Letzte Schwierigkeiten in Basel.
Endkampf um den Schlußbencht. - Frankreich erhebt Einwände. Heute abend Schlußsitzung.
B a | e 1, 22. Dez. (CJIB.) Die S p a n n a n g , bte über den Verhandlungen de» Beratenden Sonderausschusses seil einigen lagen lagerte, hat heule abend ihren Höhepunkt erreicht. Die Bet Handlungen sind am kritischsten Punkt an gelangt. Da» Redaklionskomitee tagte mit einer kurzen Unterbrechung den ganzen Nachmittag bi» in die späten Abend stunden. Da» Schicksal de» Schlußbericht# scheint Im verlause der heutigen Sitzung wieder einmal in Frage ge- stellt worden zu sein. Man hört, daß der ftan- zösische Delegierte Linwande gegen die Im Berich« enthaltenen Formulierungen, die von hen Einwirkungen der Reparationen aus die allgemeine Mellkrise handeln, erhoben habe. Der Slandpunkt Frankreichs in diesem Punkte Ist bekannt. Prosessor H I st möchte, unterstuh« von dem jugoslawischen Verlreter, nicht anerkennen, dah die sunktionsstörenden Mir- kungen der Reparationen so groß sind, wie e» nadi Ansicht der Mehrheit des Ausschusses der Jad Ist. und wie es die Aussührungen Colljn» vor dem Ausschuss klargestellt haben.
Die Besprechungen des Redaktionskomitee» de» Beratenden Sonderausschusses wurden heute vor 22 Uhr abgebrochen. Die im Anschluß daran ursprünglich vorgesehene vertrauliche Sitzung der Ausschuhmitglieder ist abgesagt worden, da verschiedene Delegierte sich wegen Uebermö- dung nutzer stände erklärten, heute nacht rod- lerzuarbeiten. Da# zweite Kapitel de» Schluhbericht», da» von den Ursachen der wirl- schastlichen und finanziellen Krise Deutschland» Han- beit, konnte im groben und ganzen abgeschlos- s e n werden
Bach den übereinstimmenden Mitteilungen verschiedener Ausschussmitglieder wird der Ausschutz seine Tagung am Mittwochabend abschlle-
tz e n. Für vormittag# ist eine vertrauliche Zusammenkunft der elf Ausschuhmltglieder vorgesehen Jn dieser Sitzung wird das zweite Kapitel des Bericht», da» heule vorn Redaklion#komitee ver- abschiede« worden ist, behandelt werden Sollten in dieser Sitzung keine neuen Schwierigkeiten auf- lauchen, so könnte am Nachmittag in einer Vollsitzung de» Ausschusses der gesamte Bericht abschtiehendbehandelt werden Die übrigen Kapitel de» Bericht», einschlietzlich der Schtuhsolge- tungen, find nämlich in den oorausgegangenen 5il- jungcn des Rcdaklionskomilees und den verschiedenen vertraulichen Zusammenkünften der Ausschuh- mitgtieder soweit gefördert worden, dah der An- nähme de» Gesamtbericht» aus der morgigen Vollsitzung nach Auffassung verschiedener maßgebender Mitglieder de» Ausschusses kaum mehr Schwierig- keilen entgegenstkhen dürften Man hat bereits heule abend die offizielle Schluhsltzung aus morgen 15 Uhr angesetzt, woran» hervor- geht, dah der Vorsitzende einen Abschluß morgen für möglich hält. Der Bericht de» Ausschusses. der mit seinen zahlreichen Anhängen ein sehr umfangreiche» Schriftstück darftellt, wird noch am Mittwochabend der Oef f entlldjf eil übergeben werden
Au, amer Ikanlchen Kreisen verlautet, die Schluhsolgerungen de» Bericht» seien zum Teil recht bedeutsam, so z. B. wenn sestgestellt werde, dah da» aUgeme'n- Bild fett der Ausstellung de» Poungplane» sich von Grund aus geändert habe, wenn in einem Teil der französischen Presse die Tatsache, dah der Bericht keine bestimmten Vorschläge ent- halte, al, ein Lrso Frankreich» hinge- stellt wird, so teilt man nach unserer Kenntnis der Dinge in maßgebenden amerikanischen Kreisen durchaus nicht diese Auffassung.
