hauptet werden. Hinter Deutschlands Produktion muh daher stets die Beseelung durch höchstes technisches und höchstes wissenschaftliches Können stehen. Ständig muh das Genie, die Einzellei- stung, der kaufmännische Pionier und Organisator der deutschen Arbeit den Vorsprung sichern. Kann ein Deutschland, das nur durch intensivste Ausnutzung des Weltmarktes seine Bevölkerung zu erhalten vermag, und das für diese Aufgabe der höchsten individuellen Leistungen benötigt, zum Kollektivismus übergehen? Seine geistigen und seelischen Auswirkungen werden von den wenigsten durchdacht. Die meisten sind sich nicht bewußt, daß jeder Kollektivismus, mögen seine Ausgangspunkte auch noch so verschieden sein, im Bolschewismus enden muh.
Die Leistungen des deutschen Kapitalismus nach dem Kriege haben dem gesamten Auslande Bewunderung abgezwungen. Der Produktionsapparat ist technisch und organisatorisch wieder auf die Höhe gebracht, der Weltmarkt wieder erobert, die Reallöhne über Friedenshöhe gesteigert. And dies alles unter dem andauernden Störungsfeuer einer marristisch orientierten Gesetzgebung unter dem Druck unsinniger Steuerlasten. unbeweglicher Löhne, teuersten Geldes, zerstörter Anhenhandelsorganisationen, geraubter Patente, übelwollendster Auhenpolitik. Roch heute liegen Produktion, Ausfuhr- und Lohnsummen über dem Stande von 1926. Dah diese Leistungen in Deutschland selbst nicht anerkannt wurden und der Kritik am kapitalistischen System nicht entgegenwirkten, liegt daran, dah die Kriegsfolgen, vor allem die Verheerungen der Inflation, die Zerstörung der Vermögen fast der ganzen alten deutschen Kulturschicht nicht dem Kriege, sondern dem kapitalistischen System zur Last gelegt wurden, und dah, während so die bürgerliche Grundlage des Kapitalismus schwand, die Erringung der politischen Macht durch die marxistisch geschulten Massen zugleich deren Kampf um Kollektivismus und wirtschaftliche Macht entfesselte. Die Zerstörung des Grundsatzes der Anantastbarkeit des Privateigentums durch England hat zugleich in der ganzen Welt das Vertrauen in die Sicherheit der kapitalistischen Ordnung ins Wanken gebracht.
Keines der kollektivistischen Systeme vermag irgendeine Leistung aufzuweisen. Jedes Volk hat sich so schnell als möglich von der beamteten Kriegswirtschaft befreit. Die heutige Reformarbeit in Deutschland besteht in dem Versuch, die Fehler der antikapitalistischen Politik der letzten 12 Jahre zu beseitigen. Der Bolschewismus zeigt bisher als Erfolg nur ein hungerndes und entbehrendes Volk, darüber hinaus die Austilgung jeder Freiheit, Aufhebung der Freizügigkeit, Arbeitszwang. Sollte es wirklich das Ziel der Menschheit sein, daß es allen gleich schlecht geht? Sollte das Ziel sein der Termitenstaat, dessen Ahrwerk seit Jahrtausenden in immer gleichem Kreislauf ewig statisch abläuft? Rein, für uns Deutsche jedenfalls heißt immer noch Mensch sein ein Kämpfer sein, heißt Leben Dynamik.
Richts ist verfehlter, als aus der heutigen Wirt- schastskrisis folgern zu wollen, dah die kapitalistische Wirtschaft nicht mehr die Gewähr für den Ausstieg der Menschheit biete. Was wir erleben, ist eine Krise, erwachsen nicht aus der Knappheit, sondern aus der Aeberfülle der Produktion, aus einem so stürmischen Fortschritt der Technik, dah die Menschheit sich ihm nicht anzupassen vermochte. Aus einer Kapitalspolitik, die vergessen hat, dah in einer immer enger sich verflechtenden Weltwirtschaft das Geld nur wirtschaftliche, nicht aber politische Wege gehen darf. Die unaufschiebbare Aufgabe ist, all diese Quellen des Reichtums zu ordnen, die verschiedenen Faktoren der Wirtschaft wieder zum Zusammenwirken zu bringen.
