Einzelbild herunterladen

ordentliche Maßnahmen aus seinem nor­malen Funktionieren gebracht war.

Wenn zufälligerweise große Ansprüche auf aus­ländische Valuten auftreten, so muh die Zentral­bank solche Ansprüche in unbegrenzter Ausdehnung befriedigen und ihre sämtlichen Mittel zur Verfügung stellen, ohne Rücksicht auf eine so untergeordnete Sache, wie die Forderung einer haltlosen Gesetzgebung auf G o l d d e ck u n g der Rotenzirkulation. Jede Andeutung, dah die Kreditgewährung irgendwie rationiert oder ganz eingestellt werden wird, führt zu einer Erweiterung dec Kredilansprüche. Die Reichsbank muh deshalb erklären, dah sie bereit ist, alle An­sprüche zu befriedigen. Gleichzeitig muh sie aber einen so hohen Preis auf ihren Kredit sehen, dah es wenig lockend wird, diesen in Anspruch zu nehmen. Dann darf die Zentral­bank vor keinem Zinssatz zurück­schrecken.

Die erhebliche Kreditverknappung ging vom Aus­lande aus. Die Zentralnotenbank hat dieselbe nur zu registrieren. Das Wirtschaftsleben ist immer furchtbaren Störungen ausgesetzt, falls die Zen­tralnotenbank nicht rechtzeitig hinreichend kräftige Zinserhöhungen durchsetzt. Als die 40- prozentige Grenze nicht aufrechterhalten werden konnte, begann man von einer 30prozentigen Grenze zu sprechen, und man erwog sogar so be­denkliche Maßnahmen, wie eine. Ausgabe von Rentenbanknoten als Zahlungsmittel an der Seite der Reichsbanknoten, anstatt einfach zu erklären, dah die Reichsbank ihre sämtlichen Mit­tel zur Verfügung stellt für die Erfül­lung ihrer Verpflichtungen. Cs muh in einer Lage wie der jetzigen mit den alten Anschauungen gebrochen werden. Als allgemeine Lehre, die man jetzt aus Deutschland ziehen muh, hat die zu gelten, dah eine Geldkrise nur mit wirt­schaftlichen, der Ratur der Sache angepahten Mitteln bekämpft werden muh. Wir haben es hier mit einer gefährlichen Ueberschät- zung der Macht der Gesetzgebung zu tun und mit einer ebenso gefährlichen Hn tcr- schähung der heilenden Kräfte, die von einem genauen Beachten der natürlichen Gesetze im Wirtschaftsleben auSgehen.

Rückkehr des Reichskanzlers nach Berlin.

Das Reichskabinett beginnt heute weitere Maßnahmen zu beraten.

London, 24. Juli. (WTB.) Reichskanzler Dr. Brüning, Reichsauhenminister Dr. E u r - t i u s in Begleitung von Staatssekretär Schäf­fer vom Reichsfinanzmtnisterium und Staats­sekretär von Bülow vom Auswärtigen Amt sind um 11 llfjr von dem Victoria-Bahnhof a b g e r e i st. 2m gleichen Zuge begab sich der französische Ministerpräsident über Calais nach Paris. Zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten hatten sich auf dem Bahnhof eingefunden, um den deutschen Ministern Lebe­wohl zu sagen, sinter Glückwunsch- und Lebe­wohlrufen setzte sich der Zug in Bewegung.

Am Rachmittag sind mit dem DampferCan­terbury" die deutsch« und die französisch« Dele­gation, von Dover kommend, in Calais ein­getroffen. Bevor die deutsch« Delegation um 14.40 41 hr mit dem Rorderpreh nach Berlin weiter fuhr, verabschiedeten sich Reichskanz­ler Dr. Brüning und Reichsauhenminister Dr. Curtius herzlich von den französischen Mimstern. Reichskanzler Dr. Brüning dankte dem franzö- ' sischcm Ministerpräsidenten Laval für die herz­liche Aufnahme, die der deutschen Delegation * während ihres Aufenthalts in Frankreich zuteil - geworden ist.