einheitlich für da» ganze Gleich um 10 ö H gesenkt. Für die Bädedpanne wird allgemein ein Höchstsatz von 1 4 Pf je Kilogramm Brot festgesetzt. Orte mit einer hinter diesem Höchstsatz liegenden Bädedpanne müssen die niedrigere Spanne beibehalten. Falls infolge besonder« gelagerter Verhältnisse eine Llebedchreitung des Spannenhöchstsaye» sich al» notwendig bzw gerechtfertigt erweisen sollte, bedarf es de« Rachtve.se» dieser Notwendigkeit und der Genehmigung des Preiskornmisfars. Für Berlin wird sich danach der Preis für da» Bäderbrot von 50 au« 45 Pf ermäßigen. Auch mit den Brotfabrikanten hat der Preis- kommiffar gestern verhandeU. Ueber diese Besprechungen verlautet, dah die Brotfabrikanten bisher nur eine Ermäßigung ihrer je Kilo Brot 19,5 Pf betragenden Spanne auf 18 Pf. zugestanden haben.
Abbruch von Kasernen in Minz
Beseitigung von unverwertbaren Verkehr»- Hindernissen auf Wunsch der Ltadt.
Berlin. 22. Dez. (SU.) In Mainz werden augenblicklich mehrere Kasernen, andere militärische Gebäude und Antennenmasten abgedsfen.
Bedchiedentlich werden in Verbindung damit Angriffe gegen die Regierung gerichtet. Die von zuständiger Seite mitgeteilt wird, handelt es sich bei den abzubrechenden Gebäuden fast ausschließlich um sehr alte Kasernen- und ähnliche Militär gebäube, sowie zwei An» tennenmasten. Die Beteiligung all dieser Anlagen ist von der Stabt Mainz selbst a 1S wünschenswert bezeichnet worden, ba sie meist im Innern der Stabt liegen unb den Verkehr behindern, eine Verwertung aber trotz aller Bemühungen nicht möglich ist. An Stelle der alten Münster-Kaserne soll ein 21 e u b a u für daS Telegraphenamt errichtet werden. Auch für d i e Antennenmasten hat sich keine Verwendung gefunden. ebenso blieb i h r Aufgebot erfolglos Da die Gefahr besteht, daß die nicht benutzten Antennenmasten mit der Zeit durch Wltte» rungseinslüsse schadhaft werden und umstürzen können, ist ihr Abbruch notwendig. 3m Hinblick auf die Arbeitslosigkeit, die wie überall selbstverständlich auch die Finanzen der Stadt Mainz sehr stark belastet, bedeuten die Abbruchsarbeiten auch eine nicht unerhebliche Verminderung deS Arbeitslosen- markte« der Stadt Mainz.
Schweres Einsturzunglück beim Siuiigarier Schloßbrand.
Drei Feuerwehrleute Opfer ihres Berufes. - Die Bekämpfung des Zeuers hat endlich unter großen Schwierigkeiten Erfolg.
Auflösung der ostpreußischen Landwirtschaftskammer Scharfer Eingriff der preußischen Regierung in die Selbstverwaltung.
Berlin, 22. Dej. (MTB. A m t 11 ch.) Die 0 st - preußische Landwirtschaft#kammer hat in Ihrer Vollsitzung am 15 Dezember Im Anschluß an eine Entschließung solgenden Antrag angenommen:
„Die Vollversammlung bittet den Präsidenten Brandes, dem Reichspräsidenten zu erklären: Der oslpreußische Landstand erkennt die Machtosigkeit des Reichspräsidenten der heutigen Systemkraft gegenüber. 3n tiefster wirtschaftlicher und seelischer Rot bittet er den Reichspräsidenten. sowohl für seine Person als auch für das derzeitige Reichskabine tt den Weg alsbald frei zu machen für Männer, die aus Kampf und Glauben zusammengefchweitzl jetzt nur noch allein in der Lage sind, nicht nur die Landwirtschas«, sondern das ganze Volk zu retten "
Dieser Beschluß fordert nachdrücklichst den Rücktritt des Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Die den Antragstellern nahestehende „preußische Zeitung" hat dies offen bestätigt Damit hat die Kammer potitifche Forderungen gestellt und die Ihr gesetzlich zu stehenden Befugnisse über- schritten. Selbst bei weitherzigster Auslegung de» Selbstverwaltungsrechles der Kammer kann ein solcher Beschluß im Interesse der Erhaltung der Slaaleauloriläl nicht hingenommen werden und bedarf s ch ä r f fi e r Ah n d u n g. Zwar hat der vor- stand der Landwirlschaftvkammer in seiner Sitzung vom 19. d. M. beschlossen, öle Angelegenheit nochmal» auf die Tagesordnung der nächsten Vollversammlung zu fetzen, um cr- neul Beschluß zu fassen, mit der Begründung, daß ein Teil der Kammermitglieder sich über d i e Tragweite des Beschlusses nicht im klaren gewesen sei. Dieser vorstandsbesazluß kann jedoch nach Auffassung der Staatsregierung an den oben sestgestellten Tatsachen nicht# ändern. Die Slaatsregierung hat sich deshalb genötigt gesehen, die Ostpreußische Landwirtschastskammer a u halb f e n und den Landeskulturamlspräsidenten Pauly in Königsberg zum Slaatskommif- f a r für die zwischenzeitliche Verwaltung zu ernennen.
