Ausgabe 
23.12.1931
 
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1 die Mttn M ßnb Ginja^ungen ^^Ir. 3372 bei ba glich.

j ®ett; er tut cj umoristen. 1929 vn- che, im letzten Jahn Verden es dielleiü! c noch intimere

Merteln der Hauptstadt, in denen die Haupt- kontingente der bogotanischen Strahenjugend wohnen, mehrere Lastautos der Polizei, denen bann uniformierte Polizisten, die Arme mit Pa­keten beladen, entstiegen. 3n der Tat kamen sie wie eine Art verfrühter Weihnachtsmänner zu der unerzogenen Jugend ihres Amtsbereiches, itn sie. die sich bei ihrem Anblick zuerst ver­kroch. zu beschenken. Sie verteilten Spielzeuge, Baukästen. Bälle, Hampelmänner, Bücher usw. a.n ihre Sorgenkinder und nahmen ihnen dafür das Versprechen ab, in Zukunft artig zu sein und den Weisungen der braven uniformierten Weihnachtsmänner auf der Straße zu folgen. 3n Südamerika ist halt überall das Kind eine Majestät, die nicht bestraft werden darf.

Die Briefmarken werden kleiner.

(o) Wien.

Die Notwendigkeit einer Standard-Senkung fühlt jedermann am eigenen Leibe und jeder Ver- uünftige sieht ohne weiteres ein, daß allgemeine Sparmaßnahmen auf allen Gebieten im Interesse einer besseren Zukunst unumgänglich sind.

Trotzassedern gibt es in unserem Zeitalter der Sparwut so manche Verordnung, die ohne dem Schöpfer den guten Willen absprechen zu wollen doch einigermaßen grotesk anmutet. So kommt .seht die Kunde, daß die k. L wollte sagen deutsch- österreichische Postverwaltung eine Kürzung der Briefmarken beschlossen habe. Die Freimarken werden, bittschön, kleiner im Format und folg­lich billiger in der Herstellung. Weniger Papier, loeniger Druckfarbe, weniger Gummierung und zu- outerletzt spart die hochwohllöbliche Postsparbe- yörde (auch Sparpostbehörde 1) angeblich jährlich 120 000 Schilling ein. Man sieht wieder einmal: Kleine Briefmarken, große Wirkung.

-Der Druck der alten Briefmarken wurde be­reits eingeschränkt. Zu Anfang des Jahres 1932 werden die neuen Krisenmarken herausgegeben, zunächst im Werte von 10 und 60 Groschen. Hoffentlich fallen sie wenigstensfesch" aus...

Oberbeffen.

Gemeinderat in Grimberg.

-r Grünberg, 21. Dez. Aus der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ist folgendes zu berichten: Eine Mitteilung des Bürgermeisters

Sodann beschäftigte man sich mit dem Aus

40C3 Mark. Beim Wassergeld ergibt sich ein

Lüsten für Krisenfürsorge und Wohlfahrts^

ki anderseits durch Gehaltskürzung laut Not­verordnung eine Einsparung von rund 6'00 Mark xgenübersteht. was eine Minderung des

betraf die Kosten des Bürgersteiges in der Londorfer Straße. Die Arbeit hierzu war für duS Detonbett mit Asphaltstrich zu einem Qua­dratmeterpreis von 3 Mark vergebe.^ worden.

Iveichssteueranteilen von 27 Prozent zu rechnen, biete bedeutet für Grünberg einen Ausfall von

i jahraus die Ma )L A'xndS versus ; wcttzumachen. Otri

iZ Auf die Beschwerde einiger Anlieger, die laut Ortssatzung zur Tragung der Kosten verpflichtet

bic t von 2500 Mark, die durch die Not-

so machiws, oay L Verordnung den Gemeinden auferlegten größeren

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sind, daß ihnen ein höherer Preis berechnet sei, wurde vom Bürgermeister erwidert, daß dies durch Mieteinrechnung des Unterbaues (Be­stückung und Grusdecke) zu erklären sei.

An Stelle der aus dem Jahre 1856 stammen­de rt veralteten Marktordnung wurde der vom Bürgermeister vorgelegte Entwurf einer neuen Marktordnung gutgeheiben.

