Ausgabe 
25.6.1931
 
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tzen l und Tgm. Friedberg, punktgleich, so daß zur Ermittelung des Gaumeisters ein

Entscheidungsspiel

notwendig wurde. 3n diesem zeigte der vorjäh­rige Gaumeister, Tv. 1846 (Ziehen, eine ganz her­vorragende Leistung und bewies damit, dah er augenblicklich unstreitbar die beste Faustballmann­schaft unseres Hessenaaues abgibt. Mit Rixin- ger, Loh I., Loh II., Geismar und Mohr antretend, lag die Fünf bei Seitenwechsel mit einem Punkt im Vorteil (16:15). 3n der zweiten Spiel­hälfte fehle sich das besser« Spielkönnen der Gießener durch, und es gelang ihnen, mit 35:29 einen eindrucksvollen Sieg zu erringen. Hoffent­lich behält die Mannschaft Die gute Form, damit sie bei den Spielen um die Kreismeisterschaft den Gau Hessen ehrenvoll vertreten kann.

Die Spiele in der Altersklasse,

die bereits am Samstagabend aus Oswaldsgarten auSgetragen wurden, nahmen einen überraschen­den Verlauf, da es dem Tabellenführer der Vor- runde, T.- u. Spv. Vuhbach, nicht gelang, fei­nen großen Vorsprung zu halten. Die Vuhbacher Mannschaft war nicht wieder zu erkennen und ver­lor gegen Tgm. Friedberg und Tv. 1846 (Ziehen überraschend hoch. Cs gelang dadurch der Mann­schaft der Tgm. Friedberg, als Gesamtsieger aus dem diesjährigen Alterstreffen hervorzugehen. Nachstehend die Spielergeonisfe und Schluhtabellenstand: Tv. 1846 Gießen Tv. Wehlar-Vieder-Girmes 35:26 (19:11); Tgm. Friedberg T.- u. Spv. Vuhbach 31:27 (17:12); Tgm ' Friedberg Tv. Wehlar-Vieder-Girmes 33:25 (17:10); Tv. 1846 (Ziehen - T- u. Spv. Vuhbach 31:30 (15:14); Tgm. Friedberg Tv. 1846 Gießen 30:28 (18:13); T.- u. Spv. Tuh- bach Tv. Wehlar-Vieder-Girmes 39:32 (20:16).

Die Tabelle:

Tgm. Friedberg

I. u. Spv. Buhbach Tv. 1846 Gießen Tv. Wetzlar-N.-Girrnes

Gew. Unentsch. Verl. Pkte.

4 119

4 0 2 8

3 0 3 6

0 15 1

(Jede Mannschaft trug sechs Spiele aus.)

Die Altersklasse wird somit bei den Spielen um die Kreismeisterschaft durch den Sieger der Vunde, Tgm. Friedberg, vertreten sein, während in der T u r ne r innen k l a s se der M tv. Gießen antreten wird.

Ruder-gesellschast 1877 meldet für 10 Rennen in Frankfurt.

Für die große Frankfurter Regatta am kommenden Samstag und Sonntag hat die Gießener Redergesellschaft 1877 bei zehn Rennen gemeldet. Der Senior-Vierer (Flimm, Decker, Köhler, Hartmann; Steuer: Loh) startet am Samstag im 2. Vierer ohne Steuermann, und im Gastvierer und am Sonntag im 2. Vierer mit Steuermann. Gegner sind Kölner RG. 1891, Offenbacher RD. 1874, Stuttgarter RG., Frank­furter Germania und im Gastvierer noch Ami- cttia Mannheim.

Die Skuller Timpe und Jödt fahren den Doppelzweier, 2. Einer (Timpe), 3ungmann- und Junior-Einer (Jödt). Im Jungmann- und Junior-Einer sind 7 und 9 Voole, im 2. Einer und Doppelzweier je 5 Doote gemeldet. (Mann­schaften aus Frankfurt, Mainz, Offenbach, Weh­lar, Saarbrücken uhb Nürnberg.)

