Ausgabe 
24.2.1931
 
Einzelbild herunterladen

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

Z Lollar, 23. Febr. In der hiesigen Volks- Hochschule hielt UniversitätS-Garteninspektor R e h n e l t. Gießen. zwei Lichtbildewvrträge über Ceylon" undDas schöne Italien". Beide Dor­träge waren gut besucht. Nunmehr soll der Veranstaltung von Kursen für Arbeits­lose nähergctreten werden. Dem hiesigen Turn- und Gesangverein wurde ein Frauen- und gemischter Chor" arme- gliedert. Fräulein Herta Müller und Frl. Lina Schneider wurden in den Vorstand ge­wählt.

v. Londorf. 23. Febr. Am Sonntag veran­staltete der Frauenverein Londorf- Kesselbach in der hiesigen Dvlkshalle einen Familienabend unter Mitwirkung des Kirchen- und Posaunenchors. Nachdem der Ortsgeist­liche die zahlreichen Gäste begrüßt hatte, brach­ten Kirchenchor und Posaunenchor abwechselnd Lieder und Musikstücke schön zum Vortrag, wor­auf ein Lichtbildervortrag überChristenverfol- gungen aus früherer Zeit" vorgeführt wurde. Ein gut gespieltes Theaterstück trug viel zur Verschö­nerung des Abends bei. Mit einigen Lieder- und Musikvorträgen, einem begeistert aufgenommenen Hoch auf das deutsche Vaterland und dem Gesang des Deutschlandliedes fand der offizielle Teil des anregend verlaufenen Abends sein Ende.

* Albach, 21. Febr. Heute feierte im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel unser Polizei­diener KarlBalserl. seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar ist körperlich und geistig noch sehr aus der Höhe.

* Leihgestern, 23. Febr. In der Ar­beitsgemeinschaft der Erwerbslo­sen unserer Gemeinde sprach der Leiter des Arbeitsamtes Gießen, Negierungsrat Dr. Du es, überArbeitslosengesehgebung". Inder Einleitung seines Vortrages zeigte der Vortra­gende die Ursachen der Arbeitslosigkeit und Maßnahmen, die zu einer Milderung und zu einem späteren Verschwinden derselben führen könnten. Der Vortrag führte den Hörern die wichtigsten Bestimmungen des Arbeitslosengesetzes vor. Zu ihrer Erläuterung und um zu zeigen, wie sich das Gesetz in der Praxis auswirkt, wurde eine große Anzahl von Entscheidungen des ober­sten Arbeitslosenschieosgerichts besprochen. Der Vortrag, der für die Hörer äußerst aktuell war, löste eine rege Aussprache aus, in deren Verlauf Negierungsrat Dr. Du es die zahlreichen Fragen beantwortete und durch Beispiele aus seiner rei­chen Erfahrung erklärte. Auch dieser Vortrag zeigte erneut, wie wertvoll diese Zusammenkünfte für jeden Teilnehmer sein können.

5. Utphe, 23. Febr. Der Viehversiche­rungsverein hielt im Rathaus seine Jah­reshauptversammlung ab. Der 1. Vor­sitzende, Beigeordneter Raab, erstattete den Ge- schäftsbericht. Es waren 46 Pferde und 380 Stück Rindvieh versichert. Aus dem Bericht des Rechners Friedrich Fi Ising er ging hervor, daß die Ein- nahmen 2221 Mark betrugen. Dje Ausgaben er­reichten nahezu dieselbe Höhe, so daß ein geringer Ucbcrschuß verblieb. Die Rechnung wurde geneh­migt. In den Vorstand wurden gewählt die Land­wirte Wilhelm Sack, Robert Bornmann und Karl Meier als Taxatoren, ferner als Beisitzer Otto B e l tz e r, Karl Sack und Ludwig Jäckel.

Kreis Sp otten.

