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Befrachtete aufmerksam ba« kostbare Stück, legte es behutsam wieder in da« Etui und zog sich in die Küche zurück.

Bald darauf betrat Han« Egon da« Frühstucks- zimmer, lieh sich mit verträumtem Lächeln in den tiefen Sei fei fallen und läutete nach dem Diener. Paolo kam mit frisch geröstetem Toast aus der Küche. Aber kaum hatte er das silbern furckelnde Tablett abgeseyt, da rief Dolores aus dem Reben- raum: .Paolo!" .

Der Diener eilte zu seiner Herrin hinein. Sie stand vor dem Spiegel und fuhr mit der silbernen Bürste leise glätten!) über ihren glän^nden Pagenscheitel.

.Verbinde mit mit Matthis, dem Juwelier, Paolo. Schließe die Tür: der Gras möchte sich noch einen Augenblick gedulden."

Gleich daraus führte Dolores ein Gespräch mit dem Juwelier:

.Heute morgen hat der bewußte blonde Herr, den ich Ihnen als Kunden zugeschanzt habe, einen Smaragd an goldener Kette getauft. Womit hat der Herr befahlt? Dar oder in Wechseln? Wie? Sie wollen es nicht sagen? Vergessen Sie unsere Abmachung? Wenn ich unsere ®e- schästsverbindung löse, werden Sie der Leid­tragende sein und nicht ich. Also? Wie? Ich habe nicht verstanden! Womit, sagten Sie, bat er bezahlt? Ach so! so! Mit wieviel haben Sie den Wert eingeschätzt? Das scheint mir wirklich niedrig! Ist die Echtheit unbe­stritten? Geben Sie dem Antiquitätenhändler Frissard Rachricht, daß er es noch heute von Ihnen abholen läßt. Ich werde ihm morgen einen guten Käufer dafür hinschicken, und wir werden alle zusammen einen guten «Schnitt dabei machen."

Dolores legte den Hörer wieder auf, sah noch einmal befriedigt in den Spiegel, und den Kopf zur Tür des Frühstückszimmers hineinsteckend, fragte sie mit der Stimme eines unschuldigen, kleinen Pensionsmädchens:

.Dars ich nun endlich zum Frühstück bitten, Herr Graf?"

26. und 27. Dezember

von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr und

von 19.30 Uhr bis 23.00 Uhr

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Hotel Deutsches Haus

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Am 2. u 3. Weihnachtsfeiertag

Konzert

Tanz

erstklas». Jazzkapelle wozu freundlichst einladet Gastwirt Hermann

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Der Leidensweg einer Königin - einer Frau einer Mutter

Henay Porten verkörpert die Königin Luise, diese feinfühlige. edelste Frau, die je eine Krone trug, gipfelnd in ihrem Nationalismus Hauptrollen: V. Gaidgens F.-Kaysslor

Nie mund wollte diese» Film werk TemHumen!

Auch die Jugend hat Zutritt Anfang 3, 5.30. &30 Uhr

Lichtspielhaus Gießen

Das große Weihnachtsprogramm

1. Feiertag ab 3 Uhr

Gassenhauer mit den berühmten Comedian Hirmoaists Lupu Pick t letztes künstlerisch.Vermächtnis

Ab 2. Feiertag 3 Uhr

2.

Das Donkosaken-Lied

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Ein Sensationsdrama in 10 Akten, mit

Lien Deyers, M.A.v. Schletlow, Fr. Kämper*

I 2.Feiertagnu» I

L - Die Jugend hat Zutritt -

Lichtspielhaus

Karten vorverkauf an der Kasse

Sonntag, 27. Dez., nachm. 4 Uhr

Kaffee-Konzert

abends 8 Uhr

Konzert und Tanz

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.Lesen Sie es noch einmal genau durch. Liebel Elaassen. Ihr ilrtcil ist, wie Sie wissen, für mich wertvoll."

Claafsen nahm bedächtig da« Schriststück zur Hand, letzte sich umständlich eine zweite Drille auf und begann leise vor sich hinmurmelnd den Dries zu Icfcn, der den beiden Männern schon seit zwei Tagen Kopszerbrechen verursachte. End­lich faltete er sorgsam und etwas pedantisch, wie es feine Art war. das Schreiben zusammen und sagte nach einem tiefen Aufatmen:

.Es tut mir leid, Herr Konsul, aber ich komme wieder auf meine erste llebcrlcgung zurück. In der augenblicklich schweren Zeit sind wir mit unseren Geldern schon überaus stark fefigelegt Sie wissen, das rutsische Geschäst ift für uns so gut tote erledigt Wenn wir untere Außenstände innerhalb der nächsten Jahre aus diesem Hcren- kessel da drüben jemals hereinbekommen. können wir srvh fein. In Schweden macht uns die pol­nische Konkurrenz neuerdings so viel zu schassen durch das geradezu gewissenlose Unterbieten der Preise, daß wir, nur um im Geschäft zu bleiben, mehr kreditieren müssen, al« ein gewissenhaster Kaufmann eigentlich verantworten kann. Das ein­zige gute Geschäft ist das mit Südamerika, aber auch da sind England und Frankreich schon dabei, uns Deutsche abzudrosseln.

