Sang geweiht. Schulen, die den Bestand an ehr- und Lernmitteln unter das nach pädagogischen Grundsätzen erforderliche Maß sinken lassen müssen, können ihre volksbildnerische Aufgabe nicht mehr erfüllen. Der Buchhandel, dem die Mittel aus öffentlichen Lieferungen entzogen werden, erleidet Ausfälle, die zur Einschränkung in der Produktion und in der Lagerhaltung zwingen und die in Anbetracht des ohnehin stark zusammengeschrumpften Absatzvolu- mens die Existenz vieler Firmen im Verlag und Sortiment gefährden. Zunahme der Erwerbslosen und das Brotloswerden vieler selbständiger Existenzen sind die unabwendbare Folge. Was der Fiskus durch die Streichung bei den Sachausgaben zu ersparen meint, wird zum wesentlichen Teil den öffentlichen Kassen durch erhöhte Anforderung der Erwerbslosenunterstützung wieder entzogen.
Darüber hinaus muß aber die Versagung ösfent- licher Mittel für Bildungszwecke zur Verkümmerung in der Pflege der Kulturauf- gaben fuhren. Sie nimmt der Jugend wesentliche Grundlagen der Ausbildung, den Erwachsenen die Möglichkeit der Weiterbildung, der Wissenschaft die Grundlagen der Forschung und dem deutschen Volk und seiner Gesamtheit das Ansehen und die Bedeutung, welche es bisher auf allen kulturellen Ge- bieten besessen hat. Bevor bei den schwebenden Etatverhandlungen Endgültiges beschlossen wird, bittet die Versammlung daher aufs dringendste, Vertretungen der von den Maßnahmen betroffenen Stellen, insbesondere auch die Vertretung des Buchhandels zu hören und mit ihnen gemeinschaftlich zu prüfen, wie trotz aller Not und Bedrängnis dauernder Schaden in der Pflege und Erhaltung des Kulturbesitzes vermieden werden kann.
Der Streit um die Mandschurei.
Straßenbild aus Mulden, das von den Japanern besetzt worden ist.
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Japan zieht seine Truppen zurück. Kein Bormarsch nee en Lharbin
London, 24. Sept. (1DI23. Funkspruch.) Der „Times"-Korrespondent in Tokio meldet: Außer bei Mukden, Tschangtjchun und Lirin sind alle japanischen Truppen in der Mandschurei in die Lisenbahnzone zurückgezogen worden. Der Bericht, der von einem Vormarsch gegen Lharbin spricht, ist unbegründet. Dafür ist aber die Räumung dieser Stadt durch die japanischen Frauen und Kinder angeordnet worden. Die Japaner sollen den chinesischen Oberst K u a n , der beschuldigt ist, f ü r die Ermordung des japanischen Hauptmanns verantwortlich zu sein und der sich in chinesischer hast befunden hat. in ihreGewalt gebracht haben. Die Japaner bestehen darauf, daß 1 die Vorgänge in der Mandschurei nicht als Krieg, sondern als „Zwischenfall" angesehen werden ' müssen, der sich aus der Rotwendigkeit ergeben habe. Rechte und Interessen zu schützen, die China häufig verletzt habe. Demgemäß wird.angedeutet, die Regierung werde es nicht zulassen, daß man von feiten des Völkerbundes oder von anderer Seite sich auf den Antikriegspakt beruft. Die Angelegenheit fei vielmehr ausschließlich zwischen China und Japan zu regeln.
Die Aktion des Völkerbunds.