Präsident Brandes über das Zustandekommen des Antrags
Insterburg. 22. Dez. (ZU.) Der Vertreter her Telegraphcn-Llnion hatte Gelegenheit, den aul feinem Gut Althof.Zaudern weilenden Kam- merpräfibenien Dr. Brandes über seine Stellungnahme zur Auflöfung der ostpreußischen Landwirtschastskamincr zu befragen. Der nationalsozialistische Antrag Ullrich Sturmat habe der Kammer schriftlich nicht Vorgelegen. Gr fei lediglich von dem genannten nationalsozialistischen Kammermitglied einer von ihm abgegebenen Erklärung angefügt worden. Es fei recht undeutlich gesprochen worden, so daß es zu dem MißverftänbniS habe kommen können. Auch der Bertrctet der Staatdregicrung, der der Vollversammlung der Kammer beiwohnte, habe nicht, wie es sein Recht gewesen wäre, sofort eingegriffen und den Antrag beanstandet. Schließlich sei der Antrag erst nach der Sitzung vorgelegt worden. Präsident Brandes ist der Ansicht, daN bei nochmaliger Abstimmung, die geplant, aber jetzt durch die Auflösung der Kimmcr verhindert worden fei. eine Mehrheit für diesen Antrag niemals zu- ft a n b c g e l o m m e n wäre Auch andere Kam- mermitglieber hätten ihm schriftlich und mündlich bestätigt, daß sie selbstverständlich einem Antrag in dieser Fassung nicht zugestimmt hätten. Die Reuwahl der Kammer müßte wohl gesetzlich innerhalb von drei Monaten vollzogen sein.
doch wird sie wahrscheinlich schon in acht Wochen tattfinben.
©er Reichspräsident hielt den Zwischenfall für beigelegt.
Berlin, 22.Dez. (TU.) Der Beschluß der Preußischen Regierung, bie ostpreußische ßanb- wirtschaftskammer aufzulösen, ist weder auf Veranlassung des Reichspräsidenten noch der Reichsregierung erfolgt. Der Reichspräfidcnt ist der Auffassung, daß die Angelegenheit bei gelegt war. Es geht die- auch chon daraus h rvor, daß der Rcichspr f:*ent auf den Brief des Vorsitzenden der ostpreußischen Landwirtschaftskammer, Dr Brandes, in dem dieser ihm den letzten Beschluß des Vorstandes der Landwirtschaftskammer mitteilte, geantwortet hat, daß damit für ihn die Sache beigelegt fei. In diesem Schreiben des Präsidenten Brandes war bekanntlich außer einer Ergebenheits-Kundgebung für den Reichspräsidenten bie Mitteilung enthalten, baß die Vollversammlung ber Canb- wirtfchastskammer sich noch einmal mit biefet Angelegenheit befassen werbe. Verhanblungen zwischen ber Preußischen Regierung unb ber Reichsregierung in ber Angelegenheit haben nicht stattgefunben.
Ostpreußische prestestimmen.
