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Endspiel um die Meisterschaft mit Berlin spielen.
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(Fortsetzung folgt.)
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3. Frl. Dochnik, Reu-Isenburg, 186 P. Durch! Speer und Kugelstoßen kommt Frl. Bickelfraupt anfangs etwas zurück, holt jedoch durch den Lauf und die beiden Sprünge gut auf und kann mit 21 Punkten vor der guten Mehrkämpferin Lind» roth und 28 Punkten vor der diesjährigen ersten! Feldberg-Siegerin Dochnik Meisterin Werdern 100-Meter-Lauf: Hieran beteiligte sich Frl. Arnend und Frl. Bickelhaupt. Trotz großer Beteiligung kommen beide in die Zwischenläufe, doch hat Frl. Arnend das Pech, im Zwischenlauf auf Frl. Decker, Frankfurt, und ihrer Bereinsschwester Bickelhaupt zu treffen und wurde nur dritte. 3m 100-Metert-Cndlauf machte sich bei Frl. Bickelhaupt stark der Fünfkampf bemerkbar. so daß sie nur zweite Siegerin werden! konnte mit 13,1 Sekunden.
Hoch sprung : Mit der sehr beachtlichen Leistung von 1,50 Meter wurde Frl. Bickelfraupt trotz der weichen Bodenverhältnisse zum vierten Male hintereinander Kreismeisterin. Frl. R ö h - m i g vom MTB. Gießen kam auch bis in die Entscheidung, wurde jedoch trotz der guten Leistung von 1,40 Meter nur vierte.
80 Meter Hürden: Obwohl unsere Gießener Turnerinnen Bickelhaupt und Rohrnig sich erstmalig an dieser Konkurrenz beteiligten, warteten beide mit guten Zeiten auf. Frl. Bickelhaupt wurde mit 14,8 Sek. Kreismeisterin, und Frl. Rohrnig belegte mit 15,7 Sekunden einen guten zweiten Platz.
Zehnkampf (bestehend aus 100 Meter, 400 Meter, 1500 Meter, 110 Meter Hürden. Hvch- sprung, Weitsprung,. Stabhochsprung, Kugelstoß. Speerwurf, Diskuswurf): Erstmalig beteiligten sich an dieser schwierigsten und schwersten Prüfung eines Sportlers auch die beiden Männerturner L. Malkomesius und H. Roth- e r m e l. Beide kamen unter die 10 ersten Sieger, letzterer wurde vierter und ersterer siebenter Sieger. Eine besonders gute Zehnkampfleistung zeigte Rothermel im Speerwurf mit 49 Meter (an erster Stelle) und im 1500-Meter-Lauf (an zweiter Stelle), hingegen konnte L. Malkomesius im Hochsprung und Stabhochsprung jeweils den dritten bzw. zweiten Platz einnehmen.
4xl00°Meter. Staffel (für Turnerinnen): Die MTB.erinnen konnten in der Aufstellung: Frl. Cspach, Arnend, Rohrnig, Bickel- Haupt auch in diesem 3ahre wieder die Kreismeisterschaft mit der guten Zeit von 53,1 Sekunden erringen.
„Ich danke 3hnen, Herr Direktor", sagte er mit müder Stimme, machte eine weitere Verbeugung und ging.
„Ein sonderbarer Heiliger, man wird nicht klug aus ihm. Mir sind solche weltfremde, elegische Menschen nicht sehr sympathisch", dachte der Direktor und ging in dem engen Raum auf und ab. „Er könnte doch nun endlich einmal auf- wachen aus seiner Lethargie. Aber nein, schläft weiter, der Herr Graf. Ich bin nur neugierig, wie lange diese Miß Galvestone noch Geduld mit ihm hat. Ra, mir kann es ja gleich sein. Mich will sie nicht heiraten, aber auf ihn hat sie's bestimmt abgesehen. Ihre Liebe steht noch mehr in Flammen, seit sie weiß, daß er ein Graf ist. Will ihm mit ihrem Gold das zerschlagene Wappenschild wieder neu auflackieren, und diese Schlafmühe greift nicht zu mit beiden Händen. Das verstehe, wer kann."