Die Jungmannen haben Achterrennen belegt. Im Jungmannen-Achter sind zehn, im Junior-Achter sieben, und im dritten Achter neun Voote ge­meldet. (Mannschaften aus Frankfurt, Offenbach, Mainz, Wiesbaden-Biebrich, Amicitia Mann­heim, Worms, Rüsselsheim, Saarbrücken und Würzburg.) Für die Gießener Rudergesellschast starten: Weidig, Rübsamen, Dlumschein, Kuschle, Bonner, Preun, Veurolh, Goetz; Steuer: Loh.

Grstmnl'g wird auch eine Damenmann­schaft Start erscheinen. Die Damen Herta Ebert, ' Bender, Hannalene Kipper, Ilse Voll, Rudcr: Lulv Voll, bestreiten am Samstag den Damengigvierer gegen Offenbacher RV. 1874, Frauen-RV.Frei weg" Frankfurt, Frankfurter RG. Oberrad, RC. Oppenheim und Würzburger RC. Bayern.

Reit- und Fahrturnier in Hungen.

Vach den nunmehr abgeschlossenen Vorarbeiten für das Reit- und Fahrturnier, das am 27. und 28. Juni in Hungen stattfindet, kann Umfang und voraussichtlicher Verlauf beurteilt werden. An dem Turnier nehmen alle oberhessischen länd­lichen Reitervereine, Reichswehr aus Hofgeismar, Gießen und Marburg, sowie die Stadtvereine Gießen, Hanau und Marburg teil; zur Austra­gung der einzelnen Konkurrenzen sind nahe an 200 Pferde gemeldet. Es sei erwähnt, daß das Turnier nicht das Gepräge eines Volksfestes trägt, sondern es sind reitsportliche Wettkämpfe, sowie das Dorführen v^n Gespannen und Fahr­zeugen, die das Beste und Höchste zeigen wer­

den, was das Land Hessen zu bieten vermag. Damit verbunden ist der 3. R c i t e r t a g des Landjugendbundes. Die in drei Abteilungen geteilte Veranstaltung ergibt sich im einzelnen aus dem Programm. Am Samstag finden Vorprüfungen, Vielseitigkeits­prüfungen, Fahrerprüfungen statt; abends ist Begrüßung und Standartenweihe. Die großen Veranstaltungen bringt der Sonntag. Vorgesehen sind nach einem Festzug: Abteilungsreiten sämt­licher teilnehmenden ländlichen Reiterabteilungen; Reiterprüfungen für Anfänger und Fortgeschrit- lene; Eignungsprüfung ländl. Gespanne, Einspän­ner, Doppel- und Mehrspänner, Arbeitsgespanne im Oekonomiewagen; Jagdspringen; Jagd mit Auslauf über 2 Kilometer (für ländlich Rei­ter); Trabreiten für Kaltblüter; sodann kommt die Reichswehr mit einer Vielseitigkeitsprüfung, Ge­länderitt über 6 Kilometer. Dressurprüfung u. a. m. Zum Schluß findet Schaureiten der Rei­tervereine und insbesondere der Reichswehr statt. Die Friedberger Feuerwehrkapelle konzertiert.

t Europas Fußballmeister.

Vicht nur in Deutschland, sondern auch in zahl­reichen anderen europäischen Staaten hat sich die Ermittlung der Landesmeister ziemlich lange hin- gezogen. So wurden erst am letzten Sonntag die Meister von Holland, Italien, Spanien und der Schweiz festgestellt. Voch heute stehen die Meister

einiger kleineren Rationen aus. Die bis jetzt fest­stehenden Meister sind:

Deutschland: Hertho/BSE. Berlin. Belgien: FC. Antwerpen. England: Arsenal London. Finn­land' Kamraterna Helsingfors. Frankreich: Club Francais Paris. Holland: Ajar Amsterdam. Ita­lien: Juventus Turin. Jugoslawien: Konkordia Agram. Oesterreich: Vienna Wien. Polen: Kra- kovia Krakau. Schottland: Glasgow Rangers. Schweden: GA2S. Göteborg. Schweiz: FC. Chaux de Fonds. Spanien: AC. Bilbao. Tschecho­slowakei: Slavia Prag. Ungarn: Ujpest Buda­pest-

Deutsche Tenniserfolge in England.

