Ausgabe 
24.9.1931
 
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Ur. 225 Erster Matt

181 Jahrgang

Donnerstag, 24. September 1951

Erich« ,n> löglich.auhei Sonntags unb Feiertags.

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; sür Feuilleton Dr fj. Ibpriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und sür den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen.

Frankreich will die Lage nicht begreifen.

Der französische Kinanzmimster Flandin im Genfer Wirlschastsausschuß. Kein Zusammen­hang zwischen Krisis und Reparationslast. Das politische Moratorium als Voraussetzung einer französischen Finanzhilfe.

Bens, 23. Sept. (WTB ) Der französische Finanzminister F l a n d i n hielt im Wirtschaft»- ausfchusz der DölkerbundSveIammlung eine Rede. Als Ursache der Krise bezeichnete Zlandin die Inflation der Budget», die Lleberprvduktion und den übermäßigen Verbrauch und die Kredit­inflation. RicmalS halten die Regierungen und die Völler sich theoretisch mehr für eine gröbere Solidarität ausgesprochen, niemals hatten sie auch nationalistischer gedacht und gehandelt. Iebes suche in der gegenwärtigen Krise eine Lösung, die seinen egoistischen Interessen am aeeignetsten sei. Wenn man von Sicherheit spreche, meine man die eigene Sicherheit, wenn man von Abrüstung rede, so dente man an d i e Abrüstung der anderen. Man sor- dere die Beseitigung der internationalen Schul­den als wesentliche Ursache der Finanz- und Wirtschaslslrise, und man habe dabei besonders die politischen Schulden im Auge- Meh­rere derjenigen Länder, deren Geldwesen ins Schwanken geraten sei, seien durch die inter­nationale Zmanzregelung überhaupt nicht belastet. Aber auch Deutschland hat wäh­rend mehrerer Iahre sich einer unbestreitbaren Sicherheit se.nes Geldwesens erfreut und sc.bst in der Zeit, als seine äußeren Schulden es viel mehr belasteten als heute.

Die Untersuchungen der Basler Sachverständigen haben gezeigt, datz die jüngste Krise in Deutsch­land ihren Ursprung in der Zurückziehung der kurzfristigen Kredite habe. Das Iransferproblem wäre niemals akut geworden, wenn die Gläubigerländer blr#ft ober indirekt eingewlUigt hätten, die Zahlungen des Schuld­ners durch die Handels- oder Zahlungsbilanz auszugleichen. Wir hoben jo nicht nur als Be­zahlung unserer Forderungen an Deutschland weigehend Sachlieferungen angenommen, sondern ich darf auch seststellcn, datz unsere handelsb lanz in den letzten Jahren mit Deutsch­land die Reparationszahlungen ausgeglichen hat.

Bevor man nach neuen Krediten ru c,_ erklärte Fland n. f l e nun bafür so gen. daß b i t b c ft e - benben Kredite ausrechterhalte!' wer­ben Die Verlängerung bet turziristigen Kredite mühte begleitet sein von energischen inner­wirtschaftlichen Anstrengungen. Das sei bie notwenbige Voraussetzung für jebe Konsoli- bicrung des Geldwesens, das könne vielsach schon genügen, damit das Vertrauen wiedertehrt unb bas abgewanderte Kapital wieder zurüclslutet. Es sei aber zugegeben, dah das volle Vertrauen nur durch eine internationale Finanz- Hilfsaktion w ederhergestellt werden könne. Eine internationale Kreditak ion kann natürlich nur wirksam sein in einer Atmosphäre fortschrei­tender 'Beruhigung und auf Grund von cm* st e n Garantien, derart, dah das Land, dem die Aktion zugutekommt, sie nicht benutzt, um seiner eigenen sinanziellen Anstrengungen im Innern lebig zu werden.

Die progressive Wiederherstellung des freien Warenaustausches und des freien Kapitalver­kehrs ist nur durch gemeinsame A n - strengungen und durch internationales Den­ken möglich. E» ist die Pflicht der reichen Län­der, denjenigen Ländern zu Hilfe zu kommen, die Kapital benötigen. Das wiedererwachende vertrauen wird aber nur langsam die Barrieren beseitigen, die sich absper­rend vor die Kredite gestellt hoben.

