Ausgabe 
24.4.1931
 
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ehemalige sächsische Ministerpräsident und Mit­glied des wohnungspolitischen Ausschusses des Reichstags, Lipinski, über das ThemaDer Wohnungsbau und die Zukunft des Wohnrechts". Es wäre falsch, so führte er aus, zu glauben, daß wir aus der Wohnungsnot heraus wären. Mit Mühe und Rot habe man im Reichstag er­langt, daß die Mieterschutzgesehe um ein Iahr verlängert würden. Cs sei auch ein Antrag ge­stellt worden, daß in diesem Iahr die Reichs­regierung für den Wohnungsbau mindestens die Mittel in gleicher Höhe zur Verfügung stellt, wie im vorigen Jahr. Inwieweit nun der Antrag, der angenommen worden sei, ausgeführt werde, dos werde man erst im Laufe der Zeit sehen. Seiner Meinung nach konnten den Gemeinden

keine Mittel weggenommen werden, wenn ihnen nicht Ersatzmittel zur Verfügung stehen. Der Referent setzte sich zum Schluß für ein klares Miet- und Wohnrecht ein. Der Vorsitzende des Vundes Deutscher Mietervereine, Ioh. Her­mann, Dresden, sprach über die mieterpolitische Lage im Reich und zum Schluß der Vorsitzende des Hessischen Mieterschuhvereins, Sih Mainz, Hermann Wolff, über hessische Mieterfragen. Zwei Entschließungen, die eine an die Reichs­regierung, die andere an das hessische Staats­ministerium, in denen u. a. die sofortige Inangriff­nahme eines Gesetzentwurfes für soziales Miet- und Wohnrecht verlangt wird, wurden ange­nommen.

Der Verkehrsbmid Sberheffen im Zahre 1930.

In dem Tätigkeitsbericht des Vorstandes des Verkehrsbundes Oberhessen über das Geschäftsjahr 1930 wird nach 'Worten des Dankes an die Dehörden unserer Provinz, sowie an den Hessischen Vcrkehrsverband in Darmstadt und insbesondere an die beiden Vorsitzenden dieses Verbandes, Kaufmann Stemmer und Re­gierungsrat a. D. Dr. R o e s e n e r, Darmstadt, xl a. folgendes berichtet:

Das Geschäftsjahr 1930 wurde durch die Haupt- versammlung am 12. Mai 1930 eingeleitet. Um bei der allgemeinen wirtschaftlichen Slot mög­lichst weitgehend z u sparen und dadurch die Geldmittel des Vundes für andere wichtige Zwecke verfügbar zu halten, beschränkte sich der Vorstand in der Veranstaltung von Sitzungen, die naturgemäß mit mancherlei Unkosten ver­knüpft sind. Er hielt dieshalb nur eine Sitzung des Gesamtvorstandes, außerdem eine Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes, ferner eine Sitzung der zur Vorbereitung einer Reliefkarte von Oberhessen berufenen Sonderkommission ab. Diese Beschränkung der Sitzungsarbeit wurde dadurch erleichtert, daß neben den laufenden Angelegenheiten keine größeren Ereignisse oder Projekte zutage traten. Gelegentlich wurde mit den auswärtigen Herren des geschäftsführenden Vorstandes telephonische Rücksprache gehalten und danach die Arbeit erledigt. Weiter war es mög­lich. durch persönliche Rücksprachen bei Dienst­reisen des Bundesvorsitzenden nach Darmstadt oder Frankfurt mancherlei Angelegenheiten bei dem Hessischen Derkehrsverband bzw. bei der Reichsbahndirektion Frankfurt zu erledigen. Stets ließ es sich der geschäftsführende Vorstand an­gelegen sein, gute Verbindung nach allen Seiten hin ausrechtzuerhalten.

Wie in den vorhergehenden Iahren, bediente sich der geschäftsführende Vorstand auch im Ge­schäftsjahre 1930 der

Tagespresse zur Fremdenverkehrswerbung.