Bei den Tennismeisterschaften von England in Wimbledon gab es am Dienstag einige deutsche Erfolge, von Cramm kam durch einen Sieg von 6:8, 6:1, 6:2, 6:3 Über den Ungarn v. Kehrlinz, und mit 6:1, 2:6, 7:5, 6:4 über den Iren Scroop« in die 3. Runde Der Kölner Vourney siegte gegen den Holländer Plougman 6:1, 6:0, 6:3. Bei den Damen war Frl. Pcitz. Düsseldorf, über die starke Engländerin Miß Satthertwaithe mit 6:2, 6:4 und Frl. Sander über Miß Castley 6:4, 4:6, 6:4 er­folgreich. Von den übrigen Ergebnissen nennen wir: Austin H. Sato 6:1, 6:3, 6:0, van Rhn Merlin 6:2, 6:4, 6:1, Borotra Smith 8:6, 4:6, 8:6, 6:1, Brugnon Lester 7:9, 6:4, 4:6, 7:5, 6:3.

Wirischast.

* Preußische Landespfandbriefan- stalt, Berlin Die Anstalt legt 8 Millionen Gold- mart 7proz. Goldmark-Psandbriese zum Vorzugs- kurse von 96 Prozent (Börseneinführungskurs 96,5 Prozent) und 3 Millionen Goldmark 7proz. Gold- mark-Kornrnunal-Obligationen zum Vorzugskurse von 92,5 Prozent (Börsenkurs 93 Prozent) zur Zeich­nung auf. Die Zeichnungsfrist läuft vom 27. Juni bis 17. Juli 1931. Die Goldmark-Pfandbriefe, deren Ge­samtkündigung bis zum 1. Oktober 1936, und die Goldmark-Äommunal-Obligaticmen, deren Gesamt­kündigung bis zum 1. April 1936 ausgeschlossen ist, sind reichsmündelsicher und mit halbjährlichen, am 1. April und am 1. Oktober fälligen Zinsscheinen aus- gestattet. (Vgl. heutige Anzeige.)

*E m a g" E l e k t r i z i t ä t s - A G., Frank­furt a. M. Der Generalversammlung erledigte die megufarien und genehmigte einstimmig den bekann- ten dividendenlosen Abschluß für 1930. Aus dem Reingewinn von 57 849 RM. werden 3000 RM. dem Reservefonds zugeführt und 54 849 RM. zu Ab­schreibungen auf die Warenvorräte verwendet. Rach Mitteilung der Verwaltung seien Aussichten auf eine Besserung der Lage vorhanden, da für die von der Gesellschaft hergestellten Artikel in Deutschland großer Bedarf bestehe.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 25. Juni. Tendenz: un­sicher. Die Esfeklenbörse eröffnete heute wiederum in unsicherer Haltung, nachdem noch an der Abendbörse eine sehr feste Tendenz zum Durch­bruch gekommen war. Die Spekulation hielk sich allgemein stark zurück, zumal auch von der Kund­schaft her keine Orders Vorgelegen haben. Das wenige Geschäft beschränkte sich daher fast aus­schließlich auf die Kulisse. Die Angewißheit über den Inhalt der französischen Antwortnote an Amerika hemmte die Unternehmungslust sehr stark. Die Gewährung eines 100-Millionen-Dol- lar-Kredits für die Reichsbank konnte dagegen der Börse kaum eine Anregung bieten. So er­gaben sich gegen die gestrige Abendbörse bei sehr schleppender Kursfestsetzung überwiegend Kurs­rückgänge. Die Abschläge betrugen auf fast allen Märkten ziemlich einheitlich bis 1 Prozent. Dar­über hinaus waren J.-G.-Farben, AEG., Ges- fürel, Siemens, Süddeutsche Zucker, Rheinstahl und Reichsbank bis zu 2,25 Prozent abgeschwächt. Kunstseidaktien tendierten unregelmäßig, während Alu auf die optimistischen Ausführungen in der Generalversammlung 1,75 Prozent anzogen, ga­ben Demberg nach der starken Aufwärtsbewegung von gestern leicht nach. Etwas fester eröffneten nur Metallgesellschaft plus 1,25 Prozent, Schuckert plus 0,75 Prozent, Holzmann plus 0,50 Prozent. Bankaktien lagen .überwiegend um Bruchteile eines Prozentes niedriger. Arn Anleihemarkt war die Kursentwicklung uneinheitlich. Schutzgebiete zogen an. Altbesih blieben gehalten, während Veubesih 0,13 Prozent verloren. Ausländer ge­schäftslos. Am Pfandbriefmarkt herrschte große Geschästsstille. Reichsschuldbuchforderungen gut behauptet. Im Verlaufe wurde die Tendenz zu­nächst etwas fester und das Geschäft lebhafter, später herrschte aber ausgesprochene Stagnation und die Haltung neigte überwiegend nach unten. Man verwies auf die erneute, etwas große De­visenanforderung, auch die Zahlen des Reichs­