Wir können nicht wissen, wann und in welchem Umfange wir neue Geldmittel disponibel haben, um uns dort zu behaupten. Wenn wir jetzt die verlangte Deteiligungssumme für das Dahama- Seschäft stellen, so kann das natürlich gewiss« »ewinnchanccn für uns haben, aber den Haupt­anteil schlucken Lund und 6o.

.Sie sind sehr vorsichtig. lieber Claassen, und wenn es nur um unser Haus ginge, würde ich die Sache nicht erwägen: aber es handelt sich um das Haus Lund, da« meinem Vater seiner- zeit in einer schwierigen Lage durch eine Dürg- schatt bei gestanden hat.

Wie, lieber, alter Claassen, würde mein Date*, Ihrer Meinung nach, jetzt bandeln?"

Prokurist Claassen hob die Achseln und sah seinen Ches mit einem bewundernden, wenn auch etwas schmerzlichen Dlick an:

.Ihr Vater. Herr Konsul? Gr würde da« Geld geben.

Konsul Sibelius legte seine energische Hand mit dem alten, schweren Wappenring der Sibe­lius' mit einer abschließenden Gebärde aus den umstrittenen Dries:

.Das wollte ich von Ihnen hören, mein lieber Claassen, und damit haben Sie auch meine Ent­scheidung. Dereiten Sie alles vor und bringen Sie mir die Sachen heute nachmittag zur Unterschrist."

Er nickte dem treuen Diener des Hause« srcund- lich zu, woraus dieser mit ehrerbietigem Gruft das Privatkontor verlieh.

(Fortsetzung folgt.)

Astoria-Lichtspiele

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Der Anschlag auf den Depeschenreiter

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Der _____

Der Salzgeruch des nahen Meeres wehte die Hasenstraße entlang und sing sich bei jedem Öessnen der großen, eisenbeschlagenen Holztür in dem kühlen, steinernen Flur des alten Patrizier­hauses. Einige breite, schon in der Mitte aus­getretene Stufen aus schwedischem Granit führten hinein in das große, vornehme Haus, das seit Jahrhunderten im Delitz der Familie Sibelius war. Heber dem edelschlichten Portal war in Sandstein das alte Wappen der Sibelius' ein­gehauen: eine Schiffskogge, auf deren Dug eine weibliche Gallionsfigur mit ausgestrecktem Arm in die weite Feme zu weisen schien. Wind und Degen hatten an dem Schild ihre jahrhundertealte Zerstörungsarbeit versucht. Aber Sch Id wie Haus trotzten allen Angriffen der Zeit, wie auch alle

Sonntag, 27. Dezember, viinktlich 3 Uhr, im Caf6 Leib:

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Weihnachtsspiele unserer Tvielfchar, Verlosung.

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Copyright by Martin Feuchtwange r. Halle.

1. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Aber wenn du durchaus nicht willst, daß andere'Männer mir etwas schenken, und sei es auch nur aus Geschäftsinteresse, nun, mein Lieber, ich habe mich noch nie geweigert, Schmuck zu tragen, den du mir verehrst, ilnö dagegen hat der gestrenge Herr doch wohl nichts einzuwenden. Qlur ist er leider in der letzten Zeit etwas knau­serig gewesen."

Die lächelte wieder und schmiegte sich naher

Zch^ weiß es. Dolores. Aber du kennst die Verhältnisse zu Hause. Mein Druder Friedrich rückt keinen Pfennig über den mir zustehenden Anteil heraus, und ich hatte in letzter Zeit Pech über Pech auf dem grünen Rasen wie auch beim Spiel. Run aber... *

Qtim aber...?", wiederholte sie, und ein lauernder Ausdruck trat in ihr Gesicht, das sie rasch in Hans Egons Armen verbarg.

Run aber" - er atmete gepreßt und schwer, ein GlückSfall..." Mit einem Griff riß er ein rotledernes, längliches Etui von dem kleinen Tisch, auf dem es zwischen den zierlichen, goldgeran- berten Kaffeetassen, den Toastscheiben und dem silbernen Kuchenkorbe geruht.