Signore Boni saß wartend auf einer Bank am Quai, als Semjonow herankcirn. Er reichte ihm lachend die Hand.
„Run haben wir den Bogel hier im Käfig sitzen, Herr Graf", sagte er im Weiterschreiten. „3<fr meinte, daß Ihnen die jetzt kommende Unter- redung mit Mamonow oder wie er sonst heißen mag, interessant fein dürste. Vielleicht heißt er auch Petrowitsch und entledigte sich selbst in Rußland auf die einfachste Weile seiner Ausweise. Jedenfalls steht uns hier die Aburteilung dieses Ihnen persönlich widerfahrenen Diebstahls nicht $u, es kommen hier lediglich die anderen Diebstähle zur Verhandlung. Aber trotzdem werden Sie jetzt vielleicht Aufklärung erhalten. Auch ob sich dieser Gauner mit dem Ra men in den besitz sonstiger Ihnen gehöriger Güter sehen konnte. Aber das ist nicht wahrscheinlich, da er in Rußland ja mit diesem Ramen sein Leben verwirkt haben würde. Jedenfalls hat er damals schleunigst das Weite gesucht damit."
Ein Aufseher empfing sie in der Halle des Untersuchungsgefängnisses und führte die beiden Herren einen langen Gang hinunter, in den viele Türen mündeten.
Siehe einen lich sie bei Sau •
Gießener Reichswehr bei den Heeresmeisterschasten.
Achtbare Erfolge in Hannover.
Das hiesige Bataillon konnte von den Heeres- meisterschäften eine Anzahl schöner Erfolge nach Hause bringen. Von den 12 Teilnehmern starteten 7 Einzelwettbewerber und 8 in zwei Mann- schaflskämpfen, in denen sieben gute Plätze belegt werden konnten (5 Einzelkämpfe, 2 Mann- schaftskämpfe). Dieses Ergebnis ist um so höher zu bewerten, als die Leistungen der diesjährigen Heeresrneisterschaften über jedes Erwarten gestiegen sind. Leider mußte Gefr. Gugel 1./15, der als Favorit für Diskus galt, wegen einer Schulterverlehung dem Start fernbleiben. Er hätte im Diskuswurf und Kugelstoßen sicher noch zwei
18,00 und 18,5 Sek. sind deshalb sehr gut, weil beide Läufer erst drei Wochen Hürdenlauf betreiben und Krämer überdies eine Fuhverlehung hatte. Gefr. Büttner 3./15 und O.-Gr. Poeh 2./15 konnten sich in den scharfen 800* Met er--Vorläufen, die mit 2,02 und 2,O25 gewonnen wurden, nicht durchsetzen. Poeh war hier unvorhergesehen als Ersatzmann eingesprungen. Die Zeit von Büttner war 2,08, Poeh 2,12. Im Stabhochsprung hatte Steines 1./15 Pech im Anlauf und mußte sich mit dem 5. Platz (3 20 Meter) begnügen. Mohl wurde im Handgranatenwurf zweiter mit 70,48 Meter, im Kugelstoßen fünfter mit 12,49 Meter. Die 4X1500- Meter-Staffel in der Reihenfolge: O.-Gr. Heise 1./15, Gefr. Günther 4./15, Gefr. Büt t ner 3./15, Grenadier Reitz 3./15, kam um einen sicheren ersten und zweiten Platz
(Jede Mannschaft trug zehn Spiele aus.)