Durch Anzeigen in verschiedenen Zeitungen West- dexxtschlands, des Ruhrgebietes und der Kasseler Gegend lenkten wir die Aufmerksamkeit des rei­fenden Publikums auf die Provinz Oberhessen. Wie richtig und erfolgreich der Weg der Frem­denverkehrswerbung über die Zeitungsanzeige sich auch im Iahre 1930 wieder erwies, geht aus der Tatsache hervor, daß wir im Geschäfts­jahr 1930 rund 8 0 0 Stück unseres Füh­rers durch Oberhessen auf Anfordern der verschiedensten Stellen versenden konnten. Teilweise gingen diese Sendungen an die Bu­reaus von Verkehrsvereinen, bei denen nach unserem Führer gefragt wurde, zum größten Teile erfolgte der Versand aber direkt an die Interessenten, die sich unmittelbar an uns, meist unter Bezugnahme auf unsere Anzeigen, gewandt Latten. Cs darf wohl angenommen werden, daß aus diesen Anfragen nach unserem Material auch mancherlei praktische Vorteile für unsere Pro­vinz herausgekommen sind.

Um das Werbematerial zu vervollständigen und eine vorteilhafte Ergänzung zu unserem Führer zu schaffen, sind wir gegenwärtig mit der Herausgabe eines

Hotel-, Gaststätten- und Fremdenheim- verzeichnisses

beschäftigt. Die erforderlichen Unterlagen laufen z. Z. bei uns ein, wir rechnen mit dem Abschluß Lieser Arbeiten in aller Kürze, so daß dieses neue Werbemittel in naher Zeit herauskommen wird. Die Abgabe dieses Verzeichnisses an In­teressenten soll kostenlos erfolgen.

Der Bearbeitung von Fahrplanfragen lieh der geschäftsführende Vorstand, in eng­stem Einvernehmen mit dem Hessischen Derkehrs- vevband und hier insbesondere mit Herrn Re- gierungsrat Dr. Roesener, fortlaufend seine Kraft zuteil werden. An einer vom Hessischen Derkehrsverband in die Wege geleiteten um­fangreichen Fahrplaneingabe an die Reichsbahn­direktion Frankxrrt mit eingehenden Vorschlägen zur

Verbesserung der Fahrpläne in Oberhessen und in den benachbarten Bezirken

beteiligte sich der Vorstand sowohl bei den vorbe­reitenden Beratungen in Gießen, wie durch schrift­liche Ergänzungen und durch Vertretung der Vor­schläge in einer Fahrplankonferenz in Frank­furt am 24. März 1931. Um bei der Fahrplan­konferenz auch, alle lokalen Fahrplanwünsche Vor­bringen zu können, wandten wir uns vorher an die Bundesmitglieder mit der Aufforderung zur Bekanntgabe ihrer Vorschläge. Das Material wurde von uns eingehend geprüft und in der Frankfurter Konferenz durch die Vertretung des Bundesvorstandes mit zur Sprache gebracht. Be­dauerlicher Weise war all diesen Bemühungen, denen sich namentlich auch Herr Dr. Roesener in anerkennenswerter Weise unterzog, der er­hoffte Erfolg versagt. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. konnte sich nicht dazu ver­stehen, über ihren Fahrplanentwurf hinaus­zugehen, insbesondere waren wiederum die Be- ftreoungen auf Schaffung von Cilzügen in Oberhessen und Verbesserung des Dezirks-Eilzug- verlehrs leider negativ. Leider sind auch die Be­mühungen um Verbesserung in der Ausgabe von Sonntagskarten innerhalb der Provinz Oberhessen erfolglos geblieben. Daß wir uns, eben­so wenig wie der Hess. Verkehrsverband, durch diesen Ausgang der bisherigen gemeinsamen Ar­beit auf dem Gebiete des Fahrplanwesens nicht entmutigen lassen, sondern weiterhin unsere An­strengungen auf Verbesserung der Reichsbahn­sahrpläne richten werden, ist selbstverständlich. Besonders werden wir bestrebt fein, die aus­gezeichneten Anregungen von Herrn Dr. Rve- fener zur Auflockerung des Per- sonentarifs der Reichsbahn durch zweck­mäßige Gestaltung der von der Reichsbahn vor- geschlagenen Dezirkszeittarten durch Wert-

fcheinhefte und tzalbkarten nachdrücklich zu unterstützen.