Schotten, 23. Febr. In stark besuchter, von Obmann Blei (Schotten) geleiteter Ver­sammlung des hiesigen Bezirkslehrer­vereins sprach am Samstag Lehrer Stephan (Breungeshain) überDie Seele des Landwin­des". Der Vortragende stellte das Kind in den Arbeits- und Crziehungskrcis der Familie und beleuchtete die fördernden und hemmenden Wir­kungen, die daraus zur Schule ausstrahlen. An der lebhaften Aussprache beteiligte sich beson­ders Schulrat H a s e n z a h l (Schotten), der er­gänzend in längeren Ausführungen eine Paral­lele zwischen Großstadt- und Landkind zog.

preuhen.

Kreis Wetzlar.

3 Krofdorf, 21. Febr. Auf Beschluß der Ge- rneindevertretung von Krofdorf-Gleiberg sind mit Zustimmung der Forstbehörde im hiesigen Ge­meindewald außer der allgemeinen Holzfällung noch 100 Raummeter Eichenbrennholz zur Abgabe an notleidende Familien ge­schlagen und verteilt worden. Der Preis beträgt je Raummeter Eichenscheiter 4,50 Mark, je Raum­meter Eichenknüppel 3,50 Mark.

T Lützellinden, 22. Febr. Seit einigen Tagen haben Naturfreunde die seltene Gelegen­heit, im Wiesental nach der Waldschenke zu einen stattlichen Fischreiher zu beobachten. Man sieht ihn zuweilen längere Zeit unbeweglich, wie eine Bildsäule" im Lückebach stehen, wo er den Fischen nachstellt. Da er ein scheuer Vogel

Goethe-Bund.

Vortragsabend Cdwm Erich Dwinger.

Aus dem selbstbiographischen Abriß: Dwinger ist Schleswig-Holsteiner, in Kiel geboren, Lief mit 16 Jahren aus der Schule in den Krieg, wurde 1915 im Osten verwundet, kam nach Si­birien in Gefangenschaft, entfloh 1918, erlebte 1919,20 den Endiampf zwischen der Weißen und Roten Armee, wurde abermals gefangen, entfloh aufs neue, kam zurück nach Deutschland, ... genas, begann zu schreiben ... 1929 erschienen die Dücher, die ihn bekannt gemacht haben:Die Armee hinter Slacheldraht";Zwischen Weiß und Rot".

Dwinger spricht klar, artikuliert, eindringlich, dem dokumentarischen Stil seiner Aufzeichnungen angemessen. Er begann mit einem Rückblick auf die Zeit in Sibirien, die den Inhalt des ersten großen Tagebuches ausmacht und schloß diesen Rückblick mit einem leidenschaftlichen Bekenntnis zu Deutschland und zu einer besseren, befriedeten und menschlicheren Zukunft ab.

Er las dann aus der ChronikZwischen Weiß und Rot", gab zuvor einen knappen, mit er­schütternden Zahlen belegten Umriß dieser russi­schen Tragödie aus den Jahren 1919/20, die ent­setzlich war in ihren Ausmaßen und dennoch bei uns nahezu unbekannt geblieben ist.

Aus dem ersten Teil des Buches hörte man die mit einer zermürbenden Spannung geladene Szene mit dem roten Gefangenen, welchen die zurückgehenden Weißen in seinem Heimatdorf durch die Gegenüberstellung mit seiner ahnungs­losen kleinen Tochter entlarven ... und dann die Episode von der vergeblichen Flucht, der Ge­

ist, läßt er die Menschen nicht naHe an sich herankommen.

Kreis Biedenkopf.

T Wald-Girmes, 21. Febr. Die Be­treuung der arbeitslosen Jugend bis zu 21 Jahren hat hier feste Formen an­genommen. Die jungen Leute werden an fünf Nachmittagen in je drei Stunden ohne die abend­liche freiwillige Fortbildungsschule, unterrichtet. Eingeschlossen darin sind wöchentlich drei Stun­den für Spiel, Wandern und turnerische Vor­führungen. Unterrichtet wird in Arbeiterrecht, Versicherungswesen, Gewerbelehre, Staatsbürger­kunde, Land-, Obst- und Gartenbau, Heimat­kunde und Kulturfragen. Die vier hiesigen Leh­rer, Ingenieur Räuber von hier, die Leiter vom Turnverein und Fußballklub, sowie ein Vertreter vom Arbeitsamt Wetzlar haben sich unentgeltlich in den Dienst der guten Sache ge­stellt. In einem Werbeabend sollen die Eltern auf die Wichtigkeit der Angelegenheit hinge­wiesen werden.

