Ausgabe 
24.1.1931
 
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öerlich. da die vorhandenen Wagen nicht ausreich- ten. um die dringenden Revisionen regelmäßig durchzuführen. denn in den Sommermonaten muß­ten sämtliche Wagen in Betrieb genommen wer­den. Reservewagen waren überhaupt nicht mehr vorhanden, und wir empfehlen denjenigen, welche sich für diese Frage interessieren, sich in den Wa- gcndepots der Straßenbahnen in anderen Städten umzusehen, was dort für Reservematerial als not­wendig angesehen wird.

Auch konnte der Verkehr bei größeren Festlich­keiten, z. D. auf dem Trieb, durch die vorhandenen Wagen nicht annähernd bewältigt werden. Alm den Verkehr auf dem Endpunkt Vvlkshalle besser zu gestalten, wurde am Endpunkt eine Gleisschleife angelegt, denn das Hin- und Herfahren der Wa­gen am Endpunkt, wie es vordem notwendig war, war für das Publikum direkt lebensgefährlich und der Verkehr war derartig behindert, daß hierdurch ein einigermaßen regelmäßiger Betrieb auf den übrigen Strecken nicht eingeholt werden konnte. Alebrigens findet man Gleisschleifen auch fast in allen anderen Städten, da, wo es sich um größeren stohweihen Verkehr handelt. Eine schnellere Ab­fertigung an dem Endpunkt Dolkshalle ist um so mehr notwendig, da eine Verspritung bei dem ein­gleisigen Betrieb in der Stadt nicht eingeholt wer­den kann.

Da in beiden Städten, Gießen und Marburg, der Strom der Straßenbahn vom Städtischen Elek­trizitätswerk geliefert wird, ist es an sich für den Stadtsäckel gleich, zu welchem Preis die Be­rechnung des Stromes erfolgt. Wenn also, wie vielleicht in Marburg es liegt natürlich im Belieben der betreffenden Verwaltung, wie sie es für richtig hält ein sehr niedriger Sah für den Strompreis verrechnet wird, vielleicht aus dem

Grunde, eine gewisse Rentabilität für das Dahn- unternehmen zu errechnen, so ist damit nicht ge­sagt. daß dieser Preis von 7 Pf. angemessen und ohne Verluste für das Elektrizitätswerk sei. Daß mit dem Satz von 7 Pf. das Elektrizitätswerk nicht bestehen könnte, erklärt sich schon aus t>:m Almstand, daß z. B. eine große Straßenbahn in der Rähe Gießens mit "iner Iahresabnahme von etwa 20 Millionen KWa einen Preis von 12 Pf. für die KWa berechnet erhält, während in Marburg bei einer jährlichen Entnahme des Vido Teils der obengenannten Entnahme nur 7 Pf. berechnet werden.

Verfährt man bei der Berechnung des Strom­preises kaufmännisch und man soll auch hier, wo zwei Betriebe, Elektrizitätswerk und Straßen­bahn, in gewissem Zusammenhang stehen, klar sehen, wie weit jedes Alnternehmen für sich wirt­schaftlich arbeitet, fo kommt man unter Berück­sichtigung der erforderlichen Verzinsung und Ab­schreibung für die aufgcwandten technischen An­lagen zu einem Preis, der bei der Höhe der Ab­nahme der Gießener Straßenbahn mit 17 Pf. pro KWa wohl als richtig verantwortet werden kann. Tas Rcchenexcmpel an sich ist ganz ein­fach. Die Alebernahme des Marburger Straßen­bahn-Fahrpreises für Gießen würde eine Erspar­nis von jährlich 55 000 Mk. ergeben und damit den Fehlbetrag in einen Aleberschuh verwandeln. Daß dieses Rechenexempel eine Täuschung ist, dies darzulegcn, ist der Zweck der vorstehenden Zei­len. Es hat keinen Zweck, darauf loszuwirtschaf­ten und sich selbst Sand in die Augen zu streuen. Rur klare Alebersicht der gesamten Verhältnisse kann auch hier allein auf den Weg zur Gesun­dung führen.