Die Gemeinde-Hundesteuer für 1932 wurde ähnlich wie seither festgesetzt: für den ersten Hund 10 Mark, für den zweiten 16 Mark und für den dritten Hund 22 Mark (früher 20 Mark).

verleugnen. Er re! rch alle Straßen tri n 'DcrkehrSpolM" tspalele zu. So tri cm einen Tage & chrenS Msgeschriel«.

ig in Bogota.

(a) Dogvtr. eit glauben in ihrer luben zu beherberge r Schusterjungen uni Tt. Eie alle scheinen

wrcs iw «fizits auf 5500 Mark ergibt. Nach

beide zugl.'-Msä^gerer Aussprache wurden folgende Beschlüsse Sjütct a- ; ,zeffaßt: 1. Das Wassergeld wird ab 1. 3a» Der mir in den M ------

du mit allem * s,' Denn ein ander rer cs wagen W- ch seiner Lippen k

die Deihnachtsg» 'ert an. Der Fift. .Schrecken der Poli- : Er leistet sich narr-

. erwerbslose betragen 2000 Mark, ein höherer gs erschienen m e MZinsendienst für 50 000 Mark kurzfristig ge- Ulie hene Kapitalien ergibt 1000 Mark. Minder- zch für dich tun, m 8 erLös an Obst und Gras 650 Mark, sowie einige kleinere Posten ergeben die obige Summe,

(gleich des Voranschlags 19 31. Nach dem Darlegungen des Bürgermeisters wird der va u« Voranschlag ein Defizit von rund 11 500

i.-.h, WAkark aufweisen. Nach Mitteilung des Finanz- auptstaöt oer \ Ministers ist mit einer Winderüberweisung von r ^echheite: ^eichssteueranteilen von 27 Prozent au rechnen, t Wen Seit derart ' die Polizei sah sw

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3« polen brummt ein wilder Var.

Lon Fnh ^eck-Malleczewen.

Gerade mich fragen Sie nach dem, was man svwst eineheitere Weihnachtsgeschichte" zu nennen tlkgt. Mich mit meinem notorischen Weihnachts- icch? Südamerikanische Weihnachten habe ich er- 'tot: da hatte ich gerade Fieber und die Boys ncbeme Malariatherapie) rieben mich mit Düf- ififcnift ein. Oder wenn es eurof ä sche Weihnachten raren, soupierte man bei dem, was man südlich Ikc Mainlinie einehochgestellte Persönlichkeit" M nennen pflegt. Und wenn dann bei Tisch die sechgestellte Persönlichkeit tieftraurige und poin- Jfcn löfe Witze erzählte, dann lachte man über knn Tisch und trat unter dem Tisch seinem S'3a:f)bam auf den Fuß.

klnb hinterher erst ergab es sich bann, daß tun versehentlich nicht den Fuß seines lieben Caiijbarn, sondern den der hochgestellten Per» liiistichkeit erwischt hatte. Und wenn man sich nach sichern Abendessen verabschiedete, dann drückte tc a im Halbdunkel des Vorzimmers das Trink» db nicht dem Dienstmädchen, sondern der Frau lcS Hauses in die Hand. Und wenn dies alles r<5t passierte, so verbrachte man als 3unggeselle |cm Festabend in einem Hotel und wurde immerzu tngeftarrt, weil man so fabelhaft angezogen war. in:) nachher erst ergab es sich, dah man die fmfingfratoatte daheimgelassen hatte. So war immer. Und das mit munem ersten Bären... pch das ist mir zu Weihnachten passiert. Gerade p Weihnachten... ja ...

Stern, als ich dreiundzwanzig 3ahre war, da Hemme ich von meinem Onkel Eustache und laute Angelique eine Weihnachtseinladung aufs land. Auf ihr Gut bei Brody. Fünf Kilometer t ni der russischen Grenze. Clou: der Abschuß bm mehreren frisch gespürten Wölfen. Und weil heft Wölfe schweren Wildschaden machten, sollte o rasch gehen mit dem Abschuß.

