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Ein furchtbares Anglück ereignete Rachmillagsslunden des Donnerstags meinbe Iviers. etwa 20 Kilometer entfernt. Ein Vorortzug raste in
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bringen. Tardieu bestreitet jedoch, eine solche Aeußerung getan zu haben.
Aus aller Welt.
9 Tote beim Zusammenstoß von Autobu-
lagentbe Material der militärischen Luftfahrt unberücksichtigt lassen wollte. In dem vom vorbereitenden Abrüstungsausschuß ausgearbeiteten Abkommensentwurf sei eine Zivilluftfahrt mit einbezogen, und es seien gewisse jährliche Veröffentlichungen vorgesehen. Die deutsche Regierung sei selbst seit langer Zeit zu derartigen Veröffentlichungen geschritten und würde es begrüßen, wenn alle Staaten sich zu derartigen Veröffentlichungen verpflichten würden. Der Zweck des deutschen Antrages sei daher, den Abschluß eines internationalen Abkommens, in dem diese Verpflichtungen fest gelegt würden, herbeizuführen. Die deutsche Regierung würde es durchaus begrüßen, wenn der Dölker- bundSrat im Mai die Transit- und Derkehrskom- mission deS Völkerbundes beauftragen würde, den Entwurf eines Abkommens auszuarbeiten, der spätestens auf der nächsten Vollsitzung fceS Völkerbundes erörtert werden könnte.
Beamtenschaft wachsende Beunruhigung hervorgerufen. Genährt wird die so entstandette Stimmung durch radikale Einflüsse, deren Folgen unabsehbar sind, wenn die seit langem von den radikalen Wortführern aufgestellte Behauptung von erneuten Rückgriffen auf das De - amteneinkommen durch Maßnahmen der ReichSregierung als wahr bestätigt würde. Es verstärkt sich in der Beamtenschaft die Auffassung, daß bei finanziellem Unvermögen deS Reiches in erster Ltnie die politischen Zahlungen an das Auslandentsprechend herabgesetzt werden müßten, anstatt, daß man zu Maßnahmen greift, die die wirtschaftliche Existenzgrundlage der Beamten ernstlich gefährd et. Auf Grund unserer genauen Kenntnis der wirtschaft- llchen Lage der Beamtenschaft, wie aus beamtenrechtlichen und staatspolitischen Gründen bitten wir bringen!), eine weitere Gehaltskürzung, Me insbesondere für die Beamten mit geringen Bezügen von katastrophalen Folgen sein würde, nicht vorzunehmen. Gleichzeitig bitten wir die Reichsregierung, uns vor einer endgültigen Entscheidung Gelegenheit einer Aussprache zu geben.“
In der Erwerbslosen-, Knahpschafts- und Invalidenversicherung, wie auch der Kriegsbeschädigtenfürsorge vorzunehmen und die Krisenfür- forge für alle Ausgesteuerten und Richtunter- stühten auszudehnen. Der Vorsitzende der kommunistischen Reichstagsfraktion, der Abg. Walter Stöcker, hat zugleich bei dem Präsidenten des Reichstages die sofortige Einberufung desReichst ages beantragt zwecks Beratung dieses Antrages und einer im gleichen Sinne gehaltenen Interpellation an die Reichsregierung.
Oer Deutsche Beamtenbund gegen weitere Gehaltskürzung Ein Schreiben an den Reichskanzler.
Berlin, 23. April. (TU.) Da keine Möglichkeit verhanden war, den Reichskanzler vor Beginn der Kabinettsberatungen am Donnerstag, 23. April, sprechen zu können, hat der Deutsche Beamtenbund noch vor der Kabinettssihung der Reichsregierung zu Händen des Reichskanzlers Dr.Brüning seine Besorgnisse wegen der Gefahr einer neuerlichen Verkürzung der Deamtengehälter schriftlich zum Ausdruck gebracht. In dem Schreiben beißt es: m
"Die ständige Erörterung weiterer Gehaltskürzungen, deren Rotwendigkeit von gewissen Seiten immer wieder betont wird, hat in der
Die Zusammenlegung bet pädagogischen Znstiiute Darmstadt und Minz sreigegeden.
