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Nr.N Erstes Blatt
18s. Jahrgang
Mittwoch, 25. März (95|
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Oie zugeschlagene Tür.
3m Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ist beschlossen Worten, das für das laufende 3ahr geltende Einwandererkontingent um ganze neunzig Prozent zu kürzen. Mit hörbarem Krach haben also die Amerikaner die Eingangspforten zu ihrem Staat vor dem Ricsenheer der Aus- wanderungslustigen aller Länder zugeschlagen. Da mit einem Einspruch des Senats nicht zu rechnen ist, Wird binnen kurzem jede Einwanderung in die Rordamerikanische Union so gut wie ganz aufhören. Am schwersten Wird durch diesen Beschluß wiederum Deutschland betroffen, dessen Kontingent im vorigen 3ahr noch ungefähr fünfzigtausend Personen betrug, dann aber sehr rasch auf fünfundzwanzigtausend Einwanderer herabgesetzt wurde. Zehn Prozent davon sind also nicht mehr und nicht Weniger als 2500 Mann, die die Amerikaner in Zukunft hereinlassen wollen. Es versteht sich von selbst, daß sie dieses Kontingent nur benutzen Werden, um hochqualifizierte Arbeiter, die bei uns brotlos geworden sind, aus Deutschland herauszuziehen, Wobei in diesem Fall die Erwerbslosigkeit in den Vereinigten Staaten kein Hindernis ist.
Die EinWanderungsbcstimmungen sind überhaupt nur darauf abgestellt, denjenigen Arbeitskräften die Einwanderung zu gestatten, die der amerikanischen Wirtschaft Vorteil zu bringen vermögen. 3c kleiner die Kontingente Wurden, desto mehr Wurde darauf geachtet, daß nur Spezial- arbeiter Einreisegenehmigungen erhielten. Dah Deutschland jetzt kaum noch überschüssige Men- fchenkraft an die Vereinigten Staaten abgeben kann, hängt damit zusammen, dah man bei der Beschränkung der Einwanderung vor mehreren 3ahren den Derechnungen ein Stichjahr zugrunde legte, das nur eine bescheidene Wanderung von Deutschland nach Amerika auf Wies. Damals herrschte aber in Deutschland keine Arbeitslosigkeit, freute dagegen möchten viele Hundert tau sende ihr Glück in Äordamerika versuchen. Aber das „Tor der Hoffnung" ist verbarrikadiert, weil es drüben nicht weniger als sechseinhalb Millionen Arbeitslose und fünf Millionen Kurzarbeiter gibt.
Die ohnehin schon durch die scharfen EinWande- rungsbestimmunaen stark gedrosselte EinWante- rung War für den amerikanischen Arbeitsmarkt niemals eine ernsthafte Belastung. Das Weih auch jedes Kongrehmitglied. Es macht aber einen guten Eindruck, Wenn man jetzt sagen kann, dah die Konkurrenz der ausländischen Arbeitskräfte ausgeschaltet ist. Vesser Wird es dadurch natürlich auch nicht, es sei denn, dah die Amerikaner endlich den Mut aufbringen, das R epara t i o n s s y st e m und dadurch die Grundursache der Weltwirtschaftskrise restlos zu beseitigen. Solange das nicht der Fall ist, Wird der Warenaustausch stocken und sich nicht wieder beleben, erst recht nicht, Wenn zu den Zollmauern auch noch hundertprozentige Absperrungen gegen Einwanderungen jeglicher Art hinzutreton.
Wahrt den deutschen Kulturbesih!
Eine Kundgebung der Universitäten gegen Abstriche am Kulturctat.