Wie aus diesem Tabellenstand zu ersehen ist, waren die alten Faustballrivalen, Tv. 1846 Gie-
dadurch, daß Heise 70 Meter Boden verlor. In taktisch schönem Lauf machten die drei nächsten den Verlust Runde um Runde gut, bis Reitz den guten Schlußmann der an 3. Stelle liegenden Staffel überspurtet und als dritter durchs Ziel ging. Zeit 18,03 Min. Mit Hirschner oder Pvetz wird der Heeresrekord, 17,51 Min., bald fallen.
Die Gepäckmarschpatrouille (25 Kilometer) der 1./15 (Utffj. Decker, O.-Gr. Knaf, Gr. Bredle, Gr. Fleck) wurde in einem mörderischen Kampfe in 2 Stunden 59 Minuten fünfter Sieger, 15 Sekunden hinter dem Sieger. Ursprünglich gut in Führung liegend, muhte beim 20. Kilometer wegen Atembeschwerden eines Teilnehmers das Tempo gestoppt werden und auf den in der Mannschaft gut eint ruinierten Endspurt verzichtet werden. Zwischenzeiten 10 Klm. 59 Min., 17,5 Klm. 1 St. 49 Min., 20 Klm. 2 St. 12 Min.
2m ganzen ein schöner Erfolg für unsere Grenadiere, die zum ersten Male bei den Heeres- meisterschaften starteten.
Ausgezeichnete Erfolge des Männerturnvereins Gießen bei den volkslnrnmeisterfchaflen des Mittelrheinkreises. Am Samstag und Sonntag tarnen in Bad Kreuznach die Leichtathletik-Meisterschaften des Mittelrheinkreises zum Austrag. Außer dem Gießener Männerturnverein waren die Besten des großen Kreises am Start. Trotz dieser starken Konkurrenz konnten unsere Gießener Vertreter acht Siege (hierunter vier Kreismeisterschaften, zwei zweite, einen vierten und einen siebenten Sieg) erringen. Besonders zu erwähnen sind die Leistungen von Frl. Bickelfraupt, die nach harten Kämpfen dreifache Meisterin werden konnte. Rachstehend die Konkurrenzen, an denen die MTV.er teilnahmen.
Fünfkampf für Turnerinnen (100 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen, Speerwurf): Kreismeisterin: Frl. Bickelhaupt mit 214 Punkten: 2. Frl. Lindroth, Mainz, 193 P.:
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Es liegen folgende Spielergebnisse vvr: Tgm. Friedberg — Tv. Ridda 49:28 (28:11); Tv. 1846 Gießen 1 — Tv. 1846 Gießen II 51:21 (27:8); Tv. 1846 Gießen II — Tv. Ridda 36:34 (14:20); Tv. 1846 Gießen I — Tv. Frankenau 39:24 . (20:12); Tv. Frankenau — Tv. Ridda 30:27; Tgm. Friedberg - Tv. 1846 Gießen II 36:34 (17:16); Tv. 1846 Gießen I — Tv. Ridda 47:30 (20:16); Tgm. Friedberg — Tv. Frankenau 32:30 (15:15); Tv. 1846 Gießen II — Tv. Frankenau 43:39 (23:14); Tv. 1846 Gießen I — Tgm. Friedberg 36:22 (19:13).
Das ergibt nach Dor- und Rückrunde folgenden Tabellenschluß st and:
Plätze für das Bataillon geholt. 110-Meter-Hürdenlauf kamen Krämer 2./15 und O.-Gr. Salz 1./15 Endlauf und konnten sich an 4. (Salz) (Krämer) Stelle placieren. Die Zeiten
Abendsportfest Gießener Leichtathleten
Das Abendsportfest, bas gestern abend auf dem Universitäts-Sportplatz veranstaltet war, war ein großer Erfolg. Die Mannschaften der Vereine (Mto., Spielvereinigung 1900, VfL ), die Studenten und das Militär lieferten sich überaus spannende Wettkämpfe und warteten mit einer Reihe erstklassiger Leistungen auf. In der Gesamtwertung ging die Universität als 1. Sieger hervor, 2. Sieger wurde die Spielvereinigung 1900, 3. Sieger wurde das Reichs- wehrbataillon und 4. Sieger die Männerturner. Der VfB. bat, von einer Gesamtwertung seiner Mannschaften abzusehen, da der Verein durch die Abaabe von Kämpfern an die Reichswehr und an die Universität von vornherein sehr im Nachteil war. Ausführlicher Bericht folgt.