Wenn man von uns verlangt, dah wir in einem internationalen Rahmen grobe Finanzoperationen organisieren unb sogar garantieren sollen, wozu wir bereit sind, so muh man alle Schleusen be- Frie dens öffnen. Wir wollen in Frieden leben. Wir sind bereit, gemeinsam den Weg zu gehen, auf dem wir schon so viele Opfer gebracht haben und der einem relativen Wohlstand ent­gegenführt. Wir wollen uns aber nicht der milbi­gen Hoffnung hingeben, däh die gegenwärtige Ge­neration, die die Lasten des Krieges und die Irr­tümer der Rachkriegszeit zu tragen hat, den vollen Wohlstand und ein leichtes Leben kennen lernen wird.

Ein« scharf« Entgegnung.

(K-tgland stcttl die wahren Ursachen der Krisis fest

3m schroffen Gegensatz zum sranzösischen Fi­nanzminister betonte der Vertreter der englischen Regierung, Sir Arthur Salier, dah die heutige Krise im wesentlichen auf dem fehlenden Gleichgewicht der Zahlungen zwi­schen Gläubiger - unb Echulbnerlän- b e r n beruhe und dah die Reparationszahlungen ohne produktive Gegenleistungen er­folgten. Der Preissturz habe die Reparations­lasten noch weiter erhöht. Bei der Regelung der Reparationen hätte der Grundsatz des Preis­niveaus mit berücksichtigt werden müssen. Die Politik der kurzfristigen Anleihen sei außerordentlich gefährlich, da diese Kredite stets dann zurückgezogen würden, wenn man Ile am meisten benötige. Das Gold habe,

statt in normaler Weise regulierend zu wirken, in der hetzten Zeit durch die außerordent­liche Anhäusung an einzelnen Stel­len gegensätzliche Wirkungen ausgeübt. Salter forderte sodann mit großem Rachdruck vorläufige Hilfsmaßnahmen zur Uebertoinbung ber Änfe burch Herabsetzung ber Repa­rationen unb bet internationalen Zahlungen unb durch sofortige Prüfung der Lage, die nach Ablauf des Hoovermoratoriums eintreten würde Sir Arthur Salter wies weiter darauf hin, dah gegenwärtig b a B System bet Golbwährung nicht mehr funk­tioniere. Lediglich ein Fünftel ber Golbvor- räte ber ganzen Welt sei im Besitz ber Schulbner- länber, während Vierfünftel sich in den Händen der Gläubigerländer befänden. Eit Salter hob dann folgende sechs bemerkenswerte Punkte zur Uebertoinbung ber Finanzkrise hervor:

1. Die Aufrechterhaltung der bisherigen Schuldcn- regelung mäste zu einem Sinken der Le­benshaltung und damit zu einer weite­ren Senkung der Preise fuhren. Selbst eine sofortige Senkung der Zollschranken würde sich nicht in einer sofortigen Ueberwindung der Krise auswirken können.

2. Satter empfahl, die Rotenausgabe der Staaten bis zu der gesetzlich zulässigen Grenze zu st e i g e r n . Line derartige Maßnahme könne

Genf, 23. Sept. (TU.) Die große Rede des französischen Finanzminister- Zlandin im Wirt­schaftsausschuß des Dölkerbundsrates hat in deutschen Kreisen einen ungünstigen Ein­druck hervorgeruien. Man ero'.ickt in bet Rede einen wenig glücklichen Auftakt für ben bevor- stehenben Besuch der französischen Minister in Berlin. Insbesondere wird der schroffe unb hoch­mütige Ton in bet Rede des französischen Finanz­ministers hervorgehoben und daraus hingewiesen, daß Flandin im Gegensatz zu der öffentlichen Mei­nung ber ganzen Welt jeden Zusammen­hang zwischen detKriseund demRe- parationsproblem ausdrücklich ad­le h n t und in umschriebener Form die deutsche Regierung allein für die gegenwärtige Rotlage Deutschlands verantwortlich gemacht hat. Allge­mein ist besonders ausgefallen, daß Flandin von neuem, wenn auch in versteckter Form, politische Sicherheitsbedingungen als Voraussetzung einer Beteiligung Frankreichs an ber Ueberwindung ber Krise vorgebracht hat.