Oer Landtag fordert baldige Errichtung eines pädogogischen Instituts in Gießen
Schuldebatte im Landtag.
D a r m st a d t, 23. April. (WHP.) Im Landtag steht auf der Tagesordnung die Fortsetzung der Schuldebatte.
Abg. Storck (Soz.) gesteht zu, daß in gewisser Hinsicht ein Rückschritt auf schulpolitischem Gebiet angesichts der allgemeinen Wirtschaftsnot festzustellen sei. Wenn die Sozialdemokratie auch die Sparmaßnahmen der Regierung nicht zu verteidigen hat, so bleibt nach wie vor das Volks- und Berufsschulwesen auf der alten Höhe bestehen. An dieser Leistungshöhe läßt die Sozialdemokratie niemals rütteln.
Abg.Dr.Riep o th (DVP.) beantragt, daß die Gemeinden die Ko st en für d i e Sonderklassen voll tragen sollen, damit nicht durch Zuschüsse des Staates für Sonderklassen das Riveau der allgemeinen Volksschuleherabgedrückt werde. Durch die Llebernahme der Schulkosten auf den Staat und entsprechende Beanspruchung von Steuerquellen sind viele Gemeinden finanziell geschädigt toorben.
Abg. Reiber (Dem.): Angesichts der Fehlleitung der Schüler in die Schulgattungen ist ein Reubau des gesamten Schulwesens von unten bis oben notwendig. Angebracht ist die sechsjährige Grundschule und die Reuorganisation des gesamten PrüfungS- und Zeugniswesens.
Abg. Schott (DVP.) fordert stärkere Betreuung der einklassigen Schulen auf dem Lande.
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Wettervoraussage.
An der Vorderseite des kräftigen Tiefdruckgebietes über den britischen Inseln dringt nunmehr bei meist südlichen Winden warme Lust nach dem Festlande vor, die zu Temperaturanstieg führt so daß das seitherige kalte Wetter beendet sein Dürfte. Mit der Zufuhr von Warmluft ist allerdings auch Aufzug von Bewölkung verbunden, so daß auch bei uns mit dem Auftreten von Niederschlägen zu rechnen ist.
Aussichten für Samstag: Weitere Erwärmung, dabei stärkere Bewölkung aufkommend und einzelne Niederschläge.
Aussichten für Sonntag: Teils wolkig, teils aufheiternd und einzelne Regenschauer.
Lufttemperaturen am 23. April: mittags 12,1 Grad Celsius, abends 6,3 Grad; am 24. April: morgens 5,7 Grad. Maximum 12,7 Grad, Minimum 2,7 Grad. — Erdtemperaturen In 10 cm Tiefe am 23. April: abends 9,8 Grad: am 24. April: morgens 6,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 4% Stunden,
Der Kloitenpakt.
Die neuen französischen Vorschläge.
London, 23. April. (WTB.) „2imeS“ schreibt: Rachdem der französische Hauptvertreter im Flottenausschuß, Massigli, gestern nachmittag dem Foreign Office eine Abschrift der neuen französischen Vorschläge inoffiziell zugestellt hat, wird heute in London und Rom die offizielle ^Übermittlung erfolgen. Es besteht Grund zu der Annahme, daß der Kem der neuen Vorschläge ist, daß die französische Regierung sich der Auffassung der britischen und der italienischen Regierung anschlieht bezüglich der nächsten drei Jahre, dann aber das Recht beansprucht, ein Jahr vor Ablauf des Londoner Vertrages am 31.Dezember 1936 oder noch früher mit dem Ersatzbau von Schiffen zu beginnen, die zu dem genannten Datum veraltet sein werden. „Times“ erklärt, der französische Vorschlag biete die Schwierigkeit, daß die britische, die amerikanische und die japanische Regierung bereits durch den Vertrag gehn n de n seien, ihre Ersahbauten entsprechend den Bedingungen des Vertrages bis zum 31. Dezember 1936 einzuschränken.
