kann. Dem steht entgegen, daß das amerikanische Publikum sich erfahrungsgemäß kaum so diszipliniert verhalten wurde, wie das englische es im gleichen Falle getan hat. Die Aufgabe des Goldstandards würde also zumindest für eine Zeit au einer Verschärfung der WirtfchaftSkrisiS in Amerika führen und würde auch die Stellung deS Dollars auf dem internationalen Geldmarkt schwer erschüttern. So wird Hoover zu dieser für Aankreich gefährlichen, aber auch zweischneidigen Waffe gewiß erst dann greifen, wenn ihm die Hartnäckigkeit der Franzosen keinen anderen Ausweg läßt. Das weiß man natürlich auch in Frankreich und sieht so mit Zuversicht der Kraftprobe zwischen Hoover unb Laval entgegen. Die Franzosen glauben eben immer noch, daß sie a m längeren Arm bei Hebels sitzen, aber bie Auswirkungen ber Pfunbkrisis sollten sie doch belehrt haben, daß auch Frankreich nicht ohne Gefahr für feine eigene Wirtschaft bie Zersetzung aller anderen Volkswirtschaften mit untergeschlagenen Armen abwarten kann. Wirb eS Hoover gelingen, in Washington ben französischen Mini- sterpräsibenten von der Notwendigkeit der wirtschaftlichen Solidarität der Völker zu überzeugen und Frankreich auf den Weg wirtschaftlicher Vernunft zurückzubringen?
Grandi aus der Fahrt nach Berlin.
Herzliche Verabschiedung von verdeutschen
Presse in Nom.
R om. 23. Ott (WTD) Der italienische Außenminister Grandi ist mit dem regelmäßigen Vachtfchnellzug, dem ein Salonwagen beigegeben worden war, nach Berlin abgereist. 3n Begleitung des italienischen Außenministers befinden sich der Direktor der Europaabteilung deS Außenamtes Gesandter G u a r i g l i a, der stellvertretende Pressechef, der frühere Berliner Botschaftsrat Rocco, sowie die Sekretäre RoniS und Talvacchia.
Dor der Abreise hat Grandi die deutschen Pressevertreter empfangen. In zwangloser und sehr freundschaftlicher Aussprache führte Grandi aus, er wolle feststellen, mit welch lebhastem Interesse die öffentliche Meinung Italiens und das ganze Volk'seinem Besuch in Berlin gegenüberstehe. Es gereiche ihm zur besonderen Freude, mit dem Reichskanzler wieder zusammenzukommen, dessen Besuch in Rom in Italien nicht vergessen sei. Als eine ganz große Ehre empfinde er die Begegnung mit dem Reichspräsidenten Feldmarschall v. Hindenburg. Grandi, der übrigen- das Rheinland aus zwei Reisen vor und nach der Ruhrbesehung kennt und gute deutsche Sprachkenntnis hat, bedauerte, daß er wegen seiner bevorstehenden Reise nach Washington auf seine ursprüngliche Absicht, nach dem amtlichen Gegenbesuch in Berlin noch einige Tage andere Städte, so Dresden und Rürnberg, mit ihren reichen Kunstschähen kennenzulernen, verzichten müsse.
Im Kamps gegen die Kriegsschuldlüge.
Ein Aufruf der Evanqelnchcn Kirche an die Chr stcnßeil der Welt
Berlin, 23. Ott. (TU.) Der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß, die oberste Vertretung der im Kirchenbund zusammengeschlossenen deutschen Landeskirchen, hat zur Kriegsschuldfrage eine Kundgebung beschlossen, in der es u. a. heißt:
..Von Monat zu Monat wächst die innere und äußere R o t im deutschen Volke. Sorge und Elend sind in das Unerträgliche gestiegen, treiben zur Verzweiflung und Empörung. Unser Volk ist mit seinen moralischen und physischen Kräften dem Ende nahe. Unermeßliche Verluste, ungeheuerliche Lasten sind ihm unter Verletzung feierlicher Versprechungen auferlegt. Dieses Un- recht wird vor dem Gewissen der Völker immer wieder zu rechtfertigen versucht durch die Belastung unseres Volkes mit der Kriegsschuld. Durch diese Belastung wird das deutsche Volk zum Verbrecher unter den Völkern der Erde gestempelt. Das können wir nicht ertragen, ohne uns der Selbstachtung zu berauben und uns derLügemitschuldig zu machen. Seit dem Iahre 1922 hat ber Deutsche Evangelische Kirchenausschuß keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne gegen die Kriegsschuldlüge seine Stimme zu erheben. In diesem gerechten Kampf sind uns auch im Auslände namhafte kirchliche Führer und Männer ber Wissenschaft, Kirchen und kirchliche Vereinigungen helfend zur Seite getreten. Roch aber ist bas Unrecht nicht von uns genommen, bie Behauptung von ber Kriegsschuld zehrt am Mark unsere- Volkes.