Rektor und Senat ter Universität Leipzig treten mit folgender Kundgebung an die Öcffcnt- lichkeit:
Die schwere wirtschaftliche Rot Deutschlands trifft auch die Wissenschaft und ihre 3nstitute, die wissenschaftlichen Zeitschriften und den wissenschaftlichen Buchhandel. 3n vielen öffentlichen H a u s h a l t p l ä n e n für 1931 sind die Mittel für wissenschaftliche Anstalten und Zwecke gegen 1930 wiederum herabgesetzt Worten. Die Folgen solcher Streichungen reichen Weiter, als man es ans den — an sich schon bedenklichen — Prozentsätzen (meist 10 bis 25 Prozent Abstriche) schlichen möchte. Heute sind es die Bibliotheken, die den größten Teil ter wissenschaftlichen 3ntercffentcn mit Büchern und Zeitschriften versorgen, und die gleichzeitig durch ihre regelmäßigen Anschaffungen den Wissenschaftlichen Verlag bisher noch in Gang gehalten haben. Es besteht nun die größte Gefahr, dah die schon bekanntgewordenen und die in vielen kommunalen Etats noch drohenden Streichungen für eine große Zahl von wissenschaftlichen Zeitschriften und von fortlaufenden und geplanten wissenschaftlichen Veröffentlichungen einfach das Todesurteil te- teuten. Das Eingehen von wissenschaftlichen Zeitschriften oder enteren Veröffentlichungen aber mindert den deutschen Kulturbesih, ganz abgesehen davon, dah das Eintrocknen des Wissenschaftlichen Derlagsgeschästs auch neue Entlassungen von Angestellten und Arbeitern des Buchgewerbes mit sich bringt. Auch für kulturelle Zwecke gibt es ein Existenzmin-i- m um. Mechanische prozentuale Etatskürzungen für Wissenschaftliche Anstalten und Büchereien treffen gerate die Autoren und Verleger jener Sp^ialschriften am härtesten, die den Wissenschaftlichen Fortschritt tragen. Hier droht eine Verarmung unseres geistigen Lebens, die einen dauernden Verlust an deutscher Leistungsfähigkeit und deutscher Weltgeltung mit sich bringen muß. Wollen wir unser kulturelles Erbe wahren, so muß jeder einzelne geistige Mensch dieser Panik entgegentreten. Hier können die Parlamente der Länder und Gemeinden ein gutes und rettendes Beispiel geben, indem sie jeder weiteren Verkürzung ihres Kulturetats einen
Oie dritte Lesung des Reichehaushatts.
Berlin, 24. März. (DDZ.) Auf der Tagesordnung des Reichstages steht die dritte Beratung des Etats. Von allen Parteien, mit Ausnahme der Kommunisten, des Landvolkes und ter Volkskonservativen ist ter Sparer- mächtigungsantrag eingegangen, ter die bestehende Regierung Brüning ermächtigt, Ausgaben bis zur Gesamthohe ter Mehrausgaben oder Mindereinnahmen abzusehen. Reichssinanz» minister Dietrich stellt das Einverständnis ter Regierung mit diesem Anträge fest. Der Minister Weift ausdrücklich darauf hin, daß sich diese Ermächtigung nicht erstreckt auf diejenigen Etats- ansähe, die auf gesetzlich oder vertragsmäßig fest gelegten Ansprüchen beruhen. Diese Ansprüche können, wie er hervorhebt, nur auf dem von ter Verfassung vorgesehenen Wege geändert Werten. Zu den Bedenken der Vertreter des Westens, dah die in den außerordentlichen Haushalt eingesetzten 10 Millionen Mark für West Hilfe deshalb vielleicht nicht zur Verfügung stehen konnten. Weil der Verkauf ter reichseigenen Grundstücke möglicherweise nicht erfolgen könne, erklärt der Minister, daß mit dem Verkauf dieser Grundstücke Wahrscheinlich doch zu rechnen sei.
Haushalt des Auswärtigen Amts.
Abg. Dr. Breitscheid (Soz.): 3ch halte es nicht für angebracht, in eine fachliche Beratung des mit Oesterreich abgeschlossenen Wirtschaftsabkommens ciTuutrcten. Wir Wollen auch nicht erörtern, ob der Schritt gegenüber den anderen Mächten diplomatisch in ter richtigen Weise vorbereitet Worten ist. 3ch glaube, dah Wir gegenüber dem Auslande feststellen können, daß Weder der deutschen noch ter österreichischen Regierung der Vorwurf zu machen ist, sie hätten sich vertragsmähig übernommenen Verpflichtungen entzogen oder ihnen zuwider gehandelt. Wir hoffen, dah die internationalen Auseinandersetzungen zu einer tatsächlichen Zus ammen- arbeit aller europäischen Staaten führen. Aber meiner Ansicht nach Wäre eine frühere /Unterrichtung der deutschen Volksvertretung doch wohl am Platze gewesen. Warum hat die Regierung nicht den Auswärtigen Ausschuß des Reichstages unterrichtet? Er ist doch nicht dazu da, daß er iirtmer vor vollendete T a t s a ch e n gestellt wird! (Sehr Wahr.) Meine Bitte an den Außenminister geht dahin, in Zukunft in ähnlichen Fällen etwas mehr Rücksicht auf die berechtigten Ansprüche ter deutschen Volksvertretung zu nehmen. (Lebhafte Zustimmung in allen Parteien.) — Der Etat des Auswärtigen -Amtes Wird bewilligt.
