Montag, 25. November 1931
Freiwilliger Arbeitsdienst im Vogelsberg.
(b. Aus dem hohen Vogelsberg. 21. Rov. In den letzten Tagen hat man hrer mit dem freiwilligen Arbeitsdienst begonnen, der von dem Führer der „H a s s r a • Jugend, Hans Freund (Mainz), geleitet wird. Die Arbeit der Freiwilligen besteht txnin. im Oberwald Leseholz zu sammeln. Das Holz wird weitergeleitet in die Städte an die Arbeitsgemeinschaften der freien Wohlfahrtspflege, die es an die Bedürftigen verteilen. Die Arbeitenden werden bei Mitgliedern der Kriegerkameradschaft „Hassia" untergcbracht und erhalten als Vergütung pro Tag 1,50 Mark. Das Geld wird von der „Hassia" aufgebracht
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Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 274 Zweites Blatt
AasWindmühlensiugzeug - das Verkehrsmittel der Zukunst
8uf dem Flugplatz von chanworch (England) wurde ein neues, von dem spanischen Erfinder Cieroa konstruiertes Äutogyro-Flugzeug oorgeführt, das wie ein Verkehrsflugzeug eine allseitig geschlossene Kabine besitzt. Es ist beabsichtigt, diesen Flugzeugtyp, der senkrecht aussteigen und landen kann, serienmäßig herzustellen.
Oberheffen.
SladivorstandSsitzung in Alsfeld.
Alsfeld, 21. Nov. In einer als dringlich ein- berufenen besonderen Sitzung befaßte sich der Stadtoorstand nochmals mit der E r h ö y u n g der Bürger st euer. Die von der Bürgermeisterei kürzlich beantragte Erhebung eines Z u - schlags von 200 o. H. zu dem Landessatz der bereits beschlossenen Bürgersteuer zwecks Deckung eines im Laufe des Rechnungsjahres 1931 sich ergebenden Fehlbetrags im städtischen Haushalt in Höhe von 29 400 RM. war in der letzten Sitzung o b g e l e h n t worden Das Kreisamt hatte daraufhin die Anregung gegeben, in eine Prüfung einzutreten, ob die Stadt nicht mit einer Erhöhung der Bürger st euer um 10 0 v. H. auskommen könne. Auch diese Erhöhung wurde in der gestrigen Sitzung abgelehnt, da man die Ansicht vertrat, daß unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Der- hättnissen eine Erhöhung von Steuern nicht möglich sei. Die Durchführung der Erhöhung der Bürgersteuer wird nunmehr durch das Kreisamt erfolgen.
Gemeinderat in Büdingen.
!! Büdingen, 21. Nov. Aus der jüngsten G e - m e i n d e r a t s s i tz u n g ist u. a. zu berichten: Gemeinderatsmitglied K n a f, der den Antrag auf Niederlegung des Kontrolleurpoftens der Stadt gestellt hatte, wurde von seinen Pflichten nicht entbunden. Er sagte zu, das Amt bis zur Wahl eines Nachfolgers weiterzuführen. — Dem Gemeinderat wurde Mitteilung davon gegeben, daß eine Auflösung der Armenkasse nicht möglich sei, da Se. Durchlaucht der Fürst hierzu seine Zustimmung nicht gibt. — Der Gemeinderat wurde von den mit der Landeskommunalbank Girozentrale am Kreisamt geführten Verhandlungen über Rückzahlung kurzfristiger Darlehen unterrichtet. — Wegen des Verkaufs des Hauses Bruno- ftraße, in dem das K r e i s g e s u n d h e i t s a m t untergebracht ist, wurde dem Gemeinderat eine Verfügung des Ministeriums bekanntgegeben Die Sache
wurde vertagt, bis eine Wohnung für den Kreisarzt einschließlich der Unterbringung der Amtsräume sichergestellt ift — In der Beleidigungssache des Schutzmanns Metzger gegen fünf Privatpersonen wurde dem Gemeinderat von dem Urteil des Amtsgerichts Büdingen, wonach nur eine Verurteilung, dagegen in vier Fällen Freisprechung erfolgt ist, Kenntnis gegeben. Auf Grund dieses Urteils ersuchte der Gemeinderat den Bürgermeister, den Palizeibeamten Metzger außer Dien st zu stellen bzw. ihn zu beurlauben und — falls dies von anderer Seite nach nicht geschehen sein sollte — Sttafanzeige in bezug auf die Straftat (es soll sich um den Verdacht eines Meineides handeln), deren Metzger verdächtig ist, zu erbeben, aber auch um die Suspendierung nachzusuchen und ihm die Dienstwaffen zu entziehen. Weiter sei nachzuprüfen, ob dem Polizeibeamten während seiner Beurlaubung das Uniformttagen verboten werden könne.