- And die Gerechtigkeit des kapitalistischen Systems? Ist etwa der Bolschewismus gerecht? Gerechtigkeit kann in der Welt erst kommen, wenn oie ökonomische Frage gelöst und damit l die materielle Rot beseitigt ist. Macht das kapitalistische System, von Technik und Wissenschaft 7 stürmisch vorgetricben, in Zukunft die gleichen Fortschritte wie in den letzten Jahrzehnten, so • wird, das ist auch die Meinung des bekannten englischen Volkswirtschaftslehrers Keynes, die ökonomische Frage im Laufe der nächsten 100 Jahre gelöst sein. Die Menschheit wird die Fahrt zu diesem Ziel allerdings nur dann ohne schwere Havarien zurücklegen können, wenn die heutige Krisis den Politikern ihre Perantwortungen zum Dewuhtsein bringt: Import Export, Waren- und Kapitalaustausch, Vermeidung der Arbeitslosigkeit durch internationale Anpassung der Arbeitszeit an die veränderte Technik, die in immer höherem Mähe die menschliche Arbeit durch die Maschine ersehen wird. Rie sah die Menschheit das gelobte Land des Endes ökonomischer Rot näher vor sich liegen als htzute. Sie sollte nicht verzweifeln, toemt der Weg auch einmal durch die Wüste einerschwerenKrisis führt. Sie sollte sich klar sein, dah in unserer übervölkerten Welt jede Flucht nach rückwärts den Unter g q n g von Millionen von Mensch e n bedeutet. Der Menschheit bleibt nichts übrig, als im Vertrauen auf ihre moralischen Kräfte, auf ihr Arbeitskönnen und auf die schöpferische Kraft ihrer großen Männer aus den Röten dieser Zeit die Flucht nach vorwärts zu ergreifen. Der seelischen Kämpfe, die die Welt durchwühlen, wird sie Herr werden, wenn es ihr gelingt, den Mechanismus der Arbeit mit dem Geiste der Brüderlichkeit zu erfüllen.
Spictplarr der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 25. Jan., 15 bis 18 "hr, Die Fledermaus. 19.30 bis 22.30 Ahr: Der Bettelstudent. Montag, 26., 19 bis gegen 22.30 Ahr: Viktoria und ihr Husar. Dienstag, 2?., 19.30 oi3 gegen 22.30 Ahr: Zur Feier von Mozarts 175. Geburtstag: Figaros Ho^zeit. -Mittwoch, 28., 19.30 bis nach 22 Ahr: Ballettabend. Donnerstag, 29. Jan., 19 bis gegen 22.30 Ahr: Viktoria und ihr Husar. Freitag, 30., 19.30 bis 22 Ahr: Tiefland. Samstag, 31., 18 bis nach 22.30 Ahr: Lohengrin.
Schauspielhaus. Sonntag. 25. Januar 16 bis gegen 18 Ahr: Sturm im Wasserglas. 20 bis gegen 22.30 Ahr: Grand Hotel. Montag, 26., 20 bis gegen 22 Ahr: Mississippi. Dienstag, 27.' 20 bis gegen 22.30 Ahr: Grand Hotel. Mittwoch. 28., 20 bis gegen 23 Ahr: Zum erstenmal: Phaea. Donnerstag. 29., 20 bis nach 22.30 Ahr: Viel Lärm um nichts. Freitag. 30., 2) bis gegen 22 Ahr: Sturm im Wasserglas. Samstag 31., 20 bis gegen 23 Ahr: Phaea.