Maingau.

WEN. Frankfurt a.M., 23. Febr. Nach­dem am Sonntag bis in die späte Nacht hinein die Vernehmung der wenigen Zeugen durchge­führt woroen war, nahm die Kruninalpolizei die Tochter der Ermordeten, Anna Traut, in Gewahrsam. Diese Maßnahme bedeutet in diesem Falle noch nicht eine Festnahme: die Polizei will nur verhindern, daß Fräulein Traut sich mit verschiedenen Leuten bespricht, die mög­licherweise in die Angelegenheit verwickelt sind. Die Ermordete lebte in sehr guten Verhältnissen. Das Haus war ihr Eigentum und sie besah noch viele Morgen Ackerland, das gut verpachtet war. Die Frau war eine eigenartige Person, die mit aller Welt Streit hatte und sich mit ihrer Tochter nicht verstand. Der Arzt, der die Leiche unter­suchte, ist der Ansicht, daß die Tat in den Morgenstunden des Sonntags begangen wurde. Die Polizei schließt sich dieser Ansicht an und glaubt, daß Frau Traut erschlagen wurde, als sie noch im Bette lag.

<i JL-'Spont

VfB.-Gießen.

VfB. $p. V. horas 3:5 (3:1).

Die Ltgamann schäft, die nur noch ein Ver­bandsspiel auszutragen hat, hatte am Sonntag die Ligamannschaft des Sp. V. Horas bei Fulda zum Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste konnten einen 5:3-Sieg mit nach Hause nehmen. Sie spielten einen ungekünstelten, ganz auf Erfolg eingestellten Fußball, wodurch sie das mit 3:1 verlorene Spiel zum Schluß innerhalb 20 Minuten siegreich gestal­ten konnten. Die VfB.-Elf ist offensichtlich überspielt, auch trat sie mit mehrfachem Ersatz an. Nach fünf Minuten Spielzeit führte VfB. bereits 1:0. Die Platzmannschaft zeigte bei merklicher Ueberlegenheit schönes Zuspiel. Die Gäste setzten sich kräftig zur Wehr, konnten aber nicht verhindern, daß der Platz- bcsitzer bald auf 2:0 erhöhte. Nachdem beide Mann- schäften zahlreiche Torgelegenheiten ausgelassen hat­ten, verwandelt Ritter einen Elfmeter zum dritten Tor für Gießen. Kurz vor der Pause kann Horas ein Tor aufholen.

In der zweiten Halbzeit erwies sich VfB. lange Zeit als überlegen, aber keine der klaren Tor­chancen konnte erfolgbringend verwertet werden. Während dieser Drangperiode verteidigt Horas tapfer, um sich dann mit einem Schlage frei zu machen und mit verschiedenen Durchbrüchen das Gießener Tor in Gefahr zu bringen. Die Grün­weißen gerieten dadurch aus dem Konzept, lassen sich die Spielweise von Horas aufdrängen und innerhalb kurzer Zeit haben die Gäste nicht nur aufgeholt, sondern auch noch kurz vor Schluß das Treffen mit 5:3 für sich entschieden.

Die Ligareserve und die dritte Mannschaft weil­ten in Hermannstein. Die Ligareserve unterlag trotz technischer Lleberlegenheit der 1. Mannschaft von Hermannstein mit 1:4. Die Dritte gewann gegen die Zweite von Hermannstein sicher mit 3:1.

Die 2. Iugendmannschaft hatte zum fälligen Diplomspiel die 1. Mannschaft des VfR. Butzbach zu Gast und verlor 10:1.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Ein torreiches Meisterschaftsspiel.