Der französische Botschafter in Rom ist am Donnerstag von Grandi empfangen worden. Er durfte bei dieser Gelegenheit die Rots über die neuen französischen Flottenvorschlägo überreicht haben. Heber die Stellungnahme der italienischen Regierung wird an amtlicher Stelle noch Zurückhaltung bewahrt. Die Presse überläßt die Begleitmusik zu dem französischen Schritt ihren Londoner und Pariser Korrespondenten. Der Londoner Vertreter der „Tribuna“ erklärt, daß die Gründe für das von der französischen. Regierung gewählte diplomatische Verfahren schwer zu verstehen seien. Es sei denn, daß die französische Regierung das Flottenproblem auf das Gebiet der Politik zu schieben beabsichtige, um damit die Verantwortung für eine Ablehnung der französischen Vorschläge England und Italien aufzuladen. Dieses Manöver werde aber erfolglos bleiben und die Verantwortung für ein Richtzustandekommen des Flottenvertrages werde auf Paris zurückfallen.
Zivilluftfahrt und Abrüstung.
Deutschland fordert den Abfchluh eines gesonderten Luftfahrtabkommens.
Genf, 23. April. (TU ) Die Reichsregierung hat am Donnerstag dem Generalsekretär deS Völkerbundes eine vom Staatssekretär von Bülow unterzeichnete Rote übermittelt, in der der bereits am 21. März dem Völkerbund in einer Rote zugegangene Antrag auf Abschluß eines internationalen Abkommens über die Zivilluftfahrt näher begründet wird. In der Rote wird erneut auf den bereits in den Verhandlungen deS vorbereitenden Abrüstungsausschusses vertretenen deutschen Standpunkt hingewiesen, daß die Zivilluftfahrt nicht in ein Abkommen über die Herabsetzung oder Beschränkung der Rüstungen hineingehöre. Es wäre ein Widerspruch, wenn man die Zivilluftfahrt erfassen, aber das
an einem unbewachten Bahnübergang in einen mit Arbeitern und Arbeiterinnen voll besetzten Autobus, der vollkommen zertrümmert wurde. Rach den bisher vorliegenden Rachrichten wurden 9 Personen getötet und 34 schwer verletzt. Die Eisenbahnstrecke, an der sich das Unglück ereignete, wird heute nur noch feiten befahren, da die "Verbindung, die der Zug aufrecht erhalten sollte, seit einiger Zeit durch einen regelmäßigen Autobusdienst erseht worden ist. Am Donnerstag- nachmittag hatte man aber dennoch einen Zug auf die Strecke geschickt. Der Autobus, der Arbeiter und Arbeiterinnen von der Arbeit nach Hause bringen sollte, kam zu gleicher Zeit am Bahnübergang an, an dem weder eine Schranke, noch ein Signal die Ankunft des Zuges Unzvigt. Der Zusammenprall war nach Angaben von Augenzeugen geradezu furchtbar. Der Autobus wurde von der Lokomotive in voller Breite erfaßt, einige Meter weit mitgerisscn und dann auf den Bahndamm geschleudert.
Ein Industriespionagsall zugunsten Rußlands?
Wie erst jetzt bekannt wird, wurde in Aachen vor drei Wochen der 37 Jahre alte Diplom- Ingenieur Theodor Pesch unter dem Verdacht der Industriespionage verhaftet. Pesch war Angestellter bei einem großen Werk in Aachen, das splitterfreies und kugelsicheres Glas herstellt. Die Fabrik wurde erst im Jahre - 1929 errichtet und hat die fabrikmäßige Herstellung ihrer Erzeugnisse erst im Jahre 1930 ausgenommen. Sie stellt außer dem splitterfreien Glas auch ein Glas her, das nach dem sogenannten Celluloid-Azetat-Verfahren kugelsicher gemacht wird. Wie weit der Verdacht gegen Pesch zu Recht besteht, muß die Untersuchung ergeben, über deren Ergebnis aus begreiflichen Gründen nichts näheres gesagt werden kann, ebenso wie über die näheren Umstände, die zu der Aufdeckung des Falles führten. Es verlautet jedoch, daß Pesch Kölner und Aachener Kommunisten als Vermittler gedient haben soll.
Der britische Vizeluftmarschall tödlich abgestürzt.