3m Rarnen aller deutschen evangelischen Kirchen ruft der Deutsche Evangelische Kirchenausschuß die Ehristenheit der Welt auf, ben Kampf gegen ben Geist des Hasses und der Lüge mit aller Entschiedenheit auf- zunehmen und der Wahrheit und der G e r e ch t i g k e i t für unser verleumdetes und mißhandeltes Volk endlich zumEiegezuver- Reifen.
Erhöhung der Hochschulgebühren in Preußen.
Berlin, 22. Oft. (WTB.) Amtlich. Das preu- ß'lche Kultusministerium hat eine Erhöhung der Hochfchulgcbühren angeorbnet. Schon mit Wirkung für das laufende Wintersemester wird die Studien- gebühr von 85 auf 100 Mark, die Aufnahmegebühr, die bisher für die erste Immatrikulation 25 Mark unb beim llebcrgang auf eine anbere Hochschule 15 Mark betrug, einheitlich auf 30 Mark erhöht. Außerdem beansprucht der Staat einen weiteren Anspruch an den Kolleggeldern, so daß für alle planraafjigen lMvfessoren eine allgemeine Kürzung von 20 Prozent hinzufommt. Dazu teilt das Kul- tusmimsterium mit. daß angesichts der ernsten Ent- Wicklung der Staatsfinanzen auch auf dem Gebiete bc-3 Hoch chulwesens eine sofortige Herabsetzung des «taatszuschusfes unvermeidlich war. Auch die übrigen deutschen ^ochschullander seien genötigt, die Gebühren für da» Wintersemester wesentlich zu er- hohen. Den minderbemittelten begabten Studieren, ben werde in stärkerem Umfange als bisher 'Befreiung von den Hochschulgebühren gewährt. Ferner dürfen die Gebühren statt wie bisher in zwei in Zukunft in vier Raten bezahlt werden Die Unter- richlsverwaltung sehe diese Gebührenerhodung als e,ne Rotmahnabme an unb hoffe, meglichst halb wieder zu ben niedrigeren Gebühren i'urnckkehren -u können.
Oer Aufstand auf Cypern.
England greift durch — Wenig Aussichten für einen Erfolg der Aufständischen.
Oben: Blick auf bie Insel Zypern von Süben her. — Unten, links: Europäische Kafseehausstraße in ßarnaca. — Unten, rechts: Basartreiben in ber Bischofstabt Nikosia.
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London, 23. Oft. (WTB.) Der Staatssekretär für die Kolonien Thomas erklärte in einem Interview, obwohl die Berichte über die Unruhen in Zypern ernst seien, sei kein Grund zu Befürchtungen vorhanden. Die Unruhen zeigten, welche Feinde das britische Weltreich habe und wie notwendig es sei, mit größter Strenge
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gegen sie vorzugehen. Die Lage sei nun unter Kontrolle und die letzten Rachrichten seien beruhigend.
Auf der Insel ist eine strenge Zensur der ein- und ausgehenden Rachrichten eingeführt worden. Telegramme werden nur in offener Sprache oder mit Angabe des Code zugelassen. Die beiden nach Zypern entsandten Kreuzer und zwei Zerstörer sind dort eingetroffen, ferner sind große Transportslugzeuge mit einer Kompanie Infanterie aus Aegypten in der Hauptstadt Rikosia
gelandet. In Rikosia ist noch am Donnerstagabend der Belagerungszustand erklärt worden. Die Aufstandsbewegung ist nach Eintreffen der Land- und Seeverstärkungen zum Stillstand gekommen. Die öffentlichen Gebäude in der Hauptstadt sind mit Stacheldrahtverhauen umgeben und werden militärisch bewacht. Es heißt, daß eine Anzahl von Maschinengewehren und Gewehren, sowie Munition auf griechischen Schiffen nach Zypern eingeschmuggelt worden seien, doch dürften die Mittel der Aufständischen keineswegs ausreichen, um einen groß angelegten Aufstand durchzuführen. Man glaubt vielmehr, daß sie ihre Propaganda für einen Anschluß an Griechenland zu dem Versuch benutzen werden, von England Zugeständnisse zu erhalten.