Schön. Am Morgen komme ich an, am Weih- ndttdabenb haben wir so frugal soupiert, wie las im Osten üblich ist (Sakuska, Piroggen, sieben kch väpse, Kaviar, Birkhuhn, Fischsuppe, Karpfen ij Bier, Schinken in Burgunder, Käse, Kaffee, ,'iintröllchen,... Notleine, hilf Samiel, drohender kch laganfall, Weltuntergang)... haben also fru- wl soupiert, Onkel Eustache hat vom zuwenig .urgunder-Trinken eine ziegelrote Pontac-Nase,

nuar 1932 um 5 Pf. pro Kubikmeter er­höht. Ein weitergehender Antrag, eine Er­höhung um 10 Pf. vorzunehmen, verfiel mit 8 gegen 5 Stimmen der Ablehnung. 2. Die Ge­tränkesteuer in Höhe von 10 Prozent wird ab 1. 3anuar 1932 eingeführt und die vom Bürgermeister hierzu vorgelegte Satzung an­genommen. Zu einer Heraufsetzung der Bürger st euer, die zur Zeit in Höhe von 200 Prozent erhoben wird, auf 300 Prozent konnte man sich nicht verstehen. Der Bürger­meister wurde beauftragt, an der beim Reichs- finanzministerium bestehenden Umschuldungsstelle die Umwandlung der kurzfristigen Anleihen (50 000 Mark) in eine langfristige (der Zinsen­ersparnis wegen) zu beantragen.

Bei Holzhauerarbeiten sind 24 Mann beschäftigt, die Hälfte sind Wohlfahrtserwerbs­lose. Da die Gemeinde nicht in dem Verbände für Tariflohn ist, kann sie den Lohn nach freier Vereinbarung festsehen. Der seit 1. Oktober d. 3. geltende Tariflohn ist zum 31. Dezember ge­kündigt worden, man rechnet mit einer Senkung um 10 bis 15 Prozent. Der Bürgermeister hat

und Gemeinde getragen. Die Gemeinde Alten- Duseck stellte das Holz und die Steine für den Rohbau zur Verfügung.

Z A l l e n d o r f a. d. L d a., 22. Dez. Nach Prü- fung und Begutachtung durch Musiklehrer Dreier wurde am Sonntag die neue Kirchen­orgel geweiht und ihrer Bestimmung über­geben. Die Orgel, die von der Firma Nikolaus & Förster in Lich erbaut wurde, enthält 17 Re­gister. Die Weihe wurde durch den Superinten­denten der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat v. W a g n e r (Gießen) vollzogen. Zur Verschöne­rung der Feier wirkten der Männergesangverein und die Sängervereinigung mit. Nachmittags fand ein Orgelkonzert von Mus k ehrer Dreier statt, in dem vorzugsweise Bachsche Kompositio­nen zu Gehör gebracht wurden.

t Treis a. d. Lda., 21. Dez. Bei der gestrigen Wahl eines Ersatzmannes an Stelle des verstor­benen Kirchenvorstehers 3ohannes Decker XII. wurde Bürgermeister Konrad Michel II. ge­wählt. 3n der gleichen Sitzung der kirchlichen Gemeindevertretung wurde vcm Kirchcn- vorstand der Voranschlag für 1932 genehmigt.

Drei Menschen tot Livwald

Orlginalronian von Otfried von Honstein

beginnt in der WeihnachtSnnmmer der Illustrierten des Gießener Anzeigers

Siedlung und Auswanderung stehen im Mittelpunkt dieses neuen Romans und geben dem berühmten Erzähler Gelegen­heit, eine spannende Handlung zu entwickeln, die den jungen Landwirt Helmar und seine Schwester Marie von Ostpreußen nach Ärasilien und Argentinien führt. Das gewiffenloie Treiben der Siedlungsschwindler im Ausland läßt ihre Ab­sicht, sich eine neue Heimat zu gründen, fast scheitern Oer Ausbruch ber Ifieooluf.on in Brasilien schasst weitere Hinder­nisse, Helmar kommt in Spionageverdacht und wird ver- ha tet, aber glückliche Umstände befre en ihn, und las,en ihn schl.eßlich sein Ziel erreichen und seine Schwester ein reiches Liebesglück finoen. Das Leben im Urwald auf einfamer Farm, die atemraubenden Begebenheiten und Erlebnisse im fremden Lande fügen sich zu einem farbenprächtigen Gemälde von höchster L benswahrheit zusammen und wer­den den Lesern genußreiche Stunden bringen.