.Sieh her!" Er öffnete es.

Aus lavendelfarbenem Samt schimmerte eine schmale, goldene Kette, an _ der ein leuchtend grüner Smaragd von der Größe einer Ruh hing.

Of>! Ein Ausruf der Dewunderung entfloh den Lippen der Tänzerin. .Lieber, geliebter Mann, wie schön, wie wundervoll! Wie soll ich dir danken!"

.Indem du mir treu bist. Dolores! flufterte Hans Egon fieberhaft.3nbem du mir schwörst, bah du keinem anderen Manne gestatten wirst ..

Keinem anderen! Ich schwöre es dir!" slüsterte die schöne Frau, und ihre dunklen Augen tauchten mit einem heißen, aufreizenden Dlick in die blauen des blonden Mannes.Ich liebe dich, Haus Egon, liebe nur dich allein! Fühlst du das nicht?"

Dolores!" schrie er auf und hob sie hoch in feine Arme.

Die Tür zum Doudoir öffnete sich leise. Paolo, der kreolische Diener der schönen Tänzerin, kam herein Als er den unberührten Frühstückstisch sah. überflog ein häßliches Lächeln seine scharfen, faltigen Züge. Leise ging er zu der Maschine, löschte sie aus und nahm den kaltgewordenen eng­lischen Toast heraus. Dei dieser Gelegenheit fiel sein Dlick auf den geöffneten Schmuckkasten. Er

Glieder bc« alten, stolzen Geschlechtes sich ht den Stürmen der Zeit aufrecht gehalten.

In den unteren Räumen des alten Haufe« befanden sich feit altersher die Kontore dieser berühmten Kaufmannssamilie. Der Rame Sibelius hatte nicht nur im eigenen Lande einen guten Klang: schon in den Zeiten des Schwedenkönigs Karls des Zehnten und zur Zeit König Christians des Vierten von Dänemark fuhren die Schiffe der Sibelius' aus dem Hafen der alten Heimat­stadt hinaus durch die Fluten der Ostsee in die Häsen von Rußland unb bis weit in die nor­dischen Gewässer hinein.

In dem kleinen, braungetäfelten Privatkontor sah Konsul Jürgen SibeliuS, da« derzeitige Haupt und der einzige männliche Träger des Fcunilien- n am end. Er war in einem eifrigen Gespräch mit dem langjährigen Prokuristen der Firma. Johann Elaassen, begriffen.

Konsul Sibelius war ein mittelgroßer, impo­nierender Mann, in dessen dunklem Haupthaar schon einige Silbersäden den Herbst des Lebens antünbigtem Sein Gesicht trug die markanten Züge der Sibeliusschen Ahnenceihe, deren Por­träts in Del und Pastell ernst und beobachtend von den Wänden herniederschauten.

Seine dickumbauschten blauen Augen hatten den prüfenden Dlick eines Mannes, der das Leben kennt, es meistert und der gewöhnt ist, nicht ersten Regungen zu folgen, sondern jede Sache, die ihm vorgelegt wird, gewissenhaft zu prüfen, ehe er fein unbestechliches Urteil fällt Diese Eigenschaften, die gepaart waren mit gütigem Verständnis für alle Rote de« mensch­lichen Herzens und einem Wesen, das Ernst mit Herzlichkeit auf« glücklichste verband, hatte ihm hohe Ehren in der Dürgerschaft eingetragen. In allen Wohltätigkeitsvereinen war er ein gesuchtes Mitglied, dessen Wort und Vorschläge achtungs­voll gehört und befolgt wurden. Er war einer von den vierzehn Ratsherren der Stadt, die über Wohl und Wehe der Bürger zu beraten und zu wachen hatten. In allen Streitigkeiten, die hoch und niedrig bewegten, wurde oft genug sein Urteil erbeten, dem sich alles widerstandslos fügte. Wenn man die Ehronik der alten Hafen­stadt durchblätterte, traf man immer wieder auf den Ramen Sibelius, und dieser Rame war stets verknüpft mit besonderen Taten, die für das Wohl der Stadt bedeutungsvoll waren.

Konsul Jürgen Sibelius hob seinen Dlick von den Papieren, die vor ihm auf der grünbezogenen Schreibtischplatte lagen, und sah ernst fragend zu dem bewährten, alten Mitarbeiter auf, der da weißhaarig, ehrerbietig, aber doch mit einer gewissen Vertraulichkeit diesen Dlick zurückgab. Eine Weile herrschte Schweigen zwischen den beiden Männern.

Endlich schob der Konsul mit einer entschlossenen Handbewegung dem P r o kur i st en einSchriststück hin.

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