Rach der am Samstag früh erfolgenden R ü ck k e h r des Reichskanzlers wird voraussicht­lich noch am Samstagdormittag eine Sitzung des Reichskabinetts stattfinden, in der zunächst Brüning und Curtius über die Londoner Konferenz Bericht erstatten, in der aber auherdem auch die weiteren Mahnah­men auf wirtschaftlichem und finan­ziellem Gebiet durchgesprochen werden dürf­ten, die nach dem Ausgang der Londoner De- ratungen erforderlich sind. Die Beratungen über die Wirtschaftsmahnahmen dürften mehrere Tage in Anspruch nehmen.. Es ist cmzunehmen, dah der Reichskanzler im Laufe des Samstags auch noch dem Reichspräsidenten Vortrag halten wird.

Wiederbesetzung des Wirischastsministeriums?

Berlin, 24. 3uIL (TU.) In verschiedenen Blättern wird ein Gerücht verzeichnet, wonach die Ernennung des Geheimrats Dr. Schmitz von der IG.--Farben zum Reichswirtschaftsminister unmittelbar bevorstehen soll. An zuständiger Stelle wird diese Nachricht weder bestätigt, noch dementiert. Fest steht jedenfalls, dah Geheimrat Dr. Schmitz an den Londoner Beratungen als Be­rater der Reichsregierung teilge- nommen hat. Dr. Brüning hat in London Gelegenheit gehabt, die Ansichten Dr. Schmitz' über die wirtschaftlichen Erfordernisse eingehend kennen zu lernen Es dürfte sich erst nach der Rück­kehr des Reichskanzlers nach Berlin entscheiden, ob Dr, Schmitz zum Reichswirtschaftsminister mit außerordentlichen Vollmachten ernannt werden wird. Unbekannt ist allerdings, ob Schmitz ein der­artiges Angebot annehmen würde.

Die Finanzierung der Erniebewegung.

v e r l i n. 24. Juli. (WTv. Amtlich.) Die unter Leitung des Reichsernährungsminislers mit der Reichsbank. den zentralen landwirtschaftlichen Kredit- instituten und den Vertretern der Landwirtschaft ge­führten Verhandlungen haben folgendes Ergebnis gehabt: Die Reichsbank hat sich bereit erklärt, den zur Finanzierung der Erniebewegung nötigen Rediskontkredit für die Mühlen und dieGetreidehändlerzur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird sie über die Renlenbankkredit- anstalt zusätzliche Rediskontierungsmöglichkelken, insbesondere auch für die Warengenossen- schäften, gewähren, um so die Finanzierung der Getreidebewcgung sicherzustellen. Dieses Eingreifen der Reichsbank eröffnet den Weg für eine geord­nete Abwicklung des Getreide- und Mehlver- kchrs.

Die Förderung des freiwilligen Arbeitsdienstes.

Die Verordnung tritt am 3. August in Kraft.

Berlin, 24.Juli. (WTB.) Die Ausführungs. Vorschriften zu § 139a des Gesetzes über Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung (freiwilli­ger Arbeitsdienst) sind nunmehr vom Reichsarbeits­minister und Reichsfinanzminister gemeinsam er- lassen worden, nachdem sie den Reichsrat und den Berwaltungsrat der Reichsanstalt durchlaufen haben. Sie stimmen in den wesentlichen Grundzügen mjt dem Entwurf überein, der aus Anlaß der Bespre­chungen in der Reichsanstalt por kurzem schon die Oeffentlichkeit beschäftigt hat.

stärker als bisher ist die Freiwilligkeit betont, die den Arbeitsdienst grundlegend von der Arbeitsdienstpflicht unterscheidet, sowie der Gedanke, daß Gegenstand des freiwilligen Arbeitsdienstes nur gemeinnützige und zusätzliche Arbeiten sein können, die als solche von der Reichsanstalt als der zur Förderung berufenen Stelle anerkannt sind. Die Anerkennung wird von den Vorsitzenden der Landesarbeitsämter und zwar im Benehmen mit ihren Verwaltungsaus­schüssen ausgesprochen. Die Förderung selbst besteht in erster Linie in der Fortzahlung der Un­terstützung für die bisherigen Unterstützungs- empfänger, die im freiwilligen Arbeitsdienst tätig werden. Dabet kann die Unterstützung auf einen Pauschbetrag von höchstens 2 Mark wochentäglich festgesetzt werden. Sie kann während des freiwilli­gen Arbeitsdienstes bis zu 20 Wochen ge­währt werden, auch wenn dadurch die sonstige Höchstdauer der Unterstützung überschritten wird. Sie kann an den Trägerder Arbeit gezahlt werden, wenn gesichert ist, daß dieser sie zugunsten der Arbeitsdienstwilligen verwendet, was apch in Sachleistungen aeschehen kann. Jugendliche, die wegen ihres Alters noch keine Arbeitslosen- oder