bankausweises mit ihren starken Abzügen an Gold und Devisen machten einen ungünstigen Eindruck. Vach einer 1- bis 2prozentigen Be­festigung gaben die Kurse wieder im selben Aus­maße nach. Am Geldmarkt machte sich im Hin­blick auf den herannahenden Ultimo stärkere Vach­frage bemerkbar. Tagesgeld wurde auf 6,5 Pro­zent erhöht, auch Monatsgeld blieb weiter ge­sucht Am Devisenmarkt lagen Devisen ziemlich fest. Man nannte Marl gegen Dollar 4,2140, ge­gen Pfund 20,50, London gegen Veuyork 4,8650 gegen Paris 124,28, gegen Mailand 92,95, gegen Madrid 51,50, gegen Schweiz 25,10, gegen Hol­land 12,09.

Berliner Börse.

Berlin, 25. Juni. (WTB. Drahtbericht.) Obwohl die heute vorliegenden Nachrichten fast durchweg günstiger Natur waren, konnte man doch zu Be­ginn der Börse noch immer Zurückhaltung bei der Spekulation feststellen. Die Tendenz blieb aber weiter recht freundlich und zuversichtlich. Die Meldung, daß von der Bank von England, von Frankreich, von der BIZ. und der Neuyorker Bundesreservebank der Reichsbank ein 100 Millionen-Dollar.Kredit zur Ueberbrürfung vom 26. Juni bis 16. Juli zur Ver­fügung gestellt werden wird (die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluß), wirkte natürlich be­ruhigend, da die Ultimobefürchtungen hierdurch ver­streut werden. Ferner befriedigten sehr günstige Mel dunyen aus Washington, nach denen Amerika nicht gewillt ist, von Hoovers Vorschlag abzuweichen und doch mit der endgültigen Annahme Frankreichs rechnet. Die feste Neuyorker Börse, höhere Kurse von den Auslandbörsen und die Besserung der Poung- anleihe waren weitere anregende Momente. Ein Störungssaktor bildete jedoch der Reichsbankausweis für die dritte Juniwoche. Der Bericht entsprach zwar den von der Börse gehegten Erwartungen, doch ver­stimmte die Bekanntgabe der Ziffern. Der steife Geld­markt und die weitere Devisennachfrage (wahrschein­lich zu Zinszahlungen und Rückzahlungen) wirkten natürlich ebenfalls etwas verstimmend. Die Kurse lagen meist bis über 3 v. S). über gestern Mittags­schluß. Salzdetfurth, Aku und Bemberg waren stärker befestigt. Svenska lagen 11 Mark höher. Deutsche Anleihen waren nicht einheitlich. Ausländer etwas fester. Pfandbriefe sehr ruhig, doch eher anziehend, ebenfalls Reichsschuldbuchforderungen. Tagesgeld mit 7,25 bis 9,25 o. H. steif. Monatsgeld 7,5 bis 8,75 v. H. unverändert, Warenwechsel 7,25 bis 7,5 v. f). Im Verlaufe wurde es zunächst ruhiger und etwas schwächer, später setzten sich aber, ausgehend von Salzdetfurth, die 3,5 v. Sj. gewannen, erneut allge­meine Kursgewinne durch, die Tendenz war durch­aus freundlich. Svenska in Reaktion auf ihren An­fangsgewinn 3 Mark schwächer.