Wirtschaft.

Holzversteigerungs - Termine.

Montag, 26. Januar.

Versteigerer: Fürstliche Obcrförsterei Lich. Ver­steigerungsort: Konzebühl und Graudorn, nach Zusammenkunft am Waldeingang, Straße Lich Gießen (Teich). 9.30 Alhr.

Versteigerer: Bürgermeisterei Bersrod. Der- steigerungsort: im hiesigen Gemeindewald. Zu­sammenkunft im Ort. 9.30 Alhr.

Versteigerer: Graf zu Solnis-Laubachsches Forstamt Laubach. Versteigerungsort: Gasthaus zur Traube, Laubach. 10.15 Alhr.

Versteigerer: Fürst zu Solms-Braunfelssches Forstrevier, Hungen. Dersteigerungsort: Distrikt Tiergarten, Zusammenkunft auf der Straße Hun­genSchotten, am Pfannekucherrweg. 10 Alhr.

Versteigerer: Bürgermeisterei Leihgestern. Der­steigerungsort: WirtschaftZur Krone", Leih­gestern. 13 Alhr.

4% Millionen Arbeitslose.

Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung wurden Mitte Januar aus Mitteln der Arbeitslosenversiche­rung rund 2 396 000, ans der Krisenfürsorge rund 739 000 Arbeitslose unterstützt. Gegenüber dem vori­gen Stichtag bedeutet das eine Zunahme um rund 230 000 bzw. rund 62 000.

Unter den am 15. Januar bei den Arbeitsämtern verfügbaren Arbeitsuchenden befanden sich nach Abzug der noch in Stellung oder in Notstandsarbeit Befindlichen

rund 4 765 000 Arbeitslose.

Zu ihnen gehören außer den Unterstützungsempfän­gern noch die von der öffentlichen Fürsorge Be­treuten (Wohlfahrtserwerbslose), ferner zahlreiche Arbeitslose, die am Stichtage die Wartezeit für die . Arbeitslosenunterstützung 'durchzumachen hatten, oder die auf Grund der starken Fluktuation des l Marktes sich im Uebergang zwischen verschiedenen, zum Teil kurzfristigen Beschäftigungen befanden.

* Die Witterung machte in weitem Umfange die Einstellung der Außenarbeiten notwendig. Dem ' entspricht der starke Zugang an Arbeit­suchenden aus dem Baugewerbe und aus den mit ihm zusammenhängenden Berufsgruppen und Rohstoffindustrien, sowie die zunehmende Ar­beitslosigkeit in der Landwirtschaft der Bezirke Schlesien, Brandenburg, Hessen und Sachsen.

Wochenbericht vom Sranffurfer Effektenmarkt.

Nachdem zum Schluß des letzten Berichtsab- schnittes eine leichte Erholung eingetreten war,