Genf. 23. Sept. (WTD.) Der Präsident des Dölkerbundsrats L e r r o u x hat getrennt mit den Vertretern Japans und Chinas über die Beilegung des Konflikts zwischen den beiden Andern verhandelt im Sinne des Auftrags, den ihm gestern der Völkerbund erteilt hat- Nachdem der Appell des Völkerbundsrats an die Negierungen von Nanking und Tokio erfolgt ist, erstrecken sich die weiteren Bemühungen des Rats- Präsidenten' jetzt darauf, die Zustimmung der beiden beteiligten Parteien zu praktischen vorläufigen Maßnahmen zu erhalten, die der Rat zur Beilegung des Konfliktes ergreifen könnte und die sich vor allem auf einen Still st and der militärischen Aktionen zu beziehen hätten. Diese Bemühungen wurden in einer Zusammenkunft der Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Großbritanniens fortgesetzt, die der Ratspräsident zu seinen Verhandlungen hinzugezogen hat. Die Besprechungen waren gegen 9 Tlhr beendet. Ein greifbares Ergebnis wurde auch heute abend nicht erzielt. Die Sitzung war größtenteils ausgefüllt mit Erklärungen und Gegenerklärungen der Parteien, aus denen der Rat ein Bild der tatsächlichen Lage und der im Augenblick möglichen praktischen Maßnahmen zu gewinnen suchte. Von chinesischer Seite wird nach wie vor die sofortige glatte Zurückziehung der japanischen Truppen verlangt, die bei dec Gegenseite auf erhebliche Bedenken und Schwierigkeiten stößt- Dagegen hat sich der japanische Vertreter nach langem Drängen der übrigen Ratsmitglieder bereit erklärt, seiner Regierung telegraphisch die Zustimmung zur Entsendung einer Kommission neutraler Beobachter in die Mandschurei vorzuschlagen.
Auch Amerika fordert Zurückziehung der Truppen.
Washington, 23. Sept. (WTB.) Staatssekretär S t i m s o n teilte mit, daß die amerikanische Regierung der Entschließung des Dölker- bundrates über den mandschurischen Konflikt vollinhaltlich zu stimme und Noten gleichen Inhaltes an die Regierungen von Japan und China senden werde. Er werde weiterhin auf baldigste Zurückziehung der Truppen drängen. — „Daily News" erklärt: Wenn Japan trotz des »^elloggpaktes in chinesisches Gebiet einmarschiere.
so beweise dies, daß trotz des Antikriegspaktes die wehrlosen Nationen den anderen auf Gedeih und Berderb ausgeliefert sind. Die Gegner dieser These halten gerade angesichts des mandschurischen Zwischenfalls eine sofortige drastische Einschränkung aller Rüstungen für unerläßlich.
Wie Japan die Ereignisse darstelli.
Schutz der füdmand churifchen Bahn gegen chineftsche Truppen.
Genf, 23. Sept. (TU.) Der japanische Botschafter Voshisawa hat am Mittwochabend dem Dölkerbundsrat eine Note übermittelt, in der der Hergang der Ereignisse vom 18. bis 22. September geschildert wird. In der Note heißt es. daß in der Nacht vom 18. auf den 19. September um 19.30 Uhr 350 Mann ch4 nesischer Trup- p e n im Norden von Mulden die südmandschurische Eisenbahnlinie gesprengt haben. Hierbei sei es zu einem scharfen Zusammenstoß mit japanischen Truppen gekommen, die sich gezwungen sahen, das Feuer zu eröffnen. Im Hinblick auf die Tragweite eines solchen Zwischenfalles habe der japanische Kommandant in Mulden in der gleichen Nacht die chinesischen Kasernen besehen und die chinesischen Truppen entwaffnen lassen. Nach diesem Zwischenfall seien unverzüglich die japanischen Truppen um Mukden herum konzentriert worden. Ferner habe die japanische Regierung notwendige militärische Maßnahmen zum Schuhe der Eisenbahn ergriffen. In Tschangtschun seien 60 Japaner getötet und etwa 100 von den Chinesen verwundet worden. Die japanischen Truppen hätten bisher die völlige Sicherheit der in der japanischen Kontrollzone lebenden Ausländer gewähren können. Da jedoch die allgemeine Lage, insbesondere durch die Haltung undisziplinierter chinesischer Banden und der Haltung der Bevölkerung beunruhigend wurde, sei das 39. japanische Armeekorps am 21. September von Korea nach der Mandschurei gesandt worden.
China begrüßt das Eingreifen des Dö kerbundes.
Nanking. 23. Sept. (Reuter.) Die Nachricht über das Vorgehen des Volkcrbundsrates ist hier mit großer Freude ausgenommen worden und hat die Atmosphäre gereinigt. Eine Massenversammlung. an der 100 000 Menschen teilnahmen, nahm eine Entschließung an, in der die Regierung aufgefordert wird, eine sofortige allgemeine Mobilisation anzuordnen. Zahl eiche Japaner haben Nanking verlassen und sind nach Schanghai ausgewandert, wo die ganze japanische Kolonie von Hangtschau gestern eingetroffen ist. Man befürchtet antijapanische Kundgebungen und Zwischenfälle, wenn nicht in kurzer Zeit Maßnahmen zur Beilegung des Konfliktes m der Mandschurei ergriffen werden.