Berliner Prodnktcnrnarkt.

Berlin, 24. Juni. Das Geschäft am Produk- tenmarkte gestaltete sich auch heute recht schlep­pend. Bei den gegenwärtigen Witterungsverhält­nissen erfolgten Abschlüsse nur für den notwen­digsten Bedarf, auf der anderen Seite ist das crsthändige Angebot von Brotgetreide zur prompten Lieferung auch weiterhin ziemlich klein, die Forderungen lauten wenig nachgiebig. Neu- weizen und Veuroggen sind vernachlässigt bei keineswegs dringlichem Angebot. Im handels­rechtlichen Lieferungsgeschäft eröffnete Weizen

bis 2,25 Mark, Roggen 1 Mark niedriger, im Verlaufe trat aber eine Erholung ein. Weizen­mehl liegt stetig, Roggenmehl wird weiter nur für den notwendigsten Bedarf gekauft, unter Bevorzugung der billigen Qualitäten. Hafer ist. gemessen an der Nachfrage, ausreichend offeriert. Im Anschluß an den Rückgang der Lieferungs­preise lauten die Gebote 1 bis 2 Mark nichtiger. Gerste liegt ruhig. Der Schnitt der neuen Winter­gerste hat verschiedentlich begonnen, und ganz vereinzelt liegen bereits neue Muster vor. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märkischer, 273 bis 275 (ruhig), Juli 278 bis 279,50. Sep­tember 235,50 bis 236 (Geld), Oktober 236.25 bis 236,50 (Geld); Roggen, märkischer, 211 bis 213 (stetig), Juli 200 (Geld), September 187,25 bis 188. Oktober 188 bis 188,75; Futter- und In- dustriegerste 185 bis 200 (matter).

Frankfurter «chlachtvichmarkt.

Frankfurt a .'DL, 25. Aug. Austrieb: 80 Rin­der, 948 Kälber, 38 Schafe, 715 Schweine. Es wur­den notiert: Kälber: beste Mast, und Saugkälber 53 bis 57 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 46 bis 52 Mark, geringe Kälber 36 bis 45 Mark. Schweine, vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 43 bis 45 Mark, von etwa 200 bis 240 Pfund 44 bis 47 Mark, von etwa 160 bis 200 Pfund 44 bis 46 Mark, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 42 bis 45 Mark. Marktverkauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt, Schweine ruhig, ausverkauft.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