Königsberg, 22. Dez. (TU.) Zur Auslö- fung der Landwirtschaftskammer durch die preußische Staatsregicrung schreibt die nationalsozialistische „Preußische Zeitung". „Richt klarer konnte die preußische Staatsregierung ihre Liebe zur ostpreußischcn Landwirtschaft dokumentieren. als durch die Bestrafung der gewählten berufsftändifchen Bettwtcr. Die Auflösung der Landwirtschaftskammer ist der entscheidendste Sieg, den der Rationalsozialismus in Ostpreußen jemals davongetragen hat." - Die deutschnationale .Ost preußische Zeitung" erklärt: ..Dieser Schlag gegen die ständische Selbstverwaltung in Preußen wird in der ostpreußischen Bevölkerung ein Gefühl aufkommen lassen, das zu charakterisieren durch Rotverordnungverboten ist. Was bat der O b e r p r ä s i d e n t der Provinz Ostpreußen, der als erster berufen ist, die wirkliche Stimmung der Provinz in Berlin zu Gehör zu bringen, getan, um jenen Männern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die bisher lediglich aus Sorge um das Schicksal der Provinz stets uneigennützig gearbeitet haben?" - Die „Königsberger Allgemeine Zeitung" (Volkspartei) sagt in einem .Demütigung?" überschriebenen Leitartikel Diese Strafmaßnahme der preußischen Staatsregierung wird aller Voraussicht nach daS genaue Gegenteil von dem erreichen, waS fie bezweckt. Sie wird die Radikalisierung der Landwirtschaft in Ostpreußen nur beschleunigen." - In der demokratischen „Königsberger Hartung- schen Zeitung" heißt es. .Die preußische Regierung hat dem unwürdigen Spiel und 23er- ftedlpicl der Mehrheit des ostpreußischen Landstandes cm Ende gemacht. Die nationalsozialistischen Anstifter bekommen btc Antwort, bie sie verbient haben. Die StaatSautorität läßt nicht mit sich spaßen."
Einigung über VroipreiSsentung. tnnhcitlidK Zcstscyung vcr Badcrspannc.
Berlin. 23 Dez. (ERB., Beim ReichS- kommissarsür Preisüberwachung haben gestern 2krbanblungen mit ber ..Germania", bem Zentralverbanb beutscherBäder- Innungen, über die Frag« ber Brotpreisgestaltung stattgefunden. Es wurde eine Einigung über die Brotpreisfenkung u. a. auf folgender Grundlage erzielt: Die Bädetfpanne (Unter- schieb zwischen MehlpreiS unb Brotprel») wird
Die am schwersten beschädigte Ostfassade während de# Brandes.
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Stuttgart, 22. De). (TDIB.) Um 11 Uhr ff ü r ) I e auf ber Sübroeftfclle de» Alten Schlosses gegenüber bet Markthalle unmittelbar neben dem Lckturm ei n beträchtliches Stück de» Gebäude» ein, gerade da, wo zahlreiche Feuerwehrleute mit Schlauchleitungen noch Im Kampf mit den lodernden Flammen standen. DreiFeuerwehrleute, die vor dem Gebäude auf einer Leiter mit Lösch- arbeiten beschäftigt waren, wurden mit in die Tiefe gerissen. Die jufammenftürjenöcn Mauermafien trafen am Boden weitere mit Lösch- arbeiten und mit der Absperrung beschäftigte Mannschaften. Unoerständlicherweise durchbrach da» zahlreiche Publikum unmittelbar nach dem Einsturz auf die Schmerzensschrei* der verschütteten Feuerwehrleute die Absperrung»kette der Polizei. Gleich daraus stürzte auchaufderrechlen Seite des Turme» ein großer Teil de» Dachgeschosse» In sich zusammen Auch hierbei wurde ein Feuerwehrmann au» der höhe der zweiten Etage in die Tiefe gerissen. Drei Feuerwehrleute wurden getötet, acht schwer verletzt.
Schwierige Bergungsarbeit.
Rachbcm bas Feuer auf bem zusammen gefallenen Verbindungsstück zwischen Süboftturm unb Schloßkirche währenb der Mittagsstunben einigermaßen nicbergekämpft war. konnte gegen 15 Uhr an bie Suche beS verschütteten Feuerwehrmannes Wetzel gegangen werben. Die Bergung, unter Führung eine- Zeuerwehr- hauptmannS. gestaltete sich äußerst schwierig. ba bie BergungSmannschaften von bem überhängenden Balkengewirr, Mauerresten unb Ziegelhaufen bauernb bedroht würben unb i n ständiger TobeSgcfa hr schwebten. Rach längerem Suchen wurde der Verschüttete auf einem Mauerabfah ber eingestürzten Wanb a u f halber Höhe tot auf gefunden Die Leiche war bis zur Unkenntlichkeit zerquetscht. Ihre Abnahme war nut dadurch möglich, daß die Feuerwehrleute, die aus bem vereisten Mauervorsprung ständig auSzugleiten drohten, mit Hilfe von SiSpideln sich ßetanatbciielen und den toten Kameraden enteilten. Die- alles angesichts einer riefigen Zu- schauermenge, die erschüttert die einzelnen Vorgänge verfolgte.