Krisenunterstützung erhallen, können während des Arbeitsdienstes aus besonderen Reichs­mitteln eine entsprechende Unterstützung beziehen. Zuschüsse zu den Materialkosten der Arbeiten sind nicht vorgesehen. Eine Förderung ist unzulässig, wenn ein Mißbrauch des Arbeitsdienstes für po­litische oder staatsfeindliche Zwecke zu befürchten ist.

Wenn auch vie Beschäftigung im Arbeitsdienst kein Arbeitsverhältnis begründet, so sind doch alle Arbeitsdienstwilligen gegen Krankheit versichert und dem Arbeitsschutz unterstellt; auch gelten die Vorschriften Über Llnfalldersiche- rung. Die Gemeinden können verpflichtet werden, bei Arbeiten in ihrem Bezirk Unter­kunft und Verpflegung für die Arbeits- dienstwilliaen gegen angemessene Entschädigung bereitzustellen. Arbeitsdienstwilligen, die bei volkswirtschaftlich wertvollen Arbeiten beschäftigt werden, ist die Möglichkeit eröffnet, einen Zu­schuß für d i e spätere Ansiedlung oder zum Erwerb eines Eigenheims zu er­langen; nach zwölfwöchiger Beschäftigung werden ihnen rückwirkend für jeden Arbeitstag 1,50 Mk. im Reichsschuldbuch gutgeschrieben, die mit 6 v. H. verzinst teerten. Die gutgeschriebenen Be­träge können innerhalb von zehn Jkahven seit der ersten Gutschrift für die genannten Zwecke ver­wendet werden. Anträge auf Förderung be­stimmter Arbeiten teerten zweckmäßig bei dem Arbeits- oder L a n d e s ar b e i t sa m t eingereicht, in dessen Bezirk die Arbeit aus­geführt werten soll. Die Vorschriften treten am 3. August in Kraft. Sie werden im Reichsarbeits­blatt Heft Rr. 20 vom 25. Juli 1931 veröffentlicht werten.

Graf Zeppelin" nach Leningrad gestartet. Kurze Nachtruhe in Berlin-Staaken

Auf der Arktisfahrt ist das LuftschiffGras Zep­pelin" am Freitag um 18 Uhr in Berlin- Staaken gelandet und am Samstagmorgen um 4.40 Uhr bet schönem Wetter unter Leitung von Dr. Eckener zu feiner Arktisfahrt nach

Graf Zeppelin" am Ankermast in Berlin-Staaken.

W

"K - W

-

1 'fc

Leningrad gc ft artet. Mehrere hundert Ber­liner hatten sich eingefunden, um dem Luftschiff die letzten Grüße zuzuwmken Nach einer kurzen Schleife nahm das Luftschiff den Kurs nach Nordosten. In der Nacht waren die Mannschaften fieberhaft tätig, um das Luftschiff bis in die^ geringsten Kleinigkeiten für die Arkttsfahrt bereit zu machen. Nicht weniger als 13600 Kubikmeter Gas wurden in das Luftschiff hineingepumpt. Außerdem wurden acht Tonnen Benzin und Oel geladen. Auch der letzte Proviant wurde schon in Berlin eingenom­men. Gegen 4 Uhr erschien Dr. Eckener, der in einem kleinen Gasthof in Staaken übernachtet hatte, und traf die letzten Vorbereitungen; besonders beim Auswiegen des Luftschiffes wirkte Dr. Eckener mit. Dr. Eckener äußerte sich über die Derlin-Staakener Einrichtungen des Luftschiffs sehr günstig. Er betonte, daß er wahrscheinlich Danzig und Königsberg nicht anfltegen werde, da er direkten Kurs auf Leningrad nehmen will und sich an die Karte halten müsse. Die Passagiere verbrachten die Nacht an Bord.