lag der nächste Börsentag wieder außerordent­lich schwach, und es stellten sich wieder Rekord- t i e f st ä n d e ein. Es wurden erneut Exekutionen und Positionslösungen vorgenommen. Daneben schritt die Spekulation und das Publikum zu wahren Angstverkäufen. Auch das Ausland trat stark als Abgebcr auf. Reben der anhaltend schwachen Reuyorker Börse verstimmten vor allem die Auslassungen Dr. Dietrichs hinsichtlich der Reubesihanleihe. Auch den Tagen von Genf sah die Börse wegen der völlig ungewissen Aus­wirkungen der dortigen Debatten gespannt ent­gegen. Die Börse erwartete von der Genfer Tagung keine Förderung des internationalen Schulden- und des deutschen Reparations­problems. Dabei läßt die Gestaltung her Finanz­lage mit dem Riesendefizit von einer runden Milliarde Mark wohl kaum noch einen Zweifel daran, daß eine Erfüllungspolitik auf lange Sicht gemäß dem Voungplan zu einer Katastrophe für die Reichsfinanzen führen müsse. Innenpolitisch ist die Lage nach wie vor gespannt und daneben noch mit den vielseitigen Tarifschwierigkeiten be­lastet. Bei dieser unerfreulichen Entwicklung hielt es schwer, Interesse für die Börse zu erwecken. Später machte sich eine leichte Beruhigung be­merkbar, da vor allem die starken Verkäufe in Farbenaktien, die wahrscheinlich aus dem Besitz des verstorbenen englischen Großindustriellen Lord Melchets stammten, aufgehört haben. Ferner machten Gerüchte über eine deutsch-französische Kredittransaktion einen guten Eindruck. Kon­krete Angaben über eine solche Transaktion sind aber bei den zuständigen Stellen bisher nicht erhältlich gewesen. Auch die inzwischen erledigte Polendebatte in Genf fand einen xelativ günstigen Widerhall, da man hierin die Hauptschwierig­keiten befürchtet hatte. Auch von den neueren Ausführungen des Reichsfinanzministers betref­fend der Reubesihanleihe ging eine Anregung aus, da er die mit der Anleihe zusammen­hängenden Fragen in einer Sachverständigen­konferenz klären lassen wolle. Die Spekulation schritt besonders im Hinblick auf den Alltimo zu verstärkten Käufen, so daß sich gegen den letzten Stichtag auf fast allen Märkten Besserungen von 3 bis zu 8 Prozent ergaben. Mehr gebessert lagen Chade und Svenska, die 15 bzw. 10 Mk. gewannen. Don Anleihen lagen Reubesitz um 1,25 Prozent erholt. Pfandbriefe waren un­wesentlich verändert. Der Geldmarkt zeigte die ganze Woche hindurch eine leichte Derfassung. Am Devisenmarkt konnte sich die Mark nach ihrer starken Abschwächung wieder kräftig er­holen. Die Grohinsolvenz einer italienischen Finanzgesellschaft ließ den Wochenschluh wieder etwas schwächer verkehren.

Wochenbericht vom frankfurter produktenmarkt.

Die Haltung des Frankfurter Produktenmarktes war derjenigen während der Vorwoche einiger­maßen entgegengesetzt und besonders am Anfang der Woche als gedrückt zu bezeichnen. Später konnte sich jedoch im Einklang mit den gebesserten übrigen deutschen Produktenbörsen eine etwas freundlichere Stimmung durchsetzen, doch war die allgemeine Tendenz weiter sehr ruhig. Die Zu^ rückhaltung der Händler war allseits sehr groß, und die Almsatztätigkeit dementsprechend. Rach einer Statistik des Deutschen Landwirtschaftsrats haben die Vorräte an Getreide zwar beträchtlich abgenommen, doch ist eine allgemeine Verknap­pung nicht zu befürchten.

Rach der Erholung am Getreidewelt­markt ist jetzt wieder eine gewisse Abschwächung zu verzeichnen.

Das schwache Weizenmehl geschäft drückte naturgemäß stärker auf den Weizenmarkt, als dieser zwar nicht drängend, aber von Tag zu Tag billiger angeboten wurde und auch Alntergebot« meist Annahme fanden. Erst gegen Ende der Woche wurde das Angebot zurückhaltender und das führte sofort zu einer kleinen Besserung, über deren Dauer sich allerdings vorerst nichts sagen läßt. Die Besserung betrug 2 Mk. für. die Tonne. Das Geschäft in Auslandweizen blieb weiter unbedeutend.

Am Roggen markt war das Angebot we­sentlich geringer, unb der Markt zeigte in sich eine ziemlich feste Grundtendenz, was jedoch im Preise kaum zum Ausdruck kam, doch wurden im freien Markt teilweise bis 2 Mk. höhere Forderungen bewilligt.