E UM '
. - A 4
I
Der weltberühmte Clown Grock (mit bürgerlichem Namen Dr. Adrian Wettach) hat jetzt einen Film gedreht, in dem er selbst die Hauptrolle spielt und in dem er das Leben eines Clowns schildert. Dr. Wettach soll sein ganzes beträchtliches Vermögen, das er sich im Lause der Jahre erspart hat, in den Film gesteckt haben. Das Bild zeigt Grock in seiner lustigen <5jene mit der Miniaturgeige.
Oberheffen
Bad-Nauheimer Derkehrsbilanz 1930
<£ Bad-Nauheim, 23. Jan. Die Zahlen, die jetzt von der Bad- und Kurverwaltung über die Saison 1 930 vorgelegt werden, zeigen ein noch recht gutes Saisonergebnis, gemessen an der ungünstigen Wirtschaftslage. Bad-Nauheim hatte 1930 insgesamt 38 8 1 5 G ä st e (in 1929: 41 855), davon 31 632 eigentliche Kurgäste (6,77 Proz. weniger als im Vorjahre) und 7183 Passanten (9,35 Proz. weniger). Die Zahl der Ausländer, die 6587 betrug, verringerte sich gegen 1929 (6915) nur um 4,74 Proz. Die chöchstzahl der Auslandsbesucher stellten die Vereinigten Staaten mit 1489 (1688 im Vorjahre), Holland mit 807 (880), England mit 637 (548), die Schweiz mit 525 (464), Polen mit 391 (368), Schweden mit 322 (355) Gästen usw. Recht zufriedenstellend ist das Saisonergebnis auch, wenn man es im Spiegel der Uebernachtungsziffern betrachtet Bad-Nauheirn hatte in 1930 insgesamt 935 161 Uebemachtungen gegen 994 327 im Vorjahre. Auf einen Kurgast kommen im Durchschnitt 29 Uebemachtungen, auf einen Passanten 2,33 Anwesenheitstage. Mit diesen Zahlen marschiert das hessische Staatsbad ziemlich an der Spitze der deutschen Kurorte (Wiesbaden hatte bei 152 431 Gästen 1080 683 Uebemachtungen, das sind nur rund 6,5 Anwesenheitstage pro Gast). Die Zahl der abgegebenen Bäder betrug 426 237 im Jahre 1Ö30, gegenüber 450 015 im Vorjahre
Oberhessischer Sängerbund.
LJ Großen-Linden, 22.Jan. Der Ober» hessische Sängerbund, Mitglied des Hessischen und Deutschen Sängerbundes, hielt hier im Vereinslokal des Gesangvereins „Harmonie" seine Frühjahrs-Generalversammlung ab. Die sehr gut besuchte Tagung leitete der Vorsitzende Anton Müller (Lang-Göns). Aus dem Geschäftsbericht war rege Aufbauarbeit zu erkennen. Nach der Rechnungsablage, wobei sich ein Kassenüberschuß ergab, wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Einige Vereine der näheren Umgebung, die dem Bunde noch fernstehen, waren zu dieser Versammlung eingeladen. Sie sind gewillt, dem Bunde beizutreten. Ein Antrag auf Aenderung des Namens in Sängerbund „Hü11enberg" fand starken Anklang. Zu einer Beschlußfassung kam es jedoch nicht, der Antrag wurde bis zur nächsten Generalversammlung zurückgestellt, lieber den Bundes- licbertag 19 31 'fand eine längere Aussprache statt; er findet am 28. Juni in Großen-Linden statt. Jeder Verein singt einen Pflichtchor und einen Chor nach freier Wahl Die weitere Ausgestaltung des Bundesliedertages wurde dem Gesangverein „Harmonie", Großen-Linden, übertragen. Der Vor- stand, der durch drei Beisitzer ergänzt wurde, setzt sich nunmehr wie folgt zusammen: Vorsitzender: Anton Muller (Lang - Göns), Rechner': Karl Jung (Leihgestern), Schriftführer: Ludwig Größer (Großen-Linden), Beisitzer: Wilhelm Seipp (Leihgestern), Friedrich W a l b (Steinbach), Otto Wächtershäuser (Butzbach). Als Tagungsort für die nächste Generalversammlung wurde Kirch- Göns bestimmt. Der Bundesvorsitzende dankte in seinem Schlußwort dem Gesangverein „Harmonie", Großen-Linden, für die sehr gut vorgetragenen Chöre.