Weiter werten ohne längere Aussprache bewilligt die Haushalte des Reichsinnenministeriums, des Reichsarbeitsministeriums, des Reichstages, des Reichspräsidenten, der Reichskanzlei, des Ernährungsministeriums, des Reichsjustizministeriums, des Reichswehrministeriums und des Derkehrsministeriums, ebenso der Versorgungsetat und der Haushalt der Reichsschuld.
Oer Schenkervertrog.
Zum Schenker-Vertrag beantragt der Verkehrsausschuß eine Entschließung, in der die Regierung aufgefordert wird, Wegen dieses Vertrages sofort das Reichsbahngericht anzuru- f c n.
Abg. Dr. Winschuh (Stp.) bedauert die Haltung des Verkehrsministers, die *im Falle des Schenker-Vertrages problematisch sei. Man habe offenbar den Kopf in den Sand stecken wollen. Der Minister sollte 3nitiative beweisen zugunsten ter Rationalisierung de s Speditiv nsgewerbes, aber in Zusammenarbeit mit diesem Gewerbe, mit der Wirtschaft und dem KraftfahrzeuggeWerbe.
Abg. Schumann - Frankfurt (Soz.) erklärt, die Zustände im Speditionsgewerbe seien allerdings sehr reformbedürftig, aber die Reichsbahnverwaltung hätte die Ordnung auf anderen We
gen weit besser Herstellen können, als durch den Abschluß des Schenker-Vertrages.
Abg. M o l l a t h (Wp.) fragt, warum die Reichs- regierung' noch nicht das vom Reichstag geforderte Rechtsgutachten vorgelegt hat. Der Redner beantragt die sofortige Einleitung von Berhandlungen mit der Reichsbahn zur Aushebung des Schenker-Vertrags und Umwandlung in einen Vertrag mit den Organisationen des Speditionsgewerbes.
Reichsverkehrsminister von Gusrard: Es sind Zweifel geäußert worden an meiner Erklärung vom 19. Februar. Ich stelle nochmals fest, daß ich vor der Mitteilung durch den Abgeordneten Mollath von dem Schenker-Vertrag keine Kenntnis hatte. Ich stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß der Vertrag der Zustimmung bedarf, um gelten zu können. Das ist auch die Meinung des Reichskabinetts.
Das Osthilfegeseh.
Es folgt die zweite Beratung des O st h i l fege s e tz e s und der damit verbundenen Vorlagen zur Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung und zur Abwicklung der Aufbringungsumlage und zur Neugestaltung der Bank für Deutsche Jndustrieobli- gationen.
Minister Trevira nus führte aus: Die Ost- Hilfe habe die doppelte Aufgabe, den in ihrer wirtschaftlichen Lebensfähigkeit bedrohten Gebieten neue Lebenskraft zur Wiederaufnahme ihrer gestörten Wirtschaftsbeziehungen zuzuführen und ferner die Landwirtschaft nach Möglichkeit vor den Gefahren zu bewahren, die die veränderten Absatzbedingungen und der Rückgang aller landwirtschaftlichen Preise bei steigenden Lasten ohne umfassende Hilfe bringen würden. Es sei beabsichtigt, den jetzigen Geltungsbereich der Hilfsmaßnahmen möglichst umfangreich
Berlin, 24. März. (ERB.) 3m Reichstage ist man heule abend der Auffassung, daß nunmehr alle Streitpunkte, die der glatten Abwicklung der parlamentarischen Arbeiten noch im Wege standen, bereinigt sind. Nachdem die oielbesprachenen Steueranträge öereits erledigt waren, ist es heute gelungen, auch in den beiden noch ausstehenden Restfragen — die Z o l l e r m ä ch t i g u n g und die Reichstagsvertagung — zu einer Klärung zu gelangen. 3n den späten Rachmittagsstunden schien es, als ob die Zollermächtigung doch noch erhebliche Schwierigkeiten machen würde. 3nagru- rischen Kreisen, namentlich bei der Landvolk- partei und auf dem rechten Flügel des Zentrums, ist man von dem Ergebnis der Verhandlungen des handelspolitischen Ausschusses zwar nicht voll befriedigt, wie ja schon aus der Abstimmungs- Vertagung heroorgeht. Es handelt sich aber nur um einen Ausschußbeschluß, der im Plenum in seinen Einzelheiten durchaus noch abgeändert werden kann. 3n unterrichteten Kreisen vermutet man denn auch, daß zwischen der zweiten und dritten Lesung entsprechende Bemühungen einsetzen werden, um den wünschen der agrarischen Abgeordneten noch entgegenzukommen. Trotzdem läßt sich jedoch schon jetzt feststellen, daß die planmäßige Beendigung der parlamentarischen Arbeiten an dieser Frage nicht mehr scheitern wird.