1900s erste Mannschaft stellte sich in Marburg dem LahnkreismeisterGermania" zuan Rückspiel. Das Spiel nahm einen unerwartet torreichen Aus gang: mit 8:6 Trefern blieb Marburg Sie­ger (Halbzeit 3:1 für Gießen). 1900 war in gro­ßer Form, den verdienten Sieg verschenkte der sonst so zuverlässige Brambach im Tor, der einen schwarzen Tag hatte. Der glatte Schnee­boden und das weniger Deschästigtsein trugen ihr Teil dazu bei. Aber es war bald nicht mehr mibanzusehen, wie er einige leichte Fernschüsse passieren lieh. Den bis zur Pause sicher erschei­nenden Sieg machte er zunichte. 1900 zeigte von Anbeginn an ein famoses Zusammenspiel. Die Läufer bauten die Angriffe hervorragend auf. Heilmann und Adelberger schossen die Führungs­treffer. Ein Strafstoß auf das Gießener Tor wurde im Nachschuh verwandelt. Marburg wurde nun eine Zeitlang etwas offensiver, aber bald schoh Hellmann das 3. Tor für Gießen.

Ohne Pause (auf Wunsch des Schiedsrichters) ging der schnelle Kampf weiter. Nach dem Seiten­wechsel sah man ausgeglichenes Spiel. Der Platz- Verein erzielte den Ausgleich. Adelberger holte aber wieder einen 4:3-Vorsprung für Gießen. Dem Ausgleich folgte das 5:4, das 6:4 für Marburg. 1900 holt dann wieder einen Treffer auf, dann folgt wieder ein Goal der Germanen. Abermals bezwingt Adelberger den Germanenhüter und dann setzte 1900 22 Minuten vor Spielende alles auf eine Karte und die Mannschaft wurde bis zum Schlußpfiff in den eigenen Strafraum ge­drängt. Bei den Gießenern lief in tadelloser Kom­

binatton der Ball von Mann zu Mann. Aber dev Gastgeber wehrte sich verzweifelt und das Spiel artete etwas aus. ßeiber versagte hier der Schiedsrichter.

Brambach wurde während dieser Periode ein­mal am Boden festgehalten, wodurch ein anderer Germane mühelos ins leere Tor einschieben konnte. Einige Minuten vor Schluß sandte Marburg zum achten Male ein. Bei 1900 war Adelberger in ausgezeichneter Verfassung. Nach ihm war Heil­mann im Sturm der Beste. Arnold fiel diesmal stark ab. Die Läufer spielten technisch ausgezeich­net. Die Verteidigung war eifrig, wies aber Mängel im Stellungsspiel auf. Im Feldspiel lieferten sich beide Parteien einen ritterlichen Kampf. Für kleinere Entgleisungen muß man den Boden verantwortlich machen. Marburg konnte eigentlich mit dieser Leistung als Meister wenig überzeugen. Die Spielweise der Gießener erschien reifer.

1900s Vierte weilte mit einer zusammengewür- felten Mannschaft in Niederwalgern und verlor 3:2.

Jugcndsplele.

Infolge Erkrankung des Spielführers der zweiten Jugend wurde die Mannschaft nicht vollzählig bestellt, so daß nur sieben Mann auf den Platz tarnen. Diese konnten eine 5:0- Riederlage gegen die erste Jugend <ni8 Weil­burg nicht verhindern. Die Schüler waren in Hermannstein und vermochten gegen die dor­tigen stärkeren Schüler ein ehrenvolles 2:2 zu erringen. Die Spiele der ersten und dritten Jugend gelangten nicht zum Austrag.

Skirennen der Paddlergilde Gießen.

Am Sonntag fand bei außerordentlich günstigen Schneeverhältmssen das Skirennen derPadd- lergilde Gießen in der Gegend von Königs­berg und Hohensolms statt. Außer Mitgliedern des Veranstalters beteiligten sich noch der Skiklub Gie­ßen, die Ski-Riege des Tv. von 1846 und Läufer aus Marburg und Darmstadt. Um 10.15 Uhr schickte der Starter die Teilnebmer am Langstrecken- lauf in 1-Minuten-Abstand auf den Weg. Die etwa 5 Kilometer lange Strecke, die wegen Bruch­harsch gut vorgespurt war, führte von Königsberg, durch die Struppbach bergauf nach Hohensolms und in steiler Abfahrt ins Erdaer Feld. Die beste Zeit lief Robert Spies vom Skiklub Gießen, der 22 Min. 45* Sek. benötigte. Dichtauf folgte der be­kannte Rennpaddler Joachim K a p h i n g st von der Paddlergilde. Am Nachmittag erfolgte der A b - fahrts-Hindernislauf über etwa 0,8 Kilo­meter. In steiler Schußfahrt mußten eine Reihe von Kurven, Tore und Bodenwellen durchfahren wer­den, die an die Technik und Gewandtheit der Läu­fer die größten Anforderungen stellten. Karl Alt- Ha u s von der Paddlergilde durchlief die Strecke in einwandfreier Haltung in 2,37 Min. Zweiter wurde Robert Spies vom Skiklub Gießen. Die Skimeisterschaft der Paddlergilde fiel für 1931 an Karl Althaus.