Zwischenrunde um die deutsche Hochschulmeisterschast im Fußball.
Universität Köln — Universität Frankfurt a. 2H. 3:2.
Dor einer nach Tausenden zählenden Zuschauermenge wurde am Mittwochnachmittag das Zwischenrundenspiel um die Deutsche Hochschulmeisterschast im Fußball zwischen den Mannschaften der Universitäten Frankfurt a. M. und Köln ausgetragen. Beide Mannschaften zeigten" sich ziemlich gleichwertig und führten ein an interessanten Momenten reiches Spiel vor. In der ersten Halbzeit ging Frankfurt mit 1:0 in Führung, erzielte in der zweiten Halbzeit noch einen zweiten Treffer, ließ aber dann etwas nach, so daß Köln bald die Torzahl ausgleichen und kurz vor Schluß mit einem dritten Tor den Sieg an sich reißen konnte. Die energischen Versuche Frankfurts, noch schnell einen Ausgleich zu schaffen, scheiterten an dem vorzüglichen Kölner Torhüter. Köln muß
Faustball im Turngau Hessen (OT.)
Oie Rückrunde der Meisterschaftsspiele.
Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht. Lange genug hat er sein Handwerk betrieben, es war höchste Zeit, es ihm zu legen."
Der Direktor fuhr sich verzweiflungsvoll durch die Haare.
„Da kenne sich einer aus", sagte er und tat einen tiefen Atemzug. „Da mühte man schon Ihren Scharfblick haben, Signore Boni, und dürfte nicht Direktor eines internationalen Fremdenhofes sein. Was alles haben wir hier schon erlebt. Aber daß ein Fuchs so plump in die Falle lief, wie es diesmal der Fall war, das ist doch noch nicht dagewesen. Meist waren die Herrschaften bereits über alle Berge, wenn ihre Spur gefunden war, und wir hatten das Rachsehen. Uebrigens deckt auch diesmal der Inhalt der beschlagnahmten Koffer noch nicht unsere Rechnung, Signore Boni, ganz abgesehen von der hohen Geldsumme, die Lord Balymore durchaus von uns erseht haben möchte. Wir sind aber dazu nicht verpflichtet."
Der Detektiv nickte.
„Sind allzu sorglos oft, diese Herrschaften", sagte er und blies dicke Rauchringe in die Luft. „Den letzten großen Coup, den das saubere Paar iw einem Hotel in London ausgeführt hat, hat Mamonow übrigens auch eingestanden in Florenz. Wollen froh sein, daß die Perlen noch keinen weiteren Weg gemacht hatten, Herr Direktor. Verhältnismäßig ist hier bei uns der Schaden nicht groß."
Das Telephon schnarrte. „Der Verhaftete soeben im Untersuchungsgefängnis eingetroffen", wurde gemeldet.
Signore Boni sprang auf.
..Endlich", sagte er und reckte die Arme. „Sie geben wohl dem Grafen Semjonow Urlaub für heute. Cs wird ihn gewiß interessieren, der Unterredung, die ich in etwa einer Stunde mit dem Verhafteten führen werde, beizuwohnen. Von London find noch einige dunkle Fälle gemeldet, hoffentlich ist dieser Signore Mamonow kein allzuhart gesottener Sünder. Die Dame Sonja war in dieser Beziehung leicht zu einem Geständnis zu bewegen. Auf Wiedersehen, Herr Direktor."
Der Direktor drückte auf eine Klingel.