Landkreis (Hies;cn.
g. Klein-Linden. 23. Jan. In der jüngsten Gemeindcratssihung wurde beschlossen, mit Rücksicht darauf, daß der Gemeinde nach Beendigung des Baues der Wasserleitung und Kanalisation voraussichtlich wieder eine größere Zahl Erwerbslose zur Last fallen, die Rusführung der Arbeiten für die Abfang- k a n ä l e erst nach Beendigung des eigentlichen Baues der Wasserleitung vorzunehmen, damit den Erwerbslosen wieder Arbeitsgelegenheit geboten ist. Das Kulturbauamt Gießen wird mit sämtlichen erforderlichen Borarbeiten bis zur Arbeitsvergebung beauftragt. Bezüglich der Ausführung der Hausinstallationen und Kanalisationsarbeiten beschließt der Gemeinderat, öffentlich bekanntzugeben, daß die Preise für die Ausführung dieser Arbeiten auf dem Bürgermeisterei-Bureau eingesehen werden können. Die Wasserbezugsordnung und Kanalsahung soll in Druck gegeben und den Hausbesitzern zum Selbstkostenpreis abgegeben werden. Weiter wurde die Einführung von Wassermessern beschlossen. Gemeinderatsmitglied Klein hatte den Antrag gestellt, daß sämtliche Rebengebühren der Gemeindebeamten 1 der Gemeindekasse zufließen sollen. Der Gemeinderat hat den Antrag abgelehnt, da es sich nur uth ganz geringe Beträge bandelt. Bei der Beschäftigung von ausgesteuerten Erwerbslosen soll in Zukunft folgendes berücksichtigt werden: Die Beschäftigung der Ausgesteuerten im allgemeinen erfolgt nur nach Prüfung der Bedürftigkeit. Die auszuführenden Arbeiten werden durch die ertoeiterte Finanzkommission vor- geschlagen. Rur bei Ausführung von Arbeiten,
die keinen Aufschub zulassen, können ohne das Vorliegen der Bedürftigkeit Ausgesteuerte beschäftigt werden. In nichtö fentlicher Sitzung wurde noch über ein llnterstühungsgesuch eines hiesigen Gewerbetreibenden verhandelt.
CO Klein-Linden, 22. Jan. Am Mittwochabend sprach Pfarrer B e ck e r^(Gießen) in der hiesigen Kirche über das Thema „Hinter den Gefunanismauern". Er schilderte seine Erfahrungen als ehemaliger Seelsorger an einer Strafanstalt und forderte auf, mitzuhelfen, den Gefangenen nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis mit Rat und Tat beizustehen. Der Erlös des Abends kommt der Fürsorge für entlassene Strafgefangene zugute.