Die Ergebnisse:

Lang lauf: 1. Robert Spies (Skiklub Gießen), 2. Joachim Kaphingst (Paddlergilde), 3. Karl Wei- gand (Skiklub Gießen), 4. Kurt Sänger (To. 1846), 5. Karl Althaus (Paddlergilde Gießen), 6. Kurt Becker (To. 1846), 7. Aug. Philipp (Tv. 1846).

Abfahrtslauf: 1. Karlt Althaus (Paddler­gilde), 2. Robert Spies (Skiklub), 3. Ernst Daß (Paddlergilde), 4. Fritz Mosner (Skiklub), 5. Kurt Sänger (Tv. 1846), 6. Fritz Huthmann (Rot-Weiß Darmstadt), 7. Kurt Becker (Tv. 1846).

Gesamtwertung: 1. Robert Spies (Ski­klub), 2. Karl Althaus (Paddlergilde), 3. Kurt Sän­ger (Tv. 1846).

Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Am vergangenen Samstagabend fand in Naunheim der diesjährige ordentliche Be- zirks-Turntag statt. Der Turnspartenleiter Jung (Großen-Linden) eröffnete die Tagung. Die Berichte über das verflossene Jahr, die ge­druckt Vorlagen, wurden inündlich ergänzt und zeigten daß die Bewegung gute Fortschritte zu verzeichnen hatte. Nach einem kurzen Referat des anwesenden Kreisobmannes beschäfttgte man sich mit den eingelaufenen Anttägen. Man schritt sodann zu den Wahlen, welche die Wiederwahl des Gefamtvorstandes ergaben. Nur das Amt des Männerturnwarles wurde dem Turner Karl Detin (Wieseck) übertragen.

Am Sonntagvormittag kamen dann die Dele­gierten aller Dezirksvereine ebenfalls in Naun­heim zum Bezirkstag zusammen. Der Vor­sitzende Kuntzemüller (Gießen) begrüßte die Teilnehmer. Auch hier m die Berichte ge- Druckt vor und wurden in .<rn Einzelheiten nL-er erläutert. Besondere Fortschritte hatte die Fuh- ballbewegung zu verzeichnen. Die Aussprache brachte die Würdigung der vom Vorstand ge­leisteten Arbeit. Ein ausführliches Referat des technischen Kreisobmannes Zuber (Oberursel) zeigte die Entwicklung der Bewegung in Kreis tunb Bund. Besonders wies er auf die im orga­nisatorischen Aufbau der BewegunL^ich ergeben­den Schwierigkeiten hin. Anschließend widmete er besondere Aufmerksamkeit der vom 19. bis 26. Juli in Wien stattfindenden zweiten Ar­beiter-Olympiade. Die Wahlen brachten die Wiederwahl des Gesamtvorstandes.

Eewinnauszug

5. Klasse 36. Preußisch-Süddeutsche (262. Preuß.) Slaals-Lolterle

Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

11. Ziehungstag 20. Februar 1931

3n der heutigen Nachmittagszlehung wurden Gewinn, über 400 M. gezogen

2 Gewinn« |u 10000 M. 103024

12 Gewinn« »u 5000 M. 90676 128954 169645 162251 264330 346011

14 Gewinn« »u 3000 W. 103654 123457 179315 181255 190024 202412 255747

36 Gewinn- nu 2000 M. 17619 83448 142138 204710 2116R5 214721 214847 221867 225755

261769 261859 277006 330940 346411 355096

370100 383844 393799

86 Cctolnne ju 1000 M. 3542 11126 13206 34661 39208 57335 74406 83601 98363 99351 101078 105748 114320 122584 139256 141418 157037