Römisches Echo.

Vorsichtiger Optimismus. Würdigung Brünings.

Rom, 25-Juli. (WTB.) Die Bewertung ter Londoner Konferenz in der italienischen Presse ist noch ter Kritik an der französischen Haltung, die auch heute wenn auch mit Einschränkun­gen fortgesetzt wird, auf den Grundton eines vorsichtigen Optimismus eingestellt. Wenn das Ergebnis auch bescheidener ausge­fallen sei, als man zunächst erwartet Hobe, so könne es doch wirtschaftlich und politisch ganz beträchtlichen Wert erlangen, insbesondere wenn Deutschland auf dem in den letzten Wochen be­schrittenen Weg der Selbsthilfe zur Wieder­gewinnung des Vertrauens des 2n- und Aus­landes in seine Währung tatkräftig fortschreite. Die Gefahr, daß Deutschland vor den politischen Forderungen Frankreichs kapitulieren müsse, sei überwunden und eine Zwischen­lösung erzielt worden, deren zwangsläufige Auswirkung zur Lösung der Reparations- und Schuldenfrage wie auch des Abrüstungsproblems führen teerte.

(Sortiere della Sera" weist darauf hin, bah ter wirtschaftliche und moralische Aufbau ter

zivilisierten Welt nur schrittweise durch­geführt werden könne. Er erinnert an die groß­zügige Haltung der italienischen Oeffentlkfctett zu den brennenden Fragen ter Gegenwart und beleuchtet dann die Haltung Frankreichs auf ter Londoner Konferenz nach dem Scheitern seines gefährlichen Versuches, auf Deutschland eine Hypothek zu legen. So sei es zu einer provisorischen Lösung gekommen, die an stch geringen Wert hätte, wenn sie nicht e i n ersterSchrittzuweiteren Abmachun­gen wäre.

Osservatvre Romano" widmet dem Reichskanzler Dr. Brüning einen längeren Ar­tikel. Bei der Uebemahme seines Amtes habe fast niemand gewußt, was für eine starke Persön­lichkeit Brüning sei, über welche Arbeitskraft und welchen Mut er verfüge. Mit seltener Fähigkeit sei er den Schwierigkeiten nach den letzten Reichs­tagswahlen entgegengetreten und schrecke auch heute vor der Ü n po p u l a r i t ä t nicht zurück, wenn er von der Rvtwendigkeit bestimmter Maßnahmen überzeugt sei. Auch als jetzt die Panikstimmung selbst die ruhigsten Ge­müter ergriffen habe und viele damit rechneten, noch von einer Revolution überrascht zu werden, habe Brüning außergewöhnliche Tat­kraft, Kaltblütigkeit und Willenskraft bewiesen. Offeröatore Romano" würdigt dann noch beson­ders die Bemühungen des Reichskanzlers um eine deutsch-französische Verständigung und stellt fest, wie er sowohl in Paris als auch in London das ganze Gewicht seiner Persönlichkeit habe zur Geltung bringen können. Wenn das nicht erreicht worden sei. was er für sein Vaterland erwünscht hatte, so müsse jedermann zugeben, daß die Grünte nicht bei ihm gesucht werten fonnten.

Abbs Wetter-16 f-

Sn Ouchh, am Genfer See, ist der ehemalige deutsche Reichstagsabgeordnete für Elsatz-üä- thringen und spätere Deputierte ter französischen Kammer, Abte W e 11 e r I 6 , im Alter von 70 Jlahven gestorben. Wetterls, ein Elsässer würt- tembevgischer Abstammung, betrachtete es als seine Lebensaufgabe, die elsässische Bevölkerung in das französische Lager hinüberzu­ziehen. Vom Augenblick seines Eintritts in -das politische Leben entfachte er einen wilden Kampf gegen das Deutschtum. Von reichsdeutscher Seite wurden ihm keine Hinder­nisse in den Weg gelegt, eben weil man in Deutschland es von jeter abgelehnt hat, sich etwa so zu verhalten, wie wir das Heut4 beim amtlichen Frankreich den elsässischen Abgeord­neten heimattreuer Tendenz gegenüber beob­achten können. Wetterle wurde schon vor dem Kriege von weiten Teilen des elsässischen Volkes abgelehnt. Er hat sich gerate in den letzten Jahren um jede Sympathie gebracht, weil er in seinem Kamps gegen die Heimattreue Bewegung keinerlei Grenzen kannte und mit dem in fran­zösischen Diensten stehenden Straßburger Bischof Ruch Hand in Hand arbeitete.