Bezirkssparkaffe Alsfeld.
lisch Alsfeld. 21. Rov. DieBezirksspar- kaffe Alsfeld hielt heute ihre diesjährige ordentliche Mi tgliederversa mm lung im Sihungssaale des Rathauses unter dem Vorsitz von Direktor V o g e l e h ab. Es waren nahezu alle 46 Mitgliedsgemeinden vertreten. Aus dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1930 ging hervor, daß der Gesamtumsatz der Kasse rund 62 Millionen Mark betrug. Die Spareinlagen, die im ersten Halbjahr 1930 = 4132 000 Mark betrugen, beliefen sich am 31. Dezember 1930 auf 3 940 708 Mark. Der Reingewinn aus dem Geschäftsjahr 1930 beläuft sich auf 28 596 Mark. Insgesamt ergab sich im Geschäftsjahr 1930 ein Rettozuwachs an Spareinlagen von 510 000 Mark. Die Rücklage beträgt unter Berücksichtigung der Zuweisung aus dem Geschäftsjahr 1930 = 150 000 Mark. Die von dem Aufsichtsrat vorgenommene Prüfung der Jahresrechnung für 1930 wurde genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt, ebenso wurde die vorgeschlagene Verwendung des Reingewinnes
Hast du des Schnittmusters gedacht, o Sokrates?'', erkundigte sich lanthippe, als der Weife zur Mittags- zeit über die Schwelle des Hauses trat
Wie denn nun freilich nicht?!" antwortete Sokrates freundlich, indem er einen dünnen Umschlag
Sokrates zwischen den Schnittmustern.
Äon Harry Schreck.
„Sie wünschen —?", fragte der Herr von der Aufsicht, als Sokrates mit der gelassenen Heiterkeit des wahrhaft Weisen dos nächste Kaufhaus betrat.
Wohlan denn, o Mann, der du der Aufticht über das Seiende und das Nichtfeiende teilhaftig zu fein scheinst", sagte Sokrates behaglich, „ist dies die Stätte, wo man die Urbilder der weiblichen Gewänder käuflich feilhält?"
, Wie bitte ...?", erkundigte sich der Herr von Der Aufsicht ohne das artige Lächeln zu verlieren, das chm der Dienst am Kunden ausgeprägt hcttte.
„In der Meinung nämlich, daß du mehr als ich von so beschaffenen Dingen verstehst, wandte ich mich an dich" versicherte Sokrates bescheiden, »denn es liegt mir ob, den Fußweg zu eben diesen Urbildern ausfindig zu machen." .. v
Urbilder? Urbilder von weiblichen Gewändern .. wenn ich recht gehört habe?", hüftette der Herr von der Aufsicht, ohne sein Lächeln einzubußen
Vortrefflich deucht mich dein Streben nach Weisheit, das alles deutlich zu wissen trachtet'' nickte wo- krates erfreut, „zeige mir als' den Pfad zu den Teilen des Seins, die man in den Hebammenstuben .Schnittmuster' nennt!"
„Schnittmuster ...?", lächelte der Herr von der Aufsicht, indem er Sokrates tn den Fahrstuhl schob, .Schnittmuster führen wir im dritten Stockwerk.
Womit kann ich dienen ...?" forschte das Fräulein hinter dem Ladentisch, als Sokrates mit Dem Zaudern, das den Einsichtigen eignet, vor sie tra.
Mit offenbar rechtschaffenem Grund heischst du von mir eine solche Belehrung, o Mädchen meinte Sokrates ein wenig verlegen, „denn bei dir und dem Willen, den du bekundest, liegt es, ob ich das Ziel des Kaufens erreiche." . . fi
„Um was für ein Schnittmuster handelt es sich ...?" murmelte das Fräulein zerstreut, indem es sich beflissen an der Schublade zu schaffen mad)te.