* Holzheim, 24. Jan. Der Kaninchen- und Geflügelzuchtverein Holzheim hielt am Samstag und Sonntag fein« 7. lokaleAus- stellung bei Gastwirt Georg S a m e s ab. Die Schau war mit gutem Material beschickt. Durch den Preisrichter M o o g k (Echzell) wurden auf schwarze Rheinländer-Züchter Ernst Jung und auf weih, Hess. Kröpfer-Züchter Heinrich Müller jr., je ein Bundes-Ehrenpreis vergeben. Außerdem wurden 18 Sg. 1. Ehrenpreise an folgende Züchter und Rassen vergeben: Hühner: weiße Wyandottes Heinrich Zeih: Rhodeländer Wilhelm Görlach; Barnevelder Friedrich Will: Dominikaner Wilhelm Zeih IX. und Wilhelm Müller II.; rebhuhnfarbige Italiener Wilhelm Röhrig: schwarze Italiener Heinrich Alles: silber- halsige Italiener Karl Schneider II.; schwarz- scheckige Italiener Otto Arch;' schwarze Rheinländer Ernst Jung: weiße Leghorn Karl Buß; Lakenselder Karl Schneider I.; schwarze Wyan- dottes-Zwerg Heinrich Klotz; federfüßige, porzelanfarbige Zwerge Wilhelm Zeih IX. Tauben: Lato re Wilhelm Zeih IX.; Brief tanben Ernst Reih und Max Bamberger. Kaninchen: Blaue Wiener Heinrich Zeih: Deutsche Riesenschecke Otto Klee, außerdem wurden für Kaninchen noch zwei erste Preise und für Geflügel 25 Sieger 1. Preise vergeben. Die Anzahl der zur Schau gebrachten Tiere betrug 12 Kaninchen und 155 Stück Geflügel. Der Verein kann auf die während der kurzen Zeit seines Bestehens errungenen Erfolge mit Recht stolz sein.
00 Göbelnrod, 23. Jan. Arn Samstag fand die Generalversammlung des Radfahrervereins „Heber Berg und T a l" statt. Der erste Vorsitzende, Hch. I ä g d r, erstattete den Jahresbericht. Als Beweis der regen Tätigkeit des Vereins wies er auf die feit Bestehen des Vereins errungenen Preise hin. Die Rechnung wurde mit einem Ueberschuß von 102 Mart abgeschlossen. Die Vorftandswahl brachte die einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorstandes. Das diesjährige (9 a u = rennen, das die Bezeichnung „Rund um Göbelnrod" erhält, wurde dem hiesigen Verein zur Durchführung übertragen und soll am 26. April stattfinden.
! Langd, 21. Jan. In einer gut besuchten Versammlung sprach Kommissionär Oehles, Frankfurt a. M.. über Zweck und Bedeutung der Viehverwertungsgenossenschaften. Im Anschluß an den Vortrag wurde eine örtliche Viehver- wertungsgenossenschaft gegründet, der sofort eine Anzahl von Landwirten beitrat.
LJ Rodheim a. d. Horloff, 23. Jan. Obstbauinspektor E n k l e r, Gießen, hielt hier einen lehrreichen Vortrag über „Obstbau". Besondere Aufmerksamkeit widmete er den Obstschädlingen und deren Bekämpfung. An Hand von äußerst klaren Lichtbildern ging er weiterhin auf die „Sortenfrage" ein. Den mit großem Interesse aufgenommenen Ausführungen folgte eine rege Aussprache, deren Ergebnis die Gründung eines Obstbauvereins, dem sofort etwa 20 Mitglieder beitraten, war. In diesem Jahre soll bereits eine systematische Schädlingsbekämpfung durchgeführt werden. — Weiter wurde hier eine Viehverwertungsgenossenschaft, die den gemeinsamen Absatz von Schlachttieren durchführen will, gegründet. — Die in diesem Jahre nicht sehr umfangreichen Holzhauerarbeiten wurden beendet. Es wurden von 24 Holzhauern etwa 470 Festmeter Brenn- und Nutzholz geschlagen.
Kreis Friedberg.
* Friedberg, 22. Jan. Die „Deutsche Jugendkraft", Bezirk Wetterau, hielt am Sonntag im Pfarrhaus-Sälchen ihre Generalversammlung ab. Rach der Begrüßung durch den neuen Dezirksprüses, Kaplan Degen, trat man in die Tagesordnung ein. Der stellvertretende Dezirksleiter G r i m nt e l (Ockstadt-, Spielleiter Otnat (Friedberg), Leicht- athletikwart Langsdorf (Rockenberg) und Kassenwart Grimmel (Ockstadt) erstatteten die Jahresberichte, aus denen hervorging, daß zwar im vergangenen Jahre ansehnliche Erfolge errungen worden seien, daß es aber doch gelte, in den einzelnen. Abteilungen nach wie vor energisch weiterzuarbeiten. Im Anschluß daran wurde die Reuwahl des Vorstandes vorgenommen, die folgendes Ergebnis zeitigte: Dezirksleiter wurde Dr. phiJ. Dehn, Spielleiter O t -
nak (Friedberg), Leichlathletikwart Langsdorf (Rockenberg), Kassenwart Grimmel (Ockstadt), Schriftführer Kaplan Pfeiffer (Rockenberg). Mit der Ausarbeitung eines Planes für den Gausporttag, der am 26. Juli in Friedberg stattfinden soll, wurde Spielleiter Otnat beauftragt.