Auch bie Berliner Blätter bringen all­gemein ihre Enttäuschung über bie Rebe Flan- dins zum Ausbruck. DieGermania" (Ztr.) stellt bie Frage, ob Flanbin vergessen habe, daß Länder wie Deutschland weitgehend gezwungen gewesen seien, vermittels vereinfachter Produk­tionsbedingungen den Export zur forcieren unb durch das Hineinpumpen ausländischer Anleihen den Wirlschaftskörper einigermaßen lebensfähig zu erhalten. Man hätte erwarten dürfen, bah ber soeben aus Paris nach Genf zurückgekehrte französische Finanzminister aus seiner intimen Kenntnis bet englischen Finanzvorgänge an- bete Konsequenzen gezogen hätte als bie- jenigen, bie er bem Wirtschaftsausschuß bes

Hamburg, 23. Sept. (TU.) Die Reichstags- frattion ber Deutschen Volkspartei hielt hier am Mittwoch unter Vorsitz Dingelbeys eine Sonbersihung ab. Eie nahm bie Berichte ber eingesetzten Fachausschüsse über bie Frage bes öffentlichen Haushaltes, ber Gelb- und Währungspolitik, der Hauszinssteuer unb des gesamten Lohnwesens entgegen. Auf Grund eines Berichtes des Fraktionsvorsihenden über seine Verhandlungen mit dem Reichskanzler über bie erlassenen unb geplanten Maßnahmen der Reichsregierung unb über bie gesamte politische Situation fanb eine eingehende politische Aus­sprache statt. Die Fraktion verzeichnet mit großer Sorge und mit lebhaftem Unbehagen, daß bie Reichsregierung gegenüber einer mit jebem Tag gefährlicher werdenden Gesamtlage sich zu burchgreifendenEntscheidungen noch nicht hat entschließen können und daß die bisher veröffentlichten Maßnahmen einen un­verkennbar einseitigen Charakter tragen.

Dingeldey vor der preffe.

In einer Besprechung mit Pressevertretern machte Dr. Dingeldey noch folgende ergänzende Ausführungen^ Wir sind ber Auffassung, dah bie augenblickliche Gefahrenlage so ungeheuer groß ist unb sich so schnell weiter verschärft, bah wir ein s o- fortigesunb entschlossenes Handeln

eine Wendung der gegenwärtigen Krise herbei- führen.

3. Die politische Verschuldung umsaste gegenwärtig ein Fünftel der gesamten inter­nationalen Verschuldung, stelle jedoch einen wesentlichen Faktor des gesamten Zahlungsgleich, gewichts bar. (Eine Verlängerung de» bisherigen Moratorium» sei daher zu erwägen.

4. Die Krise der kurzfristigen Kredite sei zeitweilig durch die Stillhalteabkommen für Deutschland zum Stlllstand gekommen. Diese Maßnahmen muhten jedoch weiter ausge­dehnt und verlängert werden.

5. Die Vergebung neuer langfristiger Kredite sei unbedingt erforderlich. Die Vor­aussetzung hierfür sei jedoch eine Stärkung de» internationalen vertrauen». (Ein Ausbau der großen politischen Pakte durch Angleichung des. Völkerbunds­pakte» an den Kelloggpakt würde wesentlich zu einer Stärkung des vertrauen» beitragen.

6. Die private Kreditgewährung könne durch Garantien der Regierungen die bis­her fehlende Sicherung erhalten und würde da­mit wieder neu belebt werden.

Völkerbundes unterbreitete. Man habe geglaubt, dah er am Vorabend der Berliner Reise po­sitivere Ankündigungen über die Be­reitschaft Frankreichs zur Mitarbeit zu machen hätte. DerBerliner Dorsen-Eou- r i c r" (dem.) sagt, wenn der französische Fi­nanzminister es noch immer verneine, dah die Beseitigung der Krieasschulben eine Erleichterung der internationalen ^2age herbeiführen würde, so beweise er damit nur, dah ihm das Urteil der gesamten nichtsranzösischen Welt gleichgültig und er selbst nicht geneigt fei, aus ben nur zu beutlich sprechenden Tatsachen auch nur bas Geringste zu lernen. DieBörsen- z e i t u n g" (tonf.) hebt hervor, wenn ber fran­zösische Minister sage, ber Bericht ber Sachver­ständigen zeige, dah bie Krise in Deutschlanb ihre Ursache nicht in den Reparationszahlungen, sondern in ber Zurückziehung ber kurzfristigen Kredite habe, fo zeige das. dah er die Lage Deutschlands nicht verstehen wolle. DieD A Z" (Dolksp.) hebt als das Wesent­liche der Rede Flandins hervor, daß entspre­chend der bekannten französischen Politik jede Hilfe in der Finanzkrise abhängig gemacht werde von ber Sicherung bes Stieben s", b. h. dem politischen Moratorium, dem fi­nanzielle Kontrollforberungen andeutungsweise hinzugefügt worben seien. DerLokal-An- zeiget" (deutschntl.) schreibt, wenn Flandin soviel von der Wiederherstellung des allgemeinen Vertrauens spreche, so dürfe er nicht vergessen, dah dies nur dann eintreten könne, wenn man einem Lande nicht Kredite zumute, die es ein­fach nicht tragen könne und die immer wieder den ganzen Geld- und Kapitalmarkt stö­ren oder gefährden mühten.