„Ich lasse Signore Semjonow bitten, sich sofort hierher zu bemühen", befahl er dem eintretenden Pagen.
Der Gerufene erschien sofort.
„Signore Boni läßt Sie bitten, einer Unterredung beizuwohnen, die er in etwa einer Stunde mit Mamonow führen wird, der nach hier überführt worden ist. Sie find für heute aller Pflichten entbunden, Herr Graf."
Semjonow verbeugte sich Sein Gesicht verriet nicht, was in ihm vorging, nur um einen Schein bleicher war er geworden.
Am Sonntag wurde — wie bereits kurz berichtet — auf dem Universitätssportplah in Gießen die Rückrunde der Spiele um die Faustball- Meisterschaft des Gaues Hessen reibungslos durchgeführt. Die Spiele gestalteten sich zu einer eindrucksvollen Werbung für den schönen Faustballsport. 2n der
Gausonberklasse
ist das eingetreten, was man vorausgesehen hat: Der Tabellenführer der Vorrunde, die Mannschaft des kleinen Landvereins Frankenau (Eder), wurde von der ersten Fünf des Tv. 1846 Gießen sowohl als auch von der Tgm. Friedberg sicher geschlagen und mußte darüber hinaus sogar von der zweiten Fünf des Tv. 1846 Gießen eine verhältnismäßig hohe Riederlage hirmehmen. Die interessantesten Spiele waren die Begegnungen der bekannten Faustballpioniere des Gaues, Tv. 1846 Gießen 1 und Tgm. Friedberg, die die Gießener in sehr spannenden und technisch erfreulich hochstehenden Treffen jedesmal für sich entscheiden konnten. Akad. Tv. „Kurhessen" Marburg blieb dem Spielfeld fern, verlor dadurch die sämtlichen Rückspiele kampflos und steigt als Tabellenletzter in die Dezirksklasse ab.
„Errungenschaft ist gut", sagte lachend Lady Balymore, „nämlich wenn man täglich sehen muß, wie sehr sie sich um ihn bemüht. Run, endlich müßte sich doch bald diese Melancholie seinerseits in eitel Freude auflösen. Jetzt, wo er seinen Ramen wieder hat und ihm mit der Hand dieser verliebten Miß goldene Berge winken und ein famoser Rahmen für seine Persönlichkeit, könnte er doch endlich wieder froh werden. Vielleicht gefällt er sich in dieser düsteren Pose, aber mir fängt er jetzt an, langweilig zu werden. Ich bewundere die Amerikanerin."
„Es gibt eben Menschen, die so schwerlebig' sind, daß sie nicht von heute auf morgen sich um« zu stellen vermögen", sagte Renate. „Und es ist auch nicht gut, wenn die Frau die Werbende ist. Aber Sie entschuldigen mich jetzt, Lady Balymore. Ich bin nicht mehr abkömmlich im Krankenzimmer. Mein Mann bekommt um diese Zeit seinen Tee, er mag dann meine Gesellschaft nicht entbehren."
„Ah, verzeihen Sie, daß ich nicht selbst daran dachte, wie unentbehrlich Sie jetzt sind, gnädige Frau."
Lady Balymore verabschiedete sich. Als sie draußen den Gartenweg hinunterschritt, erinnerte sie sich mit leisem r * dauern, daß sie nichts, aber auch gar nichts freute erfahren hatte über diesen geheimnisvollen ä.leberfall, dessen Opfer Herr Liskow geworden war. Diese Frau war doch allzusehr reserviert, sehr ladylike, sehr vornehm. Paßte gar nicht zu diesem robusten Mann. Und daß diese Ehe keine glückliche war, das sah ja ein Blinder.
Als sie am Quai entlang schritt, begegnete ihr Semjonow und Miß Galvestone. Me Amerikanerin sprach lebhaft auf ihren Begleiter ein. Er ging wie immer düster und schweigsam an ihrer Seite.