163399 165489 171228 172141 182105 183246

197435 198029 214941 239707 240996 251344

256428 270867 288586 295554 296658 298994

305837 330241 333236 337258 339837 382459

394912 399609

136 Gewinn« 8u 500 M. 21936 24219 25303 33828 34063 39110 43986 45147 45199 48110 49353 50823 56810 62752 65953 66730 98127 102214 107772 121594 126156 132194 143861 146609 156159

174359 174396 176303 180369 184467 185508

191639 194745 209956 210312 214591 235827

250657 260013 267963 270646 272002 272467

273956 276453 276837 283358 287911 293249

293258 296195 297473 297931 302120 302592

302802 305891 311278 326657 332258 342838

364112 366464 378015 378404 390432 392522

393432

Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 600 000, 2 Gewi ne zu je 500 000 2 zu je 3000^0, 4 zu je 75 000, 4 zu je 50 000 22 zu je 25 000, 110 zu je 10 000 283 zu je 6000. 612 zu je 8000, 1886 zu je 2000, 3690 zu je 1000, 6910 zu je 500, 17934 zu je 400 M.

12. Ziehungstag 21. Februar 1931

3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen

8 Gewinn« ,U 10000 M. 19918 112439 135347 346766

16 Gewinne »n 5000 M. 5898 59588 74380 202307 299375 336864 344073 357008

18 Gewinne ju 3000 M. 67078 77042 108149 112338 127026 160909 211906 320248 360280

60 Gewinne ,u 2000 M. 23110 30712 36764 40764 68403 59037 65318 93604 94208 99653 111407 120960 172736 214653 217007 223220 228809 232400 238238 269346 314126 315622 330155 359202 395430

106 Gewinn« ,u 1000 M. 3874 13443 23655 26528 37591 47618 61202 68582 74123 94133 101007 107348 132073 139878 166177 198889 208741

234116 236579 237226 238683 240102 240551

244145 246353 255474 270913 272551 280833

281515 283137 289909 290369 307333 311090

313176 32 r33 320417 325474 331432 336057

336925 346181 355530 356952 362017 363460

367361 369055 374983 381184 383820 385995

170 Gewinne zu 500 M. 744 1137 1671 17666 21828 22503 25420 29792 30312 33695 34942 39639

39730 41924 44832 46416 48324 59718 67217

70789 70916 71715 74034 74390 83068 94629

99295 99307 118326 120472 121489 127847 129857 130510 137809 143981 149849 153151 153318

153731 155819 162916 169584 171864 172175

181580 186809 188348 189883 198118 202144

211361 218487 222412 222920 234915 241058

244655 244674 247161 249684 252127 257601

257801 262228 264796 269280 286216 287725

288631 296564 298836 311926 313156 313651

327532 335174 342493 349164 361521 362516

363845 365695 394100 397776

fangennahme und dem Ende des preußischen Fähnrichs Seydlih.

Nach der Pause las Dwinger eine Reihe von Kapiteln aus dem Jahre 1920, aus der lejtz.en Phase der großen Tragödie, die mit dem 1».. :r» gang der Weißen über das Cis des Baika. auf einer mit Leichenhausen bezeichneten, end­losen Fluchtstrahe in Schneestürmen und wahn­sinniger Kälte, mit Hunger und Typhus, mit Er­schöpfung und durnp.er Verzweiflung, mit stünd­lich neuem Sterben und der Gefangennahme der zwanzig Lleberlebenden durch die nachdrängenden Noten endet ...

Ein Rückmarsch wird hier beschrieben, von welchem einer der gefangenen Offiziere aus dem sibirischen Lager einmal sagt, daß, daran ge­messen, jener hochberühmte Rückzug Napoleons von Moskau 1812 ein Spaziergang gewesen sei... daß man die Schulbücher umschreiben und um­lernen müsse. And wenn man die Zahlen und Masse hier und dort vergleicht, wird man die­sem Leutnant recht geben müssen.