mit den Holzhauern Anen Lohn vereinbart, der eine Senkung um 12 Prozent vorsieht. Gegen drei Stimmen trat der Gemeinderat dieser Vereinbarung bet

Lanvkreis Giessen.

z Rödgen, 22.Dez. Im Leseverein sprach Gerichtsrcferendar Klos von hier über Erbschafts­fragen, insbesondere über Testamentsaufstellung. An den Vortrag schloß sich eine längere Aussprache an. Der vierte Advent brachte hier zwei Weih­nachtsfeiern. Nachmittags wurde den Kindern der K l e i n k i n d e r s ch u l e in der Kirche beschert, abends den Sonntagsschülern. Die Feiern waren auf das beste ausgestallet.

* Burkhardsfelden, 23. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag feiern der 76jährige Landwirt und Händler Heinrich Haas, hierselbft und dessen 72jährige Ehefrau Christine, geborene Schäfer, bei guter Gesundheit das Fest der goldenen Hoch­zeit.

§I<. G r o h e n - D u s e ck, 22. Dez. Der Fuß­ballklub Großen - Duseck h eit am Sonn­tag seine Weihnachtsfeier ab. Von einer größeren Feier hatte man abgesehen. Der 1. Vor­sitzende h eit eine kurze Ansprache. Ein unterhalt­sames Programm füllte den Abend. Die Feier nahm in allen Teilen einen schönen Verlauf.

$ Alten-Duseck, 22. Dez. Als Nachfolger für den hiesigen pensionierten Förster Müller wurde Förster Wirth nach hier verseht. Dadurch wurde der Neubau einer Försterwoh» nung notwendig. Die Kosten wurden von Staat

Tante Angelique beginnt zu klöhnen, weil mich morgens um vier Uhr der 3äger Piperikewitsch Wecken soll, und sie ganz gewiß stören wird. 3ch bin müde, ziehe mich zurück, um zwei Uhr.

Binde mir, damit der 3äger Piperikewitsch ja nicht die Tante stört, einen Bindfaden um die große Zehe, lasse das Schnürende zum Fenster hinaushängen... punkt vier Uhr zreht Piperi- kewitsch (ein alter russischer Deserteur und nun, wie gesagt, 3äger bei Onkel Eustache) an der Schnur...

Zusammen marschieren wir durch die milde Mondnacht, haben zum Hochsitz einen ziemlich langen Anmarsch (um acht Uhr früh sollen, nach Piperikewitsch, die Wölfe auf eine mit Hochsitz und Köder versehene Waldwiese austreten)... erzählen uns derweil Räubergeschichten. Er, daß in seinem alten Regiment (den russischen Achthr- schen Husaren) die Offiziere nach Tisch ein Gesell­schaftsspiel spielten, indem sie die Lichter löschten und nach den glimmenden Zigaretten mit Pistolen schossen. 3ch, daß es in unseren Städten (was et mir ganz bestimmt nicht glaubt) an der Wand ein Kästchen gibt,' in das spricht man hinein, und dann ist es zehn Kilometer weit zu hören...

Aus einmal...

Wir sind gerade, wollen Sie gütigst bedenken, mitten in einem schütteren Birkenwald,.. an einem Kreuzwege,... verrufener Ort... Mond scheint durchs Gehölz... am Weg liegt etwas Unförmliches, Großes, Braunes...

Bär", sagte Piperikewitsch.

M c i n Schuß" s age ich, zittere vor Aufregung und 3agdfreude... habe noch nie einen Bären geschossen, bin etwas erregt, lege an, lasse aus meiner Dreyse-Büchse einen meterlangen Feuer- strahl...

Wumm", macht der Bär ...

Weidwund", schreit Piperikewitsch und schießt nun auch seinerseits los.

Mein Schuh", schreie ich, da der Bär zum zweitenmal brummt, schieße ich zum zweitenmal.