Am Hafer markt ergaben sich bereits gegen Ende der vergangenen Woche auf das Gerücht über einge evtl. Einführung von Einsuhrschein- Kontingenten leichte Preissteigerungen, die sich auch noch zu Beginn dieser Woche fortsehten, so daß ein erneuter Gewinn von 3,50 Mk. für die Tonne zu verzeichnen ist. Das Angebot wurde daraufhin etwas stärker, und der Markt zeigte wieder eine sehr ruhige Tendenz.

Brau- und Industrie g e r st e hatte stetige Preistendenz bei kleinem Geschäft. Der Bedarf der Brauereien wird zwar als noch nicht voll gedeckt angesehen, diese hielten jedoch zurück, weil sie das Diergeschäst abwarten.

R o g g e n m e h l hatte bei unveränderten For­derungen einiges Geschäft.

Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen in Mark (für Getreide je Tonne, für alles übrige je Doppelzentner): Weizen 275 bis 276, Roggen 177,50 bis 178,50, Gerste 215 bis 220, Hafer 160 bis 165, Weizenmehl (südd.) 41,50 bis 42,50, Weizenmehl (niederrhein.) 41,25 bis 42,25, Rog­genmehl 26,25 bis 27,25, Weizenkleie 9,50, Roggenkleie 9 bis 9,25.

Wochenbericht

vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Bei im allgemeinen nicht sehr umfangreichem Geschäft ergaben sich auf dem Frankfurter» Schlachtviehmarkt überwiegerrd weitere Rückgänge, die jedoch kein größeres Ausmaß erreichten, da die Zufuhren in dieser Woche wesentlich geringer waren. Es dürften jedoch in den nächsten Wochen wieder größere Auftriebe zu erwarten sein, da der Viehbestand immer noch sehr stark ist. Der Auftrieb auf dem Rinder markt war erheblich geringer, genügte jedoch vollkommen dem durch die schlechten Wirtschastsverhältnisse stark ver­minderten Bedarf. Das Geschäft verlief sehr ruhig. Der Abtrieb nach auswärts betrug etwa 50 Prozent. Die Preise lagen bei Kühen 1 Mk. höher, dagegen bei Färsen 1 Mk. niedriger. Ochsen und Bullen blieben unverändert. Auch der Schweinemarkt war wesentlich schwächer beschickt. Bei ruhigem Handel verblieb ziemlich Aleberstand. Die Preise zeigten Rück­gänge von 1 bis 2 Mk. Kälber und Schafe hatten ebenfalls sehr ruhiges Geschäft. Die Märkte wurden jedoch ausverkauft. Hier waren die Preisrückgänge etwas stärker, und zwar be­trugen sie bei Kälbern 1 bis 3 Mk. und bei Schafen 1 bis 4 Mk.

Der Gesamtauftrieb bestand aus 1351 Rindern, darunter befanden sich 298 Ochsen, 105 Bullen, 440 Kühe und 360 Färsen, ferner aus 1136 Kälbern, 471 Schafen und 5702 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 415 Rinder, 250 Kälber, 200 Schafe und 1275 Schweine weniger am Markt. Bezahlt wurde prd Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 48 bis 51, a2) 43 bis 47, bl) 40 bis 42, Bullen a) 47 bis 50, b) 43 bis 46, Kühe a) 40

bis 43, b) 36 bis 39, c) 32 biS 35, d) 25 bis 31«

Färsen a) 48 bis 51, b) 43 bis 47, c) 40 bis 42;

Kälber b) 63 bis 67, c) 58 bis 62, d) 50 bis 57

Schafe al) 42 bis 46, b) 34 bis 41. Schweine?

b) 54 bis 56, c) 55 bis 58, d) 55 bis 58, e) 53 bis 57. '

*

Veränderung des Pr ivatdis - k o n t s. Der Privatdislont wurde für kurze Sicht um 0,13 Prozent auf 4,75 Prozent erhöht, der für lange Sicht blieb unverändert auf 4,75 Proz.