Die Schilderung setzte ein mit dem Bericht vom Typhustode der jungen Russin Ljuba, die mit ihrem Verlobten und dem letzten versprengten Haufen der geschlagenen Weißen einem fernen Ziel entgegenzieht. Den Abschluß bildete der Be­richt vom heroischen Tode des Kapitäns Dereniki, der die Versprengten bis ganz zuletzt zusammen­hält und führt ... Als er mit dem Pferde stürzt, ein Dein bricht und keine Aussicht auf Rettung sieht, befiehlt er den Seinen, weiterzuziehen, und bleibt mit einem Maschinengewehr in einer Schlittenburg zurück, die Roten aufzuhalten, so­lange es geht ...

Das waren einige Proben. Wenn man das ganze dicke Buch gelesen hat und man lieft

es ohne aufzustehen von Anfang bis zu Ende ist man erschüttert und zermürbt, schaudernd vor der unangreifbaren und entsetzlichen Wirk­lichkeit dieses Buches, das kein Roman und in nichts er.unben ist, sondern nur Erinnerung. Auf­zeichnung, Chronik und zeitgenössisches, welt­historisches Dokument ... Erlebnis eines Augen­zeugen. der sein eigenes Ich und sein tiefstes Gefühl hinter einer oft unfaßbaren Sachlichkeit verbarg.

Die Vorlesung hinterließ den stärksten Ein­druck: die zahlreiche Hörerschaft war sichtlich ergriffen. -y-

Oie Wikinger der Südsee.

Die Polynesier nehmen unter der Bevölkerung der Südsee eine besondere Stellung ein durch die hohe Kultur, die sie sich selbständig erworben haben: sie breiteten sich über Mikronesien, Po­lynesien und Melanesien aus und haben die Ent­deckung der Südsee systemattsch betrieben. Sie werden daher in demHandbuch der geogra­phischen Wissenschaft" mit den Wikingern ver­glichen, weil sie ebenso hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Schiffahrt vollbracht haben. Mit ihren Doppelbovten oder Auslegerein­bäumen, die sie ohne Kenntnis des Metalls er­bauten, konnten sie bis zu 600 Menschen beför­dern. und auf diesen seetüchtigen Fahrzeugen legten sie weite Strecken zurück. So war zwischen Tonga und Fidschi auf einer Strecke von 600 Kilometer ein regelmäßiger Verkehr eingerichtet, der drei Tage dauerte. Es ist mit Sicherheit nach gewiesen, daß sie Fahrten über Strecken von 3600 Kilometer unternahmen. Den Höhe­

punkt ihrer Schiffahrtskunst erreichten sie im 16. und 17. Jahrhundert, gerade zu der Zeit, als die Europäer die Südsee entdeckten. Es gab bei ihnen besondere Navigationsschulen, in denen den Häuptlingssöhnen die Führung der Boote beigebracht wurde. Ihre Orientierung erhielten sie hauptsächlich durch die Sterne, über deren Kulminationshöhe auf den einzelnen Inseln sie unterrichtet waren. Sie benutzten eigenartige See­karten, die aus Stäben zusammengefügt waren. Auf den Fahrten hatten sie Proviant an Hunden und Schweinen mit, nährten sich auch von rohen Fischen, besonders Haifischen. Sie nahmen sogar Konserven mit, so eingekochte Tauben, die sich in einer Fettschicht hielten. Ihre Schiffe waren mit Kokosöl eingerieben, steuerten nach vorn und hinten gleich gut. Noch heute sind sie Meister der Seefahrt...

Zeitschriften.

Im neuesten HeftHessen land" (Ver­lag N. G. Elwert, Marburg) beginnt Oberst­leutnant a. D. von Carlshausen ein Bild seines Urgroßvaters C. Fr. Buderus zu umreihen, des Finanzratgebers des Kurfürsten Friedrich Wilhelm l. R. Langner entwirft ein Lebensbild eines anderen Finanzgenies, des aus Kassel stammenden, später Preußischen Finanzministers Fr. von Motz, des Anregers des Zollvereins. Dr. Apel seht seine Artikelreihe: Die hessische Freiheiten, fort und legt uns die Bedeutung dieses Wortes dar. Eingefügt sind kleinere Ar­tikel. Die üblichen Berichte aus der Heimat und die Mitteilungen des Vereins für hessische Ge­schichte und Landeskunde runden den Inhalt ab.