* Oiefjcn , 24. Juni. Heute begann eine um- fangreiche Strafsache gegen 13 Angeklagte aus dem Kreis Büdingen, von denen sich 7 Angeklagte wegen Landfriedensbruchs, 4 Angeklagte wegen verbotenen Waffen trage ns in politischen Versammlungen, ein weiterer Angeklagter wegen gefährlicher Körperverletzung und ein anderer Angeklagter wegen u n e r l a u b - ten Schießens zu verantworten haben. Die zu- erst erwähnten Angeklagten gehören der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an. Mit Aus- nähme von zwei keiner Partei angehörenden Ange­klagten sind die übrigen Mitglieder der Sozialdemo­kratischen Partei. Zur Verhandlung sind 60 Zeugen geladen. Der der Anklage zugrunde liegende Vorfall ereignete sich in einer öffentlichen politischen Ver­sammlung, die am 9. März in R a n st a d t bei Nidda von der Nationalsozialistischen Deutschen 'Arbeiter­partei einberufen war. Außer von Anhängern dieser Partei waren vorwiegend noch Anhänger der So- zialdemokratischen Partei und des Bauernbundes anwesend. Wie die Angeklagten übereinstimmend angeben, verlief die Versammlung zunächst ruhig, so daß der Hauptredner unbehelligt seine Ausführungen machen konnte. Auch die beiden Diskussionsredner, von denen der eine der Angeklagte G. war, konnten ebenfalls im allgemeinen ungestört sprechen. Als in seinem Schlußwort der Redner des Abends darauf zu sprechen kam, daß kurz vorder auf der Straße BleichenbachSelters ein SA.-Mann überfallen worden fei, rief der Angeklagte G. dazwischen,Es war ja fein SA.-Mann, es war ein Zivilist", wäh­rend die der gegnerischen Partei angehörenden Ange­klagten behaupten, G. habe gerufen, es war ja n u r ein Zivilist. Dies gab einer Reihe von Versamm­lungsteilnehmern Anlaß, so laut durcheinander zu schreien, daß der Hauptredner nicht mehr durchdrin­gen konnte. Es entstand ein großer Tumult, der in eine wüste Schlägerei ausartete, wobei mit abge­brochenen Stuhlbeinen geschlagen wurde und auf beiden Seiten einige nicht unbedeutend verletzt wur­den. lieber den Anlaß gehen die Aussagen der Angeklagten weit auseinander. Die nationalsoziali­stischen Angeklagten behaupten, sie seien angegriffen worden. Der Angeklagte E., der dauernd die Ver­sammlung durch Zwischenrufe gestört habe, habe plötzlich mit einem Bierglas in die SA.-Leute ge­worfen, wodurch einer verletzt worden sei. Der An­geklagte E. bestreitet dies, auch die übrigen Ange­klagten bestreiten bewaffnet gewesen zu sein. Sie be­haupten, daß sie und ihre Anhänger von SA.-Leuten, die über Tisch und Bänke plötzlich auf sie losgestürmt seien, ohne Anlaß angegriffen worden seien, und rücksichtslos auf sie eingeschlagen worden sei. Um diese Zeit fiel auch ein Schuß, den der eine von den beiden parteilosen Angeklagten, wie er zugibt, aus einer Tränengaspistole abgefeuert hat. Hierdurch entstand unter den Versammlungsteilnehmern eine so große Aufregung, daß sie teilweise über die Bühne zum Fenster hinausflüchteten.

Nach der Vernehmung der Angeklagten, die bis in die Nachmittagsstunden dauerte, wurden noch mehrere Gendarmeriebeamte als Zeugen vernom­men. Nach ihren Angaben waren sie durch Auf­klärung des Ueberfalls verhindert, in der Versamm­lung anwesend zu sein.

Morgen vormittag wird in der Vernehmung der Zeugen fortgefahren.

Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 o.H., Lombardzinsfuß 8 v.H.

Fronttun u. 2)1.

Berlin

Schluß- ture

1-Uhr- Kur«

Echluß- kure

Anfang- Kur,

Datum

24.6.

25.6.

24 6.

25.6.

6% Deutichc Retcheanleihe v. 192". 7% Deutsche ReichSanleihc v. 1929 5%% Doung-Anleibc von 1930 . Deutsche Anl.Aolös.-Schuld mit

Auslos.-Rechten.......

Desgl. ohne AuSlos.-Rechle . .

8% Heil. DolkSstaat von 1929

irückzahlb. 102%)......

Lberhesscn Provinz-Anleihe mli Auslos.-Rechten.......

Deutsche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1.......

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 ....

7% yranks. Hnp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 .