3n der Frage der Vertagung des Reichstags haben die Sozialdemokraten dem Wunsche des Reichskanzlers insofern nachgegeben, als sie damit einverstanden sind, daß für den Wiederzusammentritt ein Tag etwa in der zweiten
auszudehnen, sobald die Erleichterung der Finanzlage des Reiches die Möglichkeit hierzu eröffne. Eine Gewähr, daß von dieser Möglichkeit schon im nächsten Jahre auf weite Gebiete Gebrauch gemacht werde, könne er jedoch nicht übernehmen. Zur landwirtschaftlichen Entschuldung er« klärt der Minister, die Regierung habe die zahlreichen Pläne zur wirksamen Hilfe durch allgemeine Lastensenkung eingehend geprüft, fit aber verwerfen müssen, da die sehr großen Mittel von etwa 321 Millionen Mark bei 3 v. H. Gutschrift des Einheitswertcs aus der Reichskasse hierfür nicht zu beschaffen seien. Die Regierung hab« deshalb an der K r c d i t h i 1 f e durch Dar« lehen mit planmäßiger Entschuldung festgehalten. Trotz schwerer berechtigter Bedenken habe sich die Reichsregierung entschlossen, auf bi» Einnahmen aus der I n ö u ft r i c a u f b r i u « gungsumlagc für die nächsten Jahre im> Reichshaushalt zu verzichten. Dadurch fei di» Möglichkeit gegeben, der Jndustriebank ein Zweck« vermögen von 500 Millionen Mark zur Ab« löfung der landwirtschaftlichen Per« sonalschulden in den östlichen Gebieten zu« Verfügung zu stellen. Darüber hinaus sollten 209 Millionen Mark durch Schuldverschreibungen be« Jndustriebank im Lause der Jahre angeschafft wer« den. Das Inkrafttreten dieser Entschuldung setzte di« parlamentarische Verabschiedung de» Rcichshaushaltes und das Gelingen bet} Vorfinanzierung der Äapitalbclrägc der Bank vor« aus. Die Reichsregierung wollte sich bemühen, ge« rode auch besonders dem K l e i n b e s i tz die erfor« derlichc Hilfe angedeihen zu lassen. Die Reichsregie« rung müsse dieses Opfer fordern, weil das SiechtunH des Ostens dasStcrben desGanzen im Ge« folge habe.
Hälfte des Oktober feffgclcgf wird. Praktisch haben sie von ihrem Standpunkt nichts geopfert, da auch dann die Möglichkeit besteht, daß eine Mehrheit bei einem außerordentlichen Anlaß.eine frühere Einberufung des ReKhslags herbeiführt. Ein Drittel des Reichstags ist inzwischen allerdings nicht in dec Lage, den Zusammentritt herbeizusühren. Ls kann aber immer sein, daß drei Mitglieder des Aeltesten- rafs die Einberufung dieses Ausschusses beantragen. Der Präsident hätte dann festzustellcn, und zwar unter Berücksichtigung der jetzt vom Reichstag abwesenden Fraktionen, ob sich eine Mehrheit für eine frühere Einberufung ergibt. Sollte sich dann zeigen, daß ein wesentlicher Teil der Mehrheit, die jetzt die Vertagung bis zum Herbst ausgesprochen hat, anderer Meinung geworden ist, so würde er den Reichstag zu einer Zwischentagung einberufen. 3n Kreisen der Deutschen Volkspartei hatte man gewünscht, daß die Ermächtigung nicht dem Präsidenten, sondern dem Präsidium übertragen würde. Das hat Präsident Lobo in einer Sitzung, die heute vor- mittag beim Reichskanzler stattfand, abgelehnt, zumal bei einem solchen Verfahren vermutlich doch Stimmengleichheit herauskommen, und er dann den Ausschlag zu geben haben würde. Unter diesen Umständen wird es also dabei bleiben, daß der Reichstag sich auf einen bestimmten Termin im Oktober vertagt und das weitere der Entwicklung überlassen wird. Nachdem Liese Fragen nun soweit geklärt sind, rechnet man in parlamentarischen Kreisen jetzt bestimmt damit, daß der Reichstag bis zum Freitagabend feine Aufgaben erledigt hak und auseinandergehen kann.