Griechenland hält sich heraus.
Keine Unterstützung der Aufständischen
Athen, 23. Okt. (TU.) In einer Presse- erklärung über die Lage in Zypern betont der griechische Ministerpräsident V e n i f e l o s , daß es zwischen Griechenland und England eine „Z y p e r n f r ag e" nicht gebe. Es handele sich um eine Angelegenheit zwischen England und den Bewohnern der Insel. Deniselos drückt in der Erklärung sein Bedauern über die Vorfälle auf Zypern aus und gibt der griechischen Presse den Rat, sie ebenfalls zu mihbiUigen. Die Differenzen zwischen der Bevölkerung von Zypern und der englischen Regierung könnten unter keinen Umständen zu einem Konflikt zwischen Großbritannien und Griechenland führen. Die griechische Regierung habe die Kundgebungen der Zyprianer niemals, weder direkt noch indirekt, in irgendeiner Weise unterstützt oder ermutigt
Der Völkerbund in -er Klemme.
Keine Aussicht auf eine Beilegung des Mandschurei-Konflikts.
Genf, 23. Oft. (TU.) Irn Dölkerbundsrat fand eine ausgedehnte Aussprache über Arlands Vorschlag zur Regelung des chinesisch-japanischen Streitfalles statt. Es ergab sich, daß über diesen Vorschlag (einerlei Einigung zwischen den beiden streitenden Parteien möglich war. Der chinesische Regierungsvertreter S z e betonte, daß die chinesische Regierung den Vorschlag Driands a n n e h m e, aber fordere, daß die japanische Regierung den Status quo ante wiederher st eile, die Räumung bis zum 16. Rovember vollständig durchführe und daß sodann vor einer neutralen Instanz die Frage der Verantwortlichfeit und der Entschädigung geklärt würde. Der Vorschlag Driands stelle nur einen ersten Schritt dar, der die Hauptfrage regele, jedoch dringendste chinesische Forderungen nicht berücksichtige. Wenn das gemeinsame Vorgehen des Dölkerbundsrates und der amerikanischen Regierung nicht zur Befreiung der Gebiete einer VölferbuÄsmacht und eines Signaturstaates des Kelloggpaftes von der widerrechtlichen Besetzung durch eine andere Dölker- bundsmacht genüge, so müsse sich offensichtlich e i n Loch in dem Friedenssh st em des Völ
kerbundes befinden.
Driand gab fobann den japanischen Gegenvorschlag bekannt, der keinen festen Räumungszeitpunkt vorsieht. Die japanische Regierung schlägt ferner vor, den Völkerbundsrat nicht zu einem festen Zeitpunkt einzuberufen, sondern den Diederzusammentritt dem Ratspräsidenten zu überlassen. Der Dertreter der chinesischen Regierung lehnte, wie zu erwarten war, diesen japanischen Gegenvorschlag als völ- l i g u n a n n e f) m b-a r ab. Lord Robert Cecil erklärte alsdann, daß die englische Regierung durch die Bombenwürfe japanlscher F l u g z e u g e , die mit dem internationalen Recht unvereinbar seien, auf da- peinlichste berührt worden sei und verlangte Aufklärung über die Hauptpunkte des japanischen Gegenvorschlages. Rach längerem Hin und Her wurden sodann die Verhandlungen auf Samstagvormittag verschoben. Driand hob hervor, daß in diesem außergewöhnlich verwickelten und schwierigen Fall die Machtmittel deS Völterbundes äußerst beschränkt gewesen seien und großer Mut dazu gehört habe, sich überhaupt damit zu befassen.
Was geschieht nach Ablauf des Hoover-Moratoriums?
Minister Treviranus über die Tilgung der deutschen Auslandschuld.