Aus aller Welt

Kriminelle vergehen bei Rordwolle.

Bremen, 24. Juli. (WTB.) Der Unter- suchungsrichter für den Fall Ror dwolle be­schäftigt sich zur Zeit mit der Durchprüfung des Ultrarnare-Materials. Die bisherigen Ergebnisse begrünten den dringenden Tat­verdacht, daß durch Transaktionen über die HI- tramare Fälschungen der Bilanzen der Rordwolle vorgenommen Worten sind. Bezüglich der Bilanz von 1929 besteht die begründete An­nahme, daß Verpflichtungen in Hohe von ins­gesamt 25 Millionen Reichsmark nicht aufge­führt gewesen sind; für das Jahr 1930 bewegen» sich diese Ermittlungen in ter gleichen Richtung.. Eine vollständige Aufklärung dieser Vorgänge dürfte nach Angabe des Untersuchungsrichters in Kürze zu erwarten lein. Außerdem erstreckt sich das Ermittlungsverfahren in ter Richtung des Betruges.

Die Mumie im Salon.

Sn Düsseldorf hatte sich vor dem Schöffen­gericht ter italienische Rechtsanwalt Dr. M an - eint wegen Freiheitsberaubung zu verantworten. Dr. Mancini hatte die. einbalsamierte Leiche seiner im'Sommer 1928 verstorbenen Frau zwei Sahre lang in seiner Wohnung in Genua auf bewahrt und sie im Sommer 1930 nach Düsseldorf gebracht, wo der Sarg im Salon Aufstellung gesunden hatte. Als die Stadtverwaltung Mancini aufforterte, die

(Leiche beizusetzen, antwortete er, daß die mumi­fizierte Leiche im Zinksarg keine Leiche im Sinne ter deutschen Gesetze sei. Der Regierungspräsident stellte ihm eine kurze Frist zur Beerdigung ter Leiche. Bei einer Haussuchung wurde dann die Leiche unter einem Bett versteckt ge­sunden; sie wurde dann behördlicherseits auS dem Hause entfernt und beigeseh t. Bei diesem Abtransport ereigneten sich die zur Anklage stehenden Vorgänge. Die Beamten merk­ten plötzlich, daß sie von Mancini eingeschlos- s e n waren und mit ter Leiche nicht fort konnten. Erst etwa eine Stunde später wurden die Türen durch das Ueberfallfommante geöffnet. Man­cini erklärt in seiner Verteidigung, er habe die Beamten nicht eingeschlossen, auch habe er seine Hausangestellte nicht dazu verleitet, da ihm noch an dem gleichen Morgen vom Amtsgericht die Erlaubnis erteilt worden sei, selbst die Leiche am anderen Tage beisetzen zu lassen. Die Mit­angeklagte Hausangestellte Kola gibt an, daß lle, als Polizeibeamte und Leichenträger in die Wohnung gegangen seien, vollständig ratlos geworden sei. Sie habe in der Aufregung die Wohnungstür verschlossen und sei ans Telephon gelaufen, um Dr. Mancini zu be­nachrichtigen. Das Gericht sprach Dr. Mancini frei, verurteilte aber die mitangeklagte Kola wegen Widerstand in Tateinheit mit ^Freiheitsberau­bung zu 100 Mark Geldstrafe.

Riesiger Waldbrand bei Marseille.