Die Bekämpfung des Feuers.
Die Bekämpfung deS Feuers geschah folgendermaßen. Nachdem erst zwischen Südost- turm unb Schloßkirche ungeheure 2B a 1 ferme n g c n aul bie noch immer qualmenden Brandherde geschleudert worden waren, richtete bie Feuerwehr nun bie Wasserstrahlen gegen den Südostturm selbst, au» dessen Fenstern schon bie ganze Zeit über Damps und Rauch gequollen war. Von der Straße au» von einer hohen Leiter unb von den benachbarten Oberstodwerken ber Schloßkirche würben bie Spritzen gegen den Turm gerichtet und das Wasser strömte durch die Fenster in da» Innere de» mächtigen Rundturme».
E» schien al» ob die Innenräume nunmehr völlig unter Wasser gesetzt worden wären, da» in Strömen hinabschoß Wenn jedoch ba» Spritzen nur wenige Minuten unterbrochen wurde, sprang gleich daraus wieder Rauch und Qualm au» den Fenstern de» Turme». Es ist anzunehmen, daß das alte Sichengebä lk weiter glimmt. ba ihm weder von unten, noch von oben beizukom- men ist, wenn auch noch so viele Wassermenge« in das Gebäude geworfen werden. Die Starke dieser alten Ejchenbalkcn beträgt ungefähr einen halben Meter So ziemlich alle», was bi» jetzt durch den Brand zerstört oder mehr ober weniger be- schädigt wurde, abgesehen von dem nordöstlichen Turm, sind K e r n t c i I e jene» Flügel» te» Vrafenschlosfes, ber stehenblieb, al» man in den 50er und 60er Jahren be» 16. Jahrhunderts daran ging, den Renaissancebau zu errichten, von dem zwei Flügel mit den übriggebliebenen Teilen jene» ersten Schlosses der Herren von Württemberg verbunden wurden.
Abflauen des Brandes.
Um 22 Uhr kann man im großen unb ganze« feftftellen, baß ber Branb abflaut. Gespenstisch weisen bie zahlreichen Scheinwerfer be« Feuerwehren über ba» Ruinenschloß. Roch ab unb zu steigen kleine Funken zum Himmel empor. Vorn Innern be» Schloßhoses wird der schon am Montag ausgebrannte Flügel noch dauernd unter Wasser geletzt, um die letzten noch brennenden Stoffe zu löschen. 2» steigen noch heftige Rauchschwaden, bie mit Wasserdampf vermengt sind, au» den Trümmern heraus Da» Feuer in bem am Dienstag ausgebrannten südöstlichen Turm ist inzwischen vollständig erst i d t worden, fo baß kein Wasser mehr gegeben wird Die auswärtigen Feuerwehren konnten wieder abrüden. Die Stuttgarter Beruf »feuerwehr blieb dagegen auch diese Rächt über am Brandplatz. Offene Flammen zeigen sich letzt nur noch an wenigen Stellen, die zunehmende Rauchentwicklung zeigt ober, baß ba» Feuer im Inneren an den Böden und Wänden weiterfrißt. An dem Süboftturm gegenüber der Markthalle, ber heute vormittag bereits zum Teil eingestürzt ist. besteht weitere Einsturzgefahr, weshalb die Polizei in weitem Umlrci» alle» abgesperrt hat. Für die übrigen Schloßflügel besteht keine Gefahr.
An der Brandstätte.
Die Branbftätte bietet ein furchtbare» BlIb ber Zerstörung. Die Wände und Fenster be» ausgebrannten Schlosse» sind m 11 öi» überzogen, ba» durch ba» Gefrieren der in das Schloß hineingeschleuderten Wasfer- maifen entstanden ist. Sin Hebergteifen be» Feuer» aul den nach der Markthalle au gelegenen Teil, insbesondere auf d ie Schloß ki rchc. konnte bisher verhindert werben. Der au»* gebrannte Teil be» Schlosse» enthielt die al* testen Räume mit dxn wertvollen Betten, ebenlo die Gast räume de» Staat-mini- fttriuml. Lebhafte Teilnahme wenbet fich der Witwe de» erften württembergischen Staat»-