Ein Schauer lief Semjonow über den. Leib, Gefängnisluft ... obwohl dieses hier ein Paradies zu fein schien gegen die unterirdischen Todes- höhlen von Moskau und Petersburg, in denen er viele Monate seines Lebens zugebracht hatte und daran fast zerbrochen war.
Der Aufseher öffnete mit einem großen Bund Schlüssel eine der letzten Türen, ließ die beiden eintreten und schloß hinter ihnen wieder die Düi
Sie standen in einem von dämmerndem Lich. erfüllten Raum, das durch ein kleines, vergittertes Fenster hoch oben in der Mauer hereinfiel. Jetzt erhob sich von der Matratze in der Ecke eine Gestalt, richtete sich erwartungsvoll auf und sah ihnen entgegen.
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Signore Boni sah im Bureau des Direktors diesem gegenüber und brannte sich eine Zigarette an.
„Eeute wird man Sergej Mamonow nach frier in Untersuchungshaft bringen“, sagte er. „Ich bin nur neugierig, welches nun eigentlich der richtige Rame dieses sauberen Subjekts ist. Richt mehr als zehn falsche Pässe hat man in seinen Effekten vorgefunden. Muß sich diesen Reichtum ein anständiges Stück Geld haben kosten lassen, aber sie waren jedenfalls in den Tagen des Umsturzes leicht zu haben in Rußland. Daher hat er wohl auch seine Hochstapeleien so lange unentdeckt ausführen können. An jedem Ort legte er sich und seiner Helfershelferin, die übrigens in Wirklichkeit Sonja Kasalowska heißt und polnischer Abstammung ist, einen anderen Ramen &ci. Run hat ihn hier fein Schicksal erreicht, ein vermaledeites Pech überhaupt, gerade frier dem echten Grasen Semjonow zu begegnen. Aber der
big, tenbenziös unb zum Teil sogar gefälscht war?
Das Ergebnis ihrer Umfrage veröffentlicht bie „Zentralstelle für Erforschung ber Kriegsursachen" im Juniheft der von ihr herausgegebenen „Berliner Monatshefte für internationale Aufklärung". (Qua- derverlag. Berlin NW 6, Preis 1,50 Mark.) Runb 70 Antworten finb auf bie Fragen eingegangen. Aus den Antworten geht hervor, baß bie überwiegenbe Mehrzahl ber maßgebenben Wissenschaftler unb Sachverständigen heute bie „Versailler Kriegsschuld t h e s e" verwirft. Fast einmütig ist die Auffassung darüber, baß bas Material, auf Grunb dessen das Versailler Urteil gewonnen worben ist, „unvollständig, tendenziös unb zum Teil sogar gefälscht" war.
Ein für bie „Versailler Schuldthese" so vernichtendes Urteil aus dem Munde anerkannter Autoritäten aus Amerika, aus England, Frankreich, Italien und aus vielen ehemals neutralen Ländern kann auf bie Dauer nicht mit Stillschweigen übergangen werben. Der Tag muß kommen, an bem bas Auslanb unter dem Druck ber öffentlichen Meinung gezwungen ist, die „Versailler Kriegsschuldthese" aufzuaeben, selbst wenn damit, wie es der amerikanische Senator Borah kürzlich gesagt hat, auch bie ganze Struktur ber Reparationen fallen sollte.
Die wissenschaftliche Aufklärungsarbeit hat ihre Aufgabe im wesentlichen erfüllt, jetzt ist es Sache ber führenden Staatsmänner, dafür einzutreten, daß die Gerechtigkeit in der Welt endlich wieder hergestellt wird. Wie Dr. Alfred von Wegerer in seinem Schlußwort zu den veröffentlichten Antworten her- vorhebt, würde sich heute in einem Aeropag von Wissenschaftlern und Sachverständigen, der zu entscheiden hätte, ob die „Versailler Kriegsschuldthese" noch zu Recht besteht, wohl keine Mehrheit mehr für Hie Auffassung finden, daß Deutschland den Krieg absichtlich herbeigeführt unb ber Gegenseite aufge» Hivungen hat.