Ein Haupt-Arbeitsfeld war für den Vorstand im Geschäftsjahr 1930 die Tätigkeit zur

Schaffung einer Reliefkarte von Oberhessen.

In dankenswerter Weise gab hierbei der 1. Vor­sitzende des Hessischen Vcrlehrsverbandes, Herr Kaufmann Stemmer, Darmstadt, den ent- scheioenden und auf reiche Erfahrungen gestütz­ten Anstoß. Herr Stemmer setzte sich bei der Hessischen Regierung dafür ein, daß zur Schaf­fung einer Reliefkarte von Oberhessen eine staatliche Beihilfe von 250Ö Mark gegeben werde, und es gelang ihm auch, dieses Ziel zu erreichen. Rach eingehender Beratung im Ge­samtvorstande unseres Bundes wurde der Be­schluß gefaßt, an diesem Werke eifrig mitzuarbei­ten, und es wurde eine Sonderkommission ein­gesetzt, die sich mit der technischen Vorbereitung! der Reliefkarte befassen sollte. Diese Sonder­kommission unter dem Vorsitz von Herrn Bürger­meister Dr. D ö l s i n g , Alsfeld, dem 2. Vor­sitzenden des Bundes, hielt es nach eingehender Beratung angesichts des stark fortschreitenden wirtschafllichen Verfalls für notwendig, zunächst die finanzielle Grundlage des Vorhabens eingehend klarzulegen. Die Ermittlungen des Bundesvorstandes und eingehende Berechnungen lassen die Möglichkeit zur Verwirklichung des Planes im Laufe dieses Iah res als vorhanden erscheinen. Allerdings wird es notwendig fein, daß die o f f en Hi d) en Körperschaften, die bisher bei der Finanzierung dieses Projekts noch abseits stehen bzw. nur geringe Beihilfe zugesagt haben, sich in reger Weise daran beteiligen. Da auch axxs der Abgabe der Reliefkarte ein gewisser Erlös zu erwarten sein wird, soll der Plan mit aller Kraft weiter ge­fördert werden. Die Sonderkommission wird nun­mehr ihre Arbeit wieder beginnen und voraus­sichtlich im Laufe der nächsten Monate zu Ende fuhren, so daß im Laufe des neuen Geschäfts­jahres die erstrebte Reliefkarte von Oberhessen herausgeoracht werden könnte.

Bei einer Gesamtbetrachtung der Vorstands- arbeit im verflossenen Geschäftsjahr darf wohl festgestellt werden, daß auch in dieser Zeit wieder allerlei Möglichkeiten für den wirtschaftlichen Aufstieg unserer Provinz durch verstärkten Frem­denverkehr geschaffen worden sind.

Oberheffen.

Giadtvorstand Alsfeld.

Oe* Alsfeld, 22. April. In der jüngsten Stadtvorstandssihung ggb der erste Punkt der TagesordnungBeschwerde von Als­felder Handwerksmeistern wegen Verteilung von städttschen Arbeiten", Veranlagung zu einer Aus­sprache. Der Vorsitzende bemerkte, daß auf Grund der vom Stadtbauamt vorgelegten Rachweisungen über die Verteilung der Unterhaltungsarbeiten in den Rechnungsjahren 1928, 1929 und 1930 die Beschwerde übertrieben sei, und daß die Stadt­verwaltung von jeher. auf den Standpunkt ge­standen habe, die Arbeiten möglichst gleichmäßig unter die einzelnen Handwerksmeister unter Be- rücksichttgung der Leistungsfähigkeit des einzelnen zu verteilen. Aach längerer Aussprache wurde be­schlossen, eine Kommission zu bilden, die die Aachweisungen des Stadtbauamtes prüfen und dann Bericht erstatten soll.

Die Reklamationen gegen die Einschätzung desWassergeldes für das Rj. 1931 wurden entsprechend den Vorschlägen der Finanzkommis­sion, die Reklamattonen gegen die Kanal- benuhungsgebühren nach den Vorschlägen der Daukommission geregelt.

Bei der Vergebung der Straßenrei­nigung wurde angeregt, eventuell eine private Gesellschaft mit einer entsprechenden Gebühren­festsetzung nach den Beispielen anderer Städte künfttg zu vergeben.