Berlin, 23. Oft. (TU > Vor der Deutschen Weltwirtschaftlichen Gesellschaft behandelte Reichsverkehrsminister Treviranus wirt- fchaftspolitische Fragen der Gegenwart. Er erwarte. daß der neugebildete Wirtschaft-betrat unter Zurückstellung politischer, wirtschaftlicher und menschlicher Bindungen arbeiten und dem Volke helfen werde, daSVer- trauenzu sich selbst wicderzu gewinne n. Eine Ausgabe des WirtschaftSbeirates müsse eS sein, der Oeffentlichkeit klar zu machen, w o die Grenzen staatlicher Betätigung seien und wo die Selbsthilfe der Wirt- schäft in stärkerem Maße al« bisher eins etzen könne. Das deutsche Volk müsse im jetzigen entscheidenden Augenblick die 21 e r - Den beha Iten. Eine große Ausgabe sei der Regierung darin gestellt, da« natürliche Gleichgewicht zwischen Äauftraf t und Erzeugung ohne AuSlandhilfe zu ge
winnen. Die ReichSregierung habe sich für den Weg der Anpassung der fixen Kosten der Erzeugung an die Kaufkraft ent- schieden. Treviranus verteidigte die Außenpolitik der Regierung, die nach seiner Meinung die einzig mögliche sei. Der Reichskanzler habe sich das Qkrtrauen der Welt erworben. Ein anderes deutsches Akivum fei die Kaufkraft von 60 Millionen Menschen. Aus der Passivseite ständen her Mangel an Einheit de- politischen Willens und eine wirtschaftliche Auslandschuld von 26 Milliarden.
6» besteh« keine Hoffnung, daß Deutschland nach Ablauf de« Stillhalteabkommen« im Februar die fälligen Beträge zahlen könne. Deutschland mäste daher der Dell einen ehrlichen, sauberen Tilgung,plan oorlegen mit einer Jahre»- leist»»- viel mehr über eine Milliarde
Mark unter der voransfehung. daß man un« gestatte, diesen Betrag durch A u«fohr- überschüsse abzudecken. Der Kampf geh« darum, ob die Gläubiger reich genug seien, einem solchen Ausweg zuzustimmen. Vie Rrich«- regierung hoffe, mit weitergehenden Einsparungen den haushalt 1931 32 durchhatten zu können. Da« wichtigste Erfordernis für die Reichsregierung fei der Abbau de« Mißvergnügen« i m Volke Ireviranu« machte dann die interessante Mitteilung, daß die Verhandlungen mit dem Präsidenten Hoover mit großem Vachdruck bereit« seit Dezember v. I. geführt worden seien, ohne daß selbst die engsten Mitarbeiter Hoover» davon erfahren hätten. Erschwert worden seien die Verhandlungen durch den Tod de« Millelsmanne« zu Anfang diese« Jahre«.
Schließlich wandte sich der Reichsminister da- 1 gegen, daß viel Kritik aft der Arbeit der Reichs- 1 regierung geübt, aber kein Weg gewiesen | werde, wie es besser zu machen sei. Sr wie- 1 ebenfalls jene Parole zurück, die Deutschland i n | z w e i L ager spalten wolle, von denen eines vcrnichtet werden müßte, da- andere aber allein ' herrschen solle. Man benötige Iahre. bis Deutsch« land sich so aus der Krise herauSfinden werd«, daß man überhaupt wieder von den Vorschätzun- gen bet Haushalt-aufstellungen reden könne Rot- wendtg set zunächst, eine solide Grundlage fünf- S Alt flnöcn‘ D" Reichsminister
nut ben OBorlcn: ..Ich glaube an den , n »es. persönlichen Einsätze« über alle Kollektiven. Deshalb glaube ich auch daß wtr recht handeln, wenn wir dem Reichskanzler Vertrauen schenken."
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Aus aller Wett.
Ein tragischer Unglücksfall.
Als nach einem Holztermin die beiden Forft- lsshrlinge der Försterei Wellerode bei Kassel, der IZiäbrtge Kapo! und der 18jährige Rudolph, sich auf einen Forstschutzgang begeben hatten und um die Mittagsstunde auf dem Warten berg in der Söhre eine Lagerrast machten, hatte Kapol die Kleinkaliberbüchse des Rudolph in die Hand genommen unb dabei wahr- ■ scheinlich den leicht beweglichen Sicherung-- Hebel zur Seite geschoben, ohne dies zu \ bemerken. Als beim Äusbruch Kapcl sich zuerst ; erhoben hatte und Rudolph ihm folgen wollte, wobei er sich auf das nunmehr entsicherte Gewehr stützte, muh er an den Abzugshebel i gekommen sein, denn plötzlich krachte ein | Schuh, der Kapol in den Kops traf. Kapol brach , sofort tot zusammen. Die bischerigen Ermitt- ; lungen haben einwandfrei ergeben, dah es sich bei dem Vorkommnis um einen tragischen Unfall \ handelt, an dem Rudolph feine Schuld beizu- 1 messen ist.