Das brittsche Lustfahrtministerium gibt bekannt, daß am Donnerstag bei einem Flugzeugzusam- menstoß der Luft-Vizernarschall Felton Besetz Holt mit seinem Führer, dem Fliegerleutnant Moody, tätlich verunglückt ist. Das Unglück ereignete sich in Seahurst Park (Sussex). Der Führer und einzige Insasse deS zweiten Flugzeuges war ein Fliegersergeant, der unverletzt blieb. Vizemarschall Felton Deseh Holt war der Kommandant der Kampfstaffeln der ^britischen Luftverteidigung. Das Flugzeugunglück ist der 17. Absturz von Flugzeugen der briti- schen Luftstreitkräfte dieses Jahres und erhöht die Zahl der Todesopfer auf 37.
Ein Raubmord erst nach acht Tagen entdeckt.
InReumünster wurde der Lokornottvführer Runge in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. Der Tote wies eine Stichwunde nm Hals auf und lag vor seinem Bett. Der Mörder hatte ihn in das Bettzeug eingewickelt. Rach dem ärztlichen Befund ist die grausige Tat schon vor mindestens acht bis zehn Tagen begangen worden. Es handelt sich zweifellos um Raubmord.
Deuisch-stanzösische Getdwirtschast.
Eine Pariser Großbank entschuldigt sich bei ihren Aktionären.
Paris, 24. April. In der Generalversammlung der Crädit Lyonnais erklärte der Aufsichtsratsvorsihende Baron B r i n - card: Wan hat behauptet, daß wir Einlagen unserer Aktionäre in Deutschland untergebracht hatten, Gelder der französischen Sparer, und zwar in Höhe von Milliarden. Man hat sogar von 20 Milliarden gesprochen. Unsere Gesamtbilanz stellt sich aber nur auf 16,5 Milliarden. In der Tat führen wir mit einer gewissen Anzahl erstklassiger deutscher Danken, ebenso wie mit den bestfundierten Danken des übrigen Auslandes, lau- t sende Operationen durch, wie es jede Großbank im Interesse ihrer Kundschaft tun 7 muh. Der Handel Frankreichs mit Deutschland stellt sich auf 4,15 Milliarden für die französische Ausfuhr nach Deutschland und auf 7,91 Milliarden für die deutsche Einfuhr nach Frankreich. Wie sollte ein derartig großer Warenaustausch ohne Geldtransaltio- nen vor sich gehen? Bildet man sich etwa ein, daß diese Geschäfte ohne Scheckzahlungen, ohne Diskontierungen von Wertpapieren, ohne Kreditgewährung verschiedenster Art, ohne die Eroff- nung französischer Bankkonten bei deutschen Danken und umgekehrt durchführbar seien? Abgesehen von diesen lausenden Dankoperationen haben wir an einer einzigen besonderen Transaktion teilgenommen, nämlich an der Diskontierung deutscher Annuitäten, doch hcchen wir erst eingegriffen, nachdem volle Gewißheit darüber bestand, daß dasParlameut diese Operationen für wünschenswert hält. Unsere Deteiligung stellt sich auf 10 Millionen. Im übrigen machen wir darauf aufmerksam, daß die Dilanz der Credit Lyonnais niemals irgendein deutsches Wertpapier ausgewiesen hat noch jetzt ausweist.
Tardieu und die Sozialisten.
In einer Landwirtschaftsausstellung ausgepsiffen.