Klärung der parlamentarischen Lage.
Bereinigung der 2Refffragen. — Vertagung des Reichstags bis zum Oktober wahrscheinlich.
geschloffenen Widerstand entgegen- ft c 11 c n. Die Unterzeichneten rufen in diesem Sinne alle 3nstanzen des öffentlichen Lebens auf, sich bei ihren finanziellen Entscheidungen ter hohen Verantwortung bewußt zu sein, die sie für die geistige Fortentwicklung Deutschlands tragen.
Der Kundgebung schlossen sich an ter Vorsitzende des Verbandes ter Deutschen Hochschulen, die Rektoren ter sämtlichen deutschen /Universitäten und Hochschulen, darunter auch Professor Dr. Wöhler, Rektor der Technischen Hochschule in Darmstadt: Professor Dr. Eger, Rektor der Universität Gießen und Professor Dr. Verse, Rektor der Universität Marburg.
Paneuropa-Konferenz in Paris.
Die Organisierung der Maitagung.
Paris, 24. März. (WTD.) Der Organisationsausschuß für die Europaunion ist freute vormittag am Quai d'Orsay unter dem Vorsitz tes französischen Außenministers Driand zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten. B r i a n d erklärte: Der Organisationsausschuß müsse sich vor zwei Gefahren hüten, näiÄich der künstlichen Schaffung eines
Organismus mit allzu ehrgeizigen Zielen, die seinem vorläufigen Charakter nicht entsprechen würden und auf ter unteren Seite vor ter allzu engen Grenzziehung für das Statut eben dieses Organismus, dessen Lebensdauer man noch nicht übersehen könne. Dem Organisationsausschuß, ter den regelrecht bestehenden Organen tes Völkerbundes unterworfen sei, stehe von Anfang an die ganze Erfahrung des Völkerbundes zur Verfügung.
Die Verhandlungen bewegten sich auf rein technischem Gebiet. Die Frage ter Einladung Rußlands, 3slands und der Türkei kam nicht zur Entscheidung, da der Punkt der Tagesordnung, ob im Mai zuerst Wirisch a f ts - oder Organi s a t ionssragen erörtert werden sollen, noch unerledigt ist. 3edoch hat die Debatte bereits geklärt, daß für die Erörterungen von Wirtschaftsfragen Rußland, 3sland und die Türkei jedenfalls heran- gezogen Werden. Dom polnischen Außenminister Zaleski Wurde ein Antrag auf Heranziehung Danzigszu den Wirtschaftsverhandlungen ein- gebracfrt, der auch angenommen wurde. Fallen gelassen Wurden die Pläne ter eventuellen Bildung eines europäischen Rates mit starker Organisation und nationaler Wechsel- Weiser Vertretung. Driand selbst hat durchblicken lassen, daß man keinen allzu festen Rahmen bilden solle.
Die HafionalfMialiffen verlassen denMeinischenprovinziallandlag
Düsseldorf, 24. März. (SU.) Gleich nach Eröffnung ter Dienstagssitzung des 7 8. RHeini s ch e n Provinziallandtages, die dec Aussprache zum Provinzialhaushaltsplan gewidmet ist, kam es zu stürmischen Auseinandersetzungen, als ter Vorsitzende den sozialdemokratischen Abgeordneten Hoffmann Wegen eines beleidigenden Zurufes gegen den nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Leh in ter Montagssitzung nachträglich einen Ordnungsruf erteilte. Dr. Ley kritisierte dann die Geschäftsordnung des Vorsitzenden und Wurde Wegen verschiedener Aeuherungen zur Ordnung gerufen. Bei den weiteren Auseitz« andersehungen Wurden zunächst die nativnalsozia« listischen Abgeordneten Saade auf drei Tag« und Dr. Ley auf sechs Tage von den Sitzungen ausgeschlossen wegen grober Verletzung tec Ordnung tes Hauses und ter sozialtemokrattschen Abgeordneten Frau Becker ein Ordnung s - ruf erteilt. Hierauf erklärte Dr. Leh unten fortgesetzter stürmischer Unruhe im ganzen Hause, daß wegen dieser Behandlung durch den Vorsitzenden die nationalsozialistische Fraktion an den weiteren Verhandlungen nichtmehrteil- nehrnen Werte. Die nationalsozialistischen Abgeordneten verließen hierauf den Sitzungssaal,