Bon der Frankfurter Börse. Bom 2. Februar ab werden die 4,75prozentigen Li- quioations-Kommunal-Schuldverschrecbungen der Hessischen Landes-Hypothekenbank Darmstadt ausschließlich Ratenschein Rr. 1 an der Frankfur­ter Börse gehandelt und notiert.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 24. Jan. Tendenz: still, aber fester. Auch zum Wochenschluß eröffnete die Börse weiter in festerer Haltung, nachdem bereits im Vor- mittagsoerkehr hohe Kurse genannt worden waren. Eine Anregung ging vor allem von der festen Aus- landbörse aus. Das Geschäft war im allgemeinen klein. Gegenüber der gestrigen Abendbörse er­gaben sich K u r s b e s s e r u n g e n vo.n 1 bis 2 v. H. Etwas lebhaftere Gejchäftstätigkeit machte sich am Elektromarkt bemerkbar. AEG., Schuckert und Sie­mens gewannen 1,5 bis 2 v. H. Chadeaktien lagen 5,5 v. H. höher. Am Chemiemarkt zögen J.-G.-Farben und Rütgerswerke je 1 v. H. an. -tialuperte zeigten Besserungen von 2 bis 3 v. H. Am Montanmarkt setzten Rheinstahl, Phönix und Buderus 1 v. H. niedriger ein. Kunstseideaktien lagen um 1 v. H. freundlicher. Arn Bankenmarkt machte sich die Nach­frage nach neuen Reichsbankanteilen bemerkbar, die 4 v. H. fester lagen. Die übrigen Bankwerte blieben behauptet. Etwas schwächer erschienen Wayß & Frey, tag mit minus 1 v. H. niedriger. Im übrigen herrschte G e s ch ä f t sst i l l e. Bon deutschen Anleihen er­öffneten Altbesitz 1 o. H. niedriger, während Neubefitz behauptet blieben. Auslandwerte vernachlässigt. Die sich nach den ersten Kursen ergebenden Abweichungen konnten sich zum Schluß wieder bessern und das Anfangsniveau wieder erreichen. Das Geschäft blieb gering' Der Geldmarkt lag weiter leicht und der Satz unverändert. Am Devisenmarkt ergaben sich bemer­kenswerte Veränderungen. Man normte Mark gegen Dollar 4,2073, gegen Pfunde 20,4237, London gegen Kabel 4,8545? gegen Paris 123,88, gegen Mailand 92,73, gegen Schweiz 25,0950, gegen Holland 12,0675.

Berliner Börse.

Berlin, 24. Jan. Im Einklang mit der freund­lichen Tendenz der Auslandbörse, insbesondere mit dem durchweg festeren Verlauf der gestrigen Neu- yorker Börse, zeigte schon die heuti-e Vormittags­börse ein ausgesprochenes freundliches Aus. sehen. Die mit größter Hartnäckigkeit sich erhalten­den Gerüchte über deutsche Anleiheverhandlungen mit Frankreich, die auch von einem schon vormittags er­scheinenden Berliner Blatt in großer Aufmachung besprochen wurden, stimulierten, obwohl von zu­ständiger Seite mit größter Deutlichkeit darauf hin­gewiesen wird, daß. hier zwei völlig getrennte An­gelegenheiten durcheinandergeworfen werden, und daß zur Zeit keine langfristigen Anleiheoerhand­lungen zwischen Deutschland und Frankreich ge­pflogen werden. Einer Börseneinführung deutscher Effekten würde, abgesehen von anderen Voraus­setzungen. auch die hohe französische Steuer im Wege stehen. Ein anderes Berliner Mittagsblatt weift im übrigen auf diese Tatsache hin. Zu Beginn des offi­ziellen Verkehrs war das Geschäft bei Berücksichti­gung des Samstagbeginns und der augenblicklichen Beschaffenheit der Börse als relatiu lebhaft anzusehen. Die eingetroffenen Kauforders stellten zwar überwiegend Deckungen des In- und Aus­landes dar, genügten aber, um die Wirkung der auf 4,75 Millionen angestiegenen Arbeitslosenziffer und die Meldungen von der schwachen Veranlagung des Eisenexportmarktes und von Stillegungen beim Stahloerein in den Hintergrund treten zu lassen. Da außerdem noch zahlreiche Baisseengagements zu be­stehen schienen, war die Stimmung recht beträchtlich, und die Sätze gingen über 3 o. H. nicht hinaus. Wicking-Zement zogen bei kleinern Umsatz auf 4,5 an, Reichsbankaktien 4 v. H. fester. Rheinische Braun­kohlen 5 v. H. höher, Salzdetfurth 4.5 v. H., Chade­aktien 5,5 v. H. fester. Mit Plus-Plus-Zeichen er- schienen Mansfeld und Deutsche Linoleum. Anleihen fester, Ausländer ruhig, Pfandbriefe und Reichs- schuldbuchforderunqen unverändert. Im Verlauf lag die Tendenz durchaus freundlicher, und die Sätze konnten sich weiter befestigen bis zu 1 v. H. Später kam es vereinzelt, und zwar besonders bei den an­fänglich stark gesteigerten Papieren, zu kleinen Wochenendglattstellungen.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H.