Eine längere Debatte entspann sich über das Gesuch der Reichsbanner - Orts­gruppe Alsfeld wegen Ueberlassung der städttschen Festhalle für eine republikanische Kund­gebung am nächsten Sonntag. Cs war der Anttag gestellt worden, die Festhalle zu einem geringe­ren Betrag als dem festgesetzten Einheitspreis zu überlassen. Ein dahingehender Beschluß der Finanzkommission wurde gegen acht Stimmen genehmigt.

Kreis-Ziegenzuchiverein Gießen.

* Laubach, 20. April. Gestern vormittag fand imSchützenhof" die diesjährige Generalver­sammlung des Kreisziegenzuchtver­eins Gießen statt. Aach Begrüßung durch den Vorsitzenden, Landtagsabgeordneten Fenchel, sowie des Ortsvereins Laubach und des Bürger­meisters Högy seitens der Stadt erstattete der Geschäftsführer Philipp den Geschäftsbericht. Es konnte hieraus entnommen werden, daß die Mitgliederzahl dem Vorjahre ziemlich gleich blieb. Zuschüsse zu den Förderungsmahnahmen wurden vom Kreise Gießen, sowie vom Landwirt­schaftskammer-Ausschuß gewährt. Im laufenden Iahre wurden 34 Böcke xrnd 135 Ziegen neu für das Herdbuch gekört und 67 Docklämmer und 175 Mutterlämmer ins Iungviehregister auf­genommen. Den Glanzpunkt des Iahrcs bildete die Iubiläurnsausstellung in Lich. Der Ziegen­markt in Hungen litt unter dem einsetzenden Regen, da die Tiere nicht untergestellt werden konnten. Cs wurden im Iahre 135 Tiere abgeseht, wovon 27 Stück nach Iugoslawien verkauft tour» den. Leistungsprüfungen wurden in den Orts­vereinen Großen-Buseck, Hattenrod, Utphe und Gießen durchgeführt. Die Rechnung schloß mit einem Kassenbestand von 1022,84 Mark ab. Rach- dem Rechnungsprüfer He derer (Staufenberg)

Buntes

vom hängen.

Es ist bekannt, daß das Volk von jeher Widriges, ja Grausiges mit harmlosen oder gar scherzhaften Umschreibungen anzudeuten pflegte, statt das Kind einfach beim Namen au nennen. So gab es und gibt es noch eine ganze Menge beschönigender Ausdrucke für das Hängen. Nach germanischem Rechtsbrauch vollzog men dies an einem dürren Baumaste, und zwar bis ins 16. Jahrhundert hinein, daher rühren in älterer Dichtung die Wendungen: den Ast bauen, den dürren Baum reiten u. a. Man könnte den Rechtsbrauch als Hintergrund heranziehen sogar für die obersächstsche Redensart: ein Bäumel anputzen, wenn sie nicht eine Beschönigung des selbstmörde- rischön Hängens wäre. Von einem, der sich erhängt hat, sagt man auch: er ist an einer Halskrankheit gestorben. Der Hofprediger Coder schrieb von Adsa- lom, der mit seinem langen Haare an einem Baum bangen blieb, er mußte Henkelbeeren fressen Beere ist niederdeutsch = Birne, Hänaelbeere der nb. Nome einer Birnenart an langem Stiele (in ober­sächsischen Mundarten sind Hengelbeeren die Hirn- beeren). Wer sich bewußt ist, daß er verdient, ge­hängt zu werden, geht nicht gern an einem Sein» seid vorüber, oder er fürchtet im Hanfsamen ver­schnaufen zu müssen: aus Flachs und Hanf kann ihm ja der Strick gedreht werden, für den er ge­boren ist. Wer möchte wünschen, daß ihm das hän­fene Halsband umgeknüpft oder daß er mit einem hänfenen Kragen geziert werde? Weder eine Hanf- fuppe zu essen noch zu einer hänfenen Bratwurst zu Gaste geladen zu werden, ist erfreulich. Durch ein hänfenes Fenster zu sehen und der Welt Valet zu sagen, ist ebensowenig ein Vergnügen, wie auf hän­fenem Pferd zum Himmel zu reiten, in der Luft zu reiten, oder mit den Füßen in der Luft zu tanzen. Auch mit einer Brezel wird der Strang des Hen­kers verglichen, freilich hat sie der Seiler, volks- mäßig Galgenposamentier, gebacken, und in Schle­sien heißt es: Er hot sich an eener Seeler-Prätzel tut gefrassa. Schon in den Rechtsaltertümern steht für den Strang verhüllend des Seilers Tochter; daher muß ein Verbrecher mit der Jungfer Hänfin einen luftigen Sprung von der Leiter tun, oder er macht mit der Jungfer Hänfin Hochzeit, wird mit der Jungfer Strick ober mit ber Hanfbraut getraut.