Wumm", macht wieder der Bär. Und da das Geben in ihm immer noch nicht erstorben zu sein scheint, so schießen wir beide ... sicher ist sicher, nicht wahr ... eröffnen ein regelrechtes Schnellfeuer, dah es genau so klang, wie die später in der gleichen Gegend ausgefochtene Schlacht bei Gorlice und Tarnow. Schießen und schießen und bemerken gar nicht, daß auf uns je­mand zugelaufen kommt.

LJ Großen-Linden, 22. Dez. Am Sonntag fand in der Kirche die Weihnachtsfeier der Kleinkinderschule statt. Die Kinderschar unter Leitung von Schwester Sophie trug Lieder und Sprüche vor. Pfarrer Schultheiß dankte der Schwester für ihre Arbeit und den Gebern der Haussammlung für die Opf.r.reudigkeit. Durch die Spenden war es möglich, den Kinoern kleine Geschenke zu geben und vorläufig die Weiterfüh­rung der Schule zu sichern. Am gleichen Abend fand in der Turnhalle die Weihnachtsfeier der Schülerabteilungen des Turnvereins statt. 3n bunter Reihenfolge wechselten Frei- und Stützhandelübungen, Spiele, Hebungen am Säge­bock, Pferd und Barren miteinander ab. Einem kurzen Theaterstück folgten Bodenübungen und Pyramiden. Die Darbietungen fanden starken Bei­fall. Der erste Vorsitzende des Vereins Dr. Römer dankte den Riegenführern für ihre mühevolle Arbeit.

r. Lang-Göns, 21. Dez. Die Weihnachts- feier, die der hiesige Kriegerverein am Samstagabend veranstaltete, war gut besucht und nahm einen schönen Verlaus. Die Begrüßungsan­sprache hielt der erste Vorsitzende, Kamerad K Kd. N e r n. Der Abend wurde ausgefüllt mit Musik­vorträgen des hiesigen Orchesteroereins, der alte bekannte Militärmärsche und gute Musikstücke zum Vortrag brachte; es folgte ein Prolog, gesprochen von Frl. E. Schäfer, lebende Bilder wurden gezeigt, und zum Schluß löste ein kleines Theater­stück lebhaften Beifall aus.

Ein Eingeborener im Schafspelz. Fällt jam­mernd auf die Knie.Herr ..."

Sind Sie verletzt", schreie ich, denke an etwas Entsetzliches. Er aber ist heil und gesund ge­blieben. Umfängt meine Knie. Küßt meinen Rockzipfel. Bittet herzzerreißend um Gnade. Da schüttle ich ihn ab und gehe zu meinem ersten Bären.

Kehre zurück als ein tiefgebrochener, gram­gebeugter Mann. Der tote Bär, mein Herr, war ein totgeschossener Kontrabaß. Der Mann im Schafspelz war der Baßgeiger einer Kapelle, die abends in Grifft gespielt und sich (Geige, Klari­nette, Trompete und Cello und Kontrabaß) auf der Rückkehr gerade mal ein bißchen ausgeruht hatte am Weg.

Der Kontrabaß kostet einhundertfünfzig Kronen. 3ch gab zur Vorsicht zweihundert.

Aber Maul halten", sagte ich. Da trat der Cellist vor.Befehlen das Cello vielleicht auch nochfragte hocherfreut der Mann und stellte sein 3nftrument zielgerecht auf. Da drohte Pipe­rikewitsch, ihn zu erschießen.

Die Wölfe, mein Herr, traten am gleichen Morgen, vermutlich acht Uhr, auf die mit Hoch­sitz und Kadaver versehene Wiese aus.

Auf meinen ersten Bären aber hätte man, wofern er noch am Leben gewesen wäre, gut und gerne die Kontrabaßpartie des Schubertschen Forellen-Quintetts spielen können.

Und da kommen S i e, verhöhnen mich, und fragen mich nach einemheiteren Weihnachts­erlebnis ..."

Dücherlisch.