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- lurd

1-Uhr. Kurs

Schluß» tunt

Slnfang» fiure

Datum

23.1.

24.1

23.1.

24.1.

6% Deutsche Relchsanlethe

85

Von 19'-7 ....... .

-

1% Deutsche Reichsanleihe

von 1929 ..........

98,5

98,9

_

Deutsche Anl.-AblSs.° Schuld mit

Auslos.-Rechlen .......

51,5

5

52

5

51,5

4,925

51,8 5

DeSgl. ohne Auslos^Rechte . . 8% Hess. 3oll?fiaat von 1929 krOckzohlb. 102%)......

Oberhcllcn Provinz. Anleihe mit

88,25

88,75

Sustol^Rechten......

Deutsche Komm. GammelabL

48

Anleihe Serie 1.......

48

48,1

__

8% fitanlf. Hnv-Bank Goldpse

XIII unfünbbar 618 1934 . ° .

7% Franks. Hvp.-Bank Goldpse

99,75

unfOnbbar bi; 1932 .....

92,25

_

4%% Rheinische Hvp.-Bank

Liqu. Goldpse.........

87,45

8% Pr. SanbcSpfmtbbriefanftoU,

'Pjanbbriele fli 1 9 .....

100

100

8% Pr LandeSpiandbriesanstalt,

Komm.-Lbl. R. 20......

7% Pr. LandeSpiandbriesanstalt,

97

97

Pfandbriefe N. 21 .....

A E G. abg. @ouneg$-DblfgaÜo>

97

97

4% Oesterretchische Goldrente . .

26

25,9

25 q

4,20% Ocsterreichischc Eilberrenle

__

2,13

2.1

4% Oeslerreichische Einheitliche

'Rente .........

1,25

21.75

_

1,35

ZI ,8

4% Ungarische Goldrente ....

21,9

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

17,25

4'/z% vesgl von 1913 . . . .

18

_

18,5

1,35

4% Ungarische Kronenrente . . -

1,35

1,35

d% Türkische Zollanleihe von 1911

4% Türkische Bagdadbahu-Anl.

«,4

Serie I...........

3,4

3,4

3,35

4% desgl. Serie II.......

__

5% Rumänische verelnh. Rente

von 1908 .........

4%% Rumänische vereint,. Rente

8,75

von 1913 ..........

13.1

6,75

- . -LT

13,2

6,75

13,25

6,8

4% Rumänische vereknh. Rente .

Jranffun a. JJI.

Berlin

Gchiuß» furd |

l'Uyr» Ä-r<

Schluß- für«

Anfang« Hur«

Datum

24.1.