Allerlei.

Karambolage.

Dufedom, der Ringkämpfer, ist ein schwerer Brocken.

Er hat George le Boeuf, ben Schrecken der Gascogne, besiegt, indem er ihm die Brücke eindrückte. Aus le Boeuf .wurde in diesem Kampf eine Omelette; nur noch die Hühner der Gascogne reißen heute vor ihm aus.

Dufedom hat in Mailand Benvenuto (Sara* mello, den riesigen Makkaronikoch, auf die Bretter gelegt. Die Bretter bogen sich; Caramello brach mit dem hochgebauten Postament durch und fiel in einen Satz Töpfe mit allerhand Resten von Oclfarben. Caramellos Ruf als stärkster Mann von Mailand ist hin, und sein Makkaroniladen geht alle Tage schlechter.

Dusedom hat Seppel Hinterhofer, denLöwen der Steiermark", bezwungen. Seppel Hinterhofer, der in seiner Glanzzeit das Kraftstück fertig- gebracht hat, eine voll mit Mist beladene Schieb­karre siebzehnmal zu stemmen, lag nach dem Kampf da wie eine tote Fliege. Er ist heute ein gebrochener Mann; mit Mühe und -Rgf vermag er bei Tisch die Schüssel mit den Knödeln zu heben.

Dusedom bereist gegentoärtig mit einem Wanderzirkus Süddeutschland. Er kam in eine kleine, nette Stadt, half das Zelt auf bauen und ging danach in einen Saftladen. Dusedom trank einen Teich Bier, groß genug, um ein Paddel­boot und drei ausgewachsene Schwäne darauf schwimmen zu lassen. Er verlieh gegen Abend mit getrübter Wahrnehmungskraft die Kneipe, schaukelte über einen Platz, stolperte über einen Stein, schoß ein paar Schritte nach vorn xmd flog schwer gegen das Gemäuer der Kirche.

In diesem Augenblick setzten die Glocken der Kirche mit dem Abendgeläut ein.

Dusedom ließ die erschrockenen Pupillen im Kreise wandern; er entdeckte einen Polizisten, brr halb im Dunkeln stand und ernst nach dem Athleten blickte. Da richtete sich Dusedom auf, zog den Hut und sagte höflich:

Entschuldigen Sie bitteI Ich wußte nicht, daß Ihre Kirche so leicht gebaut ist." (Lust. Dl.)

Uebungsschießen

«alten. Für den Mo>

nat Mai ist ein Vereinsschiehen geplant.

Dann [chmeckt er!