Kommunistische Kundgebung in Amsterdam.
Amsterdam, 23. Sept. (ERD.) Als heute nachmittag die Königin in Begleitung des Prinzgemahls und der Thronfolgerin zum Besuche in Amsterdam eintraf, ereignete sich auf dem Platz vor dem königlichen Schloß ein Zwischenfall. Unter der zahlreichen Menge, die überall die Straßen und die Nachbarschaft des Schlosses umsäumte, befanden sich auch mehrere hundert Kommuni st en, darunter Mitglieder des kürzlich gebildeten Rotfrontkämpferbundes. Die Kommunisten brachen beim Herannahen der königlichen Kutsche in Rotfrontrufe aus, und stimmten später, als die Königin unter den Klängen der Nationalhymne von den Zuschauern begrüßt, auf dem Balkon des Schlosses erschien, die Internationale an. Die Volksmenge wies jedoch den kommunistischen Stö
rungsversuch zuruck, indem sie oucch oegeiitertea* Millingen der Nationalhymne die Internationale übertönte. Die Polizei brauchte nicht einzuschrei- tert Bemerkenswert ist, daß in der gestrigen Ausgabe des kommunistischen Organs „De Tribüne'' zu der Kundgebung aufgefordert worden war.
Kleine politische Nachrichten.
Im Hessischen Landtag beantragt der nationalsozialistische Abgeordnete Dr. Werner die Aufhebung des gegen die NSDAP, gerichteten Llniformverbots. Im Falle dieser Antrag vom Landtag abgelehnt wird, soll beantragt werden der Erlaß eines allgemeinen Verbots der politischen und Partei- uniformen, insbesondere der des Reichsbanners Schwirz°Rot°Gold.
Reichsernährungsminister Schiele wird am Samstag in Darmstadt sein und die Maßnahmen zur Beseitigung der außerordentlichen Ernteschäden in Hessen mit der Regierung besprechen.
Beim bayerischen Justizministerium soll wenig Neigung für das Projekt vorhanden sein, Sondergerichte zur schnellen und strengen Aburteilung von Terrorakten, geschäftlicher Mißwirtschaft und verschiedenen anderen Delikten zu schaffen. Im preußischen Justizministerium soll ebensowenig Begeisterung für die Schaffung von Sondergerichten herrschen. Vermutlich würden auch die meisten übrigen deutschen Länder auf dem gleichen Standpunkt stehen.
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Der Herr Reichspräsident hat dem Reichsgerichtspräsidenten i. R. Professor D. Dr- Walter Simons anläßlich seines 70. Geburtstages den Adlerschild des Reiches übermittelt und diese Auszeichnung mit einem Glückwunschschreiben begleitet, in dem es u. a. heißt: In langjähriger, rastloser Tätigkeit haben Sie als Präsident des Reichsgerichtes ihre große Schaffenskraft dem Wohle des Vaterlandes gewidmet. Nach dem Tode meines Amtsvorgängers haben Sie, getragen vom Vertrauen des vom Volke gewählten Reichstages, das höchste Amt des DeutschenReiches, das des Reichspräsidenten. bis zu meinem Amtsantritt verwaltet. In hervorragendem Maße haben Sie sich der wissenschaftlichen Pflege der internationalen Rechtsbeziehungen gewidmet. Vom christlichen Verantwortlichkeitsgefühl durchdrungen, haben Sie zur Ueberwindung der sozialen Not dem sozialen Schuhgedanken und der versöhnenden Arbeit der Kirche das Wort gesprochen.
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In Verfolg der unter Vorsitz von Minister Schiele geführten Verhandlungen boten die Vertreter des Germania-Zentralverbandes deutscher Däckerinnungen. des Verbandes deutscher Drot- fabrikanten und der Konsumgenossenschaft für Berlin und Umgebung für Erwerbslose und sonstige Unterstützungsempfänger eine Verbilligung des Bro tes um 4 Pfennig für ein normales 2'/2-Pfundbrot an.
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Die polizeiliche Untersuchung der Angaben der Julia Habli. die behauptete, bei dem Tor- bagher Attentat zugegen gewesen zu fein, und die einen ihrer Bekannten der Verübung des Attentates beschuldigte, wurde beendet. Alle ihre Behauptungen sollen sich als Erfindungen erwiesen haben.
Aus oder Welt
verbandstag der Postbeamten.