„Traun fürwahr, du sprichst, wie em 'n solchen Geschäften Erfahrener reden soll äußerte CoFrates zustimmend, „man wird nicht leicht .ernanden finden, der sein Amt mit der gleichen schonen Geschicklichkeit verwaltete" ~, , , . -
„Größe 44 ..? Oder 46 .. T, fuhr das Fraule.n in seinen Ermittlungen fort, „vielleicht hat der Herr das Nötige zu Haufe aufgejdjneben bekommen .
^Obwohl ich in diesen Gegenständen Mitnichten
bewandert bin", entgegnete Sokrates bedrückt, „habe ich mich anheischig gemacht, den Auftrag im Gedächtnis zu halten. Nunmehr aber freilich erkenne 'ch, daß ich ihn vergaß."
„Vielleicht ginge der Herr dann noch einmal zuruck und erkundigt sich", schlug das Fräulein hinter dem Ladentisch mit höflicher Nachsicht vor.
„Der wahrhaft Nachdenkende scheut zwecklose Märsche" erwiderte Sokrates kopfschüttelnd, „denn wer bei den Göttern, könnte dafür bürgen, daß mir nicht wiederum das entfiele, was für den richtigen Ankauf den Ausschlag gäbe."
„Natürlich muß jeder wissen, was er kaufen will! , bemerkte das Fräulein um ein weniges kühler, als es der Dienst am Kunden eigentlich vorsieht.
Würden wir daher nicht besser fahren, wenn wir über die Eignung und das Wesen des in Frage stehenden Dinges nachdächten" forschte Sokrates lebhaft, „um somit dem Wahren und Gemäßen auf die verborgene Spur zu kommen?!" _
,3)05 verstehe ich nicht" äußerte das Fräulein ver. ftimmt, „man kann doch schließlich nicht ^ns Blaue raten welches Schnittmuster es sein soll."
„Konnte jemand leugnen, daß ein Schnittmuster feiner Natur nach ein Urbild der weiblichen Gewänder darstellt?", fuhr Sokrates friedlich fort „oder müßte er nicht vielmehr jener Einsicht beipflichten, daß dem so ist?" v _.....
Aber hören Sie -!", sagte das Fräulein erschrocken, „ich denke, Sie wollten ein Schnittmuster kaufen Von Urbildern war doch nicht die Rede
, Für die Urbilder indeß". sprach Sokrates mit erhabnem Zeigefinger, „ist es gleichgültig, wann und wie oft sie sich an den einzelnen Smnendlngen bewähren. Die Sinnendinge haben sich ihnen zu fugen, sollte ich meinen . ."
.Da könnte ich Ihnen ja fedes beliebige Schnitt- muster in die Hand drücken ...", sagte das Fraulern hinter dem Ladentisch ein bißchen gekränkt
„Es ift. wie du sagst, o Mädchen", rief Sokrates erfreut „wer die Idee und das Urbild hat, hat das Wesentliche Gib mir also irgendeine von deinen Urbildern zum Kauf. Das Weitere wird sind dann schon irgendwie finden v ..
Bitte wie der Herr meint .... sagte das Fraulein beleidigt indem sie Sokrates das nächste Schnitt- muster das ihr in Die Finger kam. einpackte. —
genehmigt. Als neue Mitgliedsgemeinde wurde Otterbach ausgenommen. Bei der V o r - st an d s w a h l wurde an ©teile des ausgeschiedenen Kaufmanns Georg R e u s ch e r der Apo- thekenbesiher Karl Moeller (Alsfeld) gewählt. Der als Vertteter des hessischen Sparkassen- und Giroverbandes anwesende Justizrat Dr. R e h (Darmstadt) gab einen Ueberblick über die wirtschaftliche Lage der Sparkassen und stellte fest, daß die Organisation der öffentlichen Sparkassen auf fester Grundlage stehe. Er richtete eine eindringliche Mahnung an die Mitgliedsvertreter, zur Stärkung des Vertrauens beizuttagen. Kreisdirektor Dr. Stammler als Vertteter der Aufsichtsbehörde dankte der Sparkasse und ihren Organen und Beamten.
Spielvereimgung 1900 Gießen.