.... Milchkaffee? 3a - aber nur mit

Entlastung des Rechners und des Vorstandes Enron tragt hatte, wurde diese einsttmmig erteilt. Als Rechnungsprüfer für 1931 wurden die beiden seitherigen Rechnungsprüfer Hebere r (Stau­fenberg) und Dern (Lang-Göns) wiedergewählt. Bei der Vorstandswahl wurde der alte Vorstand, xrnd zwar Abgeordneter Fenchel (OberHörgern) 1. Vorsitzender, Altbürgermeister Schm idt (Trohe) 2. Vorsitzender und Obersekretär Phi­lipp (Steinberg) als Rechner und Schrittführer wiedergewählt. Ebenfalls wurden die seitherigen Ausschußmitglieder für die Bezirke 1 bis 6 wie­dergewählt, für den Bezirk 7 wurde Konrad Hofmann (Bersrod) neugewählt. Bei der Wahl der Korkomrnission wurden gleichfalls die seitherigen Mitglieder gewählt. Ein Antrag auf Hrnzuwahl eines weiteren Mitgliedes wurde nach der Aussprache vom Antragsteller zuruckgenorn- men. Der Voranschlag für 1931 wurde in Ein­nahme und Ausgabe mit 3772,84 Mark ein­stimmig genehmigt. Bei der Verlosung waren die Gemeinde Queckborn Gewinner des Bocklammes und Heinr. Aug. Stengel und Heinrich P i h in Laubach Gewinner bet Mutterlämmer. Die Wanderausstellung in Hannover wird von dem Kreisziegenzuchtverein Gießen mit vier Tieren beschickt. Es wird den Ausstellern ein Milchgeld von 10 Mark pro Ziege als Entschädigung seitens des Vereins gewährt und als Wärter Heinrich Münster in Hattenrod bestimmt. Ein Antrag auf Einführung der Tätowierung wurde nach längerer Aussprache mit 47 gegen' 24 Stimmen abgelehnt. Zum Schluffe konnte der Vorsitzende noch eine Anzahl Auszeichnungen seitens des Vereins, sowie des Reichsverbandes der deutschen Ziegenzuchtvereinigungen zur Verteilung bringen.

Landkreis Gießen.

g. Klein-Linden, 22.April. Ueber den Dau der Wasserleitung und der damit verbun­denen Rohrlegung fand auf Grund einiger Bean­standungen in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine längere Aussprache statt. Der Unternehmer­firma wurde der Vorwurf gemacht, daß die Rohrleitungen nicht vorschriftsmäßig gelegt, die Verbindungen nicht ausgegossen bzw. vorschrifts­mäßig gedichtet worden wären. Der anwesende Bauführer der Unternehmerfirma stellte dies in Abrede, mit Ausnahme von einigen Fällen, aber et garantiere, daß der Gemeinde keinerlei Schaden hierdurch entstehe. Herr Friedel, der Bauleiter vom Kulturbauamt Gießen wies noch daraxif hin, daß die Unternehmerfirma nach Abnahme der Wasserleitungs- und Kanalisationsanlagen noch zwei Iahre für alle eventuellen Schäden der Gemeinde gegenüber hafte. Als zweiter Punkt stand die Entlohnung der beim Bau der Wafser- leitung beschäftigten Arbeiter auf der Tages­ordnung. Die Dausirma hatte ab 1. April 1931 den Arbeitern, die beim Wasserleitungsbau be­schäftigt sind, den Lohn um 10 Prozent gekürzt. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Lohn­senkung einverstanden.

Kreis Friedberg.

----Dad-Rauheim,23. April. In den kauf­männischen Klassen der hiesigen Berufsschule wurde mit Beginn des neuen Schuljahres obliga­torisch derenglischeUnterricht eingeführt. Die diesbezüglichen Qlnttäge des hiesigen Ein­zelhandels fanden bei der Schulbehörde das er­wartete Entgegenkommen.

Kreis Büdingen.

nb. Ridda, 22. April. Am Sonntag wurden in der hiesigen Kirche die beiden neugewählten Kirch cnvorstandsmitglieder Bürgermeister Rull- mann und Schreinermeister Otto C ck h a r d von Pfarrer Laut feierlich in ihr Amt eingeführt.

|| Ridda, 21. April. Am Samstagabend fand in den Räumen desGambrinus" ein vom ©e- sangvereinSängerkranz" veranstaltetes Konzert statt, bei dem der Verein unter der Leitung seines bewährten Dirigenten, Lehrer Dietrich, Rodheim a. d. H., Zeugnis von seinem beachtenswerten Können ablegte. Der Dirigent hat es verstanden, den Verein innerhalb kurzer Zeit auf eine so hohe Stufe zu führen, daß er in der Reihe der ländlichen Gesangvereine eine hervorragende Stellung einnimmt. Die vorge­tragenen Chöre fanden außerordentlichen CBei* fall. In dem Konzert wirkten mit Frl. Martha Ludwig, Ridda, Frl. Peter und Frau Heer­mann. Gießen, Frl. Ackermann, Bad Selters,