Der Reichsverband Deutscher Post- und Telegraphenbeamten, der rund 150 000 deutsche Postbeamte umfaßt, begann in Berlin seinen Verbandstag. Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Flügel, kritisierte scharf die überstürzte Rationalisierung und die starre Preispolitik der Wirtschast. Wenn der Deamtenbund nicht alles Unrecht an den Beamten verhindern konnte, so sei das darauf zurückzuführen, daß das Parlament sich selbst ausgeschaltet habe. In seinem Tätigkeitsbericht trat der Vorsitzende des Verbandes, Kugler, für eine Verbesserung der Anstellungs- und Deförderungsverhältnisse ein: er wandte sich gegen die Zurückdrängung des Berufsbeamtentums in der Postverwaltung und forderte die 48-Stunden-Woche. In der Aussprache wurden besonders stark die Wünsche der unteren und mittleren Besoldungsgruppen vorgetragen. Auch wurde die Anrufung des Staatsgerichtshofes wegen der Verletzung wohlerworbener Rechte der Beamten verlangt. Darauf erwiderte der Bundesvorsihende Flügel, der Deutsche Beamtenbund werde durch Prozesse feststellen lassen, was eigentlich wohlerworbene Rechte seien.
Entlassungen auch bei der Deutschen Reichspost.
Im Betriebe der Deutschen Reichspost zwingt die Abnahme des Verkehrs auch zu einer fewissen Verminderung der Arbeitskräfte. Um wsthelfer und -Helferinnen, die oft Ernährer ganzer Familien sind, möglichst lange zu halten, ist die Deutsche Reichspost dazu übergegangen, solchen verheiratetenBeamtinnen, die auf Kündigung angestellt waren, zu kündigen, wenn sie durch ihre Verheiratung versorgt sind. Dabei wird selbstverständlich von der Entlassung nur Gebrauch gemacht, wenn die Existenz des Ehemanns eine ausreichende Einnahme bietet.
Dreifacher Raubmord in Dortmund.
In Dortmund wurden der 59jährige Kaufmann Eduard Moser, seine Frau und feine Schwiegermutter, die Witwe Opwis, in ihrer Wohnung mit grauenhaften Verletzungen tot aufge - funden. Die Leichen sowie zahlreiche Gegenstände in der vollkommen durchwühlten Wohnung und der Fußboden selbst waren mit Pfeffer be st reut, ein Umstand, der ziemlich rätselhaft ist. Frau Opwis hat nicht in der Wohnung geweilt, während ihre Tochter und deren Mann niedergemacht wurden. Sie soll gegen 19 Uhr nach Hause gekommen sein, aber aus mehrfaches Klingeln keinen Einlaß erhalten haben. Erst als sie mit einem Schlüssel an die Scheibe der Flurtür geklopft habe, habe sie Einlaß erhalten. Im gleichen Augenblick muß sie von demTäter ergriffen und getötet worden fein. Die dem Ehemann Moser um den Hals gelegte Radioschnur soll anscheinend einen Selbstmord vortäuschen. Die Leiche der 73jährigen Frau Opwis lag noch so, wie die alte Dame am Montagabend von einem Spaziergang zurückgekehrt war, im Mantel und mit Handschuhen, in der Küche. Die Wohnung ist völlig durchwühlt worden. Der oder die Verbrecher haben sämtliche Behältnisse geöffnet,
O wolkenlos O nriter <> naih Bedeckt. ® wolkig, e Bedeckt enegc^
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Wettervoraussage.
Während im östlichen Deutschland durch die Ver- tiefung der Polenstörung heute morgen wieder Niederschläge auftraten, hat sich bei uns mehr der Einfluß des hohen Drucks durchgesetzt. Die Bewölkung ging weiter zurück, und infolge der Ausstrahlung lagen die Temperaturen in der letzten Nacht schon etwas unter dem Gefrierpunkt. Abgesehen von vorübergehender Wolkenbildung, die an der Rückseite des östlichen Tiefs noch hervorgerusen werden kann, wird unser Wetter durch den Hochdruck bestimmt, der sich jetzt mehr nach dem Festland auszubreilen scheint. Die Tempcraturgegen- sähe verschärfen sich dabei, und bei klarer Nacht tritt leichter Frost ein.
Vorhersage für Freitag: Teils heiter, teils wolkig, stellenweise Frühnebel, leichter Nachtfrost, meist trocken.
Vorhersage für Samstag: Fortdauer der Hochdruckwetterlage.