Paris, 23. April. (TU.) Der ehemalige Ministerpräsident und jetzige Landwirtschaftsminifter tardieu wurde am Donnerstag in Toulouse mit heftigen sozialistischen Protestkund- gedungen empfangen. Tardieu nahm in Begleitung seines Kabinettschefs und des Direktors der Deterinärabteilung im Landwirtschaftsministerium sowie einiger anderer Persönlichkeiten in Toulouse an einer Kundgebung der Landwirtschaftskammer teil. Auf dem Wege zur Landwirtschaftsausstellung wurde Tardieu von einer Gruppe von etwa 100 Sozialisten ausgepfiffen, während andere ihn lebhaft begrüßten. Als er auf dem Ausstellungsgelände angekommen war, wurden die Tore geschlossen, um den Kundgebern den Eintritt zu verwehren. Auf Anordnung eines sozialistischen Stadtverordneten wurde diese Maßnahme jedoch rückgängig gemacht und sofort hatten sich etwa 300 bis 400 Kundgeber zusammengefunden, die dem Landwirtschaftsminister von Stand zu Stand folgten und ihn auspfiffen. Tardieu antwortete hierauf mit dem ihm eigenen ironischen Lächeln und zog verschiedentlich den Hut, um die Angriffe lächerlich zu machen. Schließlich holte er selb st eine kleine Trillerpfeife aus der Tasche und antwortete den Kundgebern auf ihr Pfeifen. Der Besuch der Ausstellung endete schließlich unter dem Lärm der Sozialisten, wobei es verschiedentlich zu leichten Reibereien zwischen Anhängern und Gegnern des ehemaligen Ministerpräsidenten kam. Dor der Landwirtschaftskammer kam es zwischen mehreren hundert Sozialisten und der Polizei zu einer regelrechten Schlägerei, in deren Verlauf die Sozialisten mit Stühlen und Tischen aus
den umliegenden Cafts auf die Polizei eindrangen. Berittene Gendarmerie stellte schließlich die Ruhe wieder her. — Als Ursache der Demonstrationen wird eine angebliche Erklärung Tardieus angegeben, die vier Senatoren des Departements Haute-Ga- ronne hätten ihn eingeladen, nach Toulouse zu
Abstimmungen.
Der Antrag der DVP., dem Referenten für das gewerbliche Unterrichts- we sen beizubehalten, wird gegen die Rechte für erledigt erklärt. Die Stelle ist also mit der Stelle des Direklors der Landesbauschule verbunden. Zu Kapitel 68 (Hochschule Darmstadt) wird in namentlicher Abstimmung mit 38 Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums und 4 demo- krattschen Stimmen gegen 28 Stimmen der Opposition und den Abg. Reiber bei Enthaltung des Abg. Delp die Zusammenlegung der Pädagogischen Institute oder die Reu- einrichtung zu einem Akt der Verwaltung erklärt. Der Antrag Reiber, die beiden Institute aufrechtzuerhalten, wird in namentlicher Abstimmung mit 41 gegen 24 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Dagegen stimmen auch die Kommunisten, während Abg. Wolf-Mainz sich
ebenfalls der Stimme enthält. Mit den Stimmen der Koalitionsparteien wird die Entschließung angenommen, die die Regierung ersucht, in Verhandlungen einzutreten über die tunlichst baldig «ErrichtungeinesPädagogi- schen Instituts in Gießen. Staatspräsident Adelung errlärt, daß diese Verhandlungen, soweit das noch nicht geschehen sei, f o f o r t a u f - genommen würden. Der volkspartelliche Antrag, die Ausgaben nur zu bewilligen, wenn der seitherige Zustand bestehen bleibt, wird mit 38 gegen 27 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. Das Kapitel 68 (Hochschule) wird angenommen.
Fortsetzung der Debatte.
Die Beratung über die Volksschule wird fortgesetzt, doch sind nur n o ch z w e i Dutzend Abgeordnete anwesend.
Abg. Glaser (Lod.) setzt sich ebenfalls für die einklassigen Landschulen und die Gin- aliederung der Fortbildungsschule in die Volksschule ein.
Abg. Axt (VRP.) fordert dringend, daß die durch die Besoldungskürzung besonders schwer betroffenen älteren Lehreranwärter finanziell bessergestellt werden.
Abg. Dr. Werner (Rats.) kritisiert die Haltung der Regierung, die angesichts der schweren Angriffe auf die höhere Schule auch nicht ein Wort zu deren Verteidigung gesagt habe. Der hohe Wert der höheren Schule für die Bildung der Äugend ist seit Jahrhunderten unbestritten. Ein Zurück ist bei der hauptamtlichen Fortbildungsschule nur von Vorteil. Ein großer Teil der Lehrerschaft vertritt die gleiche Auffassung, die hier entstandenen Schäden schnellstens zu beseitigen.