23.1,

24.1.

Hamburg-Amerika 'Batet . .

. 7

- 58

59

Hamburg-Siidam. Dampsschtss

. 8

138,13

137,25

Hansa Dampfschiff.....

10

-

101

102

Norddeutscher Lloyd ....

. 8

58,9

-

58,75

59,75

Allgemeine DeutscheCreditansk. 10

97,5

97,5

97,75

Barmer Bankverein ....

10

100,5

101

100,5

101

Berliner Handelsgesellschaft .

12

116

116,75

116

Commerz- und Privat-Bmik.

11

109,5

109,75

109,25

109,75

Darmstädter und Wattonalbanl

12

142

141

141,5

Deutsche Dank und

Diöeonto.Gesellschaft, . . .

10

109

108.5

109

Dresdner Bank......

10

1(19

109,5

108,5

109.5

Retchsbanl........

12

237

230

A.E.G...........

. 8

91,5

92

90,75

91,5

Bergmann........

. 0

>

93

94

Elektr. Lieserungsgesellschast.

10

95.5

96

Licht uno Kca,t......

10

98,75

99

97

99,25

gelten & Gutlleaume . . .

7y,

72

71,5

72,5

Geseltschast sür Elektrische

Unternehmungen ....

10

94

93,13

94

Hamburger ElektrtzitatS-Werke 10

-

102,5

102,13

tJibcinlldK Elektrizität . . .

. 9

-

96

Schleshche Elektrizität. . . .

10

99,75

102

Schuckert LEo.......

11

101,5

102,75

100,5

103

Siemens L HalSls .....

16

150,5

152,5

149

151,25

Trankradio........

. 8

121,25

Labmeyer & Go.......

10

98

98

Buderus.....

. 5

42,25

43,5

41,5

43,5

Deutsche Erdöl ......

. b

54,75

57

tfijrner .<teinfohle .....

. 8

_

_

_

Gelsenkirchener ......

. 8

72

72

72,75

ßarpenet.....

. (J

70

68

68,75

Hoejch Eisen. .......

6Vi

57

Ilse Bergbau .......

10

163,75

164

51

51

51,4

. 1

-

_

62

Mannesmann-Rohren . .

. 7

57,75

56,9

59,5

Mansselder Bergbau ....

. 7

28,5

30,5

32,13

Oberschle,. Ehenbedars ...

. 5

34,75

Oberschles. ttotdroerfe....

. 7

61,75

62,4

Phönix Bergbau......

6/,

51

52

51

51,4

Rheinische Braunkohlen . .

10

143

143

148

Rheinstabl........

. 6

62

63

61

62,65

4 Riebeck Montan ......

7,2

70,5

Frankfurt a. Jül. |

Berlin

Schluß-s lurs |

1-Ubr« Kurs

Schluß-> lurs

Anfang- Kurs

Datum

23.1.

24.1.

23.1.

24.1.

Bereinigte Stahlwerke .

54

54,25

54,5

Ltavi Minen.....

16'/,

31

31

Kaliwerke Aschersleben .

. Hl

125

128

123,5

128

Kaliwerke Westeregeln .

. 10

133

135

131,5

134

Kaliwerke Salzdetsurth .

. 15

187,5

190,5

186,5

191

I. G. Farben-Industrie.

. 12

120,25

121,25

119

120,75

Dvnamit Nobel ....

. . 6

58

58,4

Scheideanstalt.....

. . 9

128

128,5

Goldschmidt .....

. . 5

33,5

33,5

33,5

Rütgerswerke .....

. . 6

41,75

42,75

42,25

43

Metallgeselllchast. . . .

. . 8

66,5

66,75

66,5

67

Philipp Hohmann . . . Zementwerk Heidelberg Gcmentroert Karlstadt. .

70

-

69,25

_

. 10 . 10

-

-

_

Wayb & Freytag . . .