Lufttemperaturen am 23. September: mittags 8,9 Grad Celsius, abends 4,3 Grad , am 24. September: morgens 2,5 Grad. Maximum 8,9 Grad, Minimum — 0,4 Grad. — Erdtemveraturen in 10 cm Tiefe am 23. September: abends 11 Grad; am 24 September: morgens 7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 3% Stunden.
Schmucktassellen und Fuikerale erbrochen und wahrscheinlich beraubt. In der Küche lag eine geleerte Geldbörse. Dem Kaufmann ist die goldene Uhr abgerissen worden. Die Messerstiche rühren zweifellos von einem langen Fleischermesser her, das vorgefunden wurde. Im Korridor war das Diebesgutauf gestapelt, und zwar mehrere Kisten mit silbernen Bestecken, ein Radioapparat und wertvolle Kleidungsstücke. Zwei Sparkassenbücher über 5500 Mark wurden in einem Versteck gefunden. Der Regierungspräsident hat auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
Dinlereinbruch in Südbayern.
In ganz Südbayern ist ein Wintereinbruch erfolgt, wie er in diesem Ausmaß im September seit vielen Jahren nicht mehr erlebt wurde. Im bayerischen Allgäu schneit es seit über 24 Stunden fast ununterbrochen. Selbst im Flachland fällt der Schnee in dicken Flocken. Füssen hatte eine Schneehöhe von 5 bis 6 Zentimeter. In den Bergen liegt der Schnee b i 8 z u einem Meter hoch. Starke Schneeverwehungen führten zu schweren Verkehrsstörungen. Auf der Arlberg st raße mußte ein Auto aus dem Schnee geschaufelt werden. Das Wild lief scharenweise zu Tal. Der Schaden für die Landwirtschaft ist groß. Das Blechs das noch auf der Weide ist, findet nichts mehr zu fressen. Heber Oberstdorf und Umgebung ging ein Gewitter nieder, das von heftigen Hagelböen begleitet war. Auch München hat feinen ersten Schnee gehabt. Das winterliche Bild in der Stadt war jedoch nicht von Bestand. Unwetter und Temperaturrückgang haben in den Obst- und Blumengärten Schäden angerichtet. Die Lawinengefahr in den Bergen ist wieder groß; die in Bahrifch-Zell eingetroffenen Skiläufer werden gewarnt, jetzt in die Berge zu gehen. Daß bereits im Monat September derartiger Schneefall einfeht, ist seit 107 Jahren erst zweimal in München vorgekommen.
Reiche Ausbeute zweier deutscher Grönlandsocscher.
Die Leitung der Grönlandkolonie in Kopenhagen hat die Nachricht erhalten, daß mit dem Grönland» eirS)ans Egede" in den nächsten Tagen die beiden chen Grönlandforscher Dr. Georgi und Dr. Sorge in Kopenhagen eintreffen werden nachdem sie 4 0 0 Tage auf dem Grönlandeis zugebracht haben. Beide Forscher waren die ersten Menschen, die überhaupt aus dem Inlandeis überwintert haben. Dr. Georgi hat vier Monate lang Messungen vorgenommen. Dabei hat er in einem längeren Zeitabschnitt 65GradKältere. giftriert, was einen Weltrekord darstellt. Ferner hat er d i e st ä r k st e E i s d i ck e gemessen. Beide Forscher bringen ein selten reiches wissenschaftliches Material mit. Die Ueberrointerung war die schwierigste, die überhaupt jemals in der Geschichte der Polarforschung vorgekommen ist. Oft waren sie dem Erfrieren nahe. Die eisige Kälte drang durch die porösen Wände der Eishöhle, die ihnen als Wohnung Diente. Mangels Petroleums konnten die mitaebrach- ten Oefen nicht geheizt werden. Die beiden Forscher befinden sich bei guter Gesundheit, der Aufenthalt auf dem Eise scheint für fie keine nachteiligen Folgen gehabt zu Haven.
Heuer Schnellverkehrswagen in Frankreich.
Ein Autotriebwagen auf Gummi- rädern, den die französische Eisenbahnverwaltung auf der etwa 225 Kilometer langen Strecke Deauville — Paris versuchte, legte diese Strecke in zwei Stunden und fünf Minuten zurück. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 107 Kilometer, mitunter 120 Kilometer, während die schnellsten Züge auf dieser Strecke nur rund 85 Kilometer erreichen.
Die Wetterlage.
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