4y,% Franks. Hyp.-Bank Ltqu.< Pfandbriefe.........

4/i% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu Goldpse...........

8% Pr. Landespf andbricsanstalt, Pfandbriefe R. 19......

7% Pr. Landespsandbricsanstall.

Pfandbriefe R. 10......

79.25

94.5

70.25

' 52,25

5,5

88

49,5

97

96

86,75

88,25

100

96

I 1 | | | I | I | | | |

78,75

94.75

69,75

51,8

5,4

89

49,5

100

1 1 1 1 I 1 1 1 1 S3 ||1

4% Oesterrelchlsche Goldrente . . 4,20% £eftetrcldil|tf)e Sifbcnentr 4% Ungarische Goldrcnte .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'r% dergl. von 1913.....

6% abgeft. Goldmcxikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Serie I...........

4% deSgl. Serie II.......

5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4^%RumSn.vcreinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente 2 k°/° >-Anatolier......

_

1,4

1,3

16,65

16,9

14

14,1

14,3

8,25

8,25

2,4

2,45

2,55

2,3

2,4

2,65

2,3

2,45

2,65

7,9

7

14,75

14,75

14.75

5,9

5,65

5,8

14

Ifranrtun u. Di.

- Berlin

Schluß- turs

i-Uhr- Kurs

Schluß- Irrd

Anfang- Kurs

Dalum

24.6.

25.6.

24.6.

25.6.

Hamburg-Amerika Pate, Hamburg.Südam. Tampsschis

. e

49,75

48,4

49,5

. 0

107,5

107,5

Hansa Dampfschiff .... Norddeutscher Llond . . ... A.G. für Verkehrswesen Akt.

. 0

. 6

51,65

z

80

50,5

81,5 51

49

48.75

49,5

Berliner Handelsgcjellschast .

b

106

106.25

106.75

Commerz- und Püvat-Bank .

7

103.5

103,25

103

103,25

Darmstädter und Nationalbank 8

113,5

113

113

Deutsche Bank und

Tlsconto-Gesellschast. . .

6

102,5

101,13

101.9

102

Dresdner Bank......

6

102,75

102,5

102.5

102.5

Reichsbank........

12

141,5

143,5

139,75

141

A.E.G...........

. 7

98.5

96,5

95

96,75

Bergmann........

. 9

66

69.5

69.75

Elektr. Lteferungsgesellschaft.

Lickt und firaf:......

10

108

111

10

116

115

111.5

114,5

Reiten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische

6';t

70

70,5

75,75

Unternehmungen ....

9

108

107,75

104.5

106,75

Rheinische Elektrizität . . .

. 9

106,5

103,5

105

Schuckert & (So.......

11

127

124

125

Siemens & Halske.....

14

158,25

156,25

154,5

156,5

Lahmeyer L Co.......

12

113

109

Buderus.........

. 4

42

40,25

42,65

Deutsche Erdöl......

. 6

70

69

66,75

69,5

Gelsenkirchener......

. 8

72

69,5

71,5

Harpencr.........

. 0

59

59,5

60,75

Hoesch Eisen........

. 6

53

52.75

Ilse Bergbau.......

Klöcknerwerke.......

10

149

149

. 6

54

53,75

59

54,5

Köln-Neuessen.......

.

Mannesmann-Röbren . . .

. 6

67

67

65,5

66.5

ManSfelder Bergbau ....

. 0

29

29,5

30,75

Lberschles. Kokswerte . . .

. 8

66.5

67,75

Phönir Bergbau......

4V,

48

47,13

48.9

Rheinische Braunkohlen. . .

10

158

158,25

160,5

Rheinstahl........

. 6

76,25

74,75

74,75

74,5

.vrantiun u. Ml.

Serlm

Schluß­kurs

1-Uyr- Kur-

Schluß- Hir>

Anfoug« Kurs

Datum

24.6.

25.6.

24.6.

25.6.

Riebect Montan......