. . 8

38,5

37

37,25

Schultheis Patzenhoser .

. 15

_

147,5

149,5

Lstwerke.......

. 12

127

128,5

Aku.........

. 18

49

48,25

50,25

Bemberg.......

. 14

46

43,75

45,5

46.65

Zellstoss Waldhos . . .

e

18V,

1'6,5

88.5

Zellstoss Aschassenbury . Charlottenburger Walter

e

. 12

61

_

60,5

61,75

. . 8

-

-

77

78.25

Dessauer Ga«.....

. . 9

97

98,9

Daimler Motoren . . .

. . 0

19,5

19,13

19,5

Deutsche Linoleum . .

84,25

90,13

81,5

90

Maschinenbau A.-G. .

e

e . 0

27,75

28,5

Rat. Automobil . . . .

. 0

Crenfteln & Koppel . .

. . 6

-

39,5

41

Leonhard Tietz ....

. 10

95

96,13

97,5

Svenska.......

245,5

248.

Frankfurter Maschinen .

-

. . 4

14

Gritzner.......

. . 6

30

31

Heyligenstaedt . . . .

. . 0

Junghans.......

Lech werke.......

. . 6

27,25

27

. . 8

73,5

Mainkraftwerke Höchst a. M

. . 8

Miag.........

. 10

-

56,75

28,5

Gebr. Roeder.....

. IC

75

e

Voigt & Haessner . . .

. . 9

Süddeutsche Zucker . .

. 10

114

115

-

Banknoten.

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. 2H.

Berlin, 23. Januar

Geld

Brief

Amerikanische Noten ......

4,198

4,218

Belgische Noten. .......

58,35

58,59

Dänische Noten ........

112,13

112,57

Englische Noten ........

20,39

20,47

Französische Noten .......

16,445

16,505

Holländische Noten .......

168,86

169,54

Italienische Noten........

22,01

22.09

Norwegische Noten.......

112,03

112,47

Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling

58,96

59,20

Rumänische Noten.......

2,475

2,495

Schwedische Noten.......

112,23

112,67

Schweizer Noten ........

81,29

81 .61

Spanische Noten...... .

43,66

43,84

Tschechoslowakische Noten.....

12.40

12,46

Ungarische Noten .....

73,17

73,47

23.3anuar

4. Januar

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Slmft.» Nott.

169,11

169,45

169,09

169,43

Buen. AireZ

1.275

1,279

1.275

1.279

Brsi.-Antw-

58.59

58,71

58.59

58,71

Ehristiania.

112,32

112,54

112,32

112,54

Kopenhagen

112,31

112.53

112,31

112,53

Stockholm -

112,52

112,74

112.49

112,71

Hclsingfors. Italien. - -

10,58

10,60

10,477

10,497

22,01

22,05

22,01

22.05

London. . .

20,405

20,445

20.405

20.445

Ncuhork ..

4,204

4,212

4.2035

4.2115

Parts....

16,469

16,509

16,45

16,51

Schweiz ..

81,32

81,48

81,32

81,74

Spanten. .

43,76

43,84

44,01

44.09

Japan . . . ?Hfo de Jan.

2,080

2,084

2,079

2.083

0,368

0,370

0,370

0.372

Wien in D-- Ceft. adgest

59,095

59,215

59,095

59,215

Prag ....

12,441

12,461

12,44

12.46

Belzrad . .

7,428

7.442

7,425

7,439

Budapest. .

73,37

73,51

73,37

73,51

Buü,arten .

3,047

3,051

3,047

3,053

Lissabon .

18,85

18,89

18,82

18,86

Danzig. . .

81,59

81.75

81.58

81,74

Konst-.utin.

1.784

1,789

1.784

1,789

Athen. . .

5,45

5.55

5,445

5,455

Canada

1.195

4,203

4,194

4,202

Uru uaU. .

2,727

2,733

2.727

2.733

Cairo . - -

20,92

20.96

. 20,92

20,96