Kreis Büdingen.
M?“ Ridda, 20. Jan. Der hiesige Bezirks- lehrerverein trat am Samstag zum ersten-- mal im neuen Jahre zusammen. Obmann Ganß (Ober-Widdersheim) gab einen Rückblick auf die Dereinsarbeit im abgelaufenen Jahr. Es Wurden 10 Konferenzen abgehalten, in denen insgesamt 9 Vorträge geboten und zur Besprechung gestellt waren. Die durchschnittliche Beteiligungsziffer betrug 80 Prozent. Lehrer Messer- s ch m i d t (Heldenbergen) referierte bann über den „Rechenunterricht in der Grundschule". Er führte dabei einen von ihm entworfenen Rechenapparat vor, der geeignet ist, schwache Schüler zu fördern und die Arbeit des Lehrers zu erleichtern.
I R i d d a, 23. Jan. Die zu einem Zweck- verband zusammengeschlossenen Gemeinden Nidda und Ulfa betreiben zwei Autobuslinien, eine zwischen Nidda und Ulfa, die zweite von Nidda ausgehend über Wallernhausen, Fauerbach, Schwickartshausen, Ober-Lais und Michelnau nach Nidda zurück. Die an letzterer Linie liegenden Gemeinden sind dem Zweckverband noch nicht angeschlossen, sondern haben sich bishe^u einer Zuschußgarantie verpflichtet. Es sind nun Verhandlungen mit der Po st Verwaltung zwecks Ueber- nahme der Linien angebahnt worden, und es steht zu erwarten, daß die Post die Linien übernehmen wird. Die an den Linien liegenden Gemeinden haben den lebhaften Wunsch, das Verkehrsmittel, das sich in jahrelangem Betrieb bewährt hat, auch über die gegenwärtigen schweren Zeiten hinaus ev- halten zu sehen.
! © e 11 e n a u, 23. Jan. In der diesjährigen Mitgliederversammlung des Orts- gewerbevereins Echzell hielt nach kurzes Begrüßung durch Schreinermeister O st h e i m des Vorsitzende der Handwerkskammer-Rebenstell i Friedberg, W. Heß, eine kurze Ansprache und überreichte dem Spenglermeister Müller den Ehrenmeisterbrief. In gründlichem Vortrag berichtete dann Dr. Reif über „Ziele und Au> gaben der Handwerkskammer". Eine eingehende Diskussion, in der die Abhaltung von. ©eselleir- Prüfungen durch Ortsgewerbevercine und Innungen, die gewerbliche Fortbildungsschule, die Bedeutung der Buchführung für das Gewerbe, dio Kosten der Gesellen- und Meisterprüfung, der Preisabbau usw., zur Sprache kamen, schloß sich dem Vortrag an.
Kreis Schotten.
■+• Schotten, 21.Jan. Bei den neuenJagd-> Verpachtungen ist überall ein Rachgeben der seitherigen Pachtpreise zu beobachten. Das Sinken der Wildpreise in Verbindung! mit der Ungunst der Wirtschaftslage geben die Veranlassung. In Burkhards fiel der jährliche Pachtpreis von etwa 1700 Mark auf 400 Mark, was für die Gemeindekasse eine spürbare Einbuße bedeutet. Ober-Schmitten erzielte eine jährliche Pacht von 156 Mark. Dieser Betrag entspricht etwa dem 40prozentigen Vorkriegspreis.