(Befängni« für einen Arzt.
Der Krefelder praftische Ar.K Dr. Selo wurde : nach langer Verhandlung, in der gegen 100 Zeugen und eine Reihe von Sachverständigen auftraten, zu neun Monaten Gefängnis wegen gewerbsmäßiger Abtreibung in sechs Fällen Der- i urteilt DaS Gericht billigte dem Angeklagten mit- I bembe Umftänbe zu, ba er bisher völlig straffrei gewesen unb, wie bie Derhanblung ergeben bube, , als sehr gewissenhafter Arzt bekannt sei. Auf der anderen Seite beanstandet da- Gericht bie Höbe i ber von Dr. Selo berechneten Honorare, die , zu der wirtschaftlichen Lage der betreffenden , Patienten in feinem Verhältnis gestanden hätten, wo blieben die hilf-gelder für ba« Oppauer Unglück?
3m Bayerischen Landtag behaupteten die Rationalsozialisten, daß bei der Hilfsaktion H für daS im Iahre 1923 erfolgte große Erplosi - U onSunglück in Oppau in der Pfalz Gelder, W die zur Abwendung ber Folgen des Unglück- bestimmt waren , für Kurgebrauch, Pelzmantel- I beschaffung unb für alle möglichen höchstpersön- I lieben Angelegenheiten von Staatsbeamten, die <■ Mitglieder deS Hilf-au-schusses ge- 1 wesen seien, und dasür ganz erhebliche E n t - 1 schädigungen neben ihrem Gehalt erhalten ? betten, verwendet worden seien. Der damalige | Leiter dieser Hilfsaktion, der jetzige Innenminister Dr. S t ü h e l sei schwer belastet. Ministerpräsident * Held erklärte, daß die Regierung alle- daran- j leben werde, diese Angelegenheit restlos ouhu*J| klären. Die Summen, die damals in össentlichenW Sammlungen aufgekommen seien, hätten bei' weitem die Schadensumme überschritten.^ Don dem Rest der Gelder seieinFondS ge- I bildet worden, der für ähnliche Zwecke zur Verfügung stehe. Rach einer fernmündlich eingeholten Aeußerung des Ministers Stütze! war der H-lss- ausschuß für Oppau nickt eine Staatsbehörde, sondern ein reines Selbstverwaltung-or- I g a n. Die Badische Anilin- und Sodasabrik habe von ihrem Recht der Ueberwachung sehr streng Gebrauch gemacht. Minister Stützet bestreitet entschieden, dah Durchstechereien vorgekommen seien, wenn eS auch Meinungsverschiedenheiten über bie Verwendung der Gelder im Einzelnen gegeben habe.
Flucht von der leufdilnftL
Völlig erschöpft, au-gehungert. die Haut von der Tropensonne zerfressen und mit eitrigen Blasen bedeckt strandeten an der Rordküst« der Insel Trinidad in einem kleinen Doot neun Sträflinge, die au- der französischen Strafkolonie auf der Teuselsinsel entflohen sind, j Sie legten rund 600 Meilen über ein von Haifischen wimmelndes Meer mit verzweifelter Kraft- ■ anftrengung zurück, ständig den Tod vor Augen, aber voll Hoffnung, wieder in menschenwürdiges Land zu kommen. Bei ihrer Strandung wurden sie verhaftet. Unter Tränen baten sie. liebet erschossen als nochmal- ins Gefängnis geworfen zu werden.
Der Reich«oerkehr«minister bei den Reichrbahn- beamlcn.
2luf der Hauptversammlung des Zentral- GewerkschaftS - Bundes Deutscher Reichsbahnbeamten und -antoärtet e D erschien der Reichsverkehrsminister Trevi r a n u s und nahm nach dem Vortrage des Professors Dr.-Ing. Blum über daS Thema ..Reichsbahn und Wirtschaft" folgendermaßen das Wort Wir stehen vor einer Rervenprobe von Monaten, über deren Schwere wir uns heute keine völlige Rechenschaft ablegen können. Ich habe vor einem Monat im Auftrage des Reichs-