1900 (Liga) — rlniversitätsmonnschaft 5:1 (2:1).
Am Samstagnachmittag wurde vor nur wenigen Zuschauern ein Fußballspiel der Liga der Spielvereinigung gegen die Universitätsmannschaft ausgctragen. Das Spiel zeigte keinerlei außerordentliche Leistungen. Die 1900er hatten meist die Ueberlegenheit im Feldspiel, ließen den Gegner nicht allzuoft zum entscheidenden Schlag ausholen und errangen einen sicheren Sieg. Obwohl auch die Studenten sehr flink und wendig waren, erwiesen sich die Blauweihen doch in der Ballbehandlung wesentlich überlegen und machten dadurch dem Gegner schwer zu schaffen. Die Spielvereinigung hatte zu diesem Spiel einige Jugendliche aus der Lehrmannschaft eingestellt. Außer Kurt Schmidt spielten noch Karber. Günther und Reining. Die Mitglieder der Lehr- mannschaft erwiesen sich in diesem Spiel als überraschend gut und produktiv. Immer wieder wurde, unterstützt von der guten Läuferreihe. Angriff auf Angriff nach vorne getragen und mancher Schuß auf das Tor unternommen, wenn auch nicht jeder Ball im Reh endete. Bereits in der 10. Minute stand das Spiel 1:0 für 1900. Allerdings folgte der Ausgleich sofort und eine Zeitlang vermochten die Studenten das Spiel offen zu halten. Erst eine Minute vor Halbzeit fiel ein zweites Tor für die Blauweißen. Halbzeit 2:1. Rach dem Wechsel waren die 1900er weiter leicht überlege, die Studenten arbeiteten noch mit großer Energie, konnten aber nicht verhindern, daß in der 20. Minute das dritte Tor für den Gastgeber fiel und zwei Minuten später auch das viertemal der Ball die Torlinie passierte. Müller (1900) im Tor der Studenten gab sich redliche Mühe, muhte aber in der Folge auch noch ein fünftes Mal die gegnerischen Stürmer erfolgreich sein lassen. Das Spiel, das einige sehr schöne Einzelleistungen auf der Seite der Dlauweihen, wie auch auf der Seite der Studenten zeigte, wurde sehr fair durchgeführt und von Schiedsrichter Philipp gut geleitet.
Zußbatt in Hessen Hannover.
Germania Marburg geschlagen?
Der Sonntag brachte die letzten Spiele Der ersten und Die ersten Tressen Der zweiten Serie. Im Mittelpunkt Des Interesses stanD Der Kampf Des vorjährigen Bezirksmeisters SC. 03 Kastel gegen Den Derzeitigen Tabellenführer Der Gruppe SÜD. Die Kasseler gewannen oerDient unD überraschenD hoch mit 4:0 (2:0) Toren. Im zweiten Treffen Der Süd- gruppe setzte sich Iura Kassel nur knapp mit 2:1 gegen Die Göttinger SpVg. Durch. An Der Tabellen- spitze liegt nun immer noch Germania Marburg mit 15:5 Punkten, hat aber bereits einen Verlustpunkt mehr als Die an zweiter Stelle unD ein Spiel zurückliegenDer FulDaer Borussen mit 14:4 Punkten, hinter Denen Hessen 09 Kassel mit 13:5 Punkten an Dritter Stelle folgen.
heroorzog, „auch Den ErkennenDen ficht es nicht an, Die Gegenstände zu besorgen, welche Den Frauen angenehm unD nützlich sinD . ."
„Beim Zeus!" schrie Xanthippe auf, währenD sie Den Umschlag löste, „sollte man es glauben?! Du hast ein Schnittmuster für KinDer heimgebracht!"
„Wenn Du um Die UrbilDer wüßtest unD Dich Darauf verständest, was Ideen sind, würdest Du begreifen. wie wenig Dieser UnterschieD vor Dem Atem Der ungeheuren Ewigkeit beDeuten mag", sagte Sokrates schlicht aber belehrenD.
„Man muß Das Schnittmuster sofort Umtauschen!", rief Lanthippe erzürnt, „unD an Dir wird es fein. Dies noch heute nachmittag ins Werk zu setzen."
„Es ist schaDe, Daß Du Deine Erkenntnis nicht ver- größern willst", sagte Sokrates betrübt, „aber gleichwohl roerDe ich Dir gefügig sein Zuma Du meine Kenntnis um Das Wesen Des Weibes soeben wertvoll bereichert hast ...!"
WährenD er sich umDrehte unD zum Kaufhaus zurückging, schrieb er im Gehen Den Satz auf: „Das Wesen unD Die Natur Der Frau ist Das Umtauschen".
preeforiuä über „Chinesische Kunst"
Im Hörsaal Des Kunstwissenschaftlichen Instituts sprach am Freitagabend Der auch in Gießen nicht unbekannte Graphiker unb Illustrator Pros. Dr. Emil Preetorius (München) auf Einladung Des Ober- hessischen Kunstvereins über „Chinesische Kunst" Der ReDner behanDelte nicht Die chinesische Kunst in ihrer Gesamtheit, (onDern beschränkte sich auf eine interessante Darlegung Des Wesens Der chinesischen Malerei. Das Drängen Der abendländischen Künstler nach Dem StuDium asiatischer Kunst, so führte er aus. fei weniger eine MoDesache als Der Ausdruck Des ernsten Wunsches. Dem wahren Wesen Der Kunst näherzukommen. Tatsächlich sei in Der chinesiichen Malerei Die Quintessenz Der Kunst am reinsten erhalten, unD zwar Deshalb, weil Die Kunst Des Reiches Der Mitte nicht von Den Gefahren beDroht sei, Die Der Naturalismus unD Das Begriffliche für Die abenDlänDischen Künstler beDeute. Der Chinese sei nicht Naturalist, Das Thema erscheine ihm von unter» georDneter BeDeutung. wesentlich aber sei Die Vergeistigung Des Gesehenen unD Erlebten. Die Land» schaft, Der Der VortragenDe sein be|onDeres Augen- merk zuwanDte, sei stets ohne räumliche Begrenzung roieDergegeben, Die Form aufgelöst Die „Komposition" im abenDlänDischen Sinne fehle oollstänDig unD trete nur in einzelnen Werken sakraler Art oDer im Porträt auf; charakteristisch sei Die enge VerbunDen- heit mit Dem Material, Das Durch Aussparungen zum
Die NorDgruppe sah Den erwarteten Sieg Des Tabellenführers Göttingen 05, Der Grone mit 2:0 bezwang. Gleichfalls siegreich blieb Hessen 09 übei Lckershausen mit 4.2 Toren. Einbeck 05 unb Hessen Hersfelb trennten sich unentschieden 1:1. Die Gruppe Nord wirb von Göttingen 05 mit 18:2 Punkten angeführt, vor Sport Kastel mit 15:5 unb SpB Kastel mit 13:7 Punkten.
Westdeutscher Fußballsieg.
Schalke 04 schlägt München 1860 4:1 (2:0).
Das Auftreten ber Münchener am Samstag in Schalke hatte einen Massenbesuch im Gefolge. Die zahlreichen Zuschauer bekamen ein hochinteressantes Spiel mit einem noch interessanteren Ergebnis zu sehen. Die Münchener tarnen mit Ersatz. Im lot spielte Ertl für Riemke, linker Läufer war Schäfer, währenb ber Sturm sich aus Thalmeyer, Huber, Heimer, Lachner unb Stieglbauer zusammensetzte. Schalke trat bis auf ben Mittelstürmer Kellner, fitt ben Nattkaemper spielte, konplett an. Die Nieberlag« ber Münchener erklärt sich aus bem Versagen bei Mittelläufers Plebl, ber nie zu einem Spielaufbau kam. Der Sturm kombinierte zwar recht ansprs chenb, aber mit einer überraschenben Energielosi^ Feit. Der Schalker Torwart bekam so kaum etwas zu tun. In Der 17. Minute kam eine Flanke vov rechts zu Kuzorra, ber unvermutet auf bas Tot schießt. Zu allem Ueberfluß lenkt ein Münchener Verteibiger ben scharf geschossenen Ball erst richtig ins Tor ab. Eine Viertelstunbe später flankte Ti- bulski an Rotharbt, ber nach innen lief unb ein- sandte. Ertl hätte diesen Treffer vermeiden können Die zweite Halbzeit begann mit starken Angriffen Schalkes. Nachdem Czepan neben das leere Tor geschossen hatte, kam Nattkaemper in der 10. Minute nach einer fabelhaften Gesamtkombination des ©tun mes zum dritten Tor. Drei Minuten später verwandelte Kuzorra eine Flanke von rechts Erst bet diesem Stande kam München in ben Schlußminuteo burch Stiglbauer wenigstens zu seinem Ehrentreffer
Kurze Sportnotizen.
Meldeschluß für die 3. Olympischen Sinter spiele ist bereits ber 20. Dezember, so baß viele ßäi> ber, bei benen ber Winter erst spät Einkehr hält; mit ber Nominierung ihrer Expebitionen beeilet müssen.
Der Finanz-Ausschuß der französischen Kammer hat den von Den SportverbänDen angefon Derten Olympia-KreDit von 7 auf 3 Millionen gram tcn gekürzt.
Die Offene Golfmeisterfchaft von DeutschlanD gelangt am 13. August 1932 in Bai Ems zur Durchführung.
Einen neuen RaDweltrekorD im Stun» Denfahren Der Amateure stellte in Como Der Italiener PeDretti mit 42,432 Kilometer auf.
sehr beDeutungsoollen malerischen Element roerDe Die chinesische Kunst sei roie Musik, Musik Des Raumes unD Der Fläche. Die LanDschaft als ima- Sinäres Erlebnis erfahre in Der Zeichnung, in Der Malerei Den sichtbaren NieDerfchlag. Tiere unD Menschen fügten sich gewissermaßen schemenhaft in Die LanDschaft ein unD werfen keine Schatten. 3)ie Kunst Des Chinesen sei beherrscht von Raum g e s ü h l unb nicht wie Die Kunst Der westlichen Künstler von Raum wissen. Der Künstler Des Ostens stehe nicht wie Der SlbenDIänDer Der Natur gegenüber, fon» Dem i n ihr. Seine Kunst fei aus Naturgefühl unb Spiritualität geboren, außerbem aber trabitions« gebunben ba, wo bie europäische Kunst bem Künstler Die inDiviDuelle Freiheit läßt. TrotzDem fehle es im Osten nicht an Künstler-Persönlichkeiten. Don einer Geschichte Der chinesischen Kunst könne man nicht sprechen, eine Entwicklung sei kaum fühlbar, e.ne Geschichte Der Technik Der Malerei gebe es ebenfalls nicht. Pinsel unD Tusche, SeiDe unD Papier seien Die hauptsächlichsten Mittel. Die Tusche roerDe allenthalben meisterhaft gebraucht. Die Künstler werben sehr sorgfältig ausgebilbet; mitbeftimmenb bei ber Bewertung eines Werkes sei bie Qualität ber rech- Nischen Durchführung. Die Malerei in China kenne eigentlich nur zwei Richtungen: bie Norbschule (Betonung bes Zeichnerischen) unb bie Sübjchule (Betonung bes Malerischen). Mit ber kurzen ißieberaabe einer alten chinesischen Sage, in ber bas Verhältnis bes Künstlers zu seinem Werk unb zur Natur sehr fein zum Ausbruck tarn, schloß ber Vortragenbe leine gehaltvollen Ausführungen. Mit einer Anzahl von Lichtbilbern, bie zum Teil von Originalen aus Dem Besitz Des Künstlers stammten, brachte Professor Dc. Preetorius seinen aufmerksamen Zuhörern Die Eigenart unD Die Technik chinesischer Malerei nahe unb wies in Der Gegenüberstellung mit beDeutenbea abenblänbischen Schöpfungen Den großen grunDsätz- lichen UnterschieD zwischen Oft unD West auf. Der ReDner fanD lebhaften Beifall. Ein genußreicher Abenb. n.
Hochschulnachrichten.
Pros. Dr. Alexander Scharff, Kustos bei den Staatlichen Museen in Berlin und Privaf- l)0ÄQnt an der Universität daselbst, hat den Rus aut den Lehrstuhl für Aegyptologie an der älni- versität München als Rachfolger des verstorbenen Prof. W. Spiegelberg zum 1. April 1932 angenommen, seine Ernennung zum Ordinarius in München ist bereits erfolgt Der aus Frankfurt a. M. gebürtige Aegyptologe dozierte früher in Halle.