V Gedern, 21. Jan. Aus Veranlassung des Kreisamts Schotten sand hier eine Versammlung von Feuerwehrkommandanten des Bezirks Gedern statt, in der Oberingenieur Kalweit vom UeberlanbtoerE in Friedberg einen instruktiven Vortrag über dis Behandlung von elektrischen Leitungen bei Bränden hielt. An den Vortrag, der den Feuerwehr- kommandanten aufschlußreiche Lehren gab, schloß sich eine rege Aussprache an. Im Anschluß an die Versammlung wurden von Regierungscat Schwan vom Kreisamt Schotten den Feuerwehrleuten Karl Franz IV., Leopold Voehl und Johannes Ries die Diplome und Ehrenzeichen der hessischen Regierung für 25jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Gedern überreicht. Die gleiche Auszeichnung erhielten kürzlich die Feuerwehrleute Friedrich Hof I. und Wilhelm Junker II. — Der hiesige Turnverein (DT.) veranstaltete am Sonntag unter Leitung seines Vorsitzenden, Reichsbahnassistent Ehr. S t ö y r, einen Anterhaltungsabend, der bei Theaterspiel und weiteren Darbietungen einen allseitig befriedigenden Verlauf nahm. Für dis wohlgelungene Theateraufführung wurde den, Spielleiter Lehrer H ä u s e l in gebührender Weise gedankt.
I Gedern, 23. Jan. In der jüngften Sitzung des Gemcinderats wies Bürgermeister Müller auf die finanzielle Rotlage hin. Der Haushalt der Stadt wäre balanciert worden, wenn nicht die großen Lasten für Wohlfahrtserwerbslose und die Anteile an der Krisenunterstühung seitens des Reiches auf die Gemeinden abgewälzt worden wären. Gedern zahlt zur Zeit monatlich für dies Zwecke etwa 1200 bis 1300 Mark aus. Der käu>- liche Erwerb der beiden Drandteiche (Psarrweiher und Erlenweiher) wurde abgelehnt, da nach Ansicht der Behörde die Wasserleitung bei Ausbruch eines Brandes genügt. Außerdem fand eine Reihe kleinerer Anträge Erledigung.
Kreis Alsfeld.
-er. Homberg, 23. Jan. Der Gesangverein „Frauen lob" feiert am 5. Juli das Fest feines 75jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß wurden in der Hauptversammlung die Ausschüsse zur Vorbereitung des Festes gebildet. — Ein hiesiger Landwirt kaufte im 3u?.i vergangenen Jahres ein Ferkel, das beim Schlachten nach halbjähriger Mast das respektable Gewicht von 275 Pfund (Schlachtgewicht) aufwies.
mr. Grebenau, 21. Jan. Zu der ersten Holzoer st eigerung des hiesigen Forstamts hatten sich zahlreiche Kaufliebhaber eingefunden. Trotzdem blieben die Gebote unter denen des Vorjahres. Die für das Rutzholz erzielten Preise müssen sogar als recht gering bezeichnet werden. Für das Brennholz wurden im wesentlichen die für dieses Jahr gültigen Tarifsätze erreicht. Man bezahlte für Buchenscheiter 9 bis 11 Mark, Buchenknüppel 7 bis 8 Mk., Kiefernknüp- pel 5 bis 7 Mk. — Bei den in diesen Tagen vom hiesigen Forstamt veranstalteten Polizeijagden aus Schwarzwild konnten drei Tiere zur Strecke gebracht werden. Es befand sich darunter ein starker Keiler, der aufgebrochen noch 184 Pfund wog. Forstassessor Simon aus Lauterbach legte ihn auf die Schwarte. Die beiden anderen Schwarzkittel wurden von H. S ch m i d t (Grebenau) und Gg. 01 aumann (Reimenrod) geschossen.