VrandungdesLebens
Vornan von Käte Lindner.
. (Copyright 1931 by Verlag Alfreb Bechtholb in Braunschweig.)
21 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Dieser Aermste", setzte Lady mit einem gefühlvollen Blick gen Himmel frinzu, „was mag er gelitten haben, ist es ein Wunder, daß er so teilnahmslos allen gegenüberstefrt, die sich frier so sehr für ifrn interessieren? Seine Papiere hatte man ihm geraubt, als er gefangen lag in Moskau. Roch ist der, der sich frier unter seinem Ramen eingeschlichen hatte, nicht zur Vernehmung hierher gebracht worden. Aber bald wird es geschehen."
Und die falsche Contessa habe vorgestern in ihrer Zelle einen Selbstmordversuch unternommen, erzählte sie weiter. Man habe es aber rechtzeitig bemerkt und ihr die Scherben ihres Ehgefcyirrs, mit dem sie sich die Pulsadern aufschneiden wollte, fortgenommen. Der Conte sähe in Florenz, demnächst würde er nach hier zur Verhandlung gebracht werden. Ein waschechtes Hochstaplerpaar.. ja, man könne doch nie vorsichtig genug sein auf Reisen, besonders mit gelegentlichen Bekanntschaften, die man so unterwegs mache. Ein Glück, daß sich dieser falsche Graf mit seiner Helfershelferin hier so neutral gehalten habe. Wie peinlich würde es doch sein, wenn man sich etwa aus lauter Langeweile heraus mit ihm angefreundet hätte.
„Zum Glück habe ich von jeher eine gute Witterung für alles unechte gehabt", setzte Lady Balymore würdevoll hinzu. „Man sagt uns Engländern nicht mit Unrecht nach, daß wir oft allzu reserviert seien unterwegs. Wie nötig dies ist, sehen wir aus all' diesen letzten Ereignissen."
Wie ein Wasserfall plätscherte ihre Rede dcchin. Renate war eine aufmerksame Zuhörerin.
„ilnö Miß Galvestones Perlen?", fragte sie bann interessiert. „Sie waren wundervoll, ein großer Verlust für die Amerikanerin."
„Sie sind bereits wieder in ihren Händen., wurden bei einem Händler, ich weih nicht wo. aufgefunden. Was wäre ihr Verlust auch für Miß Galvestone gewesen? Sie ertrug ifrn mit Gleichmut, bedauerte lediglich, dah mit den Perlen ein teueres Andenken an ihre verstorbene Mutter ihr verloren gegangen sei. Wen ein derartiger pekuniärer Verlust so kalt läht, der muh unermeßlich reich sein. Dieser Russe ist dvch ein Glückspilz."
„So gleicht das Schicksal wieder aus, womit es ihn geschlagen frat", sagte Renate mit Wärme. „Uebrigens wird ein Graf Semjonow Miß Galvestone lieber sein als ein einfacher Mister Petrowitsch, sie wird ihren Landsmänninnen drüben imponieren mit dieser Errungenschaft."
Ein porfräf von Goethes Vater.
Dieses Porträt von Goethes Vater, Johann Kaspar, dem kaiserlichen Rat, ist ein Gemälde Tischbeins d. Ä., etwa in den Jahren zwischen 1770 unb 1775 entstauben. Das Bild würbe von bem Kunsthistoriker Professor Adels in Wiener Privatbesitz entbeckt; es befanb sich ursprünglich im Besitz von Goethes Schwester Cornelia Schlosser unb ging später verloren. Bisher waren von Goethes Vater nur ein Reliefmebaillon unb ein Gruppenbilb bekannt.