der Reichstegierung für ein brin­gendes Erfordernis halten.

Der Eindruck herrscht vor, dah oon einem Willen ;u einer wirklichen Füh - r u n g , auf die da» ganze deutsche Volk so sehn- füchtig wartet, bis jetzt nichtdosGeringsie zu spüren ist. Seit den Ereignissen des Juli konnte man als einzigste und wesentlichste Maß­nahme der Reichsregierung die Einrichtung einer Bankenaufficht, aber von der Lösung weil wichtigerer Fragen, z. B. der Ueberwin­dung der Arbeitslofengesohr. ist bis heule nicht das Geringste zu spüren.

Vor uns steht die große Frage erstens, ob es möglich ist, durch eine völlige Resorm der Hauszins st euer eine Belebung der Wirt­schaft bis in die feinsten Kanäle durchzuführen und weiter, ob es möglich ist, den Hypo- t h e k e n m a r k t vor dem Zusammenbruch unb den Grundstücksmarkt vor einem völligen Ver­fall zu retten durch eine Auflockerung des Zwangsfystems der Wirtschaft. Die Lage hat eine gewaltige Verschärfung erfahren nach den letzten Ereignissen in England. Die Entwick­lung in England bedeutet für den englischen Ex­port eine ungeheure Unterstützung z u Ll n - g un ft en des deutschen Exports. Kommt hierzu noch eine Zollgesetzgebung gegenüber bem

fremben Export,-so würde diese Gefahr sich noch weiter steigern. Man wird, so führt Dr. Dingel- dey weiter aus. das Gefühl nicht loS. daß die Arbeit ber Reichsregierung durch d ie Wün­sche der Sozialdemokratie diktiert ist. Wenn man jetzt wieder von außerordentlichen Maßnahmen hört, die gegen Terrorakte vor­gesehen sind, aber von außerordentlichen Maß­nahmen zur Behebung der Wirtschast nichts, fo kann man fich des Eindruck- nicht erwehren, sdah der Reichskanzler diesem Gefühl erlegen ist.

Rach Ansicht Dr. Dlngeldcys handele es sich heute vor allem darum, daß der Reichskanzler noch vor dem Zufammenlrill des Reichstags seine ganzen kräste sür die Bildung einer Regierung nach englischem Muster einsehe. Ls handle sich um die Er­richtung einer Rotgemeinschast zur Be­wältigung der schwierigen Arbeiten, vor die der Winter uns stellen werde. Daß er, Dingeldey. sich seinerzeit mit Hitler besprochen habe, sei nur eine Selbstverständlichkeit gewesen. Diese versuche müßten sortgeseht werden mit dem Ziel, nach allen Richtungen hin eine absolute Klärung zu schassen. Im Augenblick könne er nur sagen, dah der Grundton der gegenwärtigen Einstellung der Fraktion zum Kabinett Brüning äuherste Skepsis sei.