Abg. von der Schmitt (K.) erhebt schwerste Vorwürfe gegen den sozialdemokratischen Kultusminister. Die Sozialdemokratie hat auf schulpolitischem Gebiet in Hessen völlig versagt und die Bildunasinteressen des Proletariats verraten. Neue Abbaumaßnahmen an der Volksschule sind ja schon angekündigt. Die Sozialdemokratie hat ihre Haut völlig dem Zentrum verkauft.
Nach persönlichen Erwiderungen der Abg. Winter (Z.), Frau Heraeus (Dntl.), die sich gegen die Auspowerung der Volksschule mit Normal- und Sonderklassen und parteipolitische Mißgriffe in der Schule wenden, und des Abg. Dr. Werner (Nats.) ist die Debatte geschlossen. Ohne wesentliche Aussprache werden die nächsten Kapitel bis zur Abstimmung erledigt. Freitag: Landesuniversität.
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Gestern abend hi schönerungso rige Sjauptoer, im Gasthaus Sollei tnilglieb Hpotl/eter Seölinungsanfpra^e Weit der Derkehrsn dii dringende Notwe Weil durch die tat von Verwalti Wgleitsberichl üb «Mich, daß der oidMch rege und dir «freulicherweise * ergab. Aus i Mcktoimnen. 2er Kaufmann Loeb Wstssahr 1930 ’ii 2'e reinen Einnahir 10848,16 Wart, bi( Ms 8359,81 Mart, 'N Höhe von 248 mogensbeftanb am fcer Mehreinnahme Abrechnung wurd.
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Rach Abschluß des Kürteu-prozeffes.
Wird die Todesstrafe vollstreckt?
Berlin, 23. April. (TU.) Rachdem gegen den vielfachen Mörder Kürten das n e u n - fache Todesurteil ausgesprochen worden ist, erhebt sich die Frage, ob das Todesurteil nunmehr auch vollstreckt wird, obwohl bekanntlich die preußische Regierung seit der Hinrichtung des Raubmörders Böttcher im Januar 1928 grundsätzlich davonabgesehen hatte, Todesurteile zu vollstrecken. Auch der damalige ReichSjustiz- minister Koch- Weser hatte die Länderregierungen ersucht, vorläufig keine Todesurteile zu vollstrecken und eine Entscheidung des Reichstags über diese grundsätzliche Frage abzuwarten. Es scheint jedoch, daß die maßgebenden preußischen Stellen gewillt sind, den Fall Kürten a l s einen ungewöhnlichen Sonderfall anzusehen, dem die bisherige grundsätzliche De- gnadigungspraxis nicht gerecht werden würde. Man verhehlt sich allerdings nicht, daß damit gleichzeitig die Frage „Todesstrafe oder nicht" erneut angeschnitten und in gewissem Sinne auch präjudiziert werden würde. Don kommunisttscher Seile wird bereits betont, daß, falls das preußische Staatsmin sterium die Begnadigung selbst in diesem ungeheuerlichen Falle aussprechen würde, damit praktisch im Sinne der Abschaffung der Todesstrafe entschieden worden sei.
Der formale Gang ist der, daß nach Dorliegen des schriftlich ausgefertigten Urteils die örtliche Gnadeninstanz des Landgerichts Düsseldorf zusammen mit der Staatsanwaltschaft und einem besonders bestellten Rechtsanwalt «in Gutachten auszufertigen hat. Es ist kaum anzunehmen. dah dieses Gutachten eine Degnaoigung befürworten wird. Dann erst, also in einigen Wochen, wird das preußische Staatsministerium endgültig darüber zu befinden haben.
Neugierige Fragen.
London, 24. April. (WTB.) Auf eine Anfraae im britischen Unterhaus ob Alfons XIII. um eine Aufenthaltsbewilligung für England nachgesucht habe, antwortete Innenminister Clynes in verneinendem Sinne. Auf eine zweite Anfrage, ob er bereit sei, Alfons XIII das Asylrecht zu gewähren, sagte Clynes, die Frage des Asylrechtes sei nicht aufgeworfen worden. Ein anderer Abgeordneter fragte, ob Alfons XIII. einen Sichtvermerk gehabt hätte. Clynes antwortete, der König fei nach England in der gleichen Weise gekommen, wie alle anderen Könige. Einige I Abgeordnete der Arbeiterpartei fragten darauf: I Und Trotzki? 1
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