FriedrichSchnack:DerLichtbogen. Falterlegenden. 156 S. 8°. Seinen 5,80 Mark. Ver­lag von 3alob Hegner in Leipzig, 1932. (603.) Das jüngste Buch des mit dem staatlichen Les­singpreis und dem Preis der Preußischen Aka­demie ausgezeichneten Dichters F.iedrich Schnack vereinigt die drei Legenden, welche den zweiten Teil des früher erschienenen und hier an­gezeigten BandesDas Leben der Schmetterlinge" bilden, mit drei anderen Erzählungen aus dem gleichen Umkreis; das Ganze formt sich, von den schönen und leise melancholischen Strophen des GedichtesSchmetterling in der Großstadt" into­niert, zum .Lichtbogen" der Falterlegenden, -u

L Nieder - Bessingen, 22.Dez. Die hie­sige Schule hielt am Sonntag in dem bis auf den letzten Platz besetzten Saale des Gasthauses Loh ihre Weihnachtsfeier ab. Einige Cho­räle leiteten die Feier ein. Gedichtvorträge und musikalische Darbietungen unterhielten die Gäste. Leh.er Hinkel, der Leiter der Veranstaltung^ hielt eine Ansprache und wies auf den Sinn des Abends hin. Nach einer Pause wurde ein Weih­nachtsmärchen ausgesührt, bei dem s mtli^e Sckml- tintec Nieier-Bessingens m tzuwir ei®ee e hcik hatten. Die Aufführung, die viel Vorarbeit er­forderte, fand starken Beifall. Für die musikali­schen Darbietungen verdienen die Herren Hof­mann und W i 11 b r a n d (Violine), ferner die Schüler Ludwig Haas und Helmut Brück (Vio­line), Artur Schiefer st ein (Flöte) und Otto W a l b (Klavier) volle Anerkennung. Der wohl­gelungene Abend ist Lehrer Hinkel und Frau au danken, denen die Vorbereitung und Durch­führung der ganzen Veranstaltung oblag.

4 Rabertshausen, 22. Dez. Am Sonntag wurde hier der Gastwirt Karl Scherer ohne be­sondere Wahlhandlung es war nur e i n Wahl­vorschlag eingercicht zum Beigeordneten unserer Gemeinde bestimmt. Der Männergesang­verein brachte dem Beigeordneten einen F ckelAug dar und fang einige Lieder. Gutsbesitzer Hoff­mann und Lehrer Roth übermittelten Glück­wünsche im Auftrage der Einwohnerschaft bzw. des Gesangvereins.

Kreis Friedberg.

^-Pohl-Göns 23. Dez. Ein Zusammen­stoß zw.schen dem Auto des Arztes Dr. Luft aus Butzbach und einem Lastauto aus Gie­ßen ereignete sich gestern nachmittag im hiesigen Orte in der zweiten Kurve der Provinzialstrahe. Das Auto des Arztes wurde bei dem Zusammen­stoß derart beschädigt, daß es abgeschleppt werden mußte. Die Windschutzscheibe ging in Trümmer und der Arzt und sein Chauffeur trugen Verletzungen am Kopfe davon, so daß sie sich in ärztliche Behandlung begeben muhten. Das Lastauto wurde nicht beschädigt und konnte seine Fahrt fortsehen. Äe polizeilichen Ermitt­lungen über die Schuldfrage wurden sofort ein­geleitet

Kreis Büdingen.

I. D o b e n h a u s e n I., 22. Dez. Die hiesige Volksschule veranstaltete für die Klassen Do­denhausen und Bellmuth Weihnachts­feiern. Lehrer 3akobi hielt die Ansprachen, Weihnachtslieder wurden gelungen, Gedichte vor­getragen; ein Weihnachtsspiel und ein Theater­stück wurden außerdem aufgeführt. Die Feiern nahmen einen schönen Verlauf. Die Leistungen der Schüler fanden starken Beifall.

Kreis Schotten.

Laubach, 22. Dez. Am Sonntagnachmittag zogen etwa 50 Knaben und Mädchen der Kl ein- kinderfchule, geleitet von mehreren Schwestern des Zohann-Friedrich-Stifts, in die Kirche, wo die Kleinen in bunter Folge Lieder und Derschen vor­trugen. Pfarrer Kornmann dankte allen, die Mühe und Arbeit nicht gescheut hatten, die schönen Stunden zu bereiten. Nach der Feier wurden Ge­schenke an die Kinder verteilt.