In ber Frage bes Verbleiben- bes Reich-auhen- ministers Dr. L u r t i u - im Amt sei bie Relchs- tagsfrakiion weder Dr. EurtiuZ, noch dem Reichs­kanzler gegenüber irgendwie altiv geworden. Er lehne es ab, irgendwelche Aktionen gegenüber dem Reichskanzler in Angelegenheiten eines Fraltions- mitgliedes zu unternehmen. Persönlich habe er dem Reichsauhenminister gegenüber ganz offen feine Meinung über dessen politische Situation gesagt, aber lediglich mit dem Ziel, daß Dr. CurtiuS auf diese Aussprache die Entschlüsse basieren könne, bie er verantworten zu können glaube. Es erscheine ihm übrigens nicht gerade sehr rühmlich, den An­reger ber deutsch-österreichischen Zollunion, nach­dem sie einen anderen als den gehofften Ausgang genommen habe, zu schmähen. Er nehme an. daß der morgige Empfang des Reichsauhen- ministers beim Reichspräsidenten eine Klärung bringen werde.

Ungünstige Finanzlage der Reichsbahn.

Berlin, 23. Sept. (WTB) Am 21 und 22. September 1931 tagte der Derwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschaft in Berlin. Die Entwicklung der Einnahmen war auch in letzter Zeit ungünstig. Der Personen- und Gepäckverkehr in den ersten acht Monaten 1931 weist gegenüber den gleichen Mo­naten des Vorjahres einen Rückgang um 120 Mill. Mk. (minus 12.7 v. H), der Güterver­kehr einen Rückgang von 356 Mill. Mk. (minu- 17.6 v. H.) auf. Der gesamte Rückgang der Ein­nahmen beziffert sich bis Ende August gegenüber 1930 auf 489 Mill. Mk. gegenüber 1929 auf 955 Mill. Mk., das sind 26.9 v. H. weniger als 1929. Es ist der Verwaltung gelungen, einen wesent­lichen Teil des Einnahmerückganges durch B e - triebsersparnisse auszugleichen. Es war möglich, die Gesamtausgaben im Iahre 1931 um 20. 7 v. H. gegenüber 1929 zu senken. Beschaf­fung und Aufträge an die Industrie muhten immer weiter gedrosselt werden, so dah nach dem derzeitigen Stande für 1931 3 8 v H. weniger Bestellungen gemacht werden als im Iahre 1929. Der Derwaltungsrat geneh­migte für 1932 den Abschluß auf Lieferung von Schienen und fonstigem Material im Werte von rund 100 Will. Mk. Inwieweit wei­tere Arbeitsaufträge zusätzlicher Art von der Reichsbahn herauSgegeben werden können, hängt von dem Ergebnis der 4.5prozentigen steuerfreien Reichsbahnanleihe ab, zu deren Heraus­gabe der Derwaltungsrat seine Zustimmung gab.

Gegen eine Verkümmerung der deutschen Bildung.

Vorsicht beim Abbau der KuliurctatS.

Der MitteldeutscheBuchhändler-Der* band befaßte sich in einer Versammlung mit dem Abbau der Äulturetats und seiner Folgen. An der Versammlung haben außer den Mitgliedern des Verbandes auch die führenden Persönlichkeiten aus den Bibliothekskreisen der Städte Frankfurt am Main, Darmstadt, Wiesbaden, Mainz. Gießen und Marburg teilgenommen. Die Versammlung hat eine Entschließung angenommen, in der sie an bie preußische unb hessische Regierung so- wie an die Stadt- und Gemeindeverwal­tungen im Verbandsgcbiet das dringende Er­suchen richtet, bei der Aufstellung der Rotetats den besonderen Erfordernissen auf dem Gebiete des Bildungswesens Rechnung zu tragen. Die Strei­chungen an ben sachlichen Aufwendungen für Bil- dungszwecke, welche im Rahmen des für die öffent­lichen Haushalte aufgeftellten Sparprogramms vor­gesehen sind, machen im Vergleich zu den Gesamt­etats nur geringe Summen aus, für die davon betroffenen Bibliotheken, Büchereien, Schulen unb fonftige Institute unb für ben Buchhanbel brin­gen sie schwerste Nachteile. Bibliotheken unb Büchereien, welche bie notwendigsten Neuanschaffun­gen nicht mehr vornehmen können ober nicht ein­mal mehr bie zur Erhaltung ihres Bestanbes er- forderlichen Mittel besitzen, sind bem Unter

Em schlechter Auftakt zur Berliner Mise.

Ungünstiger Eindruck der Zlandin-Mde in Berlin und Genf.

Wie stehl die voitspariei zum Kabinett Zriimng?

Dingeldey fordert mehr Willen zur Führung und eine Regierung der Rotgemeinschast nach englischem Vorbild.