bisher für eine Sanierung der Gemeinden und Länder aus eigener 3nittative bestanden. Dagegen sieht die Notverordnung nicht vor, daß ein Be­amte«! abbau als solcher erfolgen soll. Das gesetzliche Recht der Beamten auf Beschäfti­gung bleibt also gewahrt. Die Höhe des Gehaltes als solches ist bekanntlich hingegen nicht ein sog. wohlerworbenes Recht, so daß die Gehälter ver­ringert werden können. Die Frage, ob Steuer­erhöhungen vorgenommen werden können, dürfte hingegen in der Notverordnung offen- gelassen sein. Die Reichsregierung dürfte auf dem Standpunkt stehen, daß die Gemeinden und Län­der noch eine Reihe von Steuer­quellen besitzen, die sie n i ch t a u s g e s ch ö p f t haben und die sie zum Ausgleich der einzelnen Haushalte verwenden können.

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Aus aller Welt.

Eisenbahnunglück im Duisburger hauplbahnhos.

3m Duisburger Hauptbahnhof fuhr der unt 21.47 41hr in Duisburg ankommende Berliner E i l z u g auf einen im Hauptbahnhof stehenden Postzug auf, wobei die Hinteren Wagen des Postzuges sowie die Lokornottve des EilzugeS beschädigt wurden. Das Unglück ist darauf zurück­zuführen, daß ein Aufsichtsbeamter auf dem GleiS bes Bahnsteiges 2 zwei Postwagen zur späteren Weiterbeförderung stehen lieh und dem um 21.47 Ilhr aus Dortmund eintreffenden Eilzug trotzdem Cinfahrtsignal gab. Der noch mit einer erheblichen Geschwindigkeit fahrende Eilzug fuhr auf die vor der Halle stehenden beiden Postwagen auf und stieß sie noch etwa 50 Meter weit bis in die Mitte der Halle hinein. Zwei in dem letzten Wagen mit dem Sortieren der Post beschäftigte Beamte wurden hierbei schwer verletzt und mußten dem Kranken­haus zugeführt werden, wo sie beide bewußtlos darniederliegen. Der eine trug einen schweren Dchädelbruch davon und dürfte nicht mit dem Leben davvnkommen. Der andere erlitt einen Nervenschock.

Festnahme von Kokainschmugglern.

Beamten der Kölner Kriminalpolizei gelang es, fünf Kokains-chmugglsr festzunehmen. Die Ver­haftung geschah höchst unauffällig im Kölner Hauptoahnhof rm Wartesaal 1. Klasse, vor dem Wardesaal und auch noch vor dem Hauptbahn- Hos, wo der von den Schmugglern benutzte Kraft­wagen hielt, mit dem zwei der Verbrecher im letzten Augenblick zu entwischen suchten. Alntct den Festgenommenen befinden sich vier Köln- Mühlheimer, darunter auch ein junges Mädchen aus unbescholtener Fami- l i e. Der Haupttäter scheint ein stellenloser Kauf­mann zu sein, dem man einen Handkoffer mit ver­siegelten Paketen abnahm. Diese Pakete sollen 1200 Gramm Kokain im Werte von minde­stens 10 000 Mark enthalten, die der Kaufmann von demgroßen älnbekannten" lediglich zum Absatz an einen angeblich aus Saarbrücken ge­kommenen Käufer bekommen haben will. Natür­lich muh noch chemisch nachgeprüft werden, ob der 3nt)ai[t der versiegelten Pakete tatsächlich reines Kokain ist, was an sich eine ganz ungeheure Menge Rauschgift darstellen würde.

Da» Ufer de» Reml-See» abgerulscht.

Infolge ber letzten Regengüße ist bas Ufer des Nemi-Sees bei Rom, aus bem bekanntlich burch Senkung des Wasserspiegels nunmehr bas zweite ber beiden versunkenen altrömischen Kaiser-Schiffe gehoben wirb, in einer Breite von über 500 Meter abgerutscht, an einigen Stellen bis zu einer Tiefe von 30 Meter. Das Gelänbe war vor kurzem zur Kultivierung auf geteilt worben. Dis Bauern sind nunmehr durch den Erdrutsch u m ihre Ernte gekommen. Ueber bie Tragweite des Naturereignisses sind bereits behördliche Ermittt langen angestellt worden.