7,z

Bereinigte Stahlwerke . . .

i

47

47,25

46,5

47,9

£tavi Minen......18'/,

22.25

21.9

22.4

Kaliwerke Aschersleben . . .

10

126

123

126.5

Kaliwerke Llestercyeln . . .

10

132

130

132

Kaliwerke Salzdetfurth . . .

15

201

201

196,75

201

I. G. Farben-Industrie . . .

12

137,75

136,5

135,75

137,13

Verein, chem. Industrie Frank-

furt a.M.........

49,5

-

Cckcideanstalt.......

10

124

_

Goldschmidt........

0

42,75

43,25

42.25

Rülgerswerke.......

5

43

44.9

42.75

44

Metallgesellschaft......

5

59,75

61

60,5

Philipp Holzmann.....

fr

78,5

78,75

77,5

77,5

Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . .

7

52

84,75

54

z

Wayh & Freytag.....

0

26.75

25

25,75

Schultheis Patzenhoser . . .

15

134,75

136.5

Mu (Allgemeine Kunstseide)

0

75.5

77,25

73,75

77,75

Bemberg.........

0

92

91

87

90,25

Zellstoff Waldhos.....

12

72,75

70

71,75

Zellstoff Aschaffenburg . . .

6

70,25

68

Dessauer Gas.......

9

120,4

122,75

Daimler Motoren.....

0

28

26,75

27,25

Deutsche Linoleum ....

5

66

63,75

64,5

Lrenstcin & Koppel ....

O

45,25

40.75

42

Leonhard Tietz......

8

92

92.5

92,75

Svenska.........

15

230

241

Chade..........

238

236

240,25

Irankfurter Maschinen . . .

0

10

11,9

Griyner.........

0

30,5

33.5

Matnkrastwerke Höchst a. M..

6

Süddeutscher Zucker ....

10

113

111

111

115

Banknoten.

oerlm, 24 Ium

Geld

5n7f

-Amerilanuche 51 oten . .

4.217

4.237

Belgische Noten ....

58.50

58,74

Dänische Noten ....

112,45

112,89

Englische Noten ....

20,488

20,568

französische Noten . . .

16.465

16,525

Holländische Noten . . . .

Italienische Noten . . . .

....

169,29

22,03

169,97

22,11

Norwegische Noten. . . .

112,53

112,97

Deutsch-Oesterreich, ä 1OO

Schilling

59,00

59,24

2,487

2.507

Schwedische Noten . . . .

112,83

113.97

Schweizer Noten.....

81,65

81 97

Spanische Noten.....

40,22

40 3R

Ungarische Noten . . . .

73,30

73,60

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

24.3unl

25. Juni

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

»elf

Dries

Geld

»riet

Helsingfors .

10.589

10.609

10,591

10,611

Men. . . .

59.15

59.27

59,15

59,27

Prag . . .

12.465

,12.485

12,467

12,487

Budapest. .

73.48

73.62

73.46

73,60

Sofia . . .

3,049

3,055

3,049

3,055

Holland . .

169,38

169,72

169,38

169,72

£810 ... .

112,69

112,91

112,69

112,91

Kopenhagen.

112,69

112,91

112,72

112,94

Stockholm .

112,83

113,05

112.86

113,08

London. . .

20,475

20,515

20.475

20,515

Buenos Aires

1,320

1,324

1,337

1,341

Neunork . .

4,208

4,216

4.209

4,217

Brüssel. . .

58,55

58,67

58,61

58,73

Italien. . .

22,03

22,07

22,04

22,08

Pari« . . .

16,47

16,51

16.473

16,513

Schweiz . .

81,63

81,79

81,60

81.76

Spanien . .

40,51

40,59

39.71

39.79

Danzig. . .

81,83

81,99

81.86

82,02

Japan . . .

2,081

2,085

2,080

2,084

Rio de Ian..

0,313

0,315

0.317

0,319

Jugoslawien.

7.449

7.462

7,450

7,464

Lissabon . .

18,61

18,65

18,61

18,65