und Kapellmeister Ackermann, Ridda. Frl. Ludwig brachte verschiedene Schurnannlieder zu Gehör; Frl. Peter fang Elsas Lied aus Lohengrin" und eine Arie ausFreischütz". Beide Sängerinnen hatten in Frau Heer­mann eine Klavierbegleiterin von besonderem Format. Frl. Ackermann erfreute durch den Vortrag der Sonate in Cis-Moll von Beethoven, Herr Ackermann gefiel durch fein von großer Kunst zeugendes Violinsolo. Zum Schluß fei noch des Dirigenten, Herrn Dietrich, gedacht, der mit feinem schönen Tenor einige Lieder vortrug. Sämtliche Mitwirkende fanden lebhaften Beifall.

Kreis Schotten.

V Gedern, 22. April. Bei der Submission deS Stammholzes in der Rachtweide erhielt Säge- werksbesiher Philipp Hartmann den Zuschlag. Ein Gesuch des Ludwig Alt um Handabgabs eines Weges auf drei Iahre wurde genehmigt. Auf Veranlassung des Arbeitsamtes sollen Röt­standsarbeiten ausgeführt werden. Die Qlnregung löste eine längere Besprechung aus, die jedoch zu keiner Beschlußfassung führte. Dem Antrag K a u ck zur Errichtung einer Zapfstelle wurde gegen die Anerkennungsgebühr von 50 Mark ent­sprochen. Bei der Dachschau 1930 wurde die Brücke bei Richard Birx beanstandet. Die Er­neuerung der Brücke wurde beschlossen. Die An­gelegenheit, den Mühlbrunnen xnxter Denkmal­schutz zu stellen wurde zurückgestellt. Der Antrag des Krankenpflegevereins auf einen Zuschuß von 600 Mark für das Iahr 1931 wurde genehmigt und die Herstellung eines Kanals im ersten Teil der Umgehungsstraße zur Oberflächenentwässe­rung bis zur Voranschlagsberatung zurückgestellt.

ch Rudingshain, 22. April. In diesen Tagen begehen die beiden ältesten Einwohner unseres Orts, Joh. Hofmeister und Heinrich Deubel den 86. Geburtstag. Beide erfreuen sich der besten Ge­sundheit. Der diesjährige Frühjahrs- bezirkstag der Kriegervereine des Be­zirks Vogelsberg fand in Rudingshain statt. Alle Vereine des Bezirks waren vertreten. Der Bezirks­vorsitzende S c r i b a (Schotten) dankte den Teilneh. mern für ihr Erscheinen. Der Bezirksschriftführer Straub (Rudingshain) erstattete den Bericht über den letzten Bezirkstag In Einartshausen. Sodann wurde über das am 7. Juni stattfindende Bezirks- fc ft, das in Stornfels in Verbindung mit einer Fahnenweihe des dortigen Vereins abgehalten wcr- nde soll, beraten. Man erhofft für diese Veranstal- tung einen guten Besuch. Förster Frank berichtete sodann über das Kleinkaliberschießen. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, den Verbandsbeitrag zu ermäßigen. Für den Derbands- tag in Michelstadt wurde Kamerad Bing (Schotten) als Vertreter bestimmt. Außerdem wurde Kamerad Bing als Bezirksjugendführer in den Vorstand des Bezirks ausgenommen. Zum Abschluß des Bezirks-- tages fand auf dem Schießstand ein Uebungsschießen statt.

Kreis Alsfeld.

1* Ruppertenrod, 22. April. Am Sams­tagabend hielt der hiesige Kleinkaliber- Schützenverein seine Generalversammlung ab. Lehrer Kratz wurde wieder zum 1. Vor­sitzenden gewählt. 2. Vorsitzender wurde Otto Kratz 111. Der Kassenbestand wies ein Plus von über 100 Mark auf. Der Iahresbericht ergab die , Feststellung, daß der Verein sowohl beim Kreis- als auch E>eim Wertungsschießen 1930 an zweiter Stelle stand. Ein öffentliches Scheibenschießen hält der Verein in diesem Iahre nicht ab. Es wurde weiter Erschlossen, alle 14 Tage vormittags ein