V Gedern, 22. Dez. 3m Saale desLöwen" fand am Samstag die Weihnachtsfeier des städtischen Kindergartens statt. Bür­germeister Müller hielt eine herzliche An­sprache. Die Darbietungen der Kleinsten lösten lebhaften Beifall aus. Die Kindergärtnerin Frl. 3ohanna Ziegler hatte sich wieder viel Mühe gegeben, um der Feier zu einem schönen Verlauf zu verhelfen.

Kreis 2l»s?cld.

WEN. Alsfeld, 22. Dez. Bei dem Nach­barorte Ruhlkirchen wurde der 21 3ahre alte Schneider Karl Dippel von dort, aU er in Gemeinschaft mit anderen jungen Leuten mit der Herrichtung eines Sportplatzes in der Nähe des Dorfes beschäfftgt war, von einem von einer 3 Meter hohen Anhöhe herabstürzenden Baum­stamm getroffen und zur Seite geschleudert, wobei er mit dem Kopfe gegen einen eisernen Feldbahnwagen schlug. Die Verletzungen durch den Baumstamm und den überaus schweren An­prall gegen die Feldbahn waren so schwer, dah der bedauernswerte junge Mann auf der Stelle den Tod fand.

einem schmalen Bande reiner und sehr zarter Poesie. 3n jeder Erzählung ist das farbige und sanft bewerte Bld eines der schönen und ge­brechlichen F.üg.lwesen sinnvoll und märchenhaft mit einem menschlichen Schicksal verbunden der­gestalt, dah jede der Geschichten von einer an­deren Grundmelodie getragen wird, und daß doch alle sich harmonisch zusammenfügen wie das sie­benfache F.arbenband zur Einheit des Regen­bogens: d.e ann.ut ge ch.nes sche Li be.te zählung von derSeidenweberin"; die dunkle Dijaon des Zauberfalters"; ein mystisches Erlebnis auf der fernen 3nsel Madagaslac; die traurige Kinder­geschichte vom namenlosen Fa ter; die schöne Sage vom weißen Apollo, der zwischen dm Lippen des sterbenden Hemer empor,lügelt; u.d das franzis- kani'che Himme'swunder des heiligen Autonlus. Druck und Ausstattung des Buches entsprechen vollkommen der nobten Tradition, welche t>r Heg- nerschen Bücher zur Freude aller Liebhaber von jeher gepflegt und bewahrt haben.

HildurDixelius : Frauen imRor- den. Novellen. Aus dem Schwedischen überseht. Leinenband. 3 85 Mark. Gotlhelf Drr.ag L.ipzig. (602.) Die meisterhaft geschriebenen Novellen aus der Feder der De^sasserin vonSara Alelia" offenbaren in ihrer Schlichtheit und doch so seinen Linienführung wiederum die große Kunst und Ge­staltungskraft von Hildur Di^elius. F.auenschick- fale in ihrer tiefsten und letzten Sinngebung und Sinnerfüllung schildert die Dichte.in in starker Be­wegtheit. Alle diese Frauen werden von einer Kraft getragen und wissen um dieses Getragensein. Die Uebersehung schmiegt sich in jeder Beziehung an das Original an.

Professor Ferdinand Dreher: Auf dem Wege zum Völkerbund". Zarte Geheimnisse der Entente-Mächte 1906 bis 1914; Verlag Karl Dindernagel in Friedberg, Pr. 30 Pf. (606.) Der Friedberger H storiker, der in der Auiftärungsarbeit gegen die Kriegsschuld­lüge seit langem in vorderster Reihe kämpft, hat hier eine sehr brauchbare Zusammenstellung aus den Geheimarchiven der Entente Staaten g geben die besser als lange wissenschaftliche E ö.te.ungen die Vorgeschichte des Krieges erläutert. Das Heft wird besonders wertvoll durch die Quellenangaben, die die Möglichkeit der Vertiefung in Einzel- fragen zuläht.