Bei Vitrolles in der Rähe von Marseille stehen seit Donnerstagabend 500 Hektar Wald in Fla mm en. Die Garnisonen von Marseille und Aix, sowie die Feuerwehren, kämpfen mit Unter­stützung der Bewohner gegen das Flammenmeer, das sich wie eine Schlange vorwärts wälzt. Der starke Wind facht die Flammen im­mer mehr an und macht alle Bemühungen, sie zu bekämpfen, zwecklos. Ein Bewohner von Vi­trolles, der an den Löscharbeiten teilnahm, konnte sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen und verbrannte bei lebendigem Leibe. Hebe# Marseille liegt ein dichter Rauchnebel.

Lin deulscher Arzt am Montblanc abhestürzt.

Im Gebiet des Montblanc ijt der deutsche Arzt Fritz F i s ch e r, der sich in Gesellschaft dreier Herren befand, in einen Abgrund gestürzt. Seine Leicke konnte nach mühevoller Arbeit geborgen werden.

Lin Sporlslugzeug stürzt In die Ostsee.

Heber dem Ostseebad Kranz stürzt« ein Klemm-Sportflug^eug der Königsberger Aka­demischen Flugwissenschaftlichen Vereinigung in die Ostsee. Die Maschine ging vollkommen z u Bruch. Die beiden Insassen, zwei Königs­berger Studenten, wurden verletzt. Die beiten Studenten hatten über dem Kranzer Badestrand einige Schauflüge vorgeführt und waren dabei bis aus etwa 40 Meter über die Was- seroberfläche heruntergegangen. Sn einer Kurve verlor der Pilot, von der Sonne ge­blendet, die Gewalt über das Flugzeug, und di« Maschine stürzte ins Wasser.

Raubmord in Spanbau?

Angestellte der Kleiderfabrik von Jakob Silber­zweig in Charlottenburg fanden, als sie das in Spandau gelegene Filialgeschäft betraten, die Filial­leiterin, die 29jährige Ehefrau des Silberzweig, tot am Boden liegend auf. Die Kasse war an­scheinend geraubt. Die in dem Geschäftsraum herr­schende Unordnung und Würgemale an der Leiche lassen darauf schließen, daß ein Raubmord vor­liegt. Die Mordkommission begab sich an den Tat­ort. Die Todesursache wird erst der Gerichtsarzt einwandfrei feststellen können. Don dem oder den Tätern hat man noch keine Spur.

Oie Wetterlage.

lordoyäi

>to

21

46-

iberdeen-

.oni

20.

.761 «<

Toi

Z2t

21

*24

O §2-

p8

17

&

"Thflsna/n

ry>2.7 'Mamba.

cierrnJnt teni

T"

\ QZ5 >

<sm, yufa

Q wolkenlos. © neuer, (jnaio oedetM, a wolkig, oeutekk Regen

* Schnee a Graupeln. Heoei R 6 t wittrr.® Windstille. «O-. sehr mentet Ost nissiger lüdsuowesi q> stürmiscner nordwesl Oie »feile fliegen mit dem Winde. Die oeioen Stationen stenenoen Zahy «en geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleiche^ euf Meeresniveau umgerexiinete» Luftdeuc»

Wettervoraussage.

An der Südseite des ozeanischen Tiefs hat sich eine Teilstörung gebildet, die heute morgen mit einem abgeschlossenen Kern über England lag. Unter den Einfluß dieser Störung gelangt unsere Wetterlage. Die Warmluft an der Vorderseite führt ein zu­sammenhängendes Regengebiet mit sich, das auch unseren Bezirk überqueren wird. Die nachfolgende kühlere Maritimluft wird später zu leichtem Tem- peraturrückgang kühren, und in ihrer Begleitung werden Gewitterstörungen und mehrfache Regen­schauer auftreten.

Aussichten für Sonntag: Anfänglich be­deckt mit Niederschlägen, warm, bann wechselnd wolkig und gewitterartige Schauer.

A us sichten für Montag: Wechselnd mol- kig, kühler, vereinzelte Schauer, zum Teil mit Ge­wittern.

Lufttemperaturen am 24. Juli: mittags 26,9 Grad Celsius, abends 21,5 Grad; am 25. Juli: morgens 18,6 Grad. Maximum 27,8 Grad Minimum 9,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 24. Juli: abends 25,8 Grad; am 25. Juli: morgens 19,4 Grad. Sonnenfcheindauer